Symposion

20.-21.04.2024 in der Universität Münster, Heisenbergstr. 11: 
“Künstlerische Therapien im Alter”
Jubiläumssymposion anlässlich der Gründung des BKT am 16.04.1984. 

Reichliche kostenlose Parkmöglichkeiten sind unmittelbar hinterm Gebäude und günstige Übernachtungsmöglichkeiten in der Akademie Franz Hitze Haus (74 €), solange Zimmer frei sind. Bilder vom Veranstaltungsraum.

Anmeldung: bkt@muenster.org

  • Teilnahmegebühr
    • 50 € für Mitglieder
    • 80 € für Nichtmitglieder
    • 30 € für Studierende

  • Anmeldung: bkt@muenster.org

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      • Teilnahmegebühr
        • 50 € für Mitglieder
        • 80 € für Nichtmitglieder
        • 30 € für Studierende

    Anmeldung: bkt@muenster.org

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        • Teilnahmegebühr
          • 50 € für Mitglieder
          • 80 € für Nichtmitglieder
          • 30 € für Studierende

      Anmeldung: bkt@muenster.org

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      • 50 € für Mitglieder
      • 80 € für Nichtmitglieder
      • 30 € für Studierende

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          • Teilnahmegebühr
            • 50 € für Mitglieder
            • 80 € für Nichtmitglieder
            • 30 € für Studierende

        Anmeldung: bkt@muenster.org

        • Teilnahmegebühr
          • 50 € für Mitglieder
          • 80 € für Nichtmitglieder
          • 30 € für Studierende

          • Anmeldung: bkt@muenster.org

            • Teilnahmegebühr
              • 50 € für Mitglieder
              • 80 € für Nichtmitglieder
              • 30 € für Studierende

          Anmeldung: bkt@muenster.org

          • Sa 10:00-13.00 Uhr: 3 Vorträge mit Diskussion:
            • 10:00-11.00 Uhr: Dr. Katja Watermann „Alt. Intelligenzgemindert. Vergessen. Kunst und Therapie im Maßregelvollzug.”
            • 11:00-12:00 Uhr: Dr. Arnold M. Raem: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”
            • 12:00-13:00 Uhr: Dr. Laura Bettag „Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren.”
          • Sa 14-16 Uhr: 3 Workshops mit Diskussion:
            • 14.00-15.30 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Georg Franzen „Böcklins ‚Toteninsel‘“.
            • 15:45-17:00 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.
            • 17:15-19.00 Uhr: Dr. Yolanda Bertolaso „Rezeptive Künstlerische Tanztherapie mit stark bewegungseingeschränkten und teilweise dementen Senioren.”
          • So 10.00-16:00 Uhr: 1 Vortrag und 3 Workshops mit Diskussion:
            • 10:00-11:30 Uhr: Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak „Künstlerische Therapien im Alter.
            • 11.45-13.00 Uhr: Prof. Dr. Marion Tacke “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
            • 14.00-16:00 Uhr: Dr. Enrico Otto Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.“
            • Poster von Lothar Schön: “Digitalisierung der Musiktherapie”

              Ein wichtiger Ansatz für die geplante digitalisierte Musiktherapie ist die soziale Teilhabe von Menschen, die aufgrund gesundheitlicher Beeinträchtigungen benachteiligt sind.

              Gleichzeitig wird all denen, die über keine instrumentalen Vorkenntnisse verfügen, eine Plattform geboten, die einen intuitiven Zugang zum Musizieren ermöglicht.

              Stellen Sie sich bitte eine Partitur vor, die zwar Melodienverlauf skizziert, aber vom ausführenden Musiker keine Tonhöhenauswahl verlangt. Das macht den musikalischen Prozess einfacher und entlastet unsere Kandidaten.

              Die Aufmerksamkeit kann also auf den Rhythmus konzentriert werden.

              In erster Linie denke ich an Schlaganfall- und Parkinsonpatienten.

              Für psychosomatische Fallbeispiele bieten sich nochmal ganz neuartige erweiterte Musizierzugänge.

              Die erleichterte Interaktion für Menschen mit unterschiedlicher musikalischer Vorbildung bildet eine ganz wesentliche Grundlage.

              Vorliegende Zusammenfassungen – weitere folgen:

              • Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak am 21. April 2024: „Künstlerische Therapien im Alter.
                In einer Gesellschaft mit immer höheren Lebenserwartungen spielen Gesundheitsförderung und Gesundheitserhaltung eine zentrale Rolle. Dies wird auch seitens der Weltgesundheitsorganisation WHO mit Hinweis auf die UN-Deklaration zum gesunden Altern United Nations Decade of Healthy Ageing 2021–2030 hervorgehoben. Der Terminus „healthy aging“ muss hier allerdings differenziert verstanden werden und reicht von einer ganzheitlichen Gesunderhaltung im Rahmen natürlicher Alterungsprozesse über spezifische Prävention, etwa von Depression bei Herzinsuffizienz, bis zu spiritueller Gesundheit in der Palliativmedizin.

                Die repräsentativen gerontagogischen Gesundheitsaktivitäten an der Musikhochschule in Posen (Akademia Muzyczna im. Ignacego Jana Paderewskiego w Poznaniu) beruhen auf musikalisch-tänzerischen Gruppenaktivitäten und werden zur Zeit länderübergreifend und interdisziplinär beforscht. Während es hier ganzheitlich um psychophysische Gesundheit und soziokulturelle Inklusion geht, stehen bei anderen Aktivitäten spezifische Gesundheitsaspekte im Zentrum. So finden etwa im Österreichischen Herzverband Landesverband Burgenland Musik und Tanz zur Förderung und Rehabilitation kardiovaskulärer und kardiorespiratorischer Gesundheit im Alter Einsatz.

                Künstlerische Therapien sind vielerorts aus dem geriatrischen, insbesondere auch dem neurogeriatrischen Bereich, nicht mehr wegzudenken. So wird etwa an der Universitätsklinik Pitié-Salpêtrière in Paris seit Jahren Parkidanse, eine hoch spezifische tanztherapeutische Technik zur Milderung von Parkinsonsymptomatik, eingesetzt. Gegenwärtige Studien deuten darauf hin, dass es dabei zu Synchronisationen zwischen musikalischen und motorischen Rhythmusprozessoren im Gehirn kommt, welche die parkinsontypische Basalgangliendegeneration teils zu kompensieren vermögen.

                Am Forschungszentrum für künstlerische Therapien der Changzhi Medical School in China – einer Einrichtung, die vermutlich in den nächsten Jahren im Bereich physiologischer, neurowissenschaftlicher und interdisziplinären Forschung zu künstlerischen Therapien in Klinik und Public Health eine führende Position einnehmen dürfte – werden Musik-Tanz-Prozesse zur Rehabilitation bei Demenz untersucht, wobei sich gegenwärtig abzeichnet, dass die Künste dynamische Netzwerk-Konnektivitäten aktivieren, die letztlich für den therapeutischen Outcome verantwortlich sind.

                Künste auf gesundheitsförderndem und therapeutischem Terrain sollen allerdings nicht bloß funktional verstanden werden. Vierzig Jahre künstlerische Therapien im Sinne von Karl Hörmann haben die Unersetzbarkeit des ästhetischen und schöpferischen Moments deutlich gemacht und gleichzeitig die Notwendigkeit von psychologischer und medizinischer Forschung hervorgehoben: die Künste stellen die Intervention, die Wissenschaften liefern Erkenntnisse über künstlerisch-therapeutische Mechanismen.

                Während der Vortrag Forschungen zu gesundheitsfördernden und therapeutischen Funktionen der Künste im Alter sowie bei alterstypischen Erkrankungen diskutiert, werden im Workshop einzelne Techniken vorgestellt und in Form von Selbsterfahrung erprobt.

                Wolfgang Mastnak ist Professor für künstlerische Therapien am Changzhi Medical College (Volksrepublik China) und wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Kultur, Künste und Medien (长治医学院 人文艺术传媒系) sowie Inhaber des Lehrstuhls für Musikpädagogik (Schulmusik) an der Hochschule für Musik und Theater München. Seine Seminare im Bereich Lehramt umfassen Musikdidaktik, Wissenschaftstheorie, Musik und Gesundheitspädagogik, Neuro-Musikpädagogik und transkulturelle Musikpädagogik. Im Doktoratsstudium betreut er vor allem Studien zur Integration von Musikpädagogik und Musiktherapie. Im Bayerischen Hochschulzentrum für China (BayCHINA) und im Bayerischen Hochschulzentrum für Mittel-, Ost- und Südosteuropa (BAYHOST) ist er der für die Musik- und Kunsthochschulen zuständige Direktor. Er hat Doktorate in Musikpädagogik & Psychologie, Medizinwissenschaften, Sportwissenschaften und Mathematik und ist Psychotherapeut und Mototherapeut. Wolfgang Mastnak ist Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste sowie der New York Academy of Sciences. Seine interdisziplinären Forschungen wurden international vielfach ausgezeichnet.
            • Dr. Enrico Otto am 21. April 2024: „Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.

              Um für Theaterinteressierte einen sinnvollen Einstieg in eine praktische Theaterarbeit zu gestalten, braucht der Interessent in einem Workshop die Kenntnis von sich selbst als potentiellen Darsteller. Über das Rollenstudium mit szenischer Arbeit an einem selbst ausgesuchten Text (10 Zeilen aus einem Theatertext) lassen sich unter Anleitung vielfältige Varianten des szenischen Ausdrucks erproben.

              In einem zweiten Schritt soll aufgrund der Erfahrung mit sich selbst als Darsteller ein szenischer Bezug zu anderen Mit-Darstellern erprobt werden. So gelangt man in einfacher Form zu einer grundlegenden Ensemblearbeit.

              Ein möglicher dritter Schritt wäre dann die szenische Erarbeitung einer ganzen Szene.

              Der Artikel von Dr. Otto „Theater als Kommunikationsmodell“, erschienen in der MTK-Ausgabe 2023-1, S. 39-100, wird zur vorherigen Lektüre empfohlen. Sein für die folgende MTK-Ausgabe vorgesehener Beitrag “Die Funktionalität des Rollenstudiums im nicht-professionellem Theaterbereich” wird denjenigen zugeschickt, die sich zu seinem Workshop angemeldet haben.

              Die Interessenten können sich jetzt schon auf den Workshop vorbereiten:

              Bei nicht-profesionellen Inszenierungen taucht immer die Frage nach der richtigen Besetzung der textbezogenen Rollen auf. Diese Frage lässt sich oft bei nicht ausgebildeten Spielleitern kaum richtig beantworten. Vielmehr ist die Frage der Besetzung einem wie auch immer geartetem Gefühl des Spielleiters überlassen. Daher entstehen oft Fehlbesetzungen, die sich im Laufe der Proben heraus-stellen und oft auch zu einem Abbruch der Inszenierungsarbeit führen. Das Rollenstudium ist in solchen Fällen, vor der eigentlichen Inszenie- rungsarbeit durchgeführt, eine wichtige Möglichkeit, den o.g. Vorgang zu umgehen. Da darüber hinaus Rollenstudium eine wichtige Form der Klärung der Darsteller-Persönlichkeit darstellt, zeigt sich anhand des entsprechenden Ergebnisses, wie die Bandbreite der Darstellung aussieht, nachdem festgehalten wurde, ob anhand der Körperhaltung, der Bewegung, der Gestil und Mimik, der Sprache und des Outfits der Darsteller für eine entsprechende Rolle geeignet ist.

              Rollenstudium braucht das eingehende Studium verschiedener Rollenstrukturen durch den angehenden Darsteller selbst, indem er aus unterschied-lichen Stücken d i e Rolle über vielleicht maximalen 10 Zeilen aussucht und zum Rollenstudium mitbringt, um daran zu arbeiten.

              Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann am 20. April 2024: „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.

              Im Alter kommt man nicht umhin, an sein irdisches Ende zu denken. Gerne erinnert man sich an Lieder aus der Kinder- und Jugendzeit und an jene aus dem Erlernen eines Instruments vertraute Musik. Im Gegensatz zu früheren Lebensjahren kann man im Alter mit den schnell wechselnden Popmusikcharts nichts mehr anfangen. Vielmehr befasst man sich mit der zeitlosen klassischen Musik und insbesondere mit solcher, die die eigene Lebenssituation anspricht.

              Zu dem Gemälde von Arnold Böckling, das der Diplom-Psychologe Prof. Dr. Georg Franzen (www.kunstpsychologie.de) aus kunstpsychologischer Sicht beleuchtet, gibt es mindestens 29 Vertonungen und damit mehr als zu jedem anderen Bild. Anhand ausgewählter musikalischer Stimmungsbilder soll analysiert werden, was sie dem dafür aufgeschlossenen alten Menschen sagen und wie sie seine multimodale Interaktion beeinflussen können. Hierzu wird ein Film gezeigt und werden Anregungen gegen die üblichen vermeintlich nützlichen Strategien des Singens im Alter gegeben. Damit sich aber im fortgeschrittenen Alter die viel beschworene und erfahrbare Heilkraft von Musik beim Musikhören, Singen und Musizieren entfalten kann, sind trotz aller und gerade bei Gebrechen Voraussetzungen zu beachten, die dem an Erfahrung reichen homo ludens nicht nur ein wohltuendes musikalisches Erleben, sondern jederzeit mit geringem Aufwand ein gehöriges Quantum an flow ermöglichen können.

              • Dr. Arnold M. Raem am 20. April 2024: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”

                Dr. Arnold M. Raem ist Gründer der arrows biomedical Deutschland GmbH mit Sitz im Centrum für Nanotechnologie „CeNTech“ der Universität Münster. Die arrows biomedical Deutschland GmbH ist ein Servicelabor mit den Schwerpunkten im Bereich der molekularen Biomedizin / Onkologie. Dr. Arnold M. Raem hat zahlreiche, excellent bewertete Bücher herausgegeben, darunter das Handbuch für Geriatrie. Lehrbuch für Praxis und Klinik. (2005). Düsseldorf: Deutsche Krankhaus Verlagsgesellschaft, mit einem Kapitel Künstlerische Therapien in der Geriatrie, S. 859-869.    
                             
              • Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke am 20. April 2024: “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                 
                In diesem Workshop soll das Thema der “Bewegung” in seiner Bedeutung für eine zunehmend älter werdende Gesellschaft im Vordergrund symbolischer Durcharbeitung stehen. Der kreative Umgang mit Bewegung und Stillstand ist für viele ältere Patient:innen elementar. Im therapeutischen Setting nimmt die Anzahl derer, die auch ab 60 Jahren “Stärkungswünsche” für sich hegen, stetig zu. Gerade Frauen stehen aus unterschiedlichen Lebenslagen, wie nach einer Scheidung, dem Auszug der Kinder, Sich-Kümmern um einen pflegebedürftigen Angehörigen oder Tod des Partners sowie aus weiteren Gründen vor neuen Herausforderungen.    
                    
                Anhand verschiedener Fallvignetten werden wir uns anschauen, welchen Schwierigkeiten ausgewählte Patientinnen während ihrer Lebensspanne ausgesetzt waren, welche individuums-spezifischen Ressourcen und Bedürfnisse vorhanden sind, um die alltäglichen Belastungen als zu meisternde Herausforderungen sehen und nutzen zu können. Fortbewegung und Stillstand sind immer wieder höchst interessante Aspekte in der therapeutischen Durcharbeitung. Äußere und innere Lebensbedingungen können im Zusammenwirken förderliche oder hinderliche Wirkungen entfalten, welchen wir mit der symbolischen Umsetzung des “Sich-Bewegens” und „Schreiten-Lassens“ analysierend nachspüren wollen, die für weitere Entwicklungsprozesse zielführend sind. Es wäre wünschenswert, wenn die Teilnehmenden des Workshops eigene Abbildungen zur kreativen Erfassung von Bewegung (und Stillstand) mitbringen würden.

                Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke, Leibniz-Universität Hannover Hannover, ist Psychologische Psychotherapeutin in Eigener Praxis.

              • Dr. Laura Bettag am 20.04.2023: Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren

                In der Kultur des Flamencos kennen wir zahlreiche Beispiele einer lebenslangen Beschäftigung mit dem Flamencotanz. Es wird nicht als ungewöhnlich empfunden, wenn ältere Tänzerinnen im professionellen Rahmen vor Publikum auftreten und Erfolge feiern. La Chana (geb. 1946) trat im Alter von 75 Jahren von der Bühne ab, wobei sie ihr Programm im Sitzen bewältigte. Tanz kann als Überlebenselixier wirken, wie sie in ihrer Autobiografie „La Chana. Bailaora“ dokumentiert hat. Die qualitative Studie untersucht zunächst solche autobiografische Quellen auf Beschreibungen insbesondere tanztherapeutischer Effekte, die einer langjährigen Karriere bis ins höhere Alter förderlich waren. Häufig unterrichten professionelle Flamencotänzerinnen auch solange es möglich ist. Sie geben dabei neben tänzerischem Wissen allgemeine Überzeugungen und individuelle Einstellungen weiter. Die qualitative Studie will erkunden, welche physisch und psychisch als unterstützend erlebten mentalen Vorstellungen sowie deren tänzerische Umsetzungen von über 60-jährigen Schülerinnen ausgewählter Flamenco-Schulen in Deutschland wahrgenommen und beschrieben werden können.

                Der Forschungsprozess wird sich im Wesentlichen auf Interviews von Experteninnen aus dem Bereich des Flamencos und die Auswertung von entsprechend entwickelten Fragebögen stützen. Über die charakteristische Stilistik des Flamencos  hinaus spielt bei deren Gestaltung eine Rolle, ob kulturanthropologische Aspekte und eine „künstlerisch akzentuierte Gesundheitsphilosophie“ (Mastnak, 2022) gerade im höheren Alter in das eigene Tanzen einfließen oder nicht.

                Der Beitrag versucht schließlich aus den Ergebnissen der Studie, weiterführende Anregungen zum systematischen Aufbau einer internationalisierten „Flamenco-Therapie“ abzuleiten.

                Dr. Laura Bettag, MA, ist als Kulturmanagerin am Nationaltheater Mannheim und freiberuflich als dipl. Tanztherapeutin sowie im Betrieblichen Gesundheitsmanagement tätig. Sie beforscht derzeit insbesondere die therapeutischen Ressourcen des Tanzunterrichts im stilübergreifenden Vergleich.

              Lothar Schön ist Musiktherapeut in 95473 Creußen.

              • Teilnahmegebühr
                • 50 € für Mitglieder
                • 80 € für Nichtmitglieder
                • 30 € für Studierende

                • Anmeldung: bkt@muenster.org

                • Teilnahmegebühr
                  • 50 € für Mitglieder
                  • 80 € für Nichtmitglieder
                  • 30 € für Studierende

              Anmeldung: bkt@muenster.org

          • Teilnahmegebühr
            • 50 € für Mitglieder
            • 80 € für Nichtmitglieder
            • 30 € für Studierende

          • Anmeldung: bkt@muenster.org

            • Sa 10:00-13.00 Uhr: 3 Vorträge mit Diskussion:
              • 10:00-11.00 Uhr: Dr. Katja Watermann „Alt. Intelligenzgemindert. Vergessen. Kunst und Therapie im Maßregelvollzug.”
              • 11:00-12:00 Uhr: Dr. Arnold M. Raem: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”
              • 12:00-13:00 Uhr: Dr. Laura Bettag „Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren.”
            • Sa 14-16 Uhr: 3 Workshops mit Diskussion:
              • 14.00-15.30 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Georg Franzen „Böcklins ‚Toteninsel‘“.
              • 15:45-17:00 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.
              • 17:15-19.00 Uhr: Dr. Yolanda Bertolaso „Rezeptive Künstlerische Tanztherapie mit stark bewegungseingeschränkten und teilweise dementen Senioren.”
            • So 10.00-16:00 Uhr: 1 Vortrag und 3 Workshops mit Diskussion:
              • 10:00-11:30 Uhr: Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak „Künstlerische Therapien im Alter.
              • 11.45-13.00 Uhr: Prof. Dr. Marion Tacke “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
              • 14.00-16:00 Uhr: Dr. Enrico Otto Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.“
              • Poster von Lothar Schön: “Digitalisierung der Musiktherapie”

                Ein wichtiger Ansatz für die geplante digitalisierte Musiktherapie ist die soziale Teilhabe von Menschen, die aufgrund gesundheitlicher Beeinträchtigungen benachteiligt sind.

                Gleichzeitig wird all denen, die über keine instrumentalen Vorkenntnisse verfügen, eine Plattform geboten, die einen intuitiven Zugang zum Musizieren ermöglicht.

                Stellen Sie sich bitte eine Partitur vor, die zwar Melodienverlauf skizziert, aber vom ausführenden Musiker keine Tonhöhenauswahl verlangt. Das macht den musikalischen Prozess einfacher und entlastet unsere Kandidaten.

                Die Aufmerksamkeit kann also auf den Rhythmus konzentriert werden.

                In erster Linie denke ich an Schlaganfall- und Parkinsonpatienten.

                Für psychosomatische Fallbeispiele bieten sich nochmal ganz neuartige erweiterte Musizierzugänge.

                Die erleichterte Interaktion für Menschen mit unterschiedlicher musikalischer Vorbildung bildet eine ganz wesentliche Grundlage.

                Vorliegende Zusammenfassungen – weitere folgen:

                • Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak am 21. April 2024: „Künstlerische Therapien im Alter.
                  In einer Gesellschaft mit immer höheren Lebenserwartungen spielen Gesundheitsförderung und Gesundheitserhaltung eine zentrale Rolle. Dies wird auch seitens der Weltgesundheitsorganisation WHO mit Hinweis auf die UN-Deklaration zum gesunden Altern United Nations Decade of Healthy Ageing 2021–2030 hervorgehoben. Der Terminus „healthy aging“ muss hier allerdings differenziert verstanden werden und reicht von einer ganzheitlichen Gesunderhaltung im Rahmen natürlicher Alterungsprozesse über spezifische Prävention, etwa von Depression bei Herzinsuffizienz, bis zu spiritueller Gesundheit in der Palliativmedizin.

                  Die repräsentativen gerontagogischen Gesundheitsaktivitäten an der Musikhochschule in Posen (Akademia Muzyczna im. Ignacego Jana Paderewskiego w Poznaniu) beruhen auf musikalisch-tänzerischen Gruppenaktivitäten und werden zur Zeit länderübergreifend und interdisziplinär beforscht. Während es hier ganzheitlich um psychophysische Gesundheit und soziokulturelle Inklusion geht, stehen bei anderen Aktivitäten spezifische Gesundheitsaspekte im Zentrum. So finden etwa im Österreichischen Herzverband Landesverband Burgenland Musik und Tanz zur Förderung und Rehabilitation kardiovaskulärer und kardiorespiratorischer Gesundheit im Alter Einsatz.

                  Künstlerische Therapien sind vielerorts aus dem geriatrischen, insbesondere auch dem neurogeriatrischen Bereich, nicht mehr wegzudenken. So wird etwa an der Universitätsklinik Pitié-Salpêtrière in Paris seit Jahren Parkidanse, eine hoch spezifische tanztherapeutische Technik zur Milderung von Parkinsonsymptomatik, eingesetzt. Gegenwärtige Studien deuten darauf hin, dass es dabei zu Synchronisationen zwischen musikalischen und motorischen Rhythmusprozessoren im Gehirn kommt, welche die parkinsontypische Basalgangliendegeneration teils zu kompensieren vermögen.

                  Am Forschungszentrum für künstlerische Therapien der Changzhi Medical School in China – einer Einrichtung, die vermutlich in den nächsten Jahren im Bereich physiologischer, neurowissenschaftlicher und interdisziplinären Forschung zu künstlerischen Therapien in Klinik und Public Health eine führende Position einnehmen dürfte – werden Musik-Tanz-Prozesse zur Rehabilitation bei Demenz untersucht, wobei sich gegenwärtig abzeichnet, dass die Künste dynamische Netzwerk-Konnektivitäten aktivieren, die letztlich für den therapeutischen Outcome verantwortlich sind.

                  Künste auf gesundheitsförderndem und therapeutischem Terrain sollen allerdings nicht bloß funktional verstanden werden. Vierzig Jahre künstlerische Therapien im Sinne von Karl Hörmann haben die Unersetzbarkeit des ästhetischen und schöpferischen Moments deutlich gemacht und gleichzeitig die Notwendigkeit von psychologischer und medizinischer Forschung hervorgehoben: die Künste stellen die Intervention, die Wissenschaften liefern Erkenntnisse über künstlerisch-therapeutische Mechanismen.

                  Während der Vortrag Forschungen zu gesundheitsfördernden und therapeutischen Funktionen der Künste im Alter sowie bei alterstypischen Erkrankungen diskutiert, werden im Workshop einzelne Techniken vorgestellt und in Form von Selbsterfahrung erprobt.

                  Wolfgang Mastnak ist Professor für künstlerische Therapien am Changzhi Medical College (Volksrepublik China) und wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Kultur, Künste und Medien (长治医学院 人文艺术传媒系) sowie Inhaber des Lehrstuhls für Musikpädagogik (Schulmusik) an der Hochschule für Musik und Theater München. Seine Seminare im Bereich Lehramt umfassen Musikdidaktik, Wissenschaftstheorie, Musik und Gesundheitspädagogik, Neuro-Musikpädagogik und transkulturelle Musikpädagogik. Im Doktoratsstudium betreut er vor allem Studien zur Integration von Musikpädagogik und Musiktherapie. Im Bayerischen Hochschulzentrum für China (BayCHINA) und im Bayerischen Hochschulzentrum für Mittel-, Ost- und Südosteuropa (BAYHOST) ist er der für die Musik- und Kunsthochschulen zuständige Direktor. Er hat Doktorate in Musikpädagogik & Psychologie, Medizinwissenschaften, Sportwissenschaften und Mathematik und ist Psychotherapeut und Mototherapeut. Wolfgang Mastnak ist Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste sowie der New York Academy of Sciences. Seine interdisziplinären Forschungen wurden international vielfach ausgezeichnet.
              • Dr. Enrico Otto am 21. April 2024: „Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.

                Um für Theaterinteressierte einen sinnvollen Einstieg in eine praktische Theaterarbeit zu gestalten, braucht der Interessent in einem Workshop die Kenntnis von sich selbst als potentiellen Darsteller. Über das Rollenstudium mit szenischer Arbeit an einem selbst ausgesuchten Text (10 Zeilen aus einem Theatertext) lassen sich unter Anleitung vielfältige Varianten des szenischen Ausdrucks erproben.

                In einem zweiten Schritt soll aufgrund der Erfahrung mit sich selbst als Darsteller ein szenischer Bezug zu anderen Mit-Darstellern erprobt werden. So gelangt man in einfacher Form zu einer grundlegenden Ensemblearbeit.

                Ein möglicher dritter Schritt wäre dann die szenische Erarbeitung einer ganzen Szene.

                Der Artikel von Dr. Otto „Theater als Kommunikationsmodell“, erschienen in der MTK-Ausgabe 2023-1, S. 39-100, wird zur vorherigen Lektüre empfohlen. Sein für die folgende MTK-Ausgabe vorgesehener Beitrag “Die Funktionalität des Rollenstudiums im nicht-professionellem Theaterbereich” wird denjenigen zugeschickt, die sich zu seinem Workshop angemeldet haben.

                Die Interessenten können sich jetzt schon auf den Workshop vorbereiten:

                Bei nicht-profesionellen Inszenierungen taucht immer die Frage nach der richtigen Besetzung der textbezogenen Rollen auf. Diese Frage lässt sich oft bei nicht ausgebildeten Spielleitern kaum richtig beantworten. Vielmehr ist die Frage der Besetzung einem wie auch immer geartetem Gefühl des Spielleiters überlassen. Daher entstehen oft Fehlbesetzungen, die sich im Laufe der Proben heraus-stellen und oft auch zu einem Abbruch der Inszenierungsarbeit führen. Das Rollenstudium ist in solchen Fällen, vor der eigentlichen Inszenie- rungsarbeit durchgeführt, eine wichtige Möglichkeit, den o.g. Vorgang zu umgehen. Da darüber hinaus Rollenstudium eine wichtige Form der Klärung der Darsteller-Persönlichkeit darstellt, zeigt sich anhand des entsprechenden Ergebnisses, wie die Bandbreite der Darstellung aussieht, nachdem festgehalten wurde, ob anhand der Körperhaltung, der Bewegung, der Gestil und Mimik, der Sprache und des Outfits der Darsteller für eine entsprechende Rolle geeignet ist.

                Rollenstudium braucht das eingehende Studium verschiedener Rollenstrukturen durch den angehenden Darsteller selbst, indem er aus unterschied-lichen Stücken d i e Rolle über vielleicht maximalen 10 Zeilen aussucht und zum Rollenstudium mitbringt, um daran zu arbeiten.

                Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann am 20. April 2024: „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.

                Im Alter kommt man nicht umhin, an sein irdisches Ende zu denken. Gerne erinnert man sich an Lieder aus der Kinder- und Jugendzeit und an jene aus dem Erlernen eines Instruments vertraute Musik. Im Gegensatz zu früheren Lebensjahren kann man im Alter mit den schnell wechselnden Popmusikcharts nichts mehr anfangen. Vielmehr befasst man sich mit der zeitlosen klassischen Musik und insbesondere mit solcher, die die eigene Lebenssituation anspricht.

                Zu dem Gemälde von Arnold Böckling, das der Diplom-Psychologe Prof. Dr. Georg Franzen (www.kunstpsychologie.de) aus kunstpsychologischer Sicht beleuchtet, gibt es mindestens 29 Vertonungen und damit mehr als zu jedem anderen Bild. Anhand ausgewählter musikalischer Stimmungsbilder soll analysiert werden, was sie dem dafür aufgeschlossenen alten Menschen sagen und wie sie seine multimodale Interaktion beeinflussen können. Hierzu wird ein Film gezeigt und werden Anregungen gegen die üblichen vermeintlich nützlichen Strategien des Singens im Alter gegeben. Damit sich aber im fortgeschrittenen Alter die viel beschworene und erfahrbare Heilkraft von Musik beim Musikhören, Singen und Musizieren entfalten kann, sind trotz aller und gerade bei Gebrechen Voraussetzungen zu beachten, die dem an Erfahrung reichen homo ludens nicht nur ein wohltuendes musikalisches Erleben, sondern jederzeit mit geringem Aufwand ein gehöriges Quantum an flow ermöglichen können.

                • Dr. Arnold M. Raem am 20. April 2024: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”

                  Dr. Arnold M. Raem ist Gründer der arrows biomedical Deutschland GmbH mit Sitz im Centrum für Nanotechnologie „CeNTech“ der Universität Münster. Die arrows biomedical Deutschland GmbH ist ein Servicelabor mit den Schwerpunkten im Bereich der molekularen Biomedizin / Onkologie. Dr. Arnold M. Raem hat zahlreiche, excellent bewertete Bücher herausgegeben, darunter das Handbuch für Geriatrie. Lehrbuch für Praxis und Klinik. (2005). Düsseldorf: Deutsche Krankhaus Verlagsgesellschaft, mit einem Kapitel Künstlerische Therapien in der Geriatrie, S. 859-869.    
                               
                • Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke am 20. April 2024: “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                   
                  In diesem Workshop soll das Thema der “Bewegung” in seiner Bedeutung für eine zunehmend älter werdende Gesellschaft im Vordergrund symbolischer Durcharbeitung stehen. Der kreative Umgang mit Bewegung und Stillstand ist für viele ältere Patient:innen elementar. Im therapeutischen Setting nimmt die Anzahl derer, die auch ab 60 Jahren “Stärkungswünsche” für sich hegen, stetig zu. Gerade Frauen stehen aus unterschiedlichen Lebenslagen, wie nach einer Scheidung, dem Auszug der Kinder, Sich-Kümmern um einen pflegebedürftigen Angehörigen oder Tod des Partners sowie aus weiteren Gründen vor neuen Herausforderungen.    
                      
                  Anhand verschiedener Fallvignetten werden wir uns anschauen, welchen Schwierigkeiten ausgewählte Patientinnen während ihrer Lebensspanne ausgesetzt waren, welche individuums-spezifischen Ressourcen und Bedürfnisse vorhanden sind, um die alltäglichen Belastungen als zu meisternde Herausforderungen sehen und nutzen zu können. Fortbewegung und Stillstand sind immer wieder höchst interessante Aspekte in der therapeutischen Durcharbeitung. Äußere und innere Lebensbedingungen können im Zusammenwirken förderliche oder hinderliche Wirkungen entfalten, welchen wir mit der symbolischen Umsetzung des “Sich-Bewegens” und „Schreiten-Lassens“ analysierend nachspüren wollen, die für weitere Entwicklungsprozesse zielführend sind. Es wäre wünschenswert, wenn die Teilnehmenden des Workshops eigene Abbildungen zur kreativen Erfassung von Bewegung (und Stillstand) mitbringen würden.

                  Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke, Leibniz-Universität Hannover Hannover, ist Psychologische Psychotherapeutin in Eigener Praxis.

                • Dr. Laura Bettag am 20.04.2023: Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren

                  In der Kultur des Flamencos kennen wir zahlreiche Beispiele einer lebenslangen Beschäftigung mit dem Flamencotanz. Es wird nicht als ungewöhnlich empfunden, wenn ältere Tänzerinnen im professionellen Rahmen vor Publikum auftreten und Erfolge feiern. La Chana (geb. 1946) trat im Alter von 75 Jahren von der Bühne ab, wobei sie ihr Programm im Sitzen bewältigte. Tanz kann als Überlebenselixier wirken, wie sie in ihrer Autobiografie „La Chana. Bailaora“ dokumentiert hat. Die qualitative Studie untersucht zunächst solche autobiografische Quellen auf Beschreibungen insbesondere tanztherapeutischer Effekte, die einer langjährigen Karriere bis ins höhere Alter förderlich waren. Häufig unterrichten professionelle Flamencotänzerinnen auch solange es möglich ist. Sie geben dabei neben tänzerischem Wissen allgemeine Überzeugungen und individuelle Einstellungen weiter. Die qualitative Studie will erkunden, welche physisch und psychisch als unterstützend erlebten mentalen Vorstellungen sowie deren tänzerische Umsetzungen von über 60-jährigen Schülerinnen ausgewählter Flamenco-Schulen in Deutschland wahrgenommen und beschrieben werden können.

                  Der Forschungsprozess wird sich im Wesentlichen auf Interviews von Experteninnen aus dem Bereich des Flamencos und die Auswertung von entsprechend entwickelten Fragebögen stützen. Über die charakteristische Stilistik des Flamencos  hinaus spielt bei deren Gestaltung eine Rolle, ob kulturanthropologische Aspekte und eine „künstlerisch akzentuierte Gesundheitsphilosophie“ (Mastnak, 2022) gerade im höheren Alter in das eigene Tanzen einfließen oder nicht.

                  Der Beitrag versucht schließlich aus den Ergebnissen der Studie, weiterführende Anregungen zum systematischen Aufbau einer internationalisierten „Flamenco-Therapie“ abzuleiten.

                  Dr. Laura Bettag, MA, ist als Kulturmanagerin am Nationaltheater Mannheim und freiberuflich als dipl. Tanztherapeutin sowie im Betrieblichen Gesundheitsmanagement tätig. Sie beforscht derzeit insbesondere die therapeutischen Ressourcen des Tanzunterrichts im stilübergreifenden Vergleich.

                Lothar Schön ist Musiktherapeut in 95473 Creußen.

                • Teilnahmegebühr
                  • 50 € für Mitglieder
                  • 80 € für Nichtmitglieder
                  • 30 € für Studierende

                  • Anmeldung: bkt@muenster.org

                  • Teilnahmegebühr
                    • 50 € für Mitglieder
                    • 80 € für Nichtmitglieder
                    • 30 € für Studierende

                Anmeldung: bkt@muenster.org

              Anmeldung: bkt@muenster.org

                • Teilnahmegebühr
                  • 50 € für Mitglieder
                  • 80 € für Nichtmitglieder
                  • 30 € für Studierende

              Anmeldung: bkt@muenster.org

              • Sa 10:00-13.00 Uhr: 3 Vorträge mit Diskussion:
                • 10:00-11.00 Uhr: Dr. Katja Watermann „Alt. Intelligenzgemindert. Vergessen. Kunst und Therapie im Maßregelvollzug.”
                • 11:00-12:00 Uhr: Dr. Arnold M. Raem: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”
                • 12:00-13:00 Uhr: Dr. Laura Bettag „Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren.”
              • Sa 14-16 Uhr: 3 Workshops mit Diskussion:
                • 14.00-15.30 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Georg Franzen „Böcklins ‚Toteninsel‘“.
                • 15:45-17:00 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.
                • 17:15-19.00 Uhr: Dr. Yolanda Bertolaso „Rezeptive Künstlerische Tanztherapie mit stark bewegungseingeschränkten und teilweise dementen Senioren.”
              • So 10.00-16:00 Uhr: 1 Vortrag und 3 Workshops mit Diskussion:
                • 10:00-11:30 Uhr: Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak „Künstlerische Therapien im Alter.
                • 11.45-13.00 Uhr: Prof. Dr. Marion Tacke “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                • 14.00-16:00 Uhr: Dr. Enrico Otto Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.“
                • Poster von Lothar Schön: “Digitalisierung der Musiktherapie”

                  Ein wichtiger Ansatz für die geplante digitalisierte Musiktherapie ist die soziale Teilhabe von Menschen, die aufgrund gesundheitlicher Beeinträchtigungen benachteiligt sind.

                  Gleichzeitig wird all denen, die über keine instrumentalen Vorkenntnisse verfügen, eine Plattform geboten, die einen intuitiven Zugang zum Musizieren ermöglicht.

                  Stellen Sie sich bitte eine Partitur vor, die zwar Melodienverlauf skizziert, aber vom ausführenden Musiker keine Tonhöhenauswahl verlangt. Das macht den musikalischen Prozess einfacher und entlastet unsere Kandidaten.

                  Die Aufmerksamkeit kann also auf den Rhythmus konzentriert werden.

                  In erster Linie denke ich an Schlaganfall- und Parkinsonpatienten.

                  Für psychosomatische Fallbeispiele bieten sich nochmal ganz neuartige erweiterte Musizierzugänge.

                  Die erleichterte Interaktion für Menschen mit unterschiedlicher musikalischer Vorbildung bildet eine ganz wesentliche Grundlage.

                  Vorliegende Zusammenfassungen – weitere folgen:

                  • Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak am 21. April 2024: „Künstlerische Therapien im Alter.
                    In einer Gesellschaft mit immer höheren Lebenserwartungen spielen Gesundheitsförderung und Gesundheitserhaltung eine zentrale Rolle. Dies wird auch seitens der Weltgesundheitsorganisation WHO mit Hinweis auf die UN-Deklaration zum gesunden Altern United Nations Decade of Healthy Ageing 2021–2030 hervorgehoben. Der Terminus „healthy aging“ muss hier allerdings differenziert verstanden werden und reicht von einer ganzheitlichen Gesunderhaltung im Rahmen natürlicher Alterungsprozesse über spezifische Prävention, etwa von Depression bei Herzinsuffizienz, bis zu spiritueller Gesundheit in der Palliativmedizin.

                    Die repräsentativen gerontagogischen Gesundheitsaktivitäten an der Musikhochschule in Posen (Akademia Muzyczna im. Ignacego Jana Paderewskiego w Poznaniu) beruhen auf musikalisch-tänzerischen Gruppenaktivitäten und werden zur Zeit länderübergreifend und interdisziplinär beforscht. Während es hier ganzheitlich um psychophysische Gesundheit und soziokulturelle Inklusion geht, stehen bei anderen Aktivitäten spezifische Gesundheitsaspekte im Zentrum. So finden etwa im Österreichischen Herzverband Landesverband Burgenland Musik und Tanz zur Förderung und Rehabilitation kardiovaskulärer und kardiorespiratorischer Gesundheit im Alter Einsatz.

                    Künstlerische Therapien sind vielerorts aus dem geriatrischen, insbesondere auch dem neurogeriatrischen Bereich, nicht mehr wegzudenken. So wird etwa an der Universitätsklinik Pitié-Salpêtrière in Paris seit Jahren Parkidanse, eine hoch spezifische tanztherapeutische Technik zur Milderung von Parkinsonsymptomatik, eingesetzt. Gegenwärtige Studien deuten darauf hin, dass es dabei zu Synchronisationen zwischen musikalischen und motorischen Rhythmusprozessoren im Gehirn kommt, welche die parkinsontypische Basalgangliendegeneration teils zu kompensieren vermögen.

                    Am Forschungszentrum für künstlerische Therapien der Changzhi Medical School in China – einer Einrichtung, die vermutlich in den nächsten Jahren im Bereich physiologischer, neurowissenschaftlicher und interdisziplinären Forschung zu künstlerischen Therapien in Klinik und Public Health eine führende Position einnehmen dürfte – werden Musik-Tanz-Prozesse zur Rehabilitation bei Demenz untersucht, wobei sich gegenwärtig abzeichnet, dass die Künste dynamische Netzwerk-Konnektivitäten aktivieren, die letztlich für den therapeutischen Outcome verantwortlich sind.

                    Künste auf gesundheitsförderndem und therapeutischem Terrain sollen allerdings nicht bloß funktional verstanden werden. Vierzig Jahre künstlerische Therapien im Sinne von Karl Hörmann haben die Unersetzbarkeit des ästhetischen und schöpferischen Moments deutlich gemacht und gleichzeitig die Notwendigkeit von psychologischer und medizinischer Forschung hervorgehoben: die Künste stellen die Intervention, die Wissenschaften liefern Erkenntnisse über künstlerisch-therapeutische Mechanismen.

                    Während der Vortrag Forschungen zu gesundheitsfördernden und therapeutischen Funktionen der Künste im Alter sowie bei alterstypischen Erkrankungen diskutiert, werden im Workshop einzelne Techniken vorgestellt und in Form von Selbsterfahrung erprobt.

                    Wolfgang Mastnak ist Professor für künstlerische Therapien am Changzhi Medical College (Volksrepublik China) und wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Kultur, Künste und Medien (长治医学院 人文艺术传媒系) sowie Inhaber des Lehrstuhls für Musikpädagogik (Schulmusik) an der Hochschule für Musik und Theater München. Seine Seminare im Bereich Lehramt umfassen Musikdidaktik, Wissenschaftstheorie, Musik und Gesundheitspädagogik, Neuro-Musikpädagogik und transkulturelle Musikpädagogik. Im Doktoratsstudium betreut er vor allem Studien zur Integration von Musikpädagogik und Musiktherapie. Im Bayerischen Hochschulzentrum für China (BayCHINA) und im Bayerischen Hochschulzentrum für Mittel-, Ost- und Südosteuropa (BAYHOST) ist er der für die Musik- und Kunsthochschulen zuständige Direktor. Er hat Doktorate in Musikpädagogik & Psychologie, Medizinwissenschaften, Sportwissenschaften und Mathematik und ist Psychotherapeut und Mototherapeut. Wolfgang Mastnak ist Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste sowie der New York Academy of Sciences. Seine interdisziplinären Forschungen wurden international vielfach ausgezeichnet.
                • Dr. Enrico Otto am 21. April 2024: „Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.

                  Um für Theaterinteressierte einen sinnvollen Einstieg in eine praktische Theaterarbeit zu gestalten, braucht der Interessent in einem Workshop die Kenntnis von sich selbst als potentiellen Darsteller. Über das Rollenstudium mit szenischer Arbeit an einem selbst ausgesuchten Text (10 Zeilen aus einem Theatertext) lassen sich unter Anleitung vielfältige Varianten des szenischen Ausdrucks erproben.

                  In einem zweiten Schritt soll aufgrund der Erfahrung mit sich selbst als Darsteller ein szenischer Bezug zu anderen Mit-Darstellern erprobt werden. So gelangt man in einfacher Form zu einer grundlegenden Ensemblearbeit.

                  Ein möglicher dritter Schritt wäre dann die szenische Erarbeitung einer ganzen Szene.

                  Der Artikel von Dr. Otto „Theater als Kommunikationsmodell“, erschienen in der MTK-Ausgabe 2023-1, S. 39-100, wird zur vorherigen Lektüre empfohlen. Sein für die folgende MTK-Ausgabe vorgesehener Beitrag “Die Funktionalität des Rollenstudiums im nicht-professionellem Theaterbereich” wird denjenigen zugeschickt, die sich zu seinem Workshop angemeldet haben.

                  Die Interessenten können sich jetzt schon auf den Workshop vorbereiten:

                  Bei nicht-profesionellen Inszenierungen taucht immer die Frage nach der richtigen Besetzung der textbezogenen Rollen auf. Diese Frage lässt sich oft bei nicht ausgebildeten Spielleitern kaum richtig beantworten. Vielmehr ist die Frage der Besetzung einem wie auch immer geartetem Gefühl des Spielleiters überlassen. Daher entstehen oft Fehlbesetzungen, die sich im Laufe der Proben heraus-stellen und oft auch zu einem Abbruch der Inszenierungsarbeit führen. Das Rollenstudium ist in solchen Fällen, vor der eigentlichen Inszenie- rungsarbeit durchgeführt, eine wichtige Möglichkeit, den o.g. Vorgang zu umgehen. Da darüber hinaus Rollenstudium eine wichtige Form der Klärung der Darsteller-Persönlichkeit darstellt, zeigt sich anhand des entsprechenden Ergebnisses, wie die Bandbreite der Darstellung aussieht, nachdem festgehalten wurde, ob anhand der Körperhaltung, der Bewegung, der Gestil und Mimik, der Sprache und des Outfits der Darsteller für eine entsprechende Rolle geeignet ist.

                  Rollenstudium braucht das eingehende Studium verschiedener Rollenstrukturen durch den angehenden Darsteller selbst, indem er aus unterschied-lichen Stücken d i e Rolle über vielleicht maximalen 10 Zeilen aussucht und zum Rollenstudium mitbringt, um daran zu arbeiten.

                  Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann am 20. April 2024: „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.

                  Im Alter kommt man nicht umhin, an sein irdisches Ende zu denken. Gerne erinnert man sich an Lieder aus der Kinder- und Jugendzeit und an jene aus dem Erlernen eines Instruments vertraute Musik. Im Gegensatz zu früheren Lebensjahren kann man im Alter mit den schnell wechselnden Popmusikcharts nichts mehr anfangen. Vielmehr befasst man sich mit der zeitlosen klassischen Musik und insbesondere mit solcher, die die eigene Lebenssituation anspricht.

                  Zu dem Gemälde von Arnold Böckling, das der Diplom-Psychologe Prof. Dr. Georg Franzen (www.kunstpsychologie.de) aus kunstpsychologischer Sicht beleuchtet, gibt es mindestens 29 Vertonungen und damit mehr als zu jedem anderen Bild. Anhand ausgewählter musikalischer Stimmungsbilder soll analysiert werden, was sie dem dafür aufgeschlossenen alten Menschen sagen und wie sie seine multimodale Interaktion beeinflussen können. Hierzu wird ein Film gezeigt und werden Anregungen gegen die üblichen vermeintlich nützlichen Strategien des Singens im Alter gegeben. Damit sich aber im fortgeschrittenen Alter die viel beschworene und erfahrbare Heilkraft von Musik beim Musikhören, Singen und Musizieren entfalten kann, sind trotz aller und gerade bei Gebrechen Voraussetzungen zu beachten, die dem an Erfahrung reichen homo ludens nicht nur ein wohltuendes musikalisches Erleben, sondern jederzeit mit geringem Aufwand ein gehöriges Quantum an flow ermöglichen können.

                  • Dr. Arnold M. Raem am 20. April 2024: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”

                    Dr. Arnold M. Raem ist Gründer der arrows biomedical Deutschland GmbH mit Sitz im Centrum für Nanotechnologie „CeNTech“ der Universität Münster. Die arrows biomedical Deutschland GmbH ist ein Servicelabor mit den Schwerpunkten im Bereich der molekularen Biomedizin / Onkologie. Dr. Arnold M. Raem hat zahlreiche, excellent bewertete Bücher herausgegeben, darunter das Handbuch für Geriatrie. Lehrbuch für Praxis und Klinik. (2005). Düsseldorf: Deutsche Krankhaus Verlagsgesellschaft, mit einem Kapitel Künstlerische Therapien in der Geriatrie, S. 859-869.    
                                 
                  • Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke am 20. April 2024: “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                     
                    In diesem Workshop soll das Thema der “Bewegung” in seiner Bedeutung für eine zunehmend älter werdende Gesellschaft im Vordergrund symbolischer Durcharbeitung stehen. Der kreative Umgang mit Bewegung und Stillstand ist für viele ältere Patient:innen elementar. Im therapeutischen Setting nimmt die Anzahl derer, die auch ab 60 Jahren “Stärkungswünsche” für sich hegen, stetig zu. Gerade Frauen stehen aus unterschiedlichen Lebenslagen, wie nach einer Scheidung, dem Auszug der Kinder, Sich-Kümmern um einen pflegebedürftigen Angehörigen oder Tod des Partners sowie aus weiteren Gründen vor neuen Herausforderungen.    
                        
                    Anhand verschiedener Fallvignetten werden wir uns anschauen, welchen Schwierigkeiten ausgewählte Patientinnen während ihrer Lebensspanne ausgesetzt waren, welche individuums-spezifischen Ressourcen und Bedürfnisse vorhanden sind, um die alltäglichen Belastungen als zu meisternde Herausforderungen sehen und nutzen zu können. Fortbewegung und Stillstand sind immer wieder höchst interessante Aspekte in der therapeutischen Durcharbeitung. Äußere und innere Lebensbedingungen können im Zusammenwirken förderliche oder hinderliche Wirkungen entfalten, welchen wir mit der symbolischen Umsetzung des “Sich-Bewegens” und „Schreiten-Lassens“ analysierend nachspüren wollen, die für weitere Entwicklungsprozesse zielführend sind. Es wäre wünschenswert, wenn die Teilnehmenden des Workshops eigene Abbildungen zur kreativen Erfassung von Bewegung (und Stillstand) mitbringen würden.

                    Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke, Leibniz-Universität Hannover Hannover, ist Psychologische Psychotherapeutin in Eigener Praxis.

                  • Dr. Laura Bettag am 20.04.2023: Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren

                    In der Kultur des Flamencos kennen wir zahlreiche Beispiele einer lebenslangen Beschäftigung mit dem Flamencotanz. Es wird nicht als ungewöhnlich empfunden, wenn ältere Tänzerinnen im professionellen Rahmen vor Publikum auftreten und Erfolge feiern. La Chana (geb. 1946) trat im Alter von 75 Jahren von der Bühne ab, wobei sie ihr Programm im Sitzen bewältigte. Tanz kann als Überlebenselixier wirken, wie sie in ihrer Autobiografie „La Chana. Bailaora“ dokumentiert hat. Die qualitative Studie untersucht zunächst solche autobiografische Quellen auf Beschreibungen insbesondere tanztherapeutischer Effekte, die einer langjährigen Karriere bis ins höhere Alter förderlich waren. Häufig unterrichten professionelle Flamencotänzerinnen auch solange es möglich ist. Sie geben dabei neben tänzerischem Wissen allgemeine Überzeugungen und individuelle Einstellungen weiter. Die qualitative Studie will erkunden, welche physisch und psychisch als unterstützend erlebten mentalen Vorstellungen sowie deren tänzerische Umsetzungen von über 60-jährigen Schülerinnen ausgewählter Flamenco-Schulen in Deutschland wahrgenommen und beschrieben werden können.

                    Der Forschungsprozess wird sich im Wesentlichen auf Interviews von Experteninnen aus dem Bereich des Flamencos und die Auswertung von entsprechend entwickelten Fragebögen stützen. Über die charakteristische Stilistik des Flamencos  hinaus spielt bei deren Gestaltung eine Rolle, ob kulturanthropologische Aspekte und eine „künstlerisch akzentuierte Gesundheitsphilosophie“ (Mastnak, 2022) gerade im höheren Alter in das eigene Tanzen einfließen oder nicht.

                    Der Beitrag versucht schließlich aus den Ergebnissen der Studie, weiterführende Anregungen zum systematischen Aufbau einer internationalisierten „Flamenco-Therapie“ abzuleiten.

                    Dr. Laura Bettag, MA, ist als Kulturmanagerin am Nationaltheater Mannheim und freiberuflich als dipl. Tanztherapeutin sowie im Betrieblichen Gesundheitsmanagement tätig. Sie beforscht derzeit insbesondere die therapeutischen Ressourcen des Tanzunterrichts im stilübergreifenden Vergleich.

                  Lothar Schön ist Musiktherapeut in 95473 Creußen.

                  • Teilnahmegebühr
                    • 50 € für Mitglieder
                    • 80 € für Nichtmitglieder
                    • 30 € für Studierende

                    • Anmeldung: bkt@muenster.org

                    • Teilnahmegebühr
                      • 50 € für Mitglieder
                      • 80 € für Nichtmitglieder
                      • 30 € für Studierende

                  Anmeldung: bkt@muenster.org

                  Anmeldung: bkt@muenster.org

                    • Teilnahmegebühr
                      • 50 € für Mitglieder
                      • 80 € für Nichtmitglieder
                      • 30 € für Studierende

                  Anmeldung: bkt@muenster.org

                  • Sa 10:00-13.00 Uhr: 3 Vorträge mit Diskussion:
                    • 10:00-11.00 Uhr: Dr. Katja Watermann „Alt. Intelligenzgemindert. Vergessen. Kunst und Therapie im Maßregelvollzug.”
                    • 11:00-12:00 Uhr: Dr. Arnold M. Raem: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”
                    • 12:00-13:00 Uhr: Dr. Laura Bettag „Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren.”
                  • Sa 14-16 Uhr: 3 Workshops mit Diskussion:
                    • 14.00-15.30 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Georg Franzen „Böcklins ‚Toteninsel‘“.
                    • 15:45-17:00 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.
                    • 17:15-19.00 Uhr: Dr. Yolanda Bertolaso „Rezeptive Künstlerische Tanztherapie mit stark bewegungseingeschränkten und teilweise dementen Senioren.”
                  • So 10.00-16:00 Uhr: 1 Vortrag und 3 Workshops mit Diskussion:
                    • 10:00-11:30 Uhr: Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak „Künstlerische Therapien im Alter.
                    • 11.45-13.00 Uhr: Prof. Dr. Marion Tacke “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                    • 14.00-16:00 Uhr: Dr. Enrico Otto Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.“
                    • Poster von Lothar Schön: “Digitalisierung der Musiktherapie”

                      Ein wichtiger Ansatz für die geplante digitalisierte Musiktherapie ist die soziale Teilhabe von Menschen, die aufgrund gesundheitlicher Beeinträchtigungen benachteiligt sind.

                      Gleichzeitig wird all denen, die über keine instrumentalen Vorkenntnisse verfügen, eine Plattform geboten, die einen intuitiven Zugang zum Musizieren ermöglicht.

                      Stellen Sie sich bitte eine Partitur vor, die zwar Melodienverlauf skizziert, aber vom ausführenden Musiker keine Tonhöhenauswahl verlangt. Das macht den musikalischen Prozess einfacher und entlastet unsere Kandidaten.

                      Die Aufmerksamkeit kann also auf den Rhythmus konzentriert werden.

                      In erster Linie denke ich an Schlaganfall- und Parkinsonpatienten.

                      Für psychosomatische Fallbeispiele bieten sich nochmal ganz neuartige erweiterte Musizierzugänge.

                      Die erleichterte Interaktion für Menschen mit unterschiedlicher musikalischer Vorbildung bildet eine ganz wesentliche Grundlage.

                      Vorliegende Zusammenfassungen – weitere folgen:

                      • Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak am 21. April 2024: „Künstlerische Therapien im Alter.
                        In einer Gesellschaft mit immer höheren Lebenserwartungen spielen Gesundheitsförderung und Gesundheitserhaltung eine zentrale Rolle. Dies wird auch seitens der Weltgesundheitsorganisation WHO mit Hinweis auf die UN-Deklaration zum gesunden Altern United Nations Decade of Healthy Ageing 2021–2030 hervorgehoben. Der Terminus „healthy aging“ muss hier allerdings differenziert verstanden werden und reicht von einer ganzheitlichen Gesunderhaltung im Rahmen natürlicher Alterungsprozesse über spezifische Prävention, etwa von Depression bei Herzinsuffizienz, bis zu spiritueller Gesundheit in der Palliativmedizin.

                        Die repräsentativen gerontagogischen Gesundheitsaktivitäten an der Musikhochschule in Posen (Akademia Muzyczna im. Ignacego Jana Paderewskiego w Poznaniu) beruhen auf musikalisch-tänzerischen Gruppenaktivitäten und werden zur Zeit länderübergreifend und interdisziplinär beforscht. Während es hier ganzheitlich um psychophysische Gesundheit und soziokulturelle Inklusion geht, stehen bei anderen Aktivitäten spezifische Gesundheitsaspekte im Zentrum. So finden etwa im Österreichischen Herzverband Landesverband Burgenland Musik und Tanz zur Förderung und Rehabilitation kardiovaskulärer und kardiorespiratorischer Gesundheit im Alter Einsatz.

                        Künstlerische Therapien sind vielerorts aus dem geriatrischen, insbesondere auch dem neurogeriatrischen Bereich, nicht mehr wegzudenken. So wird etwa an der Universitätsklinik Pitié-Salpêtrière in Paris seit Jahren Parkidanse, eine hoch spezifische tanztherapeutische Technik zur Milderung von Parkinsonsymptomatik, eingesetzt. Gegenwärtige Studien deuten darauf hin, dass es dabei zu Synchronisationen zwischen musikalischen und motorischen Rhythmusprozessoren im Gehirn kommt, welche die parkinsontypische Basalgangliendegeneration teils zu kompensieren vermögen.

                        Am Forschungszentrum für künstlerische Therapien der Changzhi Medical School in China – einer Einrichtung, die vermutlich in den nächsten Jahren im Bereich physiologischer, neurowissenschaftlicher und interdisziplinären Forschung zu künstlerischen Therapien in Klinik und Public Health eine führende Position einnehmen dürfte – werden Musik-Tanz-Prozesse zur Rehabilitation bei Demenz untersucht, wobei sich gegenwärtig abzeichnet, dass die Künste dynamische Netzwerk-Konnektivitäten aktivieren, die letztlich für den therapeutischen Outcome verantwortlich sind.

                        Künste auf gesundheitsförderndem und therapeutischem Terrain sollen allerdings nicht bloß funktional verstanden werden. Vierzig Jahre künstlerische Therapien im Sinne von Karl Hörmann haben die Unersetzbarkeit des ästhetischen und schöpferischen Moments deutlich gemacht und gleichzeitig die Notwendigkeit von psychologischer und medizinischer Forschung hervorgehoben: die Künste stellen die Intervention, die Wissenschaften liefern Erkenntnisse über künstlerisch-therapeutische Mechanismen.

                        Während der Vortrag Forschungen zu gesundheitsfördernden und therapeutischen Funktionen der Künste im Alter sowie bei alterstypischen Erkrankungen diskutiert, werden im Workshop einzelne Techniken vorgestellt und in Form von Selbsterfahrung erprobt.

                        Wolfgang Mastnak ist Professor für künstlerische Therapien am Changzhi Medical College (Volksrepublik China) und wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Kultur, Künste und Medien (长治医学院 人文艺术传媒系) sowie Inhaber des Lehrstuhls für Musikpädagogik (Schulmusik) an der Hochschule für Musik und Theater München. Seine Seminare im Bereich Lehramt umfassen Musikdidaktik, Wissenschaftstheorie, Musik und Gesundheitspädagogik, Neuro-Musikpädagogik und transkulturelle Musikpädagogik. Im Doktoratsstudium betreut er vor allem Studien zur Integration von Musikpädagogik und Musiktherapie. Im Bayerischen Hochschulzentrum für China (BayCHINA) und im Bayerischen Hochschulzentrum für Mittel-, Ost- und Südosteuropa (BAYHOST) ist er der für die Musik- und Kunsthochschulen zuständige Direktor. Er hat Doktorate in Musikpädagogik & Psychologie, Medizinwissenschaften, Sportwissenschaften und Mathematik und ist Psychotherapeut und Mototherapeut. Wolfgang Mastnak ist Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste sowie der New York Academy of Sciences. Seine interdisziplinären Forschungen wurden international vielfach ausgezeichnet.
                    • Dr. Enrico Otto am 21. April 2024: „Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.

                      Um für Theaterinteressierte einen sinnvollen Einstieg in eine praktische Theaterarbeit zu gestalten, braucht der Interessent in einem Workshop die Kenntnis von sich selbst als potentiellen Darsteller. Über das Rollenstudium mit szenischer Arbeit an einem selbst ausgesuchten Text (10 Zeilen aus einem Theatertext) lassen sich unter Anleitung vielfältige Varianten des szenischen Ausdrucks erproben.

                      In einem zweiten Schritt soll aufgrund der Erfahrung mit sich selbst als Darsteller ein szenischer Bezug zu anderen Mit-Darstellern erprobt werden. So gelangt man in einfacher Form zu einer grundlegenden Ensemblearbeit.

                      Ein möglicher dritter Schritt wäre dann die szenische Erarbeitung einer ganzen Szene.

                      Der Artikel von Dr. Otto „Theater als Kommunikationsmodell“, erschienen in der MTK-Ausgabe 2023-1, S. 39-100, wird zur vorherigen Lektüre empfohlen. Sein für die folgende MTK-Ausgabe vorgesehener Beitrag “Die Funktionalität des Rollenstudiums im nicht-professionellem Theaterbereich” wird denjenigen zugeschickt, die sich zu seinem Workshop angemeldet haben.

                      Die Interessenten können sich jetzt schon auf den Workshop vorbereiten:

                      Bei nicht-profesionellen Inszenierungen taucht immer die Frage nach der richtigen Besetzung der textbezogenen Rollen auf. Diese Frage lässt sich oft bei nicht ausgebildeten Spielleitern kaum richtig beantworten. Vielmehr ist die Frage der Besetzung einem wie auch immer geartetem Gefühl des Spielleiters überlassen. Daher entstehen oft Fehlbesetzungen, die sich im Laufe der Proben heraus-stellen und oft auch zu einem Abbruch der Inszenierungsarbeit führen. Das Rollenstudium ist in solchen Fällen, vor der eigentlichen Inszenie- rungsarbeit durchgeführt, eine wichtige Möglichkeit, den o.g. Vorgang zu umgehen. Da darüber hinaus Rollenstudium eine wichtige Form der Klärung der Darsteller-Persönlichkeit darstellt, zeigt sich anhand des entsprechenden Ergebnisses, wie die Bandbreite der Darstellung aussieht, nachdem festgehalten wurde, ob anhand der Körperhaltung, der Bewegung, der Gestil und Mimik, der Sprache und des Outfits der Darsteller für eine entsprechende Rolle geeignet ist.

                      Rollenstudium braucht das eingehende Studium verschiedener Rollenstrukturen durch den angehenden Darsteller selbst, indem er aus unterschied-lichen Stücken d i e Rolle über vielleicht maximalen 10 Zeilen aussucht und zum Rollenstudium mitbringt, um daran zu arbeiten.

                      Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann am 20. April 2024: „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.

                      Im Alter kommt man nicht umhin, an sein irdisches Ende zu denken. Gerne erinnert man sich an Lieder aus der Kinder- und Jugendzeit und an jene aus dem Erlernen eines Instruments vertraute Musik. Im Gegensatz zu früheren Lebensjahren kann man im Alter mit den schnell wechselnden Popmusikcharts nichts mehr anfangen. Vielmehr befasst man sich mit der zeitlosen klassischen Musik und insbesondere mit solcher, die die eigene Lebenssituation anspricht.

                      Zu dem Gemälde von Arnold Böckling, das der Diplom-Psychologe Prof. Dr. Georg Franzen (www.kunstpsychologie.de) aus kunstpsychologischer Sicht beleuchtet, gibt es mindestens 29 Vertonungen und damit mehr als zu jedem anderen Bild. Anhand ausgewählter musikalischer Stimmungsbilder soll analysiert werden, was sie dem dafür aufgeschlossenen alten Menschen sagen und wie sie seine multimodale Interaktion beeinflussen können. Hierzu wird ein Film gezeigt und werden Anregungen gegen die üblichen vermeintlich nützlichen Strategien des Singens im Alter gegeben. Damit sich aber im fortgeschrittenen Alter die viel beschworene und erfahrbare Heilkraft von Musik beim Musikhören, Singen und Musizieren entfalten kann, sind trotz aller und gerade bei Gebrechen Voraussetzungen zu beachten, die dem an Erfahrung reichen homo ludens nicht nur ein wohltuendes musikalisches Erleben, sondern jederzeit mit geringem Aufwand ein gehöriges Quantum an flow ermöglichen können.

                      • Dr. Arnold M. Raem am 20. April 2024: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”

                        Dr. Arnold M. Raem ist Gründer der arrows biomedical Deutschland GmbH mit Sitz im Centrum für Nanotechnologie „CeNTech“ der Universität Münster. Die arrows biomedical Deutschland GmbH ist ein Servicelabor mit den Schwerpunkten im Bereich der molekularen Biomedizin / Onkologie. Dr. Arnold M. Raem hat zahlreiche, excellent bewertete Bücher herausgegeben, darunter das Handbuch für Geriatrie. Lehrbuch für Praxis und Klinik. (2005). Düsseldorf: Deutsche Krankhaus Verlagsgesellschaft, mit einem Kapitel Künstlerische Therapien in der Geriatrie, S. 859-869.    
                                     
                      • Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke am 20. April 2024: “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                         
                        In diesem Workshop soll das Thema der “Bewegung” in seiner Bedeutung für eine zunehmend älter werdende Gesellschaft im Vordergrund symbolischer Durcharbeitung stehen. Der kreative Umgang mit Bewegung und Stillstand ist für viele ältere Patient:innen elementar. Im therapeutischen Setting nimmt die Anzahl derer, die auch ab 60 Jahren “Stärkungswünsche” für sich hegen, stetig zu. Gerade Frauen stehen aus unterschiedlichen Lebenslagen, wie nach einer Scheidung, dem Auszug der Kinder, Sich-Kümmern um einen pflegebedürftigen Angehörigen oder Tod des Partners sowie aus weiteren Gründen vor neuen Herausforderungen.    
                            
                        Anhand verschiedener Fallvignetten werden wir uns anschauen, welchen Schwierigkeiten ausgewählte Patientinnen während ihrer Lebensspanne ausgesetzt waren, welche individuums-spezifischen Ressourcen und Bedürfnisse vorhanden sind, um die alltäglichen Belastungen als zu meisternde Herausforderungen sehen und nutzen zu können. Fortbewegung und Stillstand sind immer wieder höchst interessante Aspekte in der therapeutischen Durcharbeitung. Äußere und innere Lebensbedingungen können im Zusammenwirken förderliche oder hinderliche Wirkungen entfalten, welchen wir mit der symbolischen Umsetzung des “Sich-Bewegens” und „Schreiten-Lassens“ analysierend nachspüren wollen, die für weitere Entwicklungsprozesse zielführend sind. Es wäre wünschenswert, wenn die Teilnehmenden des Workshops eigene Abbildungen zur kreativen Erfassung von Bewegung (und Stillstand) mitbringen würden.

                        Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke, Leibniz-Universität Hannover Hannover, ist Psychologische Psychotherapeutin in Eigener Praxis.

                      • Dr. Laura Bettag am 20.04.2023: Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren

                        In der Kultur des Flamencos kennen wir zahlreiche Beispiele einer lebenslangen Beschäftigung mit dem Flamencotanz. Es wird nicht als ungewöhnlich empfunden, wenn ältere Tänzerinnen im professionellen Rahmen vor Publikum auftreten und Erfolge feiern. La Chana (geb. 1946) trat im Alter von 75 Jahren von der Bühne ab, wobei sie ihr Programm im Sitzen bewältigte. Tanz kann als Überlebenselixier wirken, wie sie in ihrer Autobiografie „La Chana. Bailaora“ dokumentiert hat. Die qualitative Studie untersucht zunächst solche autobiografische Quellen auf Beschreibungen insbesondere tanztherapeutischer Effekte, die einer langjährigen Karriere bis ins höhere Alter förderlich waren. Häufig unterrichten professionelle Flamencotänzerinnen auch solange es möglich ist. Sie geben dabei neben tänzerischem Wissen allgemeine Überzeugungen und individuelle Einstellungen weiter. Die qualitative Studie will erkunden, welche physisch und psychisch als unterstützend erlebten mentalen Vorstellungen sowie deren tänzerische Umsetzungen von über 60-jährigen Schülerinnen ausgewählter Flamenco-Schulen in Deutschland wahrgenommen und beschrieben werden können.

                        Der Forschungsprozess wird sich im Wesentlichen auf Interviews von Experteninnen aus dem Bereich des Flamencos und die Auswertung von entsprechend entwickelten Fragebögen stützen. Über die charakteristische Stilistik des Flamencos  hinaus spielt bei deren Gestaltung eine Rolle, ob kulturanthropologische Aspekte und eine „künstlerisch akzentuierte Gesundheitsphilosophie“ (Mastnak, 2022) gerade im höheren Alter in das eigene Tanzen einfließen oder nicht.

                        Der Beitrag versucht schließlich aus den Ergebnissen der Studie, weiterführende Anregungen zum systematischen Aufbau einer internationalisierten „Flamenco-Therapie“ abzuleiten.

                        Dr. Laura Bettag, MA, ist als Kulturmanagerin am Nationaltheater Mannheim und freiberuflich als dipl. Tanztherapeutin sowie im Betrieblichen Gesundheitsmanagement tätig. Sie beforscht derzeit insbesondere die therapeutischen Ressourcen des Tanzunterrichts im stilübergreifenden Vergleich.

                      Lothar Schön ist Musiktherapeut in 95473 Creußen.

                      • Teilnahmegebühr
                        • 50 € für Mitglieder
                        • 80 € für Nichtmitglieder
                        • 30 € für Studierende

                        • Anmeldung: bkt@muenster.org

                        • Teilnahmegebühr
                          • 50 € für Mitglieder
                          • 80 € für Nichtmitglieder
                          • 30 € für Studierende

                      Anmeldung: bkt@muenster.org

                  • Teilnahmegebühr
                    • 50 € für Mitglieder
                    • 80 € für Nichtmitglieder
                    • 30 € für Studierende

                    • Anmeldung: bkt@muenster.org

                        • Teilnahmegebühr
                          • 50 € für Mitglieder
                          • 80 € für Nichtmitglieder
                          • 30 € für Studierende

                      Anmeldung: bkt@muenster.org

                      • Sa 10:00-13.00 Uhr: 3 Vorträge mit Diskussion:
                        • 10:00-11.00 Uhr: Dr. Katja Watermann „Alt. Intelligenzgemindert. Vergessen. Kunst und Therapie im Maßregelvollzug.”
                        • 11:00-12:00 Uhr: Dr. Arnold M. Raem: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”
                        • 12:00-13:00 Uhr: Dr. Laura Bettag „Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren.”
                      • Sa 14-16 Uhr: 3 Workshops mit Diskussion:
                        • 14.00-15.30 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Georg Franzen „Böcklins ‚Toteninsel‘“.
                        • 15:45-17:00 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.
                        • 17:15-19.00 Uhr: Dr. Yolanda Bertolaso „Rezeptive Künstlerische Tanztherapie mit stark bewegungseingeschränkten und teilweise dementen Senioren.”
                      • So 10.00-16:00 Uhr: 1 Vortrag und 3 Workshops mit Diskussion:
                        • 10:00-11:30 Uhr: Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak „Künstlerische Therapien im Alter.
                        • 11.45-13.00 Uhr: Prof. Dr. Marion Tacke “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                        • 14.00-16:00 Uhr: Dr. Enrico Otto Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.“
                        • Poster von Lothar Schön: “Digitalisierung der Musiktherapie”

                          Ein wichtiger Ansatz für die geplante digitalisierte Musiktherapie ist die soziale Teilhabe von Menschen, die aufgrund gesundheitlicher Beeinträchtigungen benachteiligt sind.

                          Gleichzeitig wird all denen, die über keine instrumentalen Vorkenntnisse verfügen, eine Plattform geboten, die einen intuitiven Zugang zum Musizieren ermöglicht.

                          Stellen Sie sich bitte eine Partitur vor, die zwar Melodienverlauf skizziert, aber vom ausführenden Musiker keine Tonhöhenauswahl verlangt. Das macht den musikalischen Prozess einfacher und entlastet unsere Kandidaten.

                          Die Aufmerksamkeit kann also auf den Rhythmus konzentriert werden.

                          In erster Linie denke ich an Schlaganfall- und Parkinsonpatienten.

                          Für psychosomatische Fallbeispiele bieten sich nochmal ganz neuartige erweiterte Musizierzugänge.

                          Die erleichterte Interaktion für Menschen mit unterschiedlicher musikalischer Vorbildung bildet eine ganz wesentliche Grundlage.

                          Vorliegende Zusammenfassungen – weitere folgen:

                          • Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak am 21. April 2024: „Künstlerische Therapien im Alter.
                            In einer Gesellschaft mit immer höheren Lebenserwartungen spielen Gesundheitsförderung und Gesundheitserhaltung eine zentrale Rolle. Dies wird auch seitens der Weltgesundheitsorganisation WHO mit Hinweis auf die UN-Deklaration zum gesunden Altern United Nations Decade of Healthy Ageing 2021–2030 hervorgehoben. Der Terminus „healthy aging“ muss hier allerdings differenziert verstanden werden und reicht von einer ganzheitlichen Gesunderhaltung im Rahmen natürlicher Alterungsprozesse über spezifische Prävention, etwa von Depression bei Herzinsuffizienz, bis zu spiritueller Gesundheit in der Palliativmedizin.

                            Die repräsentativen gerontagogischen Gesundheitsaktivitäten an der Musikhochschule in Posen (Akademia Muzyczna im. Ignacego Jana Paderewskiego w Poznaniu) beruhen auf musikalisch-tänzerischen Gruppenaktivitäten und werden zur Zeit länderübergreifend und interdisziplinär beforscht. Während es hier ganzheitlich um psychophysische Gesundheit und soziokulturelle Inklusion geht, stehen bei anderen Aktivitäten spezifische Gesundheitsaspekte im Zentrum. So finden etwa im Österreichischen Herzverband Landesverband Burgenland Musik und Tanz zur Förderung und Rehabilitation kardiovaskulärer und kardiorespiratorischer Gesundheit im Alter Einsatz.

                            Künstlerische Therapien sind vielerorts aus dem geriatrischen, insbesondere auch dem neurogeriatrischen Bereich, nicht mehr wegzudenken. So wird etwa an der Universitätsklinik Pitié-Salpêtrière in Paris seit Jahren Parkidanse, eine hoch spezifische tanztherapeutische Technik zur Milderung von Parkinsonsymptomatik, eingesetzt. Gegenwärtige Studien deuten darauf hin, dass es dabei zu Synchronisationen zwischen musikalischen und motorischen Rhythmusprozessoren im Gehirn kommt, welche die parkinsontypische Basalgangliendegeneration teils zu kompensieren vermögen.

                            Am Forschungszentrum für künstlerische Therapien der Changzhi Medical School in China – einer Einrichtung, die vermutlich in den nächsten Jahren im Bereich physiologischer, neurowissenschaftlicher und interdisziplinären Forschung zu künstlerischen Therapien in Klinik und Public Health eine führende Position einnehmen dürfte – werden Musik-Tanz-Prozesse zur Rehabilitation bei Demenz untersucht, wobei sich gegenwärtig abzeichnet, dass die Künste dynamische Netzwerk-Konnektivitäten aktivieren, die letztlich für den therapeutischen Outcome verantwortlich sind.

                            Künste auf gesundheitsförderndem und therapeutischem Terrain sollen allerdings nicht bloß funktional verstanden werden. Vierzig Jahre künstlerische Therapien im Sinne von Karl Hörmann haben die Unersetzbarkeit des ästhetischen und schöpferischen Moments deutlich gemacht und gleichzeitig die Notwendigkeit von psychologischer und medizinischer Forschung hervorgehoben: die Künste stellen die Intervention, die Wissenschaften liefern Erkenntnisse über künstlerisch-therapeutische Mechanismen.

                            Während der Vortrag Forschungen zu gesundheitsfördernden und therapeutischen Funktionen der Künste im Alter sowie bei alterstypischen Erkrankungen diskutiert, werden im Workshop einzelne Techniken vorgestellt und in Form von Selbsterfahrung erprobt.

                            Wolfgang Mastnak ist Professor für künstlerische Therapien am Changzhi Medical College (Volksrepublik China) und wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Kultur, Künste und Medien (长治医学院 人文艺术传媒系) sowie Inhaber des Lehrstuhls für Musikpädagogik (Schulmusik) an der Hochschule für Musik und Theater München. Seine Seminare im Bereich Lehramt umfassen Musikdidaktik, Wissenschaftstheorie, Musik und Gesundheitspädagogik, Neuro-Musikpädagogik und transkulturelle Musikpädagogik. Im Doktoratsstudium betreut er vor allem Studien zur Integration von Musikpädagogik und Musiktherapie. Im Bayerischen Hochschulzentrum für China (BayCHINA) und im Bayerischen Hochschulzentrum für Mittel-, Ost- und Südosteuropa (BAYHOST) ist er der für die Musik- und Kunsthochschulen zuständige Direktor. Er hat Doktorate in Musikpädagogik & Psychologie, Medizinwissenschaften, Sportwissenschaften und Mathematik und ist Psychotherapeut und Mototherapeut. Wolfgang Mastnak ist Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste sowie der New York Academy of Sciences. Seine interdisziplinären Forschungen wurden international vielfach ausgezeichnet.
                        • Dr. Enrico Otto am 21. April 2024: „Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.

                          Um für Theaterinteressierte einen sinnvollen Einstieg in eine praktische Theaterarbeit zu gestalten, braucht der Interessent in einem Workshop die Kenntnis von sich selbst als potentiellen Darsteller. Über das Rollenstudium mit szenischer Arbeit an einem selbst ausgesuchten Text (10 Zeilen aus einem Theatertext) lassen sich unter Anleitung vielfältige Varianten des szenischen Ausdrucks erproben.

                          In einem zweiten Schritt soll aufgrund der Erfahrung mit sich selbst als Darsteller ein szenischer Bezug zu anderen Mit-Darstellern erprobt werden. So gelangt man in einfacher Form zu einer grundlegenden Ensemblearbeit.

                          Ein möglicher dritter Schritt wäre dann die szenische Erarbeitung einer ganzen Szene.

                          Der Artikel von Dr. Otto „Theater als Kommunikationsmodell“, erschienen in der MTK-Ausgabe 2023-1, S. 39-100, wird zur vorherigen Lektüre empfohlen. Sein für die folgende MTK-Ausgabe vorgesehener Beitrag “Die Funktionalität des Rollenstudiums im nicht-professionellem Theaterbereich” wird denjenigen zugeschickt, die sich zu seinem Workshop angemeldet haben.

                          Die Interessenten können sich jetzt schon auf den Workshop vorbereiten:

                          Bei nicht-profesionellen Inszenierungen taucht immer die Frage nach der richtigen Besetzung der textbezogenen Rollen auf. Diese Frage lässt sich oft bei nicht ausgebildeten Spielleitern kaum richtig beantworten. Vielmehr ist die Frage der Besetzung einem wie auch immer geartetem Gefühl des Spielleiters überlassen. Daher entstehen oft Fehlbesetzungen, die sich im Laufe der Proben heraus-stellen und oft auch zu einem Abbruch der Inszenierungsarbeit führen. Das Rollenstudium ist in solchen Fällen, vor der eigentlichen Inszenie- rungsarbeit durchgeführt, eine wichtige Möglichkeit, den o.g. Vorgang zu umgehen. Da darüber hinaus Rollenstudium eine wichtige Form der Klärung der Darsteller-Persönlichkeit darstellt, zeigt sich anhand des entsprechenden Ergebnisses, wie die Bandbreite der Darstellung aussieht, nachdem festgehalten wurde, ob anhand der Körperhaltung, der Bewegung, der Gestil und Mimik, der Sprache und des Outfits der Darsteller für eine entsprechende Rolle geeignet ist.

                          Rollenstudium braucht das eingehende Studium verschiedener Rollenstrukturen durch den angehenden Darsteller selbst, indem er aus unterschied-lichen Stücken d i e Rolle über vielleicht maximalen 10 Zeilen aussucht und zum Rollenstudium mitbringt, um daran zu arbeiten.

                          Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann am 20. April 2024: „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.

                          Im Alter kommt man nicht umhin, an sein irdisches Ende zu denken. Gerne erinnert man sich an Lieder aus der Kinder- und Jugendzeit und an jene aus dem Erlernen eines Instruments vertraute Musik. Im Gegensatz zu früheren Lebensjahren kann man im Alter mit den schnell wechselnden Popmusikcharts nichts mehr anfangen. Vielmehr befasst man sich mit der zeitlosen klassischen Musik und insbesondere mit solcher, die die eigene Lebenssituation anspricht.

                          Zu dem Gemälde von Arnold Böckling, das der Diplom-Psychologe Prof. Dr. Georg Franzen (www.kunstpsychologie.de) aus kunstpsychologischer Sicht beleuchtet, gibt es mindestens 29 Vertonungen und damit mehr als zu jedem anderen Bild. Anhand ausgewählter musikalischer Stimmungsbilder soll analysiert werden, was sie dem dafür aufgeschlossenen alten Menschen sagen und wie sie seine multimodale Interaktion beeinflussen können. Hierzu wird ein Film gezeigt und werden Anregungen gegen die üblichen vermeintlich nützlichen Strategien des Singens im Alter gegeben. Damit sich aber im fortgeschrittenen Alter die viel beschworene und erfahrbare Heilkraft von Musik beim Musikhören, Singen und Musizieren entfalten kann, sind trotz aller und gerade bei Gebrechen Voraussetzungen zu beachten, die dem an Erfahrung reichen homo ludens nicht nur ein wohltuendes musikalisches Erleben, sondern jederzeit mit geringem Aufwand ein gehöriges Quantum an flow ermöglichen können.

                          • Dr. Arnold M. Raem am 20. April 2024: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”

                            Dr. Arnold M. Raem ist Gründer der arrows biomedical Deutschland GmbH mit Sitz im Centrum für Nanotechnologie „CeNTech“ der Universität Münster. Die arrows biomedical Deutschland GmbH ist ein Servicelabor mit den Schwerpunkten im Bereich der molekularen Biomedizin / Onkologie. Dr. Arnold M. Raem hat zahlreiche, excellent bewertete Bücher herausgegeben, darunter das Handbuch für Geriatrie. Lehrbuch für Praxis und Klinik. (2005). Düsseldorf: Deutsche Krankhaus Verlagsgesellschaft, mit einem Kapitel Künstlerische Therapien in der Geriatrie, S. 859-869.    
                                         
                          • Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke am 20. April 2024: “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                             
                            In diesem Workshop soll das Thema der “Bewegung” in seiner Bedeutung für eine zunehmend älter werdende Gesellschaft im Vordergrund symbolischer Durcharbeitung stehen. Der kreative Umgang mit Bewegung und Stillstand ist für viele ältere Patient:innen elementar. Im therapeutischen Setting nimmt die Anzahl derer, die auch ab 60 Jahren “Stärkungswünsche” für sich hegen, stetig zu. Gerade Frauen stehen aus unterschiedlichen Lebenslagen, wie nach einer Scheidung, dem Auszug der Kinder, Sich-Kümmern um einen pflegebedürftigen Angehörigen oder Tod des Partners sowie aus weiteren Gründen vor neuen Herausforderungen.    
                                
                            Anhand verschiedener Fallvignetten werden wir uns anschauen, welchen Schwierigkeiten ausgewählte Patientinnen während ihrer Lebensspanne ausgesetzt waren, welche individuums-spezifischen Ressourcen und Bedürfnisse vorhanden sind, um die alltäglichen Belastungen als zu meisternde Herausforderungen sehen und nutzen zu können. Fortbewegung und Stillstand sind immer wieder höchst interessante Aspekte in der therapeutischen Durcharbeitung. Äußere und innere Lebensbedingungen können im Zusammenwirken förderliche oder hinderliche Wirkungen entfalten, welchen wir mit der symbolischen Umsetzung des “Sich-Bewegens” und „Schreiten-Lassens“ analysierend nachspüren wollen, die für weitere Entwicklungsprozesse zielführend sind. Es wäre wünschenswert, wenn die Teilnehmenden des Workshops eigene Abbildungen zur kreativen Erfassung von Bewegung (und Stillstand) mitbringen würden.

                            Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke, Leibniz-Universität Hannover Hannover, ist Psychologische Psychotherapeutin in Eigener Praxis.

                          • Dr. Laura Bettag am 20.04.2023: Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren

                            In der Kultur des Flamencos kennen wir zahlreiche Beispiele einer lebenslangen Beschäftigung mit dem Flamencotanz. Es wird nicht als ungewöhnlich empfunden, wenn ältere Tänzerinnen im professionellen Rahmen vor Publikum auftreten und Erfolge feiern. La Chana (geb. 1946) trat im Alter von 75 Jahren von der Bühne ab, wobei sie ihr Programm im Sitzen bewältigte. Tanz kann als Überlebenselixier wirken, wie sie in ihrer Autobiografie „La Chana. Bailaora“ dokumentiert hat. Die qualitative Studie untersucht zunächst solche autobiografische Quellen auf Beschreibungen insbesondere tanztherapeutischer Effekte, die einer langjährigen Karriere bis ins höhere Alter förderlich waren. Häufig unterrichten professionelle Flamencotänzerinnen auch solange es möglich ist. Sie geben dabei neben tänzerischem Wissen allgemeine Überzeugungen und individuelle Einstellungen weiter. Die qualitative Studie will erkunden, welche physisch und psychisch als unterstützend erlebten mentalen Vorstellungen sowie deren tänzerische Umsetzungen von über 60-jährigen Schülerinnen ausgewählter Flamenco-Schulen in Deutschland wahrgenommen und beschrieben werden können.

                            Der Forschungsprozess wird sich im Wesentlichen auf Interviews von Experteninnen aus dem Bereich des Flamencos und die Auswertung von entsprechend entwickelten Fragebögen stützen. Über die charakteristische Stilistik des Flamencos  hinaus spielt bei deren Gestaltung eine Rolle, ob kulturanthropologische Aspekte und eine „künstlerisch akzentuierte Gesundheitsphilosophie“ (Mastnak, 2022) gerade im höheren Alter in das eigene Tanzen einfließen oder nicht.

                            Der Beitrag versucht schließlich aus den Ergebnissen der Studie, weiterführende Anregungen zum systematischen Aufbau einer internationalisierten „Flamenco-Therapie“ abzuleiten.

                            Dr. Laura Bettag, MA, ist als Kulturmanagerin am Nationaltheater Mannheim und freiberuflich als dipl. Tanztherapeutin sowie im Betrieblichen Gesundheitsmanagement tätig. Sie beforscht derzeit insbesondere die therapeutischen Ressourcen des Tanzunterrichts im stilübergreifenden Vergleich.

                          Lothar Schön ist Musiktherapeut in 95473 Creußen.

                          • Teilnahmegebühr
                            • 50 € für Mitglieder
                            • 80 € für Nichtmitglieder
                            • 30 € für Studierende

                            • Anmeldung: bkt@muenster.org

                            • Teilnahmegebühr
                              • 50 € für Mitglieder
                              • 80 € für Nichtmitglieder
                              • 30 € für Studierende

                          Anmeldung: bkt@muenster.org

                        • Teilnahmegebühr
                          • 50 € für Mitglieder
                          • 80 € für Nichtmitglieder
                          • 30 € für Studierende

                          • Anmeldung: bkt@muenster.org

                            • Teilnahmegebühr
                              • 50 € für Mitglieder
                              • 80 € für Nichtmitglieder
                              • 30 € für Studierende

                          Anmeldung: bkt@muenster.org

                          • Sa 10:00-13.00 Uhr: 3 Vorträge mit Diskussion:
                            • 10:00-11.00 Uhr: Dr. Katja Watermann „Alt. Intelligenzgemindert. Vergessen. Kunst und Therapie im Maßregelvollzug.”
                            • 11:00-12:00 Uhr: Dr. Arnold M. Raem: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”
                            • 12:00-13:00 Uhr: Dr. Laura Bettag „Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren.”
                          • Sa 14-16 Uhr: 3 Workshops mit Diskussion:
                            • 14.00-15.30 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Georg Franzen „Böcklins ‚Toteninsel‘“.
                            • 15:45-17:00 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.
                            • 17:15-19.00 Uhr: Dr. Yolanda Bertolaso „Rezeptive Künstlerische Tanztherapie mit stark bewegungseingeschränkten und teilweise dementen Senioren.”
                          • So 10.00-16:00 Uhr: 1 Vortrag und 3 Workshops mit Diskussion:
                            • 10:00-11:30 Uhr: Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak „Künstlerische Therapien im Alter.
                            • 11.45-13.00 Uhr: Prof. Dr. Marion Tacke “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                            • 14.00-16:00 Uhr: Dr. Enrico Otto Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.“
                            • Poster von Lothar Schön: “Digitalisierung der Musiktherapie”

                              Ein wichtiger Ansatz für die geplante digitalisierte Musiktherapie ist die soziale Teilhabe von Menschen, die aufgrund gesundheitlicher Beeinträchtigungen benachteiligt sind.

                              Gleichzeitig wird all denen, die über keine instrumentalen Vorkenntnisse verfügen, eine Plattform geboten, die einen intuitiven Zugang zum Musizieren ermöglicht.

                              Stellen Sie sich bitte eine Partitur vor, die zwar Melodienverlauf skizziert, aber vom ausführenden Musiker keine Tonhöhenauswahl verlangt. Das macht den musikalischen Prozess einfacher und entlastet unsere Kandidaten.

                              Die Aufmerksamkeit kann also auf den Rhythmus konzentriert werden.

                              In erster Linie denke ich an Schlaganfall- und Parkinsonpatienten.

                              Für psychosomatische Fallbeispiele bieten sich nochmal ganz neuartige erweiterte Musizierzugänge.

                              Die erleichterte Interaktion für Menschen mit unterschiedlicher musikalischer Vorbildung bildet eine ganz wesentliche Grundlage.

                              Vorliegende Zusammenfassungen – weitere folgen:

                              • Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak am 21. April 2024: „Künstlerische Therapien im Alter.
                                In einer Gesellschaft mit immer höheren Lebenserwartungen spielen Gesundheitsförderung und Gesundheitserhaltung eine zentrale Rolle. Dies wird auch seitens der Weltgesundheitsorganisation WHO mit Hinweis auf die UN-Deklaration zum gesunden Altern United Nations Decade of Healthy Ageing 2021–2030 hervorgehoben. Der Terminus „healthy aging“ muss hier allerdings differenziert verstanden werden und reicht von einer ganzheitlichen Gesunderhaltung im Rahmen natürlicher Alterungsprozesse über spezifische Prävention, etwa von Depression bei Herzinsuffizienz, bis zu spiritueller Gesundheit in der Palliativmedizin.

                                Die repräsentativen gerontagogischen Gesundheitsaktivitäten an der Musikhochschule in Posen (Akademia Muzyczna im. Ignacego Jana Paderewskiego w Poznaniu) beruhen auf musikalisch-tänzerischen Gruppenaktivitäten und werden zur Zeit länderübergreifend und interdisziplinär beforscht. Während es hier ganzheitlich um psychophysische Gesundheit und soziokulturelle Inklusion geht, stehen bei anderen Aktivitäten spezifische Gesundheitsaspekte im Zentrum. So finden etwa im Österreichischen Herzverband Landesverband Burgenland Musik und Tanz zur Förderung und Rehabilitation kardiovaskulärer und kardiorespiratorischer Gesundheit im Alter Einsatz.

                                Künstlerische Therapien sind vielerorts aus dem geriatrischen, insbesondere auch dem neurogeriatrischen Bereich, nicht mehr wegzudenken. So wird etwa an der Universitätsklinik Pitié-Salpêtrière in Paris seit Jahren Parkidanse, eine hoch spezifische tanztherapeutische Technik zur Milderung von Parkinsonsymptomatik, eingesetzt. Gegenwärtige Studien deuten darauf hin, dass es dabei zu Synchronisationen zwischen musikalischen und motorischen Rhythmusprozessoren im Gehirn kommt, welche die parkinsontypische Basalgangliendegeneration teils zu kompensieren vermögen.

                                Am Forschungszentrum für künstlerische Therapien der Changzhi Medical School in China – einer Einrichtung, die vermutlich in den nächsten Jahren im Bereich physiologischer, neurowissenschaftlicher und interdisziplinären Forschung zu künstlerischen Therapien in Klinik und Public Health eine führende Position einnehmen dürfte – werden Musik-Tanz-Prozesse zur Rehabilitation bei Demenz untersucht, wobei sich gegenwärtig abzeichnet, dass die Künste dynamische Netzwerk-Konnektivitäten aktivieren, die letztlich für den therapeutischen Outcome verantwortlich sind.

                                Künste auf gesundheitsförderndem und therapeutischem Terrain sollen allerdings nicht bloß funktional verstanden werden. Vierzig Jahre künstlerische Therapien im Sinne von Karl Hörmann haben die Unersetzbarkeit des ästhetischen und schöpferischen Moments deutlich gemacht und gleichzeitig die Notwendigkeit von psychologischer und medizinischer Forschung hervorgehoben: die Künste stellen die Intervention, die Wissenschaften liefern Erkenntnisse über künstlerisch-therapeutische Mechanismen.

                                Während der Vortrag Forschungen zu gesundheitsfördernden und therapeutischen Funktionen der Künste im Alter sowie bei alterstypischen Erkrankungen diskutiert, werden im Workshop einzelne Techniken vorgestellt und in Form von Selbsterfahrung erprobt.

                                Wolfgang Mastnak ist Professor für künstlerische Therapien am Changzhi Medical College (Volksrepublik China) und wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Kultur, Künste und Medien (长治医学院 人文艺术传媒系) sowie Inhaber des Lehrstuhls für Musikpädagogik (Schulmusik) an der Hochschule für Musik und Theater München. Seine Seminare im Bereich Lehramt umfassen Musikdidaktik, Wissenschaftstheorie, Musik und Gesundheitspädagogik, Neuro-Musikpädagogik und transkulturelle Musikpädagogik. Im Doktoratsstudium betreut er vor allem Studien zur Integration von Musikpädagogik und Musiktherapie. Im Bayerischen Hochschulzentrum für China (BayCHINA) und im Bayerischen Hochschulzentrum für Mittel-, Ost- und Südosteuropa (BAYHOST) ist er der für die Musik- und Kunsthochschulen zuständige Direktor. Er hat Doktorate in Musikpädagogik & Psychologie, Medizinwissenschaften, Sportwissenschaften und Mathematik und ist Psychotherapeut und Mototherapeut. Wolfgang Mastnak ist Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste sowie der New York Academy of Sciences. Seine interdisziplinären Forschungen wurden international vielfach ausgezeichnet.
                            • Dr. Enrico Otto am 21. April 2024: „Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.

                              Um für Theaterinteressierte einen sinnvollen Einstieg in eine praktische Theaterarbeit zu gestalten, braucht der Interessent in einem Workshop die Kenntnis von sich selbst als potentiellen Darsteller. Über das Rollenstudium mit szenischer Arbeit an einem selbst ausgesuchten Text (10 Zeilen aus einem Theatertext) lassen sich unter Anleitung vielfältige Varianten des szenischen Ausdrucks erproben.

                              In einem zweiten Schritt soll aufgrund der Erfahrung mit sich selbst als Darsteller ein szenischer Bezug zu anderen Mit-Darstellern erprobt werden. So gelangt man in einfacher Form zu einer grundlegenden Ensemblearbeit.

                              Ein möglicher dritter Schritt wäre dann die szenische Erarbeitung einer ganzen Szene.

                              Der Artikel von Dr. Otto „Theater als Kommunikationsmodell“, erschienen in der MTK-Ausgabe 2023-1, S. 39-100, wird zur vorherigen Lektüre empfohlen. Sein für die folgende MTK-Ausgabe vorgesehener Beitrag “Die Funktionalität des Rollenstudiums im nicht-professionellem Theaterbereich” wird denjenigen zugeschickt, die sich zu seinem Workshop angemeldet haben.

                              Die Interessenten können sich jetzt schon auf den Workshop vorbereiten:

                              Bei nicht-profesionellen Inszenierungen taucht immer die Frage nach der richtigen Besetzung der textbezogenen Rollen auf. Diese Frage lässt sich oft bei nicht ausgebildeten Spielleitern kaum richtig beantworten. Vielmehr ist die Frage der Besetzung einem wie auch immer geartetem Gefühl des Spielleiters überlassen. Daher entstehen oft Fehlbesetzungen, die sich im Laufe der Proben heraus-stellen und oft auch zu einem Abbruch der Inszenierungsarbeit führen. Das Rollenstudium ist in solchen Fällen, vor der eigentlichen Inszenie- rungsarbeit durchgeführt, eine wichtige Möglichkeit, den o.g. Vorgang zu umgehen. Da darüber hinaus Rollenstudium eine wichtige Form der Klärung der Darsteller-Persönlichkeit darstellt, zeigt sich anhand des entsprechenden Ergebnisses, wie die Bandbreite der Darstellung aussieht, nachdem festgehalten wurde, ob anhand der Körperhaltung, der Bewegung, der Gestil und Mimik, der Sprache und des Outfits der Darsteller für eine entsprechende Rolle geeignet ist.

                              Rollenstudium braucht das eingehende Studium verschiedener Rollenstrukturen durch den angehenden Darsteller selbst, indem er aus unterschied-lichen Stücken d i e Rolle über vielleicht maximalen 10 Zeilen aussucht und zum Rollenstudium mitbringt, um daran zu arbeiten.

                              Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann am 20. April 2024: „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.

                              Im Alter kommt man nicht umhin, an sein irdisches Ende zu denken. Gerne erinnert man sich an Lieder aus der Kinder- und Jugendzeit und an jene aus dem Erlernen eines Instruments vertraute Musik. Im Gegensatz zu früheren Lebensjahren kann man im Alter mit den schnell wechselnden Popmusikcharts nichts mehr anfangen. Vielmehr befasst man sich mit der zeitlosen klassischen Musik und insbesondere mit solcher, die die eigene Lebenssituation anspricht.

                              Zu dem Gemälde von Arnold Böckling, das der Diplom-Psychologe Prof. Dr. Georg Franzen (www.kunstpsychologie.de) aus kunstpsychologischer Sicht beleuchtet, gibt es mindestens 29 Vertonungen und damit mehr als zu jedem anderen Bild. Anhand ausgewählter musikalischer Stimmungsbilder soll analysiert werden, was sie dem dafür aufgeschlossenen alten Menschen sagen und wie sie seine multimodale Interaktion beeinflussen können. Hierzu wird ein Film gezeigt und werden Anregungen gegen die üblichen vermeintlich nützlichen Strategien des Singens im Alter gegeben. Damit sich aber im fortgeschrittenen Alter die viel beschworene und erfahrbare Heilkraft von Musik beim Musikhören, Singen und Musizieren entfalten kann, sind trotz aller und gerade bei Gebrechen Voraussetzungen zu beachten, die dem an Erfahrung reichen homo ludens nicht nur ein wohltuendes musikalisches Erleben, sondern jederzeit mit geringem Aufwand ein gehöriges Quantum an flow ermöglichen können.

                              • Dr. Arnold M. Raem am 20. April 2024: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”

                                Dr. Arnold M. Raem ist Gründer der arrows biomedical Deutschland GmbH mit Sitz im Centrum für Nanotechnologie „CeNTech“ der Universität Münster. Die arrows biomedical Deutschland GmbH ist ein Servicelabor mit den Schwerpunkten im Bereich der molekularen Biomedizin / Onkologie. Dr. Arnold M. Raem hat zahlreiche, excellent bewertete Bücher herausgegeben, darunter das Handbuch für Geriatrie. Lehrbuch für Praxis und Klinik. (2005). Düsseldorf: Deutsche Krankhaus Verlagsgesellschaft, mit einem Kapitel Künstlerische Therapien in der Geriatrie, S. 859-869.    
                                             
                              • Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke am 20. April 2024: “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                 
                                In diesem Workshop soll das Thema der “Bewegung” in seiner Bedeutung für eine zunehmend älter werdende Gesellschaft im Vordergrund symbolischer Durcharbeitung stehen. Der kreative Umgang mit Bewegung und Stillstand ist für viele ältere Patient:innen elementar. Im therapeutischen Setting nimmt die Anzahl derer, die auch ab 60 Jahren “Stärkungswünsche” für sich hegen, stetig zu. Gerade Frauen stehen aus unterschiedlichen Lebenslagen, wie nach einer Scheidung, dem Auszug der Kinder, Sich-Kümmern um einen pflegebedürftigen Angehörigen oder Tod des Partners sowie aus weiteren Gründen vor neuen Herausforderungen.    
                                    
                                Anhand verschiedener Fallvignetten werden wir uns anschauen, welchen Schwierigkeiten ausgewählte Patientinnen während ihrer Lebensspanne ausgesetzt waren, welche individuums-spezifischen Ressourcen und Bedürfnisse vorhanden sind, um die alltäglichen Belastungen als zu meisternde Herausforderungen sehen und nutzen zu können. Fortbewegung und Stillstand sind immer wieder höchst interessante Aspekte in der therapeutischen Durcharbeitung. Äußere und innere Lebensbedingungen können im Zusammenwirken förderliche oder hinderliche Wirkungen entfalten, welchen wir mit der symbolischen Umsetzung des “Sich-Bewegens” und „Schreiten-Lassens“ analysierend nachspüren wollen, die für weitere Entwicklungsprozesse zielführend sind. Es wäre wünschenswert, wenn die Teilnehmenden des Workshops eigene Abbildungen zur kreativen Erfassung von Bewegung (und Stillstand) mitbringen würden.

                                Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke, Leibniz-Universität Hannover Hannover, ist Psychologische Psychotherapeutin in Eigener Praxis.

                              • Dr. Laura Bettag am 20.04.2023: Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren

                                In der Kultur des Flamencos kennen wir zahlreiche Beispiele einer lebenslangen Beschäftigung mit dem Flamencotanz. Es wird nicht als ungewöhnlich empfunden, wenn ältere Tänzerinnen im professionellen Rahmen vor Publikum auftreten und Erfolge feiern. La Chana (geb. 1946) trat im Alter von 75 Jahren von der Bühne ab, wobei sie ihr Programm im Sitzen bewältigte. Tanz kann als Überlebenselixier wirken, wie sie in ihrer Autobiografie „La Chana. Bailaora“ dokumentiert hat. Die qualitative Studie untersucht zunächst solche autobiografische Quellen auf Beschreibungen insbesondere tanztherapeutischer Effekte, die einer langjährigen Karriere bis ins höhere Alter förderlich waren. Häufig unterrichten professionelle Flamencotänzerinnen auch solange es möglich ist. Sie geben dabei neben tänzerischem Wissen allgemeine Überzeugungen und individuelle Einstellungen weiter. Die qualitative Studie will erkunden, welche physisch und psychisch als unterstützend erlebten mentalen Vorstellungen sowie deren tänzerische Umsetzungen von über 60-jährigen Schülerinnen ausgewählter Flamenco-Schulen in Deutschland wahrgenommen und beschrieben werden können.

                                Der Forschungsprozess wird sich im Wesentlichen auf Interviews von Experteninnen aus dem Bereich des Flamencos und die Auswertung von entsprechend entwickelten Fragebögen stützen. Über die charakteristische Stilistik des Flamencos  hinaus spielt bei deren Gestaltung eine Rolle, ob kulturanthropologische Aspekte und eine „künstlerisch akzentuierte Gesundheitsphilosophie“ (Mastnak, 2022) gerade im höheren Alter in das eigene Tanzen einfließen oder nicht.

                                Der Beitrag versucht schließlich aus den Ergebnissen der Studie, weiterführende Anregungen zum systematischen Aufbau einer internationalisierten „Flamenco-Therapie“ abzuleiten.

                                Dr. Laura Bettag, MA, ist als Kulturmanagerin am Nationaltheater Mannheim und freiberuflich als dipl. Tanztherapeutin sowie im Betrieblichen Gesundheitsmanagement tätig. Sie beforscht derzeit insbesondere die therapeutischen Ressourcen des Tanzunterrichts im stilübergreifenden Vergleich.

                              Lothar Schön ist Musiktherapeut in 95473 Creußen.

                              • Teilnahmegebühr
                                • 50 € für Mitglieder
                                • 80 € für Nichtmitglieder
                                • 30 € für Studierende

                                • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                • Teilnahmegebühr
                                  • 50 € für Mitglieder
                                  • 80 € für Nichtmitglieder
                                  • 30 € für Studierende

                              Anmeldung: bkt@muenster.org

                          • Teilnahmegebühr
                            • 50 € für Mitglieder
                            • 80 € für Nichtmitglieder
                            • 30 € für Studierende

                          • Anmeldung: bkt@muenster.org

                            • Teilnahmegebühr
                              • 50 € für Mitglieder
                              • 80 € für Nichtmitglieder
                              • 30 € für Studierende

                              • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                • Teilnahmegebühr
                                  • 50 € für Mitglieder
                                  • 80 € für Nichtmitglieder
                                  • 30 € für Studierende

                              Anmeldung: bkt@muenster.org

                              • Sa 10:00-13.00 Uhr: 3 Vorträge mit Diskussion:
                                • 10:00-11.00 Uhr: Dr. Katja Watermann „Alt. Intelligenzgemindert. Vergessen. Kunst und Therapie im Maßregelvollzug.”
                                • 11:00-12:00 Uhr: Dr. Arnold M. Raem: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”
                                • 12:00-13:00 Uhr: Dr. Laura Bettag „Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren.”
                              • Sa 14-16 Uhr: 3 Workshops mit Diskussion:
                                • 14.00-15.30 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Georg Franzen „Böcklins ‚Toteninsel‘“.
                                • 15:45-17:00 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.
                                • 17:15-19.00 Uhr: Dr. Yolanda Bertolaso „Rezeptive Künstlerische Tanztherapie mit stark bewegungseingeschränkten und teilweise dementen Senioren.”
                              • So 10.00-16:00 Uhr: 1 Vortrag und 3 Workshops mit Diskussion:
                                • 10:00-11:30 Uhr: Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak „Künstlerische Therapien im Alter.
                                • 11.45-13.00 Uhr: Prof. Dr. Marion Tacke “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                • 14.00-16:00 Uhr: Dr. Enrico Otto Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.“
                                • Poster von Lothar Schön: “Digitalisierung der Musiktherapie”

                                  Ein wichtiger Ansatz für die geplante digitalisierte Musiktherapie ist die soziale Teilhabe von Menschen, die aufgrund gesundheitlicher Beeinträchtigungen benachteiligt sind.

                                  Gleichzeitig wird all denen, die über keine instrumentalen Vorkenntnisse verfügen, eine Plattform geboten, die einen intuitiven Zugang zum Musizieren ermöglicht.

                                  Stellen Sie sich bitte eine Partitur vor, die zwar Melodienverlauf skizziert, aber vom ausführenden Musiker keine Tonhöhenauswahl verlangt. Das macht den musikalischen Prozess einfacher und entlastet unsere Kandidaten.

                                  Die Aufmerksamkeit kann also auf den Rhythmus konzentriert werden.

                                  In erster Linie denke ich an Schlaganfall- und Parkinsonpatienten.

                                  Für psychosomatische Fallbeispiele bieten sich nochmal ganz neuartige erweiterte Musizierzugänge.

                                  Die erleichterte Interaktion für Menschen mit unterschiedlicher musikalischer Vorbildung bildet eine ganz wesentliche Grundlage.

                                  Vorliegende Zusammenfassungen – weitere folgen:

                                  • Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak am 21. April 2024: „Künstlerische Therapien im Alter.
                                    In einer Gesellschaft mit immer höheren Lebenserwartungen spielen Gesundheitsförderung und Gesundheitserhaltung eine zentrale Rolle. Dies wird auch seitens der Weltgesundheitsorganisation WHO mit Hinweis auf die UN-Deklaration zum gesunden Altern United Nations Decade of Healthy Ageing 2021–2030 hervorgehoben. Der Terminus „healthy aging“ muss hier allerdings differenziert verstanden werden und reicht von einer ganzheitlichen Gesunderhaltung im Rahmen natürlicher Alterungsprozesse über spezifische Prävention, etwa von Depression bei Herzinsuffizienz, bis zu spiritueller Gesundheit in der Palliativmedizin.

                                    Die repräsentativen gerontagogischen Gesundheitsaktivitäten an der Musikhochschule in Posen (Akademia Muzyczna im. Ignacego Jana Paderewskiego w Poznaniu) beruhen auf musikalisch-tänzerischen Gruppenaktivitäten und werden zur Zeit länderübergreifend und interdisziplinär beforscht. Während es hier ganzheitlich um psychophysische Gesundheit und soziokulturelle Inklusion geht, stehen bei anderen Aktivitäten spezifische Gesundheitsaspekte im Zentrum. So finden etwa im Österreichischen Herzverband Landesverband Burgenland Musik und Tanz zur Förderung und Rehabilitation kardiovaskulärer und kardiorespiratorischer Gesundheit im Alter Einsatz.

                                    Künstlerische Therapien sind vielerorts aus dem geriatrischen, insbesondere auch dem neurogeriatrischen Bereich, nicht mehr wegzudenken. So wird etwa an der Universitätsklinik Pitié-Salpêtrière in Paris seit Jahren Parkidanse, eine hoch spezifische tanztherapeutische Technik zur Milderung von Parkinsonsymptomatik, eingesetzt. Gegenwärtige Studien deuten darauf hin, dass es dabei zu Synchronisationen zwischen musikalischen und motorischen Rhythmusprozessoren im Gehirn kommt, welche die parkinsontypische Basalgangliendegeneration teils zu kompensieren vermögen.

                                    Am Forschungszentrum für künstlerische Therapien der Changzhi Medical School in China – einer Einrichtung, die vermutlich in den nächsten Jahren im Bereich physiologischer, neurowissenschaftlicher und interdisziplinären Forschung zu künstlerischen Therapien in Klinik und Public Health eine führende Position einnehmen dürfte – werden Musik-Tanz-Prozesse zur Rehabilitation bei Demenz untersucht, wobei sich gegenwärtig abzeichnet, dass die Künste dynamische Netzwerk-Konnektivitäten aktivieren, die letztlich für den therapeutischen Outcome verantwortlich sind.

                                    Künste auf gesundheitsförderndem und therapeutischem Terrain sollen allerdings nicht bloß funktional verstanden werden. Vierzig Jahre künstlerische Therapien im Sinne von Karl Hörmann haben die Unersetzbarkeit des ästhetischen und schöpferischen Moments deutlich gemacht und gleichzeitig die Notwendigkeit von psychologischer und medizinischer Forschung hervorgehoben: die Künste stellen die Intervention, die Wissenschaften liefern Erkenntnisse über künstlerisch-therapeutische Mechanismen.

                                    Während der Vortrag Forschungen zu gesundheitsfördernden und therapeutischen Funktionen der Künste im Alter sowie bei alterstypischen Erkrankungen diskutiert, werden im Workshop einzelne Techniken vorgestellt und in Form von Selbsterfahrung erprobt.

                                    Wolfgang Mastnak ist Professor für künstlerische Therapien am Changzhi Medical College (Volksrepublik China) und wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Kultur, Künste und Medien (长治医学院 人文艺术传媒系) sowie Inhaber des Lehrstuhls für Musikpädagogik (Schulmusik) an der Hochschule für Musik und Theater München. Seine Seminare im Bereich Lehramt umfassen Musikdidaktik, Wissenschaftstheorie, Musik und Gesundheitspädagogik, Neuro-Musikpädagogik und transkulturelle Musikpädagogik. Im Doktoratsstudium betreut er vor allem Studien zur Integration von Musikpädagogik und Musiktherapie. Im Bayerischen Hochschulzentrum für China (BayCHINA) und im Bayerischen Hochschulzentrum für Mittel-, Ost- und Südosteuropa (BAYHOST) ist er der für die Musik- und Kunsthochschulen zuständige Direktor. Er hat Doktorate in Musikpädagogik & Psychologie, Medizinwissenschaften, Sportwissenschaften und Mathematik und ist Psychotherapeut und Mototherapeut. Wolfgang Mastnak ist Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste sowie der New York Academy of Sciences. Seine interdisziplinären Forschungen wurden international vielfach ausgezeichnet.
                                • Dr. Enrico Otto am 21. April 2024: „Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.

                                  Um für Theaterinteressierte einen sinnvollen Einstieg in eine praktische Theaterarbeit zu gestalten, braucht der Interessent in einem Workshop die Kenntnis von sich selbst als potentiellen Darsteller. Über das Rollenstudium mit szenischer Arbeit an einem selbst ausgesuchten Text (10 Zeilen aus einem Theatertext) lassen sich unter Anleitung vielfältige Varianten des szenischen Ausdrucks erproben.

                                  In einem zweiten Schritt soll aufgrund der Erfahrung mit sich selbst als Darsteller ein szenischer Bezug zu anderen Mit-Darstellern erprobt werden. So gelangt man in einfacher Form zu einer grundlegenden Ensemblearbeit.

                                  Ein möglicher dritter Schritt wäre dann die szenische Erarbeitung einer ganzen Szene.

                                  Der Artikel von Dr. Otto „Theater als Kommunikationsmodell“, erschienen in der MTK-Ausgabe 2023-1, S. 39-100, wird zur vorherigen Lektüre empfohlen. Sein für die folgende MTK-Ausgabe vorgesehener Beitrag “Die Funktionalität des Rollenstudiums im nicht-professionellem Theaterbereich” wird denjenigen zugeschickt, die sich zu seinem Workshop angemeldet haben.

                                  Die Interessenten können sich jetzt schon auf den Workshop vorbereiten:

                                  Bei nicht-profesionellen Inszenierungen taucht immer die Frage nach der richtigen Besetzung der textbezogenen Rollen auf. Diese Frage lässt sich oft bei nicht ausgebildeten Spielleitern kaum richtig beantworten. Vielmehr ist die Frage der Besetzung einem wie auch immer geartetem Gefühl des Spielleiters überlassen. Daher entstehen oft Fehlbesetzungen, die sich im Laufe der Proben heraus-stellen und oft auch zu einem Abbruch der Inszenierungsarbeit führen. Das Rollenstudium ist in solchen Fällen, vor der eigentlichen Inszenie- rungsarbeit durchgeführt, eine wichtige Möglichkeit, den o.g. Vorgang zu umgehen. Da darüber hinaus Rollenstudium eine wichtige Form der Klärung der Darsteller-Persönlichkeit darstellt, zeigt sich anhand des entsprechenden Ergebnisses, wie die Bandbreite der Darstellung aussieht, nachdem festgehalten wurde, ob anhand der Körperhaltung, der Bewegung, der Gestil und Mimik, der Sprache und des Outfits der Darsteller für eine entsprechende Rolle geeignet ist.

                                  Rollenstudium braucht das eingehende Studium verschiedener Rollenstrukturen durch den angehenden Darsteller selbst, indem er aus unterschied-lichen Stücken d i e Rolle über vielleicht maximalen 10 Zeilen aussucht und zum Rollenstudium mitbringt, um daran zu arbeiten.

                                  Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann am 20. April 2024: „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.

                                  Im Alter kommt man nicht umhin, an sein irdisches Ende zu denken. Gerne erinnert man sich an Lieder aus der Kinder- und Jugendzeit und an jene aus dem Erlernen eines Instruments vertraute Musik. Im Gegensatz zu früheren Lebensjahren kann man im Alter mit den schnell wechselnden Popmusikcharts nichts mehr anfangen. Vielmehr befasst man sich mit der zeitlosen klassischen Musik und insbesondere mit solcher, die die eigene Lebenssituation anspricht.

                                  Zu dem Gemälde von Arnold Böckling, das der Diplom-Psychologe Prof. Dr. Georg Franzen (www.kunstpsychologie.de) aus kunstpsychologischer Sicht beleuchtet, gibt es mindestens 29 Vertonungen und damit mehr als zu jedem anderen Bild. Anhand ausgewählter musikalischer Stimmungsbilder soll analysiert werden, was sie dem dafür aufgeschlossenen alten Menschen sagen und wie sie seine multimodale Interaktion beeinflussen können. Hierzu wird ein Film gezeigt und werden Anregungen gegen die üblichen vermeintlich nützlichen Strategien des Singens im Alter gegeben. Damit sich aber im fortgeschrittenen Alter die viel beschworene und erfahrbare Heilkraft von Musik beim Musikhören, Singen und Musizieren entfalten kann, sind trotz aller und gerade bei Gebrechen Voraussetzungen zu beachten, die dem an Erfahrung reichen homo ludens nicht nur ein wohltuendes musikalisches Erleben, sondern jederzeit mit geringem Aufwand ein gehöriges Quantum an flow ermöglichen können.

                                  • Dr. Arnold M. Raem am 20. April 2024: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”

                                    Dr. Arnold M. Raem ist Gründer der arrows biomedical Deutschland GmbH mit Sitz im Centrum für Nanotechnologie „CeNTech“ der Universität Münster. Die arrows biomedical Deutschland GmbH ist ein Servicelabor mit den Schwerpunkten im Bereich der molekularen Biomedizin / Onkologie. Dr. Arnold M. Raem hat zahlreiche, excellent bewertete Bücher herausgegeben, darunter das Handbuch für Geriatrie. Lehrbuch für Praxis und Klinik. (2005). Düsseldorf: Deutsche Krankhaus Verlagsgesellschaft, mit einem Kapitel Künstlerische Therapien in der Geriatrie, S. 859-869.    
                                                 
                                  • Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke am 20. April 2024: “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                     
                                    In diesem Workshop soll das Thema der “Bewegung” in seiner Bedeutung für eine zunehmend älter werdende Gesellschaft im Vordergrund symbolischer Durcharbeitung stehen. Der kreative Umgang mit Bewegung und Stillstand ist für viele ältere Patient:innen elementar. Im therapeutischen Setting nimmt die Anzahl derer, die auch ab 60 Jahren “Stärkungswünsche” für sich hegen, stetig zu. Gerade Frauen stehen aus unterschiedlichen Lebenslagen, wie nach einer Scheidung, dem Auszug der Kinder, Sich-Kümmern um einen pflegebedürftigen Angehörigen oder Tod des Partners sowie aus weiteren Gründen vor neuen Herausforderungen.    
                                        
                                    Anhand verschiedener Fallvignetten werden wir uns anschauen, welchen Schwierigkeiten ausgewählte Patientinnen während ihrer Lebensspanne ausgesetzt waren, welche individuums-spezifischen Ressourcen und Bedürfnisse vorhanden sind, um die alltäglichen Belastungen als zu meisternde Herausforderungen sehen und nutzen zu können. Fortbewegung und Stillstand sind immer wieder höchst interessante Aspekte in der therapeutischen Durcharbeitung. Äußere und innere Lebensbedingungen können im Zusammenwirken förderliche oder hinderliche Wirkungen entfalten, welchen wir mit der symbolischen Umsetzung des “Sich-Bewegens” und „Schreiten-Lassens“ analysierend nachspüren wollen, die für weitere Entwicklungsprozesse zielführend sind. Es wäre wünschenswert, wenn die Teilnehmenden des Workshops eigene Abbildungen zur kreativen Erfassung von Bewegung (und Stillstand) mitbringen würden.

                                    Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke, Leibniz-Universität Hannover Hannover, ist Psychologische Psychotherapeutin in Eigener Praxis.

                                  • Dr. Laura Bettag am 20.04.2023: Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren

                                    In der Kultur des Flamencos kennen wir zahlreiche Beispiele einer lebenslangen Beschäftigung mit dem Flamencotanz. Es wird nicht als ungewöhnlich empfunden, wenn ältere Tänzerinnen im professionellen Rahmen vor Publikum auftreten und Erfolge feiern. La Chana (geb. 1946) trat im Alter von 75 Jahren von der Bühne ab, wobei sie ihr Programm im Sitzen bewältigte. Tanz kann als Überlebenselixier wirken, wie sie in ihrer Autobiografie „La Chana. Bailaora“ dokumentiert hat. Die qualitative Studie untersucht zunächst solche autobiografische Quellen auf Beschreibungen insbesondere tanztherapeutischer Effekte, die einer langjährigen Karriere bis ins höhere Alter förderlich waren. Häufig unterrichten professionelle Flamencotänzerinnen auch solange es möglich ist. Sie geben dabei neben tänzerischem Wissen allgemeine Überzeugungen und individuelle Einstellungen weiter. Die qualitative Studie will erkunden, welche physisch und psychisch als unterstützend erlebten mentalen Vorstellungen sowie deren tänzerische Umsetzungen von über 60-jährigen Schülerinnen ausgewählter Flamenco-Schulen in Deutschland wahrgenommen und beschrieben werden können.

                                    Der Forschungsprozess wird sich im Wesentlichen auf Interviews von Experteninnen aus dem Bereich des Flamencos und die Auswertung von entsprechend entwickelten Fragebögen stützen. Über die charakteristische Stilistik des Flamencos  hinaus spielt bei deren Gestaltung eine Rolle, ob kulturanthropologische Aspekte und eine „künstlerisch akzentuierte Gesundheitsphilosophie“ (Mastnak, 2022) gerade im höheren Alter in das eigene Tanzen einfließen oder nicht.

                                    Der Beitrag versucht schließlich aus den Ergebnissen der Studie, weiterführende Anregungen zum systematischen Aufbau einer internationalisierten „Flamenco-Therapie“ abzuleiten.

                                    Dr. Laura Bettag, MA, ist als Kulturmanagerin am Nationaltheater Mannheim und freiberuflich als dipl. Tanztherapeutin sowie im Betrieblichen Gesundheitsmanagement tätig. Sie beforscht derzeit insbesondere die therapeutischen Ressourcen des Tanzunterrichts im stilübergreifenden Vergleich.

                                  Lothar Schön ist Musiktherapeut in 95473 Creußen.

                                  • Teilnahmegebühr
                                    • 50 € für Mitglieder
                                    • 80 € für Nichtmitglieder
                                    • 30 € für Studierende

                                    • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                    • Teilnahmegebühr
                                      • 50 € für Mitglieder
                                      • 80 € für Nichtmitglieder
                                      • 30 € für Studierende

                                  Anmeldung: bkt@muenster.org

                                Anmeldung: bkt@muenster.org

                                  • Teilnahmegebühr
                                    • 50 € für Mitglieder
                                    • 80 € für Nichtmitglieder
                                    • 30 € für Studierende

                                Anmeldung: bkt@muenster.org

                                • Teilnahmegebühr
                                  • 50 € für Mitglieder
                                  • 80 € für Nichtmitglieder
                                  • 30 € für Studierende

                                  • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                    • Teilnahmegebühr
                                      • 50 € für Mitglieder
                                      • 80 € für Nichtmitglieder
                                      • 30 € für Studierende

                                  Anmeldung: bkt@muenster.org

                                  • Sa 10:00-13.00 Uhr: 3 Vorträge mit Diskussion:
                                    • 10:00-11.00 Uhr: Dr. Katja Watermann „Alt. Intelligenzgemindert. Vergessen. Kunst und Therapie im Maßregelvollzug.”
                                    • 11:00-12:00 Uhr: Dr. Arnold M. Raem: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”
                                    • 12:00-13:00 Uhr: Dr. Laura Bettag „Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren.”
                                  • Sa 14-16 Uhr: 3 Workshops mit Diskussion:
                                    • 14.00-15.30 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Georg Franzen „Böcklins ‚Toteninsel‘“.
                                    • 15:45-17:00 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.
                                    • 17:15-19.00 Uhr: Dr. Yolanda Bertolaso „Rezeptive Künstlerische Tanztherapie mit stark bewegungseingeschränkten und teilweise dementen Senioren.”
                                  • So 10.00-16:00 Uhr: 1 Vortrag und 3 Workshops mit Diskussion:
                                    • 10:00-11:30 Uhr: Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak „Künstlerische Therapien im Alter.
                                    • 11.45-13.00 Uhr: Prof. Dr. Marion Tacke “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                    • 14.00-16:00 Uhr: Dr. Enrico Otto Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.“
                                    • Poster von Lothar Schön: “Digitalisierung der Musiktherapie”

                                      Ein wichtiger Ansatz für die geplante digitalisierte Musiktherapie ist die soziale Teilhabe von Menschen, die aufgrund gesundheitlicher Beeinträchtigungen benachteiligt sind.

                                      Gleichzeitig wird all denen, die über keine instrumentalen Vorkenntnisse verfügen, eine Plattform geboten, die einen intuitiven Zugang zum Musizieren ermöglicht.

                                      Stellen Sie sich bitte eine Partitur vor, die zwar Melodienverlauf skizziert, aber vom ausführenden Musiker keine Tonhöhenauswahl verlangt. Das macht den musikalischen Prozess einfacher und entlastet unsere Kandidaten.

                                      Die Aufmerksamkeit kann also auf den Rhythmus konzentriert werden.

                                      In erster Linie denke ich an Schlaganfall- und Parkinsonpatienten.

                                      Für psychosomatische Fallbeispiele bieten sich nochmal ganz neuartige erweiterte Musizierzugänge.

                                      Die erleichterte Interaktion für Menschen mit unterschiedlicher musikalischer Vorbildung bildet eine ganz wesentliche Grundlage.

                                      Vorliegende Zusammenfassungen – weitere folgen:

                                      • Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak am 21. April 2024: „Künstlerische Therapien im Alter.
                                        In einer Gesellschaft mit immer höheren Lebenserwartungen spielen Gesundheitsförderung und Gesundheitserhaltung eine zentrale Rolle. Dies wird auch seitens der Weltgesundheitsorganisation WHO mit Hinweis auf die UN-Deklaration zum gesunden Altern United Nations Decade of Healthy Ageing 2021–2030 hervorgehoben. Der Terminus „healthy aging“ muss hier allerdings differenziert verstanden werden und reicht von einer ganzheitlichen Gesunderhaltung im Rahmen natürlicher Alterungsprozesse über spezifische Prävention, etwa von Depression bei Herzinsuffizienz, bis zu spiritueller Gesundheit in der Palliativmedizin.

                                        Die repräsentativen gerontagogischen Gesundheitsaktivitäten an der Musikhochschule in Posen (Akademia Muzyczna im. Ignacego Jana Paderewskiego w Poznaniu) beruhen auf musikalisch-tänzerischen Gruppenaktivitäten und werden zur Zeit länderübergreifend und interdisziplinär beforscht. Während es hier ganzheitlich um psychophysische Gesundheit und soziokulturelle Inklusion geht, stehen bei anderen Aktivitäten spezifische Gesundheitsaspekte im Zentrum. So finden etwa im Österreichischen Herzverband Landesverband Burgenland Musik und Tanz zur Förderung und Rehabilitation kardiovaskulärer und kardiorespiratorischer Gesundheit im Alter Einsatz.

                                        Künstlerische Therapien sind vielerorts aus dem geriatrischen, insbesondere auch dem neurogeriatrischen Bereich, nicht mehr wegzudenken. So wird etwa an der Universitätsklinik Pitié-Salpêtrière in Paris seit Jahren Parkidanse, eine hoch spezifische tanztherapeutische Technik zur Milderung von Parkinsonsymptomatik, eingesetzt. Gegenwärtige Studien deuten darauf hin, dass es dabei zu Synchronisationen zwischen musikalischen und motorischen Rhythmusprozessoren im Gehirn kommt, welche die parkinsontypische Basalgangliendegeneration teils zu kompensieren vermögen.

                                        Am Forschungszentrum für künstlerische Therapien der Changzhi Medical School in China – einer Einrichtung, die vermutlich in den nächsten Jahren im Bereich physiologischer, neurowissenschaftlicher und interdisziplinären Forschung zu künstlerischen Therapien in Klinik und Public Health eine führende Position einnehmen dürfte – werden Musik-Tanz-Prozesse zur Rehabilitation bei Demenz untersucht, wobei sich gegenwärtig abzeichnet, dass die Künste dynamische Netzwerk-Konnektivitäten aktivieren, die letztlich für den therapeutischen Outcome verantwortlich sind.

                                        Künste auf gesundheitsförderndem und therapeutischem Terrain sollen allerdings nicht bloß funktional verstanden werden. Vierzig Jahre künstlerische Therapien im Sinne von Karl Hörmann haben die Unersetzbarkeit des ästhetischen und schöpferischen Moments deutlich gemacht und gleichzeitig die Notwendigkeit von psychologischer und medizinischer Forschung hervorgehoben: die Künste stellen die Intervention, die Wissenschaften liefern Erkenntnisse über künstlerisch-therapeutische Mechanismen.

                                        Während der Vortrag Forschungen zu gesundheitsfördernden und therapeutischen Funktionen der Künste im Alter sowie bei alterstypischen Erkrankungen diskutiert, werden im Workshop einzelne Techniken vorgestellt und in Form von Selbsterfahrung erprobt.

                                        Wolfgang Mastnak ist Professor für künstlerische Therapien am Changzhi Medical College (Volksrepublik China) und wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Kultur, Künste und Medien (长治医学院 人文艺术传媒系) sowie Inhaber des Lehrstuhls für Musikpädagogik (Schulmusik) an der Hochschule für Musik und Theater München. Seine Seminare im Bereich Lehramt umfassen Musikdidaktik, Wissenschaftstheorie, Musik und Gesundheitspädagogik, Neuro-Musikpädagogik und transkulturelle Musikpädagogik. Im Doktoratsstudium betreut er vor allem Studien zur Integration von Musikpädagogik und Musiktherapie. Im Bayerischen Hochschulzentrum für China (BayCHINA) und im Bayerischen Hochschulzentrum für Mittel-, Ost- und Südosteuropa (BAYHOST) ist er der für die Musik- und Kunsthochschulen zuständige Direktor. Er hat Doktorate in Musikpädagogik & Psychologie, Medizinwissenschaften, Sportwissenschaften und Mathematik und ist Psychotherapeut und Mototherapeut. Wolfgang Mastnak ist Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste sowie der New York Academy of Sciences. Seine interdisziplinären Forschungen wurden international vielfach ausgezeichnet.
                                    • Dr. Enrico Otto am 21. April 2024: „Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.

                                      Um für Theaterinteressierte einen sinnvollen Einstieg in eine praktische Theaterarbeit zu gestalten, braucht der Interessent in einem Workshop die Kenntnis von sich selbst als potentiellen Darsteller. Über das Rollenstudium mit szenischer Arbeit an einem selbst ausgesuchten Text (10 Zeilen aus einem Theatertext) lassen sich unter Anleitung vielfältige Varianten des szenischen Ausdrucks erproben.

                                      In einem zweiten Schritt soll aufgrund der Erfahrung mit sich selbst als Darsteller ein szenischer Bezug zu anderen Mit-Darstellern erprobt werden. So gelangt man in einfacher Form zu einer grundlegenden Ensemblearbeit.

                                      Ein möglicher dritter Schritt wäre dann die szenische Erarbeitung einer ganzen Szene.

                                      Der Artikel von Dr. Otto „Theater als Kommunikationsmodell“, erschienen in der MTK-Ausgabe 2023-1, S. 39-100, wird zur vorherigen Lektüre empfohlen. Sein für die folgende MTK-Ausgabe vorgesehener Beitrag “Die Funktionalität des Rollenstudiums im nicht-professionellem Theaterbereich” wird denjenigen zugeschickt, die sich zu seinem Workshop angemeldet haben.

                                      Die Interessenten können sich jetzt schon auf den Workshop vorbereiten:

                                      Bei nicht-profesionellen Inszenierungen taucht immer die Frage nach der richtigen Besetzung der textbezogenen Rollen auf. Diese Frage lässt sich oft bei nicht ausgebildeten Spielleitern kaum richtig beantworten. Vielmehr ist die Frage der Besetzung einem wie auch immer geartetem Gefühl des Spielleiters überlassen. Daher entstehen oft Fehlbesetzungen, die sich im Laufe der Proben heraus-stellen und oft auch zu einem Abbruch der Inszenierungsarbeit führen. Das Rollenstudium ist in solchen Fällen, vor der eigentlichen Inszenie- rungsarbeit durchgeführt, eine wichtige Möglichkeit, den o.g. Vorgang zu umgehen. Da darüber hinaus Rollenstudium eine wichtige Form der Klärung der Darsteller-Persönlichkeit darstellt, zeigt sich anhand des entsprechenden Ergebnisses, wie die Bandbreite der Darstellung aussieht, nachdem festgehalten wurde, ob anhand der Körperhaltung, der Bewegung, der Gestil und Mimik, der Sprache und des Outfits der Darsteller für eine entsprechende Rolle geeignet ist.

                                      Rollenstudium braucht das eingehende Studium verschiedener Rollenstrukturen durch den angehenden Darsteller selbst, indem er aus unterschied-lichen Stücken d i e Rolle über vielleicht maximalen 10 Zeilen aussucht und zum Rollenstudium mitbringt, um daran zu arbeiten.

                                      Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann am 20. April 2024: „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.

                                      Im Alter kommt man nicht umhin, an sein irdisches Ende zu denken. Gerne erinnert man sich an Lieder aus der Kinder- und Jugendzeit und an jene aus dem Erlernen eines Instruments vertraute Musik. Im Gegensatz zu früheren Lebensjahren kann man im Alter mit den schnell wechselnden Popmusikcharts nichts mehr anfangen. Vielmehr befasst man sich mit der zeitlosen klassischen Musik und insbesondere mit solcher, die die eigene Lebenssituation anspricht.

                                      Zu dem Gemälde von Arnold Böckling, das der Diplom-Psychologe Prof. Dr. Georg Franzen (www.kunstpsychologie.de) aus kunstpsychologischer Sicht beleuchtet, gibt es mindestens 29 Vertonungen und damit mehr als zu jedem anderen Bild. Anhand ausgewählter musikalischer Stimmungsbilder soll analysiert werden, was sie dem dafür aufgeschlossenen alten Menschen sagen und wie sie seine multimodale Interaktion beeinflussen können. Hierzu wird ein Film gezeigt und werden Anregungen gegen die üblichen vermeintlich nützlichen Strategien des Singens im Alter gegeben. Damit sich aber im fortgeschrittenen Alter die viel beschworene und erfahrbare Heilkraft von Musik beim Musikhören, Singen und Musizieren entfalten kann, sind trotz aller und gerade bei Gebrechen Voraussetzungen zu beachten, die dem an Erfahrung reichen homo ludens nicht nur ein wohltuendes musikalisches Erleben, sondern jederzeit mit geringem Aufwand ein gehöriges Quantum an flow ermöglichen können.

                                      • Dr. Arnold M. Raem am 20. April 2024: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”

                                        Dr. Arnold M. Raem ist Gründer der arrows biomedical Deutschland GmbH mit Sitz im Centrum für Nanotechnologie „CeNTech“ der Universität Münster. Die arrows biomedical Deutschland GmbH ist ein Servicelabor mit den Schwerpunkten im Bereich der molekularen Biomedizin / Onkologie. Dr. Arnold M. Raem hat zahlreiche, excellent bewertete Bücher herausgegeben, darunter das Handbuch für Geriatrie. Lehrbuch für Praxis und Klinik. (2005). Düsseldorf: Deutsche Krankhaus Verlagsgesellschaft, mit einem Kapitel Künstlerische Therapien in der Geriatrie, S. 859-869.    
                                                     
                                      • Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke am 20. April 2024: “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                         
                                        In diesem Workshop soll das Thema der “Bewegung” in seiner Bedeutung für eine zunehmend älter werdende Gesellschaft im Vordergrund symbolischer Durcharbeitung stehen. Der kreative Umgang mit Bewegung und Stillstand ist für viele ältere Patient:innen elementar. Im therapeutischen Setting nimmt die Anzahl derer, die auch ab 60 Jahren “Stärkungswünsche” für sich hegen, stetig zu. Gerade Frauen stehen aus unterschiedlichen Lebenslagen, wie nach einer Scheidung, dem Auszug der Kinder, Sich-Kümmern um einen pflegebedürftigen Angehörigen oder Tod des Partners sowie aus weiteren Gründen vor neuen Herausforderungen.    
                                            
                                        Anhand verschiedener Fallvignetten werden wir uns anschauen, welchen Schwierigkeiten ausgewählte Patientinnen während ihrer Lebensspanne ausgesetzt waren, welche individuums-spezifischen Ressourcen und Bedürfnisse vorhanden sind, um die alltäglichen Belastungen als zu meisternde Herausforderungen sehen und nutzen zu können. Fortbewegung und Stillstand sind immer wieder höchst interessante Aspekte in der therapeutischen Durcharbeitung. Äußere und innere Lebensbedingungen können im Zusammenwirken förderliche oder hinderliche Wirkungen entfalten, welchen wir mit der symbolischen Umsetzung des “Sich-Bewegens” und „Schreiten-Lassens“ analysierend nachspüren wollen, die für weitere Entwicklungsprozesse zielführend sind. Es wäre wünschenswert, wenn die Teilnehmenden des Workshops eigene Abbildungen zur kreativen Erfassung von Bewegung (und Stillstand) mitbringen würden.

                                        Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke, Leibniz-Universität Hannover Hannover, ist Psychologische Psychotherapeutin in Eigener Praxis.

                                      • Dr. Laura Bettag am 20.04.2023: Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren

                                        In der Kultur des Flamencos kennen wir zahlreiche Beispiele einer lebenslangen Beschäftigung mit dem Flamencotanz. Es wird nicht als ungewöhnlich empfunden, wenn ältere Tänzerinnen im professionellen Rahmen vor Publikum auftreten und Erfolge feiern. La Chana (geb. 1946) trat im Alter von 75 Jahren von der Bühne ab, wobei sie ihr Programm im Sitzen bewältigte. Tanz kann als Überlebenselixier wirken, wie sie in ihrer Autobiografie „La Chana. Bailaora“ dokumentiert hat. Die qualitative Studie untersucht zunächst solche autobiografische Quellen auf Beschreibungen insbesondere tanztherapeutischer Effekte, die einer langjährigen Karriere bis ins höhere Alter förderlich waren. Häufig unterrichten professionelle Flamencotänzerinnen auch solange es möglich ist. Sie geben dabei neben tänzerischem Wissen allgemeine Überzeugungen und individuelle Einstellungen weiter. Die qualitative Studie will erkunden, welche physisch und psychisch als unterstützend erlebten mentalen Vorstellungen sowie deren tänzerische Umsetzungen von über 60-jährigen Schülerinnen ausgewählter Flamenco-Schulen in Deutschland wahrgenommen und beschrieben werden können.

                                        Der Forschungsprozess wird sich im Wesentlichen auf Interviews von Experteninnen aus dem Bereich des Flamencos und die Auswertung von entsprechend entwickelten Fragebögen stützen. Über die charakteristische Stilistik des Flamencos  hinaus spielt bei deren Gestaltung eine Rolle, ob kulturanthropologische Aspekte und eine „künstlerisch akzentuierte Gesundheitsphilosophie“ (Mastnak, 2022) gerade im höheren Alter in das eigene Tanzen einfließen oder nicht.

                                        Der Beitrag versucht schließlich aus den Ergebnissen der Studie, weiterführende Anregungen zum systematischen Aufbau einer internationalisierten „Flamenco-Therapie“ abzuleiten.

                                        Dr. Laura Bettag, MA, ist als Kulturmanagerin am Nationaltheater Mannheim und freiberuflich als dipl. Tanztherapeutin sowie im Betrieblichen Gesundheitsmanagement tätig. Sie beforscht derzeit insbesondere die therapeutischen Ressourcen des Tanzunterrichts im stilübergreifenden Vergleich.

                                      Lothar Schön ist Musiktherapeut in 95473 Creußen.

                                      • Teilnahmegebühr
                                        • 50 € für Mitglieder
                                        • 80 € für Nichtmitglieder
                                        • 30 € für Studierende

                                        • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                        • Teilnahmegebühr
                                          • 50 € für Mitglieder
                                          • 80 € für Nichtmitglieder
                                          • 30 € für Studierende

                                      Anmeldung: bkt@muenster.org

                                      Anmeldung: bkt@muenster.org

                                        • Teilnahmegebühr
                                          • 50 € für Mitglieder
                                          • 80 € für Nichtmitglieder
                                          • 30 € für Studierende

                                      Anmeldung: bkt@muenster.org

                                      • Teilnahmegebühr
                                        • 50 € für Mitglieder
                                        • 80 € für Nichtmitglieder
                                        • 30 € für Studierende

                                        • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                          • Teilnahmegebühr
                                            • 50 € für Mitglieder
                                            • 80 € für Nichtmitglieder
                                            • 30 € für Studierende

                                        Anmeldung: bkt@muenster.org

                                        • Sa 10:00-13.00 Uhr: 3 Vorträge mit Diskussion:
                                          • 10:00-11.00 Uhr: Dr. Katja Watermann „Alt. Intelligenzgemindert. Vergessen. Kunst und Therapie im Maßregelvollzug.”
                                          • 11:00-12:00 Uhr: Dr. Arnold M. Raem: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”
                                          • 12:00-13:00 Uhr: Dr. Laura Bettag „Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren.”
                                        • Sa 14-16 Uhr: 3 Workshops mit Diskussion:
                                          • 14.00-15.30 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Georg Franzen „Böcklins ‚Toteninsel‘“.
                                          • 15:45-17:00 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.
                                          • 17:15-19.00 Uhr: Dr. Yolanda Bertolaso „Rezeptive Künstlerische Tanztherapie mit stark bewegungseingeschränkten und teilweise dementen Senioren.”
                                        • So 10.00-16:00 Uhr: 1 Vortrag und 3 Workshops mit Diskussion:
                                          • 10:00-11:30 Uhr: Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak „Künstlerische Therapien im Alter.
                                          • 11.45-13.00 Uhr: Prof. Dr. Marion Tacke “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                          • 14.00-16:00 Uhr: Dr. Enrico Otto Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.“
                                          • Poster von Lothar Schön: “Digitalisierung der Musiktherapie”

                                            Ein wichtiger Ansatz für die geplante digitalisierte Musiktherapie ist die soziale Teilhabe von Menschen, die aufgrund gesundheitlicher Beeinträchtigungen benachteiligt sind.

                                            Gleichzeitig wird all denen, die über keine instrumentalen Vorkenntnisse verfügen, eine Plattform geboten, die einen intuitiven Zugang zum Musizieren ermöglicht.

                                            Stellen Sie sich bitte eine Partitur vor, die zwar Melodienverlauf skizziert, aber vom ausführenden Musiker keine Tonhöhenauswahl verlangt. Das macht den musikalischen Prozess einfacher und entlastet unsere Kandidaten.

                                            Die Aufmerksamkeit kann also auf den Rhythmus konzentriert werden.

                                            In erster Linie denke ich an Schlaganfall- und Parkinsonpatienten.

                                            Für psychosomatische Fallbeispiele bieten sich nochmal ganz neuartige erweiterte Musizierzugänge.

                                            Die erleichterte Interaktion für Menschen mit unterschiedlicher musikalischer Vorbildung bildet eine ganz wesentliche Grundlage.

                                            Vorliegende Zusammenfassungen – weitere folgen:

                                            • Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak am 21. April 2024: „Künstlerische Therapien im Alter.
                                              In einer Gesellschaft mit immer höheren Lebenserwartungen spielen Gesundheitsförderung und Gesundheitserhaltung eine zentrale Rolle. Dies wird auch seitens der Weltgesundheitsorganisation WHO mit Hinweis auf die UN-Deklaration zum gesunden Altern United Nations Decade of Healthy Ageing 2021–2030 hervorgehoben. Der Terminus „healthy aging“ muss hier allerdings differenziert verstanden werden und reicht von einer ganzheitlichen Gesunderhaltung im Rahmen natürlicher Alterungsprozesse über spezifische Prävention, etwa von Depression bei Herzinsuffizienz, bis zu spiritueller Gesundheit in der Palliativmedizin.

                                              Die repräsentativen gerontagogischen Gesundheitsaktivitäten an der Musikhochschule in Posen (Akademia Muzyczna im. Ignacego Jana Paderewskiego w Poznaniu) beruhen auf musikalisch-tänzerischen Gruppenaktivitäten und werden zur Zeit länderübergreifend und interdisziplinär beforscht. Während es hier ganzheitlich um psychophysische Gesundheit und soziokulturelle Inklusion geht, stehen bei anderen Aktivitäten spezifische Gesundheitsaspekte im Zentrum. So finden etwa im Österreichischen Herzverband Landesverband Burgenland Musik und Tanz zur Förderung und Rehabilitation kardiovaskulärer und kardiorespiratorischer Gesundheit im Alter Einsatz.

                                              Künstlerische Therapien sind vielerorts aus dem geriatrischen, insbesondere auch dem neurogeriatrischen Bereich, nicht mehr wegzudenken. So wird etwa an der Universitätsklinik Pitié-Salpêtrière in Paris seit Jahren Parkidanse, eine hoch spezifische tanztherapeutische Technik zur Milderung von Parkinsonsymptomatik, eingesetzt. Gegenwärtige Studien deuten darauf hin, dass es dabei zu Synchronisationen zwischen musikalischen und motorischen Rhythmusprozessoren im Gehirn kommt, welche die parkinsontypische Basalgangliendegeneration teils zu kompensieren vermögen.

                                              Am Forschungszentrum für künstlerische Therapien der Changzhi Medical School in China – einer Einrichtung, die vermutlich in den nächsten Jahren im Bereich physiologischer, neurowissenschaftlicher und interdisziplinären Forschung zu künstlerischen Therapien in Klinik und Public Health eine führende Position einnehmen dürfte – werden Musik-Tanz-Prozesse zur Rehabilitation bei Demenz untersucht, wobei sich gegenwärtig abzeichnet, dass die Künste dynamische Netzwerk-Konnektivitäten aktivieren, die letztlich für den therapeutischen Outcome verantwortlich sind.

                                              Künste auf gesundheitsförderndem und therapeutischem Terrain sollen allerdings nicht bloß funktional verstanden werden. Vierzig Jahre künstlerische Therapien im Sinne von Karl Hörmann haben die Unersetzbarkeit des ästhetischen und schöpferischen Moments deutlich gemacht und gleichzeitig die Notwendigkeit von psychologischer und medizinischer Forschung hervorgehoben: die Künste stellen die Intervention, die Wissenschaften liefern Erkenntnisse über künstlerisch-therapeutische Mechanismen.

                                              Während der Vortrag Forschungen zu gesundheitsfördernden und therapeutischen Funktionen der Künste im Alter sowie bei alterstypischen Erkrankungen diskutiert, werden im Workshop einzelne Techniken vorgestellt und in Form von Selbsterfahrung erprobt.

                                              Wolfgang Mastnak ist Professor für künstlerische Therapien am Changzhi Medical College (Volksrepublik China) und wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Kultur, Künste und Medien (长治医学院 人文艺术传媒系) sowie Inhaber des Lehrstuhls für Musikpädagogik (Schulmusik) an der Hochschule für Musik und Theater München. Seine Seminare im Bereich Lehramt umfassen Musikdidaktik, Wissenschaftstheorie, Musik und Gesundheitspädagogik, Neuro-Musikpädagogik und transkulturelle Musikpädagogik. Im Doktoratsstudium betreut er vor allem Studien zur Integration von Musikpädagogik und Musiktherapie. Im Bayerischen Hochschulzentrum für China (BayCHINA) und im Bayerischen Hochschulzentrum für Mittel-, Ost- und Südosteuropa (BAYHOST) ist er der für die Musik- und Kunsthochschulen zuständige Direktor. Er hat Doktorate in Musikpädagogik & Psychologie, Medizinwissenschaften, Sportwissenschaften und Mathematik und ist Psychotherapeut und Mototherapeut. Wolfgang Mastnak ist Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste sowie der New York Academy of Sciences. Seine interdisziplinären Forschungen wurden international vielfach ausgezeichnet.
                                          • Dr. Enrico Otto am 21. April 2024: „Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.

                                            Um für Theaterinteressierte einen sinnvollen Einstieg in eine praktische Theaterarbeit zu gestalten, braucht der Interessent in einem Workshop die Kenntnis von sich selbst als potentiellen Darsteller. Über das Rollenstudium mit szenischer Arbeit an einem selbst ausgesuchten Text (10 Zeilen aus einem Theatertext) lassen sich unter Anleitung vielfältige Varianten des szenischen Ausdrucks erproben.

                                            In einem zweiten Schritt soll aufgrund der Erfahrung mit sich selbst als Darsteller ein szenischer Bezug zu anderen Mit-Darstellern erprobt werden. So gelangt man in einfacher Form zu einer grundlegenden Ensemblearbeit.

                                            Ein möglicher dritter Schritt wäre dann die szenische Erarbeitung einer ganzen Szene.

                                            Der Artikel von Dr. Otto „Theater als Kommunikationsmodell“, erschienen in der MTK-Ausgabe 2023-1, S. 39-100, wird zur vorherigen Lektüre empfohlen. Sein für die folgende MTK-Ausgabe vorgesehener Beitrag “Die Funktionalität des Rollenstudiums im nicht-professionellem Theaterbereich” wird denjenigen zugeschickt, die sich zu seinem Workshop angemeldet haben.

                                            Die Interessenten können sich jetzt schon auf den Workshop vorbereiten:

                                            Bei nicht-profesionellen Inszenierungen taucht immer die Frage nach der richtigen Besetzung der textbezogenen Rollen auf. Diese Frage lässt sich oft bei nicht ausgebildeten Spielleitern kaum richtig beantworten. Vielmehr ist die Frage der Besetzung einem wie auch immer geartetem Gefühl des Spielleiters überlassen. Daher entstehen oft Fehlbesetzungen, die sich im Laufe der Proben heraus-stellen und oft auch zu einem Abbruch der Inszenierungsarbeit führen. Das Rollenstudium ist in solchen Fällen, vor der eigentlichen Inszenie- rungsarbeit durchgeführt, eine wichtige Möglichkeit, den o.g. Vorgang zu umgehen. Da darüber hinaus Rollenstudium eine wichtige Form der Klärung der Darsteller-Persönlichkeit darstellt, zeigt sich anhand des entsprechenden Ergebnisses, wie die Bandbreite der Darstellung aussieht, nachdem festgehalten wurde, ob anhand der Körperhaltung, der Bewegung, der Gestil und Mimik, der Sprache und des Outfits der Darsteller für eine entsprechende Rolle geeignet ist.

                                            Rollenstudium braucht das eingehende Studium verschiedener Rollenstrukturen durch den angehenden Darsteller selbst, indem er aus unterschied-lichen Stücken d i e Rolle über vielleicht maximalen 10 Zeilen aussucht und zum Rollenstudium mitbringt, um daran zu arbeiten.

                                            Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann am 20. April 2024: „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.

                                            Im Alter kommt man nicht umhin, an sein irdisches Ende zu denken. Gerne erinnert man sich an Lieder aus der Kinder- und Jugendzeit und an jene aus dem Erlernen eines Instruments vertraute Musik. Im Gegensatz zu früheren Lebensjahren kann man im Alter mit den schnell wechselnden Popmusikcharts nichts mehr anfangen. Vielmehr befasst man sich mit der zeitlosen klassischen Musik und insbesondere mit solcher, die die eigene Lebenssituation anspricht.

                                            Zu dem Gemälde von Arnold Böckling, das der Diplom-Psychologe Prof. Dr. Georg Franzen (www.kunstpsychologie.de) aus kunstpsychologischer Sicht beleuchtet, gibt es mindestens 29 Vertonungen und damit mehr als zu jedem anderen Bild. Anhand ausgewählter musikalischer Stimmungsbilder soll analysiert werden, was sie dem dafür aufgeschlossenen alten Menschen sagen und wie sie seine multimodale Interaktion beeinflussen können. Hierzu wird ein Film gezeigt und werden Anregungen gegen die üblichen vermeintlich nützlichen Strategien des Singens im Alter gegeben. Damit sich aber im fortgeschrittenen Alter die viel beschworene und erfahrbare Heilkraft von Musik beim Musikhören, Singen und Musizieren entfalten kann, sind trotz aller und gerade bei Gebrechen Voraussetzungen zu beachten, die dem an Erfahrung reichen homo ludens nicht nur ein wohltuendes musikalisches Erleben, sondern jederzeit mit geringem Aufwand ein gehöriges Quantum an flow ermöglichen können.

                                            • Dr. Arnold M. Raem am 20. April 2024: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”

                                              Dr. Arnold M. Raem ist Gründer der arrows biomedical Deutschland GmbH mit Sitz im Centrum für Nanotechnologie „CeNTech“ der Universität Münster. Die arrows biomedical Deutschland GmbH ist ein Servicelabor mit den Schwerpunkten im Bereich der molekularen Biomedizin / Onkologie. Dr. Arnold M. Raem hat zahlreiche, excellent bewertete Bücher herausgegeben, darunter das Handbuch für Geriatrie. Lehrbuch für Praxis und Klinik. (2005). Düsseldorf: Deutsche Krankhaus Verlagsgesellschaft, mit einem Kapitel Künstlerische Therapien in der Geriatrie, S. 859-869.    
                                                           
                                            • Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke am 20. April 2024: “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                               
                                              In diesem Workshop soll das Thema der “Bewegung” in seiner Bedeutung für eine zunehmend älter werdende Gesellschaft im Vordergrund symbolischer Durcharbeitung stehen. Der kreative Umgang mit Bewegung und Stillstand ist für viele ältere Patient:innen elementar. Im therapeutischen Setting nimmt die Anzahl derer, die auch ab 60 Jahren “Stärkungswünsche” für sich hegen, stetig zu. Gerade Frauen stehen aus unterschiedlichen Lebenslagen, wie nach einer Scheidung, dem Auszug der Kinder, Sich-Kümmern um einen pflegebedürftigen Angehörigen oder Tod des Partners sowie aus weiteren Gründen vor neuen Herausforderungen.    
                                                  
                                              Anhand verschiedener Fallvignetten werden wir uns anschauen, welchen Schwierigkeiten ausgewählte Patientinnen während ihrer Lebensspanne ausgesetzt waren, welche individuums-spezifischen Ressourcen und Bedürfnisse vorhanden sind, um die alltäglichen Belastungen als zu meisternde Herausforderungen sehen und nutzen zu können. Fortbewegung und Stillstand sind immer wieder höchst interessante Aspekte in der therapeutischen Durcharbeitung. Äußere und innere Lebensbedingungen können im Zusammenwirken förderliche oder hinderliche Wirkungen entfalten, welchen wir mit der symbolischen Umsetzung des “Sich-Bewegens” und „Schreiten-Lassens“ analysierend nachspüren wollen, die für weitere Entwicklungsprozesse zielführend sind. Es wäre wünschenswert, wenn die Teilnehmenden des Workshops eigene Abbildungen zur kreativen Erfassung von Bewegung (und Stillstand) mitbringen würden.

                                              Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke, Leibniz-Universität Hannover Hannover, ist Psychologische Psychotherapeutin in Eigener Praxis.

                                            • Dr. Laura Bettag am 20.04.2023: Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren

                                              In der Kultur des Flamencos kennen wir zahlreiche Beispiele einer lebenslangen Beschäftigung mit dem Flamencotanz. Es wird nicht als ungewöhnlich empfunden, wenn ältere Tänzerinnen im professionellen Rahmen vor Publikum auftreten und Erfolge feiern. La Chana (geb. 1946) trat im Alter von 75 Jahren von der Bühne ab, wobei sie ihr Programm im Sitzen bewältigte. Tanz kann als Überlebenselixier wirken, wie sie in ihrer Autobiografie „La Chana. Bailaora“ dokumentiert hat. Die qualitative Studie untersucht zunächst solche autobiografische Quellen auf Beschreibungen insbesondere tanztherapeutischer Effekte, die einer langjährigen Karriere bis ins höhere Alter förderlich waren. Häufig unterrichten professionelle Flamencotänzerinnen auch solange es möglich ist. Sie geben dabei neben tänzerischem Wissen allgemeine Überzeugungen und individuelle Einstellungen weiter. Die qualitative Studie will erkunden, welche physisch und psychisch als unterstützend erlebten mentalen Vorstellungen sowie deren tänzerische Umsetzungen von über 60-jährigen Schülerinnen ausgewählter Flamenco-Schulen in Deutschland wahrgenommen und beschrieben werden können.

                                              Der Forschungsprozess wird sich im Wesentlichen auf Interviews von Experteninnen aus dem Bereich des Flamencos und die Auswertung von entsprechend entwickelten Fragebögen stützen. Über die charakteristische Stilistik des Flamencos  hinaus spielt bei deren Gestaltung eine Rolle, ob kulturanthropologische Aspekte und eine „künstlerisch akzentuierte Gesundheitsphilosophie“ (Mastnak, 2022) gerade im höheren Alter in das eigene Tanzen einfließen oder nicht.

                                              Der Beitrag versucht schließlich aus den Ergebnissen der Studie, weiterführende Anregungen zum systematischen Aufbau einer internationalisierten „Flamenco-Therapie“ abzuleiten.

                                              Dr. Laura Bettag, MA, ist als Kulturmanagerin am Nationaltheater Mannheim und freiberuflich als dipl. Tanztherapeutin sowie im Betrieblichen Gesundheitsmanagement tätig. Sie beforscht derzeit insbesondere die therapeutischen Ressourcen des Tanzunterrichts im stilübergreifenden Vergleich.

                                            Lothar Schön ist Musiktherapeut in 95473 Creußen.

                                            • Teilnahmegebühr
                                              • 50 € für Mitglieder
                                              • 80 € für Nichtmitglieder
                                              • 30 € für Studierende

                                              • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                              • Teilnahmegebühr
                                                • 50 € für Mitglieder
                                                • 80 € für Nichtmitglieder
                                                • 30 € für Studierende

                                            Anmeldung: bkt@muenster.org

                                        • Teilnahmegebühr
                                          • 50 € für Mitglieder
                                          • 80 € für Nichtmitglieder
                                          • 30 € für Studierende

                                          • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                              • Teilnahmegebühr
                                                • 50 € für Mitglieder
                                                • 80 € für Nichtmitglieder
                                                • 30 € für Studierende

                                            Anmeldung: bkt@muenster.org

                                            • Teilnahmegebühr
                                              • 50 € für Mitglieder
                                              • 80 € für Nichtmitglieder
                                              • 30 € für Studierende

                                              • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                • Teilnahmegebühr
                                                  • 50 € für Mitglieder
                                                  • 80 € für Nichtmitglieder
                                                  • 30 € für Studierende

                                              Anmeldung: bkt@muenster.org

                                              • Sa 10:00-13.00 Uhr: 3 Vorträge mit Diskussion:
                                                • 10:00-11.00 Uhr: Dr. Katja Watermann „Alt. Intelligenzgemindert. Vergessen. Kunst und Therapie im Maßregelvollzug.”
                                                • 11:00-12:00 Uhr: Dr. Arnold M. Raem: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”
                                                • 12:00-13:00 Uhr: Dr. Laura Bettag „Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren.”
                                              • Sa 14-16 Uhr: 3 Workshops mit Diskussion:
                                                • 14.00-15.30 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Georg Franzen „Böcklins ‚Toteninsel‘“.
                                                • 15:45-17:00 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.
                                                • 17:15-19.00 Uhr: Dr. Yolanda Bertolaso „Rezeptive Künstlerische Tanztherapie mit stark bewegungseingeschränkten und teilweise dementen Senioren.”
                                              • So 10.00-16:00 Uhr: 1 Vortrag und 3 Workshops mit Diskussion:
                                                • 10:00-11:30 Uhr: Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak „Künstlerische Therapien im Alter.
                                                • 11.45-13.00 Uhr: Prof. Dr. Marion Tacke “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                                • 14.00-16:00 Uhr: Dr. Enrico Otto Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.“
                                                • Poster von Lothar Schön: “Digitalisierung der Musiktherapie”

                                                  Ein wichtiger Ansatz für die geplante digitalisierte Musiktherapie ist die soziale Teilhabe von Menschen, die aufgrund gesundheitlicher Beeinträchtigungen benachteiligt sind.

                                                  Gleichzeitig wird all denen, die über keine instrumentalen Vorkenntnisse verfügen, eine Plattform geboten, die einen intuitiven Zugang zum Musizieren ermöglicht.

                                                  Stellen Sie sich bitte eine Partitur vor, die zwar Melodienverlauf skizziert, aber vom ausführenden Musiker keine Tonhöhenauswahl verlangt. Das macht den musikalischen Prozess einfacher und entlastet unsere Kandidaten.

                                                  Die Aufmerksamkeit kann also auf den Rhythmus konzentriert werden.

                                                  In erster Linie denke ich an Schlaganfall- und Parkinsonpatienten.

                                                  Für psychosomatische Fallbeispiele bieten sich nochmal ganz neuartige erweiterte Musizierzugänge.

                                                  Die erleichterte Interaktion für Menschen mit unterschiedlicher musikalischer Vorbildung bildet eine ganz wesentliche Grundlage.

                                                  Vorliegende Zusammenfassungen – weitere folgen:

                                                  • Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak am 21. April 2024: „Künstlerische Therapien im Alter.
                                                    In einer Gesellschaft mit immer höheren Lebenserwartungen spielen Gesundheitsförderung und Gesundheitserhaltung eine zentrale Rolle. Dies wird auch seitens der Weltgesundheitsorganisation WHO mit Hinweis auf die UN-Deklaration zum gesunden Altern United Nations Decade of Healthy Ageing 2021–2030 hervorgehoben. Der Terminus „healthy aging“ muss hier allerdings differenziert verstanden werden und reicht von einer ganzheitlichen Gesunderhaltung im Rahmen natürlicher Alterungsprozesse über spezifische Prävention, etwa von Depression bei Herzinsuffizienz, bis zu spiritueller Gesundheit in der Palliativmedizin.

                                                    Die repräsentativen gerontagogischen Gesundheitsaktivitäten an der Musikhochschule in Posen (Akademia Muzyczna im. Ignacego Jana Paderewskiego w Poznaniu) beruhen auf musikalisch-tänzerischen Gruppenaktivitäten und werden zur Zeit länderübergreifend und interdisziplinär beforscht. Während es hier ganzheitlich um psychophysische Gesundheit und soziokulturelle Inklusion geht, stehen bei anderen Aktivitäten spezifische Gesundheitsaspekte im Zentrum. So finden etwa im Österreichischen Herzverband Landesverband Burgenland Musik und Tanz zur Förderung und Rehabilitation kardiovaskulärer und kardiorespiratorischer Gesundheit im Alter Einsatz.

                                                    Künstlerische Therapien sind vielerorts aus dem geriatrischen, insbesondere auch dem neurogeriatrischen Bereich, nicht mehr wegzudenken. So wird etwa an der Universitätsklinik Pitié-Salpêtrière in Paris seit Jahren Parkidanse, eine hoch spezifische tanztherapeutische Technik zur Milderung von Parkinsonsymptomatik, eingesetzt. Gegenwärtige Studien deuten darauf hin, dass es dabei zu Synchronisationen zwischen musikalischen und motorischen Rhythmusprozessoren im Gehirn kommt, welche die parkinsontypische Basalgangliendegeneration teils zu kompensieren vermögen.

                                                    Am Forschungszentrum für künstlerische Therapien der Changzhi Medical School in China – einer Einrichtung, die vermutlich in den nächsten Jahren im Bereich physiologischer, neurowissenschaftlicher und interdisziplinären Forschung zu künstlerischen Therapien in Klinik und Public Health eine führende Position einnehmen dürfte – werden Musik-Tanz-Prozesse zur Rehabilitation bei Demenz untersucht, wobei sich gegenwärtig abzeichnet, dass die Künste dynamische Netzwerk-Konnektivitäten aktivieren, die letztlich für den therapeutischen Outcome verantwortlich sind.

                                                    Künste auf gesundheitsförderndem und therapeutischem Terrain sollen allerdings nicht bloß funktional verstanden werden. Vierzig Jahre künstlerische Therapien im Sinne von Karl Hörmann haben die Unersetzbarkeit des ästhetischen und schöpferischen Moments deutlich gemacht und gleichzeitig die Notwendigkeit von psychologischer und medizinischer Forschung hervorgehoben: die Künste stellen die Intervention, die Wissenschaften liefern Erkenntnisse über künstlerisch-therapeutische Mechanismen.

                                                    Während der Vortrag Forschungen zu gesundheitsfördernden und therapeutischen Funktionen der Künste im Alter sowie bei alterstypischen Erkrankungen diskutiert, werden im Workshop einzelne Techniken vorgestellt und in Form von Selbsterfahrung erprobt.

                                                    Wolfgang Mastnak ist Professor für künstlerische Therapien am Changzhi Medical College (Volksrepublik China) und wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Kultur, Künste und Medien (长治医学院 人文艺术传媒系) sowie Inhaber des Lehrstuhls für Musikpädagogik (Schulmusik) an der Hochschule für Musik und Theater München. Seine Seminare im Bereich Lehramt umfassen Musikdidaktik, Wissenschaftstheorie, Musik und Gesundheitspädagogik, Neuro-Musikpädagogik und transkulturelle Musikpädagogik. Im Doktoratsstudium betreut er vor allem Studien zur Integration von Musikpädagogik und Musiktherapie. Im Bayerischen Hochschulzentrum für China (BayCHINA) und im Bayerischen Hochschulzentrum für Mittel-, Ost- und Südosteuropa (BAYHOST) ist er der für die Musik- und Kunsthochschulen zuständige Direktor. Er hat Doktorate in Musikpädagogik & Psychologie, Medizinwissenschaften, Sportwissenschaften und Mathematik und ist Psychotherapeut und Mototherapeut. Wolfgang Mastnak ist Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste sowie der New York Academy of Sciences. Seine interdisziplinären Forschungen wurden international vielfach ausgezeichnet.
                                                • Dr. Enrico Otto am 21. April 2024: „Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.

                                                  Um für Theaterinteressierte einen sinnvollen Einstieg in eine praktische Theaterarbeit zu gestalten, braucht der Interessent in einem Workshop die Kenntnis von sich selbst als potentiellen Darsteller. Über das Rollenstudium mit szenischer Arbeit an einem selbst ausgesuchten Text (10 Zeilen aus einem Theatertext) lassen sich unter Anleitung vielfältige Varianten des szenischen Ausdrucks erproben.

                                                  In einem zweiten Schritt soll aufgrund der Erfahrung mit sich selbst als Darsteller ein szenischer Bezug zu anderen Mit-Darstellern erprobt werden. So gelangt man in einfacher Form zu einer grundlegenden Ensemblearbeit.

                                                  Ein möglicher dritter Schritt wäre dann die szenische Erarbeitung einer ganzen Szene.

                                                  Der Artikel von Dr. Otto „Theater als Kommunikationsmodell“, erschienen in der MTK-Ausgabe 2023-1, S. 39-100, wird zur vorherigen Lektüre empfohlen. Sein für die folgende MTK-Ausgabe vorgesehener Beitrag “Die Funktionalität des Rollenstudiums im nicht-professionellem Theaterbereich” wird denjenigen zugeschickt, die sich zu seinem Workshop angemeldet haben.

                                                  Die Interessenten können sich jetzt schon auf den Workshop vorbereiten:

                                                  Bei nicht-profesionellen Inszenierungen taucht immer die Frage nach der richtigen Besetzung der textbezogenen Rollen auf. Diese Frage lässt sich oft bei nicht ausgebildeten Spielleitern kaum richtig beantworten. Vielmehr ist die Frage der Besetzung einem wie auch immer geartetem Gefühl des Spielleiters überlassen. Daher entstehen oft Fehlbesetzungen, die sich im Laufe der Proben heraus-stellen und oft auch zu einem Abbruch der Inszenierungsarbeit führen. Das Rollenstudium ist in solchen Fällen, vor der eigentlichen Inszenie- rungsarbeit durchgeführt, eine wichtige Möglichkeit, den o.g. Vorgang zu umgehen. Da darüber hinaus Rollenstudium eine wichtige Form der Klärung der Darsteller-Persönlichkeit darstellt, zeigt sich anhand des entsprechenden Ergebnisses, wie die Bandbreite der Darstellung aussieht, nachdem festgehalten wurde, ob anhand der Körperhaltung, der Bewegung, der Gestil und Mimik, der Sprache und des Outfits der Darsteller für eine entsprechende Rolle geeignet ist.

                                                  Rollenstudium braucht das eingehende Studium verschiedener Rollenstrukturen durch den angehenden Darsteller selbst, indem er aus unterschied-lichen Stücken d i e Rolle über vielleicht maximalen 10 Zeilen aussucht und zum Rollenstudium mitbringt, um daran zu arbeiten.

                                                  Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann am 20. April 2024: „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.

                                                  Im Alter kommt man nicht umhin, an sein irdisches Ende zu denken. Gerne erinnert man sich an Lieder aus der Kinder- und Jugendzeit und an jene aus dem Erlernen eines Instruments vertraute Musik. Im Gegensatz zu früheren Lebensjahren kann man im Alter mit den schnell wechselnden Popmusikcharts nichts mehr anfangen. Vielmehr befasst man sich mit der zeitlosen klassischen Musik und insbesondere mit solcher, die die eigene Lebenssituation anspricht.

                                                  Zu dem Gemälde von Arnold Böckling, das der Diplom-Psychologe Prof. Dr. Georg Franzen (www.kunstpsychologie.de) aus kunstpsychologischer Sicht beleuchtet, gibt es mindestens 29 Vertonungen und damit mehr als zu jedem anderen Bild. Anhand ausgewählter musikalischer Stimmungsbilder soll analysiert werden, was sie dem dafür aufgeschlossenen alten Menschen sagen und wie sie seine multimodale Interaktion beeinflussen können. Hierzu wird ein Film gezeigt und werden Anregungen gegen die üblichen vermeintlich nützlichen Strategien des Singens im Alter gegeben. Damit sich aber im fortgeschrittenen Alter die viel beschworene und erfahrbare Heilkraft von Musik beim Musikhören, Singen und Musizieren entfalten kann, sind trotz aller und gerade bei Gebrechen Voraussetzungen zu beachten, die dem an Erfahrung reichen homo ludens nicht nur ein wohltuendes musikalisches Erleben, sondern jederzeit mit geringem Aufwand ein gehöriges Quantum an flow ermöglichen können.

                                                  • Dr. Arnold M. Raem am 20. April 2024: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”

                                                    Dr. Arnold M. Raem ist Gründer der arrows biomedical Deutschland GmbH mit Sitz im Centrum für Nanotechnologie „CeNTech“ der Universität Münster. Die arrows biomedical Deutschland GmbH ist ein Servicelabor mit den Schwerpunkten im Bereich der molekularen Biomedizin / Onkologie. Dr. Arnold M. Raem hat zahlreiche, excellent bewertete Bücher herausgegeben, darunter das Handbuch für Geriatrie. Lehrbuch für Praxis und Klinik. (2005). Düsseldorf: Deutsche Krankhaus Verlagsgesellschaft, mit einem Kapitel Künstlerische Therapien in der Geriatrie, S. 859-869.    
                                                                 
                                                  • Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke am 20. April 2024: “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                                     
                                                    In diesem Workshop soll das Thema der “Bewegung” in seiner Bedeutung für eine zunehmend älter werdende Gesellschaft im Vordergrund symbolischer Durcharbeitung stehen. Der kreative Umgang mit Bewegung und Stillstand ist für viele ältere Patient:innen elementar. Im therapeutischen Setting nimmt die Anzahl derer, die auch ab 60 Jahren “Stärkungswünsche” für sich hegen, stetig zu. Gerade Frauen stehen aus unterschiedlichen Lebenslagen, wie nach einer Scheidung, dem Auszug der Kinder, Sich-Kümmern um einen pflegebedürftigen Angehörigen oder Tod des Partners sowie aus weiteren Gründen vor neuen Herausforderungen.    
                                                        
                                                    Anhand verschiedener Fallvignetten werden wir uns anschauen, welchen Schwierigkeiten ausgewählte Patientinnen während ihrer Lebensspanne ausgesetzt waren, welche individuums-spezifischen Ressourcen und Bedürfnisse vorhanden sind, um die alltäglichen Belastungen als zu meisternde Herausforderungen sehen und nutzen zu können. Fortbewegung und Stillstand sind immer wieder höchst interessante Aspekte in der therapeutischen Durcharbeitung. Äußere und innere Lebensbedingungen können im Zusammenwirken förderliche oder hinderliche Wirkungen entfalten, welchen wir mit der symbolischen Umsetzung des “Sich-Bewegens” und „Schreiten-Lassens“ analysierend nachspüren wollen, die für weitere Entwicklungsprozesse zielführend sind. Es wäre wünschenswert, wenn die Teilnehmenden des Workshops eigene Abbildungen zur kreativen Erfassung von Bewegung (und Stillstand) mitbringen würden.

                                                    Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke, Leibniz-Universität Hannover Hannover, ist Psychologische Psychotherapeutin in Eigener Praxis.

                                                  • Dr. Laura Bettag am 20.04.2023: Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren

                                                    In der Kultur des Flamencos kennen wir zahlreiche Beispiele einer lebenslangen Beschäftigung mit dem Flamencotanz. Es wird nicht als ungewöhnlich empfunden, wenn ältere Tänzerinnen im professionellen Rahmen vor Publikum auftreten und Erfolge feiern. La Chana (geb. 1946) trat im Alter von 75 Jahren von der Bühne ab, wobei sie ihr Programm im Sitzen bewältigte. Tanz kann als Überlebenselixier wirken, wie sie in ihrer Autobiografie „La Chana. Bailaora“ dokumentiert hat. Die qualitative Studie untersucht zunächst solche autobiografische Quellen auf Beschreibungen insbesondere tanztherapeutischer Effekte, die einer langjährigen Karriere bis ins höhere Alter förderlich waren. Häufig unterrichten professionelle Flamencotänzerinnen auch solange es möglich ist. Sie geben dabei neben tänzerischem Wissen allgemeine Überzeugungen und individuelle Einstellungen weiter. Die qualitative Studie will erkunden, welche physisch und psychisch als unterstützend erlebten mentalen Vorstellungen sowie deren tänzerische Umsetzungen von über 60-jährigen Schülerinnen ausgewählter Flamenco-Schulen in Deutschland wahrgenommen und beschrieben werden können.

                                                    Der Forschungsprozess wird sich im Wesentlichen auf Interviews von Experteninnen aus dem Bereich des Flamencos und die Auswertung von entsprechend entwickelten Fragebögen stützen. Über die charakteristische Stilistik des Flamencos  hinaus spielt bei deren Gestaltung eine Rolle, ob kulturanthropologische Aspekte und eine „künstlerisch akzentuierte Gesundheitsphilosophie“ (Mastnak, 2022) gerade im höheren Alter in das eigene Tanzen einfließen oder nicht.

                                                    Der Beitrag versucht schließlich aus den Ergebnissen der Studie, weiterführende Anregungen zum systematischen Aufbau einer internationalisierten „Flamenco-Therapie“ abzuleiten.

                                                    Dr. Laura Bettag, MA, ist als Kulturmanagerin am Nationaltheater Mannheim und freiberuflich als dipl. Tanztherapeutin sowie im Betrieblichen Gesundheitsmanagement tätig. Sie beforscht derzeit insbesondere die therapeutischen Ressourcen des Tanzunterrichts im stilübergreifenden Vergleich.

                                                  Lothar Schön ist Musiktherapeut in 95473 Creußen.

                                                  • Teilnahmegebühr
                                                    • 50 € für Mitglieder
                                                    • 80 € für Nichtmitglieder
                                                    • 30 € für Studierende

                                                    • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                    • Teilnahmegebühr
                                                      • 50 € für Mitglieder
                                                      • 80 € für Nichtmitglieder
                                                      • 30 € für Studierende

                                                  Anmeldung: bkt@muenster.org

                                              • Teilnahmegebühr
                                                • 50 € für Mitglieder
                                                • 80 € für Nichtmitglieder
                                                • 30 € für Studierende

                                              • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                              • Teilnahmegebühr
                                                • 50 € für Mitglieder
                                                • 80 € für Nichtmitglieder
                                                • 30 € für Studierende

                                                • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                    • Teilnahmegebühr
                                                      • 50 € für Mitglieder
                                                      • 80 € für Nichtmitglieder
                                                      • 30 € für Studierende

                                                  Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                  • Teilnahmegebühr
                                                    • 50 € für Mitglieder
                                                    • 80 € für Nichtmitglieder
                                                    • 30 € für Studierende

                                                    • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                      • Teilnahmegebühr
                                                        • 50 € für Mitglieder
                                                        • 80 € für Nichtmitglieder
                                                        • 30 € für Studierende

                                                    Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                    • Sa 10:00-13.00 Uhr: 3 Vorträge mit Diskussion:
                                                      • 10:00-11.00 Uhr: Dr. Katja Watermann „Alt. Intelligenzgemindert. Vergessen. Kunst und Therapie im Maßregelvollzug.”
                                                      • 11:00-12:00 Uhr: Dr. Arnold M. Raem: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”
                                                      • 12:00-13:00 Uhr: Dr. Laura Bettag „Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren.”
                                                    • Sa 14-16 Uhr: 3 Workshops mit Diskussion:
                                                      • 14.00-15.30 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Georg Franzen „Böcklins ‚Toteninsel‘“.
                                                      • 15:45-17:00 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.
                                                      • 17:15-19.00 Uhr: Dr. Yolanda Bertolaso „Rezeptive Künstlerische Tanztherapie mit stark bewegungseingeschränkten und teilweise dementen Senioren.”
                                                    • So 10.00-16:00 Uhr: 1 Vortrag und 3 Workshops mit Diskussion:
                                                      • 10:00-11:30 Uhr: Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak „Künstlerische Therapien im Alter.
                                                      • 11.45-13.00 Uhr: Prof. Dr. Marion Tacke “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                                      • 14.00-16:00 Uhr: Dr. Enrico Otto Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.“
                                                      • Poster von Lothar Schön: “Digitalisierung der Musiktherapie”

                                                        Ein wichtiger Ansatz für die geplante digitalisierte Musiktherapie ist die soziale Teilhabe von Menschen, die aufgrund gesundheitlicher Beeinträchtigungen benachteiligt sind.

                                                        Gleichzeitig wird all denen, die über keine instrumentalen Vorkenntnisse verfügen, eine Plattform geboten, die einen intuitiven Zugang zum Musizieren ermöglicht.

                                                        Stellen Sie sich bitte eine Partitur vor, die zwar Melodienverlauf skizziert, aber vom ausführenden Musiker keine Tonhöhenauswahl verlangt. Das macht den musikalischen Prozess einfacher und entlastet unsere Kandidaten.

                                                        Die Aufmerksamkeit kann also auf den Rhythmus konzentriert werden.

                                                        In erster Linie denke ich an Schlaganfall- und Parkinsonpatienten.

                                                        Für psychosomatische Fallbeispiele bieten sich nochmal ganz neuartige erweiterte Musizierzugänge.

                                                        Die erleichterte Interaktion für Menschen mit unterschiedlicher musikalischer Vorbildung bildet eine ganz wesentliche Grundlage.

                                                        Vorliegende Zusammenfassungen – weitere folgen:

                                                        • Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak am 21. April 2024: „Künstlerische Therapien im Alter.
                                                          In einer Gesellschaft mit immer höheren Lebenserwartungen spielen Gesundheitsförderung und Gesundheitserhaltung eine zentrale Rolle. Dies wird auch seitens der Weltgesundheitsorganisation WHO mit Hinweis auf die UN-Deklaration zum gesunden Altern United Nations Decade of Healthy Ageing 2021–2030 hervorgehoben. Der Terminus „healthy aging“ muss hier allerdings differenziert verstanden werden und reicht von einer ganzheitlichen Gesunderhaltung im Rahmen natürlicher Alterungsprozesse über spezifische Prävention, etwa von Depression bei Herzinsuffizienz, bis zu spiritueller Gesundheit in der Palliativmedizin.

                                                          Die repräsentativen gerontagogischen Gesundheitsaktivitäten an der Musikhochschule in Posen (Akademia Muzyczna im. Ignacego Jana Paderewskiego w Poznaniu) beruhen auf musikalisch-tänzerischen Gruppenaktivitäten und werden zur Zeit länderübergreifend und interdisziplinär beforscht. Während es hier ganzheitlich um psychophysische Gesundheit und soziokulturelle Inklusion geht, stehen bei anderen Aktivitäten spezifische Gesundheitsaspekte im Zentrum. So finden etwa im Österreichischen Herzverband Landesverband Burgenland Musik und Tanz zur Förderung und Rehabilitation kardiovaskulärer und kardiorespiratorischer Gesundheit im Alter Einsatz.

                                                          Künstlerische Therapien sind vielerorts aus dem geriatrischen, insbesondere auch dem neurogeriatrischen Bereich, nicht mehr wegzudenken. So wird etwa an der Universitätsklinik Pitié-Salpêtrière in Paris seit Jahren Parkidanse, eine hoch spezifische tanztherapeutische Technik zur Milderung von Parkinsonsymptomatik, eingesetzt. Gegenwärtige Studien deuten darauf hin, dass es dabei zu Synchronisationen zwischen musikalischen und motorischen Rhythmusprozessoren im Gehirn kommt, welche die parkinsontypische Basalgangliendegeneration teils zu kompensieren vermögen.

                                                          Am Forschungszentrum für künstlerische Therapien der Changzhi Medical School in China – einer Einrichtung, die vermutlich in den nächsten Jahren im Bereich physiologischer, neurowissenschaftlicher und interdisziplinären Forschung zu künstlerischen Therapien in Klinik und Public Health eine führende Position einnehmen dürfte – werden Musik-Tanz-Prozesse zur Rehabilitation bei Demenz untersucht, wobei sich gegenwärtig abzeichnet, dass die Künste dynamische Netzwerk-Konnektivitäten aktivieren, die letztlich für den therapeutischen Outcome verantwortlich sind.

                                                          Künste auf gesundheitsförderndem und therapeutischem Terrain sollen allerdings nicht bloß funktional verstanden werden. Vierzig Jahre künstlerische Therapien im Sinne von Karl Hörmann haben die Unersetzbarkeit des ästhetischen und schöpferischen Moments deutlich gemacht und gleichzeitig die Notwendigkeit von psychologischer und medizinischer Forschung hervorgehoben: die Künste stellen die Intervention, die Wissenschaften liefern Erkenntnisse über künstlerisch-therapeutische Mechanismen.

                                                          Während der Vortrag Forschungen zu gesundheitsfördernden und therapeutischen Funktionen der Künste im Alter sowie bei alterstypischen Erkrankungen diskutiert, werden im Workshop einzelne Techniken vorgestellt und in Form von Selbsterfahrung erprobt.

                                                          Wolfgang Mastnak ist Professor für künstlerische Therapien am Changzhi Medical College (Volksrepublik China) und wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Kultur, Künste und Medien (长治医学院 人文艺术传媒系) sowie Inhaber des Lehrstuhls für Musikpädagogik (Schulmusik) an der Hochschule für Musik und Theater München. Seine Seminare im Bereich Lehramt umfassen Musikdidaktik, Wissenschaftstheorie, Musik und Gesundheitspädagogik, Neuro-Musikpädagogik und transkulturelle Musikpädagogik. Im Doktoratsstudium betreut er vor allem Studien zur Integration von Musikpädagogik und Musiktherapie. Im Bayerischen Hochschulzentrum für China (BayCHINA) und im Bayerischen Hochschulzentrum für Mittel-, Ost- und Südosteuropa (BAYHOST) ist er der für die Musik- und Kunsthochschulen zuständige Direktor. Er hat Doktorate in Musikpädagogik & Psychologie, Medizinwissenschaften, Sportwissenschaften und Mathematik und ist Psychotherapeut und Mototherapeut. Wolfgang Mastnak ist Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste sowie der New York Academy of Sciences. Seine interdisziplinären Forschungen wurden international vielfach ausgezeichnet.
                                                      • Dr. Enrico Otto am 21. April 2024: „Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.

                                                        Um für Theaterinteressierte einen sinnvollen Einstieg in eine praktische Theaterarbeit zu gestalten, braucht der Interessent in einem Workshop die Kenntnis von sich selbst als potentiellen Darsteller. Über das Rollenstudium mit szenischer Arbeit an einem selbst ausgesuchten Text (10 Zeilen aus einem Theatertext) lassen sich unter Anleitung vielfältige Varianten des szenischen Ausdrucks erproben.

                                                        In einem zweiten Schritt soll aufgrund der Erfahrung mit sich selbst als Darsteller ein szenischer Bezug zu anderen Mit-Darstellern erprobt werden. So gelangt man in einfacher Form zu einer grundlegenden Ensemblearbeit.

                                                        Ein möglicher dritter Schritt wäre dann die szenische Erarbeitung einer ganzen Szene.

                                                        Der Artikel von Dr. Otto „Theater als Kommunikationsmodell“, erschienen in der MTK-Ausgabe 2023-1, S. 39-100, wird zur vorherigen Lektüre empfohlen. Sein für die folgende MTK-Ausgabe vorgesehener Beitrag “Die Funktionalität des Rollenstudiums im nicht-professionellem Theaterbereich” wird denjenigen zugeschickt, die sich zu seinem Workshop angemeldet haben.

                                                        Die Interessenten können sich jetzt schon auf den Workshop vorbereiten:

                                                        Bei nicht-profesionellen Inszenierungen taucht immer die Frage nach der richtigen Besetzung der textbezogenen Rollen auf. Diese Frage lässt sich oft bei nicht ausgebildeten Spielleitern kaum richtig beantworten. Vielmehr ist die Frage der Besetzung einem wie auch immer geartetem Gefühl des Spielleiters überlassen. Daher entstehen oft Fehlbesetzungen, die sich im Laufe der Proben heraus-stellen und oft auch zu einem Abbruch der Inszenierungsarbeit führen. Das Rollenstudium ist in solchen Fällen, vor der eigentlichen Inszenie- rungsarbeit durchgeführt, eine wichtige Möglichkeit, den o.g. Vorgang zu umgehen. Da darüber hinaus Rollenstudium eine wichtige Form der Klärung der Darsteller-Persönlichkeit darstellt, zeigt sich anhand des entsprechenden Ergebnisses, wie die Bandbreite der Darstellung aussieht, nachdem festgehalten wurde, ob anhand der Körperhaltung, der Bewegung, der Gestil und Mimik, der Sprache und des Outfits der Darsteller für eine entsprechende Rolle geeignet ist.

                                                        Rollenstudium braucht das eingehende Studium verschiedener Rollenstrukturen durch den angehenden Darsteller selbst, indem er aus unterschied-lichen Stücken d i e Rolle über vielleicht maximalen 10 Zeilen aussucht und zum Rollenstudium mitbringt, um daran zu arbeiten.

                                                        Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann am 20. April 2024: „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.

                                                        Im Alter kommt man nicht umhin, an sein irdisches Ende zu denken. Gerne erinnert man sich an Lieder aus der Kinder- und Jugendzeit und an jene aus dem Erlernen eines Instruments vertraute Musik. Im Gegensatz zu früheren Lebensjahren kann man im Alter mit den schnell wechselnden Popmusikcharts nichts mehr anfangen. Vielmehr befasst man sich mit der zeitlosen klassischen Musik und insbesondere mit solcher, die die eigene Lebenssituation anspricht.

                                                        Zu dem Gemälde von Arnold Böckling, das der Diplom-Psychologe Prof. Dr. Georg Franzen (www.kunstpsychologie.de) aus kunstpsychologischer Sicht beleuchtet, gibt es mindestens 29 Vertonungen und damit mehr als zu jedem anderen Bild. Anhand ausgewählter musikalischer Stimmungsbilder soll analysiert werden, was sie dem dafür aufgeschlossenen alten Menschen sagen und wie sie seine multimodale Interaktion beeinflussen können. Hierzu wird ein Film gezeigt und werden Anregungen gegen die üblichen vermeintlich nützlichen Strategien des Singens im Alter gegeben. Damit sich aber im fortgeschrittenen Alter die viel beschworene und erfahrbare Heilkraft von Musik beim Musikhören, Singen und Musizieren entfalten kann, sind trotz aller und gerade bei Gebrechen Voraussetzungen zu beachten, die dem an Erfahrung reichen homo ludens nicht nur ein wohltuendes musikalisches Erleben, sondern jederzeit mit geringem Aufwand ein gehöriges Quantum an flow ermöglichen können.

                                                        • Dr. Arnold M. Raem am 20. April 2024: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”

                                                          Dr. Arnold M. Raem ist Gründer der arrows biomedical Deutschland GmbH mit Sitz im Centrum für Nanotechnologie „CeNTech“ der Universität Münster. Die arrows biomedical Deutschland GmbH ist ein Servicelabor mit den Schwerpunkten im Bereich der molekularen Biomedizin / Onkologie. Dr. Arnold M. Raem hat zahlreiche, excellent bewertete Bücher herausgegeben, darunter das Handbuch für Geriatrie. Lehrbuch für Praxis und Klinik. (2005). Düsseldorf: Deutsche Krankhaus Verlagsgesellschaft, mit einem Kapitel Künstlerische Therapien in der Geriatrie, S. 859-869.    
                                                                       
                                                        • Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke am 20. April 2024: “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                                           
                                                          In diesem Workshop soll das Thema der “Bewegung” in seiner Bedeutung für eine zunehmend älter werdende Gesellschaft im Vordergrund symbolischer Durcharbeitung stehen. Der kreative Umgang mit Bewegung und Stillstand ist für viele ältere Patient:innen elementar. Im therapeutischen Setting nimmt die Anzahl derer, die auch ab 60 Jahren “Stärkungswünsche” für sich hegen, stetig zu. Gerade Frauen stehen aus unterschiedlichen Lebenslagen, wie nach einer Scheidung, dem Auszug der Kinder, Sich-Kümmern um einen pflegebedürftigen Angehörigen oder Tod des Partners sowie aus weiteren Gründen vor neuen Herausforderungen.    
                                                              
                                                          Anhand verschiedener Fallvignetten werden wir uns anschauen, welchen Schwierigkeiten ausgewählte Patientinnen während ihrer Lebensspanne ausgesetzt waren, welche individuums-spezifischen Ressourcen und Bedürfnisse vorhanden sind, um die alltäglichen Belastungen als zu meisternde Herausforderungen sehen und nutzen zu können. Fortbewegung und Stillstand sind immer wieder höchst interessante Aspekte in der therapeutischen Durcharbeitung. Äußere und innere Lebensbedingungen können im Zusammenwirken förderliche oder hinderliche Wirkungen entfalten, welchen wir mit der symbolischen Umsetzung des “Sich-Bewegens” und „Schreiten-Lassens“ analysierend nachspüren wollen, die für weitere Entwicklungsprozesse zielführend sind. Es wäre wünschenswert, wenn die Teilnehmenden des Workshops eigene Abbildungen zur kreativen Erfassung von Bewegung (und Stillstand) mitbringen würden.

                                                          Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke, Leibniz-Universität Hannover Hannover, ist Psychologische Psychotherapeutin in Eigener Praxis.

                                                        • Dr. Laura Bettag am 20.04.2023: Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren

                                                          In der Kultur des Flamencos kennen wir zahlreiche Beispiele einer lebenslangen Beschäftigung mit dem Flamencotanz. Es wird nicht als ungewöhnlich empfunden, wenn ältere Tänzerinnen im professionellen Rahmen vor Publikum auftreten und Erfolge feiern. La Chana (geb. 1946) trat im Alter von 75 Jahren von der Bühne ab, wobei sie ihr Programm im Sitzen bewältigte. Tanz kann als Überlebenselixier wirken, wie sie in ihrer Autobiografie „La Chana. Bailaora“ dokumentiert hat. Die qualitative Studie untersucht zunächst solche autobiografische Quellen auf Beschreibungen insbesondere tanztherapeutischer Effekte, die einer langjährigen Karriere bis ins höhere Alter förderlich waren. Häufig unterrichten professionelle Flamencotänzerinnen auch solange es möglich ist. Sie geben dabei neben tänzerischem Wissen allgemeine Überzeugungen und individuelle Einstellungen weiter. Die qualitative Studie will erkunden, welche physisch und psychisch als unterstützend erlebten mentalen Vorstellungen sowie deren tänzerische Umsetzungen von über 60-jährigen Schülerinnen ausgewählter Flamenco-Schulen in Deutschland wahrgenommen und beschrieben werden können.

                                                          Der Forschungsprozess wird sich im Wesentlichen auf Interviews von Experteninnen aus dem Bereich des Flamencos und die Auswertung von entsprechend entwickelten Fragebögen stützen. Über die charakteristische Stilistik des Flamencos  hinaus spielt bei deren Gestaltung eine Rolle, ob kulturanthropologische Aspekte und eine „künstlerisch akzentuierte Gesundheitsphilosophie“ (Mastnak, 2022) gerade im höheren Alter in das eigene Tanzen einfließen oder nicht.

                                                          Der Beitrag versucht schließlich aus den Ergebnissen der Studie, weiterführende Anregungen zum systematischen Aufbau einer internationalisierten „Flamenco-Therapie“ abzuleiten.

                                                          Dr. Laura Bettag, MA, ist als Kulturmanagerin am Nationaltheater Mannheim und freiberuflich als dipl. Tanztherapeutin sowie im Betrieblichen Gesundheitsmanagement tätig. Sie beforscht derzeit insbesondere die therapeutischen Ressourcen des Tanzunterrichts im stilübergreifenden Vergleich.

                                                        Lothar Schön ist Musiktherapeut in 95473 Creußen.

                                                        • Teilnahmegebühr
                                                          • 50 € für Mitglieder
                                                          • 80 € für Nichtmitglieder
                                                          • 30 € für Studierende

                                                          • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                          • Teilnahmegebühr
                                                            • 50 € für Mitglieder
                                                            • 80 € für Nichtmitglieder
                                                            • 30 € für Studierende

                                                        Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                      Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                        • Teilnahmegebühr
                                                          • 50 € für Mitglieder
                                                          • 80 € für Nichtmitglieder
                                                          • 30 € für Studierende

                                                      Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                    • Teilnahmegebühr
                                                      • 50 € für Mitglieder
                                                      • 80 € für Nichtmitglieder
                                                      • 30 € für Studierende

                                                      • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                          • Teilnahmegebühr
                                                            • 50 € für Mitglieder
                                                            • 80 € für Nichtmitglieder
                                                            • 30 € für Studierende

                                                        Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                        • Teilnahmegebühr
                                                          • 50 € für Mitglieder
                                                          • 80 € für Nichtmitglieder
                                                          • 30 € für Studierende

                                                          • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                            • Teilnahmegebühr
                                                              • 50 € für Mitglieder
                                                              • 80 € für Nichtmitglieder
                                                              • 30 € für Studierende

                                                          Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                          • Sa 10:00-13.00 Uhr: 3 Vorträge mit Diskussion:
                                                            • 10:00-11.00 Uhr: Dr. Katja Watermann „Alt. Intelligenzgemindert. Vergessen. Kunst und Therapie im Maßregelvollzug.”
                                                            • 11:00-12:00 Uhr: Dr. Arnold M. Raem: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”
                                                            • 12:00-13:00 Uhr: Dr. Laura Bettag „Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren.”
                                                          • Sa 14-16 Uhr: 3 Workshops mit Diskussion:
                                                            • 14.00-15.30 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Georg Franzen „Böcklins ‚Toteninsel‘“.
                                                            • 15:45-17:00 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.
                                                            • 17:15-19.00 Uhr: Dr. Yolanda Bertolaso „Rezeptive Künstlerische Tanztherapie mit stark bewegungseingeschränkten und teilweise dementen Senioren.”
                                                          • So 10.00-16:00 Uhr: 1 Vortrag und 3 Workshops mit Diskussion:
                                                            • 10:00-11:30 Uhr: Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak „Künstlerische Therapien im Alter.
                                                            • 11.45-13.00 Uhr: Prof. Dr. Marion Tacke “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                                            • 14.00-16:00 Uhr: Dr. Enrico Otto Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.“
                                                            • Poster von Lothar Schön: “Digitalisierung der Musiktherapie”

                                                              Ein wichtiger Ansatz für die geplante digitalisierte Musiktherapie ist die soziale Teilhabe von Menschen, die aufgrund gesundheitlicher Beeinträchtigungen benachteiligt sind.

                                                              Gleichzeitig wird all denen, die über keine instrumentalen Vorkenntnisse verfügen, eine Plattform geboten, die einen intuitiven Zugang zum Musizieren ermöglicht.

                                                              Stellen Sie sich bitte eine Partitur vor, die zwar Melodienverlauf skizziert, aber vom ausführenden Musiker keine Tonhöhenauswahl verlangt. Das macht den musikalischen Prozess einfacher und entlastet unsere Kandidaten.

                                                              Die Aufmerksamkeit kann also auf den Rhythmus konzentriert werden.

                                                              In erster Linie denke ich an Schlaganfall- und Parkinsonpatienten.

                                                              Für psychosomatische Fallbeispiele bieten sich nochmal ganz neuartige erweiterte Musizierzugänge.

                                                              Die erleichterte Interaktion für Menschen mit unterschiedlicher musikalischer Vorbildung bildet eine ganz wesentliche Grundlage.

                                                              Vorliegende Zusammenfassungen – weitere folgen:

                                                              • Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak am 21. April 2024: „Künstlerische Therapien im Alter.
                                                                In einer Gesellschaft mit immer höheren Lebenserwartungen spielen Gesundheitsförderung und Gesundheitserhaltung eine zentrale Rolle. Dies wird auch seitens der Weltgesundheitsorganisation WHO mit Hinweis auf die UN-Deklaration zum gesunden Altern United Nations Decade of Healthy Ageing 2021–2030 hervorgehoben. Der Terminus „healthy aging“ muss hier allerdings differenziert verstanden werden und reicht von einer ganzheitlichen Gesunderhaltung im Rahmen natürlicher Alterungsprozesse über spezifische Prävention, etwa von Depression bei Herzinsuffizienz, bis zu spiritueller Gesundheit in der Palliativmedizin.

                                                                Die repräsentativen gerontagogischen Gesundheitsaktivitäten an der Musikhochschule in Posen (Akademia Muzyczna im. Ignacego Jana Paderewskiego w Poznaniu) beruhen auf musikalisch-tänzerischen Gruppenaktivitäten und werden zur Zeit länderübergreifend und interdisziplinär beforscht. Während es hier ganzheitlich um psychophysische Gesundheit und soziokulturelle Inklusion geht, stehen bei anderen Aktivitäten spezifische Gesundheitsaspekte im Zentrum. So finden etwa im Österreichischen Herzverband Landesverband Burgenland Musik und Tanz zur Förderung und Rehabilitation kardiovaskulärer und kardiorespiratorischer Gesundheit im Alter Einsatz.

                                                                Künstlerische Therapien sind vielerorts aus dem geriatrischen, insbesondere auch dem neurogeriatrischen Bereich, nicht mehr wegzudenken. So wird etwa an der Universitätsklinik Pitié-Salpêtrière in Paris seit Jahren Parkidanse, eine hoch spezifische tanztherapeutische Technik zur Milderung von Parkinsonsymptomatik, eingesetzt. Gegenwärtige Studien deuten darauf hin, dass es dabei zu Synchronisationen zwischen musikalischen und motorischen Rhythmusprozessoren im Gehirn kommt, welche die parkinsontypische Basalgangliendegeneration teils zu kompensieren vermögen.

                                                                Am Forschungszentrum für künstlerische Therapien der Changzhi Medical School in China – einer Einrichtung, die vermutlich in den nächsten Jahren im Bereich physiologischer, neurowissenschaftlicher und interdisziplinären Forschung zu künstlerischen Therapien in Klinik und Public Health eine führende Position einnehmen dürfte – werden Musik-Tanz-Prozesse zur Rehabilitation bei Demenz untersucht, wobei sich gegenwärtig abzeichnet, dass die Künste dynamische Netzwerk-Konnektivitäten aktivieren, die letztlich für den therapeutischen Outcome verantwortlich sind.

                                                                Künste auf gesundheitsförderndem und therapeutischem Terrain sollen allerdings nicht bloß funktional verstanden werden. Vierzig Jahre künstlerische Therapien im Sinne von Karl Hörmann haben die Unersetzbarkeit des ästhetischen und schöpferischen Moments deutlich gemacht und gleichzeitig die Notwendigkeit von psychologischer und medizinischer Forschung hervorgehoben: die Künste stellen die Intervention, die Wissenschaften liefern Erkenntnisse über künstlerisch-therapeutische Mechanismen.

                                                                Während der Vortrag Forschungen zu gesundheitsfördernden und therapeutischen Funktionen der Künste im Alter sowie bei alterstypischen Erkrankungen diskutiert, werden im Workshop einzelne Techniken vorgestellt und in Form von Selbsterfahrung erprobt.

                                                                Wolfgang Mastnak ist Professor für künstlerische Therapien am Changzhi Medical College (Volksrepublik China) und wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Kultur, Künste und Medien (长治医学院 人文艺术传媒系) sowie Inhaber des Lehrstuhls für Musikpädagogik (Schulmusik) an der Hochschule für Musik und Theater München. Seine Seminare im Bereich Lehramt umfassen Musikdidaktik, Wissenschaftstheorie, Musik und Gesundheitspädagogik, Neuro-Musikpädagogik und transkulturelle Musikpädagogik. Im Doktoratsstudium betreut er vor allem Studien zur Integration von Musikpädagogik und Musiktherapie. Im Bayerischen Hochschulzentrum für China (BayCHINA) und im Bayerischen Hochschulzentrum für Mittel-, Ost- und Südosteuropa (BAYHOST) ist er der für die Musik- und Kunsthochschulen zuständige Direktor. Er hat Doktorate in Musikpädagogik & Psychologie, Medizinwissenschaften, Sportwissenschaften und Mathematik und ist Psychotherapeut und Mototherapeut. Wolfgang Mastnak ist Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste sowie der New York Academy of Sciences. Seine interdisziplinären Forschungen wurden international vielfach ausgezeichnet.
                                                            • Dr. Enrico Otto am 21. April 2024: „Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.

                                                              Um für Theaterinteressierte einen sinnvollen Einstieg in eine praktische Theaterarbeit zu gestalten, braucht der Interessent in einem Workshop die Kenntnis von sich selbst als potentiellen Darsteller. Über das Rollenstudium mit szenischer Arbeit an einem selbst ausgesuchten Text (10 Zeilen aus einem Theatertext) lassen sich unter Anleitung vielfältige Varianten des szenischen Ausdrucks erproben.

                                                              In einem zweiten Schritt soll aufgrund der Erfahrung mit sich selbst als Darsteller ein szenischer Bezug zu anderen Mit-Darstellern erprobt werden. So gelangt man in einfacher Form zu einer grundlegenden Ensemblearbeit.

                                                              Ein möglicher dritter Schritt wäre dann die szenische Erarbeitung einer ganzen Szene.

                                                              Der Artikel von Dr. Otto „Theater als Kommunikationsmodell“, erschienen in der MTK-Ausgabe 2023-1, S. 39-100, wird zur vorherigen Lektüre empfohlen. Sein für die folgende MTK-Ausgabe vorgesehener Beitrag “Die Funktionalität des Rollenstudiums im nicht-professionellem Theaterbereich” wird denjenigen zugeschickt, die sich zu seinem Workshop angemeldet haben.

                                                              Die Interessenten können sich jetzt schon auf den Workshop vorbereiten:

                                                              Bei nicht-profesionellen Inszenierungen taucht immer die Frage nach der richtigen Besetzung der textbezogenen Rollen auf. Diese Frage lässt sich oft bei nicht ausgebildeten Spielleitern kaum richtig beantworten. Vielmehr ist die Frage der Besetzung einem wie auch immer geartetem Gefühl des Spielleiters überlassen. Daher entstehen oft Fehlbesetzungen, die sich im Laufe der Proben heraus-stellen und oft auch zu einem Abbruch der Inszenierungsarbeit führen. Das Rollenstudium ist in solchen Fällen, vor der eigentlichen Inszenie- rungsarbeit durchgeführt, eine wichtige Möglichkeit, den o.g. Vorgang zu umgehen. Da darüber hinaus Rollenstudium eine wichtige Form der Klärung der Darsteller-Persönlichkeit darstellt, zeigt sich anhand des entsprechenden Ergebnisses, wie die Bandbreite der Darstellung aussieht, nachdem festgehalten wurde, ob anhand der Körperhaltung, der Bewegung, der Gestil und Mimik, der Sprache und des Outfits der Darsteller für eine entsprechende Rolle geeignet ist.

                                                              Rollenstudium braucht das eingehende Studium verschiedener Rollenstrukturen durch den angehenden Darsteller selbst, indem er aus unterschied-lichen Stücken d i e Rolle über vielleicht maximalen 10 Zeilen aussucht und zum Rollenstudium mitbringt, um daran zu arbeiten.

                                                              Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann am 20. April 2024: „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.

                                                              Im Alter kommt man nicht umhin, an sein irdisches Ende zu denken. Gerne erinnert man sich an Lieder aus der Kinder- und Jugendzeit und an jene aus dem Erlernen eines Instruments vertraute Musik. Im Gegensatz zu früheren Lebensjahren kann man im Alter mit den schnell wechselnden Popmusikcharts nichts mehr anfangen. Vielmehr befasst man sich mit der zeitlosen klassischen Musik und insbesondere mit solcher, die die eigene Lebenssituation anspricht.

                                                              Zu dem Gemälde von Arnold Böckling, das der Diplom-Psychologe Prof. Dr. Georg Franzen (www.kunstpsychologie.de) aus kunstpsychologischer Sicht beleuchtet, gibt es mindestens 29 Vertonungen und damit mehr als zu jedem anderen Bild. Anhand ausgewählter musikalischer Stimmungsbilder soll analysiert werden, was sie dem dafür aufgeschlossenen alten Menschen sagen und wie sie seine multimodale Interaktion beeinflussen können. Hierzu wird ein Film gezeigt und werden Anregungen gegen die üblichen vermeintlich nützlichen Strategien des Singens im Alter gegeben. Damit sich aber im fortgeschrittenen Alter die viel beschworene und erfahrbare Heilkraft von Musik beim Musikhören, Singen und Musizieren entfalten kann, sind trotz aller und gerade bei Gebrechen Voraussetzungen zu beachten, die dem an Erfahrung reichen homo ludens nicht nur ein wohltuendes musikalisches Erleben, sondern jederzeit mit geringem Aufwand ein gehöriges Quantum an flow ermöglichen können.

                                                              • Dr. Arnold M. Raem am 20. April 2024: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”

                                                                Dr. Arnold M. Raem ist Gründer der arrows biomedical Deutschland GmbH mit Sitz im Centrum für Nanotechnologie „CeNTech“ der Universität Münster. Die arrows biomedical Deutschland GmbH ist ein Servicelabor mit den Schwerpunkten im Bereich der molekularen Biomedizin / Onkologie. Dr. Arnold M. Raem hat zahlreiche, excellent bewertete Bücher herausgegeben, darunter das Handbuch für Geriatrie. Lehrbuch für Praxis und Klinik. (2005). Düsseldorf: Deutsche Krankhaus Verlagsgesellschaft, mit einem Kapitel Künstlerische Therapien in der Geriatrie, S. 859-869.    
                                                                             
                                                              • Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke am 20. April 2024: “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                                                 
                                                                In diesem Workshop soll das Thema der “Bewegung” in seiner Bedeutung für eine zunehmend älter werdende Gesellschaft im Vordergrund symbolischer Durcharbeitung stehen. Der kreative Umgang mit Bewegung und Stillstand ist für viele ältere Patient:innen elementar. Im therapeutischen Setting nimmt die Anzahl derer, die auch ab 60 Jahren “Stärkungswünsche” für sich hegen, stetig zu. Gerade Frauen stehen aus unterschiedlichen Lebenslagen, wie nach einer Scheidung, dem Auszug der Kinder, Sich-Kümmern um einen pflegebedürftigen Angehörigen oder Tod des Partners sowie aus weiteren Gründen vor neuen Herausforderungen.    
                                                                    
                                                                Anhand verschiedener Fallvignetten werden wir uns anschauen, welchen Schwierigkeiten ausgewählte Patientinnen während ihrer Lebensspanne ausgesetzt waren, welche individuums-spezifischen Ressourcen und Bedürfnisse vorhanden sind, um die alltäglichen Belastungen als zu meisternde Herausforderungen sehen und nutzen zu können. Fortbewegung und Stillstand sind immer wieder höchst interessante Aspekte in der therapeutischen Durcharbeitung. Äußere und innere Lebensbedingungen können im Zusammenwirken förderliche oder hinderliche Wirkungen entfalten, welchen wir mit der symbolischen Umsetzung des “Sich-Bewegens” und „Schreiten-Lassens“ analysierend nachspüren wollen, die für weitere Entwicklungsprozesse zielführend sind. Es wäre wünschenswert, wenn die Teilnehmenden des Workshops eigene Abbildungen zur kreativen Erfassung von Bewegung (und Stillstand) mitbringen würden.

                                                                Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke, Leibniz-Universität Hannover Hannover, ist Psychologische Psychotherapeutin in Eigener Praxis.

                                                              • Dr. Laura Bettag am 20.04.2023: Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren

                                                                In der Kultur des Flamencos kennen wir zahlreiche Beispiele einer lebenslangen Beschäftigung mit dem Flamencotanz. Es wird nicht als ungewöhnlich empfunden, wenn ältere Tänzerinnen im professionellen Rahmen vor Publikum auftreten und Erfolge feiern. La Chana (geb. 1946) trat im Alter von 75 Jahren von der Bühne ab, wobei sie ihr Programm im Sitzen bewältigte. Tanz kann als Überlebenselixier wirken, wie sie in ihrer Autobiografie „La Chana. Bailaora“ dokumentiert hat. Die qualitative Studie untersucht zunächst solche autobiografische Quellen auf Beschreibungen insbesondere tanztherapeutischer Effekte, die einer langjährigen Karriere bis ins höhere Alter förderlich waren. Häufig unterrichten professionelle Flamencotänzerinnen auch solange es möglich ist. Sie geben dabei neben tänzerischem Wissen allgemeine Überzeugungen und individuelle Einstellungen weiter. Die qualitative Studie will erkunden, welche physisch und psychisch als unterstützend erlebten mentalen Vorstellungen sowie deren tänzerische Umsetzungen von über 60-jährigen Schülerinnen ausgewählter Flamenco-Schulen in Deutschland wahrgenommen und beschrieben werden können.

                                                                Der Forschungsprozess wird sich im Wesentlichen auf Interviews von Experteninnen aus dem Bereich des Flamencos und die Auswertung von entsprechend entwickelten Fragebögen stützen. Über die charakteristische Stilistik des Flamencos  hinaus spielt bei deren Gestaltung eine Rolle, ob kulturanthropologische Aspekte und eine „künstlerisch akzentuierte Gesundheitsphilosophie“ (Mastnak, 2022) gerade im höheren Alter in das eigene Tanzen einfließen oder nicht.

                                                                Der Beitrag versucht schließlich aus den Ergebnissen der Studie, weiterführende Anregungen zum systematischen Aufbau einer internationalisierten „Flamenco-Therapie“ abzuleiten.

                                                                Dr. Laura Bettag, MA, ist als Kulturmanagerin am Nationaltheater Mannheim und freiberuflich als dipl. Tanztherapeutin sowie im Betrieblichen Gesundheitsmanagement tätig. Sie beforscht derzeit insbesondere die therapeutischen Ressourcen des Tanzunterrichts im stilübergreifenden Vergleich.

                                                              Lothar Schön ist Musiktherapeut in 95473 Creußen.

                                                              • Teilnahmegebühr
                                                                • 50 € für Mitglieder
                                                                • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                • 30 € für Studierende

                                                                • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                • Teilnahmegebühr
                                                                  • 50 € für Mitglieder
                                                                  • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                  • 30 € für Studierende

                                                              Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                              Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                • Teilnahmegebühr
                                                                  • 50 € für Mitglieder
                                                                  • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                  • 30 € für Studierende

                                                              Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                            • Teilnahmegebühr
                                                              • 50 € für Mitglieder
                                                              • 80 € für Nichtmitglieder
                                                              • 30 € für Studierende

                                                              • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                  • Teilnahmegebühr
                                                                    • 50 € für Mitglieder
                                                                    • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                    • 30 € für Studierende

                                                                Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                • Teilnahmegebühr
                                                                  • 50 € für Mitglieder
                                                                  • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                  • 30 € für Studierende

                                                                  • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                    • Teilnahmegebühr
                                                                      • 50 € für Mitglieder
                                                                      • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                      • 30 € für Studierende

                                                                  Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                  • Sa 10:00-13.00 Uhr: 3 Vorträge mit Diskussion:
                                                                    • 10:00-11.00 Uhr: Dr. Katja Watermann „Alt. Intelligenzgemindert. Vergessen. Kunst und Therapie im Maßregelvollzug.”
                                                                    • 11:00-12:00 Uhr: Dr. Arnold M. Raem: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”
                                                                    • 12:00-13:00 Uhr: Dr. Laura Bettag „Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren.”
                                                                  • Sa 14-16 Uhr: 3 Workshops mit Diskussion:
                                                                    • 14.00-15.30 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Georg Franzen „Böcklins ‚Toteninsel‘“.
                                                                    • 15:45-17:00 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.
                                                                    • 17:15-19.00 Uhr: Dr. Yolanda Bertolaso „Rezeptive Künstlerische Tanztherapie mit stark bewegungseingeschränkten und teilweise dementen Senioren.”
                                                                  • So 10.00-16:00 Uhr: 1 Vortrag und 3 Workshops mit Diskussion:
                                                                    • 10:00-11:30 Uhr: Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak „Künstlerische Therapien im Alter.
                                                                    • 11.45-13.00 Uhr: Prof. Dr. Marion Tacke “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                                                    • 14.00-16:00 Uhr: Dr. Enrico Otto Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.“
                                                                    • Poster von Lothar Schön: “Digitalisierung der Musiktherapie”

                                                                      Ein wichtiger Ansatz für die geplante digitalisierte Musiktherapie ist die soziale Teilhabe von Menschen, die aufgrund gesundheitlicher Beeinträchtigungen benachteiligt sind.

                                                                      Gleichzeitig wird all denen, die über keine instrumentalen Vorkenntnisse verfügen, eine Plattform geboten, die einen intuitiven Zugang zum Musizieren ermöglicht.

                                                                      Stellen Sie sich bitte eine Partitur vor, die zwar Melodienverlauf skizziert, aber vom ausführenden Musiker keine Tonhöhenauswahl verlangt. Das macht den musikalischen Prozess einfacher und entlastet unsere Kandidaten.

                                                                      Die Aufmerksamkeit kann also auf den Rhythmus konzentriert werden.

                                                                      In erster Linie denke ich an Schlaganfall- und Parkinsonpatienten.

                                                                      Für psychosomatische Fallbeispiele bieten sich nochmal ganz neuartige erweiterte Musizierzugänge.

                                                                      Die erleichterte Interaktion für Menschen mit unterschiedlicher musikalischer Vorbildung bildet eine ganz wesentliche Grundlage.

                                                                      Vorliegende Zusammenfassungen – weitere folgen:

                                                                      • Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak am 21. April 2024: „Künstlerische Therapien im Alter.
                                                                        In einer Gesellschaft mit immer höheren Lebenserwartungen spielen Gesundheitsförderung und Gesundheitserhaltung eine zentrale Rolle. Dies wird auch seitens der Weltgesundheitsorganisation WHO mit Hinweis auf die UN-Deklaration zum gesunden Altern United Nations Decade of Healthy Ageing 2021–2030 hervorgehoben. Der Terminus „healthy aging“ muss hier allerdings differenziert verstanden werden und reicht von einer ganzheitlichen Gesunderhaltung im Rahmen natürlicher Alterungsprozesse über spezifische Prävention, etwa von Depression bei Herzinsuffizienz, bis zu spiritueller Gesundheit in der Palliativmedizin.

                                                                        Die repräsentativen gerontagogischen Gesundheitsaktivitäten an der Musikhochschule in Posen (Akademia Muzyczna im. Ignacego Jana Paderewskiego w Poznaniu) beruhen auf musikalisch-tänzerischen Gruppenaktivitäten und werden zur Zeit länderübergreifend und interdisziplinär beforscht. Während es hier ganzheitlich um psychophysische Gesundheit und soziokulturelle Inklusion geht, stehen bei anderen Aktivitäten spezifische Gesundheitsaspekte im Zentrum. So finden etwa im Österreichischen Herzverband Landesverband Burgenland Musik und Tanz zur Förderung und Rehabilitation kardiovaskulärer und kardiorespiratorischer Gesundheit im Alter Einsatz.

                                                                        Künstlerische Therapien sind vielerorts aus dem geriatrischen, insbesondere auch dem neurogeriatrischen Bereich, nicht mehr wegzudenken. So wird etwa an der Universitätsklinik Pitié-Salpêtrière in Paris seit Jahren Parkidanse, eine hoch spezifische tanztherapeutische Technik zur Milderung von Parkinsonsymptomatik, eingesetzt. Gegenwärtige Studien deuten darauf hin, dass es dabei zu Synchronisationen zwischen musikalischen und motorischen Rhythmusprozessoren im Gehirn kommt, welche die parkinsontypische Basalgangliendegeneration teils zu kompensieren vermögen.

                                                                        Am Forschungszentrum für künstlerische Therapien der Changzhi Medical School in China – einer Einrichtung, die vermutlich in den nächsten Jahren im Bereich physiologischer, neurowissenschaftlicher und interdisziplinären Forschung zu künstlerischen Therapien in Klinik und Public Health eine führende Position einnehmen dürfte – werden Musik-Tanz-Prozesse zur Rehabilitation bei Demenz untersucht, wobei sich gegenwärtig abzeichnet, dass die Künste dynamische Netzwerk-Konnektivitäten aktivieren, die letztlich für den therapeutischen Outcome verantwortlich sind.

                                                                        Künste auf gesundheitsförderndem und therapeutischem Terrain sollen allerdings nicht bloß funktional verstanden werden. Vierzig Jahre künstlerische Therapien im Sinne von Karl Hörmann haben die Unersetzbarkeit des ästhetischen und schöpferischen Moments deutlich gemacht und gleichzeitig die Notwendigkeit von psychologischer und medizinischer Forschung hervorgehoben: die Künste stellen die Intervention, die Wissenschaften liefern Erkenntnisse über künstlerisch-therapeutische Mechanismen.

                                                                        Während der Vortrag Forschungen zu gesundheitsfördernden und therapeutischen Funktionen der Künste im Alter sowie bei alterstypischen Erkrankungen diskutiert, werden im Workshop einzelne Techniken vorgestellt und in Form von Selbsterfahrung erprobt.

                                                                        Wolfgang Mastnak ist Professor für künstlerische Therapien am Changzhi Medical College (Volksrepublik China) und wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Kultur, Künste und Medien (长治医学院 人文艺术传媒系) sowie Inhaber des Lehrstuhls für Musikpädagogik (Schulmusik) an der Hochschule für Musik und Theater München. Seine Seminare im Bereich Lehramt umfassen Musikdidaktik, Wissenschaftstheorie, Musik und Gesundheitspädagogik, Neuro-Musikpädagogik und transkulturelle Musikpädagogik. Im Doktoratsstudium betreut er vor allem Studien zur Integration von Musikpädagogik und Musiktherapie. Im Bayerischen Hochschulzentrum für China (BayCHINA) und im Bayerischen Hochschulzentrum für Mittel-, Ost- und Südosteuropa (BAYHOST) ist er der für die Musik- und Kunsthochschulen zuständige Direktor. Er hat Doktorate in Musikpädagogik & Psychologie, Medizinwissenschaften, Sportwissenschaften und Mathematik und ist Psychotherapeut und Mototherapeut. Wolfgang Mastnak ist Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste sowie der New York Academy of Sciences. Seine interdisziplinären Forschungen wurden international vielfach ausgezeichnet.
                                                                    • Dr. Enrico Otto am 21. April 2024: „Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.

                                                                      Um für Theaterinteressierte einen sinnvollen Einstieg in eine praktische Theaterarbeit zu gestalten, braucht der Interessent in einem Workshop die Kenntnis von sich selbst als potentiellen Darsteller. Über das Rollenstudium mit szenischer Arbeit an einem selbst ausgesuchten Text (10 Zeilen aus einem Theatertext) lassen sich unter Anleitung vielfältige Varianten des szenischen Ausdrucks erproben.

                                                                      In einem zweiten Schritt soll aufgrund der Erfahrung mit sich selbst als Darsteller ein szenischer Bezug zu anderen Mit-Darstellern erprobt werden. So gelangt man in einfacher Form zu einer grundlegenden Ensemblearbeit.

                                                                      Ein möglicher dritter Schritt wäre dann die szenische Erarbeitung einer ganzen Szene.

                                                                      Der Artikel von Dr. Otto „Theater als Kommunikationsmodell“, erschienen in der MTK-Ausgabe 2023-1, S. 39-100, wird zur vorherigen Lektüre empfohlen. Sein für die folgende MTK-Ausgabe vorgesehener Beitrag “Die Funktionalität des Rollenstudiums im nicht-professionellem Theaterbereich” wird denjenigen zugeschickt, die sich zu seinem Workshop angemeldet haben.

                                                                      Die Interessenten können sich jetzt schon auf den Workshop vorbereiten:

                                                                      Bei nicht-profesionellen Inszenierungen taucht immer die Frage nach der richtigen Besetzung der textbezogenen Rollen auf. Diese Frage lässt sich oft bei nicht ausgebildeten Spielleitern kaum richtig beantworten. Vielmehr ist die Frage der Besetzung einem wie auch immer geartetem Gefühl des Spielleiters überlassen. Daher entstehen oft Fehlbesetzungen, die sich im Laufe der Proben heraus-stellen und oft auch zu einem Abbruch der Inszenierungsarbeit führen. Das Rollenstudium ist in solchen Fällen, vor der eigentlichen Inszenie- rungsarbeit durchgeführt, eine wichtige Möglichkeit, den o.g. Vorgang zu umgehen. Da darüber hinaus Rollenstudium eine wichtige Form der Klärung der Darsteller-Persönlichkeit darstellt, zeigt sich anhand des entsprechenden Ergebnisses, wie die Bandbreite der Darstellung aussieht, nachdem festgehalten wurde, ob anhand der Körperhaltung, der Bewegung, der Gestil und Mimik, der Sprache und des Outfits der Darsteller für eine entsprechende Rolle geeignet ist.

                                                                      Rollenstudium braucht das eingehende Studium verschiedener Rollenstrukturen durch den angehenden Darsteller selbst, indem er aus unterschied-lichen Stücken d i e Rolle über vielleicht maximalen 10 Zeilen aussucht und zum Rollenstudium mitbringt, um daran zu arbeiten.

                                                                      Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann am 20. April 2024: „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.

                                                                      Im Alter kommt man nicht umhin, an sein irdisches Ende zu denken. Gerne erinnert man sich an Lieder aus der Kinder- und Jugendzeit und an jene aus dem Erlernen eines Instruments vertraute Musik. Im Gegensatz zu früheren Lebensjahren kann man im Alter mit den schnell wechselnden Popmusikcharts nichts mehr anfangen. Vielmehr befasst man sich mit der zeitlosen klassischen Musik und insbesondere mit solcher, die die eigene Lebenssituation anspricht.

                                                                      Zu dem Gemälde von Arnold Böckling, das der Diplom-Psychologe Prof. Dr. Georg Franzen (www.kunstpsychologie.de) aus kunstpsychologischer Sicht beleuchtet, gibt es mindestens 29 Vertonungen und damit mehr als zu jedem anderen Bild. Anhand ausgewählter musikalischer Stimmungsbilder soll analysiert werden, was sie dem dafür aufgeschlossenen alten Menschen sagen und wie sie seine multimodale Interaktion beeinflussen können. Hierzu wird ein Film gezeigt und werden Anregungen gegen die üblichen vermeintlich nützlichen Strategien des Singens im Alter gegeben. Damit sich aber im fortgeschrittenen Alter die viel beschworene und erfahrbare Heilkraft von Musik beim Musikhören, Singen und Musizieren entfalten kann, sind trotz aller und gerade bei Gebrechen Voraussetzungen zu beachten, die dem an Erfahrung reichen homo ludens nicht nur ein wohltuendes musikalisches Erleben, sondern jederzeit mit geringem Aufwand ein gehöriges Quantum an flow ermöglichen können.

                                                                      • Dr. Arnold M. Raem am 20. April 2024: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”

                                                                        Dr. Arnold M. Raem ist Gründer der arrows biomedical Deutschland GmbH mit Sitz im Centrum für Nanotechnologie „CeNTech“ der Universität Münster. Die arrows biomedical Deutschland GmbH ist ein Servicelabor mit den Schwerpunkten im Bereich der molekularen Biomedizin / Onkologie. Dr. Arnold M. Raem hat zahlreiche, excellent bewertete Bücher herausgegeben, darunter das Handbuch für Geriatrie. Lehrbuch für Praxis und Klinik. (2005). Düsseldorf: Deutsche Krankhaus Verlagsgesellschaft, mit einem Kapitel Künstlerische Therapien in der Geriatrie, S. 859-869.    
                                                                                     
                                                                      • Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke am 20. April 2024: “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                                                         
                                                                        In diesem Workshop soll das Thema der “Bewegung” in seiner Bedeutung für eine zunehmend älter werdende Gesellschaft im Vordergrund symbolischer Durcharbeitung stehen. Der kreative Umgang mit Bewegung und Stillstand ist für viele ältere Patient:innen elementar. Im therapeutischen Setting nimmt die Anzahl derer, die auch ab 60 Jahren “Stärkungswünsche” für sich hegen, stetig zu. Gerade Frauen stehen aus unterschiedlichen Lebenslagen, wie nach einer Scheidung, dem Auszug der Kinder, Sich-Kümmern um einen pflegebedürftigen Angehörigen oder Tod des Partners sowie aus weiteren Gründen vor neuen Herausforderungen.    
                                                                            
                                                                        Anhand verschiedener Fallvignetten werden wir uns anschauen, welchen Schwierigkeiten ausgewählte Patientinnen während ihrer Lebensspanne ausgesetzt waren, welche individuums-spezifischen Ressourcen und Bedürfnisse vorhanden sind, um die alltäglichen Belastungen als zu meisternde Herausforderungen sehen und nutzen zu können. Fortbewegung und Stillstand sind immer wieder höchst interessante Aspekte in der therapeutischen Durcharbeitung. Äußere und innere Lebensbedingungen können im Zusammenwirken förderliche oder hinderliche Wirkungen entfalten, welchen wir mit der symbolischen Umsetzung des “Sich-Bewegens” und „Schreiten-Lassens“ analysierend nachspüren wollen, die für weitere Entwicklungsprozesse zielführend sind. Es wäre wünschenswert, wenn die Teilnehmenden des Workshops eigene Abbildungen zur kreativen Erfassung von Bewegung (und Stillstand) mitbringen würden.

                                                                        Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke, Leibniz-Universität Hannover Hannover, ist Psychologische Psychotherapeutin in Eigener Praxis.

                                                                      • Dr. Laura Bettag am 20.04.2023: Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren

                                                                        In der Kultur des Flamencos kennen wir zahlreiche Beispiele einer lebenslangen Beschäftigung mit dem Flamencotanz. Es wird nicht als ungewöhnlich empfunden, wenn ältere Tänzerinnen im professionellen Rahmen vor Publikum auftreten und Erfolge feiern. La Chana (geb. 1946) trat im Alter von 75 Jahren von der Bühne ab, wobei sie ihr Programm im Sitzen bewältigte. Tanz kann als Überlebenselixier wirken, wie sie in ihrer Autobiografie „La Chana. Bailaora“ dokumentiert hat. Die qualitative Studie untersucht zunächst solche autobiografische Quellen auf Beschreibungen insbesondere tanztherapeutischer Effekte, die einer langjährigen Karriere bis ins höhere Alter förderlich waren. Häufig unterrichten professionelle Flamencotänzerinnen auch solange es möglich ist. Sie geben dabei neben tänzerischem Wissen allgemeine Überzeugungen und individuelle Einstellungen weiter. Die qualitative Studie will erkunden, welche physisch und psychisch als unterstützend erlebten mentalen Vorstellungen sowie deren tänzerische Umsetzungen von über 60-jährigen Schülerinnen ausgewählter Flamenco-Schulen in Deutschland wahrgenommen und beschrieben werden können.

                                                                        Der Forschungsprozess wird sich im Wesentlichen auf Interviews von Experteninnen aus dem Bereich des Flamencos und die Auswertung von entsprechend entwickelten Fragebögen stützen. Über die charakteristische Stilistik des Flamencos  hinaus spielt bei deren Gestaltung eine Rolle, ob kulturanthropologische Aspekte und eine „künstlerisch akzentuierte Gesundheitsphilosophie“ (Mastnak, 2022) gerade im höheren Alter in das eigene Tanzen einfließen oder nicht.

                                                                        Der Beitrag versucht schließlich aus den Ergebnissen der Studie, weiterführende Anregungen zum systematischen Aufbau einer internationalisierten „Flamenco-Therapie“ abzuleiten.

                                                                        Dr. Laura Bettag, MA, ist als Kulturmanagerin am Nationaltheater Mannheim und freiberuflich als dipl. Tanztherapeutin sowie im Betrieblichen Gesundheitsmanagement tätig. Sie beforscht derzeit insbesondere die therapeutischen Ressourcen des Tanzunterrichts im stilübergreifenden Vergleich.

                                                                      Lothar Schön ist Musiktherapeut in 95473 Creußen.

                                                                      • Teilnahmegebühr
                                                                        • 50 € für Mitglieder
                                                                        • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                        • 30 € für Studierende

                                                                        • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                        • Teilnahmegebühr
                                                                          • 50 € für Mitglieder
                                                                          • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                          • 30 € für Studierende

                                                                      Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                  • Teilnahmegebühr
                                                                    • 50 € für Mitglieder
                                                                    • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                    • 30 € für Studierende

                                                                  • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                      Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                        • Teilnahmegebühr
                                                                          • 50 € für Mitglieder
                                                                          • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                          • 30 € für Studierende

                                                                      Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                    • Teilnahmegebühr
                                                                      • 50 € für Mitglieder
                                                                      • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                      • 30 € für Studierende

                                                                      • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                          • Teilnahmegebühr
                                                                            • 50 € für Mitglieder
                                                                            • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                            • 30 € für Studierende

                                                                        Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                        • Teilnahmegebühr
                                                                          • 50 € für Mitglieder
                                                                          • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                          • 30 € für Studierende

                                                                          • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                            • Teilnahmegebühr
                                                                              • 50 € für Mitglieder
                                                                              • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                              • 30 € für Studierende

                                                                          Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                          • Sa 10:00-13.00 Uhr: 3 Vorträge mit Diskussion:
                                                                            • 10:00-11.00 Uhr: Dr. Katja Watermann „Alt. Intelligenzgemindert. Vergessen. Kunst und Therapie im Maßregelvollzug.”
                                                                            • 11:00-12:00 Uhr: Dr. Arnold M. Raem: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”
                                                                            • 12:00-13:00 Uhr: Dr. Laura Bettag „Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren.”
                                                                          • Sa 14-16 Uhr: 3 Workshops mit Diskussion:
                                                                            • 14.00-15.30 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Georg Franzen „Böcklins ‚Toteninsel‘“.
                                                                            • 15:45-17:00 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.
                                                                            • 17:15-19.00 Uhr: Dr. Yolanda Bertolaso „Rezeptive Künstlerische Tanztherapie mit stark bewegungseingeschränkten und teilweise dementen Senioren.”
                                                                          • So 10.00-16:00 Uhr: 1 Vortrag und 3 Workshops mit Diskussion:
                                                                            • 10:00-11:30 Uhr: Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak „Künstlerische Therapien im Alter.
                                                                            • 11.45-13.00 Uhr: Prof. Dr. Marion Tacke “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                                                            • 14.00-16:00 Uhr: Dr. Enrico Otto Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.“
                                                                            • Poster von Lothar Schön: “Digitalisierung der Musiktherapie”

                                                                              Ein wichtiger Ansatz für die geplante digitalisierte Musiktherapie ist die soziale Teilhabe von Menschen, die aufgrund gesundheitlicher Beeinträchtigungen benachteiligt sind.

                                                                              Gleichzeitig wird all denen, die über keine instrumentalen Vorkenntnisse verfügen, eine Plattform geboten, die einen intuitiven Zugang zum Musizieren ermöglicht.

                                                                              Stellen Sie sich bitte eine Partitur vor, die zwar Melodienverlauf skizziert, aber vom ausführenden Musiker keine Tonhöhenauswahl verlangt. Das macht den musikalischen Prozess einfacher und entlastet unsere Kandidaten.

                                                                              Die Aufmerksamkeit kann also auf den Rhythmus konzentriert werden.

                                                                              In erster Linie denke ich an Schlaganfall- und Parkinsonpatienten.

                                                                              Für psychosomatische Fallbeispiele bieten sich nochmal ganz neuartige erweiterte Musizierzugänge.

                                                                              Die erleichterte Interaktion für Menschen mit unterschiedlicher musikalischer Vorbildung bildet eine ganz wesentliche Grundlage.

                                                                              Vorliegende Zusammenfassungen – weitere folgen:

                                                                              • Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak am 21. April 2024: „Künstlerische Therapien im Alter.
                                                                                In einer Gesellschaft mit immer höheren Lebenserwartungen spielen Gesundheitsförderung und Gesundheitserhaltung eine zentrale Rolle. Dies wird auch seitens der Weltgesundheitsorganisation WHO mit Hinweis auf die UN-Deklaration zum gesunden Altern United Nations Decade of Healthy Ageing 2021–2030 hervorgehoben. Der Terminus „healthy aging“ muss hier allerdings differenziert verstanden werden und reicht von einer ganzheitlichen Gesunderhaltung im Rahmen natürlicher Alterungsprozesse über spezifische Prävention, etwa von Depression bei Herzinsuffizienz, bis zu spiritueller Gesundheit in der Palliativmedizin.

                                                                                Die repräsentativen gerontagogischen Gesundheitsaktivitäten an der Musikhochschule in Posen (Akademia Muzyczna im. Ignacego Jana Paderewskiego w Poznaniu) beruhen auf musikalisch-tänzerischen Gruppenaktivitäten und werden zur Zeit länderübergreifend und interdisziplinär beforscht. Während es hier ganzheitlich um psychophysische Gesundheit und soziokulturelle Inklusion geht, stehen bei anderen Aktivitäten spezifische Gesundheitsaspekte im Zentrum. So finden etwa im Österreichischen Herzverband Landesverband Burgenland Musik und Tanz zur Förderung und Rehabilitation kardiovaskulärer und kardiorespiratorischer Gesundheit im Alter Einsatz.

                                                                                Künstlerische Therapien sind vielerorts aus dem geriatrischen, insbesondere auch dem neurogeriatrischen Bereich, nicht mehr wegzudenken. So wird etwa an der Universitätsklinik Pitié-Salpêtrière in Paris seit Jahren Parkidanse, eine hoch spezifische tanztherapeutische Technik zur Milderung von Parkinsonsymptomatik, eingesetzt. Gegenwärtige Studien deuten darauf hin, dass es dabei zu Synchronisationen zwischen musikalischen und motorischen Rhythmusprozessoren im Gehirn kommt, welche die parkinsontypische Basalgangliendegeneration teils zu kompensieren vermögen.

                                                                                Am Forschungszentrum für künstlerische Therapien der Changzhi Medical School in China – einer Einrichtung, die vermutlich in den nächsten Jahren im Bereich physiologischer, neurowissenschaftlicher und interdisziplinären Forschung zu künstlerischen Therapien in Klinik und Public Health eine führende Position einnehmen dürfte – werden Musik-Tanz-Prozesse zur Rehabilitation bei Demenz untersucht, wobei sich gegenwärtig abzeichnet, dass die Künste dynamische Netzwerk-Konnektivitäten aktivieren, die letztlich für den therapeutischen Outcome verantwortlich sind.

                                                                                Künste auf gesundheitsförderndem und therapeutischem Terrain sollen allerdings nicht bloß funktional verstanden werden. Vierzig Jahre künstlerische Therapien im Sinne von Karl Hörmann haben die Unersetzbarkeit des ästhetischen und schöpferischen Moments deutlich gemacht und gleichzeitig die Notwendigkeit von psychologischer und medizinischer Forschung hervorgehoben: die Künste stellen die Intervention, die Wissenschaften liefern Erkenntnisse über künstlerisch-therapeutische Mechanismen.

                                                                                Während der Vortrag Forschungen zu gesundheitsfördernden und therapeutischen Funktionen der Künste im Alter sowie bei alterstypischen Erkrankungen diskutiert, werden im Workshop einzelne Techniken vorgestellt und in Form von Selbsterfahrung erprobt.

                                                                                Wolfgang Mastnak ist Professor für künstlerische Therapien am Changzhi Medical College (Volksrepublik China) und wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Kultur, Künste und Medien (长治医学院 人文艺术传媒系) sowie Inhaber des Lehrstuhls für Musikpädagogik (Schulmusik) an der Hochschule für Musik und Theater München. Seine Seminare im Bereich Lehramt umfassen Musikdidaktik, Wissenschaftstheorie, Musik und Gesundheitspädagogik, Neuro-Musikpädagogik und transkulturelle Musikpädagogik. Im Doktoratsstudium betreut er vor allem Studien zur Integration von Musikpädagogik und Musiktherapie. Im Bayerischen Hochschulzentrum für China (BayCHINA) und im Bayerischen Hochschulzentrum für Mittel-, Ost- und Südosteuropa (BAYHOST) ist er der für die Musik- und Kunsthochschulen zuständige Direktor. Er hat Doktorate in Musikpädagogik & Psychologie, Medizinwissenschaften, Sportwissenschaften und Mathematik und ist Psychotherapeut und Mototherapeut. Wolfgang Mastnak ist Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste sowie der New York Academy of Sciences. Seine interdisziplinären Forschungen wurden international vielfach ausgezeichnet.
                                                                            • Dr. Enrico Otto am 21. April 2024: „Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.

                                                                              Um für Theaterinteressierte einen sinnvollen Einstieg in eine praktische Theaterarbeit zu gestalten, braucht der Interessent in einem Workshop die Kenntnis von sich selbst als potentiellen Darsteller. Über das Rollenstudium mit szenischer Arbeit an einem selbst ausgesuchten Text (10 Zeilen aus einem Theatertext) lassen sich unter Anleitung vielfältige Varianten des szenischen Ausdrucks erproben.

                                                                              In einem zweiten Schritt soll aufgrund der Erfahrung mit sich selbst als Darsteller ein szenischer Bezug zu anderen Mit-Darstellern erprobt werden. So gelangt man in einfacher Form zu einer grundlegenden Ensemblearbeit.

                                                                              Ein möglicher dritter Schritt wäre dann die szenische Erarbeitung einer ganzen Szene.

                                                                              Der Artikel von Dr. Otto „Theater als Kommunikationsmodell“, erschienen in der MTK-Ausgabe 2023-1, S. 39-100, wird zur vorherigen Lektüre empfohlen. Sein für die folgende MTK-Ausgabe vorgesehener Beitrag “Die Funktionalität des Rollenstudiums im nicht-professionellem Theaterbereich” wird denjenigen zugeschickt, die sich zu seinem Workshop angemeldet haben.

                                                                              Die Interessenten können sich jetzt schon auf den Workshop vorbereiten:

                                                                              Bei nicht-profesionellen Inszenierungen taucht immer die Frage nach der richtigen Besetzung der textbezogenen Rollen auf. Diese Frage lässt sich oft bei nicht ausgebildeten Spielleitern kaum richtig beantworten. Vielmehr ist die Frage der Besetzung einem wie auch immer geartetem Gefühl des Spielleiters überlassen. Daher entstehen oft Fehlbesetzungen, die sich im Laufe der Proben heraus-stellen und oft auch zu einem Abbruch der Inszenierungsarbeit führen. Das Rollenstudium ist in solchen Fällen, vor der eigentlichen Inszenie- rungsarbeit durchgeführt, eine wichtige Möglichkeit, den o.g. Vorgang zu umgehen. Da darüber hinaus Rollenstudium eine wichtige Form der Klärung der Darsteller-Persönlichkeit darstellt, zeigt sich anhand des entsprechenden Ergebnisses, wie die Bandbreite der Darstellung aussieht, nachdem festgehalten wurde, ob anhand der Körperhaltung, der Bewegung, der Gestil und Mimik, der Sprache und des Outfits der Darsteller für eine entsprechende Rolle geeignet ist.

                                                                              Rollenstudium braucht das eingehende Studium verschiedener Rollenstrukturen durch den angehenden Darsteller selbst, indem er aus unterschied-lichen Stücken d i e Rolle über vielleicht maximalen 10 Zeilen aussucht und zum Rollenstudium mitbringt, um daran zu arbeiten.

                                                                              Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann am 20. April 2024: „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.

                                                                              Im Alter kommt man nicht umhin, an sein irdisches Ende zu denken. Gerne erinnert man sich an Lieder aus der Kinder- und Jugendzeit und an jene aus dem Erlernen eines Instruments vertraute Musik. Im Gegensatz zu früheren Lebensjahren kann man im Alter mit den schnell wechselnden Popmusikcharts nichts mehr anfangen. Vielmehr befasst man sich mit der zeitlosen klassischen Musik und insbesondere mit solcher, die die eigene Lebenssituation anspricht.

                                                                              Zu dem Gemälde von Arnold Böckling, das der Diplom-Psychologe Prof. Dr. Georg Franzen (www.kunstpsychologie.de) aus kunstpsychologischer Sicht beleuchtet, gibt es mindestens 29 Vertonungen und damit mehr als zu jedem anderen Bild. Anhand ausgewählter musikalischer Stimmungsbilder soll analysiert werden, was sie dem dafür aufgeschlossenen alten Menschen sagen und wie sie seine multimodale Interaktion beeinflussen können. Hierzu wird ein Film gezeigt und werden Anregungen gegen die üblichen vermeintlich nützlichen Strategien des Singens im Alter gegeben. Damit sich aber im fortgeschrittenen Alter die viel beschworene und erfahrbare Heilkraft von Musik beim Musikhören, Singen und Musizieren entfalten kann, sind trotz aller und gerade bei Gebrechen Voraussetzungen zu beachten, die dem an Erfahrung reichen homo ludens nicht nur ein wohltuendes musikalisches Erleben, sondern jederzeit mit geringem Aufwand ein gehöriges Quantum an flow ermöglichen können.

                                                                              • Dr. Arnold M. Raem am 20. April 2024: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”

                                                                                Dr. Arnold M. Raem ist Gründer der arrows biomedical Deutschland GmbH mit Sitz im Centrum für Nanotechnologie „CeNTech“ der Universität Münster. Die arrows biomedical Deutschland GmbH ist ein Servicelabor mit den Schwerpunkten im Bereich der molekularen Biomedizin / Onkologie. Dr. Arnold M. Raem hat zahlreiche, excellent bewertete Bücher herausgegeben, darunter das Handbuch für Geriatrie. Lehrbuch für Praxis und Klinik. (2005). Düsseldorf: Deutsche Krankhaus Verlagsgesellschaft, mit einem Kapitel Künstlerische Therapien in der Geriatrie, S. 859-869.    
                                                                                             
                                                                              • Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke am 20. April 2024: “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                                                                 
                                                                                In diesem Workshop soll das Thema der “Bewegung” in seiner Bedeutung für eine zunehmend älter werdende Gesellschaft im Vordergrund symbolischer Durcharbeitung stehen. Der kreative Umgang mit Bewegung und Stillstand ist für viele ältere Patient:innen elementar. Im therapeutischen Setting nimmt die Anzahl derer, die auch ab 60 Jahren “Stärkungswünsche” für sich hegen, stetig zu. Gerade Frauen stehen aus unterschiedlichen Lebenslagen, wie nach einer Scheidung, dem Auszug der Kinder, Sich-Kümmern um einen pflegebedürftigen Angehörigen oder Tod des Partners sowie aus weiteren Gründen vor neuen Herausforderungen.    
                                                                                    
                                                                                Anhand verschiedener Fallvignetten werden wir uns anschauen, welchen Schwierigkeiten ausgewählte Patientinnen während ihrer Lebensspanne ausgesetzt waren, welche individuums-spezifischen Ressourcen und Bedürfnisse vorhanden sind, um die alltäglichen Belastungen als zu meisternde Herausforderungen sehen und nutzen zu können. Fortbewegung und Stillstand sind immer wieder höchst interessante Aspekte in der therapeutischen Durcharbeitung. Äußere und innere Lebensbedingungen können im Zusammenwirken förderliche oder hinderliche Wirkungen entfalten, welchen wir mit der symbolischen Umsetzung des “Sich-Bewegens” und „Schreiten-Lassens“ analysierend nachspüren wollen, die für weitere Entwicklungsprozesse zielführend sind. Es wäre wünschenswert, wenn die Teilnehmenden des Workshops eigene Abbildungen zur kreativen Erfassung von Bewegung (und Stillstand) mitbringen würden.

                                                                                Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke, Leibniz-Universität Hannover Hannover, ist Psychologische Psychotherapeutin in Eigener Praxis.

                                                                              • Dr. Laura Bettag am 20.04.2023: Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren

                                                                                In der Kultur des Flamencos kennen wir zahlreiche Beispiele einer lebenslangen Beschäftigung mit dem Flamencotanz. Es wird nicht als ungewöhnlich empfunden, wenn ältere Tänzerinnen im professionellen Rahmen vor Publikum auftreten und Erfolge feiern. La Chana (geb. 1946) trat im Alter von 75 Jahren von der Bühne ab, wobei sie ihr Programm im Sitzen bewältigte. Tanz kann als Überlebenselixier wirken, wie sie in ihrer Autobiografie „La Chana. Bailaora“ dokumentiert hat. Die qualitative Studie untersucht zunächst solche autobiografische Quellen auf Beschreibungen insbesondere tanztherapeutischer Effekte, die einer langjährigen Karriere bis ins höhere Alter förderlich waren. Häufig unterrichten professionelle Flamencotänzerinnen auch solange es möglich ist. Sie geben dabei neben tänzerischem Wissen allgemeine Überzeugungen und individuelle Einstellungen weiter. Die qualitative Studie will erkunden, welche physisch und psychisch als unterstützend erlebten mentalen Vorstellungen sowie deren tänzerische Umsetzungen von über 60-jährigen Schülerinnen ausgewählter Flamenco-Schulen in Deutschland wahrgenommen und beschrieben werden können.

                                                                                Der Forschungsprozess wird sich im Wesentlichen auf Interviews von Experteninnen aus dem Bereich des Flamencos und die Auswertung von entsprechend entwickelten Fragebögen stützen. Über die charakteristische Stilistik des Flamencos  hinaus spielt bei deren Gestaltung eine Rolle, ob kulturanthropologische Aspekte und eine „künstlerisch akzentuierte Gesundheitsphilosophie“ (Mastnak, 2022) gerade im höheren Alter in das eigene Tanzen einfließen oder nicht.

                                                                                Der Beitrag versucht schließlich aus den Ergebnissen der Studie, weiterführende Anregungen zum systematischen Aufbau einer internationalisierten „Flamenco-Therapie“ abzuleiten.

                                                                                Dr. Laura Bettag, MA, ist als Kulturmanagerin am Nationaltheater Mannheim und freiberuflich als dipl. Tanztherapeutin sowie im Betrieblichen Gesundheitsmanagement tätig. Sie beforscht derzeit insbesondere die therapeutischen Ressourcen des Tanzunterrichts im stilübergreifenden Vergleich.

                                                                              Lothar Schön ist Musiktherapeut in 95473 Creußen.

                                                                              • Teilnahmegebühr
                                                                                • 50 € für Mitglieder
                                                                                • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                • 30 € für Studierende

                                                                                • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                • Teilnahmegebühr
                                                                                  • 50 € für Mitglieder
                                                                                  • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                  • 30 € für Studierende

                                                                              Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                            Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                              • Teilnahmegebühr
                                                                                • 50 € für Mitglieder
                                                                                • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                • 30 € für Studierende

                                                                            Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                              Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                • Teilnahmegebühr
                                                                                  • 50 € für Mitglieder
                                                                                  • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                  • 30 € für Studierende

                                                                              Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                            • Teilnahmegebühr
                                                                              • 50 € für Mitglieder
                                                                              • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                              • 30 € für Studierende

                                                                              • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                  • Teilnahmegebühr
                                                                                    • 50 € für Mitglieder
                                                                                    • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                    • 30 € für Studierende

                                                                                Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                • Teilnahmegebühr
                                                                                  • 50 € für Mitglieder
                                                                                  • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                  • 30 € für Studierende

                                                                                  • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                    • Teilnahmegebühr
                                                                                      • 50 € für Mitglieder
                                                                                      • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                      • 30 € für Studierende

                                                                                  Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                  • Sa 10:00-13.00 Uhr: 3 Vorträge mit Diskussion:
                                                                                    • 10:00-11.00 Uhr: Dr. Katja Watermann „Alt. Intelligenzgemindert. Vergessen. Kunst und Therapie im Maßregelvollzug.”
                                                                                    • 11:00-12:00 Uhr: Dr. Arnold M. Raem: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”
                                                                                    • 12:00-13:00 Uhr: Dr. Laura Bettag „Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren.”
                                                                                  • Sa 14-16 Uhr: 3 Workshops mit Diskussion:
                                                                                    • 14.00-15.30 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Georg Franzen „Böcklins ‚Toteninsel‘“.
                                                                                    • 15:45-17:00 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.
                                                                                    • 17:15-19.00 Uhr: Dr. Yolanda Bertolaso „Rezeptive Künstlerische Tanztherapie mit stark bewegungseingeschränkten und teilweise dementen Senioren.”
                                                                                  • So 10.00-16:00 Uhr: 1 Vortrag und 3 Workshops mit Diskussion:
                                                                                    • 10:00-11:30 Uhr: Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak „Künstlerische Therapien im Alter.
                                                                                    • 11.45-13.00 Uhr: Prof. Dr. Marion Tacke “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                                                                    • 14.00-16:00 Uhr: Dr. Enrico Otto Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.“
                                                                                    • Poster von Lothar Schön: “Digitalisierung der Musiktherapie”

                                                                                      Ein wichtiger Ansatz für die geplante digitalisierte Musiktherapie ist die soziale Teilhabe von Menschen, die aufgrund gesundheitlicher Beeinträchtigungen benachteiligt sind.

                                                                                      Gleichzeitig wird all denen, die über keine instrumentalen Vorkenntnisse verfügen, eine Plattform geboten, die einen intuitiven Zugang zum Musizieren ermöglicht.

                                                                                      Stellen Sie sich bitte eine Partitur vor, die zwar Melodienverlauf skizziert, aber vom ausführenden Musiker keine Tonhöhenauswahl verlangt. Das macht den musikalischen Prozess einfacher und entlastet unsere Kandidaten.

                                                                                      Die Aufmerksamkeit kann also auf den Rhythmus konzentriert werden.

                                                                                      In erster Linie denke ich an Schlaganfall- und Parkinsonpatienten.

                                                                                      Für psychosomatische Fallbeispiele bieten sich nochmal ganz neuartige erweiterte Musizierzugänge.

                                                                                      Die erleichterte Interaktion für Menschen mit unterschiedlicher musikalischer Vorbildung bildet eine ganz wesentliche Grundlage.

                                                                                      Vorliegende Zusammenfassungen – weitere folgen:

                                                                                      • Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak am 21. April 2024: „Künstlerische Therapien im Alter.
                                                                                        In einer Gesellschaft mit immer höheren Lebenserwartungen spielen Gesundheitsförderung und Gesundheitserhaltung eine zentrale Rolle. Dies wird auch seitens der Weltgesundheitsorganisation WHO mit Hinweis auf die UN-Deklaration zum gesunden Altern United Nations Decade of Healthy Ageing 2021–2030 hervorgehoben. Der Terminus „healthy aging“ muss hier allerdings differenziert verstanden werden und reicht von einer ganzheitlichen Gesunderhaltung im Rahmen natürlicher Alterungsprozesse über spezifische Prävention, etwa von Depression bei Herzinsuffizienz, bis zu spiritueller Gesundheit in der Palliativmedizin.

                                                                                        Die repräsentativen gerontagogischen Gesundheitsaktivitäten an der Musikhochschule in Posen (Akademia Muzyczna im. Ignacego Jana Paderewskiego w Poznaniu) beruhen auf musikalisch-tänzerischen Gruppenaktivitäten und werden zur Zeit länderübergreifend und interdisziplinär beforscht. Während es hier ganzheitlich um psychophysische Gesundheit und soziokulturelle Inklusion geht, stehen bei anderen Aktivitäten spezifische Gesundheitsaspekte im Zentrum. So finden etwa im Österreichischen Herzverband Landesverband Burgenland Musik und Tanz zur Förderung und Rehabilitation kardiovaskulärer und kardiorespiratorischer Gesundheit im Alter Einsatz.

                                                                                        Künstlerische Therapien sind vielerorts aus dem geriatrischen, insbesondere auch dem neurogeriatrischen Bereich, nicht mehr wegzudenken. So wird etwa an der Universitätsklinik Pitié-Salpêtrière in Paris seit Jahren Parkidanse, eine hoch spezifische tanztherapeutische Technik zur Milderung von Parkinsonsymptomatik, eingesetzt. Gegenwärtige Studien deuten darauf hin, dass es dabei zu Synchronisationen zwischen musikalischen und motorischen Rhythmusprozessoren im Gehirn kommt, welche die parkinsontypische Basalgangliendegeneration teils zu kompensieren vermögen.

                                                                                        Am Forschungszentrum für künstlerische Therapien der Changzhi Medical School in China – einer Einrichtung, die vermutlich in den nächsten Jahren im Bereich physiologischer, neurowissenschaftlicher und interdisziplinären Forschung zu künstlerischen Therapien in Klinik und Public Health eine führende Position einnehmen dürfte – werden Musik-Tanz-Prozesse zur Rehabilitation bei Demenz untersucht, wobei sich gegenwärtig abzeichnet, dass die Künste dynamische Netzwerk-Konnektivitäten aktivieren, die letztlich für den therapeutischen Outcome verantwortlich sind.

                                                                                        Künste auf gesundheitsförderndem und therapeutischem Terrain sollen allerdings nicht bloß funktional verstanden werden. Vierzig Jahre künstlerische Therapien im Sinne von Karl Hörmann haben die Unersetzbarkeit des ästhetischen und schöpferischen Moments deutlich gemacht und gleichzeitig die Notwendigkeit von psychologischer und medizinischer Forschung hervorgehoben: die Künste stellen die Intervention, die Wissenschaften liefern Erkenntnisse über künstlerisch-therapeutische Mechanismen.

                                                                                        Während der Vortrag Forschungen zu gesundheitsfördernden und therapeutischen Funktionen der Künste im Alter sowie bei alterstypischen Erkrankungen diskutiert, werden im Workshop einzelne Techniken vorgestellt und in Form von Selbsterfahrung erprobt.

                                                                                        Wolfgang Mastnak ist Professor für künstlerische Therapien am Changzhi Medical College (Volksrepublik China) und wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Kultur, Künste und Medien (长治医学院 人文艺术传媒系) sowie Inhaber des Lehrstuhls für Musikpädagogik (Schulmusik) an der Hochschule für Musik und Theater München. Seine Seminare im Bereich Lehramt umfassen Musikdidaktik, Wissenschaftstheorie, Musik und Gesundheitspädagogik, Neuro-Musikpädagogik und transkulturelle Musikpädagogik. Im Doktoratsstudium betreut er vor allem Studien zur Integration von Musikpädagogik und Musiktherapie. Im Bayerischen Hochschulzentrum für China (BayCHINA) und im Bayerischen Hochschulzentrum für Mittel-, Ost- und Südosteuropa (BAYHOST) ist er der für die Musik- und Kunsthochschulen zuständige Direktor. Er hat Doktorate in Musikpädagogik & Psychologie, Medizinwissenschaften, Sportwissenschaften und Mathematik und ist Psychotherapeut und Mototherapeut. Wolfgang Mastnak ist Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste sowie der New York Academy of Sciences. Seine interdisziplinären Forschungen wurden international vielfach ausgezeichnet.
                                                                                    • Dr. Enrico Otto am 21. April 2024: „Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.

                                                                                      Um für Theaterinteressierte einen sinnvollen Einstieg in eine praktische Theaterarbeit zu gestalten, braucht der Interessent in einem Workshop die Kenntnis von sich selbst als potentiellen Darsteller. Über das Rollenstudium mit szenischer Arbeit an einem selbst ausgesuchten Text (10 Zeilen aus einem Theatertext) lassen sich unter Anleitung vielfältige Varianten des szenischen Ausdrucks erproben.

                                                                                      In einem zweiten Schritt soll aufgrund der Erfahrung mit sich selbst als Darsteller ein szenischer Bezug zu anderen Mit-Darstellern erprobt werden. So gelangt man in einfacher Form zu einer grundlegenden Ensemblearbeit.

                                                                                      Ein möglicher dritter Schritt wäre dann die szenische Erarbeitung einer ganzen Szene.

                                                                                      Der Artikel von Dr. Otto „Theater als Kommunikationsmodell“, erschienen in der MTK-Ausgabe 2023-1, S. 39-100, wird zur vorherigen Lektüre empfohlen. Sein für die folgende MTK-Ausgabe vorgesehener Beitrag “Die Funktionalität des Rollenstudiums im nicht-professionellem Theaterbereich” wird denjenigen zugeschickt, die sich zu seinem Workshop angemeldet haben.

                                                                                      Die Interessenten können sich jetzt schon auf den Workshop vorbereiten:

                                                                                      Bei nicht-profesionellen Inszenierungen taucht immer die Frage nach der richtigen Besetzung der textbezogenen Rollen auf. Diese Frage lässt sich oft bei nicht ausgebildeten Spielleitern kaum richtig beantworten. Vielmehr ist die Frage der Besetzung einem wie auch immer geartetem Gefühl des Spielleiters überlassen. Daher entstehen oft Fehlbesetzungen, die sich im Laufe der Proben heraus-stellen und oft auch zu einem Abbruch der Inszenierungsarbeit führen. Das Rollenstudium ist in solchen Fällen, vor der eigentlichen Inszenie- rungsarbeit durchgeführt, eine wichtige Möglichkeit, den o.g. Vorgang zu umgehen. Da darüber hinaus Rollenstudium eine wichtige Form der Klärung der Darsteller-Persönlichkeit darstellt, zeigt sich anhand des entsprechenden Ergebnisses, wie die Bandbreite der Darstellung aussieht, nachdem festgehalten wurde, ob anhand der Körperhaltung, der Bewegung, der Gestil und Mimik, der Sprache und des Outfits der Darsteller für eine entsprechende Rolle geeignet ist.

                                                                                      Rollenstudium braucht das eingehende Studium verschiedener Rollenstrukturen durch den angehenden Darsteller selbst, indem er aus unterschied-lichen Stücken d i e Rolle über vielleicht maximalen 10 Zeilen aussucht und zum Rollenstudium mitbringt, um daran zu arbeiten.

                                                                                      Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann am 20. April 2024: „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.

                                                                                      Im Alter kommt man nicht umhin, an sein irdisches Ende zu denken. Gerne erinnert man sich an Lieder aus der Kinder- und Jugendzeit und an jene aus dem Erlernen eines Instruments vertraute Musik. Im Gegensatz zu früheren Lebensjahren kann man im Alter mit den schnell wechselnden Popmusikcharts nichts mehr anfangen. Vielmehr befasst man sich mit der zeitlosen klassischen Musik und insbesondere mit solcher, die die eigene Lebenssituation anspricht.

                                                                                      Zu dem Gemälde von Arnold Böckling, das der Diplom-Psychologe Prof. Dr. Georg Franzen (www.kunstpsychologie.de) aus kunstpsychologischer Sicht beleuchtet, gibt es mindestens 29 Vertonungen und damit mehr als zu jedem anderen Bild. Anhand ausgewählter musikalischer Stimmungsbilder soll analysiert werden, was sie dem dafür aufgeschlossenen alten Menschen sagen und wie sie seine multimodale Interaktion beeinflussen können. Hierzu wird ein Film gezeigt und werden Anregungen gegen die üblichen vermeintlich nützlichen Strategien des Singens im Alter gegeben. Damit sich aber im fortgeschrittenen Alter die viel beschworene und erfahrbare Heilkraft von Musik beim Musikhören, Singen und Musizieren entfalten kann, sind trotz aller und gerade bei Gebrechen Voraussetzungen zu beachten, die dem an Erfahrung reichen homo ludens nicht nur ein wohltuendes musikalisches Erleben, sondern jederzeit mit geringem Aufwand ein gehöriges Quantum an flow ermöglichen können.

                                                                                      • Dr. Arnold M. Raem am 20. April 2024: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”

                                                                                        Dr. Arnold M. Raem ist Gründer der arrows biomedical Deutschland GmbH mit Sitz im Centrum für Nanotechnologie „CeNTech“ der Universität Münster. Die arrows biomedical Deutschland GmbH ist ein Servicelabor mit den Schwerpunkten im Bereich der molekularen Biomedizin / Onkologie. Dr. Arnold M. Raem hat zahlreiche, excellent bewertete Bücher herausgegeben, darunter das Handbuch für Geriatrie. Lehrbuch für Praxis und Klinik. (2005). Düsseldorf: Deutsche Krankhaus Verlagsgesellschaft, mit einem Kapitel Künstlerische Therapien in der Geriatrie, S. 859-869.    
                                                                                                     
                                                                                      • Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke am 20. April 2024: “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                                                                         
                                                                                        In diesem Workshop soll das Thema der “Bewegung” in seiner Bedeutung für eine zunehmend älter werdende Gesellschaft im Vordergrund symbolischer Durcharbeitung stehen. Der kreative Umgang mit Bewegung und Stillstand ist für viele ältere Patient:innen elementar. Im therapeutischen Setting nimmt die Anzahl derer, die auch ab 60 Jahren “Stärkungswünsche” für sich hegen, stetig zu. Gerade Frauen stehen aus unterschiedlichen Lebenslagen, wie nach einer Scheidung, dem Auszug der Kinder, Sich-Kümmern um einen pflegebedürftigen Angehörigen oder Tod des Partners sowie aus weiteren Gründen vor neuen Herausforderungen.    
                                                                                            
                                                                                        Anhand verschiedener Fallvignetten werden wir uns anschauen, welchen Schwierigkeiten ausgewählte Patientinnen während ihrer Lebensspanne ausgesetzt waren, welche individuums-spezifischen Ressourcen und Bedürfnisse vorhanden sind, um die alltäglichen Belastungen als zu meisternde Herausforderungen sehen und nutzen zu können. Fortbewegung und Stillstand sind immer wieder höchst interessante Aspekte in der therapeutischen Durcharbeitung. Äußere und innere Lebensbedingungen können im Zusammenwirken förderliche oder hinderliche Wirkungen entfalten, welchen wir mit der symbolischen Umsetzung des “Sich-Bewegens” und „Schreiten-Lassens“ analysierend nachspüren wollen, die für weitere Entwicklungsprozesse zielführend sind. Es wäre wünschenswert, wenn die Teilnehmenden des Workshops eigene Abbildungen zur kreativen Erfassung von Bewegung (und Stillstand) mitbringen würden.

                                                                                        Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke, Leibniz-Universität Hannover Hannover, ist Psychologische Psychotherapeutin in Eigener Praxis.

                                                                                      • Dr. Laura Bettag am 20.04.2023: Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren

                                                                                        In der Kultur des Flamencos kennen wir zahlreiche Beispiele einer lebenslangen Beschäftigung mit dem Flamencotanz. Es wird nicht als ungewöhnlich empfunden, wenn ältere Tänzerinnen im professionellen Rahmen vor Publikum auftreten und Erfolge feiern. La Chana (geb. 1946) trat im Alter von 75 Jahren von der Bühne ab, wobei sie ihr Programm im Sitzen bewältigte. Tanz kann als Überlebenselixier wirken, wie sie in ihrer Autobiografie „La Chana. Bailaora“ dokumentiert hat. Die qualitative Studie untersucht zunächst solche autobiografische Quellen auf Beschreibungen insbesondere tanztherapeutischer Effekte, die einer langjährigen Karriere bis ins höhere Alter förderlich waren. Häufig unterrichten professionelle Flamencotänzerinnen auch solange es möglich ist. Sie geben dabei neben tänzerischem Wissen allgemeine Überzeugungen und individuelle Einstellungen weiter. Die qualitative Studie will erkunden, welche physisch und psychisch als unterstützend erlebten mentalen Vorstellungen sowie deren tänzerische Umsetzungen von über 60-jährigen Schülerinnen ausgewählter Flamenco-Schulen in Deutschland wahrgenommen und beschrieben werden können.

                                                                                        Der Forschungsprozess wird sich im Wesentlichen auf Interviews von Experteninnen aus dem Bereich des Flamencos und die Auswertung von entsprechend entwickelten Fragebögen stützen. Über die charakteristische Stilistik des Flamencos  hinaus spielt bei deren Gestaltung eine Rolle, ob kulturanthropologische Aspekte und eine „künstlerisch akzentuierte Gesundheitsphilosophie“ (Mastnak, 2022) gerade im höheren Alter in das eigene Tanzen einfließen oder nicht.

                                                                                        Der Beitrag versucht schließlich aus den Ergebnissen der Studie, weiterführende Anregungen zum systematischen Aufbau einer internationalisierten „Flamenco-Therapie“ abzuleiten.

                                                                                        Dr. Laura Bettag, MA, ist als Kulturmanagerin am Nationaltheater Mannheim und freiberuflich als dipl. Tanztherapeutin sowie im Betrieblichen Gesundheitsmanagement tätig. Sie beforscht derzeit insbesondere die therapeutischen Ressourcen des Tanzunterrichts im stilübergreifenden Vergleich.

                                                                                      Lothar Schön ist Musiktherapeut in 95473 Creußen.

                                                                                      • Teilnahmegebühr
                                                                                        • 50 € für Mitglieder
                                                                                        • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                        • 30 € für Studierende

                                                                                        • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                        • Teilnahmegebühr
                                                                                          • 50 € für Mitglieder
                                                                                          • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                          • 30 € für Studierende

                                                                                      Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                  • Teilnahmegebühr
                                                                                    • 50 € für Mitglieder
                                                                                    • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                    • 30 € für Studierende

                                                                                  • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                    Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                      • Teilnahmegebühr
                                                                                        • 50 € für Mitglieder
                                                                                        • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                        • 30 € für Studierende

                                                                                    Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                      Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                        • Teilnahmegebühr
                                                                                          • 50 € für Mitglieder
                                                                                          • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                          • 30 € für Studierende

                                                                                      Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                    • Teilnahmegebühr
                                                                                      • 50 € für Mitglieder
                                                                                      • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                      • 30 € für Studierende

                                                                                      • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                          • Teilnahmegebühr
                                                                                            • 50 € für Mitglieder
                                                                                            • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                            • 30 € für Studierende

                                                                                        Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                        • Teilnahmegebühr
                                                                                          • 50 € für Mitglieder
                                                                                          • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                          • 30 € für Studierende

                                                                                          • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                            • Teilnahmegebühr
                                                                                              • 50 € für Mitglieder
                                                                                              • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                              • 30 € für Studierende

                                                                                          Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                          • Sa 10:00-13.00 Uhr: 3 Vorträge mit Diskussion:
                                                                                            • 10:00-11.00 Uhr: Dr. Katja Watermann „Alt. Intelligenzgemindert. Vergessen. Kunst und Therapie im Maßregelvollzug.”
                                                                                            • 11:00-12:00 Uhr: Dr. Arnold M. Raem: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”
                                                                                            • 12:00-13:00 Uhr: Dr. Laura Bettag „Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren.”
                                                                                          • Sa 14-16 Uhr: 3 Workshops mit Diskussion:
                                                                                            • 14.00-15.30 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Georg Franzen „Böcklins ‚Toteninsel‘“.
                                                                                            • 15:45-17:00 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.
                                                                                            • 17:15-19.00 Uhr: Dr. Yolanda Bertolaso „Rezeptive Künstlerische Tanztherapie mit stark bewegungseingeschränkten und teilweise dementen Senioren.”
                                                                                          • So 10.00-16:00 Uhr: 1 Vortrag und 3 Workshops mit Diskussion:
                                                                                            • 10:00-11:30 Uhr: Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak „Künstlerische Therapien im Alter.
                                                                                            • 11.45-13.00 Uhr: Prof. Dr. Marion Tacke “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                                                                            • 14.00-16:00 Uhr: Dr. Enrico Otto Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.“
                                                                                            • Poster von Lothar Schön: “Digitalisierung der Musiktherapie”

                                                                                              Ein wichtiger Ansatz für die geplante digitalisierte Musiktherapie ist die soziale Teilhabe von Menschen, die aufgrund gesundheitlicher Beeinträchtigungen benachteiligt sind.

                                                                                              Gleichzeitig wird all denen, die über keine instrumentalen Vorkenntnisse verfügen, eine Plattform geboten, die einen intuitiven Zugang zum Musizieren ermöglicht.

                                                                                              Stellen Sie sich bitte eine Partitur vor, die zwar Melodienverlauf skizziert, aber vom ausführenden Musiker keine Tonhöhenauswahl verlangt. Das macht den musikalischen Prozess einfacher und entlastet unsere Kandidaten.

                                                                                              Die Aufmerksamkeit kann also auf den Rhythmus konzentriert werden.

                                                                                              In erster Linie denke ich an Schlaganfall- und Parkinsonpatienten.

                                                                                              Für psychosomatische Fallbeispiele bieten sich nochmal ganz neuartige erweiterte Musizierzugänge.

                                                                                              Die erleichterte Interaktion für Menschen mit unterschiedlicher musikalischer Vorbildung bildet eine ganz wesentliche Grundlage.

                                                                                              Vorliegende Zusammenfassungen – weitere folgen:

                                                                                              • Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak am 21. April 2024: „Künstlerische Therapien im Alter.
                                                                                                In einer Gesellschaft mit immer höheren Lebenserwartungen spielen Gesundheitsförderung und Gesundheitserhaltung eine zentrale Rolle. Dies wird auch seitens der Weltgesundheitsorganisation WHO mit Hinweis auf die UN-Deklaration zum gesunden Altern United Nations Decade of Healthy Ageing 2021–2030 hervorgehoben. Der Terminus „healthy aging“ muss hier allerdings differenziert verstanden werden und reicht von einer ganzheitlichen Gesunderhaltung im Rahmen natürlicher Alterungsprozesse über spezifische Prävention, etwa von Depression bei Herzinsuffizienz, bis zu spiritueller Gesundheit in der Palliativmedizin.

                                                                                                Die repräsentativen gerontagogischen Gesundheitsaktivitäten an der Musikhochschule in Posen (Akademia Muzyczna im. Ignacego Jana Paderewskiego w Poznaniu) beruhen auf musikalisch-tänzerischen Gruppenaktivitäten und werden zur Zeit länderübergreifend und interdisziplinär beforscht. Während es hier ganzheitlich um psychophysische Gesundheit und soziokulturelle Inklusion geht, stehen bei anderen Aktivitäten spezifische Gesundheitsaspekte im Zentrum. So finden etwa im Österreichischen Herzverband Landesverband Burgenland Musik und Tanz zur Förderung und Rehabilitation kardiovaskulärer und kardiorespiratorischer Gesundheit im Alter Einsatz.

                                                                                                Künstlerische Therapien sind vielerorts aus dem geriatrischen, insbesondere auch dem neurogeriatrischen Bereich, nicht mehr wegzudenken. So wird etwa an der Universitätsklinik Pitié-Salpêtrière in Paris seit Jahren Parkidanse, eine hoch spezifische tanztherapeutische Technik zur Milderung von Parkinsonsymptomatik, eingesetzt. Gegenwärtige Studien deuten darauf hin, dass es dabei zu Synchronisationen zwischen musikalischen und motorischen Rhythmusprozessoren im Gehirn kommt, welche die parkinsontypische Basalgangliendegeneration teils zu kompensieren vermögen.

                                                                                                Am Forschungszentrum für künstlerische Therapien der Changzhi Medical School in China – einer Einrichtung, die vermutlich in den nächsten Jahren im Bereich physiologischer, neurowissenschaftlicher und interdisziplinären Forschung zu künstlerischen Therapien in Klinik und Public Health eine führende Position einnehmen dürfte – werden Musik-Tanz-Prozesse zur Rehabilitation bei Demenz untersucht, wobei sich gegenwärtig abzeichnet, dass die Künste dynamische Netzwerk-Konnektivitäten aktivieren, die letztlich für den therapeutischen Outcome verantwortlich sind.

                                                                                                Künste auf gesundheitsförderndem und therapeutischem Terrain sollen allerdings nicht bloß funktional verstanden werden. Vierzig Jahre künstlerische Therapien im Sinne von Karl Hörmann haben die Unersetzbarkeit des ästhetischen und schöpferischen Moments deutlich gemacht und gleichzeitig die Notwendigkeit von psychologischer und medizinischer Forschung hervorgehoben: die Künste stellen die Intervention, die Wissenschaften liefern Erkenntnisse über künstlerisch-therapeutische Mechanismen.

                                                                                                Während der Vortrag Forschungen zu gesundheitsfördernden und therapeutischen Funktionen der Künste im Alter sowie bei alterstypischen Erkrankungen diskutiert, werden im Workshop einzelne Techniken vorgestellt und in Form von Selbsterfahrung erprobt.

                                                                                                Wolfgang Mastnak ist Professor für künstlerische Therapien am Changzhi Medical College (Volksrepublik China) und wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Kultur, Künste und Medien (长治医学院 人文艺术传媒系) sowie Inhaber des Lehrstuhls für Musikpädagogik (Schulmusik) an der Hochschule für Musik und Theater München. Seine Seminare im Bereich Lehramt umfassen Musikdidaktik, Wissenschaftstheorie, Musik und Gesundheitspädagogik, Neuro-Musikpädagogik und transkulturelle Musikpädagogik. Im Doktoratsstudium betreut er vor allem Studien zur Integration von Musikpädagogik und Musiktherapie. Im Bayerischen Hochschulzentrum für China (BayCHINA) und im Bayerischen Hochschulzentrum für Mittel-, Ost- und Südosteuropa (BAYHOST) ist er der für die Musik- und Kunsthochschulen zuständige Direktor. Er hat Doktorate in Musikpädagogik & Psychologie, Medizinwissenschaften, Sportwissenschaften und Mathematik und ist Psychotherapeut und Mototherapeut. Wolfgang Mastnak ist Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste sowie der New York Academy of Sciences. Seine interdisziplinären Forschungen wurden international vielfach ausgezeichnet.
                                                                                            • Dr. Enrico Otto am 21. April 2024: „Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.

                                                                                              Um für Theaterinteressierte einen sinnvollen Einstieg in eine praktische Theaterarbeit zu gestalten, braucht der Interessent in einem Workshop die Kenntnis von sich selbst als potentiellen Darsteller. Über das Rollenstudium mit szenischer Arbeit an einem selbst ausgesuchten Text (10 Zeilen aus einem Theatertext) lassen sich unter Anleitung vielfältige Varianten des szenischen Ausdrucks erproben.

                                                                                              In einem zweiten Schritt soll aufgrund der Erfahrung mit sich selbst als Darsteller ein szenischer Bezug zu anderen Mit-Darstellern erprobt werden. So gelangt man in einfacher Form zu einer grundlegenden Ensemblearbeit.

                                                                                              Ein möglicher dritter Schritt wäre dann die szenische Erarbeitung einer ganzen Szene.

                                                                                              Der Artikel von Dr. Otto „Theater als Kommunikationsmodell“, erschienen in der MTK-Ausgabe 2023-1, S. 39-100, wird zur vorherigen Lektüre empfohlen. Sein für die folgende MTK-Ausgabe vorgesehener Beitrag “Die Funktionalität des Rollenstudiums im nicht-professionellem Theaterbereich” wird denjenigen zugeschickt, die sich zu seinem Workshop angemeldet haben.

                                                                                              Die Interessenten können sich jetzt schon auf den Workshop vorbereiten:

                                                                                              Bei nicht-profesionellen Inszenierungen taucht immer die Frage nach der richtigen Besetzung der textbezogenen Rollen auf. Diese Frage lässt sich oft bei nicht ausgebildeten Spielleitern kaum richtig beantworten. Vielmehr ist die Frage der Besetzung einem wie auch immer geartetem Gefühl des Spielleiters überlassen. Daher entstehen oft Fehlbesetzungen, die sich im Laufe der Proben heraus-stellen und oft auch zu einem Abbruch der Inszenierungsarbeit führen. Das Rollenstudium ist in solchen Fällen, vor der eigentlichen Inszenie- rungsarbeit durchgeführt, eine wichtige Möglichkeit, den o.g. Vorgang zu umgehen. Da darüber hinaus Rollenstudium eine wichtige Form der Klärung der Darsteller-Persönlichkeit darstellt, zeigt sich anhand des entsprechenden Ergebnisses, wie die Bandbreite der Darstellung aussieht, nachdem festgehalten wurde, ob anhand der Körperhaltung, der Bewegung, der Gestil und Mimik, der Sprache und des Outfits der Darsteller für eine entsprechende Rolle geeignet ist.

                                                                                              Rollenstudium braucht das eingehende Studium verschiedener Rollenstrukturen durch den angehenden Darsteller selbst, indem er aus unterschied-lichen Stücken d i e Rolle über vielleicht maximalen 10 Zeilen aussucht und zum Rollenstudium mitbringt, um daran zu arbeiten.

                                                                                              Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann am 20. April 2024: „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.

                                                                                              Im Alter kommt man nicht umhin, an sein irdisches Ende zu denken. Gerne erinnert man sich an Lieder aus der Kinder- und Jugendzeit und an jene aus dem Erlernen eines Instruments vertraute Musik. Im Gegensatz zu früheren Lebensjahren kann man im Alter mit den schnell wechselnden Popmusikcharts nichts mehr anfangen. Vielmehr befasst man sich mit der zeitlosen klassischen Musik und insbesondere mit solcher, die die eigene Lebenssituation anspricht.

                                                                                              Zu dem Gemälde von Arnold Böckling, das der Diplom-Psychologe Prof. Dr. Georg Franzen (www.kunstpsychologie.de) aus kunstpsychologischer Sicht beleuchtet, gibt es mindestens 29 Vertonungen und damit mehr als zu jedem anderen Bild. Anhand ausgewählter musikalischer Stimmungsbilder soll analysiert werden, was sie dem dafür aufgeschlossenen alten Menschen sagen und wie sie seine multimodale Interaktion beeinflussen können. Hierzu wird ein Film gezeigt und werden Anregungen gegen die üblichen vermeintlich nützlichen Strategien des Singens im Alter gegeben. Damit sich aber im fortgeschrittenen Alter die viel beschworene und erfahrbare Heilkraft von Musik beim Musikhören, Singen und Musizieren entfalten kann, sind trotz aller und gerade bei Gebrechen Voraussetzungen zu beachten, die dem an Erfahrung reichen homo ludens nicht nur ein wohltuendes musikalisches Erleben, sondern jederzeit mit geringem Aufwand ein gehöriges Quantum an flow ermöglichen können.

                                                                                              • Dr. Arnold M. Raem am 20. April 2024: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”

                                                                                                Dr. Arnold M. Raem ist Gründer der arrows biomedical Deutschland GmbH mit Sitz im Centrum für Nanotechnologie „CeNTech“ der Universität Münster. Die arrows biomedical Deutschland GmbH ist ein Servicelabor mit den Schwerpunkten im Bereich der molekularen Biomedizin / Onkologie. Dr. Arnold M. Raem hat zahlreiche, excellent bewertete Bücher herausgegeben, darunter das Handbuch für Geriatrie. Lehrbuch für Praxis und Klinik. (2005). Düsseldorf: Deutsche Krankhaus Verlagsgesellschaft, mit einem Kapitel Künstlerische Therapien in der Geriatrie, S. 859-869.    
                                                                                                             
                                                                                              • Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke am 20. April 2024: “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                                                                                 
                                                                                                In diesem Workshop soll das Thema der “Bewegung” in seiner Bedeutung für eine zunehmend älter werdende Gesellschaft im Vordergrund symbolischer Durcharbeitung stehen. Der kreative Umgang mit Bewegung und Stillstand ist für viele ältere Patient:innen elementar. Im therapeutischen Setting nimmt die Anzahl derer, die auch ab 60 Jahren “Stärkungswünsche” für sich hegen, stetig zu. Gerade Frauen stehen aus unterschiedlichen Lebenslagen, wie nach einer Scheidung, dem Auszug der Kinder, Sich-Kümmern um einen pflegebedürftigen Angehörigen oder Tod des Partners sowie aus weiteren Gründen vor neuen Herausforderungen.    
                                                                                                    
                                                                                                Anhand verschiedener Fallvignetten werden wir uns anschauen, welchen Schwierigkeiten ausgewählte Patientinnen während ihrer Lebensspanne ausgesetzt waren, welche individuums-spezifischen Ressourcen und Bedürfnisse vorhanden sind, um die alltäglichen Belastungen als zu meisternde Herausforderungen sehen und nutzen zu können. Fortbewegung und Stillstand sind immer wieder höchst interessante Aspekte in der therapeutischen Durcharbeitung. Äußere und innere Lebensbedingungen können im Zusammenwirken förderliche oder hinderliche Wirkungen entfalten, welchen wir mit der symbolischen Umsetzung des “Sich-Bewegens” und „Schreiten-Lassens“ analysierend nachspüren wollen, die für weitere Entwicklungsprozesse zielführend sind. Es wäre wünschenswert, wenn die Teilnehmenden des Workshops eigene Abbildungen zur kreativen Erfassung von Bewegung (und Stillstand) mitbringen würden.

                                                                                                Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke, Leibniz-Universität Hannover Hannover, ist Psychologische Psychotherapeutin in Eigener Praxis.

                                                                                              • Dr. Laura Bettag am 20.04.2023: Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren

                                                                                                In der Kultur des Flamencos kennen wir zahlreiche Beispiele einer lebenslangen Beschäftigung mit dem Flamencotanz. Es wird nicht als ungewöhnlich empfunden, wenn ältere Tänzerinnen im professionellen Rahmen vor Publikum auftreten und Erfolge feiern. La Chana (geb. 1946) trat im Alter von 75 Jahren von der Bühne ab, wobei sie ihr Programm im Sitzen bewältigte. Tanz kann als Überlebenselixier wirken, wie sie in ihrer Autobiografie „La Chana. Bailaora“ dokumentiert hat. Die qualitative Studie untersucht zunächst solche autobiografische Quellen auf Beschreibungen insbesondere tanztherapeutischer Effekte, die einer langjährigen Karriere bis ins höhere Alter förderlich waren. Häufig unterrichten professionelle Flamencotänzerinnen auch solange es möglich ist. Sie geben dabei neben tänzerischem Wissen allgemeine Überzeugungen und individuelle Einstellungen weiter. Die qualitative Studie will erkunden, welche physisch und psychisch als unterstützend erlebten mentalen Vorstellungen sowie deren tänzerische Umsetzungen von über 60-jährigen Schülerinnen ausgewählter Flamenco-Schulen in Deutschland wahrgenommen und beschrieben werden können.

                                                                                                Der Forschungsprozess wird sich im Wesentlichen auf Interviews von Experteninnen aus dem Bereich des Flamencos und die Auswertung von entsprechend entwickelten Fragebögen stützen. Über die charakteristische Stilistik des Flamencos  hinaus spielt bei deren Gestaltung eine Rolle, ob kulturanthropologische Aspekte und eine „künstlerisch akzentuierte Gesundheitsphilosophie“ (Mastnak, 2022) gerade im höheren Alter in das eigene Tanzen einfließen oder nicht.

                                                                                                Der Beitrag versucht schließlich aus den Ergebnissen der Studie, weiterführende Anregungen zum systematischen Aufbau einer internationalisierten „Flamenco-Therapie“ abzuleiten.

                                                                                                Dr. Laura Bettag, MA, ist als Kulturmanagerin am Nationaltheater Mannheim und freiberuflich als dipl. Tanztherapeutin sowie im Betrieblichen Gesundheitsmanagement tätig. Sie beforscht derzeit insbesondere die therapeutischen Ressourcen des Tanzunterrichts im stilübergreifenden Vergleich.

                                                                                              Lothar Schön ist Musiktherapeut in 95473 Creußen.

                                                                                              • Teilnahmegebühr
                                                                                                • 50 € für Mitglieder
                                                                                                • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                • 30 € für Studierende

                                                                                                • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                • Teilnahmegebühr
                                                                                                  • 50 € für Mitglieder
                                                                                                  • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                  • 30 € für Studierende

                                                                                              Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                            Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                              • Teilnahmegebühr
                                                                                                • 50 € für Mitglieder
                                                                                                • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                • 30 € für Studierende

                                                                                            Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                          • Teilnahmegebühr
                                                                                            • 50 € für Mitglieder
                                                                                            • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                            • 30 € für Studierende

                                                                                          • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                            Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                              • Teilnahmegebühr
                                                                                                • 50 € für Mitglieder
                                                                                                • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                • 30 € für Studierende

                                                                                            Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                              Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                • Teilnahmegebühr
                                                                                                  • 50 € für Mitglieder
                                                                                                  • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                  • 30 € für Studierende

                                                                                              Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                            • Teilnahmegebühr
                                                                                              • 50 € für Mitglieder
                                                                                              • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                              • 30 € für Studierende

                                                                                              • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                  • Teilnahmegebühr
                                                                                                    • 50 € für Mitglieder
                                                                                                    • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                    • 30 € für Studierende

                                                                                                Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                • Teilnahmegebühr
                                                                                                  • 50 € für Mitglieder
                                                                                                  • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                  • 30 € für Studierende

                                                                                                  • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                    • Teilnahmegebühr
                                                                                                      • 50 € für Mitglieder
                                                                                                      • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                      • 30 € für Studierende

                                                                                                  Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                  • Sa 10:00-13.00 Uhr: 3 Vorträge mit Diskussion:
                                                                                                    • 10:00-11.00 Uhr: Dr. Katja Watermann „Alt. Intelligenzgemindert. Vergessen. Kunst und Therapie im Maßregelvollzug.”
                                                                                                    • 11:00-12:00 Uhr: Dr. Arnold M. Raem: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”
                                                                                                    • 12:00-13:00 Uhr: Dr. Laura Bettag „Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren.”
                                                                                                  • Sa 14-16 Uhr: 3 Workshops mit Diskussion:
                                                                                                    • 14.00-15.30 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Georg Franzen „Böcklins ‚Toteninsel‘“.
                                                                                                    • 15:45-17:00 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.
                                                                                                    • 17:15-19.00 Uhr: Dr. Yolanda Bertolaso „Rezeptive Künstlerische Tanztherapie mit stark bewegungseingeschränkten und teilweise dementen Senioren.”
                                                                                                  • So 10.00-16:00 Uhr: 1 Vortrag und 3 Workshops mit Diskussion:
                                                                                                    • 10:00-11:30 Uhr: Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak „Künstlerische Therapien im Alter.
                                                                                                    • 11.45-13.00 Uhr: Prof. Dr. Marion Tacke “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                                                                                    • 14.00-16:00 Uhr: Dr. Enrico Otto Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.“
                                                                                                    • Poster von Lothar Schön: “Digitalisierung der Musiktherapie”

                                                                                                      Ein wichtiger Ansatz für die geplante digitalisierte Musiktherapie ist die soziale Teilhabe von Menschen, die aufgrund gesundheitlicher Beeinträchtigungen benachteiligt sind.

                                                                                                      Gleichzeitig wird all denen, die über keine instrumentalen Vorkenntnisse verfügen, eine Plattform geboten, die einen intuitiven Zugang zum Musizieren ermöglicht.

                                                                                                      Stellen Sie sich bitte eine Partitur vor, die zwar Melodienverlauf skizziert, aber vom ausführenden Musiker keine Tonhöhenauswahl verlangt. Das macht den musikalischen Prozess einfacher und entlastet unsere Kandidaten.

                                                                                                      Die Aufmerksamkeit kann also auf den Rhythmus konzentriert werden.

                                                                                                      In erster Linie denke ich an Schlaganfall- und Parkinsonpatienten.

                                                                                                      Für psychosomatische Fallbeispiele bieten sich nochmal ganz neuartige erweiterte Musizierzugänge.

                                                                                                      Die erleichterte Interaktion für Menschen mit unterschiedlicher musikalischer Vorbildung bildet eine ganz wesentliche Grundlage.

                                                                                                      Vorliegende Zusammenfassungen – weitere folgen:

                                                                                                      • Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak am 21. April 2024: „Künstlerische Therapien im Alter.
                                                                                                        In einer Gesellschaft mit immer höheren Lebenserwartungen spielen Gesundheitsförderung und Gesundheitserhaltung eine zentrale Rolle. Dies wird auch seitens der Weltgesundheitsorganisation WHO mit Hinweis auf die UN-Deklaration zum gesunden Altern United Nations Decade of Healthy Ageing 2021–2030 hervorgehoben. Der Terminus „healthy aging“ muss hier allerdings differenziert verstanden werden und reicht von einer ganzheitlichen Gesunderhaltung im Rahmen natürlicher Alterungsprozesse über spezifische Prävention, etwa von Depression bei Herzinsuffizienz, bis zu spiritueller Gesundheit in der Palliativmedizin.

                                                                                                        Die repräsentativen gerontagogischen Gesundheitsaktivitäten an der Musikhochschule in Posen (Akademia Muzyczna im. Ignacego Jana Paderewskiego w Poznaniu) beruhen auf musikalisch-tänzerischen Gruppenaktivitäten und werden zur Zeit länderübergreifend und interdisziplinär beforscht. Während es hier ganzheitlich um psychophysische Gesundheit und soziokulturelle Inklusion geht, stehen bei anderen Aktivitäten spezifische Gesundheitsaspekte im Zentrum. So finden etwa im Österreichischen Herzverband Landesverband Burgenland Musik und Tanz zur Förderung und Rehabilitation kardiovaskulärer und kardiorespiratorischer Gesundheit im Alter Einsatz.

                                                                                                        Künstlerische Therapien sind vielerorts aus dem geriatrischen, insbesondere auch dem neurogeriatrischen Bereich, nicht mehr wegzudenken. So wird etwa an der Universitätsklinik Pitié-Salpêtrière in Paris seit Jahren Parkidanse, eine hoch spezifische tanztherapeutische Technik zur Milderung von Parkinsonsymptomatik, eingesetzt. Gegenwärtige Studien deuten darauf hin, dass es dabei zu Synchronisationen zwischen musikalischen und motorischen Rhythmusprozessoren im Gehirn kommt, welche die parkinsontypische Basalgangliendegeneration teils zu kompensieren vermögen.

                                                                                                        Am Forschungszentrum für künstlerische Therapien der Changzhi Medical School in China – einer Einrichtung, die vermutlich in den nächsten Jahren im Bereich physiologischer, neurowissenschaftlicher und interdisziplinären Forschung zu künstlerischen Therapien in Klinik und Public Health eine führende Position einnehmen dürfte – werden Musik-Tanz-Prozesse zur Rehabilitation bei Demenz untersucht, wobei sich gegenwärtig abzeichnet, dass die Künste dynamische Netzwerk-Konnektivitäten aktivieren, die letztlich für den therapeutischen Outcome verantwortlich sind.

                                                                                                        Künste auf gesundheitsförderndem und therapeutischem Terrain sollen allerdings nicht bloß funktional verstanden werden. Vierzig Jahre künstlerische Therapien im Sinne von Karl Hörmann haben die Unersetzbarkeit des ästhetischen und schöpferischen Moments deutlich gemacht und gleichzeitig die Notwendigkeit von psychologischer und medizinischer Forschung hervorgehoben: die Künste stellen die Intervention, die Wissenschaften liefern Erkenntnisse über künstlerisch-therapeutische Mechanismen.

                                                                                                        Während der Vortrag Forschungen zu gesundheitsfördernden und therapeutischen Funktionen der Künste im Alter sowie bei alterstypischen Erkrankungen diskutiert, werden im Workshop einzelne Techniken vorgestellt und in Form von Selbsterfahrung erprobt.

                                                                                                        Wolfgang Mastnak ist Professor für künstlerische Therapien am Changzhi Medical College (Volksrepublik China) und wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Kultur, Künste und Medien (长治医学院 人文艺术传媒系) sowie Inhaber des Lehrstuhls für Musikpädagogik (Schulmusik) an der Hochschule für Musik und Theater München. Seine Seminare im Bereich Lehramt umfassen Musikdidaktik, Wissenschaftstheorie, Musik und Gesundheitspädagogik, Neuro-Musikpädagogik und transkulturelle Musikpädagogik. Im Doktoratsstudium betreut er vor allem Studien zur Integration von Musikpädagogik und Musiktherapie. Im Bayerischen Hochschulzentrum für China (BayCHINA) und im Bayerischen Hochschulzentrum für Mittel-, Ost- und Südosteuropa (BAYHOST) ist er der für die Musik- und Kunsthochschulen zuständige Direktor. Er hat Doktorate in Musikpädagogik & Psychologie, Medizinwissenschaften, Sportwissenschaften und Mathematik und ist Psychotherapeut und Mototherapeut. Wolfgang Mastnak ist Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste sowie der New York Academy of Sciences. Seine interdisziplinären Forschungen wurden international vielfach ausgezeichnet.
                                                                                                    • Dr. Enrico Otto am 21. April 2024: „Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.

                                                                                                      Um für Theaterinteressierte einen sinnvollen Einstieg in eine praktische Theaterarbeit zu gestalten, braucht der Interessent in einem Workshop die Kenntnis von sich selbst als potentiellen Darsteller. Über das Rollenstudium mit szenischer Arbeit an einem selbst ausgesuchten Text (10 Zeilen aus einem Theatertext) lassen sich unter Anleitung vielfältige Varianten des szenischen Ausdrucks erproben.

                                                                                                      In einem zweiten Schritt soll aufgrund der Erfahrung mit sich selbst als Darsteller ein szenischer Bezug zu anderen Mit-Darstellern erprobt werden. So gelangt man in einfacher Form zu einer grundlegenden Ensemblearbeit.

                                                                                                      Ein möglicher dritter Schritt wäre dann die szenische Erarbeitung einer ganzen Szene.

                                                                                                      Der Artikel von Dr. Otto „Theater als Kommunikationsmodell“, erschienen in der MTK-Ausgabe 2023-1, S. 39-100, wird zur vorherigen Lektüre empfohlen. Sein für die folgende MTK-Ausgabe vorgesehener Beitrag “Die Funktionalität des Rollenstudiums im nicht-professionellem Theaterbereich” wird denjenigen zugeschickt, die sich zu seinem Workshop angemeldet haben.

                                                                                                      Die Interessenten können sich jetzt schon auf den Workshop vorbereiten:

                                                                                                      Bei nicht-profesionellen Inszenierungen taucht immer die Frage nach der richtigen Besetzung der textbezogenen Rollen auf. Diese Frage lässt sich oft bei nicht ausgebildeten Spielleitern kaum richtig beantworten. Vielmehr ist die Frage der Besetzung einem wie auch immer geartetem Gefühl des Spielleiters überlassen. Daher entstehen oft Fehlbesetzungen, die sich im Laufe der Proben heraus-stellen und oft auch zu einem Abbruch der Inszenierungsarbeit führen. Das Rollenstudium ist in solchen Fällen, vor der eigentlichen Inszenie- rungsarbeit durchgeführt, eine wichtige Möglichkeit, den o.g. Vorgang zu umgehen. Da darüber hinaus Rollenstudium eine wichtige Form der Klärung der Darsteller-Persönlichkeit darstellt, zeigt sich anhand des entsprechenden Ergebnisses, wie die Bandbreite der Darstellung aussieht, nachdem festgehalten wurde, ob anhand der Körperhaltung, der Bewegung, der Gestil und Mimik, der Sprache und des Outfits der Darsteller für eine entsprechende Rolle geeignet ist.

                                                                                                      Rollenstudium braucht das eingehende Studium verschiedener Rollenstrukturen durch den angehenden Darsteller selbst, indem er aus unterschied-lichen Stücken d i e Rolle über vielleicht maximalen 10 Zeilen aussucht und zum Rollenstudium mitbringt, um daran zu arbeiten.

                                                                                                      Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann am 20. April 2024: „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.

                                                                                                      Im Alter kommt man nicht umhin, an sein irdisches Ende zu denken. Gerne erinnert man sich an Lieder aus der Kinder- und Jugendzeit und an jene aus dem Erlernen eines Instruments vertraute Musik. Im Gegensatz zu früheren Lebensjahren kann man im Alter mit den schnell wechselnden Popmusikcharts nichts mehr anfangen. Vielmehr befasst man sich mit der zeitlosen klassischen Musik und insbesondere mit solcher, die die eigene Lebenssituation anspricht.

                                                                                                      Zu dem Gemälde von Arnold Böckling, das der Diplom-Psychologe Prof. Dr. Georg Franzen (www.kunstpsychologie.de) aus kunstpsychologischer Sicht beleuchtet, gibt es mindestens 29 Vertonungen und damit mehr als zu jedem anderen Bild. Anhand ausgewählter musikalischer Stimmungsbilder soll analysiert werden, was sie dem dafür aufgeschlossenen alten Menschen sagen und wie sie seine multimodale Interaktion beeinflussen können. Hierzu wird ein Film gezeigt und werden Anregungen gegen die üblichen vermeintlich nützlichen Strategien des Singens im Alter gegeben. Damit sich aber im fortgeschrittenen Alter die viel beschworene und erfahrbare Heilkraft von Musik beim Musikhören, Singen und Musizieren entfalten kann, sind trotz aller und gerade bei Gebrechen Voraussetzungen zu beachten, die dem an Erfahrung reichen homo ludens nicht nur ein wohltuendes musikalisches Erleben, sondern jederzeit mit geringem Aufwand ein gehöriges Quantum an flow ermöglichen können.

                                                                                                      • Dr. Arnold M. Raem am 20. April 2024: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”

                                                                                                        Dr. Arnold M. Raem ist Gründer der arrows biomedical Deutschland GmbH mit Sitz im Centrum für Nanotechnologie „CeNTech“ der Universität Münster. Die arrows biomedical Deutschland GmbH ist ein Servicelabor mit den Schwerpunkten im Bereich der molekularen Biomedizin / Onkologie. Dr. Arnold M. Raem hat zahlreiche, excellent bewertete Bücher herausgegeben, darunter das Handbuch für Geriatrie. Lehrbuch für Praxis und Klinik. (2005). Düsseldorf: Deutsche Krankhaus Verlagsgesellschaft, mit einem Kapitel Künstlerische Therapien in der Geriatrie, S. 859-869.    
                                                                                                                     
                                                                                                      • Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke am 20. April 2024: “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                                                                                         
                                                                                                        In diesem Workshop soll das Thema der “Bewegung” in seiner Bedeutung für eine zunehmend älter werdende Gesellschaft im Vordergrund symbolischer Durcharbeitung stehen. Der kreative Umgang mit Bewegung und Stillstand ist für viele ältere Patient:innen elementar. Im therapeutischen Setting nimmt die Anzahl derer, die auch ab 60 Jahren “Stärkungswünsche” für sich hegen, stetig zu. Gerade Frauen stehen aus unterschiedlichen Lebenslagen, wie nach einer Scheidung, dem Auszug der Kinder, Sich-Kümmern um einen pflegebedürftigen Angehörigen oder Tod des Partners sowie aus weiteren Gründen vor neuen Herausforderungen.    
                                                                                                            
                                                                                                        Anhand verschiedener Fallvignetten werden wir uns anschauen, welchen Schwierigkeiten ausgewählte Patientinnen während ihrer Lebensspanne ausgesetzt waren, welche individuums-spezifischen Ressourcen und Bedürfnisse vorhanden sind, um die alltäglichen Belastungen als zu meisternde Herausforderungen sehen und nutzen zu können. Fortbewegung und Stillstand sind immer wieder höchst interessante Aspekte in der therapeutischen Durcharbeitung. Äußere und innere Lebensbedingungen können im Zusammenwirken förderliche oder hinderliche Wirkungen entfalten, welchen wir mit der symbolischen Umsetzung des “Sich-Bewegens” und „Schreiten-Lassens“ analysierend nachspüren wollen, die für weitere Entwicklungsprozesse zielführend sind. Es wäre wünschenswert, wenn die Teilnehmenden des Workshops eigene Abbildungen zur kreativen Erfassung von Bewegung (und Stillstand) mitbringen würden.

                                                                                                        Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke, Leibniz-Universität Hannover Hannover, ist Psychologische Psychotherapeutin in Eigener Praxis.

                                                                                                      • Dr. Laura Bettag am 20.04.2023: Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren

                                                                                                        In der Kultur des Flamencos kennen wir zahlreiche Beispiele einer lebenslangen Beschäftigung mit dem Flamencotanz. Es wird nicht als ungewöhnlich empfunden, wenn ältere Tänzerinnen im professionellen Rahmen vor Publikum auftreten und Erfolge feiern. La Chana (geb. 1946) trat im Alter von 75 Jahren von der Bühne ab, wobei sie ihr Programm im Sitzen bewältigte. Tanz kann als Überlebenselixier wirken, wie sie in ihrer Autobiografie „La Chana. Bailaora“ dokumentiert hat. Die qualitative Studie untersucht zunächst solche autobiografische Quellen auf Beschreibungen insbesondere tanztherapeutischer Effekte, die einer langjährigen Karriere bis ins höhere Alter förderlich waren. Häufig unterrichten professionelle Flamencotänzerinnen auch solange es möglich ist. Sie geben dabei neben tänzerischem Wissen allgemeine Überzeugungen und individuelle Einstellungen weiter. Die qualitative Studie will erkunden, welche physisch und psychisch als unterstützend erlebten mentalen Vorstellungen sowie deren tänzerische Umsetzungen von über 60-jährigen Schülerinnen ausgewählter Flamenco-Schulen in Deutschland wahrgenommen und beschrieben werden können.

                                                                                                        Der Forschungsprozess wird sich im Wesentlichen auf Interviews von Experteninnen aus dem Bereich des Flamencos und die Auswertung von entsprechend entwickelten Fragebögen stützen. Über die charakteristische Stilistik des Flamencos  hinaus spielt bei deren Gestaltung eine Rolle, ob kulturanthropologische Aspekte und eine „künstlerisch akzentuierte Gesundheitsphilosophie“ (Mastnak, 2022) gerade im höheren Alter in das eigene Tanzen einfließen oder nicht.

                                                                                                        Der Beitrag versucht schließlich aus den Ergebnissen der Studie, weiterführende Anregungen zum systematischen Aufbau einer internationalisierten „Flamenco-Therapie“ abzuleiten.

                                                                                                        Dr. Laura Bettag, MA, ist als Kulturmanagerin am Nationaltheater Mannheim und freiberuflich als dipl. Tanztherapeutin sowie im Betrieblichen Gesundheitsmanagement tätig. Sie beforscht derzeit insbesondere die therapeutischen Ressourcen des Tanzunterrichts im stilübergreifenden Vergleich.

                                                                                                      Lothar Schön ist Musiktherapeut in 95473 Creußen.

                                                                                                      • Teilnahmegebühr
                                                                                                        • 50 € für Mitglieder
                                                                                                        • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                        • 30 € für Studierende

                                                                                                        • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                        • Teilnahmegebühr
                                                                                                          • 50 € für Mitglieder
                                                                                                          • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                          • 30 € für Studierende

                                                                                                      Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                      Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                        • Teilnahmegebühr
                                                                                                          • 50 € für Mitglieder
                                                                                                          • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                          • 30 € für Studierende

                                                                                                      Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                    • Teilnahmegebühr
                                                                                                      • 50 € für Mitglieder
                                                                                                      • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                      • 30 € für Studierende

                                                                                                    • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                      Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                        • Teilnahmegebühr
                                                                                                          • 50 € für Mitglieder
                                                                                                          • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                          • 30 € für Studierende

                                                                                                      Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                        Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                          • Teilnahmegebühr
                                                                                                            • 50 € für Mitglieder
                                                                                                            • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                            • 30 € für Studierende

                                                                                                        Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                      • Teilnahmegebühr
                                                                                                        • 50 € für Mitglieder
                                                                                                        • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                        • 30 € für Studierende

                                                                                                        • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                            • Teilnahmegebühr
                                                                                                              • 50 € für Mitglieder
                                                                                                              • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                              • 30 € für Studierende

                                                                                                          Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                          • Teilnahmegebühr
                                                                                                            • 50 € für Mitglieder
                                                                                                            • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                            • 30 € für Studierende

                                                                                                            • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                              • Teilnahmegebühr
                                                                                                                • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                • 30 € für Studierende

                                                                                                            Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                            • Sa 10:00-13.00 Uhr: 3 Vorträge mit Diskussion:
                                                                                                              • 10:00-11.00 Uhr: Dr. Katja Watermann „Alt. Intelligenzgemindert. Vergessen. Kunst und Therapie im Maßregelvollzug.”
                                                                                                              • 11:00-12:00 Uhr: Dr. Arnold M. Raem: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”
                                                                                                              • 12:00-13:00 Uhr: Dr. Laura Bettag „Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren.”
                                                                                                            • Sa 14-16 Uhr: 3 Workshops mit Diskussion:
                                                                                                              • 14.00-15.30 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Georg Franzen „Böcklins ‚Toteninsel‘“.
                                                                                                              • 15:45-17:00 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.
                                                                                                              • 17:15-19.00 Uhr: Dr. Yolanda Bertolaso „Rezeptive Künstlerische Tanztherapie mit stark bewegungseingeschränkten und teilweise dementen Senioren.”
                                                                                                            • So 10.00-16:00 Uhr: 1 Vortrag und 3 Workshops mit Diskussion:
                                                                                                              • 10:00-11:30 Uhr: Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak „Künstlerische Therapien im Alter.
                                                                                                              • 11.45-13.00 Uhr: Prof. Dr. Marion Tacke “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                                                                                              • 14.00-16:00 Uhr: Dr. Enrico Otto Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.“
                                                                                                              • Poster von Lothar Schön: “Digitalisierung der Musiktherapie”

                                                                                                                Ein wichtiger Ansatz für die geplante digitalisierte Musiktherapie ist die soziale Teilhabe von Menschen, die aufgrund gesundheitlicher Beeinträchtigungen benachteiligt sind.

                                                                                                                Gleichzeitig wird all denen, die über keine instrumentalen Vorkenntnisse verfügen, eine Plattform geboten, die einen intuitiven Zugang zum Musizieren ermöglicht.

                                                                                                                Stellen Sie sich bitte eine Partitur vor, die zwar Melodienverlauf skizziert, aber vom ausführenden Musiker keine Tonhöhenauswahl verlangt. Das macht den musikalischen Prozess einfacher und entlastet unsere Kandidaten.

                                                                                                                Die Aufmerksamkeit kann also auf den Rhythmus konzentriert werden.

                                                                                                                In erster Linie denke ich an Schlaganfall- und Parkinsonpatienten.

                                                                                                                Für psychosomatische Fallbeispiele bieten sich nochmal ganz neuartige erweiterte Musizierzugänge.

                                                                                                                Die erleichterte Interaktion für Menschen mit unterschiedlicher musikalischer Vorbildung bildet eine ganz wesentliche Grundlage.

                                                                                                                Vorliegende Zusammenfassungen – weitere folgen:

                                                                                                                • Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak am 21. April 2024: „Künstlerische Therapien im Alter.
                                                                                                                  In einer Gesellschaft mit immer höheren Lebenserwartungen spielen Gesundheitsförderung und Gesundheitserhaltung eine zentrale Rolle. Dies wird auch seitens der Weltgesundheitsorganisation WHO mit Hinweis auf die UN-Deklaration zum gesunden Altern United Nations Decade of Healthy Ageing 2021–2030 hervorgehoben. Der Terminus „healthy aging“ muss hier allerdings differenziert verstanden werden und reicht von einer ganzheitlichen Gesunderhaltung im Rahmen natürlicher Alterungsprozesse über spezifische Prävention, etwa von Depression bei Herzinsuffizienz, bis zu spiritueller Gesundheit in der Palliativmedizin.

                                                                                                                  Die repräsentativen gerontagogischen Gesundheitsaktivitäten an der Musikhochschule in Posen (Akademia Muzyczna im. Ignacego Jana Paderewskiego w Poznaniu) beruhen auf musikalisch-tänzerischen Gruppenaktivitäten und werden zur Zeit länderübergreifend und interdisziplinär beforscht. Während es hier ganzheitlich um psychophysische Gesundheit und soziokulturelle Inklusion geht, stehen bei anderen Aktivitäten spezifische Gesundheitsaspekte im Zentrum. So finden etwa im Österreichischen Herzverband Landesverband Burgenland Musik und Tanz zur Förderung und Rehabilitation kardiovaskulärer und kardiorespiratorischer Gesundheit im Alter Einsatz.

                                                                                                                  Künstlerische Therapien sind vielerorts aus dem geriatrischen, insbesondere auch dem neurogeriatrischen Bereich, nicht mehr wegzudenken. So wird etwa an der Universitätsklinik Pitié-Salpêtrière in Paris seit Jahren Parkidanse, eine hoch spezifische tanztherapeutische Technik zur Milderung von Parkinsonsymptomatik, eingesetzt. Gegenwärtige Studien deuten darauf hin, dass es dabei zu Synchronisationen zwischen musikalischen und motorischen Rhythmusprozessoren im Gehirn kommt, welche die parkinsontypische Basalgangliendegeneration teils zu kompensieren vermögen.

                                                                                                                  Am Forschungszentrum für künstlerische Therapien der Changzhi Medical School in China – einer Einrichtung, die vermutlich in den nächsten Jahren im Bereich physiologischer, neurowissenschaftlicher und interdisziplinären Forschung zu künstlerischen Therapien in Klinik und Public Health eine führende Position einnehmen dürfte – werden Musik-Tanz-Prozesse zur Rehabilitation bei Demenz untersucht, wobei sich gegenwärtig abzeichnet, dass die Künste dynamische Netzwerk-Konnektivitäten aktivieren, die letztlich für den therapeutischen Outcome verantwortlich sind.

                                                                                                                  Künste auf gesundheitsförderndem und therapeutischem Terrain sollen allerdings nicht bloß funktional verstanden werden. Vierzig Jahre künstlerische Therapien im Sinne von Karl Hörmann haben die Unersetzbarkeit des ästhetischen und schöpferischen Moments deutlich gemacht und gleichzeitig die Notwendigkeit von psychologischer und medizinischer Forschung hervorgehoben: die Künste stellen die Intervention, die Wissenschaften liefern Erkenntnisse über künstlerisch-therapeutische Mechanismen.

                                                                                                                  Während der Vortrag Forschungen zu gesundheitsfördernden und therapeutischen Funktionen der Künste im Alter sowie bei alterstypischen Erkrankungen diskutiert, werden im Workshop einzelne Techniken vorgestellt und in Form von Selbsterfahrung erprobt.

                                                                                                                  Wolfgang Mastnak ist Professor für künstlerische Therapien am Changzhi Medical College (Volksrepublik China) und wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Kultur, Künste und Medien (长治医学院 人文艺术传媒系) sowie Inhaber des Lehrstuhls für Musikpädagogik (Schulmusik) an der Hochschule für Musik und Theater München. Seine Seminare im Bereich Lehramt umfassen Musikdidaktik, Wissenschaftstheorie, Musik und Gesundheitspädagogik, Neuro-Musikpädagogik und transkulturelle Musikpädagogik. Im Doktoratsstudium betreut er vor allem Studien zur Integration von Musikpädagogik und Musiktherapie. Im Bayerischen Hochschulzentrum für China (BayCHINA) und im Bayerischen Hochschulzentrum für Mittel-, Ost- und Südosteuropa (BAYHOST) ist er der für die Musik- und Kunsthochschulen zuständige Direktor. Er hat Doktorate in Musikpädagogik & Psychologie, Medizinwissenschaften, Sportwissenschaften und Mathematik und ist Psychotherapeut und Mototherapeut. Wolfgang Mastnak ist Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste sowie der New York Academy of Sciences. Seine interdisziplinären Forschungen wurden international vielfach ausgezeichnet.
                                                                                                              • Dr. Enrico Otto am 21. April 2024: „Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.

                                                                                                                Um für Theaterinteressierte einen sinnvollen Einstieg in eine praktische Theaterarbeit zu gestalten, braucht der Interessent in einem Workshop die Kenntnis von sich selbst als potentiellen Darsteller. Über das Rollenstudium mit szenischer Arbeit an einem selbst ausgesuchten Text (10 Zeilen aus einem Theatertext) lassen sich unter Anleitung vielfältige Varianten des szenischen Ausdrucks erproben.

                                                                                                                In einem zweiten Schritt soll aufgrund der Erfahrung mit sich selbst als Darsteller ein szenischer Bezug zu anderen Mit-Darstellern erprobt werden. So gelangt man in einfacher Form zu einer grundlegenden Ensemblearbeit.

                                                                                                                Ein möglicher dritter Schritt wäre dann die szenische Erarbeitung einer ganzen Szene.

                                                                                                                Der Artikel von Dr. Otto „Theater als Kommunikationsmodell“, erschienen in der MTK-Ausgabe 2023-1, S. 39-100, wird zur vorherigen Lektüre empfohlen. Sein für die folgende MTK-Ausgabe vorgesehener Beitrag “Die Funktionalität des Rollenstudiums im nicht-professionellem Theaterbereich” wird denjenigen zugeschickt, die sich zu seinem Workshop angemeldet haben.

                                                                                                                Die Interessenten können sich jetzt schon auf den Workshop vorbereiten:

                                                                                                                Bei nicht-profesionellen Inszenierungen taucht immer die Frage nach der richtigen Besetzung der textbezogenen Rollen auf. Diese Frage lässt sich oft bei nicht ausgebildeten Spielleitern kaum richtig beantworten. Vielmehr ist die Frage der Besetzung einem wie auch immer geartetem Gefühl des Spielleiters überlassen. Daher entstehen oft Fehlbesetzungen, die sich im Laufe der Proben heraus-stellen und oft auch zu einem Abbruch der Inszenierungsarbeit führen. Das Rollenstudium ist in solchen Fällen, vor der eigentlichen Inszenie- rungsarbeit durchgeführt, eine wichtige Möglichkeit, den o.g. Vorgang zu umgehen. Da darüber hinaus Rollenstudium eine wichtige Form der Klärung der Darsteller-Persönlichkeit darstellt, zeigt sich anhand des entsprechenden Ergebnisses, wie die Bandbreite der Darstellung aussieht, nachdem festgehalten wurde, ob anhand der Körperhaltung, der Bewegung, der Gestil und Mimik, der Sprache und des Outfits der Darsteller für eine entsprechende Rolle geeignet ist.

                                                                                                                Rollenstudium braucht das eingehende Studium verschiedener Rollenstrukturen durch den angehenden Darsteller selbst, indem er aus unterschied-lichen Stücken d i e Rolle über vielleicht maximalen 10 Zeilen aussucht und zum Rollenstudium mitbringt, um daran zu arbeiten.

                                                                                                                Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann am 20. April 2024: „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.

                                                                                                                Im Alter kommt man nicht umhin, an sein irdisches Ende zu denken. Gerne erinnert man sich an Lieder aus der Kinder- und Jugendzeit und an jene aus dem Erlernen eines Instruments vertraute Musik. Im Gegensatz zu früheren Lebensjahren kann man im Alter mit den schnell wechselnden Popmusikcharts nichts mehr anfangen. Vielmehr befasst man sich mit der zeitlosen klassischen Musik und insbesondere mit solcher, die die eigene Lebenssituation anspricht.

                                                                                                                Zu dem Gemälde von Arnold Böckling, das der Diplom-Psychologe Prof. Dr. Georg Franzen (www.kunstpsychologie.de) aus kunstpsychologischer Sicht beleuchtet, gibt es mindestens 29 Vertonungen und damit mehr als zu jedem anderen Bild. Anhand ausgewählter musikalischer Stimmungsbilder soll analysiert werden, was sie dem dafür aufgeschlossenen alten Menschen sagen und wie sie seine multimodale Interaktion beeinflussen können. Hierzu wird ein Film gezeigt und werden Anregungen gegen die üblichen vermeintlich nützlichen Strategien des Singens im Alter gegeben. Damit sich aber im fortgeschrittenen Alter die viel beschworene und erfahrbare Heilkraft von Musik beim Musikhören, Singen und Musizieren entfalten kann, sind trotz aller und gerade bei Gebrechen Voraussetzungen zu beachten, die dem an Erfahrung reichen homo ludens nicht nur ein wohltuendes musikalisches Erleben, sondern jederzeit mit geringem Aufwand ein gehöriges Quantum an flow ermöglichen können.

                                                                                                                • Dr. Arnold M. Raem am 20. April 2024: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”

                                                                                                                  Dr. Arnold M. Raem ist Gründer der arrows biomedical Deutschland GmbH mit Sitz im Centrum für Nanotechnologie „CeNTech“ der Universität Münster. Die arrows biomedical Deutschland GmbH ist ein Servicelabor mit den Schwerpunkten im Bereich der molekularen Biomedizin / Onkologie. Dr. Arnold M. Raem hat zahlreiche, excellent bewertete Bücher herausgegeben, darunter das Handbuch für Geriatrie. Lehrbuch für Praxis und Klinik. (2005). Düsseldorf: Deutsche Krankhaus Verlagsgesellschaft, mit einem Kapitel Künstlerische Therapien in der Geriatrie, S. 859-869.    
                                                                                                                               
                                                                                                                • Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke am 20. April 2024: “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                                                                                                   
                                                                                                                  In diesem Workshop soll das Thema der “Bewegung” in seiner Bedeutung für eine zunehmend älter werdende Gesellschaft im Vordergrund symbolischer Durcharbeitung stehen. Der kreative Umgang mit Bewegung und Stillstand ist für viele ältere Patient:innen elementar. Im therapeutischen Setting nimmt die Anzahl derer, die auch ab 60 Jahren “Stärkungswünsche” für sich hegen, stetig zu. Gerade Frauen stehen aus unterschiedlichen Lebenslagen, wie nach einer Scheidung, dem Auszug der Kinder, Sich-Kümmern um einen pflegebedürftigen Angehörigen oder Tod des Partners sowie aus weiteren Gründen vor neuen Herausforderungen.    
                                                                                                                      
                                                                                                                  Anhand verschiedener Fallvignetten werden wir uns anschauen, welchen Schwierigkeiten ausgewählte Patientinnen während ihrer Lebensspanne ausgesetzt waren, welche individuums-spezifischen Ressourcen und Bedürfnisse vorhanden sind, um die alltäglichen Belastungen als zu meisternde Herausforderungen sehen und nutzen zu können. Fortbewegung und Stillstand sind immer wieder höchst interessante Aspekte in der therapeutischen Durcharbeitung. Äußere und innere Lebensbedingungen können im Zusammenwirken förderliche oder hinderliche Wirkungen entfalten, welchen wir mit der symbolischen Umsetzung des “Sich-Bewegens” und „Schreiten-Lassens“ analysierend nachspüren wollen, die für weitere Entwicklungsprozesse zielführend sind. Es wäre wünschenswert, wenn die Teilnehmenden des Workshops eigene Abbildungen zur kreativen Erfassung von Bewegung (und Stillstand) mitbringen würden.

                                                                                                                  Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke, Leibniz-Universität Hannover Hannover, ist Psychologische Psychotherapeutin in Eigener Praxis.

                                                                                                                • Dr. Laura Bettag am 20.04.2023: Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren

                                                                                                                  In der Kultur des Flamencos kennen wir zahlreiche Beispiele einer lebenslangen Beschäftigung mit dem Flamencotanz. Es wird nicht als ungewöhnlich empfunden, wenn ältere Tänzerinnen im professionellen Rahmen vor Publikum auftreten und Erfolge feiern. La Chana (geb. 1946) trat im Alter von 75 Jahren von der Bühne ab, wobei sie ihr Programm im Sitzen bewältigte. Tanz kann als Überlebenselixier wirken, wie sie in ihrer Autobiografie „La Chana. Bailaora“ dokumentiert hat. Die qualitative Studie untersucht zunächst solche autobiografische Quellen auf Beschreibungen insbesondere tanztherapeutischer Effekte, die einer langjährigen Karriere bis ins höhere Alter förderlich waren. Häufig unterrichten professionelle Flamencotänzerinnen auch solange es möglich ist. Sie geben dabei neben tänzerischem Wissen allgemeine Überzeugungen und individuelle Einstellungen weiter. Die qualitative Studie will erkunden, welche physisch und psychisch als unterstützend erlebten mentalen Vorstellungen sowie deren tänzerische Umsetzungen von über 60-jährigen Schülerinnen ausgewählter Flamenco-Schulen in Deutschland wahrgenommen und beschrieben werden können.

                                                                                                                  Der Forschungsprozess wird sich im Wesentlichen auf Interviews von Experteninnen aus dem Bereich des Flamencos und die Auswertung von entsprechend entwickelten Fragebögen stützen. Über die charakteristische Stilistik des Flamencos  hinaus spielt bei deren Gestaltung eine Rolle, ob kulturanthropologische Aspekte und eine „künstlerisch akzentuierte Gesundheitsphilosophie“ (Mastnak, 2022) gerade im höheren Alter in das eigene Tanzen einfließen oder nicht.

                                                                                                                  Der Beitrag versucht schließlich aus den Ergebnissen der Studie, weiterführende Anregungen zum systematischen Aufbau einer internationalisierten „Flamenco-Therapie“ abzuleiten.

                                                                                                                  Dr. Laura Bettag, MA, ist als Kulturmanagerin am Nationaltheater Mannheim und freiberuflich als dipl. Tanztherapeutin sowie im Betrieblichen Gesundheitsmanagement tätig. Sie beforscht derzeit insbesondere die therapeutischen Ressourcen des Tanzunterrichts im stilübergreifenden Vergleich.

                                                                                                                Lothar Schön ist Musiktherapeut in 95473 Creußen.

                                                                                                                • Teilnahmegebühr
                                                                                                                  • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                  • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                  • 30 € für Studierende

                                                                                                                  • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                  • Teilnahmegebühr
                                                                                                                    • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                    • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                    • 30 € für Studierende

                                                                                                                Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                            • Teilnahmegebühr
                                                                                                              • 50 € für Mitglieder
                                                                                                              • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                              • 30 € für Studierende

                                                                                                              • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                  • Teilnahmegebühr
                                                                                                                    • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                    • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                    • 30 € für Studierende

                                                                                                                Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                              • Teilnahmegebühr
                                                                                                                • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                • 30 € für Studierende

                                                                                                              • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                  • Teilnahmegebühr
                                                                                                                    • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                    • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                    • 30 € für Studierende

                                                                                                                Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                  Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                    • Teilnahmegebühr
                                                                                                                      • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                      • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                      • 30 € für Studierende

                                                                                                                  Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                • Teilnahmegebühr
                                                                                                                  • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                  • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                  • 30 € für Studierende

                                                                                                                  • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                      • Teilnahmegebühr
                                                                                                                        • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                        • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                        • 30 € für Studierende

                                                                                                                    Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                    • Teilnahmegebühr
                                                                                                                      • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                      • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                      • 30 € für Studierende

                                                                                                                      • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                        • Teilnahmegebühr
                                                                                                                          • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                          • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                          • 30 € für Studierende

                                                                                                                      Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                      • Sa 10:00-13.00 Uhr: 3 Vorträge mit Diskussion:
                                                                                                                        • 10:00-11.00 Uhr: Dr. Katja Watermann „Alt. Intelligenzgemindert. Vergessen. Kunst und Therapie im Maßregelvollzug.”
                                                                                                                        • 11:00-12:00 Uhr: Dr. Arnold M. Raem: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”
                                                                                                                        • 12:00-13:00 Uhr: Dr. Laura Bettag „Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren.”
                                                                                                                      • Sa 14-16 Uhr: 3 Workshops mit Diskussion:
                                                                                                                        • 14.00-15.30 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Georg Franzen „Böcklins ‚Toteninsel‘“.
                                                                                                                        • 15:45-17:00 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.
                                                                                                                        • 17:15-19.00 Uhr: Dr. Yolanda Bertolaso „Rezeptive Künstlerische Tanztherapie mit stark bewegungseingeschränkten und teilweise dementen Senioren.”
                                                                                                                      • So 10.00-16:00 Uhr: 1 Vortrag und 3 Workshops mit Diskussion:
                                                                                                                        • 10:00-11:30 Uhr: Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak „Künstlerische Therapien im Alter.
                                                                                                                        • 11.45-13.00 Uhr: Prof. Dr. Marion Tacke “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                                                                                                        • 14.00-16:00 Uhr: Dr. Enrico Otto Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.“
                                                                                                                        • Poster von Lothar Schön: “Digitalisierung der Musiktherapie”

                                                                                                                          Ein wichtiger Ansatz für die geplante digitalisierte Musiktherapie ist die soziale Teilhabe von Menschen, die aufgrund gesundheitlicher Beeinträchtigungen benachteiligt sind.

                                                                                                                          Gleichzeitig wird all denen, die über keine instrumentalen Vorkenntnisse verfügen, eine Plattform geboten, die einen intuitiven Zugang zum Musizieren ermöglicht.

                                                                                                                          Stellen Sie sich bitte eine Partitur vor, die zwar Melodienverlauf skizziert, aber vom ausführenden Musiker keine Tonhöhenauswahl verlangt. Das macht den musikalischen Prozess einfacher und entlastet unsere Kandidaten.

                                                                                                                          Die Aufmerksamkeit kann also auf den Rhythmus konzentriert werden.

                                                                                                                          In erster Linie denke ich an Schlaganfall- und Parkinsonpatienten.

                                                                                                                          Für psychosomatische Fallbeispiele bieten sich nochmal ganz neuartige erweiterte Musizierzugänge.

                                                                                                                          Die erleichterte Interaktion für Menschen mit unterschiedlicher musikalischer Vorbildung bildet eine ganz wesentliche Grundlage.

                                                                                                                          Vorliegende Zusammenfassungen – weitere folgen:

                                                                                                                          • Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak am 21. April 2024: „Künstlerische Therapien im Alter.
                                                                                                                            In einer Gesellschaft mit immer höheren Lebenserwartungen spielen Gesundheitsförderung und Gesundheitserhaltung eine zentrale Rolle. Dies wird auch seitens der Weltgesundheitsorganisation WHO mit Hinweis auf die UN-Deklaration zum gesunden Altern United Nations Decade of Healthy Ageing 2021–2030 hervorgehoben. Der Terminus „healthy aging“ muss hier allerdings differenziert verstanden werden und reicht von einer ganzheitlichen Gesunderhaltung im Rahmen natürlicher Alterungsprozesse über spezifische Prävention, etwa von Depression bei Herzinsuffizienz, bis zu spiritueller Gesundheit in der Palliativmedizin.

                                                                                                                            Die repräsentativen gerontagogischen Gesundheitsaktivitäten an der Musikhochschule in Posen (Akademia Muzyczna im. Ignacego Jana Paderewskiego w Poznaniu) beruhen auf musikalisch-tänzerischen Gruppenaktivitäten und werden zur Zeit länderübergreifend und interdisziplinär beforscht. Während es hier ganzheitlich um psychophysische Gesundheit und soziokulturelle Inklusion geht, stehen bei anderen Aktivitäten spezifische Gesundheitsaspekte im Zentrum. So finden etwa im Österreichischen Herzverband Landesverband Burgenland Musik und Tanz zur Förderung und Rehabilitation kardiovaskulärer und kardiorespiratorischer Gesundheit im Alter Einsatz.

                                                                                                                            Künstlerische Therapien sind vielerorts aus dem geriatrischen, insbesondere auch dem neurogeriatrischen Bereich, nicht mehr wegzudenken. So wird etwa an der Universitätsklinik Pitié-Salpêtrière in Paris seit Jahren Parkidanse, eine hoch spezifische tanztherapeutische Technik zur Milderung von Parkinsonsymptomatik, eingesetzt. Gegenwärtige Studien deuten darauf hin, dass es dabei zu Synchronisationen zwischen musikalischen und motorischen Rhythmusprozessoren im Gehirn kommt, welche die parkinsontypische Basalgangliendegeneration teils zu kompensieren vermögen.

                                                                                                                            Am Forschungszentrum für künstlerische Therapien der Changzhi Medical School in China – einer Einrichtung, die vermutlich in den nächsten Jahren im Bereich physiologischer, neurowissenschaftlicher und interdisziplinären Forschung zu künstlerischen Therapien in Klinik und Public Health eine führende Position einnehmen dürfte – werden Musik-Tanz-Prozesse zur Rehabilitation bei Demenz untersucht, wobei sich gegenwärtig abzeichnet, dass die Künste dynamische Netzwerk-Konnektivitäten aktivieren, die letztlich für den therapeutischen Outcome verantwortlich sind.

                                                                                                                            Künste auf gesundheitsförderndem und therapeutischem Terrain sollen allerdings nicht bloß funktional verstanden werden. Vierzig Jahre künstlerische Therapien im Sinne von Karl Hörmann haben die Unersetzbarkeit des ästhetischen und schöpferischen Moments deutlich gemacht und gleichzeitig die Notwendigkeit von psychologischer und medizinischer Forschung hervorgehoben: die Künste stellen die Intervention, die Wissenschaften liefern Erkenntnisse über künstlerisch-therapeutische Mechanismen.

                                                                                                                            Während der Vortrag Forschungen zu gesundheitsfördernden und therapeutischen Funktionen der Künste im Alter sowie bei alterstypischen Erkrankungen diskutiert, werden im Workshop einzelne Techniken vorgestellt und in Form von Selbsterfahrung erprobt.

                                                                                                                            Wolfgang Mastnak ist Professor für künstlerische Therapien am Changzhi Medical College (Volksrepublik China) und wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Kultur, Künste und Medien (长治医学院 人文艺术传媒系) sowie Inhaber des Lehrstuhls für Musikpädagogik (Schulmusik) an der Hochschule für Musik und Theater München. Seine Seminare im Bereich Lehramt umfassen Musikdidaktik, Wissenschaftstheorie, Musik und Gesundheitspädagogik, Neuro-Musikpädagogik und transkulturelle Musikpädagogik. Im Doktoratsstudium betreut er vor allem Studien zur Integration von Musikpädagogik und Musiktherapie. Im Bayerischen Hochschulzentrum für China (BayCHINA) und im Bayerischen Hochschulzentrum für Mittel-, Ost- und Südosteuropa (BAYHOST) ist er der für die Musik- und Kunsthochschulen zuständige Direktor. Er hat Doktorate in Musikpädagogik & Psychologie, Medizinwissenschaften, Sportwissenschaften und Mathematik und ist Psychotherapeut und Mototherapeut. Wolfgang Mastnak ist Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste sowie der New York Academy of Sciences. Seine interdisziplinären Forschungen wurden international vielfach ausgezeichnet.
                                                                                                                        • Dr. Enrico Otto am 21. April 2024: „Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.

                                                                                                                          Um für Theaterinteressierte einen sinnvollen Einstieg in eine praktische Theaterarbeit zu gestalten, braucht der Interessent in einem Workshop die Kenntnis von sich selbst als potentiellen Darsteller. Über das Rollenstudium mit szenischer Arbeit an einem selbst ausgesuchten Text (10 Zeilen aus einem Theatertext) lassen sich unter Anleitung vielfältige Varianten des szenischen Ausdrucks erproben.

                                                                                                                          In einem zweiten Schritt soll aufgrund der Erfahrung mit sich selbst als Darsteller ein szenischer Bezug zu anderen Mit-Darstellern erprobt werden. So gelangt man in einfacher Form zu einer grundlegenden Ensemblearbeit.

                                                                                                                          Ein möglicher dritter Schritt wäre dann die szenische Erarbeitung einer ganzen Szene.

                                                                                                                          Der Artikel von Dr. Otto „Theater als Kommunikationsmodell“, erschienen in der MTK-Ausgabe 2023-1, S. 39-100, wird zur vorherigen Lektüre empfohlen. Sein für die folgende MTK-Ausgabe vorgesehener Beitrag “Die Funktionalität des Rollenstudiums im nicht-professionellem Theaterbereich” wird denjenigen zugeschickt, die sich zu seinem Workshop angemeldet haben.

                                                                                                                          Die Interessenten können sich jetzt schon auf den Workshop vorbereiten:

                                                                                                                          Bei nicht-profesionellen Inszenierungen taucht immer die Frage nach der richtigen Besetzung der textbezogenen Rollen auf. Diese Frage lässt sich oft bei nicht ausgebildeten Spielleitern kaum richtig beantworten. Vielmehr ist die Frage der Besetzung einem wie auch immer geartetem Gefühl des Spielleiters überlassen. Daher entstehen oft Fehlbesetzungen, die sich im Laufe der Proben heraus-stellen und oft auch zu einem Abbruch der Inszenierungsarbeit führen. Das Rollenstudium ist in solchen Fällen, vor der eigentlichen Inszenie- rungsarbeit durchgeführt, eine wichtige Möglichkeit, den o.g. Vorgang zu umgehen. Da darüber hinaus Rollenstudium eine wichtige Form der Klärung der Darsteller-Persönlichkeit darstellt, zeigt sich anhand des entsprechenden Ergebnisses, wie die Bandbreite der Darstellung aussieht, nachdem festgehalten wurde, ob anhand der Körperhaltung, der Bewegung, der Gestil und Mimik, der Sprache und des Outfits der Darsteller für eine entsprechende Rolle geeignet ist.

                                                                                                                          Rollenstudium braucht das eingehende Studium verschiedener Rollenstrukturen durch den angehenden Darsteller selbst, indem er aus unterschied-lichen Stücken d i e Rolle über vielleicht maximalen 10 Zeilen aussucht und zum Rollenstudium mitbringt, um daran zu arbeiten.

                                                                                                                          Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann am 20. April 2024: „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.

                                                                                                                          Im Alter kommt man nicht umhin, an sein irdisches Ende zu denken. Gerne erinnert man sich an Lieder aus der Kinder- und Jugendzeit und an jene aus dem Erlernen eines Instruments vertraute Musik. Im Gegensatz zu früheren Lebensjahren kann man im Alter mit den schnell wechselnden Popmusikcharts nichts mehr anfangen. Vielmehr befasst man sich mit der zeitlosen klassischen Musik und insbesondere mit solcher, die die eigene Lebenssituation anspricht.

                                                                                                                          Zu dem Gemälde von Arnold Böckling, das der Diplom-Psychologe Prof. Dr. Georg Franzen (www.kunstpsychologie.de) aus kunstpsychologischer Sicht beleuchtet, gibt es mindestens 29 Vertonungen und damit mehr als zu jedem anderen Bild. Anhand ausgewählter musikalischer Stimmungsbilder soll analysiert werden, was sie dem dafür aufgeschlossenen alten Menschen sagen und wie sie seine multimodale Interaktion beeinflussen können. Hierzu wird ein Film gezeigt und werden Anregungen gegen die üblichen vermeintlich nützlichen Strategien des Singens im Alter gegeben. Damit sich aber im fortgeschrittenen Alter die viel beschworene und erfahrbare Heilkraft von Musik beim Musikhören, Singen und Musizieren entfalten kann, sind trotz aller und gerade bei Gebrechen Voraussetzungen zu beachten, die dem an Erfahrung reichen homo ludens nicht nur ein wohltuendes musikalisches Erleben, sondern jederzeit mit geringem Aufwand ein gehöriges Quantum an flow ermöglichen können.

                                                                                                                          • Dr. Arnold M. Raem am 20. April 2024: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”

                                                                                                                            Dr. Arnold M. Raem ist Gründer der arrows biomedical Deutschland GmbH mit Sitz im Centrum für Nanotechnologie „CeNTech“ der Universität Münster. Die arrows biomedical Deutschland GmbH ist ein Servicelabor mit den Schwerpunkten im Bereich der molekularen Biomedizin / Onkologie. Dr. Arnold M. Raem hat zahlreiche, excellent bewertete Bücher herausgegeben, darunter das Handbuch für Geriatrie. Lehrbuch für Praxis und Klinik. (2005). Düsseldorf: Deutsche Krankhaus Verlagsgesellschaft, mit einem Kapitel Künstlerische Therapien in der Geriatrie, S. 859-869.    
                                                                                                                                         
                                                                                                                          • Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke am 20. April 2024: “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                                                                                                             
                                                                                                                            In diesem Workshop soll das Thema der “Bewegung” in seiner Bedeutung für eine zunehmend älter werdende Gesellschaft im Vordergrund symbolischer Durcharbeitung stehen. Der kreative Umgang mit Bewegung und Stillstand ist für viele ältere Patient:innen elementar. Im therapeutischen Setting nimmt die Anzahl derer, die auch ab 60 Jahren “Stärkungswünsche” für sich hegen, stetig zu. Gerade Frauen stehen aus unterschiedlichen Lebenslagen, wie nach einer Scheidung, dem Auszug der Kinder, Sich-Kümmern um einen pflegebedürftigen Angehörigen oder Tod des Partners sowie aus weiteren Gründen vor neuen Herausforderungen.    
                                                                                                                                
                                                                                                                            Anhand verschiedener Fallvignetten werden wir uns anschauen, welchen Schwierigkeiten ausgewählte Patientinnen während ihrer Lebensspanne ausgesetzt waren, welche individuums-spezifischen Ressourcen und Bedürfnisse vorhanden sind, um die alltäglichen Belastungen als zu meisternde Herausforderungen sehen und nutzen zu können. Fortbewegung und Stillstand sind immer wieder höchst interessante Aspekte in der therapeutischen Durcharbeitung. Äußere und innere Lebensbedingungen können im Zusammenwirken förderliche oder hinderliche Wirkungen entfalten, welchen wir mit der symbolischen Umsetzung des “Sich-Bewegens” und „Schreiten-Lassens“ analysierend nachspüren wollen, die für weitere Entwicklungsprozesse zielführend sind. Es wäre wünschenswert, wenn die Teilnehmenden des Workshops eigene Abbildungen zur kreativen Erfassung von Bewegung (und Stillstand) mitbringen würden.

                                                                                                                            Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke, Leibniz-Universität Hannover Hannover, ist Psychologische Psychotherapeutin in Eigener Praxis.

                                                                                                                          • Dr. Laura Bettag am 20.04.2023: Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren

                                                                                                                            In der Kultur des Flamencos kennen wir zahlreiche Beispiele einer lebenslangen Beschäftigung mit dem Flamencotanz. Es wird nicht als ungewöhnlich empfunden, wenn ältere Tänzerinnen im professionellen Rahmen vor Publikum auftreten und Erfolge feiern. La Chana (geb. 1946) trat im Alter von 75 Jahren von der Bühne ab, wobei sie ihr Programm im Sitzen bewältigte. Tanz kann als Überlebenselixier wirken, wie sie in ihrer Autobiografie „La Chana. Bailaora“ dokumentiert hat. Die qualitative Studie untersucht zunächst solche autobiografische Quellen auf Beschreibungen insbesondere tanztherapeutischer Effekte, die einer langjährigen Karriere bis ins höhere Alter förderlich waren. Häufig unterrichten professionelle Flamencotänzerinnen auch solange es möglich ist. Sie geben dabei neben tänzerischem Wissen allgemeine Überzeugungen und individuelle Einstellungen weiter. Die qualitative Studie will erkunden, welche physisch und psychisch als unterstützend erlebten mentalen Vorstellungen sowie deren tänzerische Umsetzungen von über 60-jährigen Schülerinnen ausgewählter Flamenco-Schulen in Deutschland wahrgenommen und beschrieben werden können.

                                                                                                                            Der Forschungsprozess wird sich im Wesentlichen auf Interviews von Experteninnen aus dem Bereich des Flamencos und die Auswertung von entsprechend entwickelten Fragebögen stützen. Über die charakteristische Stilistik des Flamencos  hinaus spielt bei deren Gestaltung eine Rolle, ob kulturanthropologische Aspekte und eine „künstlerisch akzentuierte Gesundheitsphilosophie“ (Mastnak, 2022) gerade im höheren Alter in das eigene Tanzen einfließen oder nicht.

                                                                                                                            Der Beitrag versucht schließlich aus den Ergebnissen der Studie, weiterführende Anregungen zum systematischen Aufbau einer internationalisierten „Flamenco-Therapie“ abzuleiten.

                                                                                                                            Dr. Laura Bettag, MA, ist als Kulturmanagerin am Nationaltheater Mannheim und freiberuflich als dipl. Tanztherapeutin sowie im Betrieblichen Gesundheitsmanagement tätig. Sie beforscht derzeit insbesondere die therapeutischen Ressourcen des Tanzunterrichts im stilübergreifenden Vergleich.

                                                                                                                          Lothar Schön ist Musiktherapeut in 95473 Creußen.

                                                                                                                          • Teilnahmegebühr
                                                                                                                            • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                            • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                            • 30 € für Studierende

                                                                                                                            • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                            • Teilnahmegebühr
                                                                                                                              • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                              • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                              • 30 € für Studierende

                                                                                                                          Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                        • Teilnahmegebühr
                                                                                                                          • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                          • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                          • 30 € für Studierende

                                                                                                                          • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                            • Teilnahmegebühr
                                                                                                                              • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                              • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                              • 30 € für Studierende

                                                                                                                          Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                        • Teilnahmegebühr
                                                                                                                          • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                          • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                          • 30 € für Studierende

                                                                                                                        • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                          Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                            • Teilnahmegebühr
                                                                                                                              • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                              • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                              • 30 € für Studierende

                                                                                                                          Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                            Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                              • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                • 30 € für Studierende

                                                                                                                            Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                          • Teilnahmegebühr
                                                                                                                            • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                            • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                            • 30 € für Studierende

                                                                                                                            • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                  • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                  • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                  • 30 € für Studierende

                                                                                                                              Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                              • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                • 30 € für Studierende

                                                                                                                                • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                  • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                    • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                    • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                    • 30 € für Studierende

                                                                                                                                Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                • Sa 10:00-13.00 Uhr: 3 Vorträge mit Diskussion:
                                                                                                                                  • 10:00-11.00 Uhr: Dr. Katja Watermann „Alt. Intelligenzgemindert. Vergessen. Kunst und Therapie im Maßregelvollzug.”
                                                                                                                                  • 11:00-12:00 Uhr: Dr. Arnold M. Raem: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”
                                                                                                                                  • 12:00-13:00 Uhr: Dr. Laura Bettag „Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren.”
                                                                                                                                • Sa 14-16 Uhr: 3 Workshops mit Diskussion:
                                                                                                                                  • 14.00-15.30 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Georg Franzen „Böcklins ‚Toteninsel‘“.
                                                                                                                                  • 15:45-17:00 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.
                                                                                                                                  • 17:15-19.00 Uhr: Dr. Yolanda Bertolaso „Rezeptive Künstlerische Tanztherapie mit stark bewegungseingeschränkten und teilweise dementen Senioren.”
                                                                                                                                • So 10.00-16:00 Uhr: 1 Vortrag und 3 Workshops mit Diskussion:
                                                                                                                                  • 10:00-11:30 Uhr: Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak „Künstlerische Therapien im Alter.
                                                                                                                                  • 11.45-13.00 Uhr: Prof. Dr. Marion Tacke “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                                                                                                                  • 14.00-16:00 Uhr: Dr. Enrico Otto Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.“
                                                                                                                                  • Poster von Lothar Schön: “Digitalisierung der Musiktherapie”

                                                                                                                                    Ein wichtiger Ansatz für die geplante digitalisierte Musiktherapie ist die soziale Teilhabe von Menschen, die aufgrund gesundheitlicher Beeinträchtigungen benachteiligt sind.

                                                                                                                                    Gleichzeitig wird all denen, die über keine instrumentalen Vorkenntnisse verfügen, eine Plattform geboten, die einen intuitiven Zugang zum Musizieren ermöglicht.

                                                                                                                                    Stellen Sie sich bitte eine Partitur vor, die zwar Melodienverlauf skizziert, aber vom ausführenden Musiker keine Tonhöhenauswahl verlangt. Das macht den musikalischen Prozess einfacher und entlastet unsere Kandidaten.

                                                                                                                                    Die Aufmerksamkeit kann also auf den Rhythmus konzentriert werden.

                                                                                                                                    In erster Linie denke ich an Schlaganfall- und Parkinsonpatienten.

                                                                                                                                    Für psychosomatische Fallbeispiele bieten sich nochmal ganz neuartige erweiterte Musizierzugänge.

                                                                                                                                    Die erleichterte Interaktion für Menschen mit unterschiedlicher musikalischer Vorbildung bildet eine ganz wesentliche Grundlage.

                                                                                                                                    Vorliegende Zusammenfassungen – weitere folgen:

                                                                                                                                    • Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak am 21. April 2024: „Künstlerische Therapien im Alter.
                                                                                                                                      In einer Gesellschaft mit immer höheren Lebenserwartungen spielen Gesundheitsförderung und Gesundheitserhaltung eine zentrale Rolle. Dies wird auch seitens der Weltgesundheitsorganisation WHO mit Hinweis auf die UN-Deklaration zum gesunden Altern United Nations Decade of Healthy Ageing 2021–2030 hervorgehoben. Der Terminus „healthy aging“ muss hier allerdings differenziert verstanden werden und reicht von einer ganzheitlichen Gesunderhaltung im Rahmen natürlicher Alterungsprozesse über spezifische Prävention, etwa von Depression bei Herzinsuffizienz, bis zu spiritueller Gesundheit in der Palliativmedizin.

                                                                                                                                      Die repräsentativen gerontagogischen Gesundheitsaktivitäten an der Musikhochschule in Posen (Akademia Muzyczna im. Ignacego Jana Paderewskiego w Poznaniu) beruhen auf musikalisch-tänzerischen Gruppenaktivitäten und werden zur Zeit länderübergreifend und interdisziplinär beforscht. Während es hier ganzheitlich um psychophysische Gesundheit und soziokulturelle Inklusion geht, stehen bei anderen Aktivitäten spezifische Gesundheitsaspekte im Zentrum. So finden etwa im Österreichischen Herzverband Landesverband Burgenland Musik und Tanz zur Förderung und Rehabilitation kardiovaskulärer und kardiorespiratorischer Gesundheit im Alter Einsatz.

                                                                                                                                      Künstlerische Therapien sind vielerorts aus dem geriatrischen, insbesondere auch dem neurogeriatrischen Bereich, nicht mehr wegzudenken. So wird etwa an der Universitätsklinik Pitié-Salpêtrière in Paris seit Jahren Parkidanse, eine hoch spezifische tanztherapeutische Technik zur Milderung von Parkinsonsymptomatik, eingesetzt. Gegenwärtige Studien deuten darauf hin, dass es dabei zu Synchronisationen zwischen musikalischen und motorischen Rhythmusprozessoren im Gehirn kommt, welche die parkinsontypische Basalgangliendegeneration teils zu kompensieren vermögen.

                                                                                                                                      Am Forschungszentrum für künstlerische Therapien der Changzhi Medical School in China – einer Einrichtung, die vermutlich in den nächsten Jahren im Bereich physiologischer, neurowissenschaftlicher und interdisziplinären Forschung zu künstlerischen Therapien in Klinik und Public Health eine führende Position einnehmen dürfte – werden Musik-Tanz-Prozesse zur Rehabilitation bei Demenz untersucht, wobei sich gegenwärtig abzeichnet, dass die Künste dynamische Netzwerk-Konnektivitäten aktivieren, die letztlich für den therapeutischen Outcome verantwortlich sind.

                                                                                                                                      Künste auf gesundheitsförderndem und therapeutischem Terrain sollen allerdings nicht bloß funktional verstanden werden. Vierzig Jahre künstlerische Therapien im Sinne von Karl Hörmann haben die Unersetzbarkeit des ästhetischen und schöpferischen Moments deutlich gemacht und gleichzeitig die Notwendigkeit von psychologischer und medizinischer Forschung hervorgehoben: die Künste stellen die Intervention, die Wissenschaften liefern Erkenntnisse über künstlerisch-therapeutische Mechanismen.

                                                                                                                                      Während der Vortrag Forschungen zu gesundheitsfördernden und therapeutischen Funktionen der Künste im Alter sowie bei alterstypischen Erkrankungen diskutiert, werden im Workshop einzelne Techniken vorgestellt und in Form von Selbsterfahrung erprobt.

                                                                                                                                      Wolfgang Mastnak ist Professor für künstlerische Therapien am Changzhi Medical College (Volksrepublik China) und wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Kultur, Künste und Medien (长治医学院 人文艺术传媒系) sowie Inhaber des Lehrstuhls für Musikpädagogik (Schulmusik) an der Hochschule für Musik und Theater München. Seine Seminare im Bereich Lehramt umfassen Musikdidaktik, Wissenschaftstheorie, Musik und Gesundheitspädagogik, Neuro-Musikpädagogik und transkulturelle Musikpädagogik. Im Doktoratsstudium betreut er vor allem Studien zur Integration von Musikpädagogik und Musiktherapie. Im Bayerischen Hochschulzentrum für China (BayCHINA) und im Bayerischen Hochschulzentrum für Mittel-, Ost- und Südosteuropa (BAYHOST) ist er der für die Musik- und Kunsthochschulen zuständige Direktor. Er hat Doktorate in Musikpädagogik & Psychologie, Medizinwissenschaften, Sportwissenschaften und Mathematik und ist Psychotherapeut und Mototherapeut. Wolfgang Mastnak ist Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste sowie der New York Academy of Sciences. Seine interdisziplinären Forschungen wurden international vielfach ausgezeichnet.
                                                                                                                                  • Dr. Enrico Otto am 21. April 2024: „Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.

                                                                                                                                    Um für Theaterinteressierte einen sinnvollen Einstieg in eine praktische Theaterarbeit zu gestalten, braucht der Interessent in einem Workshop die Kenntnis von sich selbst als potentiellen Darsteller. Über das Rollenstudium mit szenischer Arbeit an einem selbst ausgesuchten Text (10 Zeilen aus einem Theatertext) lassen sich unter Anleitung vielfältige Varianten des szenischen Ausdrucks erproben.

                                                                                                                                    In einem zweiten Schritt soll aufgrund der Erfahrung mit sich selbst als Darsteller ein szenischer Bezug zu anderen Mit-Darstellern erprobt werden. So gelangt man in einfacher Form zu einer grundlegenden Ensemblearbeit.

                                                                                                                                    Ein möglicher dritter Schritt wäre dann die szenische Erarbeitung einer ganzen Szene.

                                                                                                                                    Der Artikel von Dr. Otto „Theater als Kommunikationsmodell“, erschienen in der MTK-Ausgabe 2023-1, S. 39-100, wird zur vorherigen Lektüre empfohlen. Sein für die folgende MTK-Ausgabe vorgesehener Beitrag “Die Funktionalität des Rollenstudiums im nicht-professionellem Theaterbereich” wird denjenigen zugeschickt, die sich zu seinem Workshop angemeldet haben.

                                                                                                                                    Die Interessenten können sich jetzt schon auf den Workshop vorbereiten:

                                                                                                                                    Bei nicht-profesionellen Inszenierungen taucht immer die Frage nach der richtigen Besetzung der textbezogenen Rollen auf. Diese Frage lässt sich oft bei nicht ausgebildeten Spielleitern kaum richtig beantworten. Vielmehr ist die Frage der Besetzung einem wie auch immer geartetem Gefühl des Spielleiters überlassen. Daher entstehen oft Fehlbesetzungen, die sich im Laufe der Proben heraus-stellen und oft auch zu einem Abbruch der Inszenierungsarbeit führen. Das Rollenstudium ist in solchen Fällen, vor der eigentlichen Inszenie- rungsarbeit durchgeführt, eine wichtige Möglichkeit, den o.g. Vorgang zu umgehen. Da darüber hinaus Rollenstudium eine wichtige Form der Klärung der Darsteller-Persönlichkeit darstellt, zeigt sich anhand des entsprechenden Ergebnisses, wie die Bandbreite der Darstellung aussieht, nachdem festgehalten wurde, ob anhand der Körperhaltung, der Bewegung, der Gestil und Mimik, der Sprache und des Outfits der Darsteller für eine entsprechende Rolle geeignet ist.

                                                                                                                                    Rollenstudium braucht das eingehende Studium verschiedener Rollenstrukturen durch den angehenden Darsteller selbst, indem er aus unterschied-lichen Stücken d i e Rolle über vielleicht maximalen 10 Zeilen aussucht und zum Rollenstudium mitbringt, um daran zu arbeiten.

                                                                                                                                    Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann am 20. April 2024: „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.

                                                                                                                                    Im Alter kommt man nicht umhin, an sein irdisches Ende zu denken. Gerne erinnert man sich an Lieder aus der Kinder- und Jugendzeit und an jene aus dem Erlernen eines Instruments vertraute Musik. Im Gegensatz zu früheren Lebensjahren kann man im Alter mit den schnell wechselnden Popmusikcharts nichts mehr anfangen. Vielmehr befasst man sich mit der zeitlosen klassischen Musik und insbesondere mit solcher, die die eigene Lebenssituation anspricht.

                                                                                                                                    Zu dem Gemälde von Arnold Böckling, das der Diplom-Psychologe Prof. Dr. Georg Franzen (www.kunstpsychologie.de) aus kunstpsychologischer Sicht beleuchtet, gibt es mindestens 29 Vertonungen und damit mehr als zu jedem anderen Bild. Anhand ausgewählter musikalischer Stimmungsbilder soll analysiert werden, was sie dem dafür aufgeschlossenen alten Menschen sagen und wie sie seine multimodale Interaktion beeinflussen können. Hierzu wird ein Film gezeigt und werden Anregungen gegen die üblichen vermeintlich nützlichen Strategien des Singens im Alter gegeben. Damit sich aber im fortgeschrittenen Alter die viel beschworene und erfahrbare Heilkraft von Musik beim Musikhören, Singen und Musizieren entfalten kann, sind trotz aller und gerade bei Gebrechen Voraussetzungen zu beachten, die dem an Erfahrung reichen homo ludens nicht nur ein wohltuendes musikalisches Erleben, sondern jederzeit mit geringem Aufwand ein gehöriges Quantum an flow ermöglichen können.

                                                                                                                                    • Dr. Arnold M. Raem am 20. April 2024: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”

                                                                                                                                      Dr. Arnold M. Raem ist Gründer der arrows biomedical Deutschland GmbH mit Sitz im Centrum für Nanotechnologie „CeNTech“ der Universität Münster. Die arrows biomedical Deutschland GmbH ist ein Servicelabor mit den Schwerpunkten im Bereich der molekularen Biomedizin / Onkologie. Dr. Arnold M. Raem hat zahlreiche, excellent bewertete Bücher herausgegeben, darunter das Handbuch für Geriatrie. Lehrbuch für Praxis und Klinik. (2005). Düsseldorf: Deutsche Krankhaus Verlagsgesellschaft, mit einem Kapitel Künstlerische Therapien in der Geriatrie, S. 859-869.    
                                                                                                                                                   
                                                                                                                                    • Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke am 20. April 2024: “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                                                                                                                       
                                                                                                                                      In diesem Workshop soll das Thema der “Bewegung” in seiner Bedeutung für eine zunehmend älter werdende Gesellschaft im Vordergrund symbolischer Durcharbeitung stehen. Der kreative Umgang mit Bewegung und Stillstand ist für viele ältere Patient:innen elementar. Im therapeutischen Setting nimmt die Anzahl derer, die auch ab 60 Jahren “Stärkungswünsche” für sich hegen, stetig zu. Gerade Frauen stehen aus unterschiedlichen Lebenslagen, wie nach einer Scheidung, dem Auszug der Kinder, Sich-Kümmern um einen pflegebedürftigen Angehörigen oder Tod des Partners sowie aus weiteren Gründen vor neuen Herausforderungen.    
                                                                                                                                          
                                                                                                                                      Anhand verschiedener Fallvignetten werden wir uns anschauen, welchen Schwierigkeiten ausgewählte Patientinnen während ihrer Lebensspanne ausgesetzt waren, welche individuums-spezifischen Ressourcen und Bedürfnisse vorhanden sind, um die alltäglichen Belastungen als zu meisternde Herausforderungen sehen und nutzen zu können. Fortbewegung und Stillstand sind immer wieder höchst interessante Aspekte in der therapeutischen Durcharbeitung. Äußere und innere Lebensbedingungen können im Zusammenwirken förderliche oder hinderliche Wirkungen entfalten, welchen wir mit der symbolischen Umsetzung des “Sich-Bewegens” und „Schreiten-Lassens“ analysierend nachspüren wollen, die für weitere Entwicklungsprozesse zielführend sind. Es wäre wünschenswert, wenn die Teilnehmenden des Workshops eigene Abbildungen zur kreativen Erfassung von Bewegung (und Stillstand) mitbringen würden.

                                                                                                                                      Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke, Leibniz-Universität Hannover Hannover, ist Psychologische Psychotherapeutin in Eigener Praxis.

                                                                                                                                    • Dr. Laura Bettag am 20.04.2023: Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren

                                                                                                                                      In der Kultur des Flamencos kennen wir zahlreiche Beispiele einer lebenslangen Beschäftigung mit dem Flamencotanz. Es wird nicht als ungewöhnlich empfunden, wenn ältere Tänzerinnen im professionellen Rahmen vor Publikum auftreten und Erfolge feiern. La Chana (geb. 1946) trat im Alter von 75 Jahren von der Bühne ab, wobei sie ihr Programm im Sitzen bewältigte. Tanz kann als Überlebenselixier wirken, wie sie in ihrer Autobiografie „La Chana. Bailaora“ dokumentiert hat. Die qualitative Studie untersucht zunächst solche autobiografische Quellen auf Beschreibungen insbesondere tanztherapeutischer Effekte, die einer langjährigen Karriere bis ins höhere Alter förderlich waren. Häufig unterrichten professionelle Flamencotänzerinnen auch solange es möglich ist. Sie geben dabei neben tänzerischem Wissen allgemeine Überzeugungen und individuelle Einstellungen weiter. Die qualitative Studie will erkunden, welche physisch und psychisch als unterstützend erlebten mentalen Vorstellungen sowie deren tänzerische Umsetzungen von über 60-jährigen Schülerinnen ausgewählter Flamenco-Schulen in Deutschland wahrgenommen und beschrieben werden können.

                                                                                                                                      Der Forschungsprozess wird sich im Wesentlichen auf Interviews von Experteninnen aus dem Bereich des Flamencos und die Auswertung von entsprechend entwickelten Fragebögen stützen. Über die charakteristische Stilistik des Flamencos  hinaus spielt bei deren Gestaltung eine Rolle, ob kulturanthropologische Aspekte und eine „künstlerisch akzentuierte Gesundheitsphilosophie“ (Mastnak, 2022) gerade im höheren Alter in das eigene Tanzen einfließen oder nicht.

                                                                                                                                      Der Beitrag versucht schließlich aus den Ergebnissen der Studie, weiterführende Anregungen zum systematischen Aufbau einer internationalisierten „Flamenco-Therapie“ abzuleiten.

                                                                                                                                      Dr. Laura Bettag, MA, ist als Kulturmanagerin am Nationaltheater Mannheim und freiberuflich als dipl. Tanztherapeutin sowie im Betrieblichen Gesundheitsmanagement tätig. Sie beforscht derzeit insbesondere die therapeutischen Ressourcen des Tanzunterrichts im stilübergreifenden Vergleich.

                                                                                                                                    Lothar Schön ist Musiktherapeut in 95473 Creußen.

                                                                                                                                    • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                      • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                      • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                      • 30 € für Studierende

                                                                                                                                      • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                      • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                        • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                        • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                        • 30 € für Studierende

                                                                                                                                    Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                  • Sa 10:00-13.00 Uhr: 3 Vorträge mit Diskussion:
                                                                                                                                    • 10:00-11.00 Uhr: Dr. Katja Watermann „Alt. Intelligenzgemindert. Vergessen. Kunst und Therapie im Maßregelvollzug.”
                                                                                                                                    • 11:00-12:00 Uhr: Dr. Arnold M. Raem: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”
                                                                                                                                    • 12:00-13:00 Uhr: Dr. Laura Bettag „Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren.”
                                                                                                                                  • Sa 14-16 Uhr: 3 Workshops mit Diskussion:
                                                                                                                                    • 14.00-15.30 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Georg Franzen „Böcklins ‚Toteninsel‘“.
                                                                                                                                    • 15:45-17:00 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.
                                                                                                                                    • 17:15-19.00 Uhr: Dr. Yolanda Bertolaso „Rezeptive Künstlerische Tanztherapie mit stark bewegungseingeschränkten und teilweise dementen Senioren.”
                                                                                                                                  • So 10.00-16:00 Uhr: 1 Vortrag und 3 Workshops mit Diskussion:
                                                                                                                                    • 10:00-11:30 Uhr: Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak „Künstlerische Therapien im Alter.
                                                                                                                                    • 11.45-13.00 Uhr: Prof. Dr. Marion Tacke “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                                                                                                                    • 14.00-16:00 Uhr: Dr. Enrico Otto Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.“
                                                                                                                                    • Poster von Lothar Schön: “Digitalisierung der Musiktherapie”

                                                                                                                                      Ein wichtiger Ansatz für die geplante digitalisierte Musiktherapie ist die soziale Teilhabe von Menschen, die aufgrund gesundheitlicher Beeinträchtigungen benachteiligt sind.

                                                                                                                                      Gleichzeitig wird all denen, die über keine instrumentalen Vorkenntnisse verfügen, eine Plattform geboten, die einen intuitiven Zugang zum Musizieren ermöglicht.

                                                                                                                                      Stellen Sie sich bitte eine Partitur vor, die zwar Melodienverlauf skizziert, aber vom ausführenden Musiker keine Tonhöhenauswahl verlangt. Das macht den musikalischen Prozess einfacher und entlastet unsere Kandidaten.

                                                                                                                                      Die Aufmerksamkeit kann also auf den Rhythmus konzentriert werden.

                                                                                                                                      In erster Linie denke ich an Schlaganfall- und Parkinsonpatienten.

                                                                                                                                      Für psychosomatische Fallbeispiele bieten sich nochmal ganz neuartige erweiterte Musizierzugänge.

                                                                                                                                      Die erleichterte Interaktion für Menschen mit unterschiedlicher musikalischer Vorbildung bildet eine ganz wesentliche Grundlage.

                                                                                                                                      Vorliegende Zusammenfassungen – weitere folgen:

                                                                                                                                      • Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak am 21. April 2024: „Künstlerische Therapien im Alter.
                                                                                                                                        In einer Gesellschaft mit immer höheren Lebenserwartungen spielen Gesundheitsförderung und Gesundheitserhaltung eine zentrale Rolle. Dies wird auch seitens der Weltgesundheitsorganisation WHO mit Hinweis auf die UN-Deklaration zum gesunden Altern United Nations Decade of Healthy Ageing 2021–2030 hervorgehoben. Der Terminus „healthy aging“ muss hier allerdings differenziert verstanden werden und reicht von einer ganzheitlichen Gesunderhaltung im Rahmen natürlicher Alterungsprozesse über spezifische Prävention, etwa von Depression bei Herzinsuffizienz, bis zu spiritueller Gesundheit in der Palliativmedizin.

                                                                                                                                        Die repräsentativen gerontagogischen Gesundheitsaktivitäten an der Musikhochschule in Posen (Akademia Muzyczna im. Ignacego Jana Paderewskiego w Poznaniu) beruhen auf musikalisch-tänzerischen Gruppenaktivitäten und werden zur Zeit länderübergreifend und interdisziplinär beforscht. Während es hier ganzheitlich um psychophysische Gesundheit und soziokulturelle Inklusion geht, stehen bei anderen Aktivitäten spezifische Gesundheitsaspekte im Zentrum. So finden etwa im Österreichischen Herzverband Landesverband Burgenland Musik und Tanz zur Förderung und Rehabilitation kardiovaskulärer und kardiorespiratorischer Gesundheit im Alter Einsatz.

                                                                                                                                        Künstlerische Therapien sind vielerorts aus dem geriatrischen, insbesondere auch dem neurogeriatrischen Bereich, nicht mehr wegzudenken. So wird etwa an der Universitätsklinik Pitié-Salpêtrière in Paris seit Jahren Parkidanse, eine hoch spezifische tanztherapeutische Technik zur Milderung von Parkinsonsymptomatik, eingesetzt. Gegenwärtige Studien deuten darauf hin, dass es dabei zu Synchronisationen zwischen musikalischen und motorischen Rhythmusprozessoren im Gehirn kommt, welche die parkinsontypische Basalgangliendegeneration teils zu kompensieren vermögen.

                                                                                                                                        Am Forschungszentrum für künstlerische Therapien der Changzhi Medical School in China – einer Einrichtung, die vermutlich in den nächsten Jahren im Bereich physiologischer, neurowissenschaftlicher und interdisziplinären Forschung zu künstlerischen Therapien in Klinik und Public Health eine führende Position einnehmen dürfte – werden Musik-Tanz-Prozesse zur Rehabilitation bei Demenz untersucht, wobei sich gegenwärtig abzeichnet, dass die Künste dynamische Netzwerk-Konnektivitäten aktivieren, die letztlich für den therapeutischen Outcome verantwortlich sind.

                                                                                                                                        Künste auf gesundheitsförderndem und therapeutischem Terrain sollen allerdings nicht bloß funktional verstanden werden. Vierzig Jahre künstlerische Therapien im Sinne von Karl Hörmann haben die Unersetzbarkeit des ästhetischen und schöpferischen Moments deutlich gemacht und gleichzeitig die Notwendigkeit von psychologischer und medizinischer Forschung hervorgehoben: die Künste stellen die Intervention, die Wissenschaften liefern Erkenntnisse über künstlerisch-therapeutische Mechanismen.

                                                                                                                                        Während der Vortrag Forschungen zu gesundheitsfördernden und therapeutischen Funktionen der Künste im Alter sowie bei alterstypischen Erkrankungen diskutiert, werden im Workshop einzelne Techniken vorgestellt und in Form von Selbsterfahrung erprobt.

                                                                                                                                        Wolfgang Mastnak ist Professor für künstlerische Therapien am Changzhi Medical College (Volksrepublik China) und wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Kultur, Künste und Medien (长治医学院 人文艺术传媒系) sowie Inhaber des Lehrstuhls für Musikpädagogik (Schulmusik) an der Hochschule für Musik und Theater München. Seine Seminare im Bereich Lehramt umfassen Musikdidaktik, Wissenschaftstheorie, Musik und Gesundheitspädagogik, Neuro-Musikpädagogik und transkulturelle Musikpädagogik. Im Doktoratsstudium betreut er vor allem Studien zur Integration von Musikpädagogik und Musiktherapie. Im Bayerischen Hochschulzentrum für China (BayCHINA) und im Bayerischen Hochschulzentrum für Mittel-, Ost- und Südosteuropa (BAYHOST) ist er der für die Musik- und Kunsthochschulen zuständige Direktor. Er hat Doktorate in Musikpädagogik & Psychologie, Medizinwissenschaften, Sportwissenschaften und Mathematik und ist Psychotherapeut und Mototherapeut. Wolfgang Mastnak ist Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste sowie der New York Academy of Sciences. Seine interdisziplinären Forschungen wurden international vielfach ausgezeichnet.
                                                                                                                                    • Dr. Enrico Otto am 21. April 2024: „Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.

                                                                                                                                      Um für Theaterinteressierte einen sinnvollen Einstieg in eine praktische Theaterarbeit zu gestalten, braucht der Interessent in einem Workshop die Kenntnis von sich selbst als potentiellen Darsteller. Über das Rollenstudium mit szenischer Arbeit an einem selbst ausgesuchten Text (10 Zeilen aus einem Theatertext) lassen sich unter Anleitung vielfältige Varianten des szenischen Ausdrucks erproben.

                                                                                                                                      In einem zweiten Schritt soll aufgrund der Erfahrung mit sich selbst als Darsteller ein szenischer Bezug zu anderen Mit-Darstellern erprobt werden. So gelangt man in einfacher Form zu einer grundlegenden Ensemblearbeit.

                                                                                                                                      Ein möglicher dritter Schritt wäre dann die szenische Erarbeitung einer ganzen Szene.

                                                                                                                                      Der Artikel von Dr. Otto „Theater als Kommunikationsmodell“, erschienen in der MTK-Ausgabe 2023-1, S. 39-100, wird zur vorherigen Lektüre empfohlen. Sein für die folgende MTK-Ausgabe vorgesehener Beitrag “Die Funktionalität des Rollenstudiums im nicht-professionellem Theaterbereich” wird denjenigen zugeschickt, die sich zu seinem Workshop angemeldet haben.

                                                                                                                                      Die Interessenten können sich jetzt schon auf den Workshop vorbereiten:

                                                                                                                                      Bei nicht-profesionellen Inszenierungen taucht immer die Frage nach der richtigen Besetzung der textbezogenen Rollen auf. Diese Frage lässt sich oft bei nicht ausgebildeten Spielleitern kaum richtig beantworten. Vielmehr ist die Frage der Besetzung einem wie auch immer geartetem Gefühl des Spielleiters überlassen. Daher entstehen oft Fehlbesetzungen, die sich im Laufe der Proben heraus-stellen und oft auch zu einem Abbruch der Inszenierungsarbeit führen. Das Rollenstudium ist in solchen Fällen, vor der eigentlichen Inszenie- rungsarbeit durchgeführt, eine wichtige Möglichkeit, den o.g. Vorgang zu umgehen. Da darüber hinaus Rollenstudium eine wichtige Form der Klärung der Darsteller-Persönlichkeit darstellt, zeigt sich anhand des entsprechenden Ergebnisses, wie die Bandbreite der Darstellung aussieht, nachdem festgehalten wurde, ob anhand der Körperhaltung, der Bewegung, der Gestil und Mimik, der Sprache und des Outfits der Darsteller für eine entsprechende Rolle geeignet ist.

                                                                                                                                      Rollenstudium braucht das eingehende Studium verschiedener Rollenstrukturen durch den angehenden Darsteller selbst, indem er aus unterschied-lichen Stücken d i e Rolle über vielleicht maximalen 10 Zeilen aussucht und zum Rollenstudium mitbringt, um daran zu arbeiten.

                                                                                                                                      Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann am 20. April 2024: „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.

                                                                                                                                      Im Alter kommt man nicht umhin, an sein irdisches Ende zu denken. Gerne erinnert man sich an Lieder aus der Kinder- und Jugendzeit und an jene aus dem Erlernen eines Instruments vertraute Musik. Im Gegensatz zu früheren Lebensjahren kann man im Alter mit den schnell wechselnden Popmusikcharts nichts mehr anfangen. Vielmehr befasst man sich mit der zeitlosen klassischen Musik und insbesondere mit solcher, die die eigene Lebenssituation anspricht.

                                                                                                                                      Zu dem Gemälde von Arnold Böckling, das der Diplom-Psychologe Prof. Dr. Georg Franzen (www.kunstpsychologie.de) aus kunstpsychologischer Sicht beleuchtet, gibt es mindestens 29 Vertonungen und damit mehr als zu jedem anderen Bild. Anhand ausgewählter musikalischer Stimmungsbilder soll analysiert werden, was sie dem dafür aufgeschlossenen alten Menschen sagen und wie sie seine multimodale Interaktion beeinflussen können. Hierzu wird ein Film gezeigt und werden Anregungen gegen die üblichen vermeintlich nützlichen Strategien des Singens im Alter gegeben. Damit sich aber im fortgeschrittenen Alter die viel beschworene und erfahrbare Heilkraft von Musik beim Musikhören, Singen und Musizieren entfalten kann, sind trotz aller und gerade bei Gebrechen Voraussetzungen zu beachten, die dem an Erfahrung reichen homo ludens nicht nur ein wohltuendes musikalisches Erleben, sondern jederzeit mit geringem Aufwand ein gehöriges Quantum an flow ermöglichen können.

                                                                                                                                      • Dr. Arnold M. Raem am 20. April 2024: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”

                                                                                                                                        Dr. Arnold M. Raem ist Gründer der arrows biomedical Deutschland GmbH mit Sitz im Centrum für Nanotechnologie „CeNTech“ der Universität Münster. Die arrows biomedical Deutschland GmbH ist ein Servicelabor mit den Schwerpunkten im Bereich der molekularen Biomedizin / Onkologie. Dr. Arnold M. Raem hat zahlreiche, excellent bewertete Bücher herausgegeben, darunter das Handbuch für Geriatrie. Lehrbuch für Praxis und Klinik. (2005). Düsseldorf: Deutsche Krankhaus Verlagsgesellschaft, mit einem Kapitel Künstlerische Therapien in der Geriatrie, S. 859-869.    
                                                                                                                                                     
                                                                                                                                      • Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke am 20. April 2024: “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                                                                                                                         
                                                                                                                                        In diesem Workshop soll das Thema der “Bewegung” in seiner Bedeutung für eine zunehmend älter werdende Gesellschaft im Vordergrund symbolischer Durcharbeitung stehen. Der kreative Umgang mit Bewegung und Stillstand ist für viele ältere Patient:innen elementar. Im therapeutischen Setting nimmt die Anzahl derer, die auch ab 60 Jahren “Stärkungswünsche” für sich hegen, stetig zu. Gerade Frauen stehen aus unterschiedlichen Lebenslagen, wie nach einer Scheidung, dem Auszug der Kinder, Sich-Kümmern um einen pflegebedürftigen Angehörigen oder Tod des Partners sowie aus weiteren Gründen vor neuen Herausforderungen.    
                                                                                                                                            
                                                                                                                                        Anhand verschiedener Fallvignetten werden wir uns anschauen, welchen Schwierigkeiten ausgewählte Patientinnen während ihrer Lebensspanne ausgesetzt waren, welche individuums-spezifischen Ressourcen und Bedürfnisse vorhanden sind, um die alltäglichen Belastungen als zu meisternde Herausforderungen sehen und nutzen zu können. Fortbewegung und Stillstand sind immer wieder höchst interessante Aspekte in der therapeutischen Durcharbeitung. Äußere und innere Lebensbedingungen können im Zusammenwirken förderliche oder hinderliche Wirkungen entfalten, welchen wir mit der symbolischen Umsetzung des “Sich-Bewegens” und „Schreiten-Lassens“ analysierend nachspüren wollen, die für weitere Entwicklungsprozesse zielführend sind. Es wäre wünschenswert, wenn die Teilnehmenden des Workshops eigene Abbildungen zur kreativen Erfassung von Bewegung (und Stillstand) mitbringen würden.

                                                                                                                                        Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke, Leibniz-Universität Hannover Hannover, ist Psychologische Psychotherapeutin in Eigener Praxis.

                                                                                                                                      • Dr. Laura Bettag am 20.04.2023: Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren

                                                                                                                                        In der Kultur des Flamencos kennen wir zahlreiche Beispiele einer lebenslangen Beschäftigung mit dem Flamencotanz. Es wird nicht als ungewöhnlich empfunden, wenn ältere Tänzerinnen im professionellen Rahmen vor Publikum auftreten und Erfolge feiern. La Chana (geb. 1946) trat im Alter von 75 Jahren von der Bühne ab, wobei sie ihr Programm im Sitzen bewältigte. Tanz kann als Überlebenselixier wirken, wie sie in ihrer Autobiografie „La Chana. Bailaora“ dokumentiert hat. Die qualitative Studie untersucht zunächst solche autobiografische Quellen auf Beschreibungen insbesondere tanztherapeutischer Effekte, die einer langjährigen Karriere bis ins höhere Alter förderlich waren. Häufig unterrichten professionelle Flamencotänzerinnen auch solange es möglich ist. Sie geben dabei neben tänzerischem Wissen allgemeine Überzeugungen und individuelle Einstellungen weiter. Die qualitative Studie will erkunden, welche physisch und psychisch als unterstützend erlebten mentalen Vorstellungen sowie deren tänzerische Umsetzungen von über 60-jährigen Schülerinnen ausgewählter Flamenco-Schulen in Deutschland wahrgenommen und beschrieben werden können.

                                                                                                                                        Der Forschungsprozess wird sich im Wesentlichen auf Interviews von Experteninnen aus dem Bereich des Flamencos und die Auswertung von entsprechend entwickelten Fragebögen stützen. Über die charakteristische Stilistik des Flamencos  hinaus spielt bei deren Gestaltung eine Rolle, ob kulturanthropologische Aspekte und eine „künstlerisch akzentuierte Gesundheitsphilosophie“ (Mastnak, 2022) gerade im höheren Alter in das eigene Tanzen einfließen oder nicht.

                                                                                                                                        Der Beitrag versucht schließlich aus den Ergebnissen der Studie, weiterführende Anregungen zum systematischen Aufbau einer internationalisierten „Flamenco-Therapie“ abzuleiten.

                                                                                                                                        Dr. Laura Bettag, MA, ist als Kulturmanagerin am Nationaltheater Mannheim und freiberuflich als dipl. Tanztherapeutin sowie im Betrieblichen Gesundheitsmanagement tätig. Sie beforscht derzeit insbesondere die therapeutischen Ressourcen des Tanzunterrichts im stilübergreifenden Vergleich.

                                                                                                                                      Lothar Schön ist Musiktherapeut in 95473 Creußen.

                                                                                                                                      • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                        • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                        • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                        • 30 € für Studierende

                                                                                                                                        • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                        • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                          • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                          • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                          • 30 € für Studierende

                                                                                                                                      Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                  • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                    • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                    • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                    • 30 € für Studierende

                                                                                                                                  • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                    Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                      • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                        • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                        • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                        • 30 € für Studierende

                                                                                                                                    Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                      Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                        • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                          • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                          • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                          • 30 € für Studierende

                                                                                                                                      Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                    • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                      • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                      • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                      • 30 € für Studierende

                                                                                                                                      • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                          • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                            • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                            • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                            • 30 € für Studierende

                                                                                                                                        Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                        • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                          • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                          • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                          • 30 € für Studierende

                                                                                                                                          • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                            • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                              • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                              • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                              • 30 € für Studierende

                                                                                                                                          Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                          • Sa 10:00-13.00 Uhr: 3 Vorträge mit Diskussion:
                                                                                                                                            • 10:00-11.00 Uhr: Dr. Katja Watermann „Alt. Intelligenzgemindert. Vergessen. Kunst und Therapie im Maßregelvollzug.”
                                                                                                                                            • 11:00-12:00 Uhr: Dr. Arnold M. Raem: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”
                                                                                                                                            • 12:00-13:00 Uhr: Dr. Laura Bettag „Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren.”
                                                                                                                                          • Sa 14-16 Uhr: 3 Workshops mit Diskussion:
                                                                                                                                            • 14.00-15.30 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Georg Franzen „Böcklins ‚Toteninsel‘“.
                                                                                                                                            • 15:45-17:00 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.
                                                                                                                                            • 17:15-19.00 Uhr: Dr. Yolanda Bertolaso „Rezeptive Künstlerische Tanztherapie mit stark bewegungseingeschränkten und teilweise dementen Senioren.”
                                                                                                                                          • So 10.00-16:00 Uhr: 1 Vortrag und 3 Workshops mit Diskussion:
                                                                                                                                            • 10:00-11:30 Uhr: Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak „Künstlerische Therapien im Alter.
                                                                                                                                            • 11.45-13.00 Uhr: Prof. Dr. Marion Tacke “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                                                                                                                            • 14.00-16:00 Uhr: Dr. Enrico Otto Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.“
                                                                                                                                            • Poster von Lothar Schön: “Digitalisierung der Musiktherapie”

                                                                                                                                              Ein wichtiger Ansatz für die geplante digitalisierte Musiktherapie ist die soziale Teilhabe von Menschen, die aufgrund gesundheitlicher Beeinträchtigungen benachteiligt sind.

                                                                                                                                              Gleichzeitig wird all denen, die über keine instrumentalen Vorkenntnisse verfügen, eine Plattform geboten, die einen intuitiven Zugang zum Musizieren ermöglicht.

                                                                                                                                              Stellen Sie sich bitte eine Partitur vor, die zwar Melodienverlauf skizziert, aber vom ausführenden Musiker keine Tonhöhenauswahl verlangt. Das macht den musikalischen Prozess einfacher und entlastet unsere Kandidaten.

                                                                                                                                              Die Aufmerksamkeit kann also auf den Rhythmus konzentriert werden.

                                                                                                                                              In erster Linie denke ich an Schlaganfall- und Parkinsonpatienten.

                                                                                                                                              Für psychosomatische Fallbeispiele bieten sich nochmal ganz neuartige erweiterte Musizierzugänge.

                                                                                                                                              Die erleichterte Interaktion für Menschen mit unterschiedlicher musikalischer Vorbildung bildet eine ganz wesentliche Grundlage.

                                                                                                                                              Vorliegende Zusammenfassungen – weitere folgen:

                                                                                                                                              • Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak am 21. April 2024: „Künstlerische Therapien im Alter.
                                                                                                                                                In einer Gesellschaft mit immer höheren Lebenserwartungen spielen Gesundheitsförderung und Gesundheitserhaltung eine zentrale Rolle. Dies wird auch seitens der Weltgesundheitsorganisation WHO mit Hinweis auf die UN-Deklaration zum gesunden Altern United Nations Decade of Healthy Ageing 2021–2030 hervorgehoben. Der Terminus „healthy aging“ muss hier allerdings differenziert verstanden werden und reicht von einer ganzheitlichen Gesunderhaltung im Rahmen natürlicher Alterungsprozesse über spezifische Prävention, etwa von Depression bei Herzinsuffizienz, bis zu spiritueller Gesundheit in der Palliativmedizin.

                                                                                                                                                Die repräsentativen gerontagogischen Gesundheitsaktivitäten an der Musikhochschule in Posen (Akademia Muzyczna im. Ignacego Jana Paderewskiego w Poznaniu) beruhen auf musikalisch-tänzerischen Gruppenaktivitäten und werden zur Zeit länderübergreifend und interdisziplinär beforscht. Während es hier ganzheitlich um psychophysische Gesundheit und soziokulturelle Inklusion geht, stehen bei anderen Aktivitäten spezifische Gesundheitsaspekte im Zentrum. So finden etwa im Österreichischen Herzverband Landesverband Burgenland Musik und Tanz zur Förderung und Rehabilitation kardiovaskulärer und kardiorespiratorischer Gesundheit im Alter Einsatz.

                                                                                                                                                Künstlerische Therapien sind vielerorts aus dem geriatrischen, insbesondere auch dem neurogeriatrischen Bereich, nicht mehr wegzudenken. So wird etwa an der Universitätsklinik Pitié-Salpêtrière in Paris seit Jahren Parkidanse, eine hoch spezifische tanztherapeutische Technik zur Milderung von Parkinsonsymptomatik, eingesetzt. Gegenwärtige Studien deuten darauf hin, dass es dabei zu Synchronisationen zwischen musikalischen und motorischen Rhythmusprozessoren im Gehirn kommt, welche die parkinsontypische Basalgangliendegeneration teils zu kompensieren vermögen.

                                                                                                                                                Am Forschungszentrum für künstlerische Therapien der Changzhi Medical School in China – einer Einrichtung, die vermutlich in den nächsten Jahren im Bereich physiologischer, neurowissenschaftlicher und interdisziplinären Forschung zu künstlerischen Therapien in Klinik und Public Health eine führende Position einnehmen dürfte – werden Musik-Tanz-Prozesse zur Rehabilitation bei Demenz untersucht, wobei sich gegenwärtig abzeichnet, dass die Künste dynamische Netzwerk-Konnektivitäten aktivieren, die letztlich für den therapeutischen Outcome verantwortlich sind.

                                                                                                                                                Künste auf gesundheitsförderndem und therapeutischem Terrain sollen allerdings nicht bloß funktional verstanden werden. Vierzig Jahre künstlerische Therapien im Sinne von Karl Hörmann haben die Unersetzbarkeit des ästhetischen und schöpferischen Moments deutlich gemacht und gleichzeitig die Notwendigkeit von psychologischer und medizinischer Forschung hervorgehoben: die Künste stellen die Intervention, die Wissenschaften liefern Erkenntnisse über künstlerisch-therapeutische Mechanismen.

                                                                                                                                                Während der Vortrag Forschungen zu gesundheitsfördernden und therapeutischen Funktionen der Künste im Alter sowie bei alterstypischen Erkrankungen diskutiert, werden im Workshop einzelne Techniken vorgestellt und in Form von Selbsterfahrung erprobt.

                                                                                                                                                Wolfgang Mastnak ist Professor für künstlerische Therapien am Changzhi Medical College (Volksrepublik China) und wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Kultur, Künste und Medien (长治医学院 人文艺术传媒系) sowie Inhaber des Lehrstuhls für Musikpädagogik (Schulmusik) an der Hochschule für Musik und Theater München. Seine Seminare im Bereich Lehramt umfassen Musikdidaktik, Wissenschaftstheorie, Musik und Gesundheitspädagogik, Neuro-Musikpädagogik und transkulturelle Musikpädagogik. Im Doktoratsstudium betreut er vor allem Studien zur Integration von Musikpädagogik und Musiktherapie. Im Bayerischen Hochschulzentrum für China (BayCHINA) und im Bayerischen Hochschulzentrum für Mittel-, Ost- und Südosteuropa (BAYHOST) ist er der für die Musik- und Kunsthochschulen zuständige Direktor. Er hat Doktorate in Musikpädagogik & Psychologie, Medizinwissenschaften, Sportwissenschaften und Mathematik und ist Psychotherapeut und Mototherapeut. Wolfgang Mastnak ist Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste sowie der New York Academy of Sciences. Seine interdisziplinären Forschungen wurden international vielfach ausgezeichnet.
                                                                                                                                            • Dr. Enrico Otto am 21. April 2024: „Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.

                                                                                                                                              Um für Theaterinteressierte einen sinnvollen Einstieg in eine praktische Theaterarbeit zu gestalten, braucht der Interessent in einem Workshop die Kenntnis von sich selbst als potentiellen Darsteller. Über das Rollenstudium mit szenischer Arbeit an einem selbst ausgesuchten Text (10 Zeilen aus einem Theatertext) lassen sich unter Anleitung vielfältige Varianten des szenischen Ausdrucks erproben.

                                                                                                                                              In einem zweiten Schritt soll aufgrund der Erfahrung mit sich selbst als Darsteller ein szenischer Bezug zu anderen Mit-Darstellern erprobt werden. So gelangt man in einfacher Form zu einer grundlegenden Ensemblearbeit.

                                                                                                                                              Ein möglicher dritter Schritt wäre dann die szenische Erarbeitung einer ganzen Szene.

                                                                                                                                              Der Artikel von Dr. Otto „Theater als Kommunikationsmodell“, erschienen in der MTK-Ausgabe 2023-1, S. 39-100, wird zur vorherigen Lektüre empfohlen. Sein für die folgende MTK-Ausgabe vorgesehener Beitrag “Die Funktionalität des Rollenstudiums im nicht-professionellem Theaterbereich” wird denjenigen zugeschickt, die sich zu seinem Workshop angemeldet haben.

                                                                                                                                              Die Interessenten können sich jetzt schon auf den Workshop vorbereiten:

                                                                                                                                              Bei nicht-profesionellen Inszenierungen taucht immer die Frage nach der richtigen Besetzung der textbezogenen Rollen auf. Diese Frage lässt sich oft bei nicht ausgebildeten Spielleitern kaum richtig beantworten. Vielmehr ist die Frage der Besetzung einem wie auch immer geartetem Gefühl des Spielleiters überlassen. Daher entstehen oft Fehlbesetzungen, die sich im Laufe der Proben heraus-stellen und oft auch zu einem Abbruch der Inszenierungsarbeit führen. Das Rollenstudium ist in solchen Fällen, vor der eigentlichen Inszenie- rungsarbeit durchgeführt, eine wichtige Möglichkeit, den o.g. Vorgang zu umgehen. Da darüber hinaus Rollenstudium eine wichtige Form der Klärung der Darsteller-Persönlichkeit darstellt, zeigt sich anhand des entsprechenden Ergebnisses, wie die Bandbreite der Darstellung aussieht, nachdem festgehalten wurde, ob anhand der Körperhaltung, der Bewegung, der Gestil und Mimik, der Sprache und des Outfits der Darsteller für eine entsprechende Rolle geeignet ist.

                                                                                                                                              Rollenstudium braucht das eingehende Studium verschiedener Rollenstrukturen durch den angehenden Darsteller selbst, indem er aus unterschied-lichen Stücken d i e Rolle über vielleicht maximalen 10 Zeilen aussucht und zum Rollenstudium mitbringt, um daran zu arbeiten.

                                                                                                                                              Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann am 20. April 2024: „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.

                                                                                                                                              Im Alter kommt man nicht umhin, an sein irdisches Ende zu denken. Gerne erinnert man sich an Lieder aus der Kinder- und Jugendzeit und an jene aus dem Erlernen eines Instruments vertraute Musik. Im Gegensatz zu früheren Lebensjahren kann man im Alter mit den schnell wechselnden Popmusikcharts nichts mehr anfangen. Vielmehr befasst man sich mit der zeitlosen klassischen Musik und insbesondere mit solcher, die die eigene Lebenssituation anspricht.

                                                                                                                                              Zu dem Gemälde von Arnold Böckling, das der Diplom-Psychologe Prof. Dr. Georg Franzen (www.kunstpsychologie.de) aus kunstpsychologischer Sicht beleuchtet, gibt es mindestens 29 Vertonungen und damit mehr als zu jedem anderen Bild. Anhand ausgewählter musikalischer Stimmungsbilder soll analysiert werden, was sie dem dafür aufgeschlossenen alten Menschen sagen und wie sie seine multimodale Interaktion beeinflussen können. Hierzu wird ein Film gezeigt und werden Anregungen gegen die üblichen vermeintlich nützlichen Strategien des Singens im Alter gegeben. Damit sich aber im fortgeschrittenen Alter die viel beschworene und erfahrbare Heilkraft von Musik beim Musikhören, Singen und Musizieren entfalten kann, sind trotz aller und gerade bei Gebrechen Voraussetzungen zu beachten, die dem an Erfahrung reichen homo ludens nicht nur ein wohltuendes musikalisches Erleben, sondern jederzeit mit geringem Aufwand ein gehöriges Quantum an flow ermöglichen können.

                                                                                                                                              • Dr. Arnold M. Raem am 20. April 2024: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”

                                                                                                                                                Dr. Arnold M. Raem ist Gründer der arrows biomedical Deutschland GmbH mit Sitz im Centrum für Nanotechnologie „CeNTech“ der Universität Münster. Die arrows biomedical Deutschland GmbH ist ein Servicelabor mit den Schwerpunkten im Bereich der molekularen Biomedizin / Onkologie. Dr. Arnold M. Raem hat zahlreiche, excellent bewertete Bücher herausgegeben, darunter das Handbuch für Geriatrie. Lehrbuch für Praxis und Klinik. (2005). Düsseldorf: Deutsche Krankhaus Verlagsgesellschaft, mit einem Kapitel Künstlerische Therapien in der Geriatrie, S. 859-869.    
                                                                                                                                                             
                                                                                                                                              • Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke am 20. April 2024: “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                                                                                                                                 
                                                                                                                                                In diesem Workshop soll das Thema der “Bewegung” in seiner Bedeutung für eine zunehmend älter werdende Gesellschaft im Vordergrund symbolischer Durcharbeitung stehen. Der kreative Umgang mit Bewegung und Stillstand ist für viele ältere Patient:innen elementar. Im therapeutischen Setting nimmt die Anzahl derer, die auch ab 60 Jahren “Stärkungswünsche” für sich hegen, stetig zu. Gerade Frauen stehen aus unterschiedlichen Lebenslagen, wie nach einer Scheidung, dem Auszug der Kinder, Sich-Kümmern um einen pflegebedürftigen Angehörigen oder Tod des Partners sowie aus weiteren Gründen vor neuen Herausforderungen.    
                                                                                                                                                    
                                                                                                                                                Anhand verschiedener Fallvignetten werden wir uns anschauen, welchen Schwierigkeiten ausgewählte Patientinnen während ihrer Lebensspanne ausgesetzt waren, welche individuums-spezifischen Ressourcen und Bedürfnisse vorhanden sind, um die alltäglichen Belastungen als zu meisternde Herausforderungen sehen und nutzen zu können. Fortbewegung und Stillstand sind immer wieder höchst interessante Aspekte in der therapeutischen Durcharbeitung. Äußere und innere Lebensbedingungen können im Zusammenwirken förderliche oder hinderliche Wirkungen entfalten, welchen wir mit der symbolischen Umsetzung des “Sich-Bewegens” und „Schreiten-Lassens“ analysierend nachspüren wollen, die für weitere Entwicklungsprozesse zielführend sind. Es wäre wünschenswert, wenn die Teilnehmenden des Workshops eigene Abbildungen zur kreativen Erfassung von Bewegung (und Stillstand) mitbringen würden.

                                                                                                                                                Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke, Leibniz-Universität Hannover Hannover, ist Psychologische Psychotherapeutin in Eigener Praxis.

                                                                                                                                              • Dr. Laura Bettag am 20.04.2023: Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren

                                                                                                                                                In der Kultur des Flamencos kennen wir zahlreiche Beispiele einer lebenslangen Beschäftigung mit dem Flamencotanz. Es wird nicht als ungewöhnlich empfunden, wenn ältere Tänzerinnen im professionellen Rahmen vor Publikum auftreten und Erfolge feiern. La Chana (geb. 1946) trat im Alter von 75 Jahren von der Bühne ab, wobei sie ihr Programm im Sitzen bewältigte. Tanz kann als Überlebenselixier wirken, wie sie in ihrer Autobiografie „La Chana. Bailaora“ dokumentiert hat. Die qualitative Studie untersucht zunächst solche autobiografische Quellen auf Beschreibungen insbesondere tanztherapeutischer Effekte, die einer langjährigen Karriere bis ins höhere Alter förderlich waren. Häufig unterrichten professionelle Flamencotänzerinnen auch solange es möglich ist. Sie geben dabei neben tänzerischem Wissen allgemeine Überzeugungen und individuelle Einstellungen weiter. Die qualitative Studie will erkunden, welche physisch und psychisch als unterstützend erlebten mentalen Vorstellungen sowie deren tänzerische Umsetzungen von über 60-jährigen Schülerinnen ausgewählter Flamenco-Schulen in Deutschland wahrgenommen und beschrieben werden können.

                                                                                                                                                Der Forschungsprozess wird sich im Wesentlichen auf Interviews von Experteninnen aus dem Bereich des Flamencos und die Auswertung von entsprechend entwickelten Fragebögen stützen. Über die charakteristische Stilistik des Flamencos  hinaus spielt bei deren Gestaltung eine Rolle, ob kulturanthropologische Aspekte und eine „künstlerisch akzentuierte Gesundheitsphilosophie“ (Mastnak, 2022) gerade im höheren Alter in das eigene Tanzen einfließen oder nicht.

                                                                                                                                                Der Beitrag versucht schließlich aus den Ergebnissen der Studie, weiterführende Anregungen zum systematischen Aufbau einer internationalisierten „Flamenco-Therapie“ abzuleiten.

                                                                                                                                                Dr. Laura Bettag, MA, ist als Kulturmanagerin am Nationaltheater Mannheim und freiberuflich als dipl. Tanztherapeutin sowie im Betrieblichen Gesundheitsmanagement tätig. Sie beforscht derzeit insbesondere die therapeutischen Ressourcen des Tanzunterrichts im stilübergreifenden Vergleich.

                                                                                                                                              Lothar Schön ist Musiktherapeut in 95473 Creußen.

                                                                                                                                              • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                  • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                  • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                  • 30 € für Studierende

                                                                                                                                              Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                          • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                            • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                            • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                            • 30 € für Studierende

                                                                                                                                          • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                            • Sa 10:00-13.00 Uhr: 3 Vorträge mit Diskussion:
                                                                                                                                              • 10:00-11.00 Uhr: Dr. Katja Watermann „Alt. Intelligenzgemindert. Vergessen. Kunst und Therapie im Maßregelvollzug.”
                                                                                                                                              • 11:00-12:00 Uhr: Dr. Arnold M. Raem: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”
                                                                                                                                              • 12:00-13:00 Uhr: Dr. Laura Bettag „Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren.”
                                                                                                                                            • Sa 14-16 Uhr: 3 Workshops mit Diskussion:
                                                                                                                                              • 14.00-15.30 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Georg Franzen „Böcklins ‚Toteninsel‘“.
                                                                                                                                              • 15:45-17:00 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.
                                                                                                                                              • 17:15-19.00 Uhr: Dr. Yolanda Bertolaso „Rezeptive Künstlerische Tanztherapie mit stark bewegungseingeschränkten und teilweise dementen Senioren.”
                                                                                                                                            • So 10.00-16:00 Uhr: 1 Vortrag und 3 Workshops mit Diskussion:
                                                                                                                                              • 10:00-11:30 Uhr: Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak „Künstlerische Therapien im Alter.
                                                                                                                                              • 11.45-13.00 Uhr: Prof. Dr. Marion Tacke “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                                                                                                                              • 14.00-16:00 Uhr: Dr. Enrico Otto Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.“
                                                                                                                                              • Poster von Lothar Schön: “Digitalisierung der Musiktherapie”

                                                                                                                                                Ein wichtiger Ansatz für die geplante digitalisierte Musiktherapie ist die soziale Teilhabe von Menschen, die aufgrund gesundheitlicher Beeinträchtigungen benachteiligt sind.

                                                                                                                                                Gleichzeitig wird all denen, die über keine instrumentalen Vorkenntnisse verfügen, eine Plattform geboten, die einen intuitiven Zugang zum Musizieren ermöglicht.

                                                                                                                                                Stellen Sie sich bitte eine Partitur vor, die zwar Melodienverlauf skizziert, aber vom ausführenden Musiker keine Tonhöhenauswahl verlangt. Das macht den musikalischen Prozess einfacher und entlastet unsere Kandidaten.

                                                                                                                                                Die Aufmerksamkeit kann also auf den Rhythmus konzentriert werden.

                                                                                                                                                In erster Linie denke ich an Schlaganfall- und Parkinsonpatienten.

                                                                                                                                                Für psychosomatische Fallbeispiele bieten sich nochmal ganz neuartige erweiterte Musizierzugänge.

                                                                                                                                                Die erleichterte Interaktion für Menschen mit unterschiedlicher musikalischer Vorbildung bildet eine ganz wesentliche Grundlage.

                                                                                                                                                Vorliegende Zusammenfassungen – weitere folgen:

                                                                                                                                                • Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak am 21. April 2024: „Künstlerische Therapien im Alter.
                                                                                                                                                  In einer Gesellschaft mit immer höheren Lebenserwartungen spielen Gesundheitsförderung und Gesundheitserhaltung eine zentrale Rolle. Dies wird auch seitens der Weltgesundheitsorganisation WHO mit Hinweis auf die UN-Deklaration zum gesunden Altern United Nations Decade of Healthy Ageing 2021–2030 hervorgehoben. Der Terminus „healthy aging“ muss hier allerdings differenziert verstanden werden und reicht von einer ganzheitlichen Gesunderhaltung im Rahmen natürlicher Alterungsprozesse über spezifische Prävention, etwa von Depression bei Herzinsuffizienz, bis zu spiritueller Gesundheit in der Palliativmedizin.

                                                                                                                                                  Die repräsentativen gerontagogischen Gesundheitsaktivitäten an der Musikhochschule in Posen (Akademia Muzyczna im. Ignacego Jana Paderewskiego w Poznaniu) beruhen auf musikalisch-tänzerischen Gruppenaktivitäten und werden zur Zeit länderübergreifend und interdisziplinär beforscht. Während es hier ganzheitlich um psychophysische Gesundheit und soziokulturelle Inklusion geht, stehen bei anderen Aktivitäten spezifische Gesundheitsaspekte im Zentrum. So finden etwa im Österreichischen Herzverband Landesverband Burgenland Musik und Tanz zur Förderung und Rehabilitation kardiovaskulärer und kardiorespiratorischer Gesundheit im Alter Einsatz.

                                                                                                                                                  Künstlerische Therapien sind vielerorts aus dem geriatrischen, insbesondere auch dem neurogeriatrischen Bereich, nicht mehr wegzudenken. So wird etwa an der Universitätsklinik Pitié-Salpêtrière in Paris seit Jahren Parkidanse, eine hoch spezifische tanztherapeutische Technik zur Milderung von Parkinsonsymptomatik, eingesetzt. Gegenwärtige Studien deuten darauf hin, dass es dabei zu Synchronisationen zwischen musikalischen und motorischen Rhythmusprozessoren im Gehirn kommt, welche die parkinsontypische Basalgangliendegeneration teils zu kompensieren vermögen.

                                                                                                                                                  Am Forschungszentrum für künstlerische Therapien der Changzhi Medical School in China – einer Einrichtung, die vermutlich in den nächsten Jahren im Bereich physiologischer, neurowissenschaftlicher und interdisziplinären Forschung zu künstlerischen Therapien in Klinik und Public Health eine führende Position einnehmen dürfte – werden Musik-Tanz-Prozesse zur Rehabilitation bei Demenz untersucht, wobei sich gegenwärtig abzeichnet, dass die Künste dynamische Netzwerk-Konnektivitäten aktivieren, die letztlich für den therapeutischen Outcome verantwortlich sind.

                                                                                                                                                  Künste auf gesundheitsförderndem und therapeutischem Terrain sollen allerdings nicht bloß funktional verstanden werden. Vierzig Jahre künstlerische Therapien im Sinne von Karl Hörmann haben die Unersetzbarkeit des ästhetischen und schöpferischen Moments deutlich gemacht und gleichzeitig die Notwendigkeit von psychologischer und medizinischer Forschung hervorgehoben: die Künste stellen die Intervention, die Wissenschaften liefern Erkenntnisse über künstlerisch-therapeutische Mechanismen.

                                                                                                                                                  Während der Vortrag Forschungen zu gesundheitsfördernden und therapeutischen Funktionen der Künste im Alter sowie bei alterstypischen Erkrankungen diskutiert, werden im Workshop einzelne Techniken vorgestellt und in Form von Selbsterfahrung erprobt.

                                                                                                                                                  Wolfgang Mastnak ist Professor für künstlerische Therapien am Changzhi Medical College (Volksrepublik China) und wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Kultur, Künste und Medien (长治医学院 人文艺术传媒系) sowie Inhaber des Lehrstuhls für Musikpädagogik (Schulmusik) an der Hochschule für Musik und Theater München. Seine Seminare im Bereich Lehramt umfassen Musikdidaktik, Wissenschaftstheorie, Musik und Gesundheitspädagogik, Neuro-Musikpädagogik und transkulturelle Musikpädagogik. Im Doktoratsstudium betreut er vor allem Studien zur Integration von Musikpädagogik und Musiktherapie. Im Bayerischen Hochschulzentrum für China (BayCHINA) und im Bayerischen Hochschulzentrum für Mittel-, Ost- und Südosteuropa (BAYHOST) ist er der für die Musik- und Kunsthochschulen zuständige Direktor. Er hat Doktorate in Musikpädagogik & Psychologie, Medizinwissenschaften, Sportwissenschaften und Mathematik und ist Psychotherapeut und Mototherapeut. Wolfgang Mastnak ist Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste sowie der New York Academy of Sciences. Seine interdisziplinären Forschungen wurden international vielfach ausgezeichnet.
                                                                                                                                              • Dr. Enrico Otto am 21. April 2024: „Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.

                                                                                                                                                Um für Theaterinteressierte einen sinnvollen Einstieg in eine praktische Theaterarbeit zu gestalten, braucht der Interessent in einem Workshop die Kenntnis von sich selbst als potentiellen Darsteller. Über das Rollenstudium mit szenischer Arbeit an einem selbst ausgesuchten Text (10 Zeilen aus einem Theatertext) lassen sich unter Anleitung vielfältige Varianten des szenischen Ausdrucks erproben.

                                                                                                                                                In einem zweiten Schritt soll aufgrund der Erfahrung mit sich selbst als Darsteller ein szenischer Bezug zu anderen Mit-Darstellern erprobt werden. So gelangt man in einfacher Form zu einer grundlegenden Ensemblearbeit.

                                                                                                                                                Ein möglicher dritter Schritt wäre dann die szenische Erarbeitung einer ganzen Szene.

                                                                                                                                                Der Artikel von Dr. Otto „Theater als Kommunikationsmodell“, erschienen in der MTK-Ausgabe 2023-1, S. 39-100, wird zur vorherigen Lektüre empfohlen. Sein für die folgende MTK-Ausgabe vorgesehener Beitrag “Die Funktionalität des Rollenstudiums im nicht-professionellem Theaterbereich” wird denjenigen zugeschickt, die sich zu seinem Workshop angemeldet haben.

                                                                                                                                                Die Interessenten können sich jetzt schon auf den Workshop vorbereiten:

                                                                                                                                                Bei nicht-profesionellen Inszenierungen taucht immer die Frage nach der richtigen Besetzung der textbezogenen Rollen auf. Diese Frage lässt sich oft bei nicht ausgebildeten Spielleitern kaum richtig beantworten. Vielmehr ist die Frage der Besetzung einem wie auch immer geartetem Gefühl des Spielleiters überlassen. Daher entstehen oft Fehlbesetzungen, die sich im Laufe der Proben heraus-stellen und oft auch zu einem Abbruch der Inszenierungsarbeit führen. Das Rollenstudium ist in solchen Fällen, vor der eigentlichen Inszenie- rungsarbeit durchgeführt, eine wichtige Möglichkeit, den o.g. Vorgang zu umgehen. Da darüber hinaus Rollenstudium eine wichtige Form der Klärung der Darsteller-Persönlichkeit darstellt, zeigt sich anhand des entsprechenden Ergebnisses, wie die Bandbreite der Darstellung aussieht, nachdem festgehalten wurde, ob anhand der Körperhaltung, der Bewegung, der Gestil und Mimik, der Sprache und des Outfits der Darsteller für eine entsprechende Rolle geeignet ist.

                                                                                                                                                Rollenstudium braucht das eingehende Studium verschiedener Rollenstrukturen durch den angehenden Darsteller selbst, indem er aus unterschied-lichen Stücken d i e Rolle über vielleicht maximalen 10 Zeilen aussucht und zum Rollenstudium mitbringt, um daran zu arbeiten.

                                                                                                                                                Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann am 20. April 2024: „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.

                                                                                                                                                Im Alter kommt man nicht umhin, an sein irdisches Ende zu denken. Gerne erinnert man sich an Lieder aus der Kinder- und Jugendzeit und an jene aus dem Erlernen eines Instruments vertraute Musik. Im Gegensatz zu früheren Lebensjahren kann man im Alter mit den schnell wechselnden Popmusikcharts nichts mehr anfangen. Vielmehr befasst man sich mit der zeitlosen klassischen Musik und insbesondere mit solcher, die die eigene Lebenssituation anspricht.

                                                                                                                                                Zu dem Gemälde von Arnold Böckling, das der Diplom-Psychologe Prof. Dr. Georg Franzen (www.kunstpsychologie.de) aus kunstpsychologischer Sicht beleuchtet, gibt es mindestens 29 Vertonungen und damit mehr als zu jedem anderen Bild. Anhand ausgewählter musikalischer Stimmungsbilder soll analysiert werden, was sie dem dafür aufgeschlossenen alten Menschen sagen und wie sie seine multimodale Interaktion beeinflussen können. Hierzu wird ein Film gezeigt und werden Anregungen gegen die üblichen vermeintlich nützlichen Strategien des Singens im Alter gegeben. Damit sich aber im fortgeschrittenen Alter die viel beschworene und erfahrbare Heilkraft von Musik beim Musikhören, Singen und Musizieren entfalten kann, sind trotz aller und gerade bei Gebrechen Voraussetzungen zu beachten, die dem an Erfahrung reichen homo ludens nicht nur ein wohltuendes musikalisches Erleben, sondern jederzeit mit geringem Aufwand ein gehöriges Quantum an flow ermöglichen können.

                                                                                                                                                • Dr. Arnold M. Raem am 20. April 2024: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”

                                                                                                                                                  Dr. Arnold M. Raem ist Gründer der arrows biomedical Deutschland GmbH mit Sitz im Centrum für Nanotechnologie „CeNTech“ der Universität Münster. Die arrows biomedical Deutschland GmbH ist ein Servicelabor mit den Schwerpunkten im Bereich der molekularen Biomedizin / Onkologie. Dr. Arnold M. Raem hat zahlreiche, excellent bewertete Bücher herausgegeben, darunter das Handbuch für Geriatrie. Lehrbuch für Praxis und Klinik. (2005). Düsseldorf: Deutsche Krankhaus Verlagsgesellschaft, mit einem Kapitel Künstlerische Therapien in der Geriatrie, S. 859-869.    
                                                                                                                                                               
                                                                                                                                                • Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke am 20. April 2024: “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                                                                                                                                   
                                                                                                                                                  In diesem Workshop soll das Thema der “Bewegung” in seiner Bedeutung für eine zunehmend älter werdende Gesellschaft im Vordergrund symbolischer Durcharbeitung stehen. Der kreative Umgang mit Bewegung und Stillstand ist für viele ältere Patient:innen elementar. Im therapeutischen Setting nimmt die Anzahl derer, die auch ab 60 Jahren “Stärkungswünsche” für sich hegen, stetig zu. Gerade Frauen stehen aus unterschiedlichen Lebenslagen, wie nach einer Scheidung, dem Auszug der Kinder, Sich-Kümmern um einen pflegebedürftigen Angehörigen oder Tod des Partners sowie aus weiteren Gründen vor neuen Herausforderungen.    
                                                                                                                                                      
                                                                                                                                                  Anhand verschiedener Fallvignetten werden wir uns anschauen, welchen Schwierigkeiten ausgewählte Patientinnen während ihrer Lebensspanne ausgesetzt waren, welche individuums-spezifischen Ressourcen und Bedürfnisse vorhanden sind, um die alltäglichen Belastungen als zu meisternde Herausforderungen sehen und nutzen zu können. Fortbewegung und Stillstand sind immer wieder höchst interessante Aspekte in der therapeutischen Durcharbeitung. Äußere und innere Lebensbedingungen können im Zusammenwirken förderliche oder hinderliche Wirkungen entfalten, welchen wir mit der symbolischen Umsetzung des “Sich-Bewegens” und „Schreiten-Lassens“ analysierend nachspüren wollen, die für weitere Entwicklungsprozesse zielführend sind. Es wäre wünschenswert, wenn die Teilnehmenden des Workshops eigene Abbildungen zur kreativen Erfassung von Bewegung (und Stillstand) mitbringen würden.

                                                                                                                                                  Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke, Leibniz-Universität Hannover Hannover, ist Psychologische Psychotherapeutin in Eigener Praxis.

                                                                                                                                                • Dr. Laura Bettag am 20.04.2023: Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren

                                                                                                                                                  In der Kultur des Flamencos kennen wir zahlreiche Beispiele einer lebenslangen Beschäftigung mit dem Flamencotanz. Es wird nicht als ungewöhnlich empfunden, wenn ältere Tänzerinnen im professionellen Rahmen vor Publikum auftreten und Erfolge feiern. La Chana (geb. 1946) trat im Alter von 75 Jahren von der Bühne ab, wobei sie ihr Programm im Sitzen bewältigte. Tanz kann als Überlebenselixier wirken, wie sie in ihrer Autobiografie „La Chana. Bailaora“ dokumentiert hat. Die qualitative Studie untersucht zunächst solche autobiografische Quellen auf Beschreibungen insbesondere tanztherapeutischer Effekte, die einer langjährigen Karriere bis ins höhere Alter förderlich waren. Häufig unterrichten professionelle Flamencotänzerinnen auch solange es möglich ist. Sie geben dabei neben tänzerischem Wissen allgemeine Überzeugungen und individuelle Einstellungen weiter. Die qualitative Studie will erkunden, welche physisch und psychisch als unterstützend erlebten mentalen Vorstellungen sowie deren tänzerische Umsetzungen von über 60-jährigen Schülerinnen ausgewählter Flamenco-Schulen in Deutschland wahrgenommen und beschrieben werden können.

                                                                                                                                                  Der Forschungsprozess wird sich im Wesentlichen auf Interviews von Experteninnen aus dem Bereich des Flamencos und die Auswertung von entsprechend entwickelten Fragebögen stützen. Über die charakteristische Stilistik des Flamencos  hinaus spielt bei deren Gestaltung eine Rolle, ob kulturanthropologische Aspekte und eine „künstlerisch akzentuierte Gesundheitsphilosophie“ (Mastnak, 2022) gerade im höheren Alter in das eigene Tanzen einfließen oder nicht.

                                                                                                                                                  Der Beitrag versucht schließlich aus den Ergebnissen der Studie, weiterführende Anregungen zum systematischen Aufbau einer internationalisierten „Flamenco-Therapie“ abzuleiten.

                                                                                                                                                  Dr. Laura Bettag, MA, ist als Kulturmanagerin am Nationaltheater Mannheim und freiberuflich als dipl. Tanztherapeutin sowie im Betrieblichen Gesundheitsmanagement tätig. Sie beforscht derzeit insbesondere die therapeutischen Ressourcen des Tanzunterrichts im stilübergreifenden Vergleich.

                                                                                                                                                Lothar Schön ist Musiktherapeut in 95473 Creußen.

                                                                                                                                                • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                  • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                  • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                  • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                  • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                  • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                    • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                    • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                    • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                            • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                              • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                              • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                              • 30 € für Studierende

                                                                                                                                            • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                              Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                  • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                  • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                  • 30 € für Studierende

                                                                                                                                              Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                  • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                    • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                    • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                    • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                              • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                    • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                      • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                      • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                      • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                  Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                  • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                    • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                    • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                    • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                    • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                      • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                        • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                        • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                        • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                    Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                    • Sa 10:00-13.00 Uhr: 3 Vorträge mit Diskussion:
                                                                                                                                                      • 10:00-11.00 Uhr: Dr. Katja Watermann „Alt. Intelligenzgemindert. Vergessen. Kunst und Therapie im Maßregelvollzug.”
                                                                                                                                                      • 11:00-12:00 Uhr: Dr. Arnold M. Raem: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”
                                                                                                                                                      • 12:00-13:00 Uhr: Dr. Laura Bettag „Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren.”
                                                                                                                                                    • Sa 14-16 Uhr: 3 Workshops mit Diskussion:
                                                                                                                                                      • 14.00-15.30 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Georg Franzen „Böcklins ‚Toteninsel‘“.
                                                                                                                                                      • 15:45-17:00 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.
                                                                                                                                                      • 17:15-19.00 Uhr: Dr. Yolanda Bertolaso „Rezeptive Künstlerische Tanztherapie mit stark bewegungseingeschränkten und teilweise dementen Senioren.”
                                                                                                                                                    • So 10.00-16:00 Uhr: 1 Vortrag und 3 Workshops mit Diskussion:
                                                                                                                                                      • 10:00-11:30 Uhr: Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak „Künstlerische Therapien im Alter.
                                                                                                                                                      • 11.45-13.00 Uhr: Prof. Dr. Marion Tacke “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                                                                                                                                      • 14.00-16:00 Uhr: Dr. Enrico Otto Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.“
                                                                                                                                                      • Poster von Lothar Schön: “Digitalisierung der Musiktherapie”

                                                                                                                                                        Ein wichtiger Ansatz für die geplante digitalisierte Musiktherapie ist die soziale Teilhabe von Menschen, die aufgrund gesundheitlicher Beeinträchtigungen benachteiligt sind.

                                                                                                                                                        Gleichzeitig wird all denen, die über keine instrumentalen Vorkenntnisse verfügen, eine Plattform geboten, die einen intuitiven Zugang zum Musizieren ermöglicht.

                                                                                                                                                        Stellen Sie sich bitte eine Partitur vor, die zwar Melodienverlauf skizziert, aber vom ausführenden Musiker keine Tonhöhenauswahl verlangt. Das macht den musikalischen Prozess einfacher und entlastet unsere Kandidaten.

                                                                                                                                                        Die Aufmerksamkeit kann also auf den Rhythmus konzentriert werden.

                                                                                                                                                        In erster Linie denke ich an Schlaganfall- und Parkinsonpatienten.

                                                                                                                                                        Für psychosomatische Fallbeispiele bieten sich nochmal ganz neuartige erweiterte Musizierzugänge.

                                                                                                                                                        Die erleichterte Interaktion für Menschen mit unterschiedlicher musikalischer Vorbildung bildet eine ganz wesentliche Grundlage.

                                                                                                                                                        Vorliegende Zusammenfassungen – weitere folgen:

                                                                                                                                                        • Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak am 21. April 2024: „Künstlerische Therapien im Alter.
                                                                                                                                                          In einer Gesellschaft mit immer höheren Lebenserwartungen spielen Gesundheitsförderung und Gesundheitserhaltung eine zentrale Rolle. Dies wird auch seitens der Weltgesundheitsorganisation WHO mit Hinweis auf die UN-Deklaration zum gesunden Altern United Nations Decade of Healthy Ageing 2021–2030 hervorgehoben. Der Terminus „healthy aging“ muss hier allerdings differenziert verstanden werden und reicht von einer ganzheitlichen Gesunderhaltung im Rahmen natürlicher Alterungsprozesse über spezifische Prävention, etwa von Depression bei Herzinsuffizienz, bis zu spiritueller Gesundheit in der Palliativmedizin.

                                                                                                                                                          Die repräsentativen gerontagogischen Gesundheitsaktivitäten an der Musikhochschule in Posen (Akademia Muzyczna im. Ignacego Jana Paderewskiego w Poznaniu) beruhen auf musikalisch-tänzerischen Gruppenaktivitäten und werden zur Zeit länderübergreifend und interdisziplinär beforscht. Während es hier ganzheitlich um psychophysische Gesundheit und soziokulturelle Inklusion geht, stehen bei anderen Aktivitäten spezifische Gesundheitsaspekte im Zentrum. So finden etwa im Österreichischen Herzverband Landesverband Burgenland Musik und Tanz zur Förderung und Rehabilitation kardiovaskulärer und kardiorespiratorischer Gesundheit im Alter Einsatz.

                                                                                                                                                          Künstlerische Therapien sind vielerorts aus dem geriatrischen, insbesondere auch dem neurogeriatrischen Bereich, nicht mehr wegzudenken. So wird etwa an der Universitätsklinik Pitié-Salpêtrière in Paris seit Jahren Parkidanse, eine hoch spezifische tanztherapeutische Technik zur Milderung von Parkinsonsymptomatik, eingesetzt. Gegenwärtige Studien deuten darauf hin, dass es dabei zu Synchronisationen zwischen musikalischen und motorischen Rhythmusprozessoren im Gehirn kommt, welche die parkinsontypische Basalgangliendegeneration teils zu kompensieren vermögen.

                                                                                                                                                          Am Forschungszentrum für künstlerische Therapien der Changzhi Medical School in China – einer Einrichtung, die vermutlich in den nächsten Jahren im Bereich physiologischer, neurowissenschaftlicher und interdisziplinären Forschung zu künstlerischen Therapien in Klinik und Public Health eine führende Position einnehmen dürfte – werden Musik-Tanz-Prozesse zur Rehabilitation bei Demenz untersucht, wobei sich gegenwärtig abzeichnet, dass die Künste dynamische Netzwerk-Konnektivitäten aktivieren, die letztlich für den therapeutischen Outcome verantwortlich sind.

                                                                                                                                                          Künste auf gesundheitsförderndem und therapeutischem Terrain sollen allerdings nicht bloß funktional verstanden werden. Vierzig Jahre künstlerische Therapien im Sinne von Karl Hörmann haben die Unersetzbarkeit des ästhetischen und schöpferischen Moments deutlich gemacht und gleichzeitig die Notwendigkeit von psychologischer und medizinischer Forschung hervorgehoben: die Künste stellen die Intervention, die Wissenschaften liefern Erkenntnisse über künstlerisch-therapeutische Mechanismen.

                                                                                                                                                          Während der Vortrag Forschungen zu gesundheitsfördernden und therapeutischen Funktionen der Künste im Alter sowie bei alterstypischen Erkrankungen diskutiert, werden im Workshop einzelne Techniken vorgestellt und in Form von Selbsterfahrung erprobt.

                                                                                                                                                          Wolfgang Mastnak ist Professor für künstlerische Therapien am Changzhi Medical College (Volksrepublik China) und wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Kultur, Künste und Medien (长治医学院 人文艺术传媒系) sowie Inhaber des Lehrstuhls für Musikpädagogik (Schulmusik) an der Hochschule für Musik und Theater München. Seine Seminare im Bereich Lehramt umfassen Musikdidaktik, Wissenschaftstheorie, Musik und Gesundheitspädagogik, Neuro-Musikpädagogik und transkulturelle Musikpädagogik. Im Doktoratsstudium betreut er vor allem Studien zur Integration von Musikpädagogik und Musiktherapie. Im Bayerischen Hochschulzentrum für China (BayCHINA) und im Bayerischen Hochschulzentrum für Mittel-, Ost- und Südosteuropa (BAYHOST) ist er der für die Musik- und Kunsthochschulen zuständige Direktor. Er hat Doktorate in Musikpädagogik & Psychologie, Medizinwissenschaften, Sportwissenschaften und Mathematik und ist Psychotherapeut und Mototherapeut. Wolfgang Mastnak ist Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste sowie der New York Academy of Sciences. Seine interdisziplinären Forschungen wurden international vielfach ausgezeichnet.
                                                                                                                                                      • Dr. Enrico Otto am 21. April 2024: „Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.

                                                                                                                                                        Um für Theaterinteressierte einen sinnvollen Einstieg in eine praktische Theaterarbeit zu gestalten, braucht der Interessent in einem Workshop die Kenntnis von sich selbst als potentiellen Darsteller. Über das Rollenstudium mit szenischer Arbeit an einem selbst ausgesuchten Text (10 Zeilen aus einem Theatertext) lassen sich unter Anleitung vielfältige Varianten des szenischen Ausdrucks erproben.

                                                                                                                                                        In einem zweiten Schritt soll aufgrund der Erfahrung mit sich selbst als Darsteller ein szenischer Bezug zu anderen Mit-Darstellern erprobt werden. So gelangt man in einfacher Form zu einer grundlegenden Ensemblearbeit.

                                                                                                                                                        Ein möglicher dritter Schritt wäre dann die szenische Erarbeitung einer ganzen Szene.

                                                                                                                                                        Der Artikel von Dr. Otto „Theater als Kommunikationsmodell“, erschienen in der MTK-Ausgabe 2023-1, S. 39-100, wird zur vorherigen Lektüre empfohlen. Sein für die folgende MTK-Ausgabe vorgesehener Beitrag “Die Funktionalität des Rollenstudiums im nicht-professionellem Theaterbereich” wird denjenigen zugeschickt, die sich zu seinem Workshop angemeldet haben.

                                                                                                                                                        Die Interessenten können sich jetzt schon auf den Workshop vorbereiten:

                                                                                                                                                        Bei nicht-profesionellen Inszenierungen taucht immer die Frage nach der richtigen Besetzung der textbezogenen Rollen auf. Diese Frage lässt sich oft bei nicht ausgebildeten Spielleitern kaum richtig beantworten. Vielmehr ist die Frage der Besetzung einem wie auch immer geartetem Gefühl des Spielleiters überlassen. Daher entstehen oft Fehlbesetzungen, die sich im Laufe der Proben heraus-stellen und oft auch zu einem Abbruch der Inszenierungsarbeit führen. Das Rollenstudium ist in solchen Fällen, vor der eigentlichen Inszenie- rungsarbeit durchgeführt, eine wichtige Möglichkeit, den o.g. Vorgang zu umgehen. Da darüber hinaus Rollenstudium eine wichtige Form der Klärung der Darsteller-Persönlichkeit darstellt, zeigt sich anhand des entsprechenden Ergebnisses, wie die Bandbreite der Darstellung aussieht, nachdem festgehalten wurde, ob anhand der Körperhaltung, der Bewegung, der Gestil und Mimik, der Sprache und des Outfits der Darsteller für eine entsprechende Rolle geeignet ist.

                                                                                                                                                        Rollenstudium braucht das eingehende Studium verschiedener Rollenstrukturen durch den angehenden Darsteller selbst, indem er aus unterschied-lichen Stücken d i e Rolle über vielleicht maximalen 10 Zeilen aussucht und zum Rollenstudium mitbringt, um daran zu arbeiten.

                                                                                                                                                        Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann am 20. April 2024: „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.

                                                                                                                                                        Im Alter kommt man nicht umhin, an sein irdisches Ende zu denken. Gerne erinnert man sich an Lieder aus der Kinder- und Jugendzeit und an jene aus dem Erlernen eines Instruments vertraute Musik. Im Gegensatz zu früheren Lebensjahren kann man im Alter mit den schnell wechselnden Popmusikcharts nichts mehr anfangen. Vielmehr befasst man sich mit der zeitlosen klassischen Musik und insbesondere mit solcher, die die eigene Lebenssituation anspricht.

                                                                                                                                                        Zu dem Gemälde von Arnold Böckling, das der Diplom-Psychologe Prof. Dr. Georg Franzen (www.kunstpsychologie.de) aus kunstpsychologischer Sicht beleuchtet, gibt es mindestens 29 Vertonungen und damit mehr als zu jedem anderen Bild. Anhand ausgewählter musikalischer Stimmungsbilder soll analysiert werden, was sie dem dafür aufgeschlossenen alten Menschen sagen und wie sie seine multimodale Interaktion beeinflussen können. Hierzu wird ein Film gezeigt und werden Anregungen gegen die üblichen vermeintlich nützlichen Strategien des Singens im Alter gegeben. Damit sich aber im fortgeschrittenen Alter die viel beschworene und erfahrbare Heilkraft von Musik beim Musikhören, Singen und Musizieren entfalten kann, sind trotz aller und gerade bei Gebrechen Voraussetzungen zu beachten, die dem an Erfahrung reichen homo ludens nicht nur ein wohltuendes musikalisches Erleben, sondern jederzeit mit geringem Aufwand ein gehöriges Quantum an flow ermöglichen können.

                                                                                                                                                        • Dr. Arnold M. Raem am 20. April 2024: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”

                                                                                                                                                          Dr. Arnold M. Raem ist Gründer der arrows biomedical Deutschland GmbH mit Sitz im Centrum für Nanotechnologie „CeNTech“ der Universität Münster. Die arrows biomedical Deutschland GmbH ist ein Servicelabor mit den Schwerpunkten im Bereich der molekularen Biomedizin / Onkologie. Dr. Arnold M. Raem hat zahlreiche, excellent bewertete Bücher herausgegeben, darunter das Handbuch für Geriatrie. Lehrbuch für Praxis und Klinik. (2005). Düsseldorf: Deutsche Krankhaus Verlagsgesellschaft, mit einem Kapitel Künstlerische Therapien in der Geriatrie, S. 859-869.    
                                                                                                                                                                       
                                                                                                                                                        • Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke am 20. April 2024: “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                                                                                                                                           
                                                                                                                                                          In diesem Workshop soll das Thema der “Bewegung” in seiner Bedeutung für eine zunehmend älter werdende Gesellschaft im Vordergrund symbolischer Durcharbeitung stehen. Der kreative Umgang mit Bewegung und Stillstand ist für viele ältere Patient:innen elementar. Im therapeutischen Setting nimmt die Anzahl derer, die auch ab 60 Jahren “Stärkungswünsche” für sich hegen, stetig zu. Gerade Frauen stehen aus unterschiedlichen Lebenslagen, wie nach einer Scheidung, dem Auszug der Kinder, Sich-Kümmern um einen pflegebedürftigen Angehörigen oder Tod des Partners sowie aus weiteren Gründen vor neuen Herausforderungen.    
                                                                                                                                                              
                                                                                                                                                          Anhand verschiedener Fallvignetten werden wir uns anschauen, welchen Schwierigkeiten ausgewählte Patientinnen während ihrer Lebensspanne ausgesetzt waren, welche individuums-spezifischen Ressourcen und Bedürfnisse vorhanden sind, um die alltäglichen Belastungen als zu meisternde Herausforderungen sehen und nutzen zu können. Fortbewegung und Stillstand sind immer wieder höchst interessante Aspekte in der therapeutischen Durcharbeitung. Äußere und innere Lebensbedingungen können im Zusammenwirken förderliche oder hinderliche Wirkungen entfalten, welchen wir mit der symbolischen Umsetzung des “Sich-Bewegens” und „Schreiten-Lassens“ analysierend nachspüren wollen, die für weitere Entwicklungsprozesse zielführend sind. Es wäre wünschenswert, wenn die Teilnehmenden des Workshops eigene Abbildungen zur kreativen Erfassung von Bewegung (und Stillstand) mitbringen würden.

                                                                                                                                                          Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke, Leibniz-Universität Hannover Hannover, ist Psychologische Psychotherapeutin in Eigener Praxis.

                                                                                                                                                        • Dr. Laura Bettag am 20.04.2023: Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren

                                                                                                                                                          In der Kultur des Flamencos kennen wir zahlreiche Beispiele einer lebenslangen Beschäftigung mit dem Flamencotanz. Es wird nicht als ungewöhnlich empfunden, wenn ältere Tänzerinnen im professionellen Rahmen vor Publikum auftreten und Erfolge feiern. La Chana (geb. 1946) trat im Alter von 75 Jahren von der Bühne ab, wobei sie ihr Programm im Sitzen bewältigte. Tanz kann als Überlebenselixier wirken, wie sie in ihrer Autobiografie „La Chana. Bailaora“ dokumentiert hat. Die qualitative Studie untersucht zunächst solche autobiografische Quellen auf Beschreibungen insbesondere tanztherapeutischer Effekte, die einer langjährigen Karriere bis ins höhere Alter förderlich waren. Häufig unterrichten professionelle Flamencotänzerinnen auch solange es möglich ist. Sie geben dabei neben tänzerischem Wissen allgemeine Überzeugungen und individuelle Einstellungen weiter. Die qualitative Studie will erkunden, welche physisch und psychisch als unterstützend erlebten mentalen Vorstellungen sowie deren tänzerische Umsetzungen von über 60-jährigen Schülerinnen ausgewählter Flamenco-Schulen in Deutschland wahrgenommen und beschrieben werden können.

                                                                                                                                                          Der Forschungsprozess wird sich im Wesentlichen auf Interviews von Experteninnen aus dem Bereich des Flamencos und die Auswertung von entsprechend entwickelten Fragebögen stützen. Über die charakteristische Stilistik des Flamencos  hinaus spielt bei deren Gestaltung eine Rolle, ob kulturanthropologische Aspekte und eine „künstlerisch akzentuierte Gesundheitsphilosophie“ (Mastnak, 2022) gerade im höheren Alter in das eigene Tanzen einfließen oder nicht.

                                                                                                                                                          Der Beitrag versucht schließlich aus den Ergebnissen der Studie, weiterführende Anregungen zum systematischen Aufbau einer internationalisierten „Flamenco-Therapie“ abzuleiten.

                                                                                                                                                          Dr. Laura Bettag, MA, ist als Kulturmanagerin am Nationaltheater Mannheim und freiberuflich als dipl. Tanztherapeutin sowie im Betrieblichen Gesundheitsmanagement tätig. Sie beforscht derzeit insbesondere die therapeutischen Ressourcen des Tanzunterrichts im stilübergreifenden Vergleich.

                                                                                                                                                        Lothar Schön ist Musiktherapeut in 95473 Creußen.

                                                                                                                                                        • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                          • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                          • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                          • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                          • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                          • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                            • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                            • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                            • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                        Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                      Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                        • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                          • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                          • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                          • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                      Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                      • Sa 10:00-13.00 Uhr: 3 Vorträge mit Diskussion:
                                                                                                                                                        • 10:00-11.00 Uhr: Dr. Katja Watermann „Alt. Intelligenzgemindert. Vergessen. Kunst und Therapie im Maßregelvollzug.”
                                                                                                                                                        • 11:00-12:00 Uhr: Dr. Arnold M. Raem: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”
                                                                                                                                                        • 12:00-13:00 Uhr: Dr. Laura Bettag „Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren.”
                                                                                                                                                      • Sa 14-16 Uhr: 3 Workshops mit Diskussion:
                                                                                                                                                        • 14.00-15.30 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Georg Franzen „Böcklins ‚Toteninsel‘“.
                                                                                                                                                        • 15:45-17:00 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.
                                                                                                                                                        • 17:15-19.00 Uhr: Dr. Yolanda Bertolaso „Rezeptive Künstlerische Tanztherapie mit stark bewegungseingeschränkten und teilweise dementen Senioren.”
                                                                                                                                                      • So 10.00-16:00 Uhr: 1 Vortrag und 3 Workshops mit Diskussion:
                                                                                                                                                        • 10:00-11:30 Uhr: Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak „Künstlerische Therapien im Alter.
                                                                                                                                                        • 11.45-13.00 Uhr: Prof. Dr. Marion Tacke “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                                                                                                                                        • 14.00-16:00 Uhr: Dr. Enrico Otto Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.“
                                                                                                                                                        • Poster von Lothar Schön: “Digitalisierung der Musiktherapie”

                                                                                                                                                          Ein wichtiger Ansatz für die geplante digitalisierte Musiktherapie ist die soziale Teilhabe von Menschen, die aufgrund gesundheitlicher Beeinträchtigungen benachteiligt sind.

                                                                                                                                                          Gleichzeitig wird all denen, die über keine instrumentalen Vorkenntnisse verfügen, eine Plattform geboten, die einen intuitiven Zugang zum Musizieren ermöglicht.

                                                                                                                                                          Stellen Sie sich bitte eine Partitur vor, die zwar Melodienverlauf skizziert, aber vom ausführenden Musiker keine Tonhöhenauswahl verlangt. Das macht den musikalischen Prozess einfacher und entlastet unsere Kandidaten.

                                                                                                                                                          Die Aufmerksamkeit kann also auf den Rhythmus konzentriert werden.

                                                                                                                                                          In erster Linie denke ich an Schlaganfall- und Parkinsonpatienten.

                                                                                                                                                          Für psychosomatische Fallbeispiele bieten sich nochmal ganz neuartige erweiterte Musizierzugänge.

                                                                                                                                                          Die erleichterte Interaktion für Menschen mit unterschiedlicher musikalischer Vorbildung bildet eine ganz wesentliche Grundlage.

                                                                                                                                                          Vorliegende Zusammenfassungen – weitere folgen:

                                                                                                                                                          • Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak am 21. April 2024: „Künstlerische Therapien im Alter.
                                                                                                                                                            In einer Gesellschaft mit immer höheren Lebenserwartungen spielen Gesundheitsförderung und Gesundheitserhaltung eine zentrale Rolle. Dies wird auch seitens der Weltgesundheitsorganisation WHO mit Hinweis auf die UN-Deklaration zum gesunden Altern United Nations Decade of Healthy Ageing 2021–2030 hervorgehoben. Der Terminus „healthy aging“ muss hier allerdings differenziert verstanden werden und reicht von einer ganzheitlichen Gesunderhaltung im Rahmen natürlicher Alterungsprozesse über spezifische Prävention, etwa von Depression bei Herzinsuffizienz, bis zu spiritueller Gesundheit in der Palliativmedizin.

                                                                                                                                                            Die repräsentativen gerontagogischen Gesundheitsaktivitäten an der Musikhochschule in Posen (Akademia Muzyczna im. Ignacego Jana Paderewskiego w Poznaniu) beruhen auf musikalisch-tänzerischen Gruppenaktivitäten und werden zur Zeit länderübergreifend und interdisziplinär beforscht. Während es hier ganzheitlich um psychophysische Gesundheit und soziokulturelle Inklusion geht, stehen bei anderen Aktivitäten spezifische Gesundheitsaspekte im Zentrum. So finden etwa im Österreichischen Herzverband Landesverband Burgenland Musik und Tanz zur Förderung und Rehabilitation kardiovaskulärer und kardiorespiratorischer Gesundheit im Alter Einsatz.

                                                                                                                                                            Künstlerische Therapien sind vielerorts aus dem geriatrischen, insbesondere auch dem neurogeriatrischen Bereich, nicht mehr wegzudenken. So wird etwa an der Universitätsklinik Pitié-Salpêtrière in Paris seit Jahren Parkidanse, eine hoch spezifische tanztherapeutische Technik zur Milderung von Parkinsonsymptomatik, eingesetzt. Gegenwärtige Studien deuten darauf hin, dass es dabei zu Synchronisationen zwischen musikalischen und motorischen Rhythmusprozessoren im Gehirn kommt, welche die parkinsontypische Basalgangliendegeneration teils zu kompensieren vermögen.

                                                                                                                                                            Am Forschungszentrum für künstlerische Therapien der Changzhi Medical School in China – einer Einrichtung, die vermutlich in den nächsten Jahren im Bereich physiologischer, neurowissenschaftlicher und interdisziplinären Forschung zu künstlerischen Therapien in Klinik und Public Health eine führende Position einnehmen dürfte – werden Musik-Tanz-Prozesse zur Rehabilitation bei Demenz untersucht, wobei sich gegenwärtig abzeichnet, dass die Künste dynamische Netzwerk-Konnektivitäten aktivieren, die letztlich für den therapeutischen Outcome verantwortlich sind.

                                                                                                                                                            Künste auf gesundheitsförderndem und therapeutischem Terrain sollen allerdings nicht bloß funktional verstanden werden. Vierzig Jahre künstlerische Therapien im Sinne von Karl Hörmann haben die Unersetzbarkeit des ästhetischen und schöpferischen Moments deutlich gemacht und gleichzeitig die Notwendigkeit von psychologischer und medizinischer Forschung hervorgehoben: die Künste stellen die Intervention, die Wissenschaften liefern Erkenntnisse über künstlerisch-therapeutische Mechanismen.

                                                                                                                                                            Während der Vortrag Forschungen zu gesundheitsfördernden und therapeutischen Funktionen der Künste im Alter sowie bei alterstypischen Erkrankungen diskutiert, werden im Workshop einzelne Techniken vorgestellt und in Form von Selbsterfahrung erprobt.

                                                                                                                                                            Wolfgang Mastnak ist Professor für künstlerische Therapien am Changzhi Medical College (Volksrepublik China) und wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Kultur, Künste und Medien (长治医学院 人文艺术传媒系) sowie Inhaber des Lehrstuhls für Musikpädagogik (Schulmusik) an der Hochschule für Musik und Theater München. Seine Seminare im Bereich Lehramt umfassen Musikdidaktik, Wissenschaftstheorie, Musik und Gesundheitspädagogik, Neuro-Musikpädagogik und transkulturelle Musikpädagogik. Im Doktoratsstudium betreut er vor allem Studien zur Integration von Musikpädagogik und Musiktherapie. Im Bayerischen Hochschulzentrum für China (BayCHINA) und im Bayerischen Hochschulzentrum für Mittel-, Ost- und Südosteuropa (BAYHOST) ist er der für die Musik- und Kunsthochschulen zuständige Direktor. Er hat Doktorate in Musikpädagogik & Psychologie, Medizinwissenschaften, Sportwissenschaften und Mathematik und ist Psychotherapeut und Mototherapeut. Wolfgang Mastnak ist Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste sowie der New York Academy of Sciences. Seine interdisziplinären Forschungen wurden international vielfach ausgezeichnet.
                                                                                                                                                        • Dr. Enrico Otto am 21. April 2024: „Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.

                                                                                                                                                          Um für Theaterinteressierte einen sinnvollen Einstieg in eine praktische Theaterarbeit zu gestalten, braucht der Interessent in einem Workshop die Kenntnis von sich selbst als potentiellen Darsteller. Über das Rollenstudium mit szenischer Arbeit an einem selbst ausgesuchten Text (10 Zeilen aus einem Theatertext) lassen sich unter Anleitung vielfältige Varianten des szenischen Ausdrucks erproben.

                                                                                                                                                          In einem zweiten Schritt soll aufgrund der Erfahrung mit sich selbst als Darsteller ein szenischer Bezug zu anderen Mit-Darstellern erprobt werden. So gelangt man in einfacher Form zu einer grundlegenden Ensemblearbeit.

                                                                                                                                                          Ein möglicher dritter Schritt wäre dann die szenische Erarbeitung einer ganzen Szene.

                                                                                                                                                          Der Artikel von Dr. Otto „Theater als Kommunikationsmodell“, erschienen in der MTK-Ausgabe 2023-1, S. 39-100, wird zur vorherigen Lektüre empfohlen. Sein für die folgende MTK-Ausgabe vorgesehener Beitrag “Die Funktionalität des Rollenstudiums im nicht-professionellem Theaterbereich” wird denjenigen zugeschickt, die sich zu seinem Workshop angemeldet haben.

                                                                                                                                                          Die Interessenten können sich jetzt schon auf den Workshop vorbereiten:

                                                                                                                                                          Bei nicht-profesionellen Inszenierungen taucht immer die Frage nach der richtigen Besetzung der textbezogenen Rollen auf. Diese Frage lässt sich oft bei nicht ausgebildeten Spielleitern kaum richtig beantworten. Vielmehr ist die Frage der Besetzung einem wie auch immer geartetem Gefühl des Spielleiters überlassen. Daher entstehen oft Fehlbesetzungen, die sich im Laufe der Proben heraus-stellen und oft auch zu einem Abbruch der Inszenierungsarbeit führen. Das Rollenstudium ist in solchen Fällen, vor der eigentlichen Inszenie- rungsarbeit durchgeführt, eine wichtige Möglichkeit, den o.g. Vorgang zu umgehen. Da darüber hinaus Rollenstudium eine wichtige Form der Klärung der Darsteller-Persönlichkeit darstellt, zeigt sich anhand des entsprechenden Ergebnisses, wie die Bandbreite der Darstellung aussieht, nachdem festgehalten wurde, ob anhand der Körperhaltung, der Bewegung, der Gestil und Mimik, der Sprache und des Outfits der Darsteller für eine entsprechende Rolle geeignet ist.

                                                                                                                                                          Rollenstudium braucht das eingehende Studium verschiedener Rollenstrukturen durch den angehenden Darsteller selbst, indem er aus unterschied-lichen Stücken d i e Rolle über vielleicht maximalen 10 Zeilen aussucht und zum Rollenstudium mitbringt, um daran zu arbeiten.

                                                                                                                                                          Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann am 20. April 2024: „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.

                                                                                                                                                          Im Alter kommt man nicht umhin, an sein irdisches Ende zu denken. Gerne erinnert man sich an Lieder aus der Kinder- und Jugendzeit und an jene aus dem Erlernen eines Instruments vertraute Musik. Im Gegensatz zu früheren Lebensjahren kann man im Alter mit den schnell wechselnden Popmusikcharts nichts mehr anfangen. Vielmehr befasst man sich mit der zeitlosen klassischen Musik und insbesondere mit solcher, die die eigene Lebenssituation anspricht.

                                                                                                                                                          Zu dem Gemälde von Arnold Böckling, das der Diplom-Psychologe Prof. Dr. Georg Franzen (www.kunstpsychologie.de) aus kunstpsychologischer Sicht beleuchtet, gibt es mindestens 29 Vertonungen und damit mehr als zu jedem anderen Bild. Anhand ausgewählter musikalischer Stimmungsbilder soll analysiert werden, was sie dem dafür aufgeschlossenen alten Menschen sagen und wie sie seine multimodale Interaktion beeinflussen können. Hierzu wird ein Film gezeigt und werden Anregungen gegen die üblichen vermeintlich nützlichen Strategien des Singens im Alter gegeben. Damit sich aber im fortgeschrittenen Alter die viel beschworene und erfahrbare Heilkraft von Musik beim Musikhören, Singen und Musizieren entfalten kann, sind trotz aller und gerade bei Gebrechen Voraussetzungen zu beachten, die dem an Erfahrung reichen homo ludens nicht nur ein wohltuendes musikalisches Erleben, sondern jederzeit mit geringem Aufwand ein gehöriges Quantum an flow ermöglichen können.

                                                                                                                                                          • Dr. Arnold M. Raem am 20. April 2024: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”

                                                                                                                                                            Dr. Arnold M. Raem ist Gründer der arrows biomedical Deutschland GmbH mit Sitz im Centrum für Nanotechnologie „CeNTech“ der Universität Münster. Die arrows biomedical Deutschland GmbH ist ein Servicelabor mit den Schwerpunkten im Bereich der molekularen Biomedizin / Onkologie. Dr. Arnold M. Raem hat zahlreiche, excellent bewertete Bücher herausgegeben, darunter das Handbuch für Geriatrie. Lehrbuch für Praxis und Klinik. (2005). Düsseldorf: Deutsche Krankhaus Verlagsgesellschaft, mit einem Kapitel Künstlerische Therapien in der Geriatrie, S. 859-869.    
                                                                                                                                                                         
                                                                                                                                                          • Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke am 20. April 2024: “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                                                                                                                                             
                                                                                                                                                            In diesem Workshop soll das Thema der “Bewegung” in seiner Bedeutung für eine zunehmend älter werdende Gesellschaft im Vordergrund symbolischer Durcharbeitung stehen. Der kreative Umgang mit Bewegung und Stillstand ist für viele ältere Patient:innen elementar. Im therapeutischen Setting nimmt die Anzahl derer, die auch ab 60 Jahren “Stärkungswünsche” für sich hegen, stetig zu. Gerade Frauen stehen aus unterschiedlichen Lebenslagen, wie nach einer Scheidung, dem Auszug der Kinder, Sich-Kümmern um einen pflegebedürftigen Angehörigen oder Tod des Partners sowie aus weiteren Gründen vor neuen Herausforderungen.    
                                                                                                                                                                
                                                                                                                                                            Anhand verschiedener Fallvignetten werden wir uns anschauen, welchen Schwierigkeiten ausgewählte Patientinnen während ihrer Lebensspanne ausgesetzt waren, welche individuums-spezifischen Ressourcen und Bedürfnisse vorhanden sind, um die alltäglichen Belastungen als zu meisternde Herausforderungen sehen und nutzen zu können. Fortbewegung und Stillstand sind immer wieder höchst interessante Aspekte in der therapeutischen Durcharbeitung. Äußere und innere Lebensbedingungen können im Zusammenwirken förderliche oder hinderliche Wirkungen entfalten, welchen wir mit der symbolischen Umsetzung des “Sich-Bewegens” und „Schreiten-Lassens“ analysierend nachspüren wollen, die für weitere Entwicklungsprozesse zielführend sind. Es wäre wünschenswert, wenn die Teilnehmenden des Workshops eigene Abbildungen zur kreativen Erfassung von Bewegung (und Stillstand) mitbringen würden.

                                                                                                                                                            Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke, Leibniz-Universität Hannover Hannover, ist Psychologische Psychotherapeutin in Eigener Praxis.

                                                                                                                                                          • Dr. Laura Bettag am 20.04.2023: Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren

                                                                                                                                                            In der Kultur des Flamencos kennen wir zahlreiche Beispiele einer lebenslangen Beschäftigung mit dem Flamencotanz. Es wird nicht als ungewöhnlich empfunden, wenn ältere Tänzerinnen im professionellen Rahmen vor Publikum auftreten und Erfolge feiern. La Chana (geb. 1946) trat im Alter von 75 Jahren von der Bühne ab, wobei sie ihr Programm im Sitzen bewältigte. Tanz kann als Überlebenselixier wirken, wie sie in ihrer Autobiografie „La Chana. Bailaora“ dokumentiert hat. Die qualitative Studie untersucht zunächst solche autobiografische Quellen auf Beschreibungen insbesondere tanztherapeutischer Effekte, die einer langjährigen Karriere bis ins höhere Alter förderlich waren. Häufig unterrichten professionelle Flamencotänzerinnen auch solange es möglich ist. Sie geben dabei neben tänzerischem Wissen allgemeine Überzeugungen und individuelle Einstellungen weiter. Die qualitative Studie will erkunden, welche physisch und psychisch als unterstützend erlebten mentalen Vorstellungen sowie deren tänzerische Umsetzungen von über 60-jährigen Schülerinnen ausgewählter Flamenco-Schulen in Deutschland wahrgenommen und beschrieben werden können.

                                                                                                                                                            Der Forschungsprozess wird sich im Wesentlichen auf Interviews von Experteninnen aus dem Bereich des Flamencos und die Auswertung von entsprechend entwickelten Fragebögen stützen. Über die charakteristische Stilistik des Flamencos  hinaus spielt bei deren Gestaltung eine Rolle, ob kulturanthropologische Aspekte und eine „künstlerisch akzentuierte Gesundheitsphilosophie“ (Mastnak, 2022) gerade im höheren Alter in das eigene Tanzen einfließen oder nicht.

                                                                                                                                                            Der Beitrag versucht schließlich aus den Ergebnissen der Studie, weiterführende Anregungen zum systematischen Aufbau einer internationalisierten „Flamenco-Therapie“ abzuleiten.

                                                                                                                                                            Dr. Laura Bettag, MA, ist als Kulturmanagerin am Nationaltheater Mannheim und freiberuflich als dipl. Tanztherapeutin sowie im Betrieblichen Gesundheitsmanagement tätig. Sie beforscht derzeit insbesondere die therapeutischen Ressourcen des Tanzunterrichts im stilübergreifenden Vergleich.

                                                                                                                                                          Lothar Schön ist Musiktherapeut in 95473 Creußen.

                                                                                                                                                          • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                            • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                            • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                            • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                            • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                            • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                              • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                              • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                              • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                          Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                      • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                        • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                        • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                        • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                      • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                        Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                          • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                            • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                            • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                            • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                        Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                          Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                            • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                              • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                              • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                              • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                          Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                        • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                          • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                          • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                          • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                          • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                              • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                            Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                            • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                              • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                              • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                              • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                              • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                  • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                  • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                  • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                              Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                              • Sa 10:00-13.00 Uhr: 3 Vorträge mit Diskussion:
                                                                                                                                                                • 10:00-11.00 Uhr: Dr. Katja Watermann „Alt. Intelligenzgemindert. Vergessen. Kunst und Therapie im Maßregelvollzug.”
                                                                                                                                                                • 11:00-12:00 Uhr: Dr. Arnold M. Raem: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”
                                                                                                                                                                • 12:00-13:00 Uhr: Dr. Laura Bettag „Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren.”
                                                                                                                                                              • Sa 14-16 Uhr: 3 Workshops mit Diskussion:
                                                                                                                                                                • 14.00-15.30 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Georg Franzen „Böcklins ‚Toteninsel‘“.
                                                                                                                                                                • 15:45-17:00 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.
                                                                                                                                                                • 17:15-19.00 Uhr: Dr. Yolanda Bertolaso „Rezeptive Künstlerische Tanztherapie mit stark bewegungseingeschränkten und teilweise dementen Senioren.”
                                                                                                                                                              • So 10.00-16:00 Uhr: 1 Vortrag und 3 Workshops mit Diskussion:
                                                                                                                                                                • 10:00-11:30 Uhr: Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak „Künstlerische Therapien im Alter.
                                                                                                                                                                • 11.45-13.00 Uhr: Prof. Dr. Marion Tacke “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                                                                                                                                                • 14.00-16:00 Uhr: Dr. Enrico Otto Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.“
                                                                                                                                                                • Poster von Lothar Schön: “Digitalisierung der Musiktherapie”

                                                                                                                                                                  Ein wichtiger Ansatz für die geplante digitalisierte Musiktherapie ist die soziale Teilhabe von Menschen, die aufgrund gesundheitlicher Beeinträchtigungen benachteiligt sind.

                                                                                                                                                                  Gleichzeitig wird all denen, die über keine instrumentalen Vorkenntnisse verfügen, eine Plattform geboten, die einen intuitiven Zugang zum Musizieren ermöglicht.

                                                                                                                                                                  Stellen Sie sich bitte eine Partitur vor, die zwar Melodienverlauf skizziert, aber vom ausführenden Musiker keine Tonhöhenauswahl verlangt. Das macht den musikalischen Prozess einfacher und entlastet unsere Kandidaten.

                                                                                                                                                                  Die Aufmerksamkeit kann also auf den Rhythmus konzentriert werden.

                                                                                                                                                                  In erster Linie denke ich an Schlaganfall- und Parkinsonpatienten.

                                                                                                                                                                  Für psychosomatische Fallbeispiele bieten sich nochmal ganz neuartige erweiterte Musizierzugänge.

                                                                                                                                                                  Die erleichterte Interaktion für Menschen mit unterschiedlicher musikalischer Vorbildung bildet eine ganz wesentliche Grundlage.

                                                                                                                                                                  Vorliegende Zusammenfassungen – weitere folgen:

                                                                                                                                                                  • Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak am 21. April 2024: „Künstlerische Therapien im Alter.
                                                                                                                                                                    In einer Gesellschaft mit immer höheren Lebenserwartungen spielen Gesundheitsförderung und Gesundheitserhaltung eine zentrale Rolle. Dies wird auch seitens der Weltgesundheitsorganisation WHO mit Hinweis auf die UN-Deklaration zum gesunden Altern United Nations Decade of Healthy Ageing 2021–2030 hervorgehoben. Der Terminus „healthy aging“ muss hier allerdings differenziert verstanden werden und reicht von einer ganzheitlichen Gesunderhaltung im Rahmen natürlicher Alterungsprozesse über spezifische Prävention, etwa von Depression bei Herzinsuffizienz, bis zu spiritueller Gesundheit in der Palliativmedizin.

                                                                                                                                                                    Die repräsentativen gerontagogischen Gesundheitsaktivitäten an der Musikhochschule in Posen (Akademia Muzyczna im. Ignacego Jana Paderewskiego w Poznaniu) beruhen auf musikalisch-tänzerischen Gruppenaktivitäten und werden zur Zeit länderübergreifend und interdisziplinär beforscht. Während es hier ganzheitlich um psychophysische Gesundheit und soziokulturelle Inklusion geht, stehen bei anderen Aktivitäten spezifische Gesundheitsaspekte im Zentrum. So finden etwa im Österreichischen Herzverband Landesverband Burgenland Musik und Tanz zur Förderung und Rehabilitation kardiovaskulärer und kardiorespiratorischer Gesundheit im Alter Einsatz.

                                                                                                                                                                    Künstlerische Therapien sind vielerorts aus dem geriatrischen, insbesondere auch dem neurogeriatrischen Bereich, nicht mehr wegzudenken. So wird etwa an der Universitätsklinik Pitié-Salpêtrière in Paris seit Jahren Parkidanse, eine hoch spezifische tanztherapeutische Technik zur Milderung von Parkinsonsymptomatik, eingesetzt. Gegenwärtige Studien deuten darauf hin, dass es dabei zu Synchronisationen zwischen musikalischen und motorischen Rhythmusprozessoren im Gehirn kommt, welche die parkinsontypische Basalgangliendegeneration teils zu kompensieren vermögen.

                                                                                                                                                                    Am Forschungszentrum für künstlerische Therapien der Changzhi Medical School in China – einer Einrichtung, die vermutlich in den nächsten Jahren im Bereich physiologischer, neurowissenschaftlicher und interdisziplinären Forschung zu künstlerischen Therapien in Klinik und Public Health eine führende Position einnehmen dürfte – werden Musik-Tanz-Prozesse zur Rehabilitation bei Demenz untersucht, wobei sich gegenwärtig abzeichnet, dass die Künste dynamische Netzwerk-Konnektivitäten aktivieren, die letztlich für den therapeutischen Outcome verantwortlich sind.

                                                                                                                                                                    Künste auf gesundheitsförderndem und therapeutischem Terrain sollen allerdings nicht bloß funktional verstanden werden. Vierzig Jahre künstlerische Therapien im Sinne von Karl Hörmann haben die Unersetzbarkeit des ästhetischen und schöpferischen Moments deutlich gemacht und gleichzeitig die Notwendigkeit von psychologischer und medizinischer Forschung hervorgehoben: die Künste stellen die Intervention, die Wissenschaften liefern Erkenntnisse über künstlerisch-therapeutische Mechanismen.

                                                                                                                                                                    Während der Vortrag Forschungen zu gesundheitsfördernden und therapeutischen Funktionen der Künste im Alter sowie bei alterstypischen Erkrankungen diskutiert, werden im Workshop einzelne Techniken vorgestellt und in Form von Selbsterfahrung erprobt.

                                                                                                                                                                    Wolfgang Mastnak ist Professor für künstlerische Therapien am Changzhi Medical College (Volksrepublik China) und wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Kultur, Künste und Medien (长治医学院 人文艺术传媒系) sowie Inhaber des Lehrstuhls für Musikpädagogik (Schulmusik) an der Hochschule für Musik und Theater München. Seine Seminare im Bereich Lehramt umfassen Musikdidaktik, Wissenschaftstheorie, Musik und Gesundheitspädagogik, Neuro-Musikpädagogik und transkulturelle Musikpädagogik. Im Doktoratsstudium betreut er vor allem Studien zur Integration von Musikpädagogik und Musiktherapie. Im Bayerischen Hochschulzentrum für China (BayCHINA) und im Bayerischen Hochschulzentrum für Mittel-, Ost- und Südosteuropa (BAYHOST) ist er der für die Musik- und Kunsthochschulen zuständige Direktor. Er hat Doktorate in Musikpädagogik & Psychologie, Medizinwissenschaften, Sportwissenschaften und Mathematik und ist Psychotherapeut und Mototherapeut. Wolfgang Mastnak ist Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste sowie der New York Academy of Sciences. Seine interdisziplinären Forschungen wurden international vielfach ausgezeichnet.
                                                                                                                                                                • Dr. Enrico Otto am 21. April 2024: „Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.

                                                                                                                                                                  Um für Theaterinteressierte einen sinnvollen Einstieg in eine praktische Theaterarbeit zu gestalten, braucht der Interessent in einem Workshop die Kenntnis von sich selbst als potentiellen Darsteller. Über das Rollenstudium mit szenischer Arbeit an einem selbst ausgesuchten Text (10 Zeilen aus einem Theatertext) lassen sich unter Anleitung vielfältige Varianten des szenischen Ausdrucks erproben.

                                                                                                                                                                  In einem zweiten Schritt soll aufgrund der Erfahrung mit sich selbst als Darsteller ein szenischer Bezug zu anderen Mit-Darstellern erprobt werden. So gelangt man in einfacher Form zu einer grundlegenden Ensemblearbeit.

                                                                                                                                                                  Ein möglicher dritter Schritt wäre dann die szenische Erarbeitung einer ganzen Szene.

                                                                                                                                                                  Der Artikel von Dr. Otto „Theater als Kommunikationsmodell“, erschienen in der MTK-Ausgabe 2023-1, S. 39-100, wird zur vorherigen Lektüre empfohlen. Sein für die folgende MTK-Ausgabe vorgesehener Beitrag “Die Funktionalität des Rollenstudiums im nicht-professionellem Theaterbereich” wird denjenigen zugeschickt, die sich zu seinem Workshop angemeldet haben.

                                                                                                                                                                  Die Interessenten können sich jetzt schon auf den Workshop vorbereiten:

                                                                                                                                                                  Bei nicht-profesionellen Inszenierungen taucht immer die Frage nach der richtigen Besetzung der textbezogenen Rollen auf. Diese Frage lässt sich oft bei nicht ausgebildeten Spielleitern kaum richtig beantworten. Vielmehr ist die Frage der Besetzung einem wie auch immer geartetem Gefühl des Spielleiters überlassen. Daher entstehen oft Fehlbesetzungen, die sich im Laufe der Proben heraus-stellen und oft auch zu einem Abbruch der Inszenierungsarbeit führen. Das Rollenstudium ist in solchen Fällen, vor der eigentlichen Inszenie- rungsarbeit durchgeführt, eine wichtige Möglichkeit, den o.g. Vorgang zu umgehen. Da darüber hinaus Rollenstudium eine wichtige Form der Klärung der Darsteller-Persönlichkeit darstellt, zeigt sich anhand des entsprechenden Ergebnisses, wie die Bandbreite der Darstellung aussieht, nachdem festgehalten wurde, ob anhand der Körperhaltung, der Bewegung, der Gestil und Mimik, der Sprache und des Outfits der Darsteller für eine entsprechende Rolle geeignet ist.

                                                                                                                                                                  Rollenstudium braucht das eingehende Studium verschiedener Rollenstrukturen durch den angehenden Darsteller selbst, indem er aus unterschied-lichen Stücken d i e Rolle über vielleicht maximalen 10 Zeilen aussucht und zum Rollenstudium mitbringt, um daran zu arbeiten.

                                                                                                                                                                  Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann am 20. April 2024: „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.

                                                                                                                                                                  Im Alter kommt man nicht umhin, an sein irdisches Ende zu denken. Gerne erinnert man sich an Lieder aus der Kinder- und Jugendzeit und an jene aus dem Erlernen eines Instruments vertraute Musik. Im Gegensatz zu früheren Lebensjahren kann man im Alter mit den schnell wechselnden Popmusikcharts nichts mehr anfangen. Vielmehr befasst man sich mit der zeitlosen klassischen Musik und insbesondere mit solcher, die die eigene Lebenssituation anspricht.

                                                                                                                                                                  Zu dem Gemälde von Arnold Böckling, das der Diplom-Psychologe Prof. Dr. Georg Franzen (www.kunstpsychologie.de) aus kunstpsychologischer Sicht beleuchtet, gibt es mindestens 29 Vertonungen und damit mehr als zu jedem anderen Bild. Anhand ausgewählter musikalischer Stimmungsbilder soll analysiert werden, was sie dem dafür aufgeschlossenen alten Menschen sagen und wie sie seine multimodale Interaktion beeinflussen können. Hierzu wird ein Film gezeigt und werden Anregungen gegen die üblichen vermeintlich nützlichen Strategien des Singens im Alter gegeben. Damit sich aber im fortgeschrittenen Alter die viel beschworene und erfahrbare Heilkraft von Musik beim Musikhören, Singen und Musizieren entfalten kann, sind trotz aller und gerade bei Gebrechen Voraussetzungen zu beachten, die dem an Erfahrung reichen homo ludens nicht nur ein wohltuendes musikalisches Erleben, sondern jederzeit mit geringem Aufwand ein gehöriges Quantum an flow ermöglichen können.

                                                                                                                                                                  • Dr. Arnold M. Raem am 20. April 2024: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”

                                                                                                                                                                    Dr. Arnold M. Raem ist Gründer der arrows biomedical Deutschland GmbH mit Sitz im Centrum für Nanotechnologie „CeNTech“ der Universität Münster. Die arrows biomedical Deutschland GmbH ist ein Servicelabor mit den Schwerpunkten im Bereich der molekularen Biomedizin / Onkologie. Dr. Arnold M. Raem hat zahlreiche, excellent bewertete Bücher herausgegeben, darunter das Handbuch für Geriatrie. Lehrbuch für Praxis und Klinik. (2005). Düsseldorf: Deutsche Krankhaus Verlagsgesellschaft, mit einem Kapitel Künstlerische Therapien in der Geriatrie, S. 859-869.    
                                                                                                                                                                                 
                                                                                                                                                                  • Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke am 20. April 2024: “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                                                                                                                                                     
                                                                                                                                                                    In diesem Workshop soll das Thema der “Bewegung” in seiner Bedeutung für eine zunehmend älter werdende Gesellschaft im Vordergrund symbolischer Durcharbeitung stehen. Der kreative Umgang mit Bewegung und Stillstand ist für viele ältere Patient:innen elementar. Im therapeutischen Setting nimmt die Anzahl derer, die auch ab 60 Jahren “Stärkungswünsche” für sich hegen, stetig zu. Gerade Frauen stehen aus unterschiedlichen Lebenslagen, wie nach einer Scheidung, dem Auszug der Kinder, Sich-Kümmern um einen pflegebedürftigen Angehörigen oder Tod des Partners sowie aus weiteren Gründen vor neuen Herausforderungen.    
                                                                                                                                                                        
                                                                                                                                                                    Anhand verschiedener Fallvignetten werden wir uns anschauen, welchen Schwierigkeiten ausgewählte Patientinnen während ihrer Lebensspanne ausgesetzt waren, welche individuums-spezifischen Ressourcen und Bedürfnisse vorhanden sind, um die alltäglichen Belastungen als zu meisternde Herausforderungen sehen und nutzen zu können. Fortbewegung und Stillstand sind immer wieder höchst interessante Aspekte in der therapeutischen Durcharbeitung. Äußere und innere Lebensbedingungen können im Zusammenwirken förderliche oder hinderliche Wirkungen entfalten, welchen wir mit der symbolischen Umsetzung des “Sich-Bewegens” und „Schreiten-Lassens“ analysierend nachspüren wollen, die für weitere Entwicklungsprozesse zielführend sind. Es wäre wünschenswert, wenn die Teilnehmenden des Workshops eigene Abbildungen zur kreativen Erfassung von Bewegung (und Stillstand) mitbringen würden.

                                                                                                                                                                    Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke, Leibniz-Universität Hannover Hannover, ist Psychologische Psychotherapeutin in Eigener Praxis.

                                                                                                                                                                  • Dr. Laura Bettag am 20.04.2023: Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren

                                                                                                                                                                    In der Kultur des Flamencos kennen wir zahlreiche Beispiele einer lebenslangen Beschäftigung mit dem Flamencotanz. Es wird nicht als ungewöhnlich empfunden, wenn ältere Tänzerinnen im professionellen Rahmen vor Publikum auftreten und Erfolge feiern. La Chana (geb. 1946) trat im Alter von 75 Jahren von der Bühne ab, wobei sie ihr Programm im Sitzen bewältigte. Tanz kann als Überlebenselixier wirken, wie sie in ihrer Autobiografie „La Chana. Bailaora“ dokumentiert hat. Die qualitative Studie untersucht zunächst solche autobiografische Quellen auf Beschreibungen insbesondere tanztherapeutischer Effekte, die einer langjährigen Karriere bis ins höhere Alter förderlich waren. Häufig unterrichten professionelle Flamencotänzerinnen auch solange es möglich ist. Sie geben dabei neben tänzerischem Wissen allgemeine Überzeugungen und individuelle Einstellungen weiter. Die qualitative Studie will erkunden, welche physisch und psychisch als unterstützend erlebten mentalen Vorstellungen sowie deren tänzerische Umsetzungen von über 60-jährigen Schülerinnen ausgewählter Flamenco-Schulen in Deutschland wahrgenommen und beschrieben werden können.

                                                                                                                                                                    Der Forschungsprozess wird sich im Wesentlichen auf Interviews von Experteninnen aus dem Bereich des Flamencos und die Auswertung von entsprechend entwickelten Fragebögen stützen. Über die charakteristische Stilistik des Flamencos  hinaus spielt bei deren Gestaltung eine Rolle, ob kulturanthropologische Aspekte und eine „künstlerisch akzentuierte Gesundheitsphilosophie“ (Mastnak, 2022) gerade im höheren Alter in das eigene Tanzen einfließen oder nicht.

                                                                                                                                                                    Der Beitrag versucht schließlich aus den Ergebnissen der Studie, weiterführende Anregungen zum systematischen Aufbau einer internationalisierten „Flamenco-Therapie“ abzuleiten.

                                                                                                                                                                    Dr. Laura Bettag, MA, ist als Kulturmanagerin am Nationaltheater Mannheim und freiberuflich als dipl. Tanztherapeutin sowie im Betrieblichen Gesundheitsmanagement tätig. Sie beforscht derzeit insbesondere die therapeutischen Ressourcen des Tanzunterrichts im stilübergreifenden Vergleich.

                                                                                                                                                                  Lothar Schön ist Musiktherapeut in 95473 Creußen.

                                                                                                                                                                  • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                    • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                    • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                    • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                    • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                    • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                      • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                      • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                      • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                  Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                  Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                    • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                      • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                      • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                      • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                  Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                  • Sa 10:00-13.00 Uhr: 3 Vorträge mit Diskussion:
                                                                                                                                                                    • 10:00-11.00 Uhr: Dr. Katja Watermann „Alt. Intelligenzgemindert. Vergessen. Kunst und Therapie im Maßregelvollzug.”
                                                                                                                                                                    • 11:00-12:00 Uhr: Dr. Arnold M. Raem: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”
                                                                                                                                                                    • 12:00-13:00 Uhr: Dr. Laura Bettag „Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren.”
                                                                                                                                                                  • Sa 14-16 Uhr: 3 Workshops mit Diskussion:
                                                                                                                                                                    • 14.00-15.30 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Georg Franzen „Böcklins ‚Toteninsel‘“.
                                                                                                                                                                    • 15:45-17:00 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.
                                                                                                                                                                    • 17:15-19.00 Uhr: Dr. Yolanda Bertolaso „Rezeptive Künstlerische Tanztherapie mit stark bewegungseingeschränkten und teilweise dementen Senioren.”
                                                                                                                                                                  • So 10.00-16:00 Uhr: 1 Vortrag und 3 Workshops mit Diskussion:
                                                                                                                                                                    • 10:00-11:30 Uhr: Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak „Künstlerische Therapien im Alter.
                                                                                                                                                                    • 11.45-13.00 Uhr: Prof. Dr. Marion Tacke “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                                                                                                                                                    • 14.00-16:00 Uhr: Dr. Enrico Otto Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.“
                                                                                                                                                                    • Poster von Lothar Schön: “Digitalisierung der Musiktherapie”

                                                                                                                                                                      Ein wichtiger Ansatz für die geplante digitalisierte Musiktherapie ist die soziale Teilhabe von Menschen, die aufgrund gesundheitlicher Beeinträchtigungen benachteiligt sind.

                                                                                                                                                                      Gleichzeitig wird all denen, die über keine instrumentalen Vorkenntnisse verfügen, eine Plattform geboten, die einen intuitiven Zugang zum Musizieren ermöglicht.

                                                                                                                                                                      Stellen Sie sich bitte eine Partitur vor, die zwar Melodienverlauf skizziert, aber vom ausführenden Musiker keine Tonhöhenauswahl verlangt. Das macht den musikalischen Prozess einfacher und entlastet unsere Kandidaten.

                                                                                                                                                                      Die Aufmerksamkeit kann also auf den Rhythmus konzentriert werden.

                                                                                                                                                                      In erster Linie denke ich an Schlaganfall- und Parkinsonpatienten.

                                                                                                                                                                      Für psychosomatische Fallbeispiele bieten sich nochmal ganz neuartige erweiterte Musizierzugänge.

                                                                                                                                                                      Die erleichterte Interaktion für Menschen mit unterschiedlicher musikalischer Vorbildung bildet eine ganz wesentliche Grundlage.

                                                                                                                                                                      Vorliegende Zusammenfassungen – weitere folgen:

                                                                                                                                                                      • Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak am 21. April 2024: „Künstlerische Therapien im Alter.
                                                                                                                                                                        In einer Gesellschaft mit immer höheren Lebenserwartungen spielen Gesundheitsförderung und Gesundheitserhaltung eine zentrale Rolle. Dies wird auch seitens der Weltgesundheitsorganisation WHO mit Hinweis auf die UN-Deklaration zum gesunden Altern United Nations Decade of Healthy Ageing 2021–2030 hervorgehoben. Der Terminus „healthy aging“ muss hier allerdings differenziert verstanden werden und reicht von einer ganzheitlichen Gesunderhaltung im Rahmen natürlicher Alterungsprozesse über spezifische Prävention, etwa von Depression bei Herzinsuffizienz, bis zu spiritueller Gesundheit in der Palliativmedizin.

                                                                                                                                                                        Die repräsentativen gerontagogischen Gesundheitsaktivitäten an der Musikhochschule in Posen (Akademia Muzyczna im. Ignacego Jana Paderewskiego w Poznaniu) beruhen auf musikalisch-tänzerischen Gruppenaktivitäten und werden zur Zeit länderübergreifend und interdisziplinär beforscht. Während es hier ganzheitlich um psychophysische Gesundheit und soziokulturelle Inklusion geht, stehen bei anderen Aktivitäten spezifische Gesundheitsaspekte im Zentrum. So finden etwa im Österreichischen Herzverband Landesverband Burgenland Musik und Tanz zur Förderung und Rehabilitation kardiovaskulärer und kardiorespiratorischer Gesundheit im Alter Einsatz.

                                                                                                                                                                        Künstlerische Therapien sind vielerorts aus dem geriatrischen, insbesondere auch dem neurogeriatrischen Bereich, nicht mehr wegzudenken. So wird etwa an der Universitätsklinik Pitié-Salpêtrière in Paris seit Jahren Parkidanse, eine hoch spezifische tanztherapeutische Technik zur Milderung von Parkinsonsymptomatik, eingesetzt. Gegenwärtige Studien deuten darauf hin, dass es dabei zu Synchronisationen zwischen musikalischen und motorischen Rhythmusprozessoren im Gehirn kommt, welche die parkinsontypische Basalgangliendegeneration teils zu kompensieren vermögen.

                                                                                                                                                                        Am Forschungszentrum für künstlerische Therapien der Changzhi Medical School in China – einer Einrichtung, die vermutlich in den nächsten Jahren im Bereich physiologischer, neurowissenschaftlicher und interdisziplinären Forschung zu künstlerischen Therapien in Klinik und Public Health eine führende Position einnehmen dürfte – werden Musik-Tanz-Prozesse zur Rehabilitation bei Demenz untersucht, wobei sich gegenwärtig abzeichnet, dass die Künste dynamische Netzwerk-Konnektivitäten aktivieren, die letztlich für den therapeutischen Outcome verantwortlich sind.

                                                                                                                                                                        Künste auf gesundheitsförderndem und therapeutischem Terrain sollen allerdings nicht bloß funktional verstanden werden. Vierzig Jahre künstlerische Therapien im Sinne von Karl Hörmann haben die Unersetzbarkeit des ästhetischen und schöpferischen Moments deutlich gemacht und gleichzeitig die Notwendigkeit von psychologischer und medizinischer Forschung hervorgehoben: die Künste stellen die Intervention, die Wissenschaften liefern Erkenntnisse über künstlerisch-therapeutische Mechanismen.

                                                                                                                                                                        Während der Vortrag Forschungen zu gesundheitsfördernden und therapeutischen Funktionen der Künste im Alter sowie bei alterstypischen Erkrankungen diskutiert, werden im Workshop einzelne Techniken vorgestellt und in Form von Selbsterfahrung erprobt.

                                                                                                                                                                        Wolfgang Mastnak ist Professor für künstlerische Therapien am Changzhi Medical College (Volksrepublik China) und wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Kultur, Künste und Medien (长治医学院 人文艺术传媒系) sowie Inhaber des Lehrstuhls für Musikpädagogik (Schulmusik) an der Hochschule für Musik und Theater München. Seine Seminare im Bereich Lehramt umfassen Musikdidaktik, Wissenschaftstheorie, Musik und Gesundheitspädagogik, Neuro-Musikpädagogik und transkulturelle Musikpädagogik. Im Doktoratsstudium betreut er vor allem Studien zur Integration von Musikpädagogik und Musiktherapie. Im Bayerischen Hochschulzentrum für China (BayCHINA) und im Bayerischen Hochschulzentrum für Mittel-, Ost- und Südosteuropa (BAYHOST) ist er der für die Musik- und Kunsthochschulen zuständige Direktor. Er hat Doktorate in Musikpädagogik & Psychologie, Medizinwissenschaften, Sportwissenschaften und Mathematik und ist Psychotherapeut und Mototherapeut. Wolfgang Mastnak ist Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste sowie der New York Academy of Sciences. Seine interdisziplinären Forschungen wurden international vielfach ausgezeichnet.
                                                                                                                                                                    • Dr. Enrico Otto am 21. April 2024: „Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.

                                                                                                                                                                      Um für Theaterinteressierte einen sinnvollen Einstieg in eine praktische Theaterarbeit zu gestalten, braucht der Interessent in einem Workshop die Kenntnis von sich selbst als potentiellen Darsteller. Über das Rollenstudium mit szenischer Arbeit an einem selbst ausgesuchten Text (10 Zeilen aus einem Theatertext) lassen sich unter Anleitung vielfältige Varianten des szenischen Ausdrucks erproben.

                                                                                                                                                                      In einem zweiten Schritt soll aufgrund der Erfahrung mit sich selbst als Darsteller ein szenischer Bezug zu anderen Mit-Darstellern erprobt werden. So gelangt man in einfacher Form zu einer grundlegenden Ensemblearbeit.

                                                                                                                                                                      Ein möglicher dritter Schritt wäre dann die szenische Erarbeitung einer ganzen Szene.

                                                                                                                                                                      Der Artikel von Dr. Otto „Theater als Kommunikationsmodell“, erschienen in der MTK-Ausgabe 2023-1, S. 39-100, wird zur vorherigen Lektüre empfohlen. Sein für die folgende MTK-Ausgabe vorgesehener Beitrag “Die Funktionalität des Rollenstudiums im nicht-professionellem Theaterbereich” wird denjenigen zugeschickt, die sich zu seinem Workshop angemeldet haben.

                                                                                                                                                                      Die Interessenten können sich jetzt schon auf den Workshop vorbereiten:

                                                                                                                                                                      Bei nicht-profesionellen Inszenierungen taucht immer die Frage nach der richtigen Besetzung der textbezogenen Rollen auf. Diese Frage lässt sich oft bei nicht ausgebildeten Spielleitern kaum richtig beantworten. Vielmehr ist die Frage der Besetzung einem wie auch immer geartetem Gefühl des Spielleiters überlassen. Daher entstehen oft Fehlbesetzungen, die sich im Laufe der Proben heraus-stellen und oft auch zu einem Abbruch der Inszenierungsarbeit führen. Das Rollenstudium ist in solchen Fällen, vor der eigentlichen Inszenie- rungsarbeit durchgeführt, eine wichtige Möglichkeit, den o.g. Vorgang zu umgehen. Da darüber hinaus Rollenstudium eine wichtige Form der Klärung der Darsteller-Persönlichkeit darstellt, zeigt sich anhand des entsprechenden Ergebnisses, wie die Bandbreite der Darstellung aussieht, nachdem festgehalten wurde, ob anhand der Körperhaltung, der Bewegung, der Gestil und Mimik, der Sprache und des Outfits der Darsteller für eine entsprechende Rolle geeignet ist.

                                                                                                                                                                      Rollenstudium braucht das eingehende Studium verschiedener Rollenstrukturen durch den angehenden Darsteller selbst, indem er aus unterschied-lichen Stücken d i e Rolle über vielleicht maximalen 10 Zeilen aussucht und zum Rollenstudium mitbringt, um daran zu arbeiten.

                                                                                                                                                                      Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann am 20. April 2024: „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.

                                                                                                                                                                      Im Alter kommt man nicht umhin, an sein irdisches Ende zu denken. Gerne erinnert man sich an Lieder aus der Kinder- und Jugendzeit und an jene aus dem Erlernen eines Instruments vertraute Musik. Im Gegensatz zu früheren Lebensjahren kann man im Alter mit den schnell wechselnden Popmusikcharts nichts mehr anfangen. Vielmehr befasst man sich mit der zeitlosen klassischen Musik und insbesondere mit solcher, die die eigene Lebenssituation anspricht.

                                                                                                                                                                      Zu dem Gemälde von Arnold Böckling, das der Diplom-Psychologe Prof. Dr. Georg Franzen (www.kunstpsychologie.de) aus kunstpsychologischer Sicht beleuchtet, gibt es mindestens 29 Vertonungen und damit mehr als zu jedem anderen Bild. Anhand ausgewählter musikalischer Stimmungsbilder soll analysiert werden, was sie dem dafür aufgeschlossenen alten Menschen sagen und wie sie seine multimodale Interaktion beeinflussen können. Hierzu wird ein Film gezeigt und werden Anregungen gegen die üblichen vermeintlich nützlichen Strategien des Singens im Alter gegeben. Damit sich aber im fortgeschrittenen Alter die viel beschworene und erfahrbare Heilkraft von Musik beim Musikhören, Singen und Musizieren entfalten kann, sind trotz aller und gerade bei Gebrechen Voraussetzungen zu beachten, die dem an Erfahrung reichen homo ludens nicht nur ein wohltuendes musikalisches Erleben, sondern jederzeit mit geringem Aufwand ein gehöriges Quantum an flow ermöglichen können.

                                                                                                                                                                      • Dr. Arnold M. Raem am 20. April 2024: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”

                                                                                                                                                                        Dr. Arnold M. Raem ist Gründer der arrows biomedical Deutschland GmbH mit Sitz im Centrum für Nanotechnologie „CeNTech“ der Universität Münster. Die arrows biomedical Deutschland GmbH ist ein Servicelabor mit den Schwerpunkten im Bereich der molekularen Biomedizin / Onkologie. Dr. Arnold M. Raem hat zahlreiche, excellent bewertete Bücher herausgegeben, darunter das Handbuch für Geriatrie. Lehrbuch für Praxis und Klinik. (2005). Düsseldorf: Deutsche Krankhaus Verlagsgesellschaft, mit einem Kapitel Künstlerische Therapien in der Geriatrie, S. 859-869.    
                                                                                                                                                                                     
                                                                                                                                                                      • Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke am 20. April 2024: “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                                                                                                                                                         
                                                                                                                                                                        In diesem Workshop soll das Thema der “Bewegung” in seiner Bedeutung für eine zunehmend älter werdende Gesellschaft im Vordergrund symbolischer Durcharbeitung stehen. Der kreative Umgang mit Bewegung und Stillstand ist für viele ältere Patient:innen elementar. Im therapeutischen Setting nimmt die Anzahl derer, die auch ab 60 Jahren “Stärkungswünsche” für sich hegen, stetig zu. Gerade Frauen stehen aus unterschiedlichen Lebenslagen, wie nach einer Scheidung, dem Auszug der Kinder, Sich-Kümmern um einen pflegebedürftigen Angehörigen oder Tod des Partners sowie aus weiteren Gründen vor neuen Herausforderungen.    
                                                                                                                                                                            
                                                                                                                                                                        Anhand verschiedener Fallvignetten werden wir uns anschauen, welchen Schwierigkeiten ausgewählte Patientinnen während ihrer Lebensspanne ausgesetzt waren, welche individuums-spezifischen Ressourcen und Bedürfnisse vorhanden sind, um die alltäglichen Belastungen als zu meisternde Herausforderungen sehen und nutzen zu können. Fortbewegung und Stillstand sind immer wieder höchst interessante Aspekte in der therapeutischen Durcharbeitung. Äußere und innere Lebensbedingungen können im Zusammenwirken förderliche oder hinderliche Wirkungen entfalten, welchen wir mit der symbolischen Umsetzung des “Sich-Bewegens” und „Schreiten-Lassens“ analysierend nachspüren wollen, die für weitere Entwicklungsprozesse zielführend sind. Es wäre wünschenswert, wenn die Teilnehmenden des Workshops eigene Abbildungen zur kreativen Erfassung von Bewegung (und Stillstand) mitbringen würden.

                                                                                                                                                                        Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke, Leibniz-Universität Hannover Hannover, ist Psychologische Psychotherapeutin in Eigener Praxis.

                                                                                                                                                                      • Dr. Laura Bettag am 20.04.2023: Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren

                                                                                                                                                                        In der Kultur des Flamencos kennen wir zahlreiche Beispiele einer lebenslangen Beschäftigung mit dem Flamencotanz. Es wird nicht als ungewöhnlich empfunden, wenn ältere Tänzerinnen im professionellen Rahmen vor Publikum auftreten und Erfolge feiern. La Chana (geb. 1946) trat im Alter von 75 Jahren von der Bühne ab, wobei sie ihr Programm im Sitzen bewältigte. Tanz kann als Überlebenselixier wirken, wie sie in ihrer Autobiografie „La Chana. Bailaora“ dokumentiert hat. Die qualitative Studie untersucht zunächst solche autobiografische Quellen auf Beschreibungen insbesondere tanztherapeutischer Effekte, die einer langjährigen Karriere bis ins höhere Alter förderlich waren. Häufig unterrichten professionelle Flamencotänzerinnen auch solange es möglich ist. Sie geben dabei neben tänzerischem Wissen allgemeine Überzeugungen und individuelle Einstellungen weiter. Die qualitative Studie will erkunden, welche physisch und psychisch als unterstützend erlebten mentalen Vorstellungen sowie deren tänzerische Umsetzungen von über 60-jährigen Schülerinnen ausgewählter Flamenco-Schulen in Deutschland wahrgenommen und beschrieben werden können.

                                                                                                                                                                        Der Forschungsprozess wird sich im Wesentlichen auf Interviews von Experteninnen aus dem Bereich des Flamencos und die Auswertung von entsprechend entwickelten Fragebögen stützen. Über die charakteristische Stilistik des Flamencos  hinaus spielt bei deren Gestaltung eine Rolle, ob kulturanthropologische Aspekte und eine „künstlerisch akzentuierte Gesundheitsphilosophie“ (Mastnak, 2022) gerade im höheren Alter in das eigene Tanzen einfließen oder nicht.

                                                                                                                                                                        Der Beitrag versucht schließlich aus den Ergebnissen der Studie, weiterführende Anregungen zum systematischen Aufbau einer internationalisierten „Flamenco-Therapie“ abzuleiten.

                                                                                                                                                                        Dr. Laura Bettag, MA, ist als Kulturmanagerin am Nationaltheater Mannheim und freiberuflich als dipl. Tanztherapeutin sowie im Betrieblichen Gesundheitsmanagement tätig. Sie beforscht derzeit insbesondere die therapeutischen Ressourcen des Tanzunterrichts im stilübergreifenden Vergleich.

                                                                                                                                                                      Lothar Schön ist Musiktherapeut in 95473 Creußen.

                                                                                                                                                                      • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                        • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                        • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                        • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                        • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                        • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                          • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                          • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                          • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                      Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                  • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                    • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                    • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                    • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                  • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                    Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                      • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                        • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                        • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                        • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                    Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                      Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                        • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                          • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                          • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                          • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                      Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                    • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                      • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                      • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                      • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                      • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                          • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                            • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                            • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                            • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                        Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                        • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                          • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                          • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                          • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                          • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                            • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                              • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                              • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                              • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                          Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                          • Sa 10:00-13.00 Uhr: 3 Vorträge mit Diskussion:
                                                                                                                                                                            • 10:00-11.00 Uhr: Dr. Katja Watermann „Alt. Intelligenzgemindert. Vergessen. Kunst und Therapie im Maßregelvollzug.”
                                                                                                                                                                            • 11:00-12:00 Uhr: Dr. Arnold M. Raem: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”
                                                                                                                                                                            • 12:00-13:00 Uhr: Dr. Laura Bettag „Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren.”
                                                                                                                                                                          • Sa 14-16 Uhr: 3 Workshops mit Diskussion:
                                                                                                                                                                            • 14.00-15.30 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Georg Franzen „Böcklins ‚Toteninsel‘“.
                                                                                                                                                                            • 15:45-17:00 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.
                                                                                                                                                                            • 17:15-19.00 Uhr: Dr. Yolanda Bertolaso „Rezeptive Künstlerische Tanztherapie mit stark bewegungseingeschränkten und teilweise dementen Senioren.”
                                                                                                                                                                          • So 10.00-16:00 Uhr: 1 Vortrag und 3 Workshops mit Diskussion:
                                                                                                                                                                            • 10:00-11:30 Uhr: Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak „Künstlerische Therapien im Alter.
                                                                                                                                                                            • 11.45-13.00 Uhr: Prof. Dr. Marion Tacke “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                                                                                                                                                            • 14.00-16:00 Uhr: Dr. Enrico Otto Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.“
                                                                                                                                                                            • Poster von Lothar Schön: “Digitalisierung der Musiktherapie”

                                                                                                                                                                              Ein wichtiger Ansatz für die geplante digitalisierte Musiktherapie ist die soziale Teilhabe von Menschen, die aufgrund gesundheitlicher Beeinträchtigungen benachteiligt sind.

                                                                                                                                                                              Gleichzeitig wird all denen, die über keine instrumentalen Vorkenntnisse verfügen, eine Plattform geboten, die einen intuitiven Zugang zum Musizieren ermöglicht.

                                                                                                                                                                              Stellen Sie sich bitte eine Partitur vor, die zwar Melodienverlauf skizziert, aber vom ausführenden Musiker keine Tonhöhenauswahl verlangt. Das macht den musikalischen Prozess einfacher und entlastet unsere Kandidaten.

                                                                                                                                                                              Die Aufmerksamkeit kann also auf den Rhythmus konzentriert werden.

                                                                                                                                                                              In erster Linie denke ich an Schlaganfall- und Parkinsonpatienten.

                                                                                                                                                                              Für psychosomatische Fallbeispiele bieten sich nochmal ganz neuartige erweiterte Musizierzugänge.

                                                                                                                                                                              Die erleichterte Interaktion für Menschen mit unterschiedlicher musikalischer Vorbildung bildet eine ganz wesentliche Grundlage.

                                                                                                                                                                              Vorliegende Zusammenfassungen – weitere folgen:

                                                                                                                                                                              • Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak am 21. April 2024: „Künstlerische Therapien im Alter.
                                                                                                                                                                                In einer Gesellschaft mit immer höheren Lebenserwartungen spielen Gesundheitsförderung und Gesundheitserhaltung eine zentrale Rolle. Dies wird auch seitens der Weltgesundheitsorganisation WHO mit Hinweis auf die UN-Deklaration zum gesunden Altern United Nations Decade of Healthy Ageing 2021–2030 hervorgehoben. Der Terminus „healthy aging“ muss hier allerdings differenziert verstanden werden und reicht von einer ganzheitlichen Gesunderhaltung im Rahmen natürlicher Alterungsprozesse über spezifische Prävention, etwa von Depression bei Herzinsuffizienz, bis zu spiritueller Gesundheit in der Palliativmedizin.

                                                                                                                                                                                Die repräsentativen gerontagogischen Gesundheitsaktivitäten an der Musikhochschule in Posen (Akademia Muzyczna im. Ignacego Jana Paderewskiego w Poznaniu) beruhen auf musikalisch-tänzerischen Gruppenaktivitäten und werden zur Zeit länderübergreifend und interdisziplinär beforscht. Während es hier ganzheitlich um psychophysische Gesundheit und soziokulturelle Inklusion geht, stehen bei anderen Aktivitäten spezifische Gesundheitsaspekte im Zentrum. So finden etwa im Österreichischen Herzverband Landesverband Burgenland Musik und Tanz zur Förderung und Rehabilitation kardiovaskulärer und kardiorespiratorischer Gesundheit im Alter Einsatz.

                                                                                                                                                                                Künstlerische Therapien sind vielerorts aus dem geriatrischen, insbesondere auch dem neurogeriatrischen Bereich, nicht mehr wegzudenken. So wird etwa an der Universitätsklinik Pitié-Salpêtrière in Paris seit Jahren Parkidanse, eine hoch spezifische tanztherapeutische Technik zur Milderung von Parkinsonsymptomatik, eingesetzt. Gegenwärtige Studien deuten darauf hin, dass es dabei zu Synchronisationen zwischen musikalischen und motorischen Rhythmusprozessoren im Gehirn kommt, welche die parkinsontypische Basalgangliendegeneration teils zu kompensieren vermögen.

                                                                                                                                                                                Am Forschungszentrum für künstlerische Therapien der Changzhi Medical School in China – einer Einrichtung, die vermutlich in den nächsten Jahren im Bereich physiologischer, neurowissenschaftlicher und interdisziplinären Forschung zu künstlerischen Therapien in Klinik und Public Health eine führende Position einnehmen dürfte – werden Musik-Tanz-Prozesse zur Rehabilitation bei Demenz untersucht, wobei sich gegenwärtig abzeichnet, dass die Künste dynamische Netzwerk-Konnektivitäten aktivieren, die letztlich für den therapeutischen Outcome verantwortlich sind.

                                                                                                                                                                                Künste auf gesundheitsförderndem und therapeutischem Terrain sollen allerdings nicht bloß funktional verstanden werden. Vierzig Jahre künstlerische Therapien im Sinne von Karl Hörmann haben die Unersetzbarkeit des ästhetischen und schöpferischen Moments deutlich gemacht und gleichzeitig die Notwendigkeit von psychologischer und medizinischer Forschung hervorgehoben: die Künste stellen die Intervention, die Wissenschaften liefern Erkenntnisse über künstlerisch-therapeutische Mechanismen.

                                                                                                                                                                                Während der Vortrag Forschungen zu gesundheitsfördernden und therapeutischen Funktionen der Künste im Alter sowie bei alterstypischen Erkrankungen diskutiert, werden im Workshop einzelne Techniken vorgestellt und in Form von Selbsterfahrung erprobt.

                                                                                                                                                                                Wolfgang Mastnak ist Professor für künstlerische Therapien am Changzhi Medical College (Volksrepublik China) und wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Kultur, Künste und Medien (长治医学院 人文艺术传媒系) sowie Inhaber des Lehrstuhls für Musikpädagogik (Schulmusik) an der Hochschule für Musik und Theater München. Seine Seminare im Bereich Lehramt umfassen Musikdidaktik, Wissenschaftstheorie, Musik und Gesundheitspädagogik, Neuro-Musikpädagogik und transkulturelle Musikpädagogik. Im Doktoratsstudium betreut er vor allem Studien zur Integration von Musikpädagogik und Musiktherapie. Im Bayerischen Hochschulzentrum für China (BayCHINA) und im Bayerischen Hochschulzentrum für Mittel-, Ost- und Südosteuropa (BAYHOST) ist er der für die Musik- und Kunsthochschulen zuständige Direktor. Er hat Doktorate in Musikpädagogik & Psychologie, Medizinwissenschaften, Sportwissenschaften und Mathematik und ist Psychotherapeut und Mototherapeut. Wolfgang Mastnak ist Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste sowie der New York Academy of Sciences. Seine interdisziplinären Forschungen wurden international vielfach ausgezeichnet.
                                                                                                                                                                            • Dr. Enrico Otto am 21. April 2024: „Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.

                                                                                                                                                                              Um für Theaterinteressierte einen sinnvollen Einstieg in eine praktische Theaterarbeit zu gestalten, braucht der Interessent in einem Workshop die Kenntnis von sich selbst als potentiellen Darsteller. Über das Rollenstudium mit szenischer Arbeit an einem selbst ausgesuchten Text (10 Zeilen aus einem Theatertext) lassen sich unter Anleitung vielfältige Varianten des szenischen Ausdrucks erproben.

                                                                                                                                                                              In einem zweiten Schritt soll aufgrund der Erfahrung mit sich selbst als Darsteller ein szenischer Bezug zu anderen Mit-Darstellern erprobt werden. So gelangt man in einfacher Form zu einer grundlegenden Ensemblearbeit.

                                                                                                                                                                              Ein möglicher dritter Schritt wäre dann die szenische Erarbeitung einer ganzen Szene.

                                                                                                                                                                              Der Artikel von Dr. Otto „Theater als Kommunikationsmodell“, erschienen in der MTK-Ausgabe 2023-1, S. 39-100, wird zur vorherigen Lektüre empfohlen. Sein für die folgende MTK-Ausgabe vorgesehener Beitrag “Die Funktionalität des Rollenstudiums im nicht-professionellem Theaterbereich” wird denjenigen zugeschickt, die sich zu seinem Workshop angemeldet haben.

                                                                                                                                                                              Die Interessenten können sich jetzt schon auf den Workshop vorbereiten:

                                                                                                                                                                              Bei nicht-profesionellen Inszenierungen taucht immer die Frage nach der richtigen Besetzung der textbezogenen Rollen auf. Diese Frage lässt sich oft bei nicht ausgebildeten Spielleitern kaum richtig beantworten. Vielmehr ist die Frage der Besetzung einem wie auch immer geartetem Gefühl des Spielleiters überlassen. Daher entstehen oft Fehlbesetzungen, die sich im Laufe der Proben heraus-stellen und oft auch zu einem Abbruch der Inszenierungsarbeit führen. Das Rollenstudium ist in solchen Fällen, vor der eigentlichen Inszenie- rungsarbeit durchgeführt, eine wichtige Möglichkeit, den o.g. Vorgang zu umgehen. Da darüber hinaus Rollenstudium eine wichtige Form der Klärung der Darsteller-Persönlichkeit darstellt, zeigt sich anhand des entsprechenden Ergebnisses, wie die Bandbreite der Darstellung aussieht, nachdem festgehalten wurde, ob anhand der Körperhaltung, der Bewegung, der Gestil und Mimik, der Sprache und des Outfits der Darsteller für eine entsprechende Rolle geeignet ist.

                                                                                                                                                                              Rollenstudium braucht das eingehende Studium verschiedener Rollenstrukturen durch den angehenden Darsteller selbst, indem er aus unterschied-lichen Stücken d i e Rolle über vielleicht maximalen 10 Zeilen aussucht und zum Rollenstudium mitbringt, um daran zu arbeiten.

                                                                                                                                                                              Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann am 20. April 2024: „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.

                                                                                                                                                                              Im Alter kommt man nicht umhin, an sein irdisches Ende zu denken. Gerne erinnert man sich an Lieder aus der Kinder- und Jugendzeit und an jene aus dem Erlernen eines Instruments vertraute Musik. Im Gegensatz zu früheren Lebensjahren kann man im Alter mit den schnell wechselnden Popmusikcharts nichts mehr anfangen. Vielmehr befasst man sich mit der zeitlosen klassischen Musik und insbesondere mit solcher, die die eigene Lebenssituation anspricht.

                                                                                                                                                                              Zu dem Gemälde von Arnold Böckling, das der Diplom-Psychologe Prof. Dr. Georg Franzen (www.kunstpsychologie.de) aus kunstpsychologischer Sicht beleuchtet, gibt es mindestens 29 Vertonungen und damit mehr als zu jedem anderen Bild. Anhand ausgewählter musikalischer Stimmungsbilder soll analysiert werden, was sie dem dafür aufgeschlossenen alten Menschen sagen und wie sie seine multimodale Interaktion beeinflussen können. Hierzu wird ein Film gezeigt und werden Anregungen gegen die üblichen vermeintlich nützlichen Strategien des Singens im Alter gegeben. Damit sich aber im fortgeschrittenen Alter die viel beschworene und erfahrbare Heilkraft von Musik beim Musikhören, Singen und Musizieren entfalten kann, sind trotz aller und gerade bei Gebrechen Voraussetzungen zu beachten, die dem an Erfahrung reichen homo ludens nicht nur ein wohltuendes musikalisches Erleben, sondern jederzeit mit geringem Aufwand ein gehöriges Quantum an flow ermöglichen können.

                                                                                                                                                                              • Dr. Arnold M. Raem am 20. April 2024: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”

                                                                                                                                                                                Dr. Arnold M. Raem ist Gründer der arrows biomedical Deutschland GmbH mit Sitz im Centrum für Nanotechnologie „CeNTech“ der Universität Münster. Die arrows biomedical Deutschland GmbH ist ein Servicelabor mit den Schwerpunkten im Bereich der molekularen Biomedizin / Onkologie. Dr. Arnold M. Raem hat zahlreiche, excellent bewertete Bücher herausgegeben, darunter das Handbuch für Geriatrie. Lehrbuch für Praxis und Klinik. (2005). Düsseldorf: Deutsche Krankhaus Verlagsgesellschaft, mit einem Kapitel Künstlerische Therapien in der Geriatrie, S. 859-869.    
                                                                                                                                                                                             
                                                                                                                                                                              • Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke am 20. April 2024: “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                                                                                                                                                                 
                                                                                                                                                                                In diesem Workshop soll das Thema der “Bewegung” in seiner Bedeutung für eine zunehmend älter werdende Gesellschaft im Vordergrund symbolischer Durcharbeitung stehen. Der kreative Umgang mit Bewegung und Stillstand ist für viele ältere Patient:innen elementar. Im therapeutischen Setting nimmt die Anzahl derer, die auch ab 60 Jahren “Stärkungswünsche” für sich hegen, stetig zu. Gerade Frauen stehen aus unterschiedlichen Lebenslagen, wie nach einer Scheidung, dem Auszug der Kinder, Sich-Kümmern um einen pflegebedürftigen Angehörigen oder Tod des Partners sowie aus weiteren Gründen vor neuen Herausforderungen.    
                                                                                                                                                                                    
                                                                                                                                                                                Anhand verschiedener Fallvignetten werden wir uns anschauen, welchen Schwierigkeiten ausgewählte Patientinnen während ihrer Lebensspanne ausgesetzt waren, welche individuums-spezifischen Ressourcen und Bedürfnisse vorhanden sind, um die alltäglichen Belastungen als zu meisternde Herausforderungen sehen und nutzen zu können. Fortbewegung und Stillstand sind immer wieder höchst interessante Aspekte in der therapeutischen Durcharbeitung. Äußere und innere Lebensbedingungen können im Zusammenwirken förderliche oder hinderliche Wirkungen entfalten, welchen wir mit der symbolischen Umsetzung des “Sich-Bewegens” und „Schreiten-Lassens“ analysierend nachspüren wollen, die für weitere Entwicklungsprozesse zielführend sind. Es wäre wünschenswert, wenn die Teilnehmenden des Workshops eigene Abbildungen zur kreativen Erfassung von Bewegung (und Stillstand) mitbringen würden.

                                                                                                                                                                                Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke, Leibniz-Universität Hannover Hannover, ist Psychologische Psychotherapeutin in Eigener Praxis.

                                                                                                                                                                              • Dr. Laura Bettag am 20.04.2023: Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren

                                                                                                                                                                                In der Kultur des Flamencos kennen wir zahlreiche Beispiele einer lebenslangen Beschäftigung mit dem Flamencotanz. Es wird nicht als ungewöhnlich empfunden, wenn ältere Tänzerinnen im professionellen Rahmen vor Publikum auftreten und Erfolge feiern. La Chana (geb. 1946) trat im Alter von 75 Jahren von der Bühne ab, wobei sie ihr Programm im Sitzen bewältigte. Tanz kann als Überlebenselixier wirken, wie sie in ihrer Autobiografie „La Chana. Bailaora“ dokumentiert hat. Die qualitative Studie untersucht zunächst solche autobiografische Quellen auf Beschreibungen insbesondere tanztherapeutischer Effekte, die einer langjährigen Karriere bis ins höhere Alter förderlich waren. Häufig unterrichten professionelle Flamencotänzerinnen auch solange es möglich ist. Sie geben dabei neben tänzerischem Wissen allgemeine Überzeugungen und individuelle Einstellungen weiter. Die qualitative Studie will erkunden, welche physisch und psychisch als unterstützend erlebten mentalen Vorstellungen sowie deren tänzerische Umsetzungen von über 60-jährigen Schülerinnen ausgewählter Flamenco-Schulen in Deutschland wahrgenommen und beschrieben werden können.

                                                                                                                                                                                Der Forschungsprozess wird sich im Wesentlichen auf Interviews von Experteninnen aus dem Bereich des Flamencos und die Auswertung von entsprechend entwickelten Fragebögen stützen. Über die charakteristische Stilistik des Flamencos  hinaus spielt bei deren Gestaltung eine Rolle, ob kulturanthropologische Aspekte und eine „künstlerisch akzentuierte Gesundheitsphilosophie“ (Mastnak, 2022) gerade im höheren Alter in das eigene Tanzen einfließen oder nicht.

                                                                                                                                                                                Der Beitrag versucht schließlich aus den Ergebnissen der Studie, weiterführende Anregungen zum systematischen Aufbau einer internationalisierten „Flamenco-Therapie“ abzuleiten.

                                                                                                                                                                                Dr. Laura Bettag, MA, ist als Kulturmanagerin am Nationaltheater Mannheim und freiberuflich als dipl. Tanztherapeutin sowie im Betrieblichen Gesundheitsmanagement tätig. Sie beforscht derzeit insbesondere die therapeutischen Ressourcen des Tanzunterrichts im stilübergreifenden Vergleich.

                                                                                                                                                                              Lothar Schön ist Musiktherapeut in 95473 Creußen.

                                                                                                                                                                              • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                  • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                  • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                  • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                              Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                          • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                            • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                            • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                            • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                            • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                  • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                  • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                  • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                              Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                              • Sa 10:00-13.00 Uhr: 3 Vorträge mit Diskussion:
                                                                                                                                                                                • 10:00-11.00 Uhr: Dr. Katja Watermann „Alt. Intelligenzgemindert. Vergessen. Kunst und Therapie im Maßregelvollzug.”
                                                                                                                                                                                • 11:00-12:00 Uhr: Dr. Arnold M. Raem: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”
                                                                                                                                                                                • 12:00-13:00 Uhr: Dr. Laura Bettag „Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren.”
                                                                                                                                                                              • Sa 14-16 Uhr: 3 Workshops mit Diskussion:
                                                                                                                                                                                • 14.00-15.30 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Georg Franzen „Böcklins ‚Toteninsel‘“.
                                                                                                                                                                                • 15:45-17:00 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.
                                                                                                                                                                                • 17:15-19.00 Uhr: Dr. Yolanda Bertolaso „Rezeptive Künstlerische Tanztherapie mit stark bewegungseingeschränkten und teilweise dementen Senioren.”
                                                                                                                                                                              • So 10.00-16:00 Uhr: 1 Vortrag und 3 Workshops mit Diskussion:
                                                                                                                                                                                • 10:00-11:30 Uhr: Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak „Künstlerische Therapien im Alter.
                                                                                                                                                                                • 11.45-13.00 Uhr: Prof. Dr. Marion Tacke “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                                                                                                                                                                • 14.00-16:00 Uhr: Dr. Enrico Otto Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.“
                                                                                                                                                                                • Poster von Lothar Schön: “Digitalisierung der Musiktherapie”

                                                                                                                                                                                  Ein wichtiger Ansatz für die geplante digitalisierte Musiktherapie ist die soziale Teilhabe von Menschen, die aufgrund gesundheitlicher Beeinträchtigungen benachteiligt sind.

                                                                                                                                                                                  Gleichzeitig wird all denen, die über keine instrumentalen Vorkenntnisse verfügen, eine Plattform geboten, die einen intuitiven Zugang zum Musizieren ermöglicht.

                                                                                                                                                                                  Stellen Sie sich bitte eine Partitur vor, die zwar Melodienverlauf skizziert, aber vom ausführenden Musiker keine Tonhöhenauswahl verlangt. Das macht den musikalischen Prozess einfacher und entlastet unsere Kandidaten.

                                                                                                                                                                                  Die Aufmerksamkeit kann also auf den Rhythmus konzentriert werden.

                                                                                                                                                                                  In erster Linie denke ich an Schlaganfall- und Parkinsonpatienten.

                                                                                                                                                                                  Für psychosomatische Fallbeispiele bieten sich nochmal ganz neuartige erweiterte Musizierzugänge.

                                                                                                                                                                                  Die erleichterte Interaktion für Menschen mit unterschiedlicher musikalischer Vorbildung bildet eine ganz wesentliche Grundlage.

                                                                                                                                                                                  Vorliegende Zusammenfassungen – weitere folgen:

                                                                                                                                                                                  • Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak am 21. April 2024: „Künstlerische Therapien im Alter.
                                                                                                                                                                                    In einer Gesellschaft mit immer höheren Lebenserwartungen spielen Gesundheitsförderung und Gesundheitserhaltung eine zentrale Rolle. Dies wird auch seitens der Weltgesundheitsorganisation WHO mit Hinweis auf die UN-Deklaration zum gesunden Altern United Nations Decade of Healthy Ageing 2021–2030 hervorgehoben. Der Terminus „healthy aging“ muss hier allerdings differenziert verstanden werden und reicht von einer ganzheitlichen Gesunderhaltung im Rahmen natürlicher Alterungsprozesse über spezifische Prävention, etwa von Depression bei Herzinsuffizienz, bis zu spiritueller Gesundheit in der Palliativmedizin.

                                                                                                                                                                                    Die repräsentativen gerontagogischen Gesundheitsaktivitäten an der Musikhochschule in Posen (Akademia Muzyczna im. Ignacego Jana Paderewskiego w Poznaniu) beruhen auf musikalisch-tänzerischen Gruppenaktivitäten und werden zur Zeit länderübergreifend und interdisziplinär beforscht. Während es hier ganzheitlich um psychophysische Gesundheit und soziokulturelle Inklusion geht, stehen bei anderen Aktivitäten spezifische Gesundheitsaspekte im Zentrum. So finden etwa im Österreichischen Herzverband Landesverband Burgenland Musik und Tanz zur Förderung und Rehabilitation kardiovaskulärer und kardiorespiratorischer Gesundheit im Alter Einsatz.

                                                                                                                                                                                    Künstlerische Therapien sind vielerorts aus dem geriatrischen, insbesondere auch dem neurogeriatrischen Bereich, nicht mehr wegzudenken. So wird etwa an der Universitätsklinik Pitié-Salpêtrière in Paris seit Jahren Parkidanse, eine hoch spezifische tanztherapeutische Technik zur Milderung von Parkinsonsymptomatik, eingesetzt. Gegenwärtige Studien deuten darauf hin, dass es dabei zu Synchronisationen zwischen musikalischen und motorischen Rhythmusprozessoren im Gehirn kommt, welche die parkinsontypische Basalgangliendegeneration teils zu kompensieren vermögen.

                                                                                                                                                                                    Am Forschungszentrum für künstlerische Therapien der Changzhi Medical School in China – einer Einrichtung, die vermutlich in den nächsten Jahren im Bereich physiologischer, neurowissenschaftlicher und interdisziplinären Forschung zu künstlerischen Therapien in Klinik und Public Health eine führende Position einnehmen dürfte – werden Musik-Tanz-Prozesse zur Rehabilitation bei Demenz untersucht, wobei sich gegenwärtig abzeichnet, dass die Künste dynamische Netzwerk-Konnektivitäten aktivieren, die letztlich für den therapeutischen Outcome verantwortlich sind.

                                                                                                                                                                                    Künste auf gesundheitsförderndem und therapeutischem Terrain sollen allerdings nicht bloß funktional verstanden werden. Vierzig Jahre künstlerische Therapien im Sinne von Karl Hörmann haben die Unersetzbarkeit des ästhetischen und schöpferischen Moments deutlich gemacht und gleichzeitig die Notwendigkeit von psychologischer und medizinischer Forschung hervorgehoben: die Künste stellen die Intervention, die Wissenschaften liefern Erkenntnisse über künstlerisch-therapeutische Mechanismen.

                                                                                                                                                                                    Während der Vortrag Forschungen zu gesundheitsfördernden und therapeutischen Funktionen der Künste im Alter sowie bei alterstypischen Erkrankungen diskutiert, werden im Workshop einzelne Techniken vorgestellt und in Form von Selbsterfahrung erprobt.

                                                                                                                                                                                    Wolfgang Mastnak ist Professor für künstlerische Therapien am Changzhi Medical College (Volksrepublik China) und wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Kultur, Künste und Medien (长治医学院 人文艺术传媒系) sowie Inhaber des Lehrstuhls für Musikpädagogik (Schulmusik) an der Hochschule für Musik und Theater München. Seine Seminare im Bereich Lehramt umfassen Musikdidaktik, Wissenschaftstheorie, Musik und Gesundheitspädagogik, Neuro-Musikpädagogik und transkulturelle Musikpädagogik. Im Doktoratsstudium betreut er vor allem Studien zur Integration von Musikpädagogik und Musiktherapie. Im Bayerischen Hochschulzentrum für China (BayCHINA) und im Bayerischen Hochschulzentrum für Mittel-, Ost- und Südosteuropa (BAYHOST) ist er der für die Musik- und Kunsthochschulen zuständige Direktor. Er hat Doktorate in Musikpädagogik & Psychologie, Medizinwissenschaften, Sportwissenschaften und Mathematik und ist Psychotherapeut und Mototherapeut. Wolfgang Mastnak ist Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste sowie der New York Academy of Sciences. Seine interdisziplinären Forschungen wurden international vielfach ausgezeichnet.
                                                                                                                                                                                • Dr. Enrico Otto am 21. April 2024: „Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.

                                                                                                                                                                                  Um für Theaterinteressierte einen sinnvollen Einstieg in eine praktische Theaterarbeit zu gestalten, braucht der Interessent in einem Workshop die Kenntnis von sich selbst als potentiellen Darsteller. Über das Rollenstudium mit szenischer Arbeit an einem selbst ausgesuchten Text (10 Zeilen aus einem Theatertext) lassen sich unter Anleitung vielfältige Varianten des szenischen Ausdrucks erproben.

                                                                                                                                                                                  In einem zweiten Schritt soll aufgrund der Erfahrung mit sich selbst als Darsteller ein szenischer Bezug zu anderen Mit-Darstellern erprobt werden. So gelangt man in einfacher Form zu einer grundlegenden Ensemblearbeit.

                                                                                                                                                                                  Ein möglicher dritter Schritt wäre dann die szenische Erarbeitung einer ganzen Szene.

                                                                                                                                                                                  Der Artikel von Dr. Otto „Theater als Kommunikationsmodell“, erschienen in der MTK-Ausgabe 2023-1, S. 39-100, wird zur vorherigen Lektüre empfohlen. Sein für die folgende MTK-Ausgabe vorgesehener Beitrag “Die Funktionalität des Rollenstudiums im nicht-professionellem Theaterbereich” wird denjenigen zugeschickt, die sich zu seinem Workshop angemeldet haben.

                                                                                                                                                                                  Die Interessenten können sich jetzt schon auf den Workshop vorbereiten:

                                                                                                                                                                                  Bei nicht-profesionellen Inszenierungen taucht immer die Frage nach der richtigen Besetzung der textbezogenen Rollen auf. Diese Frage lässt sich oft bei nicht ausgebildeten Spielleitern kaum richtig beantworten. Vielmehr ist die Frage der Besetzung einem wie auch immer geartetem Gefühl des Spielleiters überlassen. Daher entstehen oft Fehlbesetzungen, die sich im Laufe der Proben heraus-stellen und oft auch zu einem Abbruch der Inszenierungsarbeit führen. Das Rollenstudium ist in solchen Fällen, vor der eigentlichen Inszenie- rungsarbeit durchgeführt, eine wichtige Möglichkeit, den o.g. Vorgang zu umgehen. Da darüber hinaus Rollenstudium eine wichtige Form der Klärung der Darsteller-Persönlichkeit darstellt, zeigt sich anhand des entsprechenden Ergebnisses, wie die Bandbreite der Darstellung aussieht, nachdem festgehalten wurde, ob anhand der Körperhaltung, der Bewegung, der Gestil und Mimik, der Sprache und des Outfits der Darsteller für eine entsprechende Rolle geeignet ist.

                                                                                                                                                                                  Rollenstudium braucht das eingehende Studium verschiedener Rollenstrukturen durch den angehenden Darsteller selbst, indem er aus unterschied-lichen Stücken d i e Rolle über vielleicht maximalen 10 Zeilen aussucht und zum Rollenstudium mitbringt, um daran zu arbeiten.

                                                                                                                                                                                  Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann am 20. April 2024: „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.

                                                                                                                                                                                  Im Alter kommt man nicht umhin, an sein irdisches Ende zu denken. Gerne erinnert man sich an Lieder aus der Kinder- und Jugendzeit und an jene aus dem Erlernen eines Instruments vertraute Musik. Im Gegensatz zu früheren Lebensjahren kann man im Alter mit den schnell wechselnden Popmusikcharts nichts mehr anfangen. Vielmehr befasst man sich mit der zeitlosen klassischen Musik und insbesondere mit solcher, die die eigene Lebenssituation anspricht.

                                                                                                                                                                                  Zu dem Gemälde von Arnold Böckling, das der Diplom-Psychologe Prof. Dr. Georg Franzen (www.kunstpsychologie.de) aus kunstpsychologischer Sicht beleuchtet, gibt es mindestens 29 Vertonungen und damit mehr als zu jedem anderen Bild. Anhand ausgewählter musikalischer Stimmungsbilder soll analysiert werden, was sie dem dafür aufgeschlossenen alten Menschen sagen und wie sie seine multimodale Interaktion beeinflussen können. Hierzu wird ein Film gezeigt und werden Anregungen gegen die üblichen vermeintlich nützlichen Strategien des Singens im Alter gegeben. Damit sich aber im fortgeschrittenen Alter die viel beschworene und erfahrbare Heilkraft von Musik beim Musikhören, Singen und Musizieren entfalten kann, sind trotz aller und gerade bei Gebrechen Voraussetzungen zu beachten, die dem an Erfahrung reichen homo ludens nicht nur ein wohltuendes musikalisches Erleben, sondern jederzeit mit geringem Aufwand ein gehöriges Quantum an flow ermöglichen können.

                                                                                                                                                                                  • Dr. Arnold M. Raem am 20. April 2024: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”

                                                                                                                                                                                    Dr. Arnold M. Raem ist Gründer der arrows biomedical Deutschland GmbH mit Sitz im Centrum für Nanotechnologie „CeNTech“ der Universität Münster. Die arrows biomedical Deutschland GmbH ist ein Servicelabor mit den Schwerpunkten im Bereich der molekularen Biomedizin / Onkologie. Dr. Arnold M. Raem hat zahlreiche, excellent bewertete Bücher herausgegeben, darunter das Handbuch für Geriatrie. Lehrbuch für Praxis und Klinik. (2005). Düsseldorf: Deutsche Krankhaus Verlagsgesellschaft, mit einem Kapitel Künstlerische Therapien in der Geriatrie, S. 859-869.    
                                                                                                                                                                                                 
                                                                                                                                                                                  • Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke am 20. April 2024: “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                                                                                                                                                                     
                                                                                                                                                                                    In diesem Workshop soll das Thema der “Bewegung” in seiner Bedeutung für eine zunehmend älter werdende Gesellschaft im Vordergrund symbolischer Durcharbeitung stehen. Der kreative Umgang mit Bewegung und Stillstand ist für viele ältere Patient:innen elementar. Im therapeutischen Setting nimmt die Anzahl derer, die auch ab 60 Jahren “Stärkungswünsche” für sich hegen, stetig zu. Gerade Frauen stehen aus unterschiedlichen Lebenslagen, wie nach einer Scheidung, dem Auszug der Kinder, Sich-Kümmern um einen pflegebedürftigen Angehörigen oder Tod des Partners sowie aus weiteren Gründen vor neuen Herausforderungen.    
                                                                                                                                                                                        
                                                                                                                                                                                    Anhand verschiedener Fallvignetten werden wir uns anschauen, welchen Schwierigkeiten ausgewählte Patientinnen während ihrer Lebensspanne ausgesetzt waren, welche individuums-spezifischen Ressourcen und Bedürfnisse vorhanden sind, um die alltäglichen Belastungen als zu meisternde Herausforderungen sehen und nutzen zu können. Fortbewegung und Stillstand sind immer wieder höchst interessante Aspekte in der therapeutischen Durcharbeitung. Äußere und innere Lebensbedingungen können im Zusammenwirken förderliche oder hinderliche Wirkungen entfalten, welchen wir mit der symbolischen Umsetzung des “Sich-Bewegens” und „Schreiten-Lassens“ analysierend nachspüren wollen, die für weitere Entwicklungsprozesse zielführend sind. Es wäre wünschenswert, wenn die Teilnehmenden des Workshops eigene Abbildungen zur kreativen Erfassung von Bewegung (und Stillstand) mitbringen würden.

                                                                                                                                                                                    Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke, Leibniz-Universität Hannover Hannover, ist Psychologische Psychotherapeutin in Eigener Praxis.

                                                                                                                                                                                  • Dr. Laura Bettag am 20.04.2023: Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren

                                                                                                                                                                                    In der Kultur des Flamencos kennen wir zahlreiche Beispiele einer lebenslangen Beschäftigung mit dem Flamencotanz. Es wird nicht als ungewöhnlich empfunden, wenn ältere Tänzerinnen im professionellen Rahmen vor Publikum auftreten und Erfolge feiern. La Chana (geb. 1946) trat im Alter von 75 Jahren von der Bühne ab, wobei sie ihr Programm im Sitzen bewältigte. Tanz kann als Überlebenselixier wirken, wie sie in ihrer Autobiografie „La Chana. Bailaora“ dokumentiert hat. Die qualitative Studie untersucht zunächst solche autobiografische Quellen auf Beschreibungen insbesondere tanztherapeutischer Effekte, die einer langjährigen Karriere bis ins höhere Alter förderlich waren. Häufig unterrichten professionelle Flamencotänzerinnen auch solange es möglich ist. Sie geben dabei neben tänzerischem Wissen allgemeine Überzeugungen und individuelle Einstellungen weiter. Die qualitative Studie will erkunden, welche physisch und psychisch als unterstützend erlebten mentalen Vorstellungen sowie deren tänzerische Umsetzungen von über 60-jährigen Schülerinnen ausgewählter Flamenco-Schulen in Deutschland wahrgenommen und beschrieben werden können.

                                                                                                                                                                                    Der Forschungsprozess wird sich im Wesentlichen auf Interviews von Experteninnen aus dem Bereich des Flamencos und die Auswertung von entsprechend entwickelten Fragebögen stützen. Über die charakteristische Stilistik des Flamencos  hinaus spielt bei deren Gestaltung eine Rolle, ob kulturanthropologische Aspekte und eine „künstlerisch akzentuierte Gesundheitsphilosophie“ (Mastnak, 2022) gerade im höheren Alter in das eigene Tanzen einfließen oder nicht.

                                                                                                                                                                                    Der Beitrag versucht schließlich aus den Ergebnissen der Studie, weiterführende Anregungen zum systematischen Aufbau einer internationalisierten „Flamenco-Therapie“ abzuleiten.

                                                                                                                                                                                    Dr. Laura Bettag, MA, ist als Kulturmanagerin am Nationaltheater Mannheim und freiberuflich als dipl. Tanztherapeutin sowie im Betrieblichen Gesundheitsmanagement tätig. Sie beforscht derzeit insbesondere die therapeutischen Ressourcen des Tanzunterrichts im stilübergreifenden Vergleich.

                                                                                                                                                                                  Lothar Schön ist Musiktherapeut in 95473 Creußen.

                                                                                                                                                                                  • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                    • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                    • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                    • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                    • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                    • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                      • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                      • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                      • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                  Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                              • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                              • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                  • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                    • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                    • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                    • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                  Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                    • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                      • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                      • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                      • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                  Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                  • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                  • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                  • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                  • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                      • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                        • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                        • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                        • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                    Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                    • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                      • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                      • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                      • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                      • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                        • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                          • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                          • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                          • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                      Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                      • Sa 10:00-13.00 Uhr: 3 Vorträge mit Diskussion:
                                                                                                                                                                                        • 10:00-11.00 Uhr: Dr. Katja Watermann „Alt. Intelligenzgemindert. Vergessen. Kunst und Therapie im Maßregelvollzug.”
                                                                                                                                                                                        • 11:00-12:00 Uhr: Dr. Arnold M. Raem: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”
                                                                                                                                                                                        • 12:00-13:00 Uhr: Dr. Laura Bettag „Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren.”
                                                                                                                                                                                      • Sa 14-16 Uhr: 3 Workshops mit Diskussion:
                                                                                                                                                                                        • 14.00-15.30 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Georg Franzen „Böcklins ‚Toteninsel‘“.
                                                                                                                                                                                        • 15:45-17:00 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.
                                                                                                                                                                                        • 17:15-19.00 Uhr: Dr. Yolanda Bertolaso „Rezeptive Künstlerische Tanztherapie mit stark bewegungseingeschränkten und teilweise dementen Senioren.”
                                                                                                                                                                                      • So 10.00-16:00 Uhr: 1 Vortrag und 3 Workshops mit Diskussion:
                                                                                                                                                                                        • 10:00-11:30 Uhr: Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak „Künstlerische Therapien im Alter.
                                                                                                                                                                                        • 11.45-13.00 Uhr: Prof. Dr. Marion Tacke “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                                                                                                                                                                        • 14.00-16:00 Uhr: Dr. Enrico Otto Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.“
                                                                                                                                                                                        • Poster von Lothar Schön: “Digitalisierung der Musiktherapie”

                                                                                                                                                                                          Ein wichtiger Ansatz für die geplante digitalisierte Musiktherapie ist die soziale Teilhabe von Menschen, die aufgrund gesundheitlicher Beeinträchtigungen benachteiligt sind.

                                                                                                                                                                                          Gleichzeitig wird all denen, die über keine instrumentalen Vorkenntnisse verfügen, eine Plattform geboten, die einen intuitiven Zugang zum Musizieren ermöglicht.

                                                                                                                                                                                          Stellen Sie sich bitte eine Partitur vor, die zwar Melodienverlauf skizziert, aber vom ausführenden Musiker keine Tonhöhenauswahl verlangt. Das macht den musikalischen Prozess einfacher und entlastet unsere Kandidaten.

                                                                                                                                                                                          Die Aufmerksamkeit kann also auf den Rhythmus konzentriert werden.

                                                                                                                                                                                          In erster Linie denke ich an Schlaganfall- und Parkinsonpatienten.

                                                                                                                                                                                          Für psychosomatische Fallbeispiele bieten sich nochmal ganz neuartige erweiterte Musizierzugänge.

                                                                                                                                                                                          Die erleichterte Interaktion für Menschen mit unterschiedlicher musikalischer Vorbildung bildet eine ganz wesentliche Grundlage.

                                                                                                                                                                                          Vorliegende Zusammenfassungen – weitere folgen:

                                                                                                                                                                                          • Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak am 21. April 2024: „Künstlerische Therapien im Alter.
                                                                                                                                                                                            In einer Gesellschaft mit immer höheren Lebenserwartungen spielen Gesundheitsförderung und Gesundheitserhaltung eine zentrale Rolle. Dies wird auch seitens der Weltgesundheitsorganisation WHO mit Hinweis auf die UN-Deklaration zum gesunden Altern United Nations Decade of Healthy Ageing 2021–2030 hervorgehoben. Der Terminus „healthy aging“ muss hier allerdings differenziert verstanden werden und reicht von einer ganzheitlichen Gesunderhaltung im Rahmen natürlicher Alterungsprozesse über spezifische Prävention, etwa von Depression bei Herzinsuffizienz, bis zu spiritueller Gesundheit in der Palliativmedizin.

                                                                                                                                                                                            Die repräsentativen gerontagogischen Gesundheitsaktivitäten an der Musikhochschule in Posen (Akademia Muzyczna im. Ignacego Jana Paderewskiego w Poznaniu) beruhen auf musikalisch-tänzerischen Gruppenaktivitäten und werden zur Zeit länderübergreifend und interdisziplinär beforscht. Während es hier ganzheitlich um psychophysische Gesundheit und soziokulturelle Inklusion geht, stehen bei anderen Aktivitäten spezifische Gesundheitsaspekte im Zentrum. So finden etwa im Österreichischen Herzverband Landesverband Burgenland Musik und Tanz zur Förderung und Rehabilitation kardiovaskulärer und kardiorespiratorischer Gesundheit im Alter Einsatz.

                                                                                                                                                                                            Künstlerische Therapien sind vielerorts aus dem geriatrischen, insbesondere auch dem neurogeriatrischen Bereich, nicht mehr wegzudenken. So wird etwa an der Universitätsklinik Pitié-Salpêtrière in Paris seit Jahren Parkidanse, eine hoch spezifische tanztherapeutische Technik zur Milderung von Parkinsonsymptomatik, eingesetzt. Gegenwärtige Studien deuten darauf hin, dass es dabei zu Synchronisationen zwischen musikalischen und motorischen Rhythmusprozessoren im Gehirn kommt, welche die parkinsontypische Basalgangliendegeneration teils zu kompensieren vermögen.

                                                                                                                                                                                            Am Forschungszentrum für künstlerische Therapien der Changzhi Medical School in China – einer Einrichtung, die vermutlich in den nächsten Jahren im Bereich physiologischer, neurowissenschaftlicher und interdisziplinären Forschung zu künstlerischen Therapien in Klinik und Public Health eine führende Position einnehmen dürfte – werden Musik-Tanz-Prozesse zur Rehabilitation bei Demenz untersucht, wobei sich gegenwärtig abzeichnet, dass die Künste dynamische Netzwerk-Konnektivitäten aktivieren, die letztlich für den therapeutischen Outcome verantwortlich sind.

                                                                                                                                                                                            Künste auf gesundheitsförderndem und therapeutischem Terrain sollen allerdings nicht bloß funktional verstanden werden. Vierzig Jahre künstlerische Therapien im Sinne von Karl Hörmann haben die Unersetzbarkeit des ästhetischen und schöpferischen Moments deutlich gemacht und gleichzeitig die Notwendigkeit von psychologischer und medizinischer Forschung hervorgehoben: die Künste stellen die Intervention, die Wissenschaften liefern Erkenntnisse über künstlerisch-therapeutische Mechanismen.

                                                                                                                                                                                            Während der Vortrag Forschungen zu gesundheitsfördernden und therapeutischen Funktionen der Künste im Alter sowie bei alterstypischen Erkrankungen diskutiert, werden im Workshop einzelne Techniken vorgestellt und in Form von Selbsterfahrung erprobt.

                                                                                                                                                                                            Wolfgang Mastnak ist Professor für künstlerische Therapien am Changzhi Medical College (Volksrepublik China) und wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Kultur, Künste und Medien (长治医学院 人文艺术传媒系) sowie Inhaber des Lehrstuhls für Musikpädagogik (Schulmusik) an der Hochschule für Musik und Theater München. Seine Seminare im Bereich Lehramt umfassen Musikdidaktik, Wissenschaftstheorie, Musik und Gesundheitspädagogik, Neuro-Musikpädagogik und transkulturelle Musikpädagogik. Im Doktoratsstudium betreut er vor allem Studien zur Integration von Musikpädagogik und Musiktherapie. Im Bayerischen Hochschulzentrum für China (BayCHINA) und im Bayerischen Hochschulzentrum für Mittel-, Ost- und Südosteuropa (BAYHOST) ist er der für die Musik- und Kunsthochschulen zuständige Direktor. Er hat Doktorate in Musikpädagogik & Psychologie, Medizinwissenschaften, Sportwissenschaften und Mathematik und ist Psychotherapeut und Mototherapeut. Wolfgang Mastnak ist Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste sowie der New York Academy of Sciences. Seine interdisziplinären Forschungen wurden international vielfach ausgezeichnet.
                                                                                                                                                                                        • Dr. Enrico Otto am 21. April 2024: „Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.

                                                                                                                                                                                          Um für Theaterinteressierte einen sinnvollen Einstieg in eine praktische Theaterarbeit zu gestalten, braucht der Interessent in einem Workshop die Kenntnis von sich selbst als potentiellen Darsteller. Über das Rollenstudium mit szenischer Arbeit an einem selbst ausgesuchten Text (10 Zeilen aus einem Theatertext) lassen sich unter Anleitung vielfältige Varianten des szenischen Ausdrucks erproben.

                                                                                                                                                                                          In einem zweiten Schritt soll aufgrund der Erfahrung mit sich selbst als Darsteller ein szenischer Bezug zu anderen Mit-Darstellern erprobt werden. So gelangt man in einfacher Form zu einer grundlegenden Ensemblearbeit.

                                                                                                                                                                                          Ein möglicher dritter Schritt wäre dann die szenische Erarbeitung einer ganzen Szene.

                                                                                                                                                                                          Der Artikel von Dr. Otto „Theater als Kommunikationsmodell“, erschienen in der MTK-Ausgabe 2023-1, S. 39-100, wird zur vorherigen Lektüre empfohlen. Sein für die folgende MTK-Ausgabe vorgesehener Beitrag “Die Funktionalität des Rollenstudiums im nicht-professionellem Theaterbereich” wird denjenigen zugeschickt, die sich zu seinem Workshop angemeldet haben.

                                                                                                                                                                                          Die Interessenten können sich jetzt schon auf den Workshop vorbereiten:

                                                                                                                                                                                          Bei nicht-profesionellen Inszenierungen taucht immer die Frage nach der richtigen Besetzung der textbezogenen Rollen auf. Diese Frage lässt sich oft bei nicht ausgebildeten Spielleitern kaum richtig beantworten. Vielmehr ist die Frage der Besetzung einem wie auch immer geartetem Gefühl des Spielleiters überlassen. Daher entstehen oft Fehlbesetzungen, die sich im Laufe der Proben heraus-stellen und oft auch zu einem Abbruch der Inszenierungsarbeit führen. Das Rollenstudium ist in solchen Fällen, vor der eigentlichen Inszenie- rungsarbeit durchgeführt, eine wichtige Möglichkeit, den o.g. Vorgang zu umgehen. Da darüber hinaus Rollenstudium eine wichtige Form der Klärung der Darsteller-Persönlichkeit darstellt, zeigt sich anhand des entsprechenden Ergebnisses, wie die Bandbreite der Darstellung aussieht, nachdem festgehalten wurde, ob anhand der Körperhaltung, der Bewegung, der Gestil und Mimik, der Sprache und des Outfits der Darsteller für eine entsprechende Rolle geeignet ist.

                                                                                                                                                                                          Rollenstudium braucht das eingehende Studium verschiedener Rollenstrukturen durch den angehenden Darsteller selbst, indem er aus unterschied-lichen Stücken d i e Rolle über vielleicht maximalen 10 Zeilen aussucht und zum Rollenstudium mitbringt, um daran zu arbeiten.

                                                                                                                                                                                          Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann am 20. April 2024: „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.

                                                                                                                                                                                          Im Alter kommt man nicht umhin, an sein irdisches Ende zu denken. Gerne erinnert man sich an Lieder aus der Kinder- und Jugendzeit und an jene aus dem Erlernen eines Instruments vertraute Musik. Im Gegensatz zu früheren Lebensjahren kann man im Alter mit den schnell wechselnden Popmusikcharts nichts mehr anfangen. Vielmehr befasst man sich mit der zeitlosen klassischen Musik und insbesondere mit solcher, die die eigene Lebenssituation anspricht.

                                                                                                                                                                                          Zu dem Gemälde von Arnold Böckling, das der Diplom-Psychologe Prof. Dr. Georg Franzen (www.kunstpsychologie.de) aus kunstpsychologischer Sicht beleuchtet, gibt es mindestens 29 Vertonungen und damit mehr als zu jedem anderen Bild. Anhand ausgewählter musikalischer Stimmungsbilder soll analysiert werden, was sie dem dafür aufgeschlossenen alten Menschen sagen und wie sie seine multimodale Interaktion beeinflussen können. Hierzu wird ein Film gezeigt und werden Anregungen gegen die üblichen vermeintlich nützlichen Strategien des Singens im Alter gegeben. Damit sich aber im fortgeschrittenen Alter die viel beschworene und erfahrbare Heilkraft von Musik beim Musikhören, Singen und Musizieren entfalten kann, sind trotz aller und gerade bei Gebrechen Voraussetzungen zu beachten, die dem an Erfahrung reichen homo ludens nicht nur ein wohltuendes musikalisches Erleben, sondern jederzeit mit geringem Aufwand ein gehöriges Quantum an flow ermöglichen können.

                                                                                                                                                                                          • Dr. Arnold M. Raem am 20. April 2024: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”

                                                                                                                                                                                            Dr. Arnold M. Raem ist Gründer der arrows biomedical Deutschland GmbH mit Sitz im Centrum für Nanotechnologie „CeNTech“ der Universität Münster. Die arrows biomedical Deutschland GmbH ist ein Servicelabor mit den Schwerpunkten im Bereich der molekularen Biomedizin / Onkologie. Dr. Arnold M. Raem hat zahlreiche, excellent bewertete Bücher herausgegeben, darunter das Handbuch für Geriatrie. Lehrbuch für Praxis und Klinik. (2005). Düsseldorf: Deutsche Krankhaus Verlagsgesellschaft, mit einem Kapitel Künstlerische Therapien in der Geriatrie, S. 859-869.    
                                                                                                                                                                                                         
                                                                                                                                                                                          • Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke am 20. April 2024: “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                                                                                                                                                                             
                                                                                                                                                                                            In diesem Workshop soll das Thema der “Bewegung” in seiner Bedeutung für eine zunehmend älter werdende Gesellschaft im Vordergrund symbolischer Durcharbeitung stehen. Der kreative Umgang mit Bewegung und Stillstand ist für viele ältere Patient:innen elementar. Im therapeutischen Setting nimmt die Anzahl derer, die auch ab 60 Jahren “Stärkungswünsche” für sich hegen, stetig zu. Gerade Frauen stehen aus unterschiedlichen Lebenslagen, wie nach einer Scheidung, dem Auszug der Kinder, Sich-Kümmern um einen pflegebedürftigen Angehörigen oder Tod des Partners sowie aus weiteren Gründen vor neuen Herausforderungen.    
                                                                                                                                                                                                
                                                                                                                                                                                            Anhand verschiedener Fallvignetten werden wir uns anschauen, welchen Schwierigkeiten ausgewählte Patientinnen während ihrer Lebensspanne ausgesetzt waren, welche individuums-spezifischen Ressourcen und Bedürfnisse vorhanden sind, um die alltäglichen Belastungen als zu meisternde Herausforderungen sehen und nutzen zu können. Fortbewegung und Stillstand sind immer wieder höchst interessante Aspekte in der therapeutischen Durcharbeitung. Äußere und innere Lebensbedingungen können im Zusammenwirken förderliche oder hinderliche Wirkungen entfalten, welchen wir mit der symbolischen Umsetzung des “Sich-Bewegens” und „Schreiten-Lassens“ analysierend nachspüren wollen, die für weitere Entwicklungsprozesse zielführend sind. Es wäre wünschenswert, wenn die Teilnehmenden des Workshops eigene Abbildungen zur kreativen Erfassung von Bewegung (und Stillstand) mitbringen würden.

                                                                                                                                                                                            Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke, Leibniz-Universität Hannover Hannover, ist Psychologische Psychotherapeutin in Eigener Praxis.

                                                                                                                                                                                          • Dr. Laura Bettag am 20.04.2023: Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren

                                                                                                                                                                                            In der Kultur des Flamencos kennen wir zahlreiche Beispiele einer lebenslangen Beschäftigung mit dem Flamencotanz. Es wird nicht als ungewöhnlich empfunden, wenn ältere Tänzerinnen im professionellen Rahmen vor Publikum auftreten und Erfolge feiern. La Chana (geb. 1946) trat im Alter von 75 Jahren von der Bühne ab, wobei sie ihr Programm im Sitzen bewältigte. Tanz kann als Überlebenselixier wirken, wie sie in ihrer Autobiografie „La Chana. Bailaora“ dokumentiert hat. Die qualitative Studie untersucht zunächst solche autobiografische Quellen auf Beschreibungen insbesondere tanztherapeutischer Effekte, die einer langjährigen Karriere bis ins höhere Alter förderlich waren. Häufig unterrichten professionelle Flamencotänzerinnen auch solange es möglich ist. Sie geben dabei neben tänzerischem Wissen allgemeine Überzeugungen und individuelle Einstellungen weiter. Die qualitative Studie will erkunden, welche physisch und psychisch als unterstützend erlebten mentalen Vorstellungen sowie deren tänzerische Umsetzungen von über 60-jährigen Schülerinnen ausgewählter Flamenco-Schulen in Deutschland wahrgenommen und beschrieben werden können.

                                                                                                                                                                                            Der Forschungsprozess wird sich im Wesentlichen auf Interviews von Experteninnen aus dem Bereich des Flamencos und die Auswertung von entsprechend entwickelten Fragebögen stützen. Über die charakteristische Stilistik des Flamencos  hinaus spielt bei deren Gestaltung eine Rolle, ob kulturanthropologische Aspekte und eine „künstlerisch akzentuierte Gesundheitsphilosophie“ (Mastnak, 2022) gerade im höheren Alter in das eigene Tanzen einfließen oder nicht.

                                                                                                                                                                                            Der Beitrag versucht schließlich aus den Ergebnissen der Studie, weiterführende Anregungen zum systematischen Aufbau einer internationalisierten „Flamenco-Therapie“ abzuleiten.

                                                                                                                                                                                            Dr. Laura Bettag, MA, ist als Kulturmanagerin am Nationaltheater Mannheim und freiberuflich als dipl. Tanztherapeutin sowie im Betrieblichen Gesundheitsmanagement tätig. Sie beforscht derzeit insbesondere die therapeutischen Ressourcen des Tanzunterrichts im stilübergreifenden Vergleich.

                                                                                                                                                                                          Lothar Schön ist Musiktherapeut in 95473 Creußen.

                                                                                                                                                                                          • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                            • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                            • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                            • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                            • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                            • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                              • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                              • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                              • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                          Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                        • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                          • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                          • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                          • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                          • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                            • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                              • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                              • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                              • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                          Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                          • Sa 10:00-13.00 Uhr: 3 Vorträge mit Diskussion:
                                                                                                                                                                                            • 10:00-11.00 Uhr: Dr. Katja Watermann „Alt. Intelligenzgemindert. Vergessen. Kunst und Therapie im Maßregelvollzug.”
                                                                                                                                                                                            • 11:00-12:00 Uhr: Dr. Arnold M. Raem: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”
                                                                                                                                                                                            • 12:00-13:00 Uhr: Dr. Laura Bettag „Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren.”
                                                                                                                                                                                          • Sa 14-16 Uhr: 3 Workshops mit Diskussion:
                                                                                                                                                                                            • 14.00-15.30 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Georg Franzen „Böcklins ‚Toteninsel‘“.
                                                                                                                                                                                            • 15:45-17:00 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.
                                                                                                                                                                                            • 17:15-19.00 Uhr: Dr. Yolanda Bertolaso „Rezeptive Künstlerische Tanztherapie mit stark bewegungseingeschränkten und teilweise dementen Senioren.”
                                                                                                                                                                                          • So 10.00-16:00 Uhr: 1 Vortrag und 3 Workshops mit Diskussion:
                                                                                                                                                                                            • 10:00-11:30 Uhr: Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak „Künstlerische Therapien im Alter.
                                                                                                                                                                                            • 11.45-13.00 Uhr: Prof. Dr. Marion Tacke “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                                                                                                                                                                            • 14.00-16:00 Uhr: Dr. Enrico Otto Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.“
                                                                                                                                                                                            • Poster von Lothar Schön: “Digitalisierung der Musiktherapie”

                                                                                                                                                                                              Ein wichtiger Ansatz für die geplante digitalisierte Musiktherapie ist die soziale Teilhabe von Menschen, die aufgrund gesundheitlicher Beeinträchtigungen benachteiligt sind.

                                                                                                                                                                                              Gleichzeitig wird all denen, die über keine instrumentalen Vorkenntnisse verfügen, eine Plattform geboten, die einen intuitiven Zugang zum Musizieren ermöglicht.

                                                                                                                                                                                              Stellen Sie sich bitte eine Partitur vor, die zwar Melodienverlauf skizziert, aber vom ausführenden Musiker keine Tonhöhenauswahl verlangt. Das macht den musikalischen Prozess einfacher und entlastet unsere Kandidaten.

                                                                                                                                                                                              Die Aufmerksamkeit kann also auf den Rhythmus konzentriert werden.

                                                                                                                                                                                              In erster Linie denke ich an Schlaganfall- und Parkinsonpatienten.

                                                                                                                                                                                              Für psychosomatische Fallbeispiele bieten sich nochmal ganz neuartige erweiterte Musizierzugänge.

                                                                                                                                                                                              Die erleichterte Interaktion für Menschen mit unterschiedlicher musikalischer Vorbildung bildet eine ganz wesentliche Grundlage.

                                                                                                                                                                                              Vorliegende Zusammenfassungen – weitere folgen:

                                                                                                                                                                                              • Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak am 21. April 2024: „Künstlerische Therapien im Alter.
                                                                                                                                                                                                In einer Gesellschaft mit immer höheren Lebenserwartungen spielen Gesundheitsförderung und Gesundheitserhaltung eine zentrale Rolle. Dies wird auch seitens der Weltgesundheitsorganisation WHO mit Hinweis auf die UN-Deklaration zum gesunden Altern United Nations Decade of Healthy Ageing 2021–2030 hervorgehoben. Der Terminus „healthy aging“ muss hier allerdings differenziert verstanden werden und reicht von einer ganzheitlichen Gesunderhaltung im Rahmen natürlicher Alterungsprozesse über spezifische Prävention, etwa von Depression bei Herzinsuffizienz, bis zu spiritueller Gesundheit in der Palliativmedizin.

                                                                                                                                                                                                Die repräsentativen gerontagogischen Gesundheitsaktivitäten an der Musikhochschule in Posen (Akademia Muzyczna im. Ignacego Jana Paderewskiego w Poznaniu) beruhen auf musikalisch-tänzerischen Gruppenaktivitäten und werden zur Zeit länderübergreifend und interdisziplinär beforscht. Während es hier ganzheitlich um psychophysische Gesundheit und soziokulturelle Inklusion geht, stehen bei anderen Aktivitäten spezifische Gesundheitsaspekte im Zentrum. So finden etwa im Österreichischen Herzverband Landesverband Burgenland Musik und Tanz zur Förderung und Rehabilitation kardiovaskulärer und kardiorespiratorischer Gesundheit im Alter Einsatz.

                                                                                                                                                                                                Künstlerische Therapien sind vielerorts aus dem geriatrischen, insbesondere auch dem neurogeriatrischen Bereich, nicht mehr wegzudenken. So wird etwa an der Universitätsklinik Pitié-Salpêtrière in Paris seit Jahren Parkidanse, eine hoch spezifische tanztherapeutische Technik zur Milderung von Parkinsonsymptomatik, eingesetzt. Gegenwärtige Studien deuten darauf hin, dass es dabei zu Synchronisationen zwischen musikalischen und motorischen Rhythmusprozessoren im Gehirn kommt, welche die parkinsontypische Basalgangliendegeneration teils zu kompensieren vermögen.

                                                                                                                                                                                                Am Forschungszentrum für künstlerische Therapien der Changzhi Medical School in China – einer Einrichtung, die vermutlich in den nächsten Jahren im Bereich physiologischer, neurowissenschaftlicher und interdisziplinären Forschung zu künstlerischen Therapien in Klinik und Public Health eine führende Position einnehmen dürfte – werden Musik-Tanz-Prozesse zur Rehabilitation bei Demenz untersucht, wobei sich gegenwärtig abzeichnet, dass die Künste dynamische Netzwerk-Konnektivitäten aktivieren, die letztlich für den therapeutischen Outcome verantwortlich sind.

                                                                                                                                                                                                Künste auf gesundheitsförderndem und therapeutischem Terrain sollen allerdings nicht bloß funktional verstanden werden. Vierzig Jahre künstlerische Therapien im Sinne von Karl Hörmann haben die Unersetzbarkeit des ästhetischen und schöpferischen Moments deutlich gemacht und gleichzeitig die Notwendigkeit von psychologischer und medizinischer Forschung hervorgehoben: die Künste stellen die Intervention, die Wissenschaften liefern Erkenntnisse über künstlerisch-therapeutische Mechanismen.

                                                                                                                                                                                                Während der Vortrag Forschungen zu gesundheitsfördernden und therapeutischen Funktionen der Künste im Alter sowie bei alterstypischen Erkrankungen diskutiert, werden im Workshop einzelne Techniken vorgestellt und in Form von Selbsterfahrung erprobt.

                                                                                                                                                                                                Wolfgang Mastnak ist Professor für künstlerische Therapien am Changzhi Medical College (Volksrepublik China) und wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Kultur, Künste und Medien (长治医学院 人文艺术传媒系) sowie Inhaber des Lehrstuhls für Musikpädagogik (Schulmusik) an der Hochschule für Musik und Theater München. Seine Seminare im Bereich Lehramt umfassen Musikdidaktik, Wissenschaftstheorie, Musik und Gesundheitspädagogik, Neuro-Musikpädagogik und transkulturelle Musikpädagogik. Im Doktoratsstudium betreut er vor allem Studien zur Integration von Musikpädagogik und Musiktherapie. Im Bayerischen Hochschulzentrum für China (BayCHINA) und im Bayerischen Hochschulzentrum für Mittel-, Ost- und Südosteuropa (BAYHOST) ist er der für die Musik- und Kunsthochschulen zuständige Direktor. Er hat Doktorate in Musikpädagogik & Psychologie, Medizinwissenschaften, Sportwissenschaften und Mathematik und ist Psychotherapeut und Mototherapeut. Wolfgang Mastnak ist Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste sowie der New York Academy of Sciences. Seine interdisziplinären Forschungen wurden international vielfach ausgezeichnet.
                                                                                                                                                                                            • Dr. Enrico Otto am 21. April 2024: „Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.

                                                                                                                                                                                              Um für Theaterinteressierte einen sinnvollen Einstieg in eine praktische Theaterarbeit zu gestalten, braucht der Interessent in einem Workshop die Kenntnis von sich selbst als potentiellen Darsteller. Über das Rollenstudium mit szenischer Arbeit an einem selbst ausgesuchten Text (10 Zeilen aus einem Theatertext) lassen sich unter Anleitung vielfältige Varianten des szenischen Ausdrucks erproben.

                                                                                                                                                                                              In einem zweiten Schritt soll aufgrund der Erfahrung mit sich selbst als Darsteller ein szenischer Bezug zu anderen Mit-Darstellern erprobt werden. So gelangt man in einfacher Form zu einer grundlegenden Ensemblearbeit.

                                                                                                                                                                                              Ein möglicher dritter Schritt wäre dann die szenische Erarbeitung einer ganzen Szene.

                                                                                                                                                                                              Der Artikel von Dr. Otto „Theater als Kommunikationsmodell“, erschienen in der MTK-Ausgabe 2023-1, S. 39-100, wird zur vorherigen Lektüre empfohlen. Sein für die folgende MTK-Ausgabe vorgesehener Beitrag “Die Funktionalität des Rollenstudiums im nicht-professionellem Theaterbereich” wird denjenigen zugeschickt, die sich zu seinem Workshop angemeldet haben.

                                                                                                                                                                                              Die Interessenten können sich jetzt schon auf den Workshop vorbereiten:

                                                                                                                                                                                              Bei nicht-profesionellen Inszenierungen taucht immer die Frage nach der richtigen Besetzung der textbezogenen Rollen auf. Diese Frage lässt sich oft bei nicht ausgebildeten Spielleitern kaum richtig beantworten. Vielmehr ist die Frage der Besetzung einem wie auch immer geartetem Gefühl des Spielleiters überlassen. Daher entstehen oft Fehlbesetzungen, die sich im Laufe der Proben heraus-stellen und oft auch zu einem Abbruch der Inszenierungsarbeit führen. Das Rollenstudium ist in solchen Fällen, vor der eigentlichen Inszenie- rungsarbeit durchgeführt, eine wichtige Möglichkeit, den o.g. Vorgang zu umgehen. Da darüber hinaus Rollenstudium eine wichtige Form der Klärung der Darsteller-Persönlichkeit darstellt, zeigt sich anhand des entsprechenden Ergebnisses, wie die Bandbreite der Darstellung aussieht, nachdem festgehalten wurde, ob anhand der Körperhaltung, der Bewegung, der Gestil und Mimik, der Sprache und des Outfits der Darsteller für eine entsprechende Rolle geeignet ist.

                                                                                                                                                                                              Rollenstudium braucht das eingehende Studium verschiedener Rollenstrukturen durch den angehenden Darsteller selbst, indem er aus unterschied-lichen Stücken d i e Rolle über vielleicht maximalen 10 Zeilen aussucht und zum Rollenstudium mitbringt, um daran zu arbeiten.

                                                                                                                                                                                              Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann am 20. April 2024: „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.

                                                                                                                                                                                              Im Alter kommt man nicht umhin, an sein irdisches Ende zu denken. Gerne erinnert man sich an Lieder aus der Kinder- und Jugendzeit und an jene aus dem Erlernen eines Instruments vertraute Musik. Im Gegensatz zu früheren Lebensjahren kann man im Alter mit den schnell wechselnden Popmusikcharts nichts mehr anfangen. Vielmehr befasst man sich mit der zeitlosen klassischen Musik und insbesondere mit solcher, die die eigene Lebenssituation anspricht.

                                                                                                                                                                                              Zu dem Gemälde von Arnold Böckling, das der Diplom-Psychologe Prof. Dr. Georg Franzen (www.kunstpsychologie.de) aus kunstpsychologischer Sicht beleuchtet, gibt es mindestens 29 Vertonungen und damit mehr als zu jedem anderen Bild. Anhand ausgewählter musikalischer Stimmungsbilder soll analysiert werden, was sie dem dafür aufgeschlossenen alten Menschen sagen und wie sie seine multimodale Interaktion beeinflussen können. Hierzu wird ein Film gezeigt und werden Anregungen gegen die üblichen vermeintlich nützlichen Strategien des Singens im Alter gegeben. Damit sich aber im fortgeschrittenen Alter die viel beschworene und erfahrbare Heilkraft von Musik beim Musikhören, Singen und Musizieren entfalten kann, sind trotz aller und gerade bei Gebrechen Voraussetzungen zu beachten, die dem an Erfahrung reichen homo ludens nicht nur ein wohltuendes musikalisches Erleben, sondern jederzeit mit geringem Aufwand ein gehöriges Quantum an flow ermöglichen können.

                                                                                                                                                                                              • Dr. Arnold M. Raem am 20. April 2024: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”

                                                                                                                                                                                                Dr. Arnold M. Raem ist Gründer der arrows biomedical Deutschland GmbH mit Sitz im Centrum für Nanotechnologie „CeNTech“ der Universität Münster. Die arrows biomedical Deutschland GmbH ist ein Servicelabor mit den Schwerpunkten im Bereich der molekularen Biomedizin / Onkologie. Dr. Arnold M. Raem hat zahlreiche, excellent bewertete Bücher herausgegeben, darunter das Handbuch für Geriatrie. Lehrbuch für Praxis und Klinik. (2005). Düsseldorf: Deutsche Krankhaus Verlagsgesellschaft, mit einem Kapitel Künstlerische Therapien in der Geriatrie, S. 859-869.    
                                                                                                                                                                                                             
                                                                                                                                                                                              • Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke am 20. April 2024: “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                                                                                                                                                                                 
                                                                                                                                                                                                In diesem Workshop soll das Thema der “Bewegung” in seiner Bedeutung für eine zunehmend älter werdende Gesellschaft im Vordergrund symbolischer Durcharbeitung stehen. Der kreative Umgang mit Bewegung und Stillstand ist für viele ältere Patient:innen elementar. Im therapeutischen Setting nimmt die Anzahl derer, die auch ab 60 Jahren “Stärkungswünsche” für sich hegen, stetig zu. Gerade Frauen stehen aus unterschiedlichen Lebenslagen, wie nach einer Scheidung, dem Auszug der Kinder, Sich-Kümmern um einen pflegebedürftigen Angehörigen oder Tod des Partners sowie aus weiteren Gründen vor neuen Herausforderungen.    
                                                                                                                                                                                                    
                                                                                                                                                                                                Anhand verschiedener Fallvignetten werden wir uns anschauen, welchen Schwierigkeiten ausgewählte Patientinnen während ihrer Lebensspanne ausgesetzt waren, welche individuums-spezifischen Ressourcen und Bedürfnisse vorhanden sind, um die alltäglichen Belastungen als zu meisternde Herausforderungen sehen und nutzen zu können. Fortbewegung und Stillstand sind immer wieder höchst interessante Aspekte in der therapeutischen Durcharbeitung. Äußere und innere Lebensbedingungen können im Zusammenwirken förderliche oder hinderliche Wirkungen entfalten, welchen wir mit der symbolischen Umsetzung des “Sich-Bewegens” und „Schreiten-Lassens“ analysierend nachspüren wollen, die für weitere Entwicklungsprozesse zielführend sind. Es wäre wünschenswert, wenn die Teilnehmenden des Workshops eigene Abbildungen zur kreativen Erfassung von Bewegung (und Stillstand) mitbringen würden.

                                                                                                                                                                                                Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke, Leibniz-Universität Hannover Hannover, ist Psychologische Psychotherapeutin in Eigener Praxis.

                                                                                                                                                                                              • Dr. Laura Bettag am 20.04.2023: Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren

                                                                                                                                                                                                In der Kultur des Flamencos kennen wir zahlreiche Beispiele einer lebenslangen Beschäftigung mit dem Flamencotanz. Es wird nicht als ungewöhnlich empfunden, wenn ältere Tänzerinnen im professionellen Rahmen vor Publikum auftreten und Erfolge feiern. La Chana (geb. 1946) trat im Alter von 75 Jahren von der Bühne ab, wobei sie ihr Programm im Sitzen bewältigte. Tanz kann als Überlebenselixier wirken, wie sie in ihrer Autobiografie „La Chana. Bailaora“ dokumentiert hat. Die qualitative Studie untersucht zunächst solche autobiografische Quellen auf Beschreibungen insbesondere tanztherapeutischer Effekte, die einer langjährigen Karriere bis ins höhere Alter förderlich waren. Häufig unterrichten professionelle Flamencotänzerinnen auch solange es möglich ist. Sie geben dabei neben tänzerischem Wissen allgemeine Überzeugungen und individuelle Einstellungen weiter. Die qualitative Studie will erkunden, welche physisch und psychisch als unterstützend erlebten mentalen Vorstellungen sowie deren tänzerische Umsetzungen von über 60-jährigen Schülerinnen ausgewählter Flamenco-Schulen in Deutschland wahrgenommen und beschrieben werden können.

                                                                                                                                                                                                Der Forschungsprozess wird sich im Wesentlichen auf Interviews von Experteninnen aus dem Bereich des Flamencos und die Auswertung von entsprechend entwickelten Fragebögen stützen. Über die charakteristische Stilistik des Flamencos  hinaus spielt bei deren Gestaltung eine Rolle, ob kulturanthropologische Aspekte und eine „künstlerisch akzentuierte Gesundheitsphilosophie“ (Mastnak, 2022) gerade im höheren Alter in das eigene Tanzen einfließen oder nicht.

                                                                                                                                                                                                Der Beitrag versucht schließlich aus den Ergebnissen der Studie, weiterführende Anregungen zum systematischen Aufbau einer internationalisierten „Flamenco-Therapie“ abzuleiten.

                                                                                                                                                                                                Dr. Laura Bettag, MA, ist als Kulturmanagerin am Nationaltheater Mannheim und freiberuflich als dipl. Tanztherapeutin sowie im Betrieblichen Gesundheitsmanagement tätig. Sie beforscht derzeit insbesondere die therapeutischen Ressourcen des Tanzunterrichts im stilübergreifenden Vergleich.

                                                                                                                                                                                              Lothar Schön ist Musiktherapeut in 95473 Creußen.

                                                                                                                                                                                              • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                  • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                  • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                  • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                              Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                          • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                            • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                            • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                            • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                          • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                            Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                              • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                            Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                              Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                  • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                  • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                  • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                              Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                            • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                              • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                              • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                              • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                              • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                  • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                    • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                    • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                    • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                  • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                  • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                  • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                  • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                    • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                      • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                      • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                      • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                  Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                  • Sa 10:00-13.00 Uhr: 3 Vorträge mit Diskussion:
                                                                                                                                                                                                    • 10:00-11.00 Uhr: Dr. Katja Watermann „Alt. Intelligenzgemindert. Vergessen. Kunst und Therapie im Maßregelvollzug.”
                                                                                                                                                                                                    • 11:00-12:00 Uhr: Dr. Arnold M. Raem: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”
                                                                                                                                                                                                    • 12:00-13:00 Uhr: Dr. Laura Bettag „Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren.”
                                                                                                                                                                                                  • Sa 14-16 Uhr: 3 Workshops mit Diskussion:
                                                                                                                                                                                                    • 14.00-15.30 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Georg Franzen „Böcklins ‚Toteninsel‘“.
                                                                                                                                                                                                    • 15:45-17:00 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.
                                                                                                                                                                                                    • 17:15-19.00 Uhr: Dr. Yolanda Bertolaso „Rezeptive Künstlerische Tanztherapie mit stark bewegungseingeschränkten und teilweise dementen Senioren.”
                                                                                                                                                                                                  • So 10.00-16:00 Uhr: 1 Vortrag und 3 Workshops mit Diskussion:
                                                                                                                                                                                                    • 10:00-11:30 Uhr: Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak „Künstlerische Therapien im Alter.
                                                                                                                                                                                                    • 11.45-13.00 Uhr: Prof. Dr. Marion Tacke “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                                                                                                                                                                                    • 14.00-16:00 Uhr: Dr. Enrico Otto Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.“
                                                                                                                                                                                                    • Poster von Lothar Schön: “Digitalisierung der Musiktherapie”

                                                                                                                                                                                                      Ein wichtiger Ansatz für die geplante digitalisierte Musiktherapie ist die soziale Teilhabe von Menschen, die aufgrund gesundheitlicher Beeinträchtigungen benachteiligt sind.

                                                                                                                                                                                                      Gleichzeitig wird all denen, die über keine instrumentalen Vorkenntnisse verfügen, eine Plattform geboten, die einen intuitiven Zugang zum Musizieren ermöglicht.

                                                                                                                                                                                                      Stellen Sie sich bitte eine Partitur vor, die zwar Melodienverlauf skizziert, aber vom ausführenden Musiker keine Tonhöhenauswahl verlangt. Das macht den musikalischen Prozess einfacher und entlastet unsere Kandidaten.

                                                                                                                                                                                                      Die Aufmerksamkeit kann also auf den Rhythmus konzentriert werden.

                                                                                                                                                                                                      In erster Linie denke ich an Schlaganfall- und Parkinsonpatienten.

                                                                                                                                                                                                      Für psychosomatische Fallbeispiele bieten sich nochmal ganz neuartige erweiterte Musizierzugänge.

                                                                                                                                                                                                      Die erleichterte Interaktion für Menschen mit unterschiedlicher musikalischer Vorbildung bildet eine ganz wesentliche Grundlage.

                                                                                                                                                                                                      Vorliegende Zusammenfassungen – weitere folgen:

                                                                                                                                                                                                      • Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak am 21. April 2024: „Künstlerische Therapien im Alter.
                                                                                                                                                                                                        In einer Gesellschaft mit immer höheren Lebenserwartungen spielen Gesundheitsförderung und Gesundheitserhaltung eine zentrale Rolle. Dies wird auch seitens der Weltgesundheitsorganisation WHO mit Hinweis auf die UN-Deklaration zum gesunden Altern United Nations Decade of Healthy Ageing 2021–2030 hervorgehoben. Der Terminus „healthy aging“ muss hier allerdings differenziert verstanden werden und reicht von einer ganzheitlichen Gesunderhaltung im Rahmen natürlicher Alterungsprozesse über spezifische Prävention, etwa von Depression bei Herzinsuffizienz, bis zu spiritueller Gesundheit in der Palliativmedizin.

                                                                                                                                                                                                        Die repräsentativen gerontagogischen Gesundheitsaktivitäten an der Musikhochschule in Posen (Akademia Muzyczna im. Ignacego Jana Paderewskiego w Poznaniu) beruhen auf musikalisch-tänzerischen Gruppenaktivitäten und werden zur Zeit länderübergreifend und interdisziplinär beforscht. Während es hier ganzheitlich um psychophysische Gesundheit und soziokulturelle Inklusion geht, stehen bei anderen Aktivitäten spezifische Gesundheitsaspekte im Zentrum. So finden etwa im Österreichischen Herzverband Landesverband Burgenland Musik und Tanz zur Förderung und Rehabilitation kardiovaskulärer und kardiorespiratorischer Gesundheit im Alter Einsatz.

                                                                                                                                                                                                        Künstlerische Therapien sind vielerorts aus dem geriatrischen, insbesondere auch dem neurogeriatrischen Bereich, nicht mehr wegzudenken. So wird etwa an der Universitätsklinik Pitié-Salpêtrière in Paris seit Jahren Parkidanse, eine hoch spezifische tanztherapeutische Technik zur Milderung von Parkinsonsymptomatik, eingesetzt. Gegenwärtige Studien deuten darauf hin, dass es dabei zu Synchronisationen zwischen musikalischen und motorischen Rhythmusprozessoren im Gehirn kommt, welche die parkinsontypische Basalgangliendegeneration teils zu kompensieren vermögen.

                                                                                                                                                                                                        Am Forschungszentrum für künstlerische Therapien der Changzhi Medical School in China – einer Einrichtung, die vermutlich in den nächsten Jahren im Bereich physiologischer, neurowissenschaftlicher und interdisziplinären Forschung zu künstlerischen Therapien in Klinik und Public Health eine führende Position einnehmen dürfte – werden Musik-Tanz-Prozesse zur Rehabilitation bei Demenz untersucht, wobei sich gegenwärtig abzeichnet, dass die Künste dynamische Netzwerk-Konnektivitäten aktivieren, die letztlich für den therapeutischen Outcome verantwortlich sind.

                                                                                                                                                                                                        Künste auf gesundheitsförderndem und therapeutischem Terrain sollen allerdings nicht bloß funktional verstanden werden. Vierzig Jahre künstlerische Therapien im Sinne von Karl Hörmann haben die Unersetzbarkeit des ästhetischen und schöpferischen Moments deutlich gemacht und gleichzeitig die Notwendigkeit von psychologischer und medizinischer Forschung hervorgehoben: die Künste stellen die Intervention, die Wissenschaften liefern Erkenntnisse über künstlerisch-therapeutische Mechanismen.

                                                                                                                                                                                                        Während der Vortrag Forschungen zu gesundheitsfördernden und therapeutischen Funktionen der Künste im Alter sowie bei alterstypischen Erkrankungen diskutiert, werden im Workshop einzelne Techniken vorgestellt und in Form von Selbsterfahrung erprobt.

                                                                                                                                                                                                        Wolfgang Mastnak ist Professor für künstlerische Therapien am Changzhi Medical College (Volksrepublik China) und wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Kultur, Künste und Medien (长治医学院 人文艺术传媒系) sowie Inhaber des Lehrstuhls für Musikpädagogik (Schulmusik) an der Hochschule für Musik und Theater München. Seine Seminare im Bereich Lehramt umfassen Musikdidaktik, Wissenschaftstheorie, Musik und Gesundheitspädagogik, Neuro-Musikpädagogik und transkulturelle Musikpädagogik. Im Doktoratsstudium betreut er vor allem Studien zur Integration von Musikpädagogik und Musiktherapie. Im Bayerischen Hochschulzentrum für China (BayCHINA) und im Bayerischen Hochschulzentrum für Mittel-, Ost- und Südosteuropa (BAYHOST) ist er der für die Musik- und Kunsthochschulen zuständige Direktor. Er hat Doktorate in Musikpädagogik & Psychologie, Medizinwissenschaften, Sportwissenschaften und Mathematik und ist Psychotherapeut und Mototherapeut. Wolfgang Mastnak ist Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste sowie der New York Academy of Sciences. Seine interdisziplinären Forschungen wurden international vielfach ausgezeichnet.
                                                                                                                                                                                                    • Dr. Enrico Otto am 21. April 2024: „Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.

                                                                                                                                                                                                      Um für Theaterinteressierte einen sinnvollen Einstieg in eine praktische Theaterarbeit zu gestalten, braucht der Interessent in einem Workshop die Kenntnis von sich selbst als potentiellen Darsteller. Über das Rollenstudium mit szenischer Arbeit an einem selbst ausgesuchten Text (10 Zeilen aus einem Theatertext) lassen sich unter Anleitung vielfältige Varianten des szenischen Ausdrucks erproben.

                                                                                                                                                                                                      In einem zweiten Schritt soll aufgrund der Erfahrung mit sich selbst als Darsteller ein szenischer Bezug zu anderen Mit-Darstellern erprobt werden. So gelangt man in einfacher Form zu einer grundlegenden Ensemblearbeit.

                                                                                                                                                                                                      Ein möglicher dritter Schritt wäre dann die szenische Erarbeitung einer ganzen Szene.

                                                                                                                                                                                                      Der Artikel von Dr. Otto „Theater als Kommunikationsmodell“, erschienen in der MTK-Ausgabe 2023-1, S. 39-100, wird zur vorherigen Lektüre empfohlen. Sein für die folgende MTK-Ausgabe vorgesehener Beitrag “Die Funktionalität des Rollenstudiums im nicht-professionellem Theaterbereich” wird denjenigen zugeschickt, die sich zu seinem Workshop angemeldet haben.

                                                                                                                                                                                                      Die Interessenten können sich jetzt schon auf den Workshop vorbereiten:

                                                                                                                                                                                                      Bei nicht-profesionellen Inszenierungen taucht immer die Frage nach der richtigen Besetzung der textbezogenen Rollen auf. Diese Frage lässt sich oft bei nicht ausgebildeten Spielleitern kaum richtig beantworten. Vielmehr ist die Frage der Besetzung einem wie auch immer geartetem Gefühl des Spielleiters überlassen. Daher entstehen oft Fehlbesetzungen, die sich im Laufe der Proben heraus-stellen und oft auch zu einem Abbruch der Inszenierungsarbeit führen. Das Rollenstudium ist in solchen Fällen, vor der eigentlichen Inszenie- rungsarbeit durchgeführt, eine wichtige Möglichkeit, den o.g. Vorgang zu umgehen. Da darüber hinaus Rollenstudium eine wichtige Form der Klärung der Darsteller-Persönlichkeit darstellt, zeigt sich anhand des entsprechenden Ergebnisses, wie die Bandbreite der Darstellung aussieht, nachdem festgehalten wurde, ob anhand der Körperhaltung, der Bewegung, der Gestil und Mimik, der Sprache und des Outfits der Darsteller für eine entsprechende Rolle geeignet ist.

                                                                                                                                                                                                      Rollenstudium braucht das eingehende Studium verschiedener Rollenstrukturen durch den angehenden Darsteller selbst, indem er aus unterschied-lichen Stücken d i e Rolle über vielleicht maximalen 10 Zeilen aussucht und zum Rollenstudium mitbringt, um daran zu arbeiten.

                                                                                                                                                                                                      Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann am 20. April 2024: „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.

                                                                                                                                                                                                      Im Alter kommt man nicht umhin, an sein irdisches Ende zu denken. Gerne erinnert man sich an Lieder aus der Kinder- und Jugendzeit und an jene aus dem Erlernen eines Instruments vertraute Musik. Im Gegensatz zu früheren Lebensjahren kann man im Alter mit den schnell wechselnden Popmusikcharts nichts mehr anfangen. Vielmehr befasst man sich mit der zeitlosen klassischen Musik und insbesondere mit solcher, die die eigene Lebenssituation anspricht.

                                                                                                                                                                                                      Zu dem Gemälde von Arnold Böckling, das der Diplom-Psychologe Prof. Dr. Georg Franzen (www.kunstpsychologie.de) aus kunstpsychologischer Sicht beleuchtet, gibt es mindestens 29 Vertonungen und damit mehr als zu jedem anderen Bild. Anhand ausgewählter musikalischer Stimmungsbilder soll analysiert werden, was sie dem dafür aufgeschlossenen alten Menschen sagen und wie sie seine multimodale Interaktion beeinflussen können. Hierzu wird ein Film gezeigt und werden Anregungen gegen die üblichen vermeintlich nützlichen Strategien des Singens im Alter gegeben. Damit sich aber im fortgeschrittenen Alter die viel beschworene und erfahrbare Heilkraft von Musik beim Musikhören, Singen und Musizieren entfalten kann, sind trotz aller und gerade bei Gebrechen Voraussetzungen zu beachten, die dem an Erfahrung reichen homo ludens nicht nur ein wohltuendes musikalisches Erleben, sondern jederzeit mit geringem Aufwand ein gehöriges Quantum an flow ermöglichen können.

                                                                                                                                                                                                      • Dr. Arnold M. Raem am 20. April 2024: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”

                                                                                                                                                                                                        Dr. Arnold M. Raem ist Gründer der arrows biomedical Deutschland GmbH mit Sitz im Centrum für Nanotechnologie „CeNTech“ der Universität Münster. Die arrows biomedical Deutschland GmbH ist ein Servicelabor mit den Schwerpunkten im Bereich der molekularen Biomedizin / Onkologie. Dr. Arnold M. Raem hat zahlreiche, excellent bewertete Bücher herausgegeben, darunter das Handbuch für Geriatrie. Lehrbuch für Praxis und Klinik. (2005). Düsseldorf: Deutsche Krankhaus Verlagsgesellschaft, mit einem Kapitel Künstlerische Therapien in der Geriatrie, S. 859-869.    
                                                                                                                                                                                                                     
                                                                                                                                                                                                      • Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke am 20. April 2024: “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                                                                                                                                                                                         
                                                                                                                                                                                                        In diesem Workshop soll das Thema der “Bewegung” in seiner Bedeutung für eine zunehmend älter werdende Gesellschaft im Vordergrund symbolischer Durcharbeitung stehen. Der kreative Umgang mit Bewegung und Stillstand ist für viele ältere Patient:innen elementar. Im therapeutischen Setting nimmt die Anzahl derer, die auch ab 60 Jahren “Stärkungswünsche” für sich hegen, stetig zu. Gerade Frauen stehen aus unterschiedlichen Lebenslagen, wie nach einer Scheidung, dem Auszug der Kinder, Sich-Kümmern um einen pflegebedürftigen Angehörigen oder Tod des Partners sowie aus weiteren Gründen vor neuen Herausforderungen.    
                                                                                                                                                                                                            
                                                                                                                                                                                                        Anhand verschiedener Fallvignetten werden wir uns anschauen, welchen Schwierigkeiten ausgewählte Patientinnen während ihrer Lebensspanne ausgesetzt waren, welche individuums-spezifischen Ressourcen und Bedürfnisse vorhanden sind, um die alltäglichen Belastungen als zu meisternde Herausforderungen sehen und nutzen zu können. Fortbewegung und Stillstand sind immer wieder höchst interessante Aspekte in der therapeutischen Durcharbeitung. Äußere und innere Lebensbedingungen können im Zusammenwirken förderliche oder hinderliche Wirkungen entfalten, welchen wir mit der symbolischen Umsetzung des “Sich-Bewegens” und „Schreiten-Lassens“ analysierend nachspüren wollen, die für weitere Entwicklungsprozesse zielführend sind. Es wäre wünschenswert, wenn die Teilnehmenden des Workshops eigene Abbildungen zur kreativen Erfassung von Bewegung (und Stillstand) mitbringen würden.

                                                                                                                                                                                                        Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke, Leibniz-Universität Hannover Hannover, ist Psychologische Psychotherapeutin in Eigener Praxis.

                                                                                                                                                                                                      • Dr. Laura Bettag am 20.04.2023: Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren

                                                                                                                                                                                                        In der Kultur des Flamencos kennen wir zahlreiche Beispiele einer lebenslangen Beschäftigung mit dem Flamencotanz. Es wird nicht als ungewöhnlich empfunden, wenn ältere Tänzerinnen im professionellen Rahmen vor Publikum auftreten und Erfolge feiern. La Chana (geb. 1946) trat im Alter von 75 Jahren von der Bühne ab, wobei sie ihr Programm im Sitzen bewältigte. Tanz kann als Überlebenselixier wirken, wie sie in ihrer Autobiografie „La Chana. Bailaora“ dokumentiert hat. Die qualitative Studie untersucht zunächst solche autobiografische Quellen auf Beschreibungen insbesondere tanztherapeutischer Effekte, die einer langjährigen Karriere bis ins höhere Alter förderlich waren. Häufig unterrichten professionelle Flamencotänzerinnen auch solange es möglich ist. Sie geben dabei neben tänzerischem Wissen allgemeine Überzeugungen und individuelle Einstellungen weiter. Die qualitative Studie will erkunden, welche physisch und psychisch als unterstützend erlebten mentalen Vorstellungen sowie deren tänzerische Umsetzungen von über 60-jährigen Schülerinnen ausgewählter Flamenco-Schulen in Deutschland wahrgenommen und beschrieben werden können.

                                                                                                                                                                                                        Der Forschungsprozess wird sich im Wesentlichen auf Interviews von Experteninnen aus dem Bereich des Flamencos und die Auswertung von entsprechend entwickelten Fragebögen stützen. Über die charakteristische Stilistik des Flamencos  hinaus spielt bei deren Gestaltung eine Rolle, ob kulturanthropologische Aspekte und eine „künstlerisch akzentuierte Gesundheitsphilosophie“ (Mastnak, 2022) gerade im höheren Alter in das eigene Tanzen einfließen oder nicht.

                                                                                                                                                                                                        Der Beitrag versucht schließlich aus den Ergebnissen der Studie, weiterführende Anregungen zum systematischen Aufbau einer internationalisierten „Flamenco-Therapie“ abzuleiten.

                                                                                                                                                                                                        Dr. Laura Bettag, MA, ist als Kulturmanagerin am Nationaltheater Mannheim und freiberuflich als dipl. Tanztherapeutin sowie im Betrieblichen Gesundheitsmanagement tätig. Sie beforscht derzeit insbesondere die therapeutischen Ressourcen des Tanzunterrichts im stilübergreifenden Vergleich.

                                                                                                                                                                                                      Lothar Schön ist Musiktherapeut in 95473 Creußen.

                                                                                                                                                                                                      • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                        • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                        • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                        • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                        • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                        • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                          • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                          • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                          • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                      Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                  • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                    • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                    • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                    • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                  • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                    • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                      • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                      • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                      • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                      • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                        • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                          • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                          • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                          • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                      Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                      • Sa 10:00-13.00 Uhr: 3 Vorträge mit Diskussion:
                                                                                                                                                                                                        • 10:00-11.00 Uhr: Dr. Katja Watermann „Alt. Intelligenzgemindert. Vergessen. Kunst und Therapie im Maßregelvollzug.”
                                                                                                                                                                                                        • 11:00-12:00 Uhr: Dr. Arnold M. Raem: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”
                                                                                                                                                                                                        • 12:00-13:00 Uhr: Dr. Laura Bettag „Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren.”
                                                                                                                                                                                                      • Sa 14-16 Uhr: 3 Workshops mit Diskussion:
                                                                                                                                                                                                        • 14.00-15.30 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Georg Franzen „Böcklins ‚Toteninsel‘“.
                                                                                                                                                                                                        • 15:45-17:00 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.
                                                                                                                                                                                                        • 17:15-19.00 Uhr: Dr. Yolanda Bertolaso „Rezeptive Künstlerische Tanztherapie mit stark bewegungseingeschränkten und teilweise dementen Senioren.”
                                                                                                                                                                                                      • So 10.00-16:00 Uhr: 1 Vortrag und 3 Workshops mit Diskussion:
                                                                                                                                                                                                        • 10:00-11:30 Uhr: Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak „Künstlerische Therapien im Alter.
                                                                                                                                                                                                        • 11.45-13.00 Uhr: Prof. Dr. Marion Tacke “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                                                                                                                                                                                        • 14.00-16:00 Uhr: Dr. Enrico Otto Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.“
                                                                                                                                                                                                        • Poster von Lothar Schön: “Digitalisierung der Musiktherapie”

                                                                                                                                                                                                          Ein wichtiger Ansatz für die geplante digitalisierte Musiktherapie ist die soziale Teilhabe von Menschen, die aufgrund gesundheitlicher Beeinträchtigungen benachteiligt sind.

                                                                                                                                                                                                          Gleichzeitig wird all denen, die über keine instrumentalen Vorkenntnisse verfügen, eine Plattform geboten, die einen intuitiven Zugang zum Musizieren ermöglicht.

                                                                                                                                                                                                          Stellen Sie sich bitte eine Partitur vor, die zwar Melodienverlauf skizziert, aber vom ausführenden Musiker keine Tonhöhenauswahl verlangt. Das macht den musikalischen Prozess einfacher und entlastet unsere Kandidaten.

                                                                                                                                                                                                          Die Aufmerksamkeit kann also auf den Rhythmus konzentriert werden.

                                                                                                                                                                                                          In erster Linie denke ich an Schlaganfall- und Parkinsonpatienten.

                                                                                                                                                                                                          Für psychosomatische Fallbeispiele bieten sich nochmal ganz neuartige erweiterte Musizierzugänge.

                                                                                                                                                                                                          Die erleichterte Interaktion für Menschen mit unterschiedlicher musikalischer Vorbildung bildet eine ganz wesentliche Grundlage.

                                                                                                                                                                                                          Vorliegende Zusammenfassungen – weitere folgen:

                                                                                                                                                                                                          • Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak am 21. April 2024: „Künstlerische Therapien im Alter.
                                                                                                                                                                                                            In einer Gesellschaft mit immer höheren Lebenserwartungen spielen Gesundheitsförderung und Gesundheitserhaltung eine zentrale Rolle. Dies wird auch seitens der Weltgesundheitsorganisation WHO mit Hinweis auf die UN-Deklaration zum gesunden Altern United Nations Decade of Healthy Ageing 2021–2030 hervorgehoben. Der Terminus „healthy aging“ muss hier allerdings differenziert verstanden werden und reicht von einer ganzheitlichen Gesunderhaltung im Rahmen natürlicher Alterungsprozesse über spezifische Prävention, etwa von Depression bei Herzinsuffizienz, bis zu spiritueller Gesundheit in der Palliativmedizin.

                                                                                                                                                                                                            Die repräsentativen gerontagogischen Gesundheitsaktivitäten an der Musikhochschule in Posen (Akademia Muzyczna im. Ignacego Jana Paderewskiego w Poznaniu) beruhen auf musikalisch-tänzerischen Gruppenaktivitäten und werden zur Zeit länderübergreifend und interdisziplinär beforscht. Während es hier ganzheitlich um psychophysische Gesundheit und soziokulturelle Inklusion geht, stehen bei anderen Aktivitäten spezifische Gesundheitsaspekte im Zentrum. So finden etwa im Österreichischen Herzverband Landesverband Burgenland Musik und Tanz zur Förderung und Rehabilitation kardiovaskulärer und kardiorespiratorischer Gesundheit im Alter Einsatz.

                                                                                                                                                                                                            Künstlerische Therapien sind vielerorts aus dem geriatrischen, insbesondere auch dem neurogeriatrischen Bereich, nicht mehr wegzudenken. So wird etwa an der Universitätsklinik Pitié-Salpêtrière in Paris seit Jahren Parkidanse, eine hoch spezifische tanztherapeutische Technik zur Milderung von Parkinsonsymptomatik, eingesetzt. Gegenwärtige Studien deuten darauf hin, dass es dabei zu Synchronisationen zwischen musikalischen und motorischen Rhythmusprozessoren im Gehirn kommt, welche die parkinsontypische Basalgangliendegeneration teils zu kompensieren vermögen.

                                                                                                                                                                                                            Am Forschungszentrum für künstlerische Therapien der Changzhi Medical School in China – einer Einrichtung, die vermutlich in den nächsten Jahren im Bereich physiologischer, neurowissenschaftlicher und interdisziplinären Forschung zu künstlerischen Therapien in Klinik und Public Health eine führende Position einnehmen dürfte – werden Musik-Tanz-Prozesse zur Rehabilitation bei Demenz untersucht, wobei sich gegenwärtig abzeichnet, dass die Künste dynamische Netzwerk-Konnektivitäten aktivieren, die letztlich für den therapeutischen Outcome verantwortlich sind.

                                                                                                                                                                                                            Künste auf gesundheitsförderndem und therapeutischem Terrain sollen allerdings nicht bloß funktional verstanden werden. Vierzig Jahre künstlerische Therapien im Sinne von Karl Hörmann haben die Unersetzbarkeit des ästhetischen und schöpferischen Moments deutlich gemacht und gleichzeitig die Notwendigkeit von psychologischer und medizinischer Forschung hervorgehoben: die Künste stellen die Intervention, die Wissenschaften liefern Erkenntnisse über künstlerisch-therapeutische Mechanismen.

                                                                                                                                                                                                            Während der Vortrag Forschungen zu gesundheitsfördernden und therapeutischen Funktionen der Künste im Alter sowie bei alterstypischen Erkrankungen diskutiert, werden im Workshop einzelne Techniken vorgestellt und in Form von Selbsterfahrung erprobt.

                                                                                                                                                                                                            Wolfgang Mastnak ist Professor für künstlerische Therapien am Changzhi Medical College (Volksrepublik China) und wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Kultur, Künste und Medien (长治医学院 人文艺术传媒系) sowie Inhaber des Lehrstuhls für Musikpädagogik (Schulmusik) an der Hochschule für Musik und Theater München. Seine Seminare im Bereich Lehramt umfassen Musikdidaktik, Wissenschaftstheorie, Musik und Gesundheitspädagogik, Neuro-Musikpädagogik und transkulturelle Musikpädagogik. Im Doktoratsstudium betreut er vor allem Studien zur Integration von Musikpädagogik und Musiktherapie. Im Bayerischen Hochschulzentrum für China (BayCHINA) und im Bayerischen Hochschulzentrum für Mittel-, Ost- und Südosteuropa (BAYHOST) ist er der für die Musik- und Kunsthochschulen zuständige Direktor. Er hat Doktorate in Musikpädagogik & Psychologie, Medizinwissenschaften, Sportwissenschaften und Mathematik und ist Psychotherapeut und Mototherapeut. Wolfgang Mastnak ist Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste sowie der New York Academy of Sciences. Seine interdisziplinären Forschungen wurden international vielfach ausgezeichnet.
                                                                                                                                                                                                        • Dr. Enrico Otto am 21. April 2024: „Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.

                                                                                                                                                                                                          Um für Theaterinteressierte einen sinnvollen Einstieg in eine praktische Theaterarbeit zu gestalten, braucht der Interessent in einem Workshop die Kenntnis von sich selbst als potentiellen Darsteller. Über das Rollenstudium mit szenischer Arbeit an einem selbst ausgesuchten Text (10 Zeilen aus einem Theatertext) lassen sich unter Anleitung vielfältige Varianten des szenischen Ausdrucks erproben.

                                                                                                                                                                                                          In einem zweiten Schritt soll aufgrund der Erfahrung mit sich selbst als Darsteller ein szenischer Bezug zu anderen Mit-Darstellern erprobt werden. So gelangt man in einfacher Form zu einer grundlegenden Ensemblearbeit.

                                                                                                                                                                                                          Ein möglicher dritter Schritt wäre dann die szenische Erarbeitung einer ganzen Szene.

                                                                                                                                                                                                          Der Artikel von Dr. Otto „Theater als Kommunikationsmodell“, erschienen in der MTK-Ausgabe 2023-1, S. 39-100, wird zur vorherigen Lektüre empfohlen. Sein für die folgende MTK-Ausgabe vorgesehener Beitrag “Die Funktionalität des Rollenstudiums im nicht-professionellem Theaterbereich” wird denjenigen zugeschickt, die sich zu seinem Workshop angemeldet haben.

                                                                                                                                                                                                          Die Interessenten können sich jetzt schon auf den Workshop vorbereiten:

                                                                                                                                                                                                          Bei nicht-profesionellen Inszenierungen taucht immer die Frage nach der richtigen Besetzung der textbezogenen Rollen auf. Diese Frage lässt sich oft bei nicht ausgebildeten Spielleitern kaum richtig beantworten. Vielmehr ist die Frage der Besetzung einem wie auch immer geartetem Gefühl des Spielleiters überlassen. Daher entstehen oft Fehlbesetzungen, die sich im Laufe der Proben heraus-stellen und oft auch zu einem Abbruch der Inszenierungsarbeit führen. Das Rollenstudium ist in solchen Fällen, vor der eigentlichen Inszenie- rungsarbeit durchgeführt, eine wichtige Möglichkeit, den o.g. Vorgang zu umgehen. Da darüber hinaus Rollenstudium eine wichtige Form der Klärung der Darsteller-Persönlichkeit darstellt, zeigt sich anhand des entsprechenden Ergebnisses, wie die Bandbreite der Darstellung aussieht, nachdem festgehalten wurde, ob anhand der Körperhaltung, der Bewegung, der Gestil und Mimik, der Sprache und des Outfits der Darsteller für eine entsprechende Rolle geeignet ist.

                                                                                                                                                                                                          Rollenstudium braucht das eingehende Studium verschiedener Rollenstrukturen durch den angehenden Darsteller selbst, indem er aus unterschied-lichen Stücken d i e Rolle über vielleicht maximalen 10 Zeilen aussucht und zum Rollenstudium mitbringt, um daran zu arbeiten.

                                                                                                                                                                                                          Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann am 20. April 2024: „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.

                                                                                                                                                                                                          Im Alter kommt man nicht umhin, an sein irdisches Ende zu denken. Gerne erinnert man sich an Lieder aus der Kinder- und Jugendzeit und an jene aus dem Erlernen eines Instruments vertraute Musik. Im Gegensatz zu früheren Lebensjahren kann man im Alter mit den schnell wechselnden Popmusikcharts nichts mehr anfangen. Vielmehr befasst man sich mit der zeitlosen klassischen Musik und insbesondere mit solcher, die die eigene Lebenssituation anspricht.

                                                                                                                                                                                                          Zu dem Gemälde von Arnold Böckling, das der Diplom-Psychologe Prof. Dr. Georg Franzen (www.kunstpsychologie.de) aus kunstpsychologischer Sicht beleuchtet, gibt es mindestens 29 Vertonungen und damit mehr als zu jedem anderen Bild. Anhand ausgewählter musikalischer Stimmungsbilder soll analysiert werden, was sie dem dafür aufgeschlossenen alten Menschen sagen und wie sie seine multimodale Interaktion beeinflussen können. Hierzu wird ein Film gezeigt und werden Anregungen gegen die üblichen vermeintlich nützlichen Strategien des Singens im Alter gegeben. Damit sich aber im fortgeschrittenen Alter die viel beschworene und erfahrbare Heilkraft von Musik beim Musikhören, Singen und Musizieren entfalten kann, sind trotz aller und gerade bei Gebrechen Voraussetzungen zu beachten, die dem an Erfahrung reichen homo ludens nicht nur ein wohltuendes musikalisches Erleben, sondern jederzeit mit geringem Aufwand ein gehöriges Quantum an flow ermöglichen können.

                                                                                                                                                                                                          • Dr. Arnold M. Raem am 20. April 2024: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”

                                                                                                                                                                                                            Dr. Arnold M. Raem ist Gründer der arrows biomedical Deutschland GmbH mit Sitz im Centrum für Nanotechnologie „CeNTech“ der Universität Münster. Die arrows biomedical Deutschland GmbH ist ein Servicelabor mit den Schwerpunkten im Bereich der molekularen Biomedizin / Onkologie. Dr. Arnold M. Raem hat zahlreiche, excellent bewertete Bücher herausgegeben, darunter das Handbuch für Geriatrie. Lehrbuch für Praxis und Klinik. (2005). Düsseldorf: Deutsche Krankhaus Verlagsgesellschaft, mit einem Kapitel Künstlerische Therapien in der Geriatrie, S. 859-869.    
                                                                                                                                                                                                                         
                                                                                                                                                                                                          • Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke am 20. April 2024: “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                                                                                                                                                                                             
                                                                                                                                                                                                            In diesem Workshop soll das Thema der “Bewegung” in seiner Bedeutung für eine zunehmend älter werdende Gesellschaft im Vordergrund symbolischer Durcharbeitung stehen. Der kreative Umgang mit Bewegung und Stillstand ist für viele ältere Patient:innen elementar. Im therapeutischen Setting nimmt die Anzahl derer, die auch ab 60 Jahren “Stärkungswünsche” für sich hegen, stetig zu. Gerade Frauen stehen aus unterschiedlichen Lebenslagen, wie nach einer Scheidung, dem Auszug der Kinder, Sich-Kümmern um einen pflegebedürftigen Angehörigen oder Tod des Partners sowie aus weiteren Gründen vor neuen Herausforderungen.    
                                                                                                                                                                                                                
                                                                                                                                                                                                            Anhand verschiedener Fallvignetten werden wir uns anschauen, welchen Schwierigkeiten ausgewählte Patientinnen während ihrer Lebensspanne ausgesetzt waren, welche individuums-spezifischen Ressourcen und Bedürfnisse vorhanden sind, um die alltäglichen Belastungen als zu meisternde Herausforderungen sehen und nutzen zu können. Fortbewegung und Stillstand sind immer wieder höchst interessante Aspekte in der therapeutischen Durcharbeitung. Äußere und innere Lebensbedingungen können im Zusammenwirken förderliche oder hinderliche Wirkungen entfalten, welchen wir mit der symbolischen Umsetzung des “Sich-Bewegens” und „Schreiten-Lassens“ analysierend nachspüren wollen, die für weitere Entwicklungsprozesse zielführend sind. Es wäre wünschenswert, wenn die Teilnehmenden des Workshops eigene Abbildungen zur kreativen Erfassung von Bewegung (und Stillstand) mitbringen würden.

                                                                                                                                                                                                            Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke, Leibniz-Universität Hannover Hannover, ist Psychologische Psychotherapeutin in Eigener Praxis.

                                                                                                                                                                                                          • Dr. Laura Bettag am 20.04.2023: Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren

                                                                                                                                                                                                            In der Kultur des Flamencos kennen wir zahlreiche Beispiele einer lebenslangen Beschäftigung mit dem Flamencotanz. Es wird nicht als ungewöhnlich empfunden, wenn ältere Tänzerinnen im professionellen Rahmen vor Publikum auftreten und Erfolge feiern. La Chana (geb. 1946) trat im Alter von 75 Jahren von der Bühne ab, wobei sie ihr Programm im Sitzen bewältigte. Tanz kann als Überlebenselixier wirken, wie sie in ihrer Autobiografie „La Chana. Bailaora“ dokumentiert hat. Die qualitative Studie untersucht zunächst solche autobiografische Quellen auf Beschreibungen insbesondere tanztherapeutischer Effekte, die einer langjährigen Karriere bis ins höhere Alter förderlich waren. Häufig unterrichten professionelle Flamencotänzerinnen auch solange es möglich ist. Sie geben dabei neben tänzerischem Wissen allgemeine Überzeugungen und individuelle Einstellungen weiter. Die qualitative Studie will erkunden, welche physisch und psychisch als unterstützend erlebten mentalen Vorstellungen sowie deren tänzerische Umsetzungen von über 60-jährigen Schülerinnen ausgewählter Flamenco-Schulen in Deutschland wahrgenommen und beschrieben werden können.

                                                                                                                                                                                                            Der Forschungsprozess wird sich im Wesentlichen auf Interviews von Experteninnen aus dem Bereich des Flamencos und die Auswertung von entsprechend entwickelten Fragebögen stützen. Über die charakteristische Stilistik des Flamencos  hinaus spielt bei deren Gestaltung eine Rolle, ob kulturanthropologische Aspekte und eine „künstlerisch akzentuierte Gesundheitsphilosophie“ (Mastnak, 2022) gerade im höheren Alter in das eigene Tanzen einfließen oder nicht.

                                                                                                                                                                                                            Der Beitrag versucht schließlich aus den Ergebnissen der Studie, weiterführende Anregungen zum systematischen Aufbau einer internationalisierten „Flamenco-Therapie“ abzuleiten.

                                                                                                                                                                                                            Dr. Laura Bettag, MA, ist als Kulturmanagerin am Nationaltheater Mannheim und freiberuflich als dipl. Tanztherapeutin sowie im Betrieblichen Gesundheitsmanagement tätig. Sie beforscht derzeit insbesondere die therapeutischen Ressourcen des Tanzunterrichts im stilübergreifenden Vergleich.

                                                                                                                                                                                                          Lothar Schön ist Musiktherapeut in 95473 Creußen.

                                                                                                                                                                                                          • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                            • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                            • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                            • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                            • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                            • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                              • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                              • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                              • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                          Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                      • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                        • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                        • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                        • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                      • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                        Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                          • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                            • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                            • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                            • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                        Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                          Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                            • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                              • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                              • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                              • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                          Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                        • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                          • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                          • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                          • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                          • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                              • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                            Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                            • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                              • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                              • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                              • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                              • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                  • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                  • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                  • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                              Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                              • Sa 10:00-13.00 Uhr: 3 Vorträge mit Diskussion:
                                                                                                                                                                                                                • 10:00-11.00 Uhr: Dr. Katja Watermann „Alt. Intelligenzgemindert. Vergessen. Kunst und Therapie im Maßregelvollzug.”
                                                                                                                                                                                                                • 11:00-12:00 Uhr: Dr. Arnold M. Raem: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”
                                                                                                                                                                                                                • 12:00-13:00 Uhr: Dr. Laura Bettag „Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren.”
                                                                                                                                                                                                              • Sa 14-16 Uhr: 3 Workshops mit Diskussion:
                                                                                                                                                                                                                • 14.00-15.30 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Georg Franzen „Böcklins ‚Toteninsel‘“.
                                                                                                                                                                                                                • 15:45-17:00 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.
                                                                                                                                                                                                                • 17:15-19.00 Uhr: Dr. Yolanda Bertolaso „Rezeptive Künstlerische Tanztherapie mit stark bewegungseingeschränkten und teilweise dementen Senioren.”
                                                                                                                                                                                                              • So 10.00-16:00 Uhr: 1 Vortrag und 3 Workshops mit Diskussion:
                                                                                                                                                                                                                • 10:00-11:30 Uhr: Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak „Künstlerische Therapien im Alter.
                                                                                                                                                                                                                • 11.45-13.00 Uhr: Prof. Dr. Marion Tacke “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                                                                                                                                                                                                • 14.00-16:00 Uhr: Dr. Enrico Otto Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.“
                                                                                                                                                                                                                • Poster von Lothar Schön: “Digitalisierung der Musiktherapie”

                                                                                                                                                                                                                  Ein wichtiger Ansatz für die geplante digitalisierte Musiktherapie ist die soziale Teilhabe von Menschen, die aufgrund gesundheitlicher Beeinträchtigungen benachteiligt sind.

                                                                                                                                                                                                                  Gleichzeitig wird all denen, die über keine instrumentalen Vorkenntnisse verfügen, eine Plattform geboten, die einen intuitiven Zugang zum Musizieren ermöglicht.

                                                                                                                                                                                                                  Stellen Sie sich bitte eine Partitur vor, die zwar Melodienverlauf skizziert, aber vom ausführenden Musiker keine Tonhöhenauswahl verlangt. Das macht den musikalischen Prozess einfacher und entlastet unsere Kandidaten.

                                                                                                                                                                                                                  Die Aufmerksamkeit kann also auf den Rhythmus konzentriert werden.

                                                                                                                                                                                                                  In erster Linie denke ich an Schlaganfall- und Parkinsonpatienten.

                                                                                                                                                                                                                  Für psychosomatische Fallbeispiele bieten sich nochmal ganz neuartige erweiterte Musizierzugänge.

                                                                                                                                                                                                                  Die erleichterte Interaktion für Menschen mit unterschiedlicher musikalischer Vorbildung bildet eine ganz wesentliche Grundlage.

                                                                                                                                                                                                                  Vorliegende Zusammenfassungen – weitere folgen:

                                                                                                                                                                                                                  • Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak am 21. April 2024: „Künstlerische Therapien im Alter.
                                                                                                                                                                                                                    In einer Gesellschaft mit immer höheren Lebenserwartungen spielen Gesundheitsförderung und Gesundheitserhaltung eine zentrale Rolle. Dies wird auch seitens der Weltgesundheitsorganisation WHO mit Hinweis auf die UN-Deklaration zum gesunden Altern United Nations Decade of Healthy Ageing 2021–2030 hervorgehoben. Der Terminus „healthy aging“ muss hier allerdings differenziert verstanden werden und reicht von einer ganzheitlichen Gesunderhaltung im Rahmen natürlicher Alterungsprozesse über spezifische Prävention, etwa von Depression bei Herzinsuffizienz, bis zu spiritueller Gesundheit in der Palliativmedizin.

                                                                                                                                                                                                                    Die repräsentativen gerontagogischen Gesundheitsaktivitäten an der Musikhochschule in Posen (Akademia Muzyczna im. Ignacego Jana Paderewskiego w Poznaniu) beruhen auf musikalisch-tänzerischen Gruppenaktivitäten und werden zur Zeit länderübergreifend und interdisziplinär beforscht. Während es hier ganzheitlich um psychophysische Gesundheit und soziokulturelle Inklusion geht, stehen bei anderen Aktivitäten spezifische Gesundheitsaspekte im Zentrum. So finden etwa im Österreichischen Herzverband Landesverband Burgenland Musik und Tanz zur Förderung und Rehabilitation kardiovaskulärer und kardiorespiratorischer Gesundheit im Alter Einsatz.

                                                                                                                                                                                                                    Künstlerische Therapien sind vielerorts aus dem geriatrischen, insbesondere auch dem neurogeriatrischen Bereich, nicht mehr wegzudenken. So wird etwa an der Universitätsklinik Pitié-Salpêtrière in Paris seit Jahren Parkidanse, eine hoch spezifische tanztherapeutische Technik zur Milderung von Parkinsonsymptomatik, eingesetzt. Gegenwärtige Studien deuten darauf hin, dass es dabei zu Synchronisationen zwischen musikalischen und motorischen Rhythmusprozessoren im Gehirn kommt, welche die parkinsontypische Basalgangliendegeneration teils zu kompensieren vermögen.

                                                                                                                                                                                                                    Am Forschungszentrum für künstlerische Therapien der Changzhi Medical School in China – einer Einrichtung, die vermutlich in den nächsten Jahren im Bereich physiologischer, neurowissenschaftlicher und interdisziplinären Forschung zu künstlerischen Therapien in Klinik und Public Health eine führende Position einnehmen dürfte – werden Musik-Tanz-Prozesse zur Rehabilitation bei Demenz untersucht, wobei sich gegenwärtig abzeichnet, dass die Künste dynamische Netzwerk-Konnektivitäten aktivieren, die letztlich für den therapeutischen Outcome verantwortlich sind.

                                                                                                                                                                                                                    Künste auf gesundheitsförderndem und therapeutischem Terrain sollen allerdings nicht bloß funktional verstanden werden. Vierzig Jahre künstlerische Therapien im Sinne von Karl Hörmann haben die Unersetzbarkeit des ästhetischen und schöpferischen Moments deutlich gemacht und gleichzeitig die Notwendigkeit von psychologischer und medizinischer Forschung hervorgehoben: die Künste stellen die Intervention, die Wissenschaften liefern Erkenntnisse über künstlerisch-therapeutische Mechanismen.

                                                                                                                                                                                                                    Während der Vortrag Forschungen zu gesundheitsfördernden und therapeutischen Funktionen der Künste im Alter sowie bei alterstypischen Erkrankungen diskutiert, werden im Workshop einzelne Techniken vorgestellt und in Form von Selbsterfahrung erprobt.

                                                                                                                                                                                                                    Wolfgang Mastnak ist Professor für künstlerische Therapien am Changzhi Medical College (Volksrepublik China) und wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Kultur, Künste und Medien (长治医学院 人文艺术传媒系) sowie Inhaber des Lehrstuhls für Musikpädagogik (Schulmusik) an der Hochschule für Musik und Theater München. Seine Seminare im Bereich Lehramt umfassen Musikdidaktik, Wissenschaftstheorie, Musik und Gesundheitspädagogik, Neuro-Musikpädagogik und transkulturelle Musikpädagogik. Im Doktoratsstudium betreut er vor allem Studien zur Integration von Musikpädagogik und Musiktherapie. Im Bayerischen Hochschulzentrum für China (BayCHINA) und im Bayerischen Hochschulzentrum für Mittel-, Ost- und Südosteuropa (BAYHOST) ist er der für die Musik- und Kunsthochschulen zuständige Direktor. Er hat Doktorate in Musikpädagogik & Psychologie, Medizinwissenschaften, Sportwissenschaften und Mathematik und ist Psychotherapeut und Mototherapeut. Wolfgang Mastnak ist Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste sowie der New York Academy of Sciences. Seine interdisziplinären Forschungen wurden international vielfach ausgezeichnet.
                                                                                                                                                                                                                • Dr. Enrico Otto am 21. April 2024: „Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.

                                                                                                                                                                                                                  Um für Theaterinteressierte einen sinnvollen Einstieg in eine praktische Theaterarbeit zu gestalten, braucht der Interessent in einem Workshop die Kenntnis von sich selbst als potentiellen Darsteller. Über das Rollenstudium mit szenischer Arbeit an einem selbst ausgesuchten Text (10 Zeilen aus einem Theatertext) lassen sich unter Anleitung vielfältige Varianten des szenischen Ausdrucks erproben.

                                                                                                                                                                                                                  In einem zweiten Schritt soll aufgrund der Erfahrung mit sich selbst als Darsteller ein szenischer Bezug zu anderen Mit-Darstellern erprobt werden. So gelangt man in einfacher Form zu einer grundlegenden Ensemblearbeit.

                                                                                                                                                                                                                  Ein möglicher dritter Schritt wäre dann die szenische Erarbeitung einer ganzen Szene.

                                                                                                                                                                                                                  Der Artikel von Dr. Otto „Theater als Kommunikationsmodell“, erschienen in der MTK-Ausgabe 2023-1, S. 39-100, wird zur vorherigen Lektüre empfohlen. Sein für die folgende MTK-Ausgabe vorgesehener Beitrag “Die Funktionalität des Rollenstudiums im nicht-professionellem Theaterbereich” wird denjenigen zugeschickt, die sich zu seinem Workshop angemeldet haben.

                                                                                                                                                                                                                  Die Interessenten können sich jetzt schon auf den Workshop vorbereiten:

                                                                                                                                                                                                                  Bei nicht-profesionellen Inszenierungen taucht immer die Frage nach der richtigen Besetzung der textbezogenen Rollen auf. Diese Frage lässt sich oft bei nicht ausgebildeten Spielleitern kaum richtig beantworten. Vielmehr ist die Frage der Besetzung einem wie auch immer geartetem Gefühl des Spielleiters überlassen. Daher entstehen oft Fehlbesetzungen, die sich im Laufe der Proben heraus-stellen und oft auch zu einem Abbruch der Inszenierungsarbeit führen. Das Rollenstudium ist in solchen Fällen, vor der eigentlichen Inszenie- rungsarbeit durchgeführt, eine wichtige Möglichkeit, den o.g. Vorgang zu umgehen. Da darüber hinaus Rollenstudium eine wichtige Form der Klärung der Darsteller-Persönlichkeit darstellt, zeigt sich anhand des entsprechenden Ergebnisses, wie die Bandbreite der Darstellung aussieht, nachdem festgehalten wurde, ob anhand der Körperhaltung, der Bewegung, der Gestil und Mimik, der Sprache und des Outfits der Darsteller für eine entsprechende Rolle geeignet ist.

                                                                                                                                                                                                                  Rollenstudium braucht das eingehende Studium verschiedener Rollenstrukturen durch den angehenden Darsteller selbst, indem er aus unterschied-lichen Stücken d i e Rolle über vielleicht maximalen 10 Zeilen aussucht und zum Rollenstudium mitbringt, um daran zu arbeiten.

                                                                                                                                                                                                                  Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann am 20. April 2024: „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.

                                                                                                                                                                                                                  Im Alter kommt man nicht umhin, an sein irdisches Ende zu denken. Gerne erinnert man sich an Lieder aus der Kinder- und Jugendzeit und an jene aus dem Erlernen eines Instruments vertraute Musik. Im Gegensatz zu früheren Lebensjahren kann man im Alter mit den schnell wechselnden Popmusikcharts nichts mehr anfangen. Vielmehr befasst man sich mit der zeitlosen klassischen Musik und insbesondere mit solcher, die die eigene Lebenssituation anspricht.

                                                                                                                                                                                                                  Zu dem Gemälde von Arnold Böckling, das der Diplom-Psychologe Prof. Dr. Georg Franzen (www.kunstpsychologie.de) aus kunstpsychologischer Sicht beleuchtet, gibt es mindestens 29 Vertonungen und damit mehr als zu jedem anderen Bild. Anhand ausgewählter musikalischer Stimmungsbilder soll analysiert werden, was sie dem dafür aufgeschlossenen alten Menschen sagen und wie sie seine multimodale Interaktion beeinflussen können. Hierzu wird ein Film gezeigt und werden Anregungen gegen die üblichen vermeintlich nützlichen Strategien des Singens im Alter gegeben. Damit sich aber im fortgeschrittenen Alter die viel beschworene und erfahrbare Heilkraft von Musik beim Musikhören, Singen und Musizieren entfalten kann, sind trotz aller und gerade bei Gebrechen Voraussetzungen zu beachten, die dem an Erfahrung reichen homo ludens nicht nur ein wohltuendes musikalisches Erleben, sondern jederzeit mit geringem Aufwand ein gehöriges Quantum an flow ermöglichen können.

                                                                                                                                                                                                                  • Dr. Arnold M. Raem am 20. April 2024: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”

                                                                                                                                                                                                                    Dr. Arnold M. Raem ist Gründer der arrows biomedical Deutschland GmbH mit Sitz im Centrum für Nanotechnologie „CeNTech“ der Universität Münster. Die arrows biomedical Deutschland GmbH ist ein Servicelabor mit den Schwerpunkten im Bereich der molekularen Biomedizin / Onkologie. Dr. Arnold M. Raem hat zahlreiche, excellent bewertete Bücher herausgegeben, darunter das Handbuch für Geriatrie. Lehrbuch für Praxis und Klinik. (2005). Düsseldorf: Deutsche Krankhaus Verlagsgesellschaft, mit einem Kapitel Künstlerische Therapien in der Geriatrie, S. 859-869.    
                                                                                                                                                                                                                                 
                                                                                                                                                                                                                  • Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke am 20. April 2024: “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                                                                                                                                                                                                     
                                                                                                                                                                                                                    In diesem Workshop soll das Thema der “Bewegung” in seiner Bedeutung für eine zunehmend älter werdende Gesellschaft im Vordergrund symbolischer Durcharbeitung stehen. Der kreative Umgang mit Bewegung und Stillstand ist für viele ältere Patient:innen elementar. Im therapeutischen Setting nimmt die Anzahl derer, die auch ab 60 Jahren “Stärkungswünsche” für sich hegen, stetig zu. Gerade Frauen stehen aus unterschiedlichen Lebenslagen, wie nach einer Scheidung, dem Auszug der Kinder, Sich-Kümmern um einen pflegebedürftigen Angehörigen oder Tod des Partners sowie aus weiteren Gründen vor neuen Herausforderungen.    
                                                                                                                                                                                                                        
                                                                                                                                                                                                                    Anhand verschiedener Fallvignetten werden wir uns anschauen, welchen Schwierigkeiten ausgewählte Patientinnen während ihrer Lebensspanne ausgesetzt waren, welche individuums-spezifischen Ressourcen und Bedürfnisse vorhanden sind, um die alltäglichen Belastungen als zu meisternde Herausforderungen sehen und nutzen zu können. Fortbewegung und Stillstand sind immer wieder höchst interessante Aspekte in der therapeutischen Durcharbeitung. Äußere und innere Lebensbedingungen können im Zusammenwirken förderliche oder hinderliche Wirkungen entfalten, welchen wir mit der symbolischen Umsetzung des “Sich-Bewegens” und „Schreiten-Lassens“ analysierend nachspüren wollen, die für weitere Entwicklungsprozesse zielführend sind. Es wäre wünschenswert, wenn die Teilnehmenden des Workshops eigene Abbildungen zur kreativen Erfassung von Bewegung (und Stillstand) mitbringen würden.

                                                                                                                                                                                                                    Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke, Leibniz-Universität Hannover Hannover, ist Psychologische Psychotherapeutin in Eigener Praxis.

                                                                                                                                                                                                                  • Dr. Laura Bettag am 20.04.2023: Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren

                                                                                                                                                                                                                    In der Kultur des Flamencos kennen wir zahlreiche Beispiele einer lebenslangen Beschäftigung mit dem Flamencotanz. Es wird nicht als ungewöhnlich empfunden, wenn ältere Tänzerinnen im professionellen Rahmen vor Publikum auftreten und Erfolge feiern. La Chana (geb. 1946) trat im Alter von 75 Jahren von der Bühne ab, wobei sie ihr Programm im Sitzen bewältigte. Tanz kann als Überlebenselixier wirken, wie sie in ihrer Autobiografie „La Chana. Bailaora“ dokumentiert hat. Die qualitative Studie untersucht zunächst solche autobiografische Quellen auf Beschreibungen insbesondere tanztherapeutischer Effekte, die einer langjährigen Karriere bis ins höhere Alter förderlich waren. Häufig unterrichten professionelle Flamencotänzerinnen auch solange es möglich ist. Sie geben dabei neben tänzerischem Wissen allgemeine Überzeugungen und individuelle Einstellungen weiter. Die qualitative Studie will erkunden, welche physisch und psychisch als unterstützend erlebten mentalen Vorstellungen sowie deren tänzerische Umsetzungen von über 60-jährigen Schülerinnen ausgewählter Flamenco-Schulen in Deutschland wahrgenommen und beschrieben werden können.

                                                                                                                                                                                                                    Der Forschungsprozess wird sich im Wesentlichen auf Interviews von Experteninnen aus dem Bereich des Flamencos und die Auswertung von entsprechend entwickelten Fragebögen stützen. Über die charakteristische Stilistik des Flamencos  hinaus spielt bei deren Gestaltung eine Rolle, ob kulturanthropologische Aspekte und eine „künstlerisch akzentuierte Gesundheitsphilosophie“ (Mastnak, 2022) gerade im höheren Alter in das eigene Tanzen einfließen oder nicht.

                                                                                                                                                                                                                    Der Beitrag versucht schließlich aus den Ergebnissen der Studie, weiterführende Anregungen zum systematischen Aufbau einer internationalisierten „Flamenco-Therapie“ abzuleiten.

                                                                                                                                                                                                                    Dr. Laura Bettag, MA, ist als Kulturmanagerin am Nationaltheater Mannheim und freiberuflich als dipl. Tanztherapeutin sowie im Betrieblichen Gesundheitsmanagement tätig. Sie beforscht derzeit insbesondere die therapeutischen Ressourcen des Tanzunterrichts im stilübergreifenden Vergleich.

                                                                                                                                                                                                                  Lothar Schön ist Musiktherapeut in 95473 Creußen.

                                                                                                                                                                                                                  • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                    • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                    • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                    • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                    • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                    • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                      • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                      • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                      • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                  Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                  • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                    • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                    • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                    • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                  • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                  • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                  • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                  • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                    • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                      • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                      • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                      • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                  Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                  • Sa 10:00-13.00 Uhr: 3 Vorträge mit Diskussion:
                                                                                                                                                                                                                    • 10:00-11.00 Uhr: Dr. Katja Watermann „Alt. Intelligenzgemindert. Vergessen. Kunst und Therapie im Maßregelvollzug.”
                                                                                                                                                                                                                    • 11:00-12:00 Uhr: Dr. Arnold M. Raem: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”
                                                                                                                                                                                                                    • 12:00-13:00 Uhr: Dr. Laura Bettag „Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren.”
                                                                                                                                                                                                                  • Sa 14-16 Uhr: 3 Workshops mit Diskussion:
                                                                                                                                                                                                                    • 14.00-15.30 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Georg Franzen „Böcklins ‚Toteninsel‘“.
                                                                                                                                                                                                                    • 15:45-17:00 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.
                                                                                                                                                                                                                    • 17:15-19.00 Uhr: Dr. Yolanda Bertolaso „Rezeptive Künstlerische Tanztherapie mit stark bewegungseingeschränkten und teilweise dementen Senioren.”
                                                                                                                                                                                                                  • So 10.00-16:00 Uhr: 1 Vortrag und 3 Workshops mit Diskussion:
                                                                                                                                                                                                                    • 10:00-11:30 Uhr: Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak „Künstlerische Therapien im Alter.
                                                                                                                                                                                                                    • 11.45-13.00 Uhr: Prof. Dr. Marion Tacke “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                                                                                                                                                                                                    • 14.00-16:00 Uhr: Dr. Enrico Otto Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.“
                                                                                                                                                                                                                    • Poster von Lothar Schön: “Digitalisierung der Musiktherapie”

                                                                                                                                                                                                                      Ein wichtiger Ansatz für die geplante digitalisierte Musiktherapie ist die soziale Teilhabe von Menschen, die aufgrund gesundheitlicher Beeinträchtigungen benachteiligt sind.

                                                                                                                                                                                                                      Gleichzeitig wird all denen, die über keine instrumentalen Vorkenntnisse verfügen, eine Plattform geboten, die einen intuitiven Zugang zum Musizieren ermöglicht.

                                                                                                                                                                                                                      Stellen Sie sich bitte eine Partitur vor, die zwar Melodienverlauf skizziert, aber vom ausführenden Musiker keine Tonhöhenauswahl verlangt. Das macht den musikalischen Prozess einfacher und entlastet unsere Kandidaten.

                                                                                                                                                                                                                      Die Aufmerksamkeit kann also auf den Rhythmus konzentriert werden.

                                                                                                                                                                                                                      In erster Linie denke ich an Schlaganfall- und Parkinsonpatienten.

                                                                                                                                                                                                                      Für psychosomatische Fallbeispiele bieten sich nochmal ganz neuartige erweiterte Musizierzugänge.

                                                                                                                                                                                                                      Die erleichterte Interaktion für Menschen mit unterschiedlicher musikalischer Vorbildung bildet eine ganz wesentliche Grundlage.

                                                                                                                                                                                                                      Vorliegende Zusammenfassungen – weitere folgen:

                                                                                                                                                                                                                      • Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak am 21. April 2024: „Künstlerische Therapien im Alter.
                                                                                                                                                                                                                        In einer Gesellschaft mit immer höheren Lebenserwartungen spielen Gesundheitsförderung und Gesundheitserhaltung eine zentrale Rolle. Dies wird auch seitens der Weltgesundheitsorganisation WHO mit Hinweis auf die UN-Deklaration zum gesunden Altern United Nations Decade of Healthy Ageing 2021–2030 hervorgehoben. Der Terminus „healthy aging“ muss hier allerdings differenziert verstanden werden und reicht von einer ganzheitlichen Gesunderhaltung im Rahmen natürlicher Alterungsprozesse über spezifische Prävention, etwa von Depression bei Herzinsuffizienz, bis zu spiritueller Gesundheit in der Palliativmedizin.

                                                                                                                                                                                                                        Die repräsentativen gerontagogischen Gesundheitsaktivitäten an der Musikhochschule in Posen (Akademia Muzyczna im. Ignacego Jana Paderewskiego w Poznaniu) beruhen auf musikalisch-tänzerischen Gruppenaktivitäten und werden zur Zeit länderübergreifend und interdisziplinär beforscht. Während es hier ganzheitlich um psychophysische Gesundheit und soziokulturelle Inklusion geht, stehen bei anderen Aktivitäten spezifische Gesundheitsaspekte im Zentrum. So finden etwa im Österreichischen Herzverband Landesverband Burgenland Musik und Tanz zur Förderung und Rehabilitation kardiovaskulärer und kardiorespiratorischer Gesundheit im Alter Einsatz.

                                                                                                                                                                                                                        Künstlerische Therapien sind vielerorts aus dem geriatrischen, insbesondere auch dem neurogeriatrischen Bereich, nicht mehr wegzudenken. So wird etwa an der Universitätsklinik Pitié-Salpêtrière in Paris seit Jahren Parkidanse, eine hoch spezifische tanztherapeutische Technik zur Milderung von Parkinsonsymptomatik, eingesetzt. Gegenwärtige Studien deuten darauf hin, dass es dabei zu Synchronisationen zwischen musikalischen und motorischen Rhythmusprozessoren im Gehirn kommt, welche die parkinsontypische Basalgangliendegeneration teils zu kompensieren vermögen.

                                                                                                                                                                                                                        Am Forschungszentrum für künstlerische Therapien der Changzhi Medical School in China – einer Einrichtung, die vermutlich in den nächsten Jahren im Bereich physiologischer, neurowissenschaftlicher und interdisziplinären Forschung zu künstlerischen Therapien in Klinik und Public Health eine führende Position einnehmen dürfte – werden Musik-Tanz-Prozesse zur Rehabilitation bei Demenz untersucht, wobei sich gegenwärtig abzeichnet, dass die Künste dynamische Netzwerk-Konnektivitäten aktivieren, die letztlich für den therapeutischen Outcome verantwortlich sind.

                                                                                                                                                                                                                        Künste auf gesundheitsförderndem und therapeutischem Terrain sollen allerdings nicht bloß funktional verstanden werden. Vierzig Jahre künstlerische Therapien im Sinne von Karl Hörmann haben die Unersetzbarkeit des ästhetischen und schöpferischen Moments deutlich gemacht und gleichzeitig die Notwendigkeit von psychologischer und medizinischer Forschung hervorgehoben: die Künste stellen die Intervention, die Wissenschaften liefern Erkenntnisse über künstlerisch-therapeutische Mechanismen.

                                                                                                                                                                                                                        Während der Vortrag Forschungen zu gesundheitsfördernden und therapeutischen Funktionen der Künste im Alter sowie bei alterstypischen Erkrankungen diskutiert, werden im Workshop einzelne Techniken vorgestellt und in Form von Selbsterfahrung erprobt.

                                                                                                                                                                                                                        Wolfgang Mastnak ist Professor für künstlerische Therapien am Changzhi Medical College (Volksrepublik China) und wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Kultur, Künste und Medien (长治医学院 人文艺术传媒系) sowie Inhaber des Lehrstuhls für Musikpädagogik (Schulmusik) an der Hochschule für Musik und Theater München. Seine Seminare im Bereich Lehramt umfassen Musikdidaktik, Wissenschaftstheorie, Musik und Gesundheitspädagogik, Neuro-Musikpädagogik und transkulturelle Musikpädagogik. Im Doktoratsstudium betreut er vor allem Studien zur Integration von Musikpädagogik und Musiktherapie. Im Bayerischen Hochschulzentrum für China (BayCHINA) und im Bayerischen Hochschulzentrum für Mittel-, Ost- und Südosteuropa (BAYHOST) ist er der für die Musik- und Kunsthochschulen zuständige Direktor. Er hat Doktorate in Musikpädagogik & Psychologie, Medizinwissenschaften, Sportwissenschaften und Mathematik und ist Psychotherapeut und Mototherapeut. Wolfgang Mastnak ist Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste sowie der New York Academy of Sciences. Seine interdisziplinären Forschungen wurden international vielfach ausgezeichnet.
                                                                                                                                                                                                                    • Dr. Enrico Otto am 21. April 2024: „Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.

                                                                                                                                                                                                                      Um für Theaterinteressierte einen sinnvollen Einstieg in eine praktische Theaterarbeit zu gestalten, braucht der Interessent in einem Workshop die Kenntnis von sich selbst als potentiellen Darsteller. Über das Rollenstudium mit szenischer Arbeit an einem selbst ausgesuchten Text (10 Zeilen aus einem Theatertext) lassen sich unter Anleitung vielfältige Varianten des szenischen Ausdrucks erproben.

                                                                                                                                                                                                                      In einem zweiten Schritt soll aufgrund der Erfahrung mit sich selbst als Darsteller ein szenischer Bezug zu anderen Mit-Darstellern erprobt werden. So gelangt man in einfacher Form zu einer grundlegenden Ensemblearbeit.

                                                                                                                                                                                                                      Ein möglicher dritter Schritt wäre dann die szenische Erarbeitung einer ganzen Szene.

                                                                                                                                                                                                                      Der Artikel von Dr. Otto „Theater als Kommunikationsmodell“, erschienen in der MTK-Ausgabe 2023-1, S. 39-100, wird zur vorherigen Lektüre empfohlen. Sein für die folgende MTK-Ausgabe vorgesehener Beitrag “Die Funktionalität des Rollenstudiums im nicht-professionellem Theaterbereich” wird denjenigen zugeschickt, die sich zu seinem Workshop angemeldet haben.

                                                                                                                                                                                                                      Die Interessenten können sich jetzt schon auf den Workshop vorbereiten:

                                                                                                                                                                                                                      Bei nicht-profesionellen Inszenierungen taucht immer die Frage nach der richtigen Besetzung der textbezogenen Rollen auf. Diese Frage lässt sich oft bei nicht ausgebildeten Spielleitern kaum richtig beantworten. Vielmehr ist die Frage der Besetzung einem wie auch immer geartetem Gefühl des Spielleiters überlassen. Daher entstehen oft Fehlbesetzungen, die sich im Laufe der Proben heraus-stellen und oft auch zu einem Abbruch der Inszenierungsarbeit führen. Das Rollenstudium ist in solchen Fällen, vor der eigentlichen Inszenie- rungsarbeit durchgeführt, eine wichtige Möglichkeit, den o.g. Vorgang zu umgehen. Da darüber hinaus Rollenstudium eine wichtige Form der Klärung der Darsteller-Persönlichkeit darstellt, zeigt sich anhand des entsprechenden Ergebnisses, wie die Bandbreite der Darstellung aussieht, nachdem festgehalten wurde, ob anhand der Körperhaltung, der Bewegung, der Gestil und Mimik, der Sprache und des Outfits der Darsteller für eine entsprechende Rolle geeignet ist.

                                                                                                                                                                                                                      Rollenstudium braucht das eingehende Studium verschiedener Rollenstrukturen durch den angehenden Darsteller selbst, indem er aus unterschied-lichen Stücken d i e Rolle über vielleicht maximalen 10 Zeilen aussucht und zum Rollenstudium mitbringt, um daran zu arbeiten.

                                                                                                                                                                                                                      Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann am 20. April 2024: „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.

                                                                                                                                                                                                                      Im Alter kommt man nicht umhin, an sein irdisches Ende zu denken. Gerne erinnert man sich an Lieder aus der Kinder- und Jugendzeit und an jene aus dem Erlernen eines Instruments vertraute Musik. Im Gegensatz zu früheren Lebensjahren kann man im Alter mit den schnell wechselnden Popmusikcharts nichts mehr anfangen. Vielmehr befasst man sich mit der zeitlosen klassischen Musik und insbesondere mit solcher, die die eigene Lebenssituation anspricht.

                                                                                                                                                                                                                      Zu dem Gemälde von Arnold Böckling, das der Diplom-Psychologe Prof. Dr. Georg Franzen (www.kunstpsychologie.de) aus kunstpsychologischer Sicht beleuchtet, gibt es mindestens 29 Vertonungen und damit mehr als zu jedem anderen Bild. Anhand ausgewählter musikalischer Stimmungsbilder soll analysiert werden, was sie dem dafür aufgeschlossenen alten Menschen sagen und wie sie seine multimodale Interaktion beeinflussen können. Hierzu wird ein Film gezeigt und werden Anregungen gegen die üblichen vermeintlich nützlichen Strategien des Singens im Alter gegeben. Damit sich aber im fortgeschrittenen Alter die viel beschworene und erfahrbare Heilkraft von Musik beim Musikhören, Singen und Musizieren entfalten kann, sind trotz aller und gerade bei Gebrechen Voraussetzungen zu beachten, die dem an Erfahrung reichen homo ludens nicht nur ein wohltuendes musikalisches Erleben, sondern jederzeit mit geringem Aufwand ein gehöriges Quantum an flow ermöglichen können.

                                                                                                                                                                                                                      • Dr. Arnold M. Raem am 20. April 2024: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”

                                                                                                                                                                                                                        Dr. Arnold M. Raem ist Gründer der arrows biomedical Deutschland GmbH mit Sitz im Centrum für Nanotechnologie „CeNTech“ der Universität Münster. Die arrows biomedical Deutschland GmbH ist ein Servicelabor mit den Schwerpunkten im Bereich der molekularen Biomedizin / Onkologie. Dr. Arnold M. Raem hat zahlreiche, excellent bewertete Bücher herausgegeben, darunter das Handbuch für Geriatrie. Lehrbuch für Praxis und Klinik. (2005). Düsseldorf: Deutsche Krankhaus Verlagsgesellschaft, mit einem Kapitel Künstlerische Therapien in der Geriatrie, S. 859-869.    
                                                                                                                                                                                                                                     
                                                                                                                                                                                                                      • Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke am 20. April 2024: “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                                                                                                                                                                                                         
                                                                                                                                                                                                                        In diesem Workshop soll das Thema der “Bewegung” in seiner Bedeutung für eine zunehmend älter werdende Gesellschaft im Vordergrund symbolischer Durcharbeitung stehen. Der kreative Umgang mit Bewegung und Stillstand ist für viele ältere Patient:innen elementar. Im therapeutischen Setting nimmt die Anzahl derer, die auch ab 60 Jahren “Stärkungswünsche” für sich hegen, stetig zu. Gerade Frauen stehen aus unterschiedlichen Lebenslagen, wie nach einer Scheidung, dem Auszug der Kinder, Sich-Kümmern um einen pflegebedürftigen Angehörigen oder Tod des Partners sowie aus weiteren Gründen vor neuen Herausforderungen.    
                                                                                                                                                                                                                            
                                                                                                                                                                                                                        Anhand verschiedener Fallvignetten werden wir uns anschauen, welchen Schwierigkeiten ausgewählte Patientinnen während ihrer Lebensspanne ausgesetzt waren, welche individuums-spezifischen Ressourcen und Bedürfnisse vorhanden sind, um die alltäglichen Belastungen als zu meisternde Herausforderungen sehen und nutzen zu können. Fortbewegung und Stillstand sind immer wieder höchst interessante Aspekte in der therapeutischen Durcharbeitung. Äußere und innere Lebensbedingungen können im Zusammenwirken förderliche oder hinderliche Wirkungen entfalten, welchen wir mit der symbolischen Umsetzung des “Sich-Bewegens” und „Schreiten-Lassens“ analysierend nachspüren wollen, die für weitere Entwicklungsprozesse zielführend sind. Es wäre wünschenswert, wenn die Teilnehmenden des Workshops eigene Abbildungen zur kreativen Erfassung von Bewegung (und Stillstand) mitbringen würden.

                                                                                                                                                                                                                        Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke, Leibniz-Universität Hannover Hannover, ist Psychologische Psychotherapeutin in Eigener Praxis.

                                                                                                                                                                                                                      • Dr. Laura Bettag am 20.04.2023: Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren

                                                                                                                                                                                                                        In der Kultur des Flamencos kennen wir zahlreiche Beispiele einer lebenslangen Beschäftigung mit dem Flamencotanz. Es wird nicht als ungewöhnlich empfunden, wenn ältere Tänzerinnen im professionellen Rahmen vor Publikum auftreten und Erfolge feiern. La Chana (geb. 1946) trat im Alter von 75 Jahren von der Bühne ab, wobei sie ihr Programm im Sitzen bewältigte. Tanz kann als Überlebenselixier wirken, wie sie in ihrer Autobiografie „La Chana. Bailaora“ dokumentiert hat. Die qualitative Studie untersucht zunächst solche autobiografische Quellen auf Beschreibungen insbesondere tanztherapeutischer Effekte, die einer langjährigen Karriere bis ins höhere Alter förderlich waren. Häufig unterrichten professionelle Flamencotänzerinnen auch solange es möglich ist. Sie geben dabei neben tänzerischem Wissen allgemeine Überzeugungen und individuelle Einstellungen weiter. Die qualitative Studie will erkunden, welche physisch und psychisch als unterstützend erlebten mentalen Vorstellungen sowie deren tänzerische Umsetzungen von über 60-jährigen Schülerinnen ausgewählter Flamenco-Schulen in Deutschland wahrgenommen und beschrieben werden können.

                                                                                                                                                                                                                        Der Forschungsprozess wird sich im Wesentlichen auf Interviews von Experteninnen aus dem Bereich des Flamencos und die Auswertung von entsprechend entwickelten Fragebögen stützen. Über die charakteristische Stilistik des Flamencos  hinaus spielt bei deren Gestaltung eine Rolle, ob kulturanthropologische Aspekte und eine „künstlerisch akzentuierte Gesundheitsphilosophie“ (Mastnak, 2022) gerade im höheren Alter in das eigene Tanzen einfließen oder nicht.

                                                                                                                                                                                                                        Der Beitrag versucht schließlich aus den Ergebnissen der Studie, weiterführende Anregungen zum systematischen Aufbau einer internationalisierten „Flamenco-Therapie“ abzuleiten.

                                                                                                                                                                                                                        Dr. Laura Bettag, MA, ist als Kulturmanagerin am Nationaltheater Mannheim und freiberuflich als dipl. Tanztherapeutin sowie im Betrieblichen Gesundheitsmanagement tätig. Sie beforscht derzeit insbesondere die therapeutischen Ressourcen des Tanzunterrichts im stilübergreifenden Vergleich.

                                                                                                                                                                                                                      Lothar Schön ist Musiktherapeut in 95473 Creußen.

                                                                                                                                                                                                                      • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                        • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                        • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                        • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                        • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                        • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                          • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                          • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                          • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                      Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                  • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                    • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                    • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                    • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                  • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                    Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                      • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                        • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                        • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                        • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                    Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                      Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                        • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                          • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                          • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                          • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                      Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                    • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                      • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                      • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                      • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                      • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                          • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                            • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                            • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                            • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                        Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                        • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                          • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                          • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                          • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                          • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                            • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                              • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                              • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                              • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                          Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                          • Sa 10:00-13.00 Uhr: 3 Vorträge mit Diskussion:
                                                                                                                                                                                                                            • 10:00-11.00 Uhr: Dr. Katja Watermann „Alt. Intelligenzgemindert. Vergessen. Kunst und Therapie im Maßregelvollzug.”
                                                                                                                                                                                                                            • 11:00-12:00 Uhr: Dr. Arnold M. Raem: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”
                                                                                                                                                                                                                            • 12:00-13:00 Uhr: Dr. Laura Bettag „Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren.”
                                                                                                                                                                                                                          • Sa 14-16 Uhr: 3 Workshops mit Diskussion:
                                                                                                                                                                                                                            • 14.00-15.30 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Georg Franzen „Böcklins ‚Toteninsel‘“.
                                                                                                                                                                                                                            • 15:45-17:00 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.
                                                                                                                                                                                                                            • 17:15-19.00 Uhr: Dr. Yolanda Bertolaso „Rezeptive Künstlerische Tanztherapie mit stark bewegungseingeschränkten und teilweise dementen Senioren.”
                                                                                                                                                                                                                          • So 10.00-16:00 Uhr: 1 Vortrag und 3 Workshops mit Diskussion:
                                                                                                                                                                                                                            • 10:00-11:30 Uhr: Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak „Künstlerische Therapien im Alter.
                                                                                                                                                                                                                            • 11.45-13.00 Uhr: Prof. Dr. Marion Tacke “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                                                                                                                                                                                                            • 14.00-16:00 Uhr: Dr. Enrico Otto Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.“
                                                                                                                                                                                                                            • Poster von Lothar Schön: “Digitalisierung der Musiktherapie”

                                                                                                                                                                                                                              Ein wichtiger Ansatz für die geplante digitalisierte Musiktherapie ist die soziale Teilhabe von Menschen, die aufgrund gesundheitlicher Beeinträchtigungen benachteiligt sind.

                                                                                                                                                                                                                              Gleichzeitig wird all denen, die über keine instrumentalen Vorkenntnisse verfügen, eine Plattform geboten, die einen intuitiven Zugang zum Musizieren ermöglicht.

                                                                                                                                                                                                                              Stellen Sie sich bitte eine Partitur vor, die zwar Melodienverlauf skizziert, aber vom ausführenden Musiker keine Tonhöhenauswahl verlangt. Das macht den musikalischen Prozess einfacher und entlastet unsere Kandidaten.

                                                                                                                                                                                                                              Die Aufmerksamkeit kann also auf den Rhythmus konzentriert werden.

                                                                                                                                                                                                                              In erster Linie denke ich an Schlaganfall- und Parkinsonpatienten.

                                                                                                                                                                                                                              Für psychosomatische Fallbeispiele bieten sich nochmal ganz neuartige erweiterte Musizierzugänge.

                                                                                                                                                                                                                              Die erleichterte Interaktion für Menschen mit unterschiedlicher musikalischer Vorbildung bildet eine ganz wesentliche Grundlage.

                                                                                                                                                                                                                              Vorliegende Zusammenfassungen – weitere folgen:

                                                                                                                                                                                                                              • Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak am 21. April 2024: „Künstlerische Therapien im Alter.
                                                                                                                                                                                                                                In einer Gesellschaft mit immer höheren Lebenserwartungen spielen Gesundheitsförderung und Gesundheitserhaltung eine zentrale Rolle. Dies wird auch seitens der Weltgesundheitsorganisation WHO mit Hinweis auf die UN-Deklaration zum gesunden Altern United Nations Decade of Healthy Ageing 2021–2030 hervorgehoben. Der Terminus „healthy aging“ muss hier allerdings differenziert verstanden werden und reicht von einer ganzheitlichen Gesunderhaltung im Rahmen natürlicher Alterungsprozesse über spezifische Prävention, etwa von Depression bei Herzinsuffizienz, bis zu spiritueller Gesundheit in der Palliativmedizin.

                                                                                                                                                                                                                                Die repräsentativen gerontagogischen Gesundheitsaktivitäten an der Musikhochschule in Posen (Akademia Muzyczna im. Ignacego Jana Paderewskiego w Poznaniu) beruhen auf musikalisch-tänzerischen Gruppenaktivitäten und werden zur Zeit länderübergreifend und interdisziplinär beforscht. Während es hier ganzheitlich um psychophysische Gesundheit und soziokulturelle Inklusion geht, stehen bei anderen Aktivitäten spezifische Gesundheitsaspekte im Zentrum. So finden etwa im Österreichischen Herzverband Landesverband Burgenland Musik und Tanz zur Förderung und Rehabilitation kardiovaskulärer und kardiorespiratorischer Gesundheit im Alter Einsatz.

                                                                                                                                                                                                                                Künstlerische Therapien sind vielerorts aus dem geriatrischen, insbesondere auch dem neurogeriatrischen Bereich, nicht mehr wegzudenken. So wird etwa an der Universitätsklinik Pitié-Salpêtrière in Paris seit Jahren Parkidanse, eine hoch spezifische tanztherapeutische Technik zur Milderung von Parkinsonsymptomatik, eingesetzt. Gegenwärtige Studien deuten darauf hin, dass es dabei zu Synchronisationen zwischen musikalischen und motorischen Rhythmusprozessoren im Gehirn kommt, welche die parkinsontypische Basalgangliendegeneration teils zu kompensieren vermögen.

                                                                                                                                                                                                                                Am Forschungszentrum für künstlerische Therapien der Changzhi Medical School in China – einer Einrichtung, die vermutlich in den nächsten Jahren im Bereich physiologischer, neurowissenschaftlicher und interdisziplinären Forschung zu künstlerischen Therapien in Klinik und Public Health eine führende Position einnehmen dürfte – werden Musik-Tanz-Prozesse zur Rehabilitation bei Demenz untersucht, wobei sich gegenwärtig abzeichnet, dass die Künste dynamische Netzwerk-Konnektivitäten aktivieren, die letztlich für den therapeutischen Outcome verantwortlich sind.

                                                                                                                                                                                                                                Künste auf gesundheitsförderndem und therapeutischem Terrain sollen allerdings nicht bloß funktional verstanden werden. Vierzig Jahre künstlerische Therapien im Sinne von Karl Hörmann haben die Unersetzbarkeit des ästhetischen und schöpferischen Moments deutlich gemacht und gleichzeitig die Notwendigkeit von psychologischer und medizinischer Forschung hervorgehoben: die Künste stellen die Intervention, die Wissenschaften liefern Erkenntnisse über künstlerisch-therapeutische Mechanismen.

                                                                                                                                                                                                                                Während der Vortrag Forschungen zu gesundheitsfördernden und therapeutischen Funktionen der Künste im Alter sowie bei alterstypischen Erkrankungen diskutiert, werden im Workshop einzelne Techniken vorgestellt und in Form von Selbsterfahrung erprobt.

                                                                                                                                                                                                                                Wolfgang Mastnak ist Professor für künstlerische Therapien am Changzhi Medical College (Volksrepublik China) und wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Kultur, Künste und Medien (长治医学院 人文艺术传媒系) sowie Inhaber des Lehrstuhls für Musikpädagogik (Schulmusik) an der Hochschule für Musik und Theater München. Seine Seminare im Bereich Lehramt umfassen Musikdidaktik, Wissenschaftstheorie, Musik und Gesundheitspädagogik, Neuro-Musikpädagogik und transkulturelle Musikpädagogik. Im Doktoratsstudium betreut er vor allem Studien zur Integration von Musikpädagogik und Musiktherapie. Im Bayerischen Hochschulzentrum für China (BayCHINA) und im Bayerischen Hochschulzentrum für Mittel-, Ost- und Südosteuropa (BAYHOST) ist er der für die Musik- und Kunsthochschulen zuständige Direktor. Er hat Doktorate in Musikpädagogik & Psychologie, Medizinwissenschaften, Sportwissenschaften und Mathematik und ist Psychotherapeut und Mototherapeut. Wolfgang Mastnak ist Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste sowie der New York Academy of Sciences. Seine interdisziplinären Forschungen wurden international vielfach ausgezeichnet.
                                                                                                                                                                                                                            • Dr. Enrico Otto am 21. April 2024: „Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.

                                                                                                                                                                                                                              Um für Theaterinteressierte einen sinnvollen Einstieg in eine praktische Theaterarbeit zu gestalten, braucht der Interessent in einem Workshop die Kenntnis von sich selbst als potentiellen Darsteller. Über das Rollenstudium mit szenischer Arbeit an einem selbst ausgesuchten Text (10 Zeilen aus einem Theatertext) lassen sich unter Anleitung vielfältige Varianten des szenischen Ausdrucks erproben.

                                                                                                                                                                                                                              In einem zweiten Schritt soll aufgrund der Erfahrung mit sich selbst als Darsteller ein szenischer Bezug zu anderen Mit-Darstellern erprobt werden. So gelangt man in einfacher Form zu einer grundlegenden Ensemblearbeit.

                                                                                                                                                                                                                              Ein möglicher dritter Schritt wäre dann die szenische Erarbeitung einer ganzen Szene.

                                                                                                                                                                                                                              Der Artikel von Dr. Otto „Theater als Kommunikationsmodell“, erschienen in der MTK-Ausgabe 2023-1, S. 39-100, wird zur vorherigen Lektüre empfohlen. Sein für die folgende MTK-Ausgabe vorgesehener Beitrag “Die Funktionalität des Rollenstudiums im nicht-professionellem Theaterbereich” wird denjenigen zugeschickt, die sich zu seinem Workshop angemeldet haben.

                                                                                                                                                                                                                              Die Interessenten können sich jetzt schon auf den Workshop vorbereiten:

                                                                                                                                                                                                                              Bei nicht-profesionellen Inszenierungen taucht immer die Frage nach der richtigen Besetzung der textbezogenen Rollen auf. Diese Frage lässt sich oft bei nicht ausgebildeten Spielleitern kaum richtig beantworten. Vielmehr ist die Frage der Besetzung einem wie auch immer geartetem Gefühl des Spielleiters überlassen. Daher entstehen oft Fehlbesetzungen, die sich im Laufe der Proben heraus-stellen und oft auch zu einem Abbruch der Inszenierungsarbeit führen. Das Rollenstudium ist in solchen Fällen, vor der eigentlichen Inszenie- rungsarbeit durchgeführt, eine wichtige Möglichkeit, den o.g. Vorgang zu umgehen. Da darüber hinaus Rollenstudium eine wichtige Form der Klärung der Darsteller-Persönlichkeit darstellt, zeigt sich anhand des entsprechenden Ergebnisses, wie die Bandbreite der Darstellung aussieht, nachdem festgehalten wurde, ob anhand der Körperhaltung, der Bewegung, der Gestil und Mimik, der Sprache und des Outfits der Darsteller für eine entsprechende Rolle geeignet ist.

                                                                                                                                                                                                                              Rollenstudium braucht das eingehende Studium verschiedener Rollenstrukturen durch den angehenden Darsteller selbst, indem er aus unterschied-lichen Stücken d i e Rolle über vielleicht maximalen 10 Zeilen aussucht und zum Rollenstudium mitbringt, um daran zu arbeiten.

                                                                                                                                                                                                                              Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann am 20. April 2024: „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.

                                                                                                                                                                                                                              Im Alter kommt man nicht umhin, an sein irdisches Ende zu denken. Gerne erinnert man sich an Lieder aus der Kinder- und Jugendzeit und an jene aus dem Erlernen eines Instruments vertraute Musik. Im Gegensatz zu früheren Lebensjahren kann man im Alter mit den schnell wechselnden Popmusikcharts nichts mehr anfangen. Vielmehr befasst man sich mit der zeitlosen klassischen Musik und insbesondere mit solcher, die die eigene Lebenssituation anspricht.

                                                                                                                                                                                                                              Zu dem Gemälde von Arnold Böckling, das der Diplom-Psychologe Prof. Dr. Georg Franzen (www.kunstpsychologie.de) aus kunstpsychologischer Sicht beleuchtet, gibt es mindestens 29 Vertonungen und damit mehr als zu jedem anderen Bild. Anhand ausgewählter musikalischer Stimmungsbilder soll analysiert werden, was sie dem dafür aufgeschlossenen alten Menschen sagen und wie sie seine multimodale Interaktion beeinflussen können. Hierzu wird ein Film gezeigt und werden Anregungen gegen die üblichen vermeintlich nützlichen Strategien des Singens im Alter gegeben. Damit sich aber im fortgeschrittenen Alter die viel beschworene und erfahrbare Heilkraft von Musik beim Musikhören, Singen und Musizieren entfalten kann, sind trotz aller und gerade bei Gebrechen Voraussetzungen zu beachten, die dem an Erfahrung reichen homo ludens nicht nur ein wohltuendes musikalisches Erleben, sondern jederzeit mit geringem Aufwand ein gehöriges Quantum an flow ermöglichen können.

                                                                                                                                                                                                                              • Dr. Arnold M. Raem am 20. April 2024: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”

                                                                                                                                                                                                                                Dr. Arnold M. Raem ist Gründer der arrows biomedical Deutschland GmbH mit Sitz im Centrum für Nanotechnologie „CeNTech“ der Universität Münster. Die arrows biomedical Deutschland GmbH ist ein Servicelabor mit den Schwerpunkten im Bereich der molekularen Biomedizin / Onkologie. Dr. Arnold M. Raem hat zahlreiche, excellent bewertete Bücher herausgegeben, darunter das Handbuch für Geriatrie. Lehrbuch für Praxis und Klinik. (2005). Düsseldorf: Deutsche Krankhaus Verlagsgesellschaft, mit einem Kapitel Künstlerische Therapien in der Geriatrie, S. 859-869.    
                                                                                                                                                                                                                                             
                                                                                                                                                                                                                              • Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke am 20. April 2024: “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                                                                                                                                                                                                                 
                                                                                                                                                                                                                                In diesem Workshop soll das Thema der “Bewegung” in seiner Bedeutung für eine zunehmend älter werdende Gesellschaft im Vordergrund symbolischer Durcharbeitung stehen. Der kreative Umgang mit Bewegung und Stillstand ist für viele ältere Patient:innen elementar. Im therapeutischen Setting nimmt die Anzahl derer, die auch ab 60 Jahren “Stärkungswünsche” für sich hegen, stetig zu. Gerade Frauen stehen aus unterschiedlichen Lebenslagen, wie nach einer Scheidung, dem Auszug der Kinder, Sich-Kümmern um einen pflegebedürftigen Angehörigen oder Tod des Partners sowie aus weiteren Gründen vor neuen Herausforderungen.    
                                                                                                                                                                                                                                    
                                                                                                                                                                                                                                Anhand verschiedener Fallvignetten werden wir uns anschauen, welchen Schwierigkeiten ausgewählte Patientinnen während ihrer Lebensspanne ausgesetzt waren, welche individuums-spezifischen Ressourcen und Bedürfnisse vorhanden sind, um die alltäglichen Belastungen als zu meisternde Herausforderungen sehen und nutzen zu können. Fortbewegung und Stillstand sind immer wieder höchst interessante Aspekte in der therapeutischen Durcharbeitung. Äußere und innere Lebensbedingungen können im Zusammenwirken förderliche oder hinderliche Wirkungen entfalten, welchen wir mit der symbolischen Umsetzung des “Sich-Bewegens” und „Schreiten-Lassens“ analysierend nachspüren wollen, die für weitere Entwicklungsprozesse zielführend sind. Es wäre wünschenswert, wenn die Teilnehmenden des Workshops eigene Abbildungen zur kreativen Erfassung von Bewegung (und Stillstand) mitbringen würden.

                                                                                                                                                                                                                                Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke, Leibniz-Universität Hannover Hannover, ist Psychologische Psychotherapeutin in Eigener Praxis.

                                                                                                                                                                                                                              • Dr. Laura Bettag am 20.04.2023: Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren

                                                                                                                                                                                                                                In der Kultur des Flamencos kennen wir zahlreiche Beispiele einer lebenslangen Beschäftigung mit dem Flamencotanz. Es wird nicht als ungewöhnlich empfunden, wenn ältere Tänzerinnen im professionellen Rahmen vor Publikum auftreten und Erfolge feiern. La Chana (geb. 1946) trat im Alter von 75 Jahren von der Bühne ab, wobei sie ihr Programm im Sitzen bewältigte. Tanz kann als Überlebenselixier wirken, wie sie in ihrer Autobiografie „La Chana. Bailaora“ dokumentiert hat. Die qualitative Studie untersucht zunächst solche autobiografische Quellen auf Beschreibungen insbesondere tanztherapeutischer Effekte, die einer langjährigen Karriere bis ins höhere Alter förderlich waren. Häufig unterrichten professionelle Flamencotänzerinnen auch solange es möglich ist. Sie geben dabei neben tänzerischem Wissen allgemeine Überzeugungen und individuelle Einstellungen weiter. Die qualitative Studie will erkunden, welche physisch und psychisch als unterstützend erlebten mentalen Vorstellungen sowie deren tänzerische Umsetzungen von über 60-jährigen Schülerinnen ausgewählter Flamenco-Schulen in Deutschland wahrgenommen und beschrieben werden können.

                                                                                                                                                                                                                                Der Forschungsprozess wird sich im Wesentlichen auf Interviews von Experteninnen aus dem Bereich des Flamencos und die Auswertung von entsprechend entwickelten Fragebögen stützen. Über die charakteristische Stilistik des Flamencos  hinaus spielt bei deren Gestaltung eine Rolle, ob kulturanthropologische Aspekte und eine „künstlerisch akzentuierte Gesundheitsphilosophie“ (Mastnak, 2022) gerade im höheren Alter in das eigene Tanzen einfließen oder nicht.

                                                                                                                                                                                                                                Der Beitrag versucht schließlich aus den Ergebnissen der Studie, weiterführende Anregungen zum systematischen Aufbau einer internationalisierten „Flamenco-Therapie“ abzuleiten.

                                                                                                                                                                                                                                Dr. Laura Bettag, MA, ist als Kulturmanagerin am Nationaltheater Mannheim und freiberuflich als dipl. Tanztherapeutin sowie im Betrieblichen Gesundheitsmanagement tätig. Sie beforscht derzeit insbesondere die therapeutischen Ressourcen des Tanzunterrichts im stilübergreifenden Vergleich.

                                                                                                                                                                                                                              Lothar Schön ist Musiktherapeut in 95473 Creußen.

                                                                                                                                                                                                                              • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                  • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                  • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                  • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                              Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                              Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                  • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                  • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                  • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                              Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                              • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                  • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                    • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                    • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                    • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                • Sa 10:00-13.00 Uhr: 3 Vorträge mit Diskussion:
                                                                                                                                                                                                                                  • 10:00-11.00 Uhr: Dr. Katja Watermann „Alt. Intelligenzgemindert. Vergessen. Kunst und Therapie im Maßregelvollzug.”
                                                                                                                                                                                                                                  • 11:00-12:00 Uhr: Dr. Arnold M. Raem: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”
                                                                                                                                                                                                                                  • 12:00-13:00 Uhr: Dr. Laura Bettag „Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren.”
                                                                                                                                                                                                                                • Sa 14-16 Uhr: 3 Workshops mit Diskussion:
                                                                                                                                                                                                                                  • 14.00-15.30 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Georg Franzen „Böcklins ‚Toteninsel‘“.
                                                                                                                                                                                                                                  • 15:45-17:00 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.
                                                                                                                                                                                                                                  • 17:15-19.00 Uhr: Dr. Yolanda Bertolaso „Rezeptive Künstlerische Tanztherapie mit stark bewegungseingeschränkten und teilweise dementen Senioren.”
                                                                                                                                                                                                                                • So 10.00-16:00 Uhr: 1 Vortrag und 3 Workshops mit Diskussion:
                                                                                                                                                                                                                                  • 10:00-11:30 Uhr: Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak „Künstlerische Therapien im Alter.
                                                                                                                                                                                                                                  • 11.45-13.00 Uhr: Prof. Dr. Marion Tacke “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                                                                                                                                                                                                                  • 14.00-16:00 Uhr: Dr. Enrico Otto Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.“
                                                                                                                                                                                                                                  • Poster von Lothar Schön: “Digitalisierung der Musiktherapie”

                                                                                                                                                                                                                                    Ein wichtiger Ansatz für die geplante digitalisierte Musiktherapie ist die soziale Teilhabe von Menschen, die aufgrund gesundheitlicher Beeinträchtigungen benachteiligt sind.

                                                                                                                                                                                                                                    Gleichzeitig wird all denen, die über keine instrumentalen Vorkenntnisse verfügen, eine Plattform geboten, die einen intuitiven Zugang zum Musizieren ermöglicht.

                                                                                                                                                                                                                                    Stellen Sie sich bitte eine Partitur vor, die zwar Melodienverlauf skizziert, aber vom ausführenden Musiker keine Tonhöhenauswahl verlangt. Das macht den musikalischen Prozess einfacher und entlastet unsere Kandidaten.

                                                                                                                                                                                                                                    Die Aufmerksamkeit kann also auf den Rhythmus konzentriert werden.

                                                                                                                                                                                                                                    In erster Linie denke ich an Schlaganfall- und Parkinsonpatienten.

                                                                                                                                                                                                                                    Für psychosomatische Fallbeispiele bieten sich nochmal ganz neuartige erweiterte Musizierzugänge.

                                                                                                                                                                                                                                    Die erleichterte Interaktion für Menschen mit unterschiedlicher musikalischer Vorbildung bildet eine ganz wesentliche Grundlage.

                                                                                                                                                                                                                                    Vorliegende Zusammenfassungen – weitere folgen:

                                                                                                                                                                                                                                    • Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak am 21. April 2024: „Künstlerische Therapien im Alter.
                                                                                                                                                                                                                                      In einer Gesellschaft mit immer höheren Lebenserwartungen spielen Gesundheitsförderung und Gesundheitserhaltung eine zentrale Rolle. Dies wird auch seitens der Weltgesundheitsorganisation WHO mit Hinweis auf die UN-Deklaration zum gesunden Altern United Nations Decade of Healthy Ageing 2021–2030 hervorgehoben. Der Terminus „healthy aging“ muss hier allerdings differenziert verstanden werden und reicht von einer ganzheitlichen Gesunderhaltung im Rahmen natürlicher Alterungsprozesse über spezifische Prävention, etwa von Depression bei Herzinsuffizienz, bis zu spiritueller Gesundheit in der Palliativmedizin.

                                                                                                                                                                                                                                      Die repräsentativen gerontagogischen Gesundheitsaktivitäten an der Musikhochschule in Posen (Akademia Muzyczna im. Ignacego Jana Paderewskiego w Poznaniu) beruhen auf musikalisch-tänzerischen Gruppenaktivitäten und werden zur Zeit länderübergreifend und interdisziplinär beforscht. Während es hier ganzheitlich um psychophysische Gesundheit und soziokulturelle Inklusion geht, stehen bei anderen Aktivitäten spezifische Gesundheitsaspekte im Zentrum. So finden etwa im Österreichischen Herzverband Landesverband Burgenland Musik und Tanz zur Förderung und Rehabilitation kardiovaskulärer und kardiorespiratorischer Gesundheit im Alter Einsatz.

                                                                                                                                                                                                                                      Künstlerische Therapien sind vielerorts aus dem geriatrischen, insbesondere auch dem neurogeriatrischen Bereich, nicht mehr wegzudenken. So wird etwa an der Universitätsklinik Pitié-Salpêtrière in Paris seit Jahren Parkidanse, eine hoch spezifische tanztherapeutische Technik zur Milderung von Parkinsonsymptomatik, eingesetzt. Gegenwärtige Studien deuten darauf hin, dass es dabei zu Synchronisationen zwischen musikalischen und motorischen Rhythmusprozessoren im Gehirn kommt, welche die parkinsontypische Basalgangliendegeneration teils zu kompensieren vermögen.

                                                                                                                                                                                                                                      Am Forschungszentrum für künstlerische Therapien der Changzhi Medical School in China – einer Einrichtung, die vermutlich in den nächsten Jahren im Bereich physiologischer, neurowissenschaftlicher und interdisziplinären Forschung zu künstlerischen Therapien in Klinik und Public Health eine führende Position einnehmen dürfte – werden Musik-Tanz-Prozesse zur Rehabilitation bei Demenz untersucht, wobei sich gegenwärtig abzeichnet, dass die Künste dynamische Netzwerk-Konnektivitäten aktivieren, die letztlich für den therapeutischen Outcome verantwortlich sind.

                                                                                                                                                                                                                                      Künste auf gesundheitsförderndem und therapeutischem Terrain sollen allerdings nicht bloß funktional verstanden werden. Vierzig Jahre künstlerische Therapien im Sinne von Karl Hörmann haben die Unersetzbarkeit des ästhetischen und schöpferischen Moments deutlich gemacht und gleichzeitig die Notwendigkeit von psychologischer und medizinischer Forschung hervorgehoben: die Künste stellen die Intervention, die Wissenschaften liefern Erkenntnisse über künstlerisch-therapeutische Mechanismen.

                                                                                                                                                                                                                                      Während der Vortrag Forschungen zu gesundheitsfördernden und therapeutischen Funktionen der Künste im Alter sowie bei alterstypischen Erkrankungen diskutiert, werden im Workshop einzelne Techniken vorgestellt und in Form von Selbsterfahrung erprobt.

                                                                                                                                                                                                                                      Wolfgang Mastnak ist Professor für künstlerische Therapien am Changzhi Medical College (Volksrepublik China) und wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Kultur, Künste und Medien (长治医学院 人文艺术传媒系) sowie Inhaber des Lehrstuhls für Musikpädagogik (Schulmusik) an der Hochschule für Musik und Theater München. Seine Seminare im Bereich Lehramt umfassen Musikdidaktik, Wissenschaftstheorie, Musik und Gesundheitspädagogik, Neuro-Musikpädagogik und transkulturelle Musikpädagogik. Im Doktoratsstudium betreut er vor allem Studien zur Integration von Musikpädagogik und Musiktherapie. Im Bayerischen Hochschulzentrum für China (BayCHINA) und im Bayerischen Hochschulzentrum für Mittel-, Ost- und Südosteuropa (BAYHOST) ist er der für die Musik- und Kunsthochschulen zuständige Direktor. Er hat Doktorate in Musikpädagogik & Psychologie, Medizinwissenschaften, Sportwissenschaften und Mathematik und ist Psychotherapeut und Mototherapeut. Wolfgang Mastnak ist Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste sowie der New York Academy of Sciences. Seine interdisziplinären Forschungen wurden international vielfach ausgezeichnet.
                                                                                                                                                                                                                                  • Dr. Enrico Otto am 21. April 2024: „Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.

                                                                                                                                                                                                                                    Um für Theaterinteressierte einen sinnvollen Einstieg in eine praktische Theaterarbeit zu gestalten, braucht der Interessent in einem Workshop die Kenntnis von sich selbst als potentiellen Darsteller. Über das Rollenstudium mit szenischer Arbeit an einem selbst ausgesuchten Text (10 Zeilen aus einem Theatertext) lassen sich unter Anleitung vielfältige Varianten des szenischen Ausdrucks erproben.

                                                                                                                                                                                                                                    In einem zweiten Schritt soll aufgrund der Erfahrung mit sich selbst als Darsteller ein szenischer Bezug zu anderen Mit-Darstellern erprobt werden. So gelangt man in einfacher Form zu einer grundlegenden Ensemblearbeit.

                                                                                                                                                                                                                                    Ein möglicher dritter Schritt wäre dann die szenische Erarbeitung einer ganzen Szene.

                                                                                                                                                                                                                                    Der Artikel von Dr. Otto „Theater als Kommunikationsmodell“, erschienen in der MTK-Ausgabe 2023-1, S. 39-100, wird zur vorherigen Lektüre empfohlen. Sein für die folgende MTK-Ausgabe vorgesehener Beitrag “Die Funktionalität des Rollenstudiums im nicht-professionellem Theaterbereich” wird denjenigen zugeschickt, die sich zu seinem Workshop angemeldet haben.

                                                                                                                                                                                                                                    Die Interessenten können sich jetzt schon auf den Workshop vorbereiten:

                                                                                                                                                                                                                                    Bei nicht-profesionellen Inszenierungen taucht immer die Frage nach der richtigen Besetzung der textbezogenen Rollen auf. Diese Frage lässt sich oft bei nicht ausgebildeten Spielleitern kaum richtig beantworten. Vielmehr ist die Frage der Besetzung einem wie auch immer geartetem Gefühl des Spielleiters überlassen. Daher entstehen oft Fehlbesetzungen, die sich im Laufe der Proben heraus-stellen und oft auch zu einem Abbruch der Inszenierungsarbeit führen. Das Rollenstudium ist in solchen Fällen, vor der eigentlichen Inszenie- rungsarbeit durchgeführt, eine wichtige Möglichkeit, den o.g. Vorgang zu umgehen. Da darüber hinaus Rollenstudium eine wichtige Form der Klärung der Darsteller-Persönlichkeit darstellt, zeigt sich anhand des entsprechenden Ergebnisses, wie die Bandbreite der Darstellung aussieht, nachdem festgehalten wurde, ob anhand der Körperhaltung, der Bewegung, der Gestil und Mimik, der Sprache und des Outfits der Darsteller für eine entsprechende Rolle geeignet ist.

                                                                                                                                                                                                                                    Rollenstudium braucht das eingehende Studium verschiedener Rollenstrukturen durch den angehenden Darsteller selbst, indem er aus unterschied-lichen Stücken d i e Rolle über vielleicht maximalen 10 Zeilen aussucht und zum Rollenstudium mitbringt, um daran zu arbeiten.

                                                                                                                                                                                                                                    Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann am 20. April 2024: „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.

                                                                                                                                                                                                                                    Im Alter kommt man nicht umhin, an sein irdisches Ende zu denken. Gerne erinnert man sich an Lieder aus der Kinder- und Jugendzeit und an jene aus dem Erlernen eines Instruments vertraute Musik. Im Gegensatz zu früheren Lebensjahren kann man im Alter mit den schnell wechselnden Popmusikcharts nichts mehr anfangen. Vielmehr befasst man sich mit der zeitlosen klassischen Musik und insbesondere mit solcher, die die eigene Lebenssituation anspricht.

                                                                                                                                                                                                                                    Zu dem Gemälde von Arnold Böckling, das der Diplom-Psychologe Prof. Dr. Georg Franzen (www.kunstpsychologie.de) aus kunstpsychologischer Sicht beleuchtet, gibt es mindestens 29 Vertonungen und damit mehr als zu jedem anderen Bild. Anhand ausgewählter musikalischer Stimmungsbilder soll analysiert werden, was sie dem dafür aufgeschlossenen alten Menschen sagen und wie sie seine multimodale Interaktion beeinflussen können. Hierzu wird ein Film gezeigt und werden Anregungen gegen die üblichen vermeintlich nützlichen Strategien des Singens im Alter gegeben. Damit sich aber im fortgeschrittenen Alter die viel beschworene und erfahrbare Heilkraft von Musik beim Musikhören, Singen und Musizieren entfalten kann, sind trotz aller und gerade bei Gebrechen Voraussetzungen zu beachten, die dem an Erfahrung reichen homo ludens nicht nur ein wohltuendes musikalisches Erleben, sondern jederzeit mit geringem Aufwand ein gehöriges Quantum an flow ermöglichen können.

                                                                                                                                                                                                                                    • Dr. Arnold M. Raem am 20. April 2024: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”

                                                                                                                                                                                                                                      Dr. Arnold M. Raem ist Gründer der arrows biomedical Deutschland GmbH mit Sitz im Centrum für Nanotechnologie „CeNTech“ der Universität Münster. Die arrows biomedical Deutschland GmbH ist ein Servicelabor mit den Schwerpunkten im Bereich der molekularen Biomedizin / Onkologie. Dr. Arnold M. Raem hat zahlreiche, excellent bewertete Bücher herausgegeben, darunter das Handbuch für Geriatrie. Lehrbuch für Praxis und Klinik. (2005). Düsseldorf: Deutsche Krankhaus Verlagsgesellschaft, mit einem Kapitel Künstlerische Therapien in der Geriatrie, S. 859-869.    
                                                                                                                                                                                                                                                   
                                                                                                                                                                                                                                    • Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke am 20. April 2024: “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                                                                                                                                                                                                                       
                                                                                                                                                                                                                                      In diesem Workshop soll das Thema der “Bewegung” in seiner Bedeutung für eine zunehmend älter werdende Gesellschaft im Vordergrund symbolischer Durcharbeitung stehen. Der kreative Umgang mit Bewegung und Stillstand ist für viele ältere Patient:innen elementar. Im therapeutischen Setting nimmt die Anzahl derer, die auch ab 60 Jahren “Stärkungswünsche” für sich hegen, stetig zu. Gerade Frauen stehen aus unterschiedlichen Lebenslagen, wie nach einer Scheidung, dem Auszug der Kinder, Sich-Kümmern um einen pflegebedürftigen Angehörigen oder Tod des Partners sowie aus weiteren Gründen vor neuen Herausforderungen.    
                                                                                                                                                                                                                                          
                                                                                                                                                                                                                                      Anhand verschiedener Fallvignetten werden wir uns anschauen, welchen Schwierigkeiten ausgewählte Patientinnen während ihrer Lebensspanne ausgesetzt waren, welche individuums-spezifischen Ressourcen und Bedürfnisse vorhanden sind, um die alltäglichen Belastungen als zu meisternde Herausforderungen sehen und nutzen zu können. Fortbewegung und Stillstand sind immer wieder höchst interessante Aspekte in der therapeutischen Durcharbeitung. Äußere und innere Lebensbedingungen können im Zusammenwirken förderliche oder hinderliche Wirkungen entfalten, welchen wir mit der symbolischen Umsetzung des “Sich-Bewegens” und „Schreiten-Lassens“ analysierend nachspüren wollen, die für weitere Entwicklungsprozesse zielführend sind. Es wäre wünschenswert, wenn die Teilnehmenden des Workshops eigene Abbildungen zur kreativen Erfassung von Bewegung (und Stillstand) mitbringen würden.

                                                                                                                                                                                                                                      Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke, Leibniz-Universität Hannover Hannover, ist Psychologische Psychotherapeutin in Eigener Praxis.

                                                                                                                                                                                                                                    • Dr. Laura Bettag am 20.04.2023: Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren

                                                                                                                                                                                                                                      In der Kultur des Flamencos kennen wir zahlreiche Beispiele einer lebenslangen Beschäftigung mit dem Flamencotanz. Es wird nicht als ungewöhnlich empfunden, wenn ältere Tänzerinnen im professionellen Rahmen vor Publikum auftreten und Erfolge feiern. La Chana (geb. 1946) trat im Alter von 75 Jahren von der Bühne ab, wobei sie ihr Programm im Sitzen bewältigte. Tanz kann als Überlebenselixier wirken, wie sie in ihrer Autobiografie „La Chana. Bailaora“ dokumentiert hat. Die qualitative Studie untersucht zunächst solche autobiografische Quellen auf Beschreibungen insbesondere tanztherapeutischer Effekte, die einer langjährigen Karriere bis ins höhere Alter förderlich waren. Häufig unterrichten professionelle Flamencotänzerinnen auch solange es möglich ist. Sie geben dabei neben tänzerischem Wissen allgemeine Überzeugungen und individuelle Einstellungen weiter. Die qualitative Studie will erkunden, welche physisch und psychisch als unterstützend erlebten mentalen Vorstellungen sowie deren tänzerische Umsetzungen von über 60-jährigen Schülerinnen ausgewählter Flamenco-Schulen in Deutschland wahrgenommen und beschrieben werden können.

                                                                                                                                                                                                                                      Der Forschungsprozess wird sich im Wesentlichen auf Interviews von Experteninnen aus dem Bereich des Flamencos und die Auswertung von entsprechend entwickelten Fragebögen stützen. Über die charakteristische Stilistik des Flamencos  hinaus spielt bei deren Gestaltung eine Rolle, ob kulturanthropologische Aspekte und eine „künstlerisch akzentuierte Gesundheitsphilosophie“ (Mastnak, 2022) gerade im höheren Alter in das eigene Tanzen einfließen oder nicht.

                                                                                                                                                                                                                                      Der Beitrag versucht schließlich aus den Ergebnissen der Studie, weiterführende Anregungen zum systematischen Aufbau einer internationalisierten „Flamenco-Therapie“ abzuleiten.

                                                                                                                                                                                                                                      Dr. Laura Bettag, MA, ist als Kulturmanagerin am Nationaltheater Mannheim und freiberuflich als dipl. Tanztherapeutin sowie im Betrieblichen Gesundheitsmanagement tätig. Sie beforscht derzeit insbesondere die therapeutischen Ressourcen des Tanzunterrichts im stilübergreifenden Vergleich.

                                                                                                                                                                                                                                    Lothar Schön ist Musiktherapeut in 95473 Creußen.

                                                                                                                                                                                                                                    • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                      • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                      • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                      • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                      • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                      • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                        • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                        • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                        • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                    Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                  • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                  • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                  • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                  Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                    • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                      • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                      • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                      • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                  Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                    Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                      • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                        • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                        • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                        • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                    Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                  • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                    • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                    • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                    • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                    • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                        • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                          • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                          • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                          • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                      Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                      • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                        • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                        • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                        • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                        • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                          • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                            • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                            • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                            • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                        Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                        • Sa 10:00-13.00 Uhr: 3 Vorträge mit Diskussion:
                                                                                                                                                                                                                                          • 10:00-11.00 Uhr: Dr. Katja Watermann „Alt. Intelligenzgemindert. Vergessen. Kunst und Therapie im Maßregelvollzug.”
                                                                                                                                                                                                                                          • 11:00-12:00 Uhr: Dr. Arnold M. Raem: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”
                                                                                                                                                                                                                                          • 12:00-13:00 Uhr: Dr. Laura Bettag „Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren.”
                                                                                                                                                                                                                                        • Sa 14-16 Uhr: 3 Workshops mit Diskussion:
                                                                                                                                                                                                                                          • 14.00-15.30 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Georg Franzen „Böcklins ‚Toteninsel‘“.
                                                                                                                                                                                                                                          • 15:45-17:00 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.
                                                                                                                                                                                                                                          • 17:15-19.00 Uhr: Dr. Yolanda Bertolaso „Rezeptive Künstlerische Tanztherapie mit stark bewegungseingeschränkten und teilweise dementen Senioren.”
                                                                                                                                                                                                                                        • So 10.00-16:00 Uhr: 1 Vortrag und 3 Workshops mit Diskussion:
                                                                                                                                                                                                                                          • 10:00-11:30 Uhr: Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak „Künstlerische Therapien im Alter.
                                                                                                                                                                                                                                          • 11.45-13.00 Uhr: Prof. Dr. Marion Tacke “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                                                                                                                                                                                                                          • 14.00-16:00 Uhr: Dr. Enrico Otto Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.“
                                                                                                                                                                                                                                          • Poster von Lothar Schön: “Digitalisierung der Musiktherapie”

                                                                                                                                                                                                                                            Ein wichtiger Ansatz für die geplante digitalisierte Musiktherapie ist die soziale Teilhabe von Menschen, die aufgrund gesundheitlicher Beeinträchtigungen benachteiligt sind.

                                                                                                                                                                                                                                            Gleichzeitig wird all denen, die über keine instrumentalen Vorkenntnisse verfügen, eine Plattform geboten, die einen intuitiven Zugang zum Musizieren ermöglicht.

                                                                                                                                                                                                                                            Stellen Sie sich bitte eine Partitur vor, die zwar Melodienverlauf skizziert, aber vom ausführenden Musiker keine Tonhöhenauswahl verlangt. Das macht den musikalischen Prozess einfacher und entlastet unsere Kandidaten.

                                                                                                                                                                                                                                            Die Aufmerksamkeit kann also auf den Rhythmus konzentriert werden.

                                                                                                                                                                                                                                            In erster Linie denke ich an Schlaganfall- und Parkinsonpatienten.

                                                                                                                                                                                                                                            Für psychosomatische Fallbeispiele bieten sich nochmal ganz neuartige erweiterte Musizierzugänge.

                                                                                                                                                                                                                                            Die erleichterte Interaktion für Menschen mit unterschiedlicher musikalischer Vorbildung bildet eine ganz wesentliche Grundlage.

                                                                                                                                                                                                                                            Vorliegende Zusammenfassungen – weitere folgen:

                                                                                                                                                                                                                                            • Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak am 21. April 2024: „Künstlerische Therapien im Alter.
                                                                                                                                                                                                                                              In einer Gesellschaft mit immer höheren Lebenserwartungen spielen Gesundheitsförderung und Gesundheitserhaltung eine zentrale Rolle. Dies wird auch seitens der Weltgesundheitsorganisation WHO mit Hinweis auf die UN-Deklaration zum gesunden Altern United Nations Decade of Healthy Ageing 2021–2030 hervorgehoben. Der Terminus „healthy aging“ muss hier allerdings differenziert verstanden werden und reicht von einer ganzheitlichen Gesunderhaltung im Rahmen natürlicher Alterungsprozesse über spezifische Prävention, etwa von Depression bei Herzinsuffizienz, bis zu spiritueller Gesundheit in der Palliativmedizin.

                                                                                                                                                                                                                                              Die repräsentativen gerontagogischen Gesundheitsaktivitäten an der Musikhochschule in Posen (Akademia Muzyczna im. Ignacego Jana Paderewskiego w Poznaniu) beruhen auf musikalisch-tänzerischen Gruppenaktivitäten und werden zur Zeit länderübergreifend und interdisziplinär beforscht. Während es hier ganzheitlich um psychophysische Gesundheit und soziokulturelle Inklusion geht, stehen bei anderen Aktivitäten spezifische Gesundheitsaspekte im Zentrum. So finden etwa im Österreichischen Herzverband Landesverband Burgenland Musik und Tanz zur Förderung und Rehabilitation kardiovaskulärer und kardiorespiratorischer Gesundheit im Alter Einsatz.

                                                                                                                                                                                                                                              Künstlerische Therapien sind vielerorts aus dem geriatrischen, insbesondere auch dem neurogeriatrischen Bereich, nicht mehr wegzudenken. So wird etwa an der Universitätsklinik Pitié-Salpêtrière in Paris seit Jahren Parkidanse, eine hoch spezifische tanztherapeutische Technik zur Milderung von Parkinsonsymptomatik, eingesetzt. Gegenwärtige Studien deuten darauf hin, dass es dabei zu Synchronisationen zwischen musikalischen und motorischen Rhythmusprozessoren im Gehirn kommt, welche die parkinsontypische Basalgangliendegeneration teils zu kompensieren vermögen.

                                                                                                                                                                                                                                              Am Forschungszentrum für künstlerische Therapien der Changzhi Medical School in China – einer Einrichtung, die vermutlich in den nächsten Jahren im Bereich physiologischer, neurowissenschaftlicher und interdisziplinären Forschung zu künstlerischen Therapien in Klinik und Public Health eine führende Position einnehmen dürfte – werden Musik-Tanz-Prozesse zur Rehabilitation bei Demenz untersucht, wobei sich gegenwärtig abzeichnet, dass die Künste dynamische Netzwerk-Konnektivitäten aktivieren, die letztlich für den therapeutischen Outcome verantwortlich sind.

                                                                                                                                                                                                                                              Künste auf gesundheitsförderndem und therapeutischem Terrain sollen allerdings nicht bloß funktional verstanden werden. Vierzig Jahre künstlerische Therapien im Sinne von Karl Hörmann haben die Unersetzbarkeit des ästhetischen und schöpferischen Moments deutlich gemacht und gleichzeitig die Notwendigkeit von psychologischer und medizinischer Forschung hervorgehoben: die Künste stellen die Intervention, die Wissenschaften liefern Erkenntnisse über künstlerisch-therapeutische Mechanismen.

                                                                                                                                                                                                                                              Während der Vortrag Forschungen zu gesundheitsfördernden und therapeutischen Funktionen der Künste im Alter sowie bei alterstypischen Erkrankungen diskutiert, werden im Workshop einzelne Techniken vorgestellt und in Form von Selbsterfahrung erprobt.

                                                                                                                                                                                                                                              Wolfgang Mastnak ist Professor für künstlerische Therapien am Changzhi Medical College (Volksrepublik China) und wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Kultur, Künste und Medien (长治医学院 人文艺术传媒系) sowie Inhaber des Lehrstuhls für Musikpädagogik (Schulmusik) an der Hochschule für Musik und Theater München. Seine Seminare im Bereich Lehramt umfassen Musikdidaktik, Wissenschaftstheorie, Musik und Gesundheitspädagogik, Neuro-Musikpädagogik und transkulturelle Musikpädagogik. Im Doktoratsstudium betreut er vor allem Studien zur Integration von Musikpädagogik und Musiktherapie. Im Bayerischen Hochschulzentrum für China (BayCHINA) und im Bayerischen Hochschulzentrum für Mittel-, Ost- und Südosteuropa (BAYHOST) ist er der für die Musik- und Kunsthochschulen zuständige Direktor. Er hat Doktorate in Musikpädagogik & Psychologie, Medizinwissenschaften, Sportwissenschaften und Mathematik und ist Psychotherapeut und Mototherapeut. Wolfgang Mastnak ist Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste sowie der New York Academy of Sciences. Seine interdisziplinären Forschungen wurden international vielfach ausgezeichnet.
                                                                                                                                                                                                                                          • Dr. Enrico Otto am 21. April 2024: „Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.

                                                                                                                                                                                                                                            Um für Theaterinteressierte einen sinnvollen Einstieg in eine praktische Theaterarbeit zu gestalten, braucht der Interessent in einem Workshop die Kenntnis von sich selbst als potentiellen Darsteller. Über das Rollenstudium mit szenischer Arbeit an einem selbst ausgesuchten Text (10 Zeilen aus einem Theatertext) lassen sich unter Anleitung vielfältige Varianten des szenischen Ausdrucks erproben.

                                                                                                                                                                                                                                            In einem zweiten Schritt soll aufgrund der Erfahrung mit sich selbst als Darsteller ein szenischer Bezug zu anderen Mit-Darstellern erprobt werden. So gelangt man in einfacher Form zu einer grundlegenden Ensemblearbeit.

                                                                                                                                                                                                                                            Ein möglicher dritter Schritt wäre dann die szenische Erarbeitung einer ganzen Szene.

                                                                                                                                                                                                                                            Der Artikel von Dr. Otto „Theater als Kommunikationsmodell“, erschienen in der MTK-Ausgabe 2023-1, S. 39-100, wird zur vorherigen Lektüre empfohlen. Sein für die folgende MTK-Ausgabe vorgesehener Beitrag “Die Funktionalität des Rollenstudiums im nicht-professionellem Theaterbereich” wird denjenigen zugeschickt, die sich zu seinem Workshop angemeldet haben.

                                                                                                                                                                                                                                            Die Interessenten können sich jetzt schon auf den Workshop vorbereiten:

                                                                                                                                                                                                                                            Bei nicht-profesionellen Inszenierungen taucht immer die Frage nach der richtigen Besetzung der textbezogenen Rollen auf. Diese Frage lässt sich oft bei nicht ausgebildeten Spielleitern kaum richtig beantworten. Vielmehr ist die Frage der Besetzung einem wie auch immer geartetem Gefühl des Spielleiters überlassen. Daher entstehen oft Fehlbesetzungen, die sich im Laufe der Proben heraus-stellen und oft auch zu einem Abbruch der Inszenierungsarbeit führen. Das Rollenstudium ist in solchen Fällen, vor der eigentlichen Inszenie- rungsarbeit durchgeführt, eine wichtige Möglichkeit, den o.g. Vorgang zu umgehen. Da darüber hinaus Rollenstudium eine wichtige Form der Klärung der Darsteller-Persönlichkeit darstellt, zeigt sich anhand des entsprechenden Ergebnisses, wie die Bandbreite der Darstellung aussieht, nachdem festgehalten wurde, ob anhand der Körperhaltung, der Bewegung, der Gestil und Mimik, der Sprache und des Outfits der Darsteller für eine entsprechende Rolle geeignet ist.

                                                                                                                                                                                                                                            Rollenstudium braucht das eingehende Studium verschiedener Rollenstrukturen durch den angehenden Darsteller selbst, indem er aus unterschied-lichen Stücken d i e Rolle über vielleicht maximalen 10 Zeilen aussucht und zum Rollenstudium mitbringt, um daran zu arbeiten.

                                                                                                                                                                                                                                            Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann am 20. April 2024: „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.

                                                                                                                                                                                                                                            Im Alter kommt man nicht umhin, an sein irdisches Ende zu denken. Gerne erinnert man sich an Lieder aus der Kinder- und Jugendzeit und an jene aus dem Erlernen eines Instruments vertraute Musik. Im Gegensatz zu früheren Lebensjahren kann man im Alter mit den schnell wechselnden Popmusikcharts nichts mehr anfangen. Vielmehr befasst man sich mit der zeitlosen klassischen Musik und insbesondere mit solcher, die die eigene Lebenssituation anspricht.

                                                                                                                                                                                                                                            Zu dem Gemälde von Arnold Böckling, das der Diplom-Psychologe Prof. Dr. Georg Franzen (www.kunstpsychologie.de) aus kunstpsychologischer Sicht beleuchtet, gibt es mindestens 29 Vertonungen und damit mehr als zu jedem anderen Bild. Anhand ausgewählter musikalischer Stimmungsbilder soll analysiert werden, was sie dem dafür aufgeschlossenen alten Menschen sagen und wie sie seine multimodale Interaktion beeinflussen können. Hierzu wird ein Film gezeigt und werden Anregungen gegen die üblichen vermeintlich nützlichen Strategien des Singens im Alter gegeben. Damit sich aber im fortgeschrittenen Alter die viel beschworene und erfahrbare Heilkraft von Musik beim Musikhören, Singen und Musizieren entfalten kann, sind trotz aller und gerade bei Gebrechen Voraussetzungen zu beachten, die dem an Erfahrung reichen homo ludens nicht nur ein wohltuendes musikalisches Erleben, sondern jederzeit mit geringem Aufwand ein gehöriges Quantum an flow ermöglichen können.

                                                                                                                                                                                                                                            • Dr. Arnold M. Raem am 20. April 2024: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”

                                                                                                                                                                                                                                              Dr. Arnold M. Raem ist Gründer der arrows biomedical Deutschland GmbH mit Sitz im Centrum für Nanotechnologie „CeNTech“ der Universität Münster. Die arrows biomedical Deutschland GmbH ist ein Servicelabor mit den Schwerpunkten im Bereich der molekularen Biomedizin / Onkologie. Dr. Arnold M. Raem hat zahlreiche, excellent bewertete Bücher herausgegeben, darunter das Handbuch für Geriatrie. Lehrbuch für Praxis und Klinik. (2005). Düsseldorf: Deutsche Krankhaus Verlagsgesellschaft, mit einem Kapitel Künstlerische Therapien in der Geriatrie, S. 859-869.    
                                                                                                                                                                                                                                                           
                                                                                                                                                                                                                                            • Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke am 20. April 2024: “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                                                                                                                                                                                                                               
                                                                                                                                                                                                                                              In diesem Workshop soll das Thema der “Bewegung” in seiner Bedeutung für eine zunehmend älter werdende Gesellschaft im Vordergrund symbolischer Durcharbeitung stehen. Der kreative Umgang mit Bewegung und Stillstand ist für viele ältere Patient:innen elementar. Im therapeutischen Setting nimmt die Anzahl derer, die auch ab 60 Jahren “Stärkungswünsche” für sich hegen, stetig zu. Gerade Frauen stehen aus unterschiedlichen Lebenslagen, wie nach einer Scheidung, dem Auszug der Kinder, Sich-Kümmern um einen pflegebedürftigen Angehörigen oder Tod des Partners sowie aus weiteren Gründen vor neuen Herausforderungen.    
                                                                                                                                                                                                                                                  
                                                                                                                                                                                                                                              Anhand verschiedener Fallvignetten werden wir uns anschauen, welchen Schwierigkeiten ausgewählte Patientinnen während ihrer Lebensspanne ausgesetzt waren, welche individuums-spezifischen Ressourcen und Bedürfnisse vorhanden sind, um die alltäglichen Belastungen als zu meisternde Herausforderungen sehen und nutzen zu können. Fortbewegung und Stillstand sind immer wieder höchst interessante Aspekte in der therapeutischen Durcharbeitung. Äußere und innere Lebensbedingungen können im Zusammenwirken förderliche oder hinderliche Wirkungen entfalten, welchen wir mit der symbolischen Umsetzung des “Sich-Bewegens” und „Schreiten-Lassens“ analysierend nachspüren wollen, die für weitere Entwicklungsprozesse zielführend sind. Es wäre wünschenswert, wenn die Teilnehmenden des Workshops eigene Abbildungen zur kreativen Erfassung von Bewegung (und Stillstand) mitbringen würden.

                                                                                                                                                                                                                                              Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke, Leibniz-Universität Hannover Hannover, ist Psychologische Psychotherapeutin in Eigener Praxis.

                                                                                                                                                                                                                                            • Dr. Laura Bettag am 20.04.2023: Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren

                                                                                                                                                                                                                                              In der Kultur des Flamencos kennen wir zahlreiche Beispiele einer lebenslangen Beschäftigung mit dem Flamencotanz. Es wird nicht als ungewöhnlich empfunden, wenn ältere Tänzerinnen im professionellen Rahmen vor Publikum auftreten und Erfolge feiern. La Chana (geb. 1946) trat im Alter von 75 Jahren von der Bühne ab, wobei sie ihr Programm im Sitzen bewältigte. Tanz kann als Überlebenselixier wirken, wie sie in ihrer Autobiografie „La Chana. Bailaora“ dokumentiert hat. Die qualitative Studie untersucht zunächst solche autobiografische Quellen auf Beschreibungen insbesondere tanztherapeutischer Effekte, die einer langjährigen Karriere bis ins höhere Alter förderlich waren. Häufig unterrichten professionelle Flamencotänzerinnen auch solange es möglich ist. Sie geben dabei neben tänzerischem Wissen allgemeine Überzeugungen und individuelle Einstellungen weiter. Die qualitative Studie will erkunden, welche physisch und psychisch als unterstützend erlebten mentalen Vorstellungen sowie deren tänzerische Umsetzungen von über 60-jährigen Schülerinnen ausgewählter Flamenco-Schulen in Deutschland wahrgenommen und beschrieben werden können.

                                                                                                                                                                                                                                              Der Forschungsprozess wird sich im Wesentlichen auf Interviews von Experteninnen aus dem Bereich des Flamencos und die Auswertung von entsprechend entwickelten Fragebögen stützen. Über die charakteristische Stilistik des Flamencos  hinaus spielt bei deren Gestaltung eine Rolle, ob kulturanthropologische Aspekte und eine „künstlerisch akzentuierte Gesundheitsphilosophie“ (Mastnak, 2022) gerade im höheren Alter in das eigene Tanzen einfließen oder nicht.

                                                                                                                                                                                                                                              Der Beitrag versucht schließlich aus den Ergebnissen der Studie, weiterführende Anregungen zum systematischen Aufbau einer internationalisierten „Flamenco-Therapie“ abzuleiten.

                                                                                                                                                                                                                                              Dr. Laura Bettag, MA, ist als Kulturmanagerin am Nationaltheater Mannheim und freiberuflich als dipl. Tanztherapeutin sowie im Betrieblichen Gesundheitsmanagement tätig. Sie beforscht derzeit insbesondere die therapeutischen Ressourcen des Tanzunterrichts im stilübergreifenden Vergleich.

                                                                                                                                                                                                                                            Lothar Schön ist Musiktherapeut in 95473 Creußen.

                                                                                                                                                                                                                                            • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                              • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                              • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                              • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                              • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                              • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                                • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                            Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                        • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                          • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                          • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                          • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                          • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                              • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                                • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                            Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                            • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                              • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                              • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                              • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                              • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                                  • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                  • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                  • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                              Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                              • Sa 10:00-13.00 Uhr: 3 Vorträge mit Diskussion:
                                                                                                                                                                                                                                                • 10:00-11.00 Uhr: Dr. Katja Watermann „Alt. Intelligenzgemindert. Vergessen. Kunst und Therapie im Maßregelvollzug.”
                                                                                                                                                                                                                                                • 11:00-12:00 Uhr: Dr. Arnold M. Raem: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”
                                                                                                                                                                                                                                                • 12:00-13:00 Uhr: Dr. Laura Bettag „Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren.”
                                                                                                                                                                                                                                              • Sa 14-16 Uhr: 3 Workshops mit Diskussion:
                                                                                                                                                                                                                                                • 14.00-15.30 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Georg Franzen „Böcklins ‚Toteninsel‘“.
                                                                                                                                                                                                                                                • 15:45-17:00 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.
                                                                                                                                                                                                                                                • 17:15-19.00 Uhr: Dr. Yolanda Bertolaso „Rezeptive Künstlerische Tanztherapie mit stark bewegungseingeschränkten und teilweise dementen Senioren.”
                                                                                                                                                                                                                                              • So 10.00-16:00 Uhr: 1 Vortrag und 3 Workshops mit Diskussion:
                                                                                                                                                                                                                                                • 10:00-11:30 Uhr: Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak „Künstlerische Therapien im Alter.
                                                                                                                                                                                                                                                • 11.45-13.00 Uhr: Prof. Dr. Marion Tacke “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                                                                                                                                                                                                                                • 14.00-16:00 Uhr: Dr. Enrico Otto Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.“
                                                                                                                                                                                                                                                • Poster von Lothar Schön: “Digitalisierung der Musiktherapie”

                                                                                                                                                                                                                                                  Ein wichtiger Ansatz für die geplante digitalisierte Musiktherapie ist die soziale Teilhabe von Menschen, die aufgrund gesundheitlicher Beeinträchtigungen benachteiligt sind.

                                                                                                                                                                                                                                                  Gleichzeitig wird all denen, die über keine instrumentalen Vorkenntnisse verfügen, eine Plattform geboten, die einen intuitiven Zugang zum Musizieren ermöglicht.

                                                                                                                                                                                                                                                  Stellen Sie sich bitte eine Partitur vor, die zwar Melodienverlauf skizziert, aber vom ausführenden Musiker keine Tonhöhenauswahl verlangt. Das macht den musikalischen Prozess einfacher und entlastet unsere Kandidaten.

                                                                                                                                                                                                                                                  Die Aufmerksamkeit kann also auf den Rhythmus konzentriert werden.

                                                                                                                                                                                                                                                  In erster Linie denke ich an Schlaganfall- und Parkinsonpatienten.

                                                                                                                                                                                                                                                  Für psychosomatische Fallbeispiele bieten sich nochmal ganz neuartige erweiterte Musizierzugänge.

                                                                                                                                                                                                                                                  Die erleichterte Interaktion für Menschen mit unterschiedlicher musikalischer Vorbildung bildet eine ganz wesentliche Grundlage.

                                                                                                                                                                                                                                                  Vorliegende Zusammenfassungen – weitere folgen:

                                                                                                                                                                                                                                                  • Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak am 21. April 2024: „Künstlerische Therapien im Alter.
                                                                                                                                                                                                                                                    In einer Gesellschaft mit immer höheren Lebenserwartungen spielen Gesundheitsförderung und Gesundheitserhaltung eine zentrale Rolle. Dies wird auch seitens der Weltgesundheitsorganisation WHO mit Hinweis auf die UN-Deklaration zum gesunden Altern United Nations Decade of Healthy Ageing 2021–2030 hervorgehoben. Der Terminus „healthy aging“ muss hier allerdings differenziert verstanden werden und reicht von einer ganzheitlichen Gesunderhaltung im Rahmen natürlicher Alterungsprozesse über spezifische Prävention, etwa von Depression bei Herzinsuffizienz, bis zu spiritueller Gesundheit in der Palliativmedizin.

                                                                                                                                                                                                                                                    Die repräsentativen gerontagogischen Gesundheitsaktivitäten an der Musikhochschule in Posen (Akademia Muzyczna im. Ignacego Jana Paderewskiego w Poznaniu) beruhen auf musikalisch-tänzerischen Gruppenaktivitäten und werden zur Zeit länderübergreifend und interdisziplinär beforscht. Während es hier ganzheitlich um psychophysische Gesundheit und soziokulturelle Inklusion geht, stehen bei anderen Aktivitäten spezifische Gesundheitsaspekte im Zentrum. So finden etwa im Österreichischen Herzverband Landesverband Burgenland Musik und Tanz zur Förderung und Rehabilitation kardiovaskulärer und kardiorespiratorischer Gesundheit im Alter Einsatz.

                                                                                                                                                                                                                                                    Künstlerische Therapien sind vielerorts aus dem geriatrischen, insbesondere auch dem neurogeriatrischen Bereich, nicht mehr wegzudenken. So wird etwa an der Universitätsklinik Pitié-Salpêtrière in Paris seit Jahren Parkidanse, eine hoch spezifische tanztherapeutische Technik zur Milderung von Parkinsonsymptomatik, eingesetzt. Gegenwärtige Studien deuten darauf hin, dass es dabei zu Synchronisationen zwischen musikalischen und motorischen Rhythmusprozessoren im Gehirn kommt, welche die parkinsontypische Basalgangliendegeneration teils zu kompensieren vermögen.

                                                                                                                                                                                                                                                    Am Forschungszentrum für künstlerische Therapien der Changzhi Medical School in China – einer Einrichtung, die vermutlich in den nächsten Jahren im Bereich physiologischer, neurowissenschaftlicher und interdisziplinären Forschung zu künstlerischen Therapien in Klinik und Public Health eine führende Position einnehmen dürfte – werden Musik-Tanz-Prozesse zur Rehabilitation bei Demenz untersucht, wobei sich gegenwärtig abzeichnet, dass die Künste dynamische Netzwerk-Konnektivitäten aktivieren, die letztlich für den therapeutischen Outcome verantwortlich sind.

                                                                                                                                                                                                                                                    Künste auf gesundheitsförderndem und therapeutischem Terrain sollen allerdings nicht bloß funktional verstanden werden. Vierzig Jahre künstlerische Therapien im Sinne von Karl Hörmann haben die Unersetzbarkeit des ästhetischen und schöpferischen Moments deutlich gemacht und gleichzeitig die Notwendigkeit von psychologischer und medizinischer Forschung hervorgehoben: die Künste stellen die Intervention, die Wissenschaften liefern Erkenntnisse über künstlerisch-therapeutische Mechanismen.

                                                                                                                                                                                                                                                    Während der Vortrag Forschungen zu gesundheitsfördernden und therapeutischen Funktionen der Künste im Alter sowie bei alterstypischen Erkrankungen diskutiert, werden im Workshop einzelne Techniken vorgestellt und in Form von Selbsterfahrung erprobt.

                                                                                                                                                                                                                                                    Wolfgang Mastnak ist Professor für künstlerische Therapien am Changzhi Medical College (Volksrepublik China) und wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Kultur, Künste und Medien (长治医学院 人文艺术传媒系) sowie Inhaber des Lehrstuhls für Musikpädagogik (Schulmusik) an der Hochschule für Musik und Theater München. Seine Seminare im Bereich Lehramt umfassen Musikdidaktik, Wissenschaftstheorie, Musik und Gesundheitspädagogik, Neuro-Musikpädagogik und transkulturelle Musikpädagogik. Im Doktoratsstudium betreut er vor allem Studien zur Integration von Musikpädagogik und Musiktherapie. Im Bayerischen Hochschulzentrum für China (BayCHINA) und im Bayerischen Hochschulzentrum für Mittel-, Ost- und Südosteuropa (BAYHOST) ist er der für die Musik- und Kunsthochschulen zuständige Direktor. Er hat Doktorate in Musikpädagogik & Psychologie, Medizinwissenschaften, Sportwissenschaften und Mathematik und ist Psychotherapeut und Mototherapeut. Wolfgang Mastnak ist Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste sowie der New York Academy of Sciences. Seine interdisziplinären Forschungen wurden international vielfach ausgezeichnet.
                                                                                                                                                                                                                                                • Dr. Enrico Otto am 21. April 2024: „Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.

                                                                                                                                                                                                                                                  Um für Theaterinteressierte einen sinnvollen Einstieg in eine praktische Theaterarbeit zu gestalten, braucht der Interessent in einem Workshop die Kenntnis von sich selbst als potentiellen Darsteller. Über das Rollenstudium mit szenischer Arbeit an einem selbst ausgesuchten Text (10 Zeilen aus einem Theatertext) lassen sich unter Anleitung vielfältige Varianten des szenischen Ausdrucks erproben.

                                                                                                                                                                                                                                                  In einem zweiten Schritt soll aufgrund der Erfahrung mit sich selbst als Darsteller ein szenischer Bezug zu anderen Mit-Darstellern erprobt werden. So gelangt man in einfacher Form zu einer grundlegenden Ensemblearbeit.

                                                                                                                                                                                                                                                  Ein möglicher dritter Schritt wäre dann die szenische Erarbeitung einer ganzen Szene.

                                                                                                                                                                                                                                                  Der Artikel von Dr. Otto „Theater als Kommunikationsmodell“, erschienen in der MTK-Ausgabe 2023-1, S. 39-100, wird zur vorherigen Lektüre empfohlen. Sein für die folgende MTK-Ausgabe vorgesehener Beitrag “Die Funktionalität des Rollenstudiums im nicht-professionellem Theaterbereich” wird denjenigen zugeschickt, die sich zu seinem Workshop angemeldet haben.

                                                                                                                                                                                                                                                  Die Interessenten können sich jetzt schon auf den Workshop vorbereiten:

                                                                                                                                                                                                                                                  Bei nicht-profesionellen Inszenierungen taucht immer die Frage nach der richtigen Besetzung der textbezogenen Rollen auf. Diese Frage lässt sich oft bei nicht ausgebildeten Spielleitern kaum richtig beantworten. Vielmehr ist die Frage der Besetzung einem wie auch immer geartetem Gefühl des Spielleiters überlassen. Daher entstehen oft Fehlbesetzungen, die sich im Laufe der Proben heraus-stellen und oft auch zu einem Abbruch der Inszenierungsarbeit führen. Das Rollenstudium ist in solchen Fällen, vor der eigentlichen Inszenie- rungsarbeit durchgeführt, eine wichtige Möglichkeit, den o.g. Vorgang zu umgehen. Da darüber hinaus Rollenstudium eine wichtige Form der Klärung der Darsteller-Persönlichkeit darstellt, zeigt sich anhand des entsprechenden Ergebnisses, wie die Bandbreite der Darstellung aussieht, nachdem festgehalten wurde, ob anhand der Körperhaltung, der Bewegung, der Gestil und Mimik, der Sprache und des Outfits der Darsteller für eine entsprechende Rolle geeignet ist.

                                                                                                                                                                                                                                                  Rollenstudium braucht das eingehende Studium verschiedener Rollenstrukturen durch den angehenden Darsteller selbst, indem er aus unterschied-lichen Stücken d i e Rolle über vielleicht maximalen 10 Zeilen aussucht und zum Rollenstudium mitbringt, um daran zu arbeiten.

                                                                                                                                                                                                                                                  Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann am 20. April 2024: „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.

                                                                                                                                                                                                                                                  Im Alter kommt man nicht umhin, an sein irdisches Ende zu denken. Gerne erinnert man sich an Lieder aus der Kinder- und Jugendzeit und an jene aus dem Erlernen eines Instruments vertraute Musik. Im Gegensatz zu früheren Lebensjahren kann man im Alter mit den schnell wechselnden Popmusikcharts nichts mehr anfangen. Vielmehr befasst man sich mit der zeitlosen klassischen Musik und insbesondere mit solcher, die die eigene Lebenssituation anspricht.

                                                                                                                                                                                                                                                  Zu dem Gemälde von Arnold Böckling, das der Diplom-Psychologe Prof. Dr. Georg Franzen (www.kunstpsychologie.de) aus kunstpsychologischer Sicht beleuchtet, gibt es mindestens 29 Vertonungen und damit mehr als zu jedem anderen Bild. Anhand ausgewählter musikalischer Stimmungsbilder soll analysiert werden, was sie dem dafür aufgeschlossenen alten Menschen sagen und wie sie seine multimodale Interaktion beeinflussen können. Hierzu wird ein Film gezeigt und werden Anregungen gegen die üblichen vermeintlich nützlichen Strategien des Singens im Alter gegeben. Damit sich aber im fortgeschrittenen Alter die viel beschworene und erfahrbare Heilkraft von Musik beim Musikhören, Singen und Musizieren entfalten kann, sind trotz aller und gerade bei Gebrechen Voraussetzungen zu beachten, die dem an Erfahrung reichen homo ludens nicht nur ein wohltuendes musikalisches Erleben, sondern jederzeit mit geringem Aufwand ein gehöriges Quantum an flow ermöglichen können.

                                                                                                                                                                                                                                                  • Dr. Arnold M. Raem am 20. April 2024: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”

                                                                                                                                                                                                                                                    Dr. Arnold M. Raem ist Gründer der arrows biomedical Deutschland GmbH mit Sitz im Centrum für Nanotechnologie „CeNTech“ der Universität Münster. Die arrows biomedical Deutschland GmbH ist ein Servicelabor mit den Schwerpunkten im Bereich der molekularen Biomedizin / Onkologie. Dr. Arnold M. Raem hat zahlreiche, excellent bewertete Bücher herausgegeben, darunter das Handbuch für Geriatrie. Lehrbuch für Praxis und Klinik. (2005). Düsseldorf: Deutsche Krankhaus Verlagsgesellschaft, mit einem Kapitel Künstlerische Therapien in der Geriatrie, S. 859-869.    
                                                                                                                                                                                                                                                                 
                                                                                                                                                                                                                                                  • Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke am 20. April 2024: “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                                                                                                                                                                                                                                     
                                                                                                                                                                                                                                                    In diesem Workshop soll das Thema der “Bewegung” in seiner Bedeutung für eine zunehmend älter werdende Gesellschaft im Vordergrund symbolischer Durcharbeitung stehen. Der kreative Umgang mit Bewegung und Stillstand ist für viele ältere Patient:innen elementar. Im therapeutischen Setting nimmt die Anzahl derer, die auch ab 60 Jahren “Stärkungswünsche” für sich hegen, stetig zu. Gerade Frauen stehen aus unterschiedlichen Lebenslagen, wie nach einer Scheidung, dem Auszug der Kinder, Sich-Kümmern um einen pflegebedürftigen Angehörigen oder Tod des Partners sowie aus weiteren Gründen vor neuen Herausforderungen.    
                                                                                                                                                                                                                                                        
                                                                                                                                                                                                                                                    Anhand verschiedener Fallvignetten werden wir uns anschauen, welchen Schwierigkeiten ausgewählte Patientinnen während ihrer Lebensspanne ausgesetzt waren, welche individuums-spezifischen Ressourcen und Bedürfnisse vorhanden sind, um die alltäglichen Belastungen als zu meisternde Herausforderungen sehen und nutzen zu können. Fortbewegung und Stillstand sind immer wieder höchst interessante Aspekte in der therapeutischen Durcharbeitung. Äußere und innere Lebensbedingungen können im Zusammenwirken förderliche oder hinderliche Wirkungen entfalten, welchen wir mit der symbolischen Umsetzung des “Sich-Bewegens” und „Schreiten-Lassens“ analysierend nachspüren wollen, die für weitere Entwicklungsprozesse zielführend sind. Es wäre wünschenswert, wenn die Teilnehmenden des Workshops eigene Abbildungen zur kreativen Erfassung von Bewegung (und Stillstand) mitbringen würden.

                                                                                                                                                                                                                                                    Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke, Leibniz-Universität Hannover Hannover, ist Psychologische Psychotherapeutin in Eigener Praxis.

                                                                                                                                                                                                                                                  • Dr. Laura Bettag am 20.04.2023: Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren

                                                                                                                                                                                                                                                    In der Kultur des Flamencos kennen wir zahlreiche Beispiele einer lebenslangen Beschäftigung mit dem Flamencotanz. Es wird nicht als ungewöhnlich empfunden, wenn ältere Tänzerinnen im professionellen Rahmen vor Publikum auftreten und Erfolge feiern. La Chana (geb. 1946) trat im Alter von 75 Jahren von der Bühne ab, wobei sie ihr Programm im Sitzen bewältigte. Tanz kann als Überlebenselixier wirken, wie sie in ihrer Autobiografie „La Chana. Bailaora“ dokumentiert hat. Die qualitative Studie untersucht zunächst solche autobiografische Quellen auf Beschreibungen insbesondere tanztherapeutischer Effekte, die einer langjährigen Karriere bis ins höhere Alter förderlich waren. Häufig unterrichten professionelle Flamencotänzerinnen auch solange es möglich ist. Sie geben dabei neben tänzerischem Wissen allgemeine Überzeugungen und individuelle Einstellungen weiter. Die qualitative Studie will erkunden, welche physisch und psychisch als unterstützend erlebten mentalen Vorstellungen sowie deren tänzerische Umsetzungen von über 60-jährigen Schülerinnen ausgewählter Flamenco-Schulen in Deutschland wahrgenommen und beschrieben werden können.

                                                                                                                                                                                                                                                    Der Forschungsprozess wird sich im Wesentlichen auf Interviews von Experteninnen aus dem Bereich des Flamencos und die Auswertung von entsprechend entwickelten Fragebögen stützen. Über die charakteristische Stilistik des Flamencos  hinaus spielt bei deren Gestaltung eine Rolle, ob kulturanthropologische Aspekte und eine „künstlerisch akzentuierte Gesundheitsphilosophie“ (Mastnak, 2022) gerade im höheren Alter in das eigene Tanzen einfließen oder nicht.

                                                                                                                                                                                                                                                    Der Beitrag versucht schließlich aus den Ergebnissen der Studie, weiterführende Anregungen zum systematischen Aufbau einer internationalisierten „Flamenco-Therapie“ abzuleiten.

                                                                                                                                                                                                                                                    Dr. Laura Bettag, MA, ist als Kulturmanagerin am Nationaltheater Mannheim und freiberuflich als dipl. Tanztherapeutin sowie im Betrieblichen Gesundheitsmanagement tätig. Sie beforscht derzeit insbesondere die therapeutischen Ressourcen des Tanzunterrichts im stilübergreifenden Vergleich.

                                                                                                                                                                                                                                                  Lothar Schön ist Musiktherapeut in 95473 Creußen.

                                                                                                                                                                                                                                                  • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                                    • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                    • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                    • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                                    • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                    • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                                      • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                      • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                      • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                                  Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                              • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                                • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                              • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                  • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                                    • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                    • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                    • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                                Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                  Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                    • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                                      • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                      • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                      • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                                  Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                                  • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                  • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                  • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                                  • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                      • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                                        • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                        • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                        • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                                    Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                    • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                                      • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                      • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                      • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                                      • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                        • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                                          • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                          • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                          • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                                      Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                      • Sa 10:00-13.00 Uhr: 3 Vorträge mit Diskussion:
                                                                                                                                                                                                                                                        • 10:00-11.00 Uhr: Dr. Katja Watermann „Alt. Intelligenzgemindert. Vergessen. Kunst und Therapie im Maßregelvollzug.”
                                                                                                                                                                                                                                                        • 11:00-12:00 Uhr: Dr. Arnold M. Raem: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”
                                                                                                                                                                                                                                                        • 12:00-13:00 Uhr: Dr. Laura Bettag „Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren.”
                                                                                                                                                                                                                                                      • Sa 14-16 Uhr: 3 Workshops mit Diskussion:
                                                                                                                                                                                                                                                        • 14.00-15.30 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Georg Franzen „Böcklins ‚Toteninsel‘“.
                                                                                                                                                                                                                                                        • 15:45-17:00 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.
                                                                                                                                                                                                                                                        • 17:15-19.00 Uhr: Dr. Yolanda Bertolaso „Rezeptive Künstlerische Tanztherapie mit stark bewegungseingeschränkten und teilweise dementen Senioren.”
                                                                                                                                                                                                                                                      • So 10.00-16:00 Uhr: 1 Vortrag und 3 Workshops mit Diskussion:
                                                                                                                                                                                                                                                        • 10:00-11:30 Uhr: Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak „Künstlerische Therapien im Alter.
                                                                                                                                                                                                                                                        • 11.45-13.00 Uhr: Prof. Dr. Marion Tacke “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                                                                                                                                                                                                                                        • 14.00-16:00 Uhr: Dr. Enrico Otto Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.“
                                                                                                                                                                                                                                                        • Poster von Lothar Schön: “Digitalisierung der Musiktherapie”

                                                                                                                                                                                                                                                          Ein wichtiger Ansatz für die geplante digitalisierte Musiktherapie ist die soziale Teilhabe von Menschen, die aufgrund gesundheitlicher Beeinträchtigungen benachteiligt sind.

                                                                                                                                                                                                                                                          Gleichzeitig wird all denen, die über keine instrumentalen Vorkenntnisse verfügen, eine Plattform geboten, die einen intuitiven Zugang zum Musizieren ermöglicht.

                                                                                                                                                                                                                                                          Stellen Sie sich bitte eine Partitur vor, die zwar Melodienverlauf skizziert, aber vom ausführenden Musiker keine Tonhöhenauswahl verlangt. Das macht den musikalischen Prozess einfacher und entlastet unsere Kandidaten.

                                                                                                                                                                                                                                                          Die Aufmerksamkeit kann also auf den Rhythmus konzentriert werden.

                                                                                                                                                                                                                                                          In erster Linie denke ich an Schlaganfall- und Parkinsonpatienten.

                                                                                                                                                                                                                                                          Für psychosomatische Fallbeispiele bieten sich nochmal ganz neuartige erweiterte Musizierzugänge.

                                                                                                                                                                                                                                                          Die erleichterte Interaktion für Menschen mit unterschiedlicher musikalischer Vorbildung bildet eine ganz wesentliche Grundlage.

                                                                                                                                                                                                                                                          Vorliegende Zusammenfassungen – weitere folgen:

                                                                                                                                                                                                                                                          • Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak am 21. April 2024: „Künstlerische Therapien im Alter.
                                                                                                                                                                                                                                                            In einer Gesellschaft mit immer höheren Lebenserwartungen spielen Gesundheitsförderung und Gesundheitserhaltung eine zentrale Rolle. Dies wird auch seitens der Weltgesundheitsorganisation WHO mit Hinweis auf die UN-Deklaration zum gesunden Altern United Nations Decade of Healthy Ageing 2021–2030 hervorgehoben. Der Terminus „healthy aging“ muss hier allerdings differenziert verstanden werden und reicht von einer ganzheitlichen Gesunderhaltung im Rahmen natürlicher Alterungsprozesse über spezifische Prävention, etwa von Depression bei Herzinsuffizienz, bis zu spiritueller Gesundheit in der Palliativmedizin.

                                                                                                                                                                                                                                                            Die repräsentativen gerontagogischen Gesundheitsaktivitäten an der Musikhochschule in Posen (Akademia Muzyczna im. Ignacego Jana Paderewskiego w Poznaniu) beruhen auf musikalisch-tänzerischen Gruppenaktivitäten und werden zur Zeit länderübergreifend und interdisziplinär beforscht. Während es hier ganzheitlich um psychophysische Gesundheit und soziokulturelle Inklusion geht, stehen bei anderen Aktivitäten spezifische Gesundheitsaspekte im Zentrum. So finden etwa im Österreichischen Herzverband Landesverband Burgenland Musik und Tanz zur Förderung und Rehabilitation kardiovaskulärer und kardiorespiratorischer Gesundheit im Alter Einsatz.

                                                                                                                                                                                                                                                            Künstlerische Therapien sind vielerorts aus dem geriatrischen, insbesondere auch dem neurogeriatrischen Bereich, nicht mehr wegzudenken. So wird etwa an der Universitätsklinik Pitié-Salpêtrière in Paris seit Jahren Parkidanse, eine hoch spezifische tanztherapeutische Technik zur Milderung von Parkinsonsymptomatik, eingesetzt. Gegenwärtige Studien deuten darauf hin, dass es dabei zu Synchronisationen zwischen musikalischen und motorischen Rhythmusprozessoren im Gehirn kommt, welche die parkinsontypische Basalgangliendegeneration teils zu kompensieren vermögen.

                                                                                                                                                                                                                                                            Am Forschungszentrum für künstlerische Therapien der Changzhi Medical School in China – einer Einrichtung, die vermutlich in den nächsten Jahren im Bereich physiologischer, neurowissenschaftlicher und interdisziplinären Forschung zu künstlerischen Therapien in Klinik und Public Health eine führende Position einnehmen dürfte – werden Musik-Tanz-Prozesse zur Rehabilitation bei Demenz untersucht, wobei sich gegenwärtig abzeichnet, dass die Künste dynamische Netzwerk-Konnektivitäten aktivieren, die letztlich für den therapeutischen Outcome verantwortlich sind.

                                                                                                                                                                                                                                                            Künste auf gesundheitsförderndem und therapeutischem Terrain sollen allerdings nicht bloß funktional verstanden werden. Vierzig Jahre künstlerische Therapien im Sinne von Karl Hörmann haben die Unersetzbarkeit des ästhetischen und schöpferischen Moments deutlich gemacht und gleichzeitig die Notwendigkeit von psychologischer und medizinischer Forschung hervorgehoben: die Künste stellen die Intervention, die Wissenschaften liefern Erkenntnisse über künstlerisch-therapeutische Mechanismen.

                                                                                                                                                                                                                                                            Während der Vortrag Forschungen zu gesundheitsfördernden und therapeutischen Funktionen der Künste im Alter sowie bei alterstypischen Erkrankungen diskutiert, werden im Workshop einzelne Techniken vorgestellt und in Form von Selbsterfahrung erprobt.

                                                                                                                                                                                                                                                            Wolfgang Mastnak ist Professor für künstlerische Therapien am Changzhi Medical College (Volksrepublik China) und wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Kultur, Künste und Medien (长治医学院 人文艺术传媒系) sowie Inhaber des Lehrstuhls für Musikpädagogik (Schulmusik) an der Hochschule für Musik und Theater München. Seine Seminare im Bereich Lehramt umfassen Musikdidaktik, Wissenschaftstheorie, Musik und Gesundheitspädagogik, Neuro-Musikpädagogik und transkulturelle Musikpädagogik. Im Doktoratsstudium betreut er vor allem Studien zur Integration von Musikpädagogik und Musiktherapie. Im Bayerischen Hochschulzentrum für China (BayCHINA) und im Bayerischen Hochschulzentrum für Mittel-, Ost- und Südosteuropa (BAYHOST) ist er der für die Musik- und Kunsthochschulen zuständige Direktor. Er hat Doktorate in Musikpädagogik & Psychologie, Medizinwissenschaften, Sportwissenschaften und Mathematik und ist Psychotherapeut und Mototherapeut. Wolfgang Mastnak ist Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste sowie der New York Academy of Sciences. Seine interdisziplinären Forschungen wurden international vielfach ausgezeichnet.
                                                                                                                                                                                                                                                        • Dr. Enrico Otto am 21. April 2024: „Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.

                                                                                                                                                                                                                                                          Um für Theaterinteressierte einen sinnvollen Einstieg in eine praktische Theaterarbeit zu gestalten, braucht der Interessent in einem Workshop die Kenntnis von sich selbst als potentiellen Darsteller. Über das Rollenstudium mit szenischer Arbeit an einem selbst ausgesuchten Text (10 Zeilen aus einem Theatertext) lassen sich unter Anleitung vielfältige Varianten des szenischen Ausdrucks erproben.

                                                                                                                                                                                                                                                          In einem zweiten Schritt soll aufgrund der Erfahrung mit sich selbst als Darsteller ein szenischer Bezug zu anderen Mit-Darstellern erprobt werden. So gelangt man in einfacher Form zu einer grundlegenden Ensemblearbeit.

                                                                                                                                                                                                                                                          Ein möglicher dritter Schritt wäre dann die szenische Erarbeitung einer ganzen Szene.

                                                                                                                                                                                                                                                          Der Artikel von Dr. Otto „Theater als Kommunikationsmodell“, erschienen in der MTK-Ausgabe 2023-1, S. 39-100, wird zur vorherigen Lektüre empfohlen. Sein für die folgende MTK-Ausgabe vorgesehener Beitrag “Die Funktionalität des Rollenstudiums im nicht-professionellem Theaterbereich” wird denjenigen zugeschickt, die sich zu seinem Workshop angemeldet haben.

                                                                                                                                                                                                                                                          Die Interessenten können sich jetzt schon auf den Workshop vorbereiten:

                                                                                                                                                                                                                                                          Bei nicht-profesionellen Inszenierungen taucht immer die Frage nach der richtigen Besetzung der textbezogenen Rollen auf. Diese Frage lässt sich oft bei nicht ausgebildeten Spielleitern kaum richtig beantworten. Vielmehr ist die Frage der Besetzung einem wie auch immer geartetem Gefühl des Spielleiters überlassen. Daher entstehen oft Fehlbesetzungen, die sich im Laufe der Proben heraus-stellen und oft auch zu einem Abbruch der Inszenierungsarbeit führen. Das Rollenstudium ist in solchen Fällen, vor der eigentlichen Inszenie- rungsarbeit durchgeführt, eine wichtige Möglichkeit, den o.g. Vorgang zu umgehen. Da darüber hinaus Rollenstudium eine wichtige Form der Klärung der Darsteller-Persönlichkeit darstellt, zeigt sich anhand des entsprechenden Ergebnisses, wie die Bandbreite der Darstellung aussieht, nachdem festgehalten wurde, ob anhand der Körperhaltung, der Bewegung, der Gestil und Mimik, der Sprache und des Outfits der Darsteller für eine entsprechende Rolle geeignet ist.

                                                                                                                                                                                                                                                          Rollenstudium braucht das eingehende Studium verschiedener Rollenstrukturen durch den angehenden Darsteller selbst, indem er aus unterschied-lichen Stücken d i e Rolle über vielleicht maximalen 10 Zeilen aussucht und zum Rollenstudium mitbringt, um daran zu arbeiten.

                                                                                                                                                                                                                                                          Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann am 20. April 2024: „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.

                                                                                                                                                                                                                                                          Im Alter kommt man nicht umhin, an sein irdisches Ende zu denken. Gerne erinnert man sich an Lieder aus der Kinder- und Jugendzeit und an jene aus dem Erlernen eines Instruments vertraute Musik. Im Gegensatz zu früheren Lebensjahren kann man im Alter mit den schnell wechselnden Popmusikcharts nichts mehr anfangen. Vielmehr befasst man sich mit der zeitlosen klassischen Musik und insbesondere mit solcher, die die eigene Lebenssituation anspricht.

                                                                                                                                                                                                                                                          Zu dem Gemälde von Arnold Böckling, das der Diplom-Psychologe Prof. Dr. Georg Franzen (www.kunstpsychologie.de) aus kunstpsychologischer Sicht beleuchtet, gibt es mindestens 29 Vertonungen und damit mehr als zu jedem anderen Bild. Anhand ausgewählter musikalischer Stimmungsbilder soll analysiert werden, was sie dem dafür aufgeschlossenen alten Menschen sagen und wie sie seine multimodale Interaktion beeinflussen können. Hierzu wird ein Film gezeigt und werden Anregungen gegen die üblichen vermeintlich nützlichen Strategien des Singens im Alter gegeben. Damit sich aber im fortgeschrittenen Alter die viel beschworene und erfahrbare Heilkraft von Musik beim Musikhören, Singen und Musizieren entfalten kann, sind trotz aller und gerade bei Gebrechen Voraussetzungen zu beachten, die dem an Erfahrung reichen homo ludens nicht nur ein wohltuendes musikalisches Erleben, sondern jederzeit mit geringem Aufwand ein gehöriges Quantum an flow ermöglichen können.

                                                                                                                                                                                                                                                          • Dr. Arnold M. Raem am 20. April 2024: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”

                                                                                                                                                                                                                                                            Dr. Arnold M. Raem ist Gründer der arrows biomedical Deutschland GmbH mit Sitz im Centrum für Nanotechnologie „CeNTech“ der Universität Münster. Die arrows biomedical Deutschland GmbH ist ein Servicelabor mit den Schwerpunkten im Bereich der molekularen Biomedizin / Onkologie. Dr. Arnold M. Raem hat zahlreiche, excellent bewertete Bücher herausgegeben, darunter das Handbuch für Geriatrie. Lehrbuch für Praxis und Klinik. (2005). Düsseldorf: Deutsche Krankhaus Verlagsgesellschaft, mit einem Kapitel Künstlerische Therapien in der Geriatrie, S. 859-869.    
                                                                                                                                                                                                                                                                         
                                                                                                                                                                                                                                                          • Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke am 20. April 2024: “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                                                                                                                                                                                                                                             
                                                                                                                                                                                                                                                            In diesem Workshop soll das Thema der “Bewegung” in seiner Bedeutung für eine zunehmend älter werdende Gesellschaft im Vordergrund symbolischer Durcharbeitung stehen. Der kreative Umgang mit Bewegung und Stillstand ist für viele ältere Patient:innen elementar. Im therapeutischen Setting nimmt die Anzahl derer, die auch ab 60 Jahren “Stärkungswünsche” für sich hegen, stetig zu. Gerade Frauen stehen aus unterschiedlichen Lebenslagen, wie nach einer Scheidung, dem Auszug der Kinder, Sich-Kümmern um einen pflegebedürftigen Angehörigen oder Tod des Partners sowie aus weiteren Gründen vor neuen Herausforderungen.    
                                                                                                                                                                                                                                                                
                                                                                                                                                                                                                                                            Anhand verschiedener Fallvignetten werden wir uns anschauen, welchen Schwierigkeiten ausgewählte Patientinnen während ihrer Lebensspanne ausgesetzt waren, welche individuums-spezifischen Ressourcen und Bedürfnisse vorhanden sind, um die alltäglichen Belastungen als zu meisternde Herausforderungen sehen und nutzen zu können. Fortbewegung und Stillstand sind immer wieder höchst interessante Aspekte in der therapeutischen Durcharbeitung. Äußere und innere Lebensbedingungen können im Zusammenwirken förderliche oder hinderliche Wirkungen entfalten, welchen wir mit der symbolischen Umsetzung des “Sich-Bewegens” und „Schreiten-Lassens“ analysierend nachspüren wollen, die für weitere Entwicklungsprozesse zielführend sind. Es wäre wünschenswert, wenn die Teilnehmenden des Workshops eigene Abbildungen zur kreativen Erfassung von Bewegung (und Stillstand) mitbringen würden.

                                                                                                                                                                                                                                                            Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke, Leibniz-Universität Hannover Hannover, ist Psychologische Psychotherapeutin in Eigener Praxis.

                                                                                                                                                                                                                                                          • Dr. Laura Bettag am 20.04.2023: Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren

                                                                                                                                                                                                                                                            In der Kultur des Flamencos kennen wir zahlreiche Beispiele einer lebenslangen Beschäftigung mit dem Flamencotanz. Es wird nicht als ungewöhnlich empfunden, wenn ältere Tänzerinnen im professionellen Rahmen vor Publikum auftreten und Erfolge feiern. La Chana (geb. 1946) trat im Alter von 75 Jahren von der Bühne ab, wobei sie ihr Programm im Sitzen bewältigte. Tanz kann als Überlebenselixier wirken, wie sie in ihrer Autobiografie „La Chana. Bailaora“ dokumentiert hat. Die qualitative Studie untersucht zunächst solche autobiografische Quellen auf Beschreibungen insbesondere tanztherapeutischer Effekte, die einer langjährigen Karriere bis ins höhere Alter förderlich waren. Häufig unterrichten professionelle Flamencotänzerinnen auch solange es möglich ist. Sie geben dabei neben tänzerischem Wissen allgemeine Überzeugungen und individuelle Einstellungen weiter. Die qualitative Studie will erkunden, welche physisch und psychisch als unterstützend erlebten mentalen Vorstellungen sowie deren tänzerische Umsetzungen von über 60-jährigen Schülerinnen ausgewählter Flamenco-Schulen in Deutschland wahrgenommen und beschrieben werden können.

                                                                                                                                                                                                                                                            Der Forschungsprozess wird sich im Wesentlichen auf Interviews von Experteninnen aus dem Bereich des Flamencos und die Auswertung von entsprechend entwickelten Fragebögen stützen. Über die charakteristische Stilistik des Flamencos  hinaus spielt bei deren Gestaltung eine Rolle, ob kulturanthropologische Aspekte und eine „künstlerisch akzentuierte Gesundheitsphilosophie“ (Mastnak, 2022) gerade im höheren Alter in das eigene Tanzen einfließen oder nicht.

                                                                                                                                                                                                                                                            Der Beitrag versucht schließlich aus den Ergebnissen der Studie, weiterführende Anregungen zum systematischen Aufbau einer internationalisierten „Flamenco-Therapie“ abzuleiten.

                                                                                                                                                                                                                                                            Dr. Laura Bettag, MA, ist als Kulturmanagerin am Nationaltheater Mannheim und freiberuflich als dipl. Tanztherapeutin sowie im Betrieblichen Gesundheitsmanagement tätig. Sie beforscht derzeit insbesondere die therapeutischen Ressourcen des Tanzunterrichts im stilübergreifenden Vergleich.

                                                                                                                                                                                                                                                          Lothar Schön ist Musiktherapeut in 95473 Creußen.

                                                                                                                                                                                                                                                          • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                                            • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                            • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                            • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                                            • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                            • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                                              • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                              • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                              • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                                          Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                      • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                                        • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                        • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                        • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                                      • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                      • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                                        • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                        • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                        • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                                        • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                            • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                                              • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                              • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                              • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                                          Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                          • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                                            • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                            • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                            • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                                            • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                              • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                                                • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                                            Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                            • Sa 10:00-13.00 Uhr: 3 Vorträge mit Diskussion:
                                                                                                                                                                                                                                                              • 10:00-11.00 Uhr: Dr. Katja Watermann „Alt. Intelligenzgemindert. Vergessen. Kunst und Therapie im Maßregelvollzug.”
                                                                                                                                                                                                                                                              • 11:00-12:00 Uhr: Dr. Arnold M. Raem: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”
                                                                                                                                                                                                                                                              • 12:00-13:00 Uhr: Dr. Laura Bettag „Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren.”
                                                                                                                                                                                                                                                            • Sa 14-16 Uhr: 3 Workshops mit Diskussion:
                                                                                                                                                                                                                                                              • 14.00-15.30 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Georg Franzen „Böcklins ‚Toteninsel‘“.
                                                                                                                                                                                                                                                              • 15:45-17:00 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.
                                                                                                                                                                                                                                                              • 17:15-19.00 Uhr: Dr. Yolanda Bertolaso „Rezeptive Künstlerische Tanztherapie mit stark bewegungseingeschränkten und teilweise dementen Senioren.”
                                                                                                                                                                                                                                                            • So 10.00-16:00 Uhr: 1 Vortrag und 3 Workshops mit Diskussion:
                                                                                                                                                                                                                                                              • 10:00-11:30 Uhr: Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak „Künstlerische Therapien im Alter.
                                                                                                                                                                                                                                                              • 11.45-13.00 Uhr: Prof. Dr. Marion Tacke “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                                                                                                                                                                                                                                              • 14.00-16:00 Uhr: Dr. Enrico Otto Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.“
                                                                                                                                                                                                                                                              • Poster von Lothar Schön: “Digitalisierung der Musiktherapie”

                                                                                                                                                                                                                                                                Ein wichtiger Ansatz für die geplante digitalisierte Musiktherapie ist die soziale Teilhabe von Menschen, die aufgrund gesundheitlicher Beeinträchtigungen benachteiligt sind.

                                                                                                                                                                                                                                                                Gleichzeitig wird all denen, die über keine instrumentalen Vorkenntnisse verfügen, eine Plattform geboten, die einen intuitiven Zugang zum Musizieren ermöglicht.

                                                                                                                                                                                                                                                                Stellen Sie sich bitte eine Partitur vor, die zwar Melodienverlauf skizziert, aber vom ausführenden Musiker keine Tonhöhenauswahl verlangt. Das macht den musikalischen Prozess einfacher und entlastet unsere Kandidaten.

                                                                                                                                                                                                                                                                Die Aufmerksamkeit kann also auf den Rhythmus konzentriert werden.

                                                                                                                                                                                                                                                                In erster Linie denke ich an Schlaganfall- und Parkinsonpatienten.

                                                                                                                                                                                                                                                                Für psychosomatische Fallbeispiele bieten sich nochmal ganz neuartige erweiterte Musizierzugänge.

                                                                                                                                                                                                                                                                Die erleichterte Interaktion für Menschen mit unterschiedlicher musikalischer Vorbildung bildet eine ganz wesentliche Grundlage.

                                                                                                                                                                                                                                                                Vorliegende Zusammenfassungen – weitere folgen:

                                                                                                                                                                                                                                                                • Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak am 21. April 2024: „Künstlerische Therapien im Alter.
                                                                                                                                                                                                                                                                  In einer Gesellschaft mit immer höheren Lebenserwartungen spielen Gesundheitsförderung und Gesundheitserhaltung eine zentrale Rolle. Dies wird auch seitens der Weltgesundheitsorganisation WHO mit Hinweis auf die UN-Deklaration zum gesunden Altern United Nations Decade of Healthy Ageing 2021–2030 hervorgehoben. Der Terminus „healthy aging“ muss hier allerdings differenziert verstanden werden und reicht von einer ganzheitlichen Gesunderhaltung im Rahmen natürlicher Alterungsprozesse über spezifische Prävention, etwa von Depression bei Herzinsuffizienz, bis zu spiritueller Gesundheit in der Palliativmedizin.

                                                                                                                                                                                                                                                                  Die repräsentativen gerontagogischen Gesundheitsaktivitäten an der Musikhochschule in Posen (Akademia Muzyczna im. Ignacego Jana Paderewskiego w Poznaniu) beruhen auf musikalisch-tänzerischen Gruppenaktivitäten und werden zur Zeit länderübergreifend und interdisziplinär beforscht. Während es hier ganzheitlich um psychophysische Gesundheit und soziokulturelle Inklusion geht, stehen bei anderen Aktivitäten spezifische Gesundheitsaspekte im Zentrum. So finden etwa im Österreichischen Herzverband Landesverband Burgenland Musik und Tanz zur Förderung und Rehabilitation kardiovaskulärer und kardiorespiratorischer Gesundheit im Alter Einsatz.

                                                                                                                                                                                                                                                                  Künstlerische Therapien sind vielerorts aus dem geriatrischen, insbesondere auch dem neurogeriatrischen Bereich, nicht mehr wegzudenken. So wird etwa an der Universitätsklinik Pitié-Salpêtrière in Paris seit Jahren Parkidanse, eine hoch spezifische tanztherapeutische Technik zur Milderung von Parkinsonsymptomatik, eingesetzt. Gegenwärtige Studien deuten darauf hin, dass es dabei zu Synchronisationen zwischen musikalischen und motorischen Rhythmusprozessoren im Gehirn kommt, welche die parkinsontypische Basalgangliendegeneration teils zu kompensieren vermögen.

                                                                                                                                                                                                                                                                  Am Forschungszentrum für künstlerische Therapien der Changzhi Medical School in China – einer Einrichtung, die vermutlich in den nächsten Jahren im Bereich physiologischer, neurowissenschaftlicher und interdisziplinären Forschung zu künstlerischen Therapien in Klinik und Public Health eine führende Position einnehmen dürfte – werden Musik-Tanz-Prozesse zur Rehabilitation bei Demenz untersucht, wobei sich gegenwärtig abzeichnet, dass die Künste dynamische Netzwerk-Konnektivitäten aktivieren, die letztlich für den therapeutischen Outcome verantwortlich sind.

                                                                                                                                                                                                                                                                  Künste auf gesundheitsförderndem und therapeutischem Terrain sollen allerdings nicht bloß funktional verstanden werden. Vierzig Jahre künstlerische Therapien im Sinne von Karl Hörmann haben die Unersetzbarkeit des ästhetischen und schöpferischen Moments deutlich gemacht und gleichzeitig die Notwendigkeit von psychologischer und medizinischer Forschung hervorgehoben: die Künste stellen die Intervention, die Wissenschaften liefern Erkenntnisse über künstlerisch-therapeutische Mechanismen.

                                                                                                                                                                                                                                                                  Während der Vortrag Forschungen zu gesundheitsfördernden und therapeutischen Funktionen der Künste im Alter sowie bei alterstypischen Erkrankungen diskutiert, werden im Workshop einzelne Techniken vorgestellt und in Form von Selbsterfahrung erprobt.

                                                                                                                                                                                                                                                                  Wolfgang Mastnak ist Professor für künstlerische Therapien am Changzhi Medical College (Volksrepublik China) und wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Kultur, Künste und Medien (长治医学院 人文艺术传媒系) sowie Inhaber des Lehrstuhls für Musikpädagogik (Schulmusik) an der Hochschule für Musik und Theater München. Seine Seminare im Bereich Lehramt umfassen Musikdidaktik, Wissenschaftstheorie, Musik und Gesundheitspädagogik, Neuro-Musikpädagogik und transkulturelle Musikpädagogik. Im Doktoratsstudium betreut er vor allem Studien zur Integration von Musikpädagogik und Musiktherapie. Im Bayerischen Hochschulzentrum für China (BayCHINA) und im Bayerischen Hochschulzentrum für Mittel-, Ost- und Südosteuropa (BAYHOST) ist er der für die Musik- und Kunsthochschulen zuständige Direktor. Er hat Doktorate in Musikpädagogik & Psychologie, Medizinwissenschaften, Sportwissenschaften und Mathematik und ist Psychotherapeut und Mototherapeut. Wolfgang Mastnak ist Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste sowie der New York Academy of Sciences. Seine interdisziplinären Forschungen wurden international vielfach ausgezeichnet.
                                                                                                                                                                                                                                                              • Dr. Enrico Otto am 21. April 2024: „Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.

                                                                                                                                                                                                                                                                Um für Theaterinteressierte einen sinnvollen Einstieg in eine praktische Theaterarbeit zu gestalten, braucht der Interessent in einem Workshop die Kenntnis von sich selbst als potentiellen Darsteller. Über das Rollenstudium mit szenischer Arbeit an einem selbst ausgesuchten Text (10 Zeilen aus einem Theatertext) lassen sich unter Anleitung vielfältige Varianten des szenischen Ausdrucks erproben.

                                                                                                                                                                                                                                                                In einem zweiten Schritt soll aufgrund der Erfahrung mit sich selbst als Darsteller ein szenischer Bezug zu anderen Mit-Darstellern erprobt werden. So gelangt man in einfacher Form zu einer grundlegenden Ensemblearbeit.

                                                                                                                                                                                                                                                                Ein möglicher dritter Schritt wäre dann die szenische Erarbeitung einer ganzen Szene.

                                                                                                                                                                                                                                                                Der Artikel von Dr. Otto „Theater als Kommunikationsmodell“, erschienen in der MTK-Ausgabe 2023-1, S. 39-100, wird zur vorherigen Lektüre empfohlen. Sein für die folgende MTK-Ausgabe vorgesehener Beitrag “Die Funktionalität des Rollenstudiums im nicht-professionellem Theaterbereich” wird denjenigen zugeschickt, die sich zu seinem Workshop angemeldet haben.

                                                                                                                                                                                                                                                                Die Interessenten können sich jetzt schon auf den Workshop vorbereiten:

                                                                                                                                                                                                                                                                Bei nicht-profesionellen Inszenierungen taucht immer die Frage nach der richtigen Besetzung der textbezogenen Rollen auf. Diese Frage lässt sich oft bei nicht ausgebildeten Spielleitern kaum richtig beantworten. Vielmehr ist die Frage der Besetzung einem wie auch immer geartetem Gefühl des Spielleiters überlassen. Daher entstehen oft Fehlbesetzungen, die sich im Laufe der Proben heraus-stellen und oft auch zu einem Abbruch der Inszenierungsarbeit führen. Das Rollenstudium ist in solchen Fällen, vor der eigentlichen Inszenie- rungsarbeit durchgeführt, eine wichtige Möglichkeit, den o.g. Vorgang zu umgehen. Da darüber hinaus Rollenstudium eine wichtige Form der Klärung der Darsteller-Persönlichkeit darstellt, zeigt sich anhand des entsprechenden Ergebnisses, wie die Bandbreite der Darstellung aussieht, nachdem festgehalten wurde, ob anhand der Körperhaltung, der Bewegung, der Gestil und Mimik, der Sprache und des Outfits der Darsteller für eine entsprechende Rolle geeignet ist.

                                                                                                                                                                                                                                                                Rollenstudium braucht das eingehende Studium verschiedener Rollenstrukturen durch den angehenden Darsteller selbst, indem er aus unterschied-lichen Stücken d i e Rolle über vielleicht maximalen 10 Zeilen aussucht und zum Rollenstudium mitbringt, um daran zu arbeiten.

                                                                                                                                                                                                                                                                Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann am 20. April 2024: „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.

                                                                                                                                                                                                                                                                Im Alter kommt man nicht umhin, an sein irdisches Ende zu denken. Gerne erinnert man sich an Lieder aus der Kinder- und Jugendzeit und an jene aus dem Erlernen eines Instruments vertraute Musik. Im Gegensatz zu früheren Lebensjahren kann man im Alter mit den schnell wechselnden Popmusikcharts nichts mehr anfangen. Vielmehr befasst man sich mit der zeitlosen klassischen Musik und insbesondere mit solcher, die die eigene Lebenssituation anspricht.

                                                                                                                                                                                                                                                                Zu dem Gemälde von Arnold Böckling, das der Diplom-Psychologe Prof. Dr. Georg Franzen (www.kunstpsychologie.de) aus kunstpsychologischer Sicht beleuchtet, gibt es mindestens 29 Vertonungen und damit mehr als zu jedem anderen Bild. Anhand ausgewählter musikalischer Stimmungsbilder soll analysiert werden, was sie dem dafür aufgeschlossenen alten Menschen sagen und wie sie seine multimodale Interaktion beeinflussen können. Hierzu wird ein Film gezeigt und werden Anregungen gegen die üblichen vermeintlich nützlichen Strategien des Singens im Alter gegeben. Damit sich aber im fortgeschrittenen Alter die viel beschworene und erfahrbare Heilkraft von Musik beim Musikhören, Singen und Musizieren entfalten kann, sind trotz aller und gerade bei Gebrechen Voraussetzungen zu beachten, die dem an Erfahrung reichen homo ludens nicht nur ein wohltuendes musikalisches Erleben, sondern jederzeit mit geringem Aufwand ein gehöriges Quantum an flow ermöglichen können.

                                                                                                                                                                                                                                                                • Dr. Arnold M. Raem am 20. April 2024: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”

                                                                                                                                                                                                                                                                  Dr. Arnold M. Raem ist Gründer der arrows biomedical Deutschland GmbH mit Sitz im Centrum für Nanotechnologie „CeNTech“ der Universität Münster. Die arrows biomedical Deutschland GmbH ist ein Servicelabor mit den Schwerpunkten im Bereich der molekularen Biomedizin / Onkologie. Dr. Arnold M. Raem hat zahlreiche, excellent bewertete Bücher herausgegeben, darunter das Handbuch für Geriatrie. Lehrbuch für Praxis und Klinik. (2005). Düsseldorf: Deutsche Krankhaus Verlagsgesellschaft, mit einem Kapitel Künstlerische Therapien in der Geriatrie, S. 859-869.    
                                                                                                                                                                                                                                                                               
                                                                                                                                                                                                                                                                • Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke am 20. April 2024: “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                                                                                                                                                                                                                                                   
                                                                                                                                                                                                                                                                  In diesem Workshop soll das Thema der “Bewegung” in seiner Bedeutung für eine zunehmend älter werdende Gesellschaft im Vordergrund symbolischer Durcharbeitung stehen. Der kreative Umgang mit Bewegung und Stillstand ist für viele ältere Patient:innen elementar. Im therapeutischen Setting nimmt die Anzahl derer, die auch ab 60 Jahren “Stärkungswünsche” für sich hegen, stetig zu. Gerade Frauen stehen aus unterschiedlichen Lebenslagen, wie nach einer Scheidung, dem Auszug der Kinder, Sich-Kümmern um einen pflegebedürftigen Angehörigen oder Tod des Partners sowie aus weiteren Gründen vor neuen Herausforderungen.    
                                                                                                                                                                                                                                                                      
                                                                                                                                                                                                                                                                  Anhand verschiedener Fallvignetten werden wir uns anschauen, welchen Schwierigkeiten ausgewählte Patientinnen während ihrer Lebensspanne ausgesetzt waren, welche individuums-spezifischen Ressourcen und Bedürfnisse vorhanden sind, um die alltäglichen Belastungen als zu meisternde Herausforderungen sehen und nutzen zu können. Fortbewegung und Stillstand sind immer wieder höchst interessante Aspekte in der therapeutischen Durcharbeitung. Äußere und innere Lebensbedingungen können im Zusammenwirken förderliche oder hinderliche Wirkungen entfalten, welchen wir mit der symbolischen Umsetzung des “Sich-Bewegens” und „Schreiten-Lassens“ analysierend nachspüren wollen, die für weitere Entwicklungsprozesse zielführend sind. Es wäre wünschenswert, wenn die Teilnehmenden des Workshops eigene Abbildungen zur kreativen Erfassung von Bewegung (und Stillstand) mitbringen würden.

                                                                                                                                                                                                                                                                  Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke, Leibniz-Universität Hannover Hannover, ist Psychologische Psychotherapeutin in Eigener Praxis.

                                                                                                                                                                                                                                                                • Dr. Laura Bettag am 20.04.2023: Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren

                                                                                                                                                                                                                                                                  In der Kultur des Flamencos kennen wir zahlreiche Beispiele einer lebenslangen Beschäftigung mit dem Flamencotanz. Es wird nicht als ungewöhnlich empfunden, wenn ältere Tänzerinnen im professionellen Rahmen vor Publikum auftreten und Erfolge feiern. La Chana (geb. 1946) trat im Alter von 75 Jahren von der Bühne ab, wobei sie ihr Programm im Sitzen bewältigte. Tanz kann als Überlebenselixier wirken, wie sie in ihrer Autobiografie „La Chana. Bailaora“ dokumentiert hat. Die qualitative Studie untersucht zunächst solche autobiografische Quellen auf Beschreibungen insbesondere tanztherapeutischer Effekte, die einer langjährigen Karriere bis ins höhere Alter förderlich waren. Häufig unterrichten professionelle Flamencotänzerinnen auch solange es möglich ist. Sie geben dabei neben tänzerischem Wissen allgemeine Überzeugungen und individuelle Einstellungen weiter. Die qualitative Studie will erkunden, welche physisch und psychisch als unterstützend erlebten mentalen Vorstellungen sowie deren tänzerische Umsetzungen von über 60-jährigen Schülerinnen ausgewählter Flamenco-Schulen in Deutschland wahrgenommen und beschrieben werden können.

                                                                                                                                                                                                                                                                  Der Forschungsprozess wird sich im Wesentlichen auf Interviews von Experteninnen aus dem Bereich des Flamencos und die Auswertung von entsprechend entwickelten Fragebögen stützen. Über die charakteristische Stilistik des Flamencos  hinaus spielt bei deren Gestaltung eine Rolle, ob kulturanthropologische Aspekte und eine „künstlerisch akzentuierte Gesundheitsphilosophie“ (Mastnak, 2022) gerade im höheren Alter in das eigene Tanzen einfließen oder nicht.

                                                                                                                                                                                                                                                                  Der Beitrag versucht schließlich aus den Ergebnissen der Studie, weiterführende Anregungen zum systematischen Aufbau einer internationalisierten „Flamenco-Therapie“ abzuleiten.

                                                                                                                                                                                                                                                                  Dr. Laura Bettag, MA, ist als Kulturmanagerin am Nationaltheater Mannheim und freiberuflich als dipl. Tanztherapeutin sowie im Betrieblichen Gesundheitsmanagement tätig. Sie beforscht derzeit insbesondere die therapeutischen Ressourcen des Tanzunterrichts im stilübergreifenden Vergleich.

                                                                                                                                                                                                                                                                Lothar Schön ist Musiktherapeut in 95473 Creußen.

                                                                                                                                                                                                                                                                • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                                                  • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                  • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                  • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                                                  • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                                  • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                                                    • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                    • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                    • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                                                Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                            • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                                              • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                              • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                              • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                                            • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                              Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                                • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                                                  • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                  • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                  • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                                              Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                                Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                                  • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                                                    • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                    • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                    • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                                                Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                              • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                                                • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                                                • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                                    • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                                                      • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                      • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                      • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                                                  Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                                  • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                                                    • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                    • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                    • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                                                    • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                                      • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                                                        • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                        • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                        • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                                                    Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                                    • Sa 10:00-13.00 Uhr: 3 Vorträge mit Diskussion:
                                                                                                                                                                                                                                                                      • 10:00-11.00 Uhr: Dr. Katja Watermann „Alt. Intelligenzgemindert. Vergessen. Kunst und Therapie im Maßregelvollzug.”
                                                                                                                                                                                                                                                                      • 11:00-12:00 Uhr: Dr. Arnold M. Raem: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”
                                                                                                                                                                                                                                                                      • 12:00-13:00 Uhr: Dr. Laura Bettag „Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren.”
                                                                                                                                                                                                                                                                    • Sa 14-16 Uhr: 3 Workshops mit Diskussion:
                                                                                                                                                                                                                                                                      • 14.00-15.30 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Georg Franzen „Böcklins ‚Toteninsel‘“.
                                                                                                                                                                                                                                                                      • 15:45-17:00 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.
                                                                                                                                                                                                                                                                      • 17:15-19.00 Uhr: Dr. Yolanda Bertolaso „Rezeptive Künstlerische Tanztherapie mit stark bewegungseingeschränkten und teilweise dementen Senioren.”
                                                                                                                                                                                                                                                                    • So 10.00-16:00 Uhr: 1 Vortrag und 3 Workshops mit Diskussion:
                                                                                                                                                                                                                                                                      • 10:00-11:30 Uhr: Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak „Künstlerische Therapien im Alter.
                                                                                                                                                                                                                                                                      • 11.45-13.00 Uhr: Prof. Dr. Marion Tacke “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                                                                                                                                                                                                                                                      • 14.00-16:00 Uhr: Dr. Enrico Otto Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.“
                                                                                                                                                                                                                                                                      • Poster von Lothar Schön: “Digitalisierung der Musiktherapie”

                                                                                                                                                                                                                                                                        Ein wichtiger Ansatz für die geplante digitalisierte Musiktherapie ist die soziale Teilhabe von Menschen, die aufgrund gesundheitlicher Beeinträchtigungen benachteiligt sind.

                                                                                                                                                                                                                                                                        Gleichzeitig wird all denen, die über keine instrumentalen Vorkenntnisse verfügen, eine Plattform geboten, die einen intuitiven Zugang zum Musizieren ermöglicht.

                                                                                                                                                                                                                                                                        Stellen Sie sich bitte eine Partitur vor, die zwar Melodienverlauf skizziert, aber vom ausführenden Musiker keine Tonhöhenauswahl verlangt. Das macht den musikalischen Prozess einfacher und entlastet unsere Kandidaten.

                                                                                                                                                                                                                                                                        Die Aufmerksamkeit kann also auf den Rhythmus konzentriert werden.

                                                                                                                                                                                                                                                                        In erster Linie denke ich an Schlaganfall- und Parkinsonpatienten.

                                                                                                                                                                                                                                                                        Für psychosomatische Fallbeispiele bieten sich nochmal ganz neuartige erweiterte Musizierzugänge.

                                                                                                                                                                                                                                                                        Die erleichterte Interaktion für Menschen mit unterschiedlicher musikalischer Vorbildung bildet eine ganz wesentliche Grundlage.

                                                                                                                                                                                                                                                                        Vorliegende Zusammenfassungen – weitere folgen:

                                                                                                                                                                                                                                                                        • Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak am 21. April 2024: „Künstlerische Therapien im Alter.
                                                                                                                                                                                                                                                                          In einer Gesellschaft mit immer höheren Lebenserwartungen spielen Gesundheitsförderung und Gesundheitserhaltung eine zentrale Rolle. Dies wird auch seitens der Weltgesundheitsorganisation WHO mit Hinweis auf die UN-Deklaration zum gesunden Altern United Nations Decade of Healthy Ageing 2021–2030 hervorgehoben. Der Terminus „healthy aging“ muss hier allerdings differenziert verstanden werden und reicht von einer ganzheitlichen Gesunderhaltung im Rahmen natürlicher Alterungsprozesse über spezifische Prävention, etwa von Depression bei Herzinsuffizienz, bis zu spiritueller Gesundheit in der Palliativmedizin.

                                                                                                                                                                                                                                                                          Die repräsentativen gerontagogischen Gesundheitsaktivitäten an der Musikhochschule in Posen (Akademia Muzyczna im. Ignacego Jana Paderewskiego w Poznaniu) beruhen auf musikalisch-tänzerischen Gruppenaktivitäten und werden zur Zeit länderübergreifend und interdisziplinär beforscht. Während es hier ganzheitlich um psychophysische Gesundheit und soziokulturelle Inklusion geht, stehen bei anderen Aktivitäten spezifische Gesundheitsaspekte im Zentrum. So finden etwa im Österreichischen Herzverband Landesverband Burgenland Musik und Tanz zur Förderung und Rehabilitation kardiovaskulärer und kardiorespiratorischer Gesundheit im Alter Einsatz.

                                                                                                                                                                                                                                                                          Künstlerische Therapien sind vielerorts aus dem geriatrischen, insbesondere auch dem neurogeriatrischen Bereich, nicht mehr wegzudenken. So wird etwa an der Universitätsklinik Pitié-Salpêtrière in Paris seit Jahren Parkidanse, eine hoch spezifische tanztherapeutische Technik zur Milderung von Parkinsonsymptomatik, eingesetzt. Gegenwärtige Studien deuten darauf hin, dass es dabei zu Synchronisationen zwischen musikalischen und motorischen Rhythmusprozessoren im Gehirn kommt, welche die parkinsontypische Basalgangliendegeneration teils zu kompensieren vermögen.

                                                                                                                                                                                                                                                                          Am Forschungszentrum für künstlerische Therapien der Changzhi Medical School in China – einer Einrichtung, die vermutlich in den nächsten Jahren im Bereich physiologischer, neurowissenschaftlicher und interdisziplinären Forschung zu künstlerischen Therapien in Klinik und Public Health eine führende Position einnehmen dürfte – werden Musik-Tanz-Prozesse zur Rehabilitation bei Demenz untersucht, wobei sich gegenwärtig abzeichnet, dass die Künste dynamische Netzwerk-Konnektivitäten aktivieren, die letztlich für den therapeutischen Outcome verantwortlich sind.

                                                                                                                                                                                                                                                                          Künste auf gesundheitsförderndem und therapeutischem Terrain sollen allerdings nicht bloß funktional verstanden werden. Vierzig Jahre künstlerische Therapien im Sinne von Karl Hörmann haben die Unersetzbarkeit des ästhetischen und schöpferischen Moments deutlich gemacht und gleichzeitig die Notwendigkeit von psychologischer und medizinischer Forschung hervorgehoben: die Künste stellen die Intervention, die Wissenschaften liefern Erkenntnisse über künstlerisch-therapeutische Mechanismen.

                                                                                                                                                                                                                                                                          Während der Vortrag Forschungen zu gesundheitsfördernden und therapeutischen Funktionen der Künste im Alter sowie bei alterstypischen Erkrankungen diskutiert, werden im Workshop einzelne Techniken vorgestellt und in Form von Selbsterfahrung erprobt.

                                                                                                                                                                                                                                                                          Wolfgang Mastnak ist Professor für künstlerische Therapien am Changzhi Medical College (Volksrepublik China) und wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Kultur, Künste und Medien (长治医学院 人文艺术传媒系) sowie Inhaber des Lehrstuhls für Musikpädagogik (Schulmusik) an der Hochschule für Musik und Theater München. Seine Seminare im Bereich Lehramt umfassen Musikdidaktik, Wissenschaftstheorie, Musik und Gesundheitspädagogik, Neuro-Musikpädagogik und transkulturelle Musikpädagogik. Im Doktoratsstudium betreut er vor allem Studien zur Integration von Musikpädagogik und Musiktherapie. Im Bayerischen Hochschulzentrum für China (BayCHINA) und im Bayerischen Hochschulzentrum für Mittel-, Ost- und Südosteuropa (BAYHOST) ist er der für die Musik- und Kunsthochschulen zuständige Direktor. Er hat Doktorate in Musikpädagogik & Psychologie, Medizinwissenschaften, Sportwissenschaften und Mathematik und ist Psychotherapeut und Mototherapeut. Wolfgang Mastnak ist Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste sowie der New York Academy of Sciences. Seine interdisziplinären Forschungen wurden international vielfach ausgezeichnet.
                                                                                                                                                                                                                                                                      • Dr. Enrico Otto am 21. April 2024: „Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.

                                                                                                                                                                                                                                                                        Um für Theaterinteressierte einen sinnvollen Einstieg in eine praktische Theaterarbeit zu gestalten, braucht der Interessent in einem Workshop die Kenntnis von sich selbst als potentiellen Darsteller. Über das Rollenstudium mit szenischer Arbeit an einem selbst ausgesuchten Text (10 Zeilen aus einem Theatertext) lassen sich unter Anleitung vielfältige Varianten des szenischen Ausdrucks erproben.

                                                                                                                                                                                                                                                                        In einem zweiten Schritt soll aufgrund der Erfahrung mit sich selbst als Darsteller ein szenischer Bezug zu anderen Mit-Darstellern erprobt werden. So gelangt man in einfacher Form zu einer grundlegenden Ensemblearbeit.

                                                                                                                                                                                                                                                                        Ein möglicher dritter Schritt wäre dann die szenische Erarbeitung einer ganzen Szene.

                                                                                                                                                                                                                                                                        Der Artikel von Dr. Otto „Theater als Kommunikationsmodell“, erschienen in der MTK-Ausgabe 2023-1, S. 39-100, wird zur vorherigen Lektüre empfohlen. Sein für die folgende MTK-Ausgabe vorgesehener Beitrag “Die Funktionalität des Rollenstudiums im nicht-professionellem Theaterbereich” wird denjenigen zugeschickt, die sich zu seinem Workshop angemeldet haben.

                                                                                                                                                                                                                                                                        Die Interessenten können sich jetzt schon auf den Workshop vorbereiten:

                                                                                                                                                                                                                                                                        Bei nicht-profesionellen Inszenierungen taucht immer die Frage nach der richtigen Besetzung der textbezogenen Rollen auf. Diese Frage lässt sich oft bei nicht ausgebildeten Spielleitern kaum richtig beantworten. Vielmehr ist die Frage der Besetzung einem wie auch immer geartetem Gefühl des Spielleiters überlassen. Daher entstehen oft Fehlbesetzungen, die sich im Laufe der Proben heraus-stellen und oft auch zu einem Abbruch der Inszenierungsarbeit führen. Das Rollenstudium ist in solchen Fällen, vor der eigentlichen Inszenie- rungsarbeit durchgeführt, eine wichtige Möglichkeit, den o.g. Vorgang zu umgehen. Da darüber hinaus Rollenstudium eine wichtige Form der Klärung der Darsteller-Persönlichkeit darstellt, zeigt sich anhand des entsprechenden Ergebnisses, wie die Bandbreite der Darstellung aussieht, nachdem festgehalten wurde, ob anhand der Körperhaltung, der Bewegung, der Gestil und Mimik, der Sprache und des Outfits der Darsteller für eine entsprechende Rolle geeignet ist.

                                                                                                                                                                                                                                                                        Rollenstudium braucht das eingehende Studium verschiedener Rollenstrukturen durch den angehenden Darsteller selbst, indem er aus unterschied-lichen Stücken d i e Rolle über vielleicht maximalen 10 Zeilen aussucht und zum Rollenstudium mitbringt, um daran zu arbeiten.

                                                                                                                                                                                                                                                                        Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann am 20. April 2024: „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.

                                                                                                                                                                                                                                                                        Im Alter kommt man nicht umhin, an sein irdisches Ende zu denken. Gerne erinnert man sich an Lieder aus der Kinder- und Jugendzeit und an jene aus dem Erlernen eines Instruments vertraute Musik. Im Gegensatz zu früheren Lebensjahren kann man im Alter mit den schnell wechselnden Popmusikcharts nichts mehr anfangen. Vielmehr befasst man sich mit der zeitlosen klassischen Musik und insbesondere mit solcher, die die eigene Lebenssituation anspricht.

                                                                                                                                                                                                                                                                        Zu dem Gemälde von Arnold Böckling, das der Diplom-Psychologe Prof. Dr. Georg Franzen (www.kunstpsychologie.de) aus kunstpsychologischer Sicht beleuchtet, gibt es mindestens 29 Vertonungen und damit mehr als zu jedem anderen Bild. Anhand ausgewählter musikalischer Stimmungsbilder soll analysiert werden, was sie dem dafür aufgeschlossenen alten Menschen sagen und wie sie seine multimodale Interaktion beeinflussen können. Hierzu wird ein Film gezeigt und werden Anregungen gegen die üblichen vermeintlich nützlichen Strategien des Singens im Alter gegeben. Damit sich aber im fortgeschrittenen Alter die viel beschworene und erfahrbare Heilkraft von Musik beim Musikhören, Singen und Musizieren entfalten kann, sind trotz aller und gerade bei Gebrechen Voraussetzungen zu beachten, die dem an Erfahrung reichen homo ludens nicht nur ein wohltuendes musikalisches Erleben, sondern jederzeit mit geringem Aufwand ein gehöriges Quantum an flow ermöglichen können.

                                                                                                                                                                                                                                                                        • Dr. Arnold M. Raem am 20. April 2024: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”

                                                                                                                                                                                                                                                                          Dr. Arnold M. Raem ist Gründer der arrows biomedical Deutschland GmbH mit Sitz im Centrum für Nanotechnologie „CeNTech“ der Universität Münster. Die arrows biomedical Deutschland GmbH ist ein Servicelabor mit den Schwerpunkten im Bereich der molekularen Biomedizin / Onkologie. Dr. Arnold M. Raem hat zahlreiche, excellent bewertete Bücher herausgegeben, darunter das Handbuch für Geriatrie. Lehrbuch für Praxis und Klinik. (2005). Düsseldorf: Deutsche Krankhaus Verlagsgesellschaft, mit einem Kapitel Künstlerische Therapien in der Geriatrie, S. 859-869.    
                                                                                                                                                                                                                                                                                       
                                                                                                                                                                                                                                                                        • Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke am 20. April 2024: “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                                                                                                                                                                                                                                                           
                                                                                                                                                                                                                                                                          In diesem Workshop soll das Thema der “Bewegung” in seiner Bedeutung für eine zunehmend älter werdende Gesellschaft im Vordergrund symbolischer Durcharbeitung stehen. Der kreative Umgang mit Bewegung und Stillstand ist für viele ältere Patient:innen elementar. Im therapeutischen Setting nimmt die Anzahl derer, die auch ab 60 Jahren “Stärkungswünsche” für sich hegen, stetig zu. Gerade Frauen stehen aus unterschiedlichen Lebenslagen, wie nach einer Scheidung, dem Auszug der Kinder, Sich-Kümmern um einen pflegebedürftigen Angehörigen oder Tod des Partners sowie aus weiteren Gründen vor neuen Herausforderungen.    
                                                                                                                                                                                                                                                                              
                                                                                                                                                                                                                                                                          Anhand verschiedener Fallvignetten werden wir uns anschauen, welchen Schwierigkeiten ausgewählte Patientinnen während ihrer Lebensspanne ausgesetzt waren, welche individuums-spezifischen Ressourcen und Bedürfnisse vorhanden sind, um die alltäglichen Belastungen als zu meisternde Herausforderungen sehen und nutzen zu können. Fortbewegung und Stillstand sind immer wieder höchst interessante Aspekte in der therapeutischen Durcharbeitung. Äußere und innere Lebensbedingungen können im Zusammenwirken förderliche oder hinderliche Wirkungen entfalten, welchen wir mit der symbolischen Umsetzung des “Sich-Bewegens” und „Schreiten-Lassens“ analysierend nachspüren wollen, die für weitere Entwicklungsprozesse zielführend sind. Es wäre wünschenswert, wenn die Teilnehmenden des Workshops eigene Abbildungen zur kreativen Erfassung von Bewegung (und Stillstand) mitbringen würden.

                                                                                                                                                                                                                                                                          Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke, Leibniz-Universität Hannover Hannover, ist Psychologische Psychotherapeutin in Eigener Praxis.

                                                                                                                                                                                                                                                                        • Dr. Laura Bettag am 20.04.2023: Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren

                                                                                                                                                                                                                                                                          In der Kultur des Flamencos kennen wir zahlreiche Beispiele einer lebenslangen Beschäftigung mit dem Flamencotanz. Es wird nicht als ungewöhnlich empfunden, wenn ältere Tänzerinnen im professionellen Rahmen vor Publikum auftreten und Erfolge feiern. La Chana (geb. 1946) trat im Alter von 75 Jahren von der Bühne ab, wobei sie ihr Programm im Sitzen bewältigte. Tanz kann als Überlebenselixier wirken, wie sie in ihrer Autobiografie „La Chana. Bailaora“ dokumentiert hat. Die qualitative Studie untersucht zunächst solche autobiografische Quellen auf Beschreibungen insbesondere tanztherapeutischer Effekte, die einer langjährigen Karriere bis ins höhere Alter förderlich waren. Häufig unterrichten professionelle Flamencotänzerinnen auch solange es möglich ist. Sie geben dabei neben tänzerischem Wissen allgemeine Überzeugungen und individuelle Einstellungen weiter. Die qualitative Studie will erkunden, welche physisch und psychisch als unterstützend erlebten mentalen Vorstellungen sowie deren tänzerische Umsetzungen von über 60-jährigen Schülerinnen ausgewählter Flamenco-Schulen in Deutschland wahrgenommen und beschrieben werden können.

                                                                                                                                                                                                                                                                          Der Forschungsprozess wird sich im Wesentlichen auf Interviews von Experteninnen aus dem Bereich des Flamencos und die Auswertung von entsprechend entwickelten Fragebögen stützen. Über die charakteristische Stilistik des Flamencos  hinaus spielt bei deren Gestaltung eine Rolle, ob kulturanthropologische Aspekte und eine „künstlerisch akzentuierte Gesundheitsphilosophie“ (Mastnak, 2022) gerade im höheren Alter in das eigene Tanzen einfließen oder nicht.

                                                                                                                                                                                                                                                                          Der Beitrag versucht schließlich aus den Ergebnissen der Studie, weiterführende Anregungen zum systematischen Aufbau einer internationalisierten „Flamenco-Therapie“ abzuleiten.

                                                                                                                                                                                                                                                                          Dr. Laura Bettag, MA, ist als Kulturmanagerin am Nationaltheater Mannheim und freiberuflich als dipl. Tanztherapeutin sowie im Betrieblichen Gesundheitsmanagement tätig. Sie beforscht derzeit insbesondere die therapeutischen Ressourcen des Tanzunterrichts im stilübergreifenden Vergleich.

                                                                                                                                                                                                                                                                        Lothar Schön ist Musiktherapeut in 95473 Creußen.

                                                                                                                                                                                                                                                                        • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                                                          • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                          • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                          • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                                                          • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                                          • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                                                            • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                            • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                            • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                                                        Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                                      Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                                        • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                                                          • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                          • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                          • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                                                      Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                                    • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                                                      • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                      • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                      • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                                                      • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                                          • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                                                            • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                            • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                            • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                                                        Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                                        • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                                                          • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                          • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                          • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                                                          • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                                            • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                                                              • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                              • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                              • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                                                          Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                                          • Sa 10:00-13.00 Uhr: 3 Vorträge mit Diskussion:
                                                                                                                                                                                                                                                                            • 10:00-11.00 Uhr: Dr. Katja Watermann „Alt. Intelligenzgemindert. Vergessen. Kunst und Therapie im Maßregelvollzug.”
                                                                                                                                                                                                                                                                            • 11:00-12:00 Uhr: Dr. Arnold M. Raem: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”
                                                                                                                                                                                                                                                                            • 12:00-13:00 Uhr: Dr. Laura Bettag „Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren.”
                                                                                                                                                                                                                                                                          • Sa 14-16 Uhr: 3 Workshops mit Diskussion:
                                                                                                                                                                                                                                                                            • 14.00-15.30 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Georg Franzen „Böcklins ‚Toteninsel‘“.
                                                                                                                                                                                                                                                                            • 15:45-17:00 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.
                                                                                                                                                                                                                                                                            • 17:15-19.00 Uhr: Dr. Yolanda Bertolaso „Rezeptive Künstlerische Tanztherapie mit stark bewegungseingeschränkten und teilweise dementen Senioren.”
                                                                                                                                                                                                                                                                          • So 10.00-16:00 Uhr: 1 Vortrag und 3 Workshops mit Diskussion:
                                                                                                                                                                                                                                                                            • 10:00-11:30 Uhr: Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak „Künstlerische Therapien im Alter.
                                                                                                                                                                                                                                                                            • 11.45-13.00 Uhr: Prof. Dr. Marion Tacke “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                                                                                                                                                                                                                                                            • 14.00-16:00 Uhr: Dr. Enrico Otto Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.“
                                                                                                                                                                                                                                                                            • Poster von Lothar Schön: “Digitalisierung der Musiktherapie”

                                                                                                                                                                                                                                                                              Ein wichtiger Ansatz für die geplante digitalisierte Musiktherapie ist die soziale Teilhabe von Menschen, die aufgrund gesundheitlicher Beeinträchtigungen benachteiligt sind.

                                                                                                                                                                                                                                                                              Gleichzeitig wird all denen, die über keine instrumentalen Vorkenntnisse verfügen, eine Plattform geboten, die einen intuitiven Zugang zum Musizieren ermöglicht.

                                                                                                                                                                                                                                                                              Stellen Sie sich bitte eine Partitur vor, die zwar Melodienverlauf skizziert, aber vom ausführenden Musiker keine Tonhöhenauswahl verlangt. Das macht den musikalischen Prozess einfacher und entlastet unsere Kandidaten.

                                                                                                                                                                                                                                                                              Die Aufmerksamkeit kann also auf den Rhythmus konzentriert werden.

                                                                                                                                                                                                                                                                              In erster Linie denke ich an Schlaganfall- und Parkinsonpatienten.

                                                                                                                                                                                                                                                                              Für psychosomatische Fallbeispiele bieten sich nochmal ganz neuartige erweiterte Musizierzugänge.

                                                                                                                                                                                                                                                                              Die erleichterte Interaktion für Menschen mit unterschiedlicher musikalischer Vorbildung bildet eine ganz wesentliche Grundlage.

                                                                                                                                                                                                                                                                              Vorliegende Zusammenfassungen – weitere folgen:

                                                                                                                                                                                                                                                                              • Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak am 21. April 2024: „Künstlerische Therapien im Alter.
                                                                                                                                                                                                                                                                                In einer Gesellschaft mit immer höheren Lebenserwartungen spielen Gesundheitsförderung und Gesundheitserhaltung eine zentrale Rolle. Dies wird auch seitens der Weltgesundheitsorganisation WHO mit Hinweis auf die UN-Deklaration zum gesunden Altern United Nations Decade of Healthy Ageing 2021–2030 hervorgehoben. Der Terminus „healthy aging“ muss hier allerdings differenziert verstanden werden und reicht von einer ganzheitlichen Gesunderhaltung im Rahmen natürlicher Alterungsprozesse über spezifische Prävention, etwa von Depression bei Herzinsuffizienz, bis zu spiritueller Gesundheit in der Palliativmedizin.

                                                                                                                                                                                                                                                                                Die repräsentativen gerontagogischen Gesundheitsaktivitäten an der Musikhochschule in Posen (Akademia Muzyczna im. Ignacego Jana Paderewskiego w Poznaniu) beruhen auf musikalisch-tänzerischen Gruppenaktivitäten und werden zur Zeit länderübergreifend und interdisziplinär beforscht. Während es hier ganzheitlich um psychophysische Gesundheit und soziokulturelle Inklusion geht, stehen bei anderen Aktivitäten spezifische Gesundheitsaspekte im Zentrum. So finden etwa im Österreichischen Herzverband Landesverband Burgenland Musik und Tanz zur Förderung und Rehabilitation kardiovaskulärer und kardiorespiratorischer Gesundheit im Alter Einsatz.

                                                                                                                                                                                                                                                                                Künstlerische Therapien sind vielerorts aus dem geriatrischen, insbesondere auch dem neurogeriatrischen Bereich, nicht mehr wegzudenken. So wird etwa an der Universitätsklinik Pitié-Salpêtrière in Paris seit Jahren Parkidanse, eine hoch spezifische tanztherapeutische Technik zur Milderung von Parkinsonsymptomatik, eingesetzt. Gegenwärtige Studien deuten darauf hin, dass es dabei zu Synchronisationen zwischen musikalischen und motorischen Rhythmusprozessoren im Gehirn kommt, welche die parkinsontypische Basalgangliendegeneration teils zu kompensieren vermögen.

                                                                                                                                                                                                                                                                                Am Forschungszentrum für künstlerische Therapien der Changzhi Medical School in China – einer Einrichtung, die vermutlich in den nächsten Jahren im Bereich physiologischer, neurowissenschaftlicher und interdisziplinären Forschung zu künstlerischen Therapien in Klinik und Public Health eine führende Position einnehmen dürfte – werden Musik-Tanz-Prozesse zur Rehabilitation bei Demenz untersucht, wobei sich gegenwärtig abzeichnet, dass die Künste dynamische Netzwerk-Konnektivitäten aktivieren, die letztlich für den therapeutischen Outcome verantwortlich sind.

                                                                                                                                                                                                                                                                                Künste auf gesundheitsförderndem und therapeutischem Terrain sollen allerdings nicht bloß funktional verstanden werden. Vierzig Jahre künstlerische Therapien im Sinne von Karl Hörmann haben die Unersetzbarkeit des ästhetischen und schöpferischen Moments deutlich gemacht und gleichzeitig die Notwendigkeit von psychologischer und medizinischer Forschung hervorgehoben: die Künste stellen die Intervention, die Wissenschaften liefern Erkenntnisse über künstlerisch-therapeutische Mechanismen.

                                                                                                                                                                                                                                                                                Während der Vortrag Forschungen zu gesundheitsfördernden und therapeutischen Funktionen der Künste im Alter sowie bei alterstypischen Erkrankungen diskutiert, werden im Workshop einzelne Techniken vorgestellt und in Form von Selbsterfahrung erprobt.

                                                                                                                                                                                                                                                                                Wolfgang Mastnak ist Professor für künstlerische Therapien am Changzhi Medical College (Volksrepublik China) und wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Kultur, Künste und Medien (长治医学院 人文艺术传媒系) sowie Inhaber des Lehrstuhls für Musikpädagogik (Schulmusik) an der Hochschule für Musik und Theater München. Seine Seminare im Bereich Lehramt umfassen Musikdidaktik, Wissenschaftstheorie, Musik und Gesundheitspädagogik, Neuro-Musikpädagogik und transkulturelle Musikpädagogik. Im Doktoratsstudium betreut er vor allem Studien zur Integration von Musikpädagogik und Musiktherapie. Im Bayerischen Hochschulzentrum für China (BayCHINA) und im Bayerischen Hochschulzentrum für Mittel-, Ost- und Südosteuropa (BAYHOST) ist er der für die Musik- und Kunsthochschulen zuständige Direktor. Er hat Doktorate in Musikpädagogik & Psychologie, Medizinwissenschaften, Sportwissenschaften und Mathematik und ist Psychotherapeut und Mototherapeut. Wolfgang Mastnak ist Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste sowie der New York Academy of Sciences. Seine interdisziplinären Forschungen wurden international vielfach ausgezeichnet.
                                                                                                                                                                                                                                                                            • Dr. Enrico Otto am 21. April 2024: „Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.

                                                                                                                                                                                                                                                                              Um für Theaterinteressierte einen sinnvollen Einstieg in eine praktische Theaterarbeit zu gestalten, braucht der Interessent in einem Workshop die Kenntnis von sich selbst als potentiellen Darsteller. Über das Rollenstudium mit szenischer Arbeit an einem selbst ausgesuchten Text (10 Zeilen aus einem Theatertext) lassen sich unter Anleitung vielfältige Varianten des szenischen Ausdrucks erproben.

                                                                                                                                                                                                                                                                              In einem zweiten Schritt soll aufgrund der Erfahrung mit sich selbst als Darsteller ein szenischer Bezug zu anderen Mit-Darstellern erprobt werden. So gelangt man in einfacher Form zu einer grundlegenden Ensemblearbeit.

                                                                                                                                                                                                                                                                              Ein möglicher dritter Schritt wäre dann die szenische Erarbeitung einer ganzen Szene.

                                                                                                                                                                                                                                                                              Der Artikel von Dr. Otto „Theater als Kommunikationsmodell“, erschienen in der MTK-Ausgabe 2023-1, S. 39-100, wird zur vorherigen Lektüre empfohlen. Sein für die folgende MTK-Ausgabe vorgesehener Beitrag “Die Funktionalität des Rollenstudiums im nicht-professionellem Theaterbereich” wird denjenigen zugeschickt, die sich zu seinem Workshop angemeldet haben.

                                                                                                                                                                                                                                                                              Die Interessenten können sich jetzt schon auf den Workshop vorbereiten:

                                                                                                                                                                                                                                                                              Bei nicht-profesionellen Inszenierungen taucht immer die Frage nach der richtigen Besetzung der textbezogenen Rollen auf. Diese Frage lässt sich oft bei nicht ausgebildeten Spielleitern kaum richtig beantworten. Vielmehr ist die Frage der Besetzung einem wie auch immer geartetem Gefühl des Spielleiters überlassen. Daher entstehen oft Fehlbesetzungen, die sich im Laufe der Proben heraus-stellen und oft auch zu einem Abbruch der Inszenierungsarbeit führen. Das Rollenstudium ist in solchen Fällen, vor der eigentlichen Inszenie- rungsarbeit durchgeführt, eine wichtige Möglichkeit, den o.g. Vorgang zu umgehen. Da darüber hinaus Rollenstudium eine wichtige Form der Klärung der Darsteller-Persönlichkeit darstellt, zeigt sich anhand des entsprechenden Ergebnisses, wie die Bandbreite der Darstellung aussieht, nachdem festgehalten wurde, ob anhand der Körperhaltung, der Bewegung, der Gestil und Mimik, der Sprache und des Outfits der Darsteller für eine entsprechende Rolle geeignet ist.

                                                                                                                                                                                                                                                                              Rollenstudium braucht das eingehende Studium verschiedener Rollenstrukturen durch den angehenden Darsteller selbst, indem er aus unterschied-lichen Stücken d i e Rolle über vielleicht maximalen 10 Zeilen aussucht und zum Rollenstudium mitbringt, um daran zu arbeiten.

                                                                                                                                                                                                                                                                              Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann am 20. April 2024: „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.

                                                                                                                                                                                                                                                                              Im Alter kommt man nicht umhin, an sein irdisches Ende zu denken. Gerne erinnert man sich an Lieder aus der Kinder- und Jugendzeit und an jene aus dem Erlernen eines Instruments vertraute Musik. Im Gegensatz zu früheren Lebensjahren kann man im Alter mit den schnell wechselnden Popmusikcharts nichts mehr anfangen. Vielmehr befasst man sich mit der zeitlosen klassischen Musik und insbesondere mit solcher, die die eigene Lebenssituation anspricht.

                                                                                                                                                                                                                                                                              Zu dem Gemälde von Arnold Böckling, das der Diplom-Psychologe Prof. Dr. Georg Franzen (www.kunstpsychologie.de) aus kunstpsychologischer Sicht beleuchtet, gibt es mindestens 29 Vertonungen und damit mehr als zu jedem anderen Bild. Anhand ausgewählter musikalischer Stimmungsbilder soll analysiert werden, was sie dem dafür aufgeschlossenen alten Menschen sagen und wie sie seine multimodale Interaktion beeinflussen können. Hierzu wird ein Film gezeigt und werden Anregungen gegen die üblichen vermeintlich nützlichen Strategien des Singens im Alter gegeben. Damit sich aber im fortgeschrittenen Alter die viel beschworene und erfahrbare Heilkraft von Musik beim Musikhören, Singen und Musizieren entfalten kann, sind trotz aller und gerade bei Gebrechen Voraussetzungen zu beachten, die dem an Erfahrung reichen homo ludens nicht nur ein wohltuendes musikalisches Erleben, sondern jederzeit mit geringem Aufwand ein gehöriges Quantum an flow ermöglichen können.

                                                                                                                                                                                                                                                                              • Dr. Arnold M. Raem am 20. April 2024: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”

                                                                                                                                                                                                                                                                                Dr. Arnold M. Raem ist Gründer der arrows biomedical Deutschland GmbH mit Sitz im Centrum für Nanotechnologie „CeNTech“ der Universität Münster. Die arrows biomedical Deutschland GmbH ist ein Servicelabor mit den Schwerpunkten im Bereich der molekularen Biomedizin / Onkologie. Dr. Arnold M. Raem hat zahlreiche, excellent bewertete Bücher herausgegeben, darunter das Handbuch für Geriatrie. Lehrbuch für Praxis und Klinik. (2005). Düsseldorf: Deutsche Krankhaus Verlagsgesellschaft, mit einem Kapitel Künstlerische Therapien in der Geriatrie, S. 859-869.    
                                                                                                                                                                                                                                                                                             
                                                                                                                                                                                                                                                                              • Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke am 20. April 2024: “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                                                                                                                                                                                                                                                                 
                                                                                                                                                                                                                                                                                In diesem Workshop soll das Thema der “Bewegung” in seiner Bedeutung für eine zunehmend älter werdende Gesellschaft im Vordergrund symbolischer Durcharbeitung stehen. Der kreative Umgang mit Bewegung und Stillstand ist für viele ältere Patient:innen elementar. Im therapeutischen Setting nimmt die Anzahl derer, die auch ab 60 Jahren “Stärkungswünsche” für sich hegen, stetig zu. Gerade Frauen stehen aus unterschiedlichen Lebenslagen, wie nach einer Scheidung, dem Auszug der Kinder, Sich-Kümmern um einen pflegebedürftigen Angehörigen oder Tod des Partners sowie aus weiteren Gründen vor neuen Herausforderungen.    
                                                                                                                                                                                                                                                                                    
                                                                                                                                                                                                                                                                                Anhand verschiedener Fallvignetten werden wir uns anschauen, welchen Schwierigkeiten ausgewählte Patientinnen während ihrer Lebensspanne ausgesetzt waren, welche individuums-spezifischen Ressourcen und Bedürfnisse vorhanden sind, um die alltäglichen Belastungen als zu meisternde Herausforderungen sehen und nutzen zu können. Fortbewegung und Stillstand sind immer wieder höchst interessante Aspekte in der therapeutischen Durcharbeitung. Äußere und innere Lebensbedingungen können im Zusammenwirken förderliche oder hinderliche Wirkungen entfalten, welchen wir mit der symbolischen Umsetzung des “Sich-Bewegens” und „Schreiten-Lassens“ analysierend nachspüren wollen, die für weitere Entwicklungsprozesse zielführend sind. Es wäre wünschenswert, wenn die Teilnehmenden des Workshops eigene Abbildungen zur kreativen Erfassung von Bewegung (und Stillstand) mitbringen würden.

                                                                                                                                                                                                                                                                                Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke, Leibniz-Universität Hannover Hannover, ist Psychologische Psychotherapeutin in Eigener Praxis.

                                                                                                                                                                                                                                                                              • Dr. Laura Bettag am 20.04.2023: Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren

                                                                                                                                                                                                                                                                                In der Kultur des Flamencos kennen wir zahlreiche Beispiele einer lebenslangen Beschäftigung mit dem Flamencotanz. Es wird nicht als ungewöhnlich empfunden, wenn ältere Tänzerinnen im professionellen Rahmen vor Publikum auftreten und Erfolge feiern. La Chana (geb. 1946) trat im Alter von 75 Jahren von der Bühne ab, wobei sie ihr Programm im Sitzen bewältigte. Tanz kann als Überlebenselixier wirken, wie sie in ihrer Autobiografie „La Chana. Bailaora“ dokumentiert hat. Die qualitative Studie untersucht zunächst solche autobiografische Quellen auf Beschreibungen insbesondere tanztherapeutischer Effekte, die einer langjährigen Karriere bis ins höhere Alter förderlich waren. Häufig unterrichten professionelle Flamencotänzerinnen auch solange es möglich ist. Sie geben dabei neben tänzerischem Wissen allgemeine Überzeugungen und individuelle Einstellungen weiter. Die qualitative Studie will erkunden, welche physisch und psychisch als unterstützend erlebten mentalen Vorstellungen sowie deren tänzerische Umsetzungen von über 60-jährigen Schülerinnen ausgewählter Flamenco-Schulen in Deutschland wahrgenommen und beschrieben werden können.

                                                                                                                                                                                                                                                                                Der Forschungsprozess wird sich im Wesentlichen auf Interviews von Experteninnen aus dem Bereich des Flamencos und die Auswertung von entsprechend entwickelten Fragebögen stützen. Über die charakteristische Stilistik des Flamencos  hinaus spielt bei deren Gestaltung eine Rolle, ob kulturanthropologische Aspekte und eine „künstlerisch akzentuierte Gesundheitsphilosophie“ (Mastnak, 2022) gerade im höheren Alter in das eigene Tanzen einfließen oder nicht.

                                                                                                                                                                                                                                                                                Der Beitrag versucht schließlich aus den Ergebnissen der Studie, weiterführende Anregungen zum systematischen Aufbau einer internationalisierten „Flamenco-Therapie“ abzuleiten.

                                                                                                                                                                                                                                                                                Dr. Laura Bettag, MA, ist als Kulturmanagerin am Nationaltheater Mannheim und freiberuflich als dipl. Tanztherapeutin sowie im Betrieblichen Gesundheitsmanagement tätig. Sie beforscht derzeit insbesondere die therapeutischen Ressourcen des Tanzunterrichts im stilübergreifenden Vergleich.

                                                                                                                                                                                                                                                                              Lothar Schön ist Musiktherapeut in 95473 Creußen.

                                                                                                                                                                                                                                                                              • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                                                                • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                                • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                                • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                                                                • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                                                • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                                                                  • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                                  • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                                  • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                                                              Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                                          • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                                                            • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                            • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                            • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                                                          • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                                            Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                                              • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                                                                • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                                • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                                • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                                                            Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                                              Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                                                • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                                                                  • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                                  • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                                  • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                                                              Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                                            • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                                                              • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                              • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                              • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                                                              • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                                                  • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                                                                    • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                                    • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                                    • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                                                                Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                                                • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                                                                  • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                                  • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                                  • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                                                                  • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                                                    • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                                                                      • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                                      • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                                      • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                                                                  Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                                                  • Sa 10:00-13.00 Uhr: 3 Vorträge mit Diskussion:
                                                                                                                                                                                                                                                                                    • 10:00-11.00 Uhr: Dr. Katja Watermann „Alt. Intelligenzgemindert. Vergessen. Kunst und Therapie im Maßregelvollzug.”
                                                                                                                                                                                                                                                                                    • 11:00-12:00 Uhr: Dr. Arnold M. Raem: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”
                                                                                                                                                                                                                                                                                    • 12:00-13:00 Uhr: Dr. Laura Bettag „Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren.”
                                                                                                                                                                                                                                                                                  • Sa 14-16 Uhr: 3 Workshops mit Diskussion:
                                                                                                                                                                                                                                                                                    • 14.00-15.30 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Georg Franzen „Böcklins ‚Toteninsel‘“.
                                                                                                                                                                                                                                                                                    • 15:45-17:00 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.
                                                                                                                                                                                                                                                                                    • 17:15-19.00 Uhr: Dr. Yolanda Bertolaso „Rezeptive Künstlerische Tanztherapie mit stark bewegungseingeschränkten und teilweise dementen Senioren.”
                                                                                                                                                                                                                                                                                  • So 10.00-16:00 Uhr: 1 Vortrag und 3 Workshops mit Diskussion:
                                                                                                                                                                                                                                                                                    • 10:00-11:30 Uhr: Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak „Künstlerische Therapien im Alter.
                                                                                                                                                                                                                                                                                    • 11.45-13.00 Uhr: Prof. Dr. Marion Tacke “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                                                                                                                                                                                                                                                                    • 14.00-16:00 Uhr: Dr. Enrico Otto Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.“
                                                                                                                                                                                                                                                                                    • Poster von Lothar Schön: “Digitalisierung der Musiktherapie”

                                                                                                                                                                                                                                                                                      Ein wichtiger Ansatz für die geplante digitalisierte Musiktherapie ist die soziale Teilhabe von Menschen, die aufgrund gesundheitlicher Beeinträchtigungen benachteiligt sind.

                                                                                                                                                                                                                                                                                      Gleichzeitig wird all denen, die über keine instrumentalen Vorkenntnisse verfügen, eine Plattform geboten, die einen intuitiven Zugang zum Musizieren ermöglicht.

                                                                                                                                                                                                                                                                                      Stellen Sie sich bitte eine Partitur vor, die zwar Melodienverlauf skizziert, aber vom ausführenden Musiker keine Tonhöhenauswahl verlangt. Das macht den musikalischen Prozess einfacher und entlastet unsere Kandidaten.

                                                                                                                                                                                                                                                                                      Die Aufmerksamkeit kann also auf den Rhythmus konzentriert werden.

                                                                                                                                                                                                                                                                                      In erster Linie denke ich an Schlaganfall- und Parkinsonpatienten.

                                                                                                                                                                                                                                                                                      Für psychosomatische Fallbeispiele bieten sich nochmal ganz neuartige erweiterte Musizierzugänge.

                                                                                                                                                                                                                                                                                      Die erleichterte Interaktion für Menschen mit unterschiedlicher musikalischer Vorbildung bildet eine ganz wesentliche Grundlage.

                                                                                                                                                                                                                                                                                      Vorliegende Zusammenfassungen – weitere folgen:

                                                                                                                                                                                                                                                                                      • Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak am 21. April 2024: „Künstlerische Therapien im Alter.
                                                                                                                                                                                                                                                                                        In einer Gesellschaft mit immer höheren Lebenserwartungen spielen Gesundheitsförderung und Gesundheitserhaltung eine zentrale Rolle. Dies wird auch seitens der Weltgesundheitsorganisation WHO mit Hinweis auf die UN-Deklaration zum gesunden Altern United Nations Decade of Healthy Ageing 2021–2030 hervorgehoben. Der Terminus „healthy aging“ muss hier allerdings differenziert verstanden werden und reicht von einer ganzheitlichen Gesunderhaltung im Rahmen natürlicher Alterungsprozesse über spezifische Prävention, etwa von Depression bei Herzinsuffizienz, bis zu spiritueller Gesundheit in der Palliativmedizin.

                                                                                                                                                                                                                                                                                        Die repräsentativen gerontagogischen Gesundheitsaktivitäten an der Musikhochschule in Posen (Akademia Muzyczna im. Ignacego Jana Paderewskiego w Poznaniu) beruhen auf musikalisch-tänzerischen Gruppenaktivitäten und werden zur Zeit länderübergreifend und interdisziplinär beforscht. Während es hier ganzheitlich um psychophysische Gesundheit und soziokulturelle Inklusion geht, stehen bei anderen Aktivitäten spezifische Gesundheitsaspekte im Zentrum. So finden etwa im Österreichischen Herzverband Landesverband Burgenland Musik und Tanz zur Förderung und Rehabilitation kardiovaskulärer und kardiorespiratorischer Gesundheit im Alter Einsatz.

                                                                                                                                                                                                                                                                                        Künstlerische Therapien sind vielerorts aus dem geriatrischen, insbesondere auch dem neurogeriatrischen Bereich, nicht mehr wegzudenken. So wird etwa an der Universitätsklinik Pitié-Salpêtrière in Paris seit Jahren Parkidanse, eine hoch spezifische tanztherapeutische Technik zur Milderung von Parkinsonsymptomatik, eingesetzt. Gegenwärtige Studien deuten darauf hin, dass es dabei zu Synchronisationen zwischen musikalischen und motorischen Rhythmusprozessoren im Gehirn kommt, welche die parkinsontypische Basalgangliendegeneration teils zu kompensieren vermögen.

                                                                                                                                                                                                                                                                                        Am Forschungszentrum für künstlerische Therapien der Changzhi Medical School in China – einer Einrichtung, die vermutlich in den nächsten Jahren im Bereich physiologischer, neurowissenschaftlicher und interdisziplinären Forschung zu künstlerischen Therapien in Klinik und Public Health eine führende Position einnehmen dürfte – werden Musik-Tanz-Prozesse zur Rehabilitation bei Demenz untersucht, wobei sich gegenwärtig abzeichnet, dass die Künste dynamische Netzwerk-Konnektivitäten aktivieren, die letztlich für den therapeutischen Outcome verantwortlich sind.

                                                                                                                                                                                                                                                                                        Künste auf gesundheitsförderndem und therapeutischem Terrain sollen allerdings nicht bloß funktional verstanden werden. Vierzig Jahre künstlerische Therapien im Sinne von Karl Hörmann haben die Unersetzbarkeit des ästhetischen und schöpferischen Moments deutlich gemacht und gleichzeitig die Notwendigkeit von psychologischer und medizinischer Forschung hervorgehoben: die Künste stellen die Intervention, die Wissenschaften liefern Erkenntnisse über künstlerisch-therapeutische Mechanismen.

                                                                                                                                                                                                                                                                                        Während der Vortrag Forschungen zu gesundheitsfördernden und therapeutischen Funktionen der Künste im Alter sowie bei alterstypischen Erkrankungen diskutiert, werden im Workshop einzelne Techniken vorgestellt und in Form von Selbsterfahrung erprobt.

                                                                                                                                                                                                                                                                                        Wolfgang Mastnak ist Professor für künstlerische Therapien am Changzhi Medical College (Volksrepublik China) und wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Kultur, Künste und Medien (长治医学院 人文艺术传媒系) sowie Inhaber des Lehrstuhls für Musikpädagogik (Schulmusik) an der Hochschule für Musik und Theater München. Seine Seminare im Bereich Lehramt umfassen Musikdidaktik, Wissenschaftstheorie, Musik und Gesundheitspädagogik, Neuro-Musikpädagogik und transkulturelle Musikpädagogik. Im Doktoratsstudium betreut er vor allem Studien zur Integration von Musikpädagogik und Musiktherapie. Im Bayerischen Hochschulzentrum für China (BayCHINA) und im Bayerischen Hochschulzentrum für Mittel-, Ost- und Südosteuropa (BAYHOST) ist er der für die Musik- und Kunsthochschulen zuständige Direktor. Er hat Doktorate in Musikpädagogik & Psychologie, Medizinwissenschaften, Sportwissenschaften und Mathematik und ist Psychotherapeut und Mototherapeut. Wolfgang Mastnak ist Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste sowie der New York Academy of Sciences. Seine interdisziplinären Forschungen wurden international vielfach ausgezeichnet.
                                                                                                                                                                                                                                                                                    • Dr. Enrico Otto am 21. April 2024: „Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.

                                                                                                                                                                                                                                                                                      Um für Theaterinteressierte einen sinnvollen Einstieg in eine praktische Theaterarbeit zu gestalten, braucht der Interessent in einem Workshop die Kenntnis von sich selbst als potentiellen Darsteller. Über das Rollenstudium mit szenischer Arbeit an einem selbst ausgesuchten Text (10 Zeilen aus einem Theatertext) lassen sich unter Anleitung vielfältige Varianten des szenischen Ausdrucks erproben.

                                                                                                                                                                                                                                                                                      In einem zweiten Schritt soll aufgrund der Erfahrung mit sich selbst als Darsteller ein szenischer Bezug zu anderen Mit-Darstellern erprobt werden. So gelangt man in einfacher Form zu einer grundlegenden Ensemblearbeit.

                                                                                                                                                                                                                                                                                      Ein möglicher dritter Schritt wäre dann die szenische Erarbeitung einer ganzen Szene.

                                                                                                                                                                                                                                                                                      Der Artikel von Dr. Otto „Theater als Kommunikationsmodell“, erschienen in der MTK-Ausgabe 2023-1, S. 39-100, wird zur vorherigen Lektüre empfohlen. Sein für die folgende MTK-Ausgabe vorgesehener Beitrag “Die Funktionalität des Rollenstudiums im nicht-professionellem Theaterbereich” wird denjenigen zugeschickt, die sich zu seinem Workshop angemeldet haben.

                                                                                                                                                                                                                                                                                      Die Interessenten können sich jetzt schon auf den Workshop vorbereiten:

                                                                                                                                                                                                                                                                                      Bei nicht-profesionellen Inszenierungen taucht immer die Frage nach der richtigen Besetzung der textbezogenen Rollen auf. Diese Frage lässt sich oft bei nicht ausgebildeten Spielleitern kaum richtig beantworten. Vielmehr ist die Frage der Besetzung einem wie auch immer geartetem Gefühl des Spielleiters überlassen. Daher entstehen oft Fehlbesetzungen, die sich im Laufe der Proben heraus-stellen und oft auch zu einem Abbruch der Inszenierungsarbeit führen. Das Rollenstudium ist in solchen Fällen, vor der eigentlichen Inszenie- rungsarbeit durchgeführt, eine wichtige Möglichkeit, den o.g. Vorgang zu umgehen. Da darüber hinaus Rollenstudium eine wichtige Form der Klärung der Darsteller-Persönlichkeit darstellt, zeigt sich anhand des entsprechenden Ergebnisses, wie die Bandbreite der Darstellung aussieht, nachdem festgehalten wurde, ob anhand der Körperhaltung, der Bewegung, der Gestil und Mimik, der Sprache und des Outfits der Darsteller für eine entsprechende Rolle geeignet ist.

                                                                                                                                                                                                                                                                                      Rollenstudium braucht das eingehende Studium verschiedener Rollenstrukturen durch den angehenden Darsteller selbst, indem er aus unterschied-lichen Stücken d i e Rolle über vielleicht maximalen 10 Zeilen aussucht und zum Rollenstudium mitbringt, um daran zu arbeiten.

                                                                                                                                                                                                                                                                                      Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann am 20. April 2024: „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.

                                                                                                                                                                                                                                                                                      Im Alter kommt man nicht umhin, an sein irdisches Ende zu denken. Gerne erinnert man sich an Lieder aus der Kinder- und Jugendzeit und an jene aus dem Erlernen eines Instruments vertraute Musik. Im Gegensatz zu früheren Lebensjahren kann man im Alter mit den schnell wechselnden Popmusikcharts nichts mehr anfangen. Vielmehr befasst man sich mit der zeitlosen klassischen Musik und insbesondere mit solcher, die die eigene Lebenssituation anspricht.

                                                                                                                                                                                                                                                                                      Zu dem Gemälde von Arnold Böckling, das der Diplom-Psychologe Prof. Dr. Georg Franzen (www.kunstpsychologie.de) aus kunstpsychologischer Sicht beleuchtet, gibt es mindestens 29 Vertonungen und damit mehr als zu jedem anderen Bild. Anhand ausgewählter musikalischer Stimmungsbilder soll analysiert werden, was sie dem dafür aufgeschlossenen alten Menschen sagen und wie sie seine multimodale Interaktion beeinflussen können. Hierzu wird ein Film gezeigt und werden Anregungen gegen die üblichen vermeintlich nützlichen Strategien des Singens im Alter gegeben. Damit sich aber im fortgeschrittenen Alter die viel beschworene und erfahrbare Heilkraft von Musik beim Musikhören, Singen und Musizieren entfalten kann, sind trotz aller und gerade bei Gebrechen Voraussetzungen zu beachten, die dem an Erfahrung reichen homo ludens nicht nur ein wohltuendes musikalisches Erleben, sondern jederzeit mit geringem Aufwand ein gehöriges Quantum an flow ermöglichen können.

                                                                                                                                                                                                                                                                                      • Dr. Arnold M. Raem am 20. April 2024: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”

                                                                                                                                                                                                                                                                                        Dr. Arnold M. Raem ist Gründer der arrows biomedical Deutschland GmbH mit Sitz im Centrum für Nanotechnologie „CeNTech“ der Universität Münster. Die arrows biomedical Deutschland GmbH ist ein Servicelabor mit den Schwerpunkten im Bereich der molekularen Biomedizin / Onkologie. Dr. Arnold M. Raem hat zahlreiche, excellent bewertete Bücher herausgegeben, darunter das Handbuch für Geriatrie. Lehrbuch für Praxis und Klinik. (2005). Düsseldorf: Deutsche Krankhaus Verlagsgesellschaft, mit einem Kapitel Künstlerische Therapien in der Geriatrie, S. 859-869.    
                                                                                                                                                                                                                                                                                                     
                                                                                                                                                                                                                                                                                      • Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke am 20. April 2024: “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                                                                                                                                                                                                                                                                         
                                                                                                                                                                                                                                                                                        In diesem Workshop soll das Thema der “Bewegung” in seiner Bedeutung für eine zunehmend älter werdende Gesellschaft im Vordergrund symbolischer Durcharbeitung stehen. Der kreative Umgang mit Bewegung und Stillstand ist für viele ältere Patient:innen elementar. Im therapeutischen Setting nimmt die Anzahl derer, die auch ab 60 Jahren “Stärkungswünsche” für sich hegen, stetig zu. Gerade Frauen stehen aus unterschiedlichen Lebenslagen, wie nach einer Scheidung, dem Auszug der Kinder, Sich-Kümmern um einen pflegebedürftigen Angehörigen oder Tod des Partners sowie aus weiteren Gründen vor neuen Herausforderungen.    
                                                                                                                                                                                                                                                                                            
                                                                                                                                                                                                                                                                                        Anhand verschiedener Fallvignetten werden wir uns anschauen, welchen Schwierigkeiten ausgewählte Patientinnen während ihrer Lebensspanne ausgesetzt waren, welche individuums-spezifischen Ressourcen und Bedürfnisse vorhanden sind, um die alltäglichen Belastungen als zu meisternde Herausforderungen sehen und nutzen zu können. Fortbewegung und Stillstand sind immer wieder höchst interessante Aspekte in der therapeutischen Durcharbeitung. Äußere und innere Lebensbedingungen können im Zusammenwirken förderliche oder hinderliche Wirkungen entfalten, welchen wir mit der symbolischen Umsetzung des “Sich-Bewegens” und „Schreiten-Lassens“ analysierend nachspüren wollen, die für weitere Entwicklungsprozesse zielführend sind. Es wäre wünschenswert, wenn die Teilnehmenden des Workshops eigene Abbildungen zur kreativen Erfassung von Bewegung (und Stillstand) mitbringen würden.

                                                                                                                                                                                                                                                                                        Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke, Leibniz-Universität Hannover Hannover, ist Psychologische Psychotherapeutin in Eigener Praxis.

                                                                                                                                                                                                                                                                                      • Dr. Laura Bettag am 20.04.2023: Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren

                                                                                                                                                                                                                                                                                        In der Kultur des Flamencos kennen wir zahlreiche Beispiele einer lebenslangen Beschäftigung mit dem Flamencotanz. Es wird nicht als ungewöhnlich empfunden, wenn ältere Tänzerinnen im professionellen Rahmen vor Publikum auftreten und Erfolge feiern. La Chana (geb. 1946) trat im Alter von 75 Jahren von der Bühne ab, wobei sie ihr Programm im Sitzen bewältigte. Tanz kann als Überlebenselixier wirken, wie sie in ihrer Autobiografie „La Chana. Bailaora“ dokumentiert hat. Die qualitative Studie untersucht zunächst solche autobiografische Quellen auf Beschreibungen insbesondere tanztherapeutischer Effekte, die einer langjährigen Karriere bis ins höhere Alter förderlich waren. Häufig unterrichten professionelle Flamencotänzerinnen auch solange es möglich ist. Sie geben dabei neben tänzerischem Wissen allgemeine Überzeugungen und individuelle Einstellungen weiter. Die qualitative Studie will erkunden, welche physisch und psychisch als unterstützend erlebten mentalen Vorstellungen sowie deren tänzerische Umsetzungen von über 60-jährigen Schülerinnen ausgewählter Flamenco-Schulen in Deutschland wahrgenommen und beschrieben werden können.

                                                                                                                                                                                                                                                                                        Der Forschungsprozess wird sich im Wesentlichen auf Interviews von Experteninnen aus dem Bereich des Flamencos und die Auswertung von entsprechend entwickelten Fragebögen stützen. Über die charakteristische Stilistik des Flamencos  hinaus spielt bei deren Gestaltung eine Rolle, ob kulturanthropologische Aspekte und eine „künstlerisch akzentuierte Gesundheitsphilosophie“ (Mastnak, 2022) gerade im höheren Alter in das eigene Tanzen einfließen oder nicht.

                                                                                                                                                                                                                                                                                        Der Beitrag versucht schließlich aus den Ergebnissen der Studie, weiterführende Anregungen zum systematischen Aufbau einer internationalisierten „Flamenco-Therapie“ abzuleiten.

                                                                                                                                                                                                                                                                                        Dr. Laura Bettag, MA, ist als Kulturmanagerin am Nationaltheater Mannheim und freiberuflich als dipl. Tanztherapeutin sowie im Betrieblichen Gesundheitsmanagement tätig. Sie beforscht derzeit insbesondere die therapeutischen Ressourcen des Tanzunterrichts im stilübergreifenden Vergleich.

                                                                                                                                                                                                                                                                                      Lothar Schön ist Musiktherapeut in 95473 Creußen.

                                                                                                                                                                                                                                                                                      • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                                                                        • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                                        • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                                        • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                                                                        • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                                                        • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                                                                          • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                                          • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                                          • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                                                                      Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                                                      Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                                                        • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                                                                          • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                                          • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                                          • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                                                                      Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                                                    • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                                                                      • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                                      • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                                      • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                                                                      • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                                                          • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                                                                            • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                                            • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                                            • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                                                                        Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                                                        • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                                                                          • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                                          • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                                          • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                                                                          • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                                                            • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                                                                              • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                                              • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                                              • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                                                                          Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                                                          • Sa 10:00-13.00 Uhr: 3 Vorträge mit Diskussion:
                                                                                                                                                                                                                                                                                            • 10:00-11.00 Uhr: Dr. Katja Watermann „Alt. Intelligenzgemindert. Vergessen. Kunst und Therapie im Maßregelvollzug.”
                                                                                                                                                                                                                                                                                            • 11:00-12:00 Uhr: Dr. Arnold M. Raem: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”
                                                                                                                                                                                                                                                                                            • 12:00-13:00 Uhr: Dr. Laura Bettag „Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren.”
                                                                                                                                                                                                                                                                                          • Sa 14-16 Uhr: 3 Workshops mit Diskussion:
                                                                                                                                                                                                                                                                                            • 14.00-15.30 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Georg Franzen „Böcklins ‚Toteninsel‘“.
                                                                                                                                                                                                                                                                                            • 15:45-17:00 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.
                                                                                                                                                                                                                                                                                            • 17:15-19.00 Uhr: Dr. Yolanda Bertolaso „Rezeptive Künstlerische Tanztherapie mit stark bewegungseingeschränkten und teilweise dementen Senioren.”
                                                                                                                                                                                                                                                                                          • So 10.00-16:00 Uhr: 1 Vortrag und 3 Workshops mit Diskussion:
                                                                                                                                                                                                                                                                                            • 10:00-11:30 Uhr: Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak „Künstlerische Therapien im Alter.
                                                                                                                                                                                                                                                                                            • 11.45-13.00 Uhr: Prof. Dr. Marion Tacke “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                                                                                                                                                                                                                                                                            • 14.00-16:00 Uhr: Dr. Enrico Otto Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.“
                                                                                                                                                                                                                                                                                            • Poster von Lothar Schön: “Digitalisierung der Musiktherapie”

                                                                                                                                                                                                                                                                                              Ein wichtiger Ansatz für die geplante digitalisierte Musiktherapie ist die soziale Teilhabe von Menschen, die aufgrund gesundheitlicher Beeinträchtigungen benachteiligt sind.

                                                                                                                                                                                                                                                                                              Gleichzeitig wird all denen, die über keine instrumentalen Vorkenntnisse verfügen, eine Plattform geboten, die einen intuitiven Zugang zum Musizieren ermöglicht.

                                                                                                                                                                                                                                                                                              Stellen Sie sich bitte eine Partitur vor, die zwar Melodienverlauf skizziert, aber vom ausführenden Musiker keine Tonhöhenauswahl verlangt. Das macht den musikalischen Prozess einfacher und entlastet unsere Kandidaten.

                                                                                                                                                                                                                                                                                              Die Aufmerksamkeit kann also auf den Rhythmus konzentriert werden.

                                                                                                                                                                                                                                                                                              In erster Linie denke ich an Schlaganfall- und Parkinsonpatienten.

                                                                                                                                                                                                                                                                                              Für psychosomatische Fallbeispiele bieten sich nochmal ganz neuartige erweiterte Musizierzugänge.

                                                                                                                                                                                                                                                                                              Die erleichterte Interaktion für Menschen mit unterschiedlicher musikalischer Vorbildung bildet eine ganz wesentliche Grundlage.

                                                                                                                                                                                                                                                                                              Vorliegende Zusammenfassungen – weitere folgen:

                                                                                                                                                                                                                                                                                              • Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak am 21. April 2024: „Künstlerische Therapien im Alter.
                                                                                                                                                                                                                                                                                                In einer Gesellschaft mit immer höheren Lebenserwartungen spielen Gesundheitsförderung und Gesundheitserhaltung eine zentrale Rolle. Dies wird auch seitens der Weltgesundheitsorganisation WHO mit Hinweis auf die UN-Deklaration zum gesunden Altern United Nations Decade of Healthy Ageing 2021–2030 hervorgehoben. Der Terminus „healthy aging“ muss hier allerdings differenziert verstanden werden und reicht von einer ganzheitlichen Gesunderhaltung im Rahmen natürlicher Alterungsprozesse über spezifische Prävention, etwa von Depression bei Herzinsuffizienz, bis zu spiritueller Gesundheit in der Palliativmedizin.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                Die repräsentativen gerontagogischen Gesundheitsaktivitäten an der Musikhochschule in Posen (Akademia Muzyczna im. Ignacego Jana Paderewskiego w Poznaniu) beruhen auf musikalisch-tänzerischen Gruppenaktivitäten und werden zur Zeit länderübergreifend und interdisziplinär beforscht. Während es hier ganzheitlich um psychophysische Gesundheit und soziokulturelle Inklusion geht, stehen bei anderen Aktivitäten spezifische Gesundheitsaspekte im Zentrum. So finden etwa im Österreichischen Herzverband Landesverband Burgenland Musik und Tanz zur Förderung und Rehabilitation kardiovaskulärer und kardiorespiratorischer Gesundheit im Alter Einsatz.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                Künstlerische Therapien sind vielerorts aus dem geriatrischen, insbesondere auch dem neurogeriatrischen Bereich, nicht mehr wegzudenken. So wird etwa an der Universitätsklinik Pitié-Salpêtrière in Paris seit Jahren Parkidanse, eine hoch spezifische tanztherapeutische Technik zur Milderung von Parkinsonsymptomatik, eingesetzt. Gegenwärtige Studien deuten darauf hin, dass es dabei zu Synchronisationen zwischen musikalischen und motorischen Rhythmusprozessoren im Gehirn kommt, welche die parkinsontypische Basalgangliendegeneration teils zu kompensieren vermögen.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                Am Forschungszentrum für künstlerische Therapien der Changzhi Medical School in China – einer Einrichtung, die vermutlich in den nächsten Jahren im Bereich physiologischer, neurowissenschaftlicher und interdisziplinären Forschung zu künstlerischen Therapien in Klinik und Public Health eine führende Position einnehmen dürfte – werden Musik-Tanz-Prozesse zur Rehabilitation bei Demenz untersucht, wobei sich gegenwärtig abzeichnet, dass die Künste dynamische Netzwerk-Konnektivitäten aktivieren, die letztlich für den therapeutischen Outcome verantwortlich sind.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                Künste auf gesundheitsförderndem und therapeutischem Terrain sollen allerdings nicht bloß funktional verstanden werden. Vierzig Jahre künstlerische Therapien im Sinne von Karl Hörmann haben die Unersetzbarkeit des ästhetischen und schöpferischen Moments deutlich gemacht und gleichzeitig die Notwendigkeit von psychologischer und medizinischer Forschung hervorgehoben: die Künste stellen die Intervention, die Wissenschaften liefern Erkenntnisse über künstlerisch-therapeutische Mechanismen.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                Während der Vortrag Forschungen zu gesundheitsfördernden und therapeutischen Funktionen der Künste im Alter sowie bei alterstypischen Erkrankungen diskutiert, werden im Workshop einzelne Techniken vorgestellt und in Form von Selbsterfahrung erprobt.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                Wolfgang Mastnak ist Professor für künstlerische Therapien am Changzhi Medical College (Volksrepublik China) und wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Kultur, Künste und Medien (长治医学院 人文艺术传媒系) sowie Inhaber des Lehrstuhls für Musikpädagogik (Schulmusik) an der Hochschule für Musik und Theater München. Seine Seminare im Bereich Lehramt umfassen Musikdidaktik, Wissenschaftstheorie, Musik und Gesundheitspädagogik, Neuro-Musikpädagogik und transkulturelle Musikpädagogik. Im Doktoratsstudium betreut er vor allem Studien zur Integration von Musikpädagogik und Musiktherapie. Im Bayerischen Hochschulzentrum für China (BayCHINA) und im Bayerischen Hochschulzentrum für Mittel-, Ost- und Südosteuropa (BAYHOST) ist er der für die Musik- und Kunsthochschulen zuständige Direktor. Er hat Doktorate in Musikpädagogik & Psychologie, Medizinwissenschaften, Sportwissenschaften und Mathematik und ist Psychotherapeut und Mototherapeut. Wolfgang Mastnak ist Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste sowie der New York Academy of Sciences. Seine interdisziplinären Forschungen wurden international vielfach ausgezeichnet.
                                                                                                                                                                                                                                                                                            • Dr. Enrico Otto am 21. April 2024: „Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.

                                                                                                                                                                                                                                                                                              Um für Theaterinteressierte einen sinnvollen Einstieg in eine praktische Theaterarbeit zu gestalten, braucht der Interessent in einem Workshop die Kenntnis von sich selbst als potentiellen Darsteller. Über das Rollenstudium mit szenischer Arbeit an einem selbst ausgesuchten Text (10 Zeilen aus einem Theatertext) lassen sich unter Anleitung vielfältige Varianten des szenischen Ausdrucks erproben.

                                                                                                                                                                                                                                                                                              In einem zweiten Schritt soll aufgrund der Erfahrung mit sich selbst als Darsteller ein szenischer Bezug zu anderen Mit-Darstellern erprobt werden. So gelangt man in einfacher Form zu einer grundlegenden Ensemblearbeit.

                                                                                                                                                                                                                                                                                              Ein möglicher dritter Schritt wäre dann die szenische Erarbeitung einer ganzen Szene.

                                                                                                                                                                                                                                                                                              Der Artikel von Dr. Otto „Theater als Kommunikationsmodell“, erschienen in der MTK-Ausgabe 2023-1, S. 39-100, wird zur vorherigen Lektüre empfohlen. Sein für die folgende MTK-Ausgabe vorgesehener Beitrag “Die Funktionalität des Rollenstudiums im nicht-professionellem Theaterbereich” wird denjenigen zugeschickt, die sich zu seinem Workshop angemeldet haben.

                                                                                                                                                                                                                                                                                              Die Interessenten können sich jetzt schon auf den Workshop vorbereiten:

                                                                                                                                                                                                                                                                                              Bei nicht-profesionellen Inszenierungen taucht immer die Frage nach der richtigen Besetzung der textbezogenen Rollen auf. Diese Frage lässt sich oft bei nicht ausgebildeten Spielleitern kaum richtig beantworten. Vielmehr ist die Frage der Besetzung einem wie auch immer geartetem Gefühl des Spielleiters überlassen. Daher entstehen oft Fehlbesetzungen, die sich im Laufe der Proben heraus-stellen und oft auch zu einem Abbruch der Inszenierungsarbeit führen. Das Rollenstudium ist in solchen Fällen, vor der eigentlichen Inszenie- rungsarbeit durchgeführt, eine wichtige Möglichkeit, den o.g. Vorgang zu umgehen. Da darüber hinaus Rollenstudium eine wichtige Form der Klärung der Darsteller-Persönlichkeit darstellt, zeigt sich anhand des entsprechenden Ergebnisses, wie die Bandbreite der Darstellung aussieht, nachdem festgehalten wurde, ob anhand der Körperhaltung, der Bewegung, der Gestil und Mimik, der Sprache und des Outfits der Darsteller für eine entsprechende Rolle geeignet ist.

                                                                                                                                                                                                                                                                                              Rollenstudium braucht das eingehende Studium verschiedener Rollenstrukturen durch den angehenden Darsteller selbst, indem er aus unterschied-lichen Stücken d i e Rolle über vielleicht maximalen 10 Zeilen aussucht und zum Rollenstudium mitbringt, um daran zu arbeiten.

                                                                                                                                                                                                                                                                                              Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann am 20. April 2024: „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.

                                                                                                                                                                                                                                                                                              Im Alter kommt man nicht umhin, an sein irdisches Ende zu denken. Gerne erinnert man sich an Lieder aus der Kinder- und Jugendzeit und an jene aus dem Erlernen eines Instruments vertraute Musik. Im Gegensatz zu früheren Lebensjahren kann man im Alter mit den schnell wechselnden Popmusikcharts nichts mehr anfangen. Vielmehr befasst man sich mit der zeitlosen klassischen Musik und insbesondere mit solcher, die die eigene Lebenssituation anspricht.

                                                                                                                                                                                                                                                                                              Zu dem Gemälde von Arnold Böckling, das der Diplom-Psychologe Prof. Dr. Georg Franzen (www.kunstpsychologie.de) aus kunstpsychologischer Sicht beleuchtet, gibt es mindestens 29 Vertonungen und damit mehr als zu jedem anderen Bild. Anhand ausgewählter musikalischer Stimmungsbilder soll analysiert werden, was sie dem dafür aufgeschlossenen alten Menschen sagen und wie sie seine multimodale Interaktion beeinflussen können. Hierzu wird ein Film gezeigt und werden Anregungen gegen die üblichen vermeintlich nützlichen Strategien des Singens im Alter gegeben. Damit sich aber im fortgeschrittenen Alter die viel beschworene und erfahrbare Heilkraft von Musik beim Musikhören, Singen und Musizieren entfalten kann, sind trotz aller und gerade bei Gebrechen Voraussetzungen zu beachten, die dem an Erfahrung reichen homo ludens nicht nur ein wohltuendes musikalisches Erleben, sondern jederzeit mit geringem Aufwand ein gehöriges Quantum an flow ermöglichen können.

                                                                                                                                                                                                                                                                                              • Dr. Arnold M. Raem am 20. April 2024: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”

                                                                                                                                                                                                                                                                                                Dr. Arnold M. Raem ist Gründer der arrows biomedical Deutschland GmbH mit Sitz im Centrum für Nanotechnologie „CeNTech“ der Universität Münster. Die arrows biomedical Deutschland GmbH ist ein Servicelabor mit den Schwerpunkten im Bereich der molekularen Biomedizin / Onkologie. Dr. Arnold M. Raem hat zahlreiche, excellent bewertete Bücher herausgegeben, darunter das Handbuch für Geriatrie. Lehrbuch für Praxis und Klinik. (2005). Düsseldorf: Deutsche Krankhaus Verlagsgesellschaft, mit einem Kapitel Künstlerische Therapien in der Geriatrie, S. 859-869.    
                                                                                                                                                                                                                                                                                                             
                                                                                                                                                                                                                                                                                              • Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke am 20. April 2024: “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                                                                                                                                                                                                                                                                                 
                                                                                                                                                                                                                                                                                                In diesem Workshop soll das Thema der “Bewegung” in seiner Bedeutung für eine zunehmend älter werdende Gesellschaft im Vordergrund symbolischer Durcharbeitung stehen. Der kreative Umgang mit Bewegung und Stillstand ist für viele ältere Patient:innen elementar. Im therapeutischen Setting nimmt die Anzahl derer, die auch ab 60 Jahren “Stärkungswünsche” für sich hegen, stetig zu. Gerade Frauen stehen aus unterschiedlichen Lebenslagen, wie nach einer Scheidung, dem Auszug der Kinder, Sich-Kümmern um einen pflegebedürftigen Angehörigen oder Tod des Partners sowie aus weiteren Gründen vor neuen Herausforderungen.    
                                                                                                                                                                                                                                                                                                    
                                                                                                                                                                                                                                                                                                Anhand verschiedener Fallvignetten werden wir uns anschauen, welchen Schwierigkeiten ausgewählte Patientinnen während ihrer Lebensspanne ausgesetzt waren, welche individuums-spezifischen Ressourcen und Bedürfnisse vorhanden sind, um die alltäglichen Belastungen als zu meisternde Herausforderungen sehen und nutzen zu können. Fortbewegung und Stillstand sind immer wieder höchst interessante Aspekte in der therapeutischen Durcharbeitung. Äußere und innere Lebensbedingungen können im Zusammenwirken förderliche oder hinderliche Wirkungen entfalten, welchen wir mit der symbolischen Umsetzung des “Sich-Bewegens” und „Schreiten-Lassens“ analysierend nachspüren wollen, die für weitere Entwicklungsprozesse zielführend sind. Es wäre wünschenswert, wenn die Teilnehmenden des Workshops eigene Abbildungen zur kreativen Erfassung von Bewegung (und Stillstand) mitbringen würden.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke, Leibniz-Universität Hannover Hannover, ist Psychologische Psychotherapeutin in Eigener Praxis.

                                                                                                                                                                                                                                                                                              • Dr. Laura Bettag am 20.04.2023: Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren

                                                                                                                                                                                                                                                                                                In der Kultur des Flamencos kennen wir zahlreiche Beispiele einer lebenslangen Beschäftigung mit dem Flamencotanz. Es wird nicht als ungewöhnlich empfunden, wenn ältere Tänzerinnen im professionellen Rahmen vor Publikum auftreten und Erfolge feiern. La Chana (geb. 1946) trat im Alter von 75 Jahren von der Bühne ab, wobei sie ihr Programm im Sitzen bewältigte. Tanz kann als Überlebenselixier wirken, wie sie in ihrer Autobiografie „La Chana. Bailaora“ dokumentiert hat. Die qualitative Studie untersucht zunächst solche autobiografische Quellen auf Beschreibungen insbesondere tanztherapeutischer Effekte, die einer langjährigen Karriere bis ins höhere Alter förderlich waren. Häufig unterrichten professionelle Flamencotänzerinnen auch solange es möglich ist. Sie geben dabei neben tänzerischem Wissen allgemeine Überzeugungen und individuelle Einstellungen weiter. Die qualitative Studie will erkunden, welche physisch und psychisch als unterstützend erlebten mentalen Vorstellungen sowie deren tänzerische Umsetzungen von über 60-jährigen Schülerinnen ausgewählter Flamenco-Schulen in Deutschland wahrgenommen und beschrieben werden können.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                Der Forschungsprozess wird sich im Wesentlichen auf Interviews von Experteninnen aus dem Bereich des Flamencos und die Auswertung von entsprechend entwickelten Fragebögen stützen. Über die charakteristische Stilistik des Flamencos  hinaus spielt bei deren Gestaltung eine Rolle, ob kulturanthropologische Aspekte und eine „künstlerisch akzentuierte Gesundheitsphilosophie“ (Mastnak, 2022) gerade im höheren Alter in das eigene Tanzen einfließen oder nicht.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                Der Beitrag versucht schließlich aus den Ergebnissen der Studie, weiterführende Anregungen zum systematischen Aufbau einer internationalisierten „Flamenco-Therapie“ abzuleiten.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                Dr. Laura Bettag, MA, ist als Kulturmanagerin am Nationaltheater Mannheim und freiberuflich als dipl. Tanztherapeutin sowie im Betrieblichen Gesundheitsmanagement tätig. Sie beforscht derzeit insbesondere die therapeutischen Ressourcen des Tanzunterrichts im stilübergreifenden Vergleich.

                                                                                                                                                                                                                                                                                              Lothar Schön ist Musiktherapeut in 95473 Creußen.

                                                                                                                                                                                                                                                                                              • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                                                                                • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                                                • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                                                • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                                                                                • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                                                                • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                                                                                  • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                                                  • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                                                  • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                                                                              Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                                                          • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                                                                            • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                                            • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                                            • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                                                                          • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                                                            Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                                                              • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                                                                                • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                                                • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                                                • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                                                                            Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                                                              Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                                                                • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                                                                                  • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                                                  • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                                                  • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                                                                              Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                                                            • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                                                                              • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                                              • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                                              • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                                                                              • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                                                                  • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                                                                                    • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                                                    • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                                                    • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                                                                                Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                                                                • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                                                                                  • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                                                  • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                                                  • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                                                                                  • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                                                                    • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                                                                                      • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                                                      • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                                                      • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                                                                                  Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                                                                  • Sa 10:00-13.00 Uhr: 3 Vorträge mit Diskussion:
                                                                                                                                                                                                                                                                                                    • 10:00-11.00 Uhr: Dr. Katja Watermann „Alt. Intelligenzgemindert. Vergessen. Kunst und Therapie im Maßregelvollzug.”
                                                                                                                                                                                                                                                                                                    • 11:00-12:00 Uhr: Dr. Arnold M. Raem: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”
                                                                                                                                                                                                                                                                                                    • 12:00-13:00 Uhr: Dr. Laura Bettag „Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren.”
                                                                                                                                                                                                                                                                                                  • Sa 14-16 Uhr: 3 Workshops mit Diskussion:
                                                                                                                                                                                                                                                                                                    • 14.00-15.30 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Georg Franzen „Böcklins ‚Toteninsel‘“.
                                                                                                                                                                                                                                                                                                    • 15:45-17:00 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.
                                                                                                                                                                                                                                                                                                    • 17:15-19.00 Uhr: Dr. Yolanda Bertolaso „Rezeptive Künstlerische Tanztherapie mit stark bewegungseingeschränkten und teilweise dementen Senioren.”
                                                                                                                                                                                                                                                                                                  • So 10.00-16:00 Uhr: 1 Vortrag und 3 Workshops mit Diskussion:
                                                                                                                                                                                                                                                                                                    • 10:00-11:30 Uhr: Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak „Künstlerische Therapien im Alter.
                                                                                                                                                                                                                                                                                                    • 11.45-13.00 Uhr: Prof. Dr. Marion Tacke “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                                                                                                                                                                                                                                                                                    • 14.00-16:00 Uhr: Dr. Enrico Otto Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.“
                                                                                                                                                                                                                                                                                                    • Poster von Lothar Schön: “Digitalisierung der Musiktherapie”

                                                                                                                                                                                                                                                                                                      Ein wichtiger Ansatz für die geplante digitalisierte Musiktherapie ist die soziale Teilhabe von Menschen, die aufgrund gesundheitlicher Beeinträchtigungen benachteiligt sind.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                      Gleichzeitig wird all denen, die über keine instrumentalen Vorkenntnisse verfügen, eine Plattform geboten, die einen intuitiven Zugang zum Musizieren ermöglicht.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                      Stellen Sie sich bitte eine Partitur vor, die zwar Melodienverlauf skizziert, aber vom ausführenden Musiker keine Tonhöhenauswahl verlangt. Das macht den musikalischen Prozess einfacher und entlastet unsere Kandidaten.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                      Die Aufmerksamkeit kann also auf den Rhythmus konzentriert werden.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                      In erster Linie denke ich an Schlaganfall- und Parkinsonpatienten.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                      Für psychosomatische Fallbeispiele bieten sich nochmal ganz neuartige erweiterte Musizierzugänge.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                      Die erleichterte Interaktion für Menschen mit unterschiedlicher musikalischer Vorbildung bildet eine ganz wesentliche Grundlage.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                      Vorliegende Zusammenfassungen – weitere folgen:

                                                                                                                                                                                                                                                                                                      • Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak am 21. April 2024: „Künstlerische Therapien im Alter.
                                                                                                                                                                                                                                                                                                        In einer Gesellschaft mit immer höheren Lebenserwartungen spielen Gesundheitsförderung und Gesundheitserhaltung eine zentrale Rolle. Dies wird auch seitens der Weltgesundheitsorganisation WHO mit Hinweis auf die UN-Deklaration zum gesunden Altern United Nations Decade of Healthy Ageing 2021–2030 hervorgehoben. Der Terminus „healthy aging“ muss hier allerdings differenziert verstanden werden und reicht von einer ganzheitlichen Gesunderhaltung im Rahmen natürlicher Alterungsprozesse über spezifische Prävention, etwa von Depression bei Herzinsuffizienz, bis zu spiritueller Gesundheit in der Palliativmedizin.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                        Die repräsentativen gerontagogischen Gesundheitsaktivitäten an der Musikhochschule in Posen (Akademia Muzyczna im. Ignacego Jana Paderewskiego w Poznaniu) beruhen auf musikalisch-tänzerischen Gruppenaktivitäten und werden zur Zeit länderübergreifend und interdisziplinär beforscht. Während es hier ganzheitlich um psychophysische Gesundheit und soziokulturelle Inklusion geht, stehen bei anderen Aktivitäten spezifische Gesundheitsaspekte im Zentrum. So finden etwa im Österreichischen Herzverband Landesverband Burgenland Musik und Tanz zur Förderung und Rehabilitation kardiovaskulärer und kardiorespiratorischer Gesundheit im Alter Einsatz.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                        Künstlerische Therapien sind vielerorts aus dem geriatrischen, insbesondere auch dem neurogeriatrischen Bereich, nicht mehr wegzudenken. So wird etwa an der Universitätsklinik Pitié-Salpêtrière in Paris seit Jahren Parkidanse, eine hoch spezifische tanztherapeutische Technik zur Milderung von Parkinsonsymptomatik, eingesetzt. Gegenwärtige Studien deuten darauf hin, dass es dabei zu Synchronisationen zwischen musikalischen und motorischen Rhythmusprozessoren im Gehirn kommt, welche die parkinsontypische Basalgangliendegeneration teils zu kompensieren vermögen.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                        Am Forschungszentrum für künstlerische Therapien der Changzhi Medical School in China – einer Einrichtung, die vermutlich in den nächsten Jahren im Bereich physiologischer, neurowissenschaftlicher und interdisziplinären Forschung zu künstlerischen Therapien in Klinik und Public Health eine führende Position einnehmen dürfte – werden Musik-Tanz-Prozesse zur Rehabilitation bei Demenz untersucht, wobei sich gegenwärtig abzeichnet, dass die Künste dynamische Netzwerk-Konnektivitäten aktivieren, die letztlich für den therapeutischen Outcome verantwortlich sind.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                        Künste auf gesundheitsförderndem und therapeutischem Terrain sollen allerdings nicht bloß funktional verstanden werden. Vierzig Jahre künstlerische Therapien im Sinne von Karl Hörmann haben die Unersetzbarkeit des ästhetischen und schöpferischen Moments deutlich gemacht und gleichzeitig die Notwendigkeit von psychologischer und medizinischer Forschung hervorgehoben: die Künste stellen die Intervention, die Wissenschaften liefern Erkenntnisse über künstlerisch-therapeutische Mechanismen.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                        Während der Vortrag Forschungen zu gesundheitsfördernden und therapeutischen Funktionen der Künste im Alter sowie bei alterstypischen Erkrankungen diskutiert, werden im Workshop einzelne Techniken vorgestellt und in Form von Selbsterfahrung erprobt.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                        Wolfgang Mastnak ist Professor für künstlerische Therapien am Changzhi Medical College (Volksrepublik China) und wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Kultur, Künste und Medien (长治医学院 人文艺术传媒系) sowie Inhaber des Lehrstuhls für Musikpädagogik (Schulmusik) an der Hochschule für Musik und Theater München. Seine Seminare im Bereich Lehramt umfassen Musikdidaktik, Wissenschaftstheorie, Musik und Gesundheitspädagogik, Neuro-Musikpädagogik und transkulturelle Musikpädagogik. Im Doktoratsstudium betreut er vor allem Studien zur Integration von Musikpädagogik und Musiktherapie. Im Bayerischen Hochschulzentrum für China (BayCHINA) und im Bayerischen Hochschulzentrum für Mittel-, Ost- und Südosteuropa (BAYHOST) ist er der für die Musik- und Kunsthochschulen zuständige Direktor. Er hat Doktorate in Musikpädagogik & Psychologie, Medizinwissenschaften, Sportwissenschaften und Mathematik und ist Psychotherapeut und Mototherapeut. Wolfgang Mastnak ist Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste sowie der New York Academy of Sciences. Seine interdisziplinären Forschungen wurden international vielfach ausgezeichnet.
                                                                                                                                                                                                                                                                                                    • Dr. Enrico Otto am 21. April 2024: „Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                      Um für Theaterinteressierte einen sinnvollen Einstieg in eine praktische Theaterarbeit zu gestalten, braucht der Interessent in einem Workshop die Kenntnis von sich selbst als potentiellen Darsteller. Über das Rollenstudium mit szenischer Arbeit an einem selbst ausgesuchten Text (10 Zeilen aus einem Theatertext) lassen sich unter Anleitung vielfältige Varianten des szenischen Ausdrucks erproben.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                      In einem zweiten Schritt soll aufgrund der Erfahrung mit sich selbst als Darsteller ein szenischer Bezug zu anderen Mit-Darstellern erprobt werden. So gelangt man in einfacher Form zu einer grundlegenden Ensemblearbeit.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                      Ein möglicher dritter Schritt wäre dann die szenische Erarbeitung einer ganzen Szene.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                      Der Artikel von Dr. Otto „Theater als Kommunikationsmodell“, erschienen in der MTK-Ausgabe 2023-1, S. 39-100, wird zur vorherigen Lektüre empfohlen. Sein für die folgende MTK-Ausgabe vorgesehener Beitrag “Die Funktionalität des Rollenstudiums im nicht-professionellem Theaterbereich” wird denjenigen zugeschickt, die sich zu seinem Workshop angemeldet haben.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                      Die Interessenten können sich jetzt schon auf den Workshop vorbereiten:

                                                                                                                                                                                                                                                                                                      Bei nicht-profesionellen Inszenierungen taucht immer die Frage nach der richtigen Besetzung der textbezogenen Rollen auf. Diese Frage lässt sich oft bei nicht ausgebildeten Spielleitern kaum richtig beantworten. Vielmehr ist die Frage der Besetzung einem wie auch immer geartetem Gefühl des Spielleiters überlassen. Daher entstehen oft Fehlbesetzungen, die sich im Laufe der Proben heraus-stellen und oft auch zu einem Abbruch der Inszenierungsarbeit führen. Das Rollenstudium ist in solchen Fällen, vor der eigentlichen Inszenie- rungsarbeit durchgeführt, eine wichtige Möglichkeit, den o.g. Vorgang zu umgehen. Da darüber hinaus Rollenstudium eine wichtige Form der Klärung der Darsteller-Persönlichkeit darstellt, zeigt sich anhand des entsprechenden Ergebnisses, wie die Bandbreite der Darstellung aussieht, nachdem festgehalten wurde, ob anhand der Körperhaltung, der Bewegung, der Gestil und Mimik, der Sprache und des Outfits der Darsteller für eine entsprechende Rolle geeignet ist.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                      Rollenstudium braucht das eingehende Studium verschiedener Rollenstrukturen durch den angehenden Darsteller selbst, indem er aus unterschied-lichen Stücken d i e Rolle über vielleicht maximalen 10 Zeilen aussucht und zum Rollenstudium mitbringt, um daran zu arbeiten.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                      Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann am 20. April 2024: „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                      Im Alter kommt man nicht umhin, an sein irdisches Ende zu denken. Gerne erinnert man sich an Lieder aus der Kinder- und Jugendzeit und an jene aus dem Erlernen eines Instruments vertraute Musik. Im Gegensatz zu früheren Lebensjahren kann man im Alter mit den schnell wechselnden Popmusikcharts nichts mehr anfangen. Vielmehr befasst man sich mit der zeitlosen klassischen Musik und insbesondere mit solcher, die die eigene Lebenssituation anspricht.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                      Zu dem Gemälde von Arnold Böckling, das der Diplom-Psychologe Prof. Dr. Georg Franzen (www.kunstpsychologie.de) aus kunstpsychologischer Sicht beleuchtet, gibt es mindestens 29 Vertonungen und damit mehr als zu jedem anderen Bild. Anhand ausgewählter musikalischer Stimmungsbilder soll analysiert werden, was sie dem dafür aufgeschlossenen alten Menschen sagen und wie sie seine multimodale Interaktion beeinflussen können. Hierzu wird ein Film gezeigt und werden Anregungen gegen die üblichen vermeintlich nützlichen Strategien des Singens im Alter gegeben. Damit sich aber im fortgeschrittenen Alter die viel beschworene und erfahrbare Heilkraft von Musik beim Musikhören, Singen und Musizieren entfalten kann, sind trotz aller und gerade bei Gebrechen Voraussetzungen zu beachten, die dem an Erfahrung reichen homo ludens nicht nur ein wohltuendes musikalisches Erleben, sondern jederzeit mit geringem Aufwand ein gehöriges Quantum an flow ermöglichen können.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                      • Dr. Arnold M. Raem am 20. April 2024: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”

                                                                                                                                                                                                                                                                                                        Dr. Arnold M. Raem ist Gründer der arrows biomedical Deutschland GmbH mit Sitz im Centrum für Nanotechnologie „CeNTech“ der Universität Münster. Die arrows biomedical Deutschland GmbH ist ein Servicelabor mit den Schwerpunkten im Bereich der molekularen Biomedizin / Onkologie. Dr. Arnold M. Raem hat zahlreiche, excellent bewertete Bücher herausgegeben, darunter das Handbuch für Geriatrie. Lehrbuch für Praxis und Klinik. (2005). Düsseldorf: Deutsche Krankhaus Verlagsgesellschaft, mit einem Kapitel Künstlerische Therapien in der Geriatrie, S. 859-869.    
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                     
                                                                                                                                                                                                                                                                                                      • Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke am 20. April 2024: “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                                                                                                                                                                                                                                                                                         
                                                                                                                                                                                                                                                                                                        In diesem Workshop soll das Thema der “Bewegung” in seiner Bedeutung für eine zunehmend älter werdende Gesellschaft im Vordergrund symbolischer Durcharbeitung stehen. Der kreative Umgang mit Bewegung und Stillstand ist für viele ältere Patient:innen elementar. Im therapeutischen Setting nimmt die Anzahl derer, die auch ab 60 Jahren “Stärkungswünsche” für sich hegen, stetig zu. Gerade Frauen stehen aus unterschiedlichen Lebenslagen, wie nach einer Scheidung, dem Auszug der Kinder, Sich-Kümmern um einen pflegebedürftigen Angehörigen oder Tod des Partners sowie aus weiteren Gründen vor neuen Herausforderungen.    
                                                                                                                                                                                                                                                                                                            
                                                                                                                                                                                                                                                                                                        Anhand verschiedener Fallvignetten werden wir uns anschauen, welchen Schwierigkeiten ausgewählte Patientinnen während ihrer Lebensspanne ausgesetzt waren, welche individuums-spezifischen Ressourcen und Bedürfnisse vorhanden sind, um die alltäglichen Belastungen als zu meisternde Herausforderungen sehen und nutzen zu können. Fortbewegung und Stillstand sind immer wieder höchst interessante Aspekte in der therapeutischen Durcharbeitung. Äußere und innere Lebensbedingungen können im Zusammenwirken förderliche oder hinderliche Wirkungen entfalten, welchen wir mit der symbolischen Umsetzung des “Sich-Bewegens” und „Schreiten-Lassens“ analysierend nachspüren wollen, die für weitere Entwicklungsprozesse zielführend sind. Es wäre wünschenswert, wenn die Teilnehmenden des Workshops eigene Abbildungen zur kreativen Erfassung von Bewegung (und Stillstand) mitbringen würden.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                        Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke, Leibniz-Universität Hannover Hannover, ist Psychologische Psychotherapeutin in Eigener Praxis.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                      • Dr. Laura Bettag am 20.04.2023: Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren

                                                                                                                                                                                                                                                                                                        In der Kultur des Flamencos kennen wir zahlreiche Beispiele einer lebenslangen Beschäftigung mit dem Flamencotanz. Es wird nicht als ungewöhnlich empfunden, wenn ältere Tänzerinnen im professionellen Rahmen vor Publikum auftreten und Erfolge feiern. La Chana (geb. 1946) trat im Alter von 75 Jahren von der Bühne ab, wobei sie ihr Programm im Sitzen bewältigte. Tanz kann als Überlebenselixier wirken, wie sie in ihrer Autobiografie „La Chana. Bailaora“ dokumentiert hat. Die qualitative Studie untersucht zunächst solche autobiografische Quellen auf Beschreibungen insbesondere tanztherapeutischer Effekte, die einer langjährigen Karriere bis ins höhere Alter förderlich waren. Häufig unterrichten professionelle Flamencotänzerinnen auch solange es möglich ist. Sie geben dabei neben tänzerischem Wissen allgemeine Überzeugungen und individuelle Einstellungen weiter. Die qualitative Studie will erkunden, welche physisch und psychisch als unterstützend erlebten mentalen Vorstellungen sowie deren tänzerische Umsetzungen von über 60-jährigen Schülerinnen ausgewählter Flamenco-Schulen in Deutschland wahrgenommen und beschrieben werden können.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                        Der Forschungsprozess wird sich im Wesentlichen auf Interviews von Experteninnen aus dem Bereich des Flamencos und die Auswertung von entsprechend entwickelten Fragebögen stützen. Über die charakteristische Stilistik des Flamencos  hinaus spielt bei deren Gestaltung eine Rolle, ob kulturanthropologische Aspekte und eine „künstlerisch akzentuierte Gesundheitsphilosophie“ (Mastnak, 2022) gerade im höheren Alter in das eigene Tanzen einfließen oder nicht.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                        Der Beitrag versucht schließlich aus den Ergebnissen der Studie, weiterführende Anregungen zum systematischen Aufbau einer internationalisierten „Flamenco-Therapie“ abzuleiten.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                        Dr. Laura Bettag, MA, ist als Kulturmanagerin am Nationaltheater Mannheim und freiberuflich als dipl. Tanztherapeutin sowie im Betrieblichen Gesundheitsmanagement tätig. Sie beforscht derzeit insbesondere die therapeutischen Ressourcen des Tanzunterrichts im stilübergreifenden Vergleich.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                      Lothar Schön ist Musiktherapeut in 95473 Creußen.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                      • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                                                                                        • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                                                        • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                                                        • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                                                                                        • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                                                                        • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                                                                                          • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                                                          • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                                                          • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                                                                                      Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                                                                  • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                                                                                    • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                                                    • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                                                    • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                                                                                  • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                                                                      Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                                                                        • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                                                                                          • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                                                          • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                                                          • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                                                                                      Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                                                                    • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                                                                                      • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                                                      • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                                                      • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                                                                                      • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                                                                          • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                                                                                            • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                                                            • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                                                            • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                                                                                        Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                                                                        • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                                                                                          • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                                                          • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                                                          • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                                                                                          • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                                                                            • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                                                                                              • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                                                              • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                                                              • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                                                                                          Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                                                                          • Sa 10:00-13.00 Uhr: 3 Vorträge mit Diskussion:
                                                                                                                                                                                                                                                                                                            • 10:00-11.00 Uhr: Dr. Katja Watermann „Alt. Intelligenzgemindert. Vergessen. Kunst und Therapie im Maßregelvollzug.”
                                                                                                                                                                                                                                                                                                            • 11:00-12:00 Uhr: Dr. Arnold M. Raem: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”
                                                                                                                                                                                                                                                                                                            • 12:00-13:00 Uhr: Dr. Laura Bettag „Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren.”
                                                                                                                                                                                                                                                                                                          • Sa 14-16 Uhr: 3 Workshops mit Diskussion:
                                                                                                                                                                                                                                                                                                            • 14.00-15.30 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Georg Franzen „Böcklins ‚Toteninsel‘“.
                                                                                                                                                                                                                                                                                                            • 15:45-17:00 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.
                                                                                                                                                                                                                                                                                                            • 17:15-19.00 Uhr: Dr. Yolanda Bertolaso „Rezeptive Künstlerische Tanztherapie mit stark bewegungseingeschränkten und teilweise dementen Senioren.”
                                                                                                                                                                                                                                                                                                          • So 10.00-16:00 Uhr: 1 Vortrag und 3 Workshops mit Diskussion:
                                                                                                                                                                                                                                                                                                            • 10:00-11:30 Uhr: Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak „Künstlerische Therapien im Alter.
                                                                                                                                                                                                                                                                                                            • 11.45-13.00 Uhr: Prof. Dr. Marion Tacke “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                                                                                                                                                                                                                                                                                            • 14.00-16:00 Uhr: Dr. Enrico Otto Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.“
                                                                                                                                                                                                                                                                                                            • Poster von Lothar Schön: “Digitalisierung der Musiktherapie”

                                                                                                                                                                                                                                                                                                              Ein wichtiger Ansatz für die geplante digitalisierte Musiktherapie ist die soziale Teilhabe von Menschen, die aufgrund gesundheitlicher Beeinträchtigungen benachteiligt sind.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                              Gleichzeitig wird all denen, die über keine instrumentalen Vorkenntnisse verfügen, eine Plattform geboten, die einen intuitiven Zugang zum Musizieren ermöglicht.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                              Stellen Sie sich bitte eine Partitur vor, die zwar Melodienverlauf skizziert, aber vom ausführenden Musiker keine Tonhöhenauswahl verlangt. Das macht den musikalischen Prozess einfacher und entlastet unsere Kandidaten.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                              Die Aufmerksamkeit kann also auf den Rhythmus konzentriert werden.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                              In erster Linie denke ich an Schlaganfall- und Parkinsonpatienten.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                              Für psychosomatische Fallbeispiele bieten sich nochmal ganz neuartige erweiterte Musizierzugänge.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                              Die erleichterte Interaktion für Menschen mit unterschiedlicher musikalischer Vorbildung bildet eine ganz wesentliche Grundlage.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                              Vorliegende Zusammenfassungen – weitere folgen:

                                                                                                                                                                                                                                                                                                              • Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak am 21. April 2024: „Künstlerische Therapien im Alter.
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                In einer Gesellschaft mit immer höheren Lebenserwartungen spielen Gesundheitsförderung und Gesundheitserhaltung eine zentrale Rolle. Dies wird auch seitens der Weltgesundheitsorganisation WHO mit Hinweis auf die UN-Deklaration zum gesunden Altern United Nations Decade of Healthy Ageing 2021–2030 hervorgehoben. Der Terminus „healthy aging“ muss hier allerdings differenziert verstanden werden und reicht von einer ganzheitlichen Gesunderhaltung im Rahmen natürlicher Alterungsprozesse über spezifische Prävention, etwa von Depression bei Herzinsuffizienz, bis zu spiritueller Gesundheit in der Palliativmedizin.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                Die repräsentativen gerontagogischen Gesundheitsaktivitäten an der Musikhochschule in Posen (Akademia Muzyczna im. Ignacego Jana Paderewskiego w Poznaniu) beruhen auf musikalisch-tänzerischen Gruppenaktivitäten und werden zur Zeit länderübergreifend und interdisziplinär beforscht. Während es hier ganzheitlich um psychophysische Gesundheit und soziokulturelle Inklusion geht, stehen bei anderen Aktivitäten spezifische Gesundheitsaspekte im Zentrum. So finden etwa im Österreichischen Herzverband Landesverband Burgenland Musik und Tanz zur Förderung und Rehabilitation kardiovaskulärer und kardiorespiratorischer Gesundheit im Alter Einsatz.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                Künstlerische Therapien sind vielerorts aus dem geriatrischen, insbesondere auch dem neurogeriatrischen Bereich, nicht mehr wegzudenken. So wird etwa an der Universitätsklinik Pitié-Salpêtrière in Paris seit Jahren Parkidanse, eine hoch spezifische tanztherapeutische Technik zur Milderung von Parkinsonsymptomatik, eingesetzt. Gegenwärtige Studien deuten darauf hin, dass es dabei zu Synchronisationen zwischen musikalischen und motorischen Rhythmusprozessoren im Gehirn kommt, welche die parkinsontypische Basalgangliendegeneration teils zu kompensieren vermögen.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                Am Forschungszentrum für künstlerische Therapien der Changzhi Medical School in China – einer Einrichtung, die vermutlich in den nächsten Jahren im Bereich physiologischer, neurowissenschaftlicher und interdisziplinären Forschung zu künstlerischen Therapien in Klinik und Public Health eine führende Position einnehmen dürfte – werden Musik-Tanz-Prozesse zur Rehabilitation bei Demenz untersucht, wobei sich gegenwärtig abzeichnet, dass die Künste dynamische Netzwerk-Konnektivitäten aktivieren, die letztlich für den therapeutischen Outcome verantwortlich sind.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                Künste auf gesundheitsförderndem und therapeutischem Terrain sollen allerdings nicht bloß funktional verstanden werden. Vierzig Jahre künstlerische Therapien im Sinne von Karl Hörmann haben die Unersetzbarkeit des ästhetischen und schöpferischen Moments deutlich gemacht und gleichzeitig die Notwendigkeit von psychologischer und medizinischer Forschung hervorgehoben: die Künste stellen die Intervention, die Wissenschaften liefern Erkenntnisse über künstlerisch-therapeutische Mechanismen.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                Während der Vortrag Forschungen zu gesundheitsfördernden und therapeutischen Funktionen der Künste im Alter sowie bei alterstypischen Erkrankungen diskutiert, werden im Workshop einzelne Techniken vorgestellt und in Form von Selbsterfahrung erprobt.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                Wolfgang Mastnak ist Professor für künstlerische Therapien am Changzhi Medical College (Volksrepublik China) und wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Kultur, Künste und Medien (长治医学院 人文艺术传媒系) sowie Inhaber des Lehrstuhls für Musikpädagogik (Schulmusik) an der Hochschule für Musik und Theater München. Seine Seminare im Bereich Lehramt umfassen Musikdidaktik, Wissenschaftstheorie, Musik und Gesundheitspädagogik, Neuro-Musikpädagogik und transkulturelle Musikpädagogik. Im Doktoratsstudium betreut er vor allem Studien zur Integration von Musikpädagogik und Musiktherapie. Im Bayerischen Hochschulzentrum für China (BayCHINA) und im Bayerischen Hochschulzentrum für Mittel-, Ost- und Südosteuropa (BAYHOST) ist er der für die Musik- und Kunsthochschulen zuständige Direktor. Er hat Doktorate in Musikpädagogik & Psychologie, Medizinwissenschaften, Sportwissenschaften und Mathematik und ist Psychotherapeut und Mototherapeut. Wolfgang Mastnak ist Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste sowie der New York Academy of Sciences. Seine interdisziplinären Forschungen wurden international vielfach ausgezeichnet.
                                                                                                                                                                                                                                                                                                            • Dr. Enrico Otto am 21. April 2024: „Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                              Um für Theaterinteressierte einen sinnvollen Einstieg in eine praktische Theaterarbeit zu gestalten, braucht der Interessent in einem Workshop die Kenntnis von sich selbst als potentiellen Darsteller. Über das Rollenstudium mit szenischer Arbeit an einem selbst ausgesuchten Text (10 Zeilen aus einem Theatertext) lassen sich unter Anleitung vielfältige Varianten des szenischen Ausdrucks erproben.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                              In einem zweiten Schritt soll aufgrund der Erfahrung mit sich selbst als Darsteller ein szenischer Bezug zu anderen Mit-Darstellern erprobt werden. So gelangt man in einfacher Form zu einer grundlegenden Ensemblearbeit.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                              Ein möglicher dritter Schritt wäre dann die szenische Erarbeitung einer ganzen Szene.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                              Der Artikel von Dr. Otto „Theater als Kommunikationsmodell“, erschienen in der MTK-Ausgabe 2023-1, S. 39-100, wird zur vorherigen Lektüre empfohlen. Sein für die folgende MTK-Ausgabe vorgesehener Beitrag “Die Funktionalität des Rollenstudiums im nicht-professionellem Theaterbereich” wird denjenigen zugeschickt, die sich zu seinem Workshop angemeldet haben.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                              Die Interessenten können sich jetzt schon auf den Workshop vorbereiten:

                                                                                                                                                                                                                                                                                                              Bei nicht-profesionellen Inszenierungen taucht immer die Frage nach der richtigen Besetzung der textbezogenen Rollen auf. Diese Frage lässt sich oft bei nicht ausgebildeten Spielleitern kaum richtig beantworten. Vielmehr ist die Frage der Besetzung einem wie auch immer geartetem Gefühl des Spielleiters überlassen. Daher entstehen oft Fehlbesetzungen, die sich im Laufe der Proben heraus-stellen und oft auch zu einem Abbruch der Inszenierungsarbeit führen. Das Rollenstudium ist in solchen Fällen, vor der eigentlichen Inszenie- rungsarbeit durchgeführt, eine wichtige Möglichkeit, den o.g. Vorgang zu umgehen. Da darüber hinaus Rollenstudium eine wichtige Form der Klärung der Darsteller-Persönlichkeit darstellt, zeigt sich anhand des entsprechenden Ergebnisses, wie die Bandbreite der Darstellung aussieht, nachdem festgehalten wurde, ob anhand der Körperhaltung, der Bewegung, der Gestil und Mimik, der Sprache und des Outfits der Darsteller für eine entsprechende Rolle geeignet ist.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                              Rollenstudium braucht das eingehende Studium verschiedener Rollenstrukturen durch den angehenden Darsteller selbst, indem er aus unterschied-lichen Stücken d i e Rolle über vielleicht maximalen 10 Zeilen aussucht und zum Rollenstudium mitbringt, um daran zu arbeiten.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                              Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann am 20. April 2024: „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                              Im Alter kommt man nicht umhin, an sein irdisches Ende zu denken. Gerne erinnert man sich an Lieder aus der Kinder- und Jugendzeit und an jene aus dem Erlernen eines Instruments vertraute Musik. Im Gegensatz zu früheren Lebensjahren kann man im Alter mit den schnell wechselnden Popmusikcharts nichts mehr anfangen. Vielmehr befasst man sich mit der zeitlosen klassischen Musik und insbesondere mit solcher, die die eigene Lebenssituation anspricht.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                              Zu dem Gemälde von Arnold Böckling, das der Diplom-Psychologe Prof. Dr. Georg Franzen (www.kunstpsychologie.de) aus kunstpsychologischer Sicht beleuchtet, gibt es mindestens 29 Vertonungen und damit mehr als zu jedem anderen Bild. Anhand ausgewählter musikalischer Stimmungsbilder soll analysiert werden, was sie dem dafür aufgeschlossenen alten Menschen sagen und wie sie seine multimodale Interaktion beeinflussen können. Hierzu wird ein Film gezeigt und werden Anregungen gegen die üblichen vermeintlich nützlichen Strategien des Singens im Alter gegeben. Damit sich aber im fortgeschrittenen Alter die viel beschworene und erfahrbare Heilkraft von Musik beim Musikhören, Singen und Musizieren entfalten kann, sind trotz aller und gerade bei Gebrechen Voraussetzungen zu beachten, die dem an Erfahrung reichen homo ludens nicht nur ein wohltuendes musikalisches Erleben, sondern jederzeit mit geringem Aufwand ein gehöriges Quantum an flow ermöglichen können.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                              • Dr. Arnold M. Raem am 20. April 2024: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                Dr. Arnold M. Raem ist Gründer der arrows biomedical Deutschland GmbH mit Sitz im Centrum für Nanotechnologie „CeNTech“ der Universität Münster. Die arrows biomedical Deutschland GmbH ist ein Servicelabor mit den Schwerpunkten im Bereich der molekularen Biomedizin / Onkologie. Dr. Arnold M. Raem hat zahlreiche, excellent bewertete Bücher herausgegeben, darunter das Handbuch für Geriatrie. Lehrbuch für Praxis und Klinik. (2005). Düsseldorf: Deutsche Krankhaus Verlagsgesellschaft, mit einem Kapitel Künstlerische Therapien in der Geriatrie, S. 859-869.    
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                             
                                                                                                                                                                                                                                                                                                              • Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke am 20. April 2024: “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                 
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                In diesem Workshop soll das Thema der “Bewegung” in seiner Bedeutung für eine zunehmend älter werdende Gesellschaft im Vordergrund symbolischer Durcharbeitung stehen. Der kreative Umgang mit Bewegung und Stillstand ist für viele ältere Patient:innen elementar. Im therapeutischen Setting nimmt die Anzahl derer, die auch ab 60 Jahren “Stärkungswünsche” für sich hegen, stetig zu. Gerade Frauen stehen aus unterschiedlichen Lebenslagen, wie nach einer Scheidung, dem Auszug der Kinder, Sich-Kümmern um einen pflegebedürftigen Angehörigen oder Tod des Partners sowie aus weiteren Gründen vor neuen Herausforderungen.    
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                    
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                Anhand verschiedener Fallvignetten werden wir uns anschauen, welchen Schwierigkeiten ausgewählte Patientinnen während ihrer Lebensspanne ausgesetzt waren, welche individuums-spezifischen Ressourcen und Bedürfnisse vorhanden sind, um die alltäglichen Belastungen als zu meisternde Herausforderungen sehen und nutzen zu können. Fortbewegung und Stillstand sind immer wieder höchst interessante Aspekte in der therapeutischen Durcharbeitung. Äußere und innere Lebensbedingungen können im Zusammenwirken förderliche oder hinderliche Wirkungen entfalten, welchen wir mit der symbolischen Umsetzung des “Sich-Bewegens” und „Schreiten-Lassens“ analysierend nachspüren wollen, die für weitere Entwicklungsprozesse zielführend sind. Es wäre wünschenswert, wenn die Teilnehmenden des Workshops eigene Abbildungen zur kreativen Erfassung von Bewegung (und Stillstand) mitbringen würden.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                Prof. Dr.rer.nat. Marion Tacke, Leibniz-Universität Hannover Hannover, ist Psychologische Psychotherapeutin in Eigener Praxis.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                              • Dr. Laura Bettag am 20.04.2023: Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                In der Kultur des Flamencos kennen wir zahlreiche Beispiele einer lebenslangen Beschäftigung mit dem Flamencotanz. Es wird nicht als ungewöhnlich empfunden, wenn ältere Tänzerinnen im professionellen Rahmen vor Publikum auftreten und Erfolge feiern. La Chana (geb. 1946) trat im Alter von 75 Jahren von der Bühne ab, wobei sie ihr Programm im Sitzen bewältigte. Tanz kann als Überlebenselixier wirken, wie sie in ihrer Autobiografie „La Chana. Bailaora“ dokumentiert hat. Die qualitative Studie untersucht zunächst solche autobiografische Quellen auf Beschreibungen insbesondere tanztherapeutischer Effekte, die einer langjährigen Karriere bis ins höhere Alter förderlich waren. Häufig unterrichten professionelle Flamencotänzerinnen auch solange es möglich ist. Sie geben dabei neben tänzerischem Wissen allgemeine Überzeugungen und individuelle Einstellungen weiter. Die qualitative Studie will erkunden, welche physisch und psychisch als unterstützend erlebten mentalen Vorstellungen sowie deren tänzerische Umsetzungen von über 60-jährigen Schülerinnen ausgewählter Flamenco-Schulen in Deutschland wahrgenommen und beschrieben werden können.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                Der Forschungsprozess wird sich im Wesentlichen auf Interviews von Experteninnen aus dem Bereich des Flamencos und die Auswertung von entsprechend entwickelten Fragebögen stützen. Über die charakteristische Stilistik des Flamencos  hinaus spielt bei deren Gestaltung eine Rolle, ob kulturanthropologische Aspekte und eine „künstlerisch akzentuierte Gesundheitsphilosophie“ (Mastnak, 2022) gerade im höheren Alter in das eigene Tanzen einfließen oder nicht.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                Der Beitrag versucht schließlich aus den Ergebnissen der Studie, weiterführende Anregungen zum systematischen Aufbau einer internationalisierten „Flamenco-Therapie“ abzuleiten.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                Dr. Laura Bettag, MA, ist als Kulturmanagerin am Nationaltheater Mannheim und freiberuflich als dipl. Tanztherapeutin sowie im Betrieblichen Gesundheitsmanagement tätig. Sie beforscht derzeit insbesondere die therapeutischen Ressourcen des Tanzunterrichts im stilübergreifenden Vergleich.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                              Lothar Schön ist Musiktherapeut in 95473 Creußen.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                              • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                  • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                  • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                  • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                                                                                              Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                                                                          • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                                                                                            • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                                                            • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                                                            • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                                                                                          • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                                                                            Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                                                                              • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                                                                                            Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                                                                              Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                  • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                  • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                  • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                                                                                              Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                                                                            • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                                                                                              • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                                                              • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                                                              • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                                                                                              • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                  • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                    • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                    • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                    • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                  • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                  • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                  • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                  • Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                    • Teilnahmegebühr
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                      • 50 € für Mitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                      • 80 € für Nichtmitglieder
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                      • 30 € für Studierende

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                  Anmeldung: bkt@muenster.org

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                  • Sa 10:00-13.00 Uhr: 3 Vorträge mit Diskussion:
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                    • 10:00-11.00 Uhr: Dr. Katja Watermann „Alt. Intelligenzgemindert. Vergessen. Kunst und Therapie im Maßregelvollzug.”
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                    • 11:00-12:00 Uhr: Dr. Arnold M. Raem: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                    • 12:00-13:00 Uhr: Dr. Laura Bettag „Tanztherapeutische Effekte im Flamenco-Unterricht bei älteren Teilnehmerinnen ab 60 Jahren.”
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                  • Sa 14-16 Uhr: 3 Workshops mit Diskussion:
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                    • 14.00-15.30 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Georg Franzen „Böcklins ‚Toteninsel‘“.
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                    • 15:45-17:00 Uhr: Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                    • 17:15-19.00 Uhr: Dr. Yolanda Bertolaso „Rezeptive Künstlerische Tanztherapie mit stark bewegungseingeschränkten und teilweise dementen Senioren.”
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                  • So 10.00-16:00 Uhr: 1 Vortrag und 3 Workshops mit Diskussion:
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                    • 10:00-11:30 Uhr: Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak „Künstlerische Therapien im Alter.
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                    • 11.45-13.00 Uhr: Prof. Dr. Marion Tacke “Ausdrucksmöglichkeiten symbolischer Bewegung in der psychotherapeutischen Arbeit mit über 60-jährigen Patientinnen.”
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                    • 14.00-16:00 Uhr: Dr. Enrico Otto Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.“
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                    • Poster von Lothar Schön: “Digitalisierung der Musiktherapie”

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                      Ein wichtiger Ansatz für die geplante digitalisierte Musiktherapie ist die soziale Teilhabe von Menschen, die aufgrund gesundheitlicher Beeinträchtigungen benachteiligt sind.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                      Gleichzeitig wird all denen, die über keine instrumentalen Vorkenntnisse verfügen, eine Plattform geboten, die einen intuitiven Zugang zum Musizieren ermöglicht.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                      Stellen Sie sich bitte eine Partitur vor, die zwar Melodienverlauf skizziert, aber vom ausführenden Musiker keine Tonhöhenauswahl verlangt. Das macht den musikalischen Prozess einfacher und entlastet unsere Kandidaten.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                      Die Aufmerksamkeit kann also auf den Rhythmus konzentriert werden.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                      In erster Linie denke ich an Schlaganfall- und Parkinsonpatienten.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                      Für psychosomatische Fallbeispiele bieten sich nochmal ganz neuartige erweiterte Musizierzugänge.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                      Die erleichterte Interaktion für Menschen mit unterschiedlicher musikalischer Vorbildung bildet eine ganz wesentliche Grundlage.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                      Vorliegende Zusammenfassungen – weitere folgen:

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                      • Univ.-Prof. Dr.Dr.Dr. Wolfgang Mastnak am 21. April 2024: „Künstlerische Therapien im Alter.
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                        In einer Gesellschaft mit immer höheren Lebenserwartungen spielen Gesundheitsförderung und Gesundheitserhaltung eine zentrale Rolle. Dies wird auch seitens der Weltgesundheitsorganisation WHO mit Hinweis auf die UN-Deklaration zum gesunden Altern United Nations Decade of Healthy Ageing 2021–2030 hervorgehoben. Der Terminus „healthy aging“ muss hier allerdings differenziert verstanden werden und reicht von einer ganzheitlichen Gesunderhaltung im Rahmen natürlicher Alterungsprozesse über spezifische Prävention, etwa von Depression bei Herzinsuffizienz, bis zu spiritueller Gesundheit in der Palliativmedizin.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                        Die repräsentativen gerontagogischen Gesundheitsaktivitäten an der Musikhochschule in Posen (Akademia Muzyczna im. Ignacego Jana Paderewskiego w Poznaniu) beruhen auf musikalisch-tänzerischen Gruppenaktivitäten und werden zur Zeit länderübergreifend und interdisziplinär beforscht. Während es hier ganzheitlich um psychophysische Gesundheit und soziokulturelle Inklusion geht, stehen bei anderen Aktivitäten spezifische Gesundheitsaspekte im Zentrum. So finden etwa im Österreichischen Herzverband Landesverband Burgenland Musik und Tanz zur Förderung und Rehabilitation kardiovaskulärer und kardiorespiratorischer Gesundheit im Alter Einsatz.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                        Künstlerische Therapien sind vielerorts aus dem geriatrischen, insbesondere auch dem neurogeriatrischen Bereich, nicht mehr wegzudenken. So wird etwa an der Universitätsklinik Pitié-Salpêtrière in Paris seit Jahren Parkidanse, eine hoch spezifische tanztherapeutische Technik zur Milderung von Parkinsonsymptomatik, eingesetzt. Gegenwärtige Studien deuten darauf hin, dass es dabei zu Synchronisationen zwischen musikalischen und motorischen Rhythmusprozessoren im Gehirn kommt, welche die parkinsontypische Basalgangliendegeneration teils zu kompensieren vermögen.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                        Am Forschungszentrum für künstlerische Therapien der Changzhi Medical School in China – einer Einrichtung, die vermutlich in den nächsten Jahren im Bereich physiologischer, neurowissenschaftlicher und interdisziplinären Forschung zu künstlerischen Therapien in Klinik und Public Health eine führende Position einnehmen dürfte – werden Musik-Tanz-Prozesse zur Rehabilitation bei Demenz untersucht, wobei sich gegenwärtig abzeichnet, dass die Künste dynamische Netzwerk-Konnektivitäten aktivieren, die letztlich für den therapeutischen Outcome verantwortlich sind.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                        Künste auf gesundheitsförderndem und therapeutischem Terrain sollen allerdings nicht bloß funktional verstanden werden. Vierzig Jahre künstlerische Therapien im Sinne von Karl Hörmann haben die Unersetzbarkeit des ästhetischen und schöpferischen Moments deutlich gemacht und gleichzeitig die Notwendigkeit von psychologischer und medizinischer Forschung hervorgehoben: die Künste stellen die Intervention, die Wissenschaften liefern Erkenntnisse über künstlerisch-therapeutische Mechanismen.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                        Während der Vortrag Forschungen zu gesundheitsfördernden und therapeutischen Funktionen der Künste im Alter sowie bei alterstypischen Erkrankungen diskutiert, werden im Workshop einzelne Techniken vorgestellt und in Form von Selbsterfahrung erprobt.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                        Wolfgang Mastnak ist Professor für künstlerische Therapien am Changzhi Medical College (Volksrepublik China) und wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Kultur, Künste und Medien (长治医学院 人文艺术传媒系) sowie Inhaber des Lehrstuhls für Musikpädagogik (Schulmusik) an der Hochschule für Musik und Theater München. Seine Seminare im Bereich Lehramt umfassen Musikdidaktik, Wissenschaftstheorie, Musik und Gesundheitspädagogik, Neuro-Musikpädagogik und transkulturelle Musikpädagogik. Im Doktoratsstudium betreut er vor allem Studien zur Integration von Musikpädagogik und Musiktherapie. Im Bayerischen Hochschulzentrum für China (BayCHINA) und im Bayerischen Hochschulzentrum für Mittel-, Ost- und Südosteuropa (BAYHOST) ist er der für die Musik- und Kunsthochschulen zuständige Direktor. Er hat Doktorate in Musikpädagogik & Psychologie, Medizinwissenschaften, Sportwissenschaften und Mathematik und ist Psychotherapeut und Mototherapeut. Wolfgang Mastnak ist Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste sowie der New York Academy of Sciences. Seine interdisziplinären Forschungen wurden international vielfach ausgezeichnet.
                                                                                                                                                                                                                                                                                                                    • Dr. Enrico Otto am 21. April 2024: „Sinn und Form eines Rollenstudiums für Theaterinteressierte.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                      Um für Theaterinteressierte einen sinnvollen Einstieg in eine praktische Theaterarbeit zu gestalten, braucht der Interessent in einem Workshop die Kenntnis von sich selbst als potentiellen Darsteller. Über das Rollenstudium mit szenischer Arbeit an einem selbst ausgesuchten Text (10 Zeilen aus einem Theatertext) lassen sich unter Anleitung vielfältige Varianten des szenischen Ausdrucks erproben.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                      In einem zweiten Schritt soll aufgrund der Erfahrung mit sich selbst als Darsteller ein szenischer Bezug zu anderen Mit-Darstellern erprobt werden. So gelangt man in einfacher Form zu einer grundlegenden Ensemblearbeit.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                      Ein möglicher dritter Schritt wäre dann die szenische Erarbeitung einer ganzen Szene.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                      Der Artikel von Dr. Otto „Theater als Kommunikationsmodell“, erschienen in der MTK-Ausgabe 2023-1, S. 39-100, wird zur vorherigen Lektüre empfohlen. Sein für die folgende MTK-Ausgabe vorgesehener Beitrag “Die Funktionalität des Rollenstudiums im nicht-professionellem Theaterbereich” wird denjenigen zugeschickt, die sich zu seinem Workshop angemeldet haben.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                      Die Interessenten können sich jetzt schon auf den Workshop vorbereiten:

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                      Bei nicht-profesionellen Inszenierungen taucht immer die Frage nach der richtigen Besetzung der textbezogenen Rollen auf. Diese Frage lässt sich oft bei nicht ausgebildeten Spielleitern kaum richtig beantworten. Vielmehr ist die Frage der Besetzung einem wie auch immer geartetem Gefühl des Spielleiters überlassen. Daher entstehen oft Fehlbesetzungen, die sich im Laufe der Proben heraus-stellen und oft auch zu einem Abbruch der Inszenierungsarbeit führen. Das Rollenstudium ist in solchen Fällen, vor der eigentlichen Inszenie- rungsarbeit durchgeführt, eine wichtige Möglichkeit, den o.g. Vorgang zu umgehen. Da darüber hinaus Rollenstudium eine wichtige Form der Klärung der Darsteller-Persönlichkeit darstellt, zeigt sich anhand des entsprechenden Ergebnisses, wie die Bandbreite der Darstellung aussieht, nachdem festgehalten wurde, ob anhand der Körperhaltung, der Bewegung, der Gestil und Mimik, der Sprache und des Outfits der Darsteller für eine entsprechende Rolle geeignet ist.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                      Rollenstudium braucht das eingehende Studium verschiedener Rollenstrukturen durch den angehenden Darsteller selbst, indem er aus unterschied-lichen Stücken d i e Rolle über vielleicht maximalen 10 Zeilen aussucht und zum Rollenstudium mitbringt, um daran zu arbeiten.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                      Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann am 20. April 2024: „Tontherapeutische Rezeption von Kompositionen zu Böcklins ‚Toteninsel“.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                      Im Alter kommt man nicht umhin, an sein irdisches Ende zu denken. Gerne erinnert man sich an Lieder aus der Kinder- und Jugendzeit und an jene aus dem Erlernen eines Instruments vertraute Musik. Im Gegensatz zu früheren Lebensjahren kann man im Alter mit den schnell wechselnden Popmusikcharts nichts mehr anfangen. Vielmehr befasst man sich mit der zeitlosen klassischen Musik und insbesondere mit solcher, die die eigene Lebenssituation anspricht.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                      Zu dem Gemälde von Arnold Böckling, das der Diplom-Psychologe Prof. Dr. Georg Franzen (www.kunstpsychologie.de) aus kunstpsychologischer Sicht beleuchtet, gibt es mindestens 29 Vertonungen und damit mehr als zu jedem anderen Bild. Anhand ausgewählter musikalischer Stimmungsbilder soll analysiert werden, was sie dem dafür aufgeschlossenen alten Menschen sagen und wie sie seine multimodale Interaktion beeinflussen können. Hierzu wird ein Film gezeigt und werden Anregungen gegen die üblichen vermeintlich nützlichen Strategien des Singens im Alter gegeben. Damit sich aber im fortgeschrittenen Alter die viel beschworene und erfahrbare Heilkraft von Musik beim Musikhören, Singen und Musizieren entfalten kann, sind trotz aller und gerade bei Gebrechen Voraussetzungen zu beachten, die dem an Erfahrung reichen homo ludens nicht nur ein wohltuendes musikalisches Erleben, sondern jederzeit mit geringem Aufwand ein gehöriges Quantum an flow ermöglichen können.

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                      • Dr. Arnold M. Raem am 20. April 2024: “Was haben die molekulare Biomedizin und die künstlerischen Therapien gemeinsam?”

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                        Dr. Arnold M. Raem ist Gründer der arrows biomedical Deutschland GmbH mit Sitz im Centrum